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Kontexte 16.08.2015


Eucharistie

Aus: Karl Rahner Leebuch, hrsg. Karl Lehmann / Albert Raffelt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien2004 (1982).


Dies kann freilich nur in kurzen Strichen skizzenhaft geschehen. - Die mit „Eu­charistie" bezeichnete Wirklichkeit ist durch das Abendmahl Jesu grundgelegt (vgl. vor allem Lk 22,14—23 und 1 Kor 11,23—26). Dort gibt Jesus nach seinen Worten seinen „Leib" und sein „Blut" zum Genuß unter der Empirie des Empfanges von Brot und Wein. Der Sinngehalt dieser Handlung ergibt sich aus der Situation und aus den verwendeten Begriffen. Von grundlegender Bedeutung ist der Todesgedan­ke: Jesus nimmt bewußt sein Schicksal an und bringt es in Zusammenhang mit dem zentralen Inhalt seiner Verkündigung. Ferner versteht Jesus dieses Mahl eschatologisch als Vorwegnahme endgültiger Festfreude. Schließlich ist der Ge­meinschaftsgedanke bei diesem Mahl Jesu konstitutiv, die Verbindung Jesu mit seinen Freunden und die Stiftung der Gemeinschaft dieser seiner Freunde unter­einander.

Aus den verwendeten Begriffen ergibt sich: Nach dem semitischen Sprachge­brauch bezeichnet „Leib" die leibliche Greifbarkeit der Person Jesu; im Zusatz zum Brotwort wird Jesus als der Gottesknecht schlechthin ausgesagt (vgl. Jes 53, 4—12): Das „Blut" aber ist genauer präzisiert als das von Jesus zur Stiftung des Neuen Bundes (vgl. Jes 42, 6; 49, 8) mit Gott vergossene. Damit ist Jesus als blutig sterbender gekennzeichnet. Die Gaben sind also identisch mit dem den gewaltsa­men Tod in freiem Gehorsam übernehmenden und darin den neuen Bund begrün­denden Gottesknecht Jesus. Die Identität zwischen der eucharistischen Speise der Kirche und dem Leib und Blut Jesu wird 1 Kor genauerhin bestimmt: Sie ist der von Jesus beim Abendmahl dargereichte Leib. Sie ist der gekreuzigte Leib Jesu, und so wird bei dessen Genuß der Tod Jesu als heilswirksam proklamiert und wirksam gemacht. Sie ist Fleisch und Blut des Erhöhten, durch dessen Genuß die einzelnen zur Gemeinschaft des einen pneumatischen Leibes Jesu Christi zusammenge­schlossen werden. Die Bleibendheit dieser Speise in der Kirche und als die Speise der Kirche ergibt sich aus dem unmittelbar mit den Einsetzungsworten verknüpf­ten Gedächtnisbefehl: „Tut dies zum Gedächtnis meiner selbst." Durch den Auf­trag, weiterhin „dies" zu tun, ist gesichert, daß die gesamte Christus Wirklichkeit immer dort wirksam präsent ist, wo das Abendmahl von den Jüngern Jesu legitim vollzogen wird.

In diesem von Jesus selbst gewollten Nachvollzug des Abendmahles wird zu­gleich das blutige Opfer Jesu Christi am Kreuz gegenwärtig, weil ja Fleisch und Blut des leidenden und sterbenden Gottesknechtes als hingegeben und vergossen für „die Vielen" präsent werden und nur als solche nach der Stiftung Jesu selbst prä­sent werden können und weil diese Gegenwart des einen Opfers Jesu Christi unter einer liturgischen Opfer-Handlung der Kirche gegeben ist. Somit ist die Euchari­stiefeier der Kirche immer schon wirkliches Mahl, insofern in ihr Leib und Blut Jesu Christi wirklich als Speise da sind und zugleich wirkliches Opfer, insofern das eine Opfer Jesu in der Geschichte bleibend wirksam ist und durch die liturgische Repräsentationstat der wesentlich geschichtlichen Größe „Kirche" in der Eucha­ristiefeier bleibend wirksam gemacht wird. Diese beiden Wirklichkeiten in der ei­nen Eucharistiefeier können darum auch nicht völlig getrennt voneinander theo­logisch reflektiert werden; vergegenwärtigt werden aber auch Menschwerdung, Auferstehung und Erhöhung Jesu.



Man ist, was man isst: Kultur dominiert unsere Ernährung

© DiePresse.com - http://diepresse.com/home/meinung/wisskommentar/4723686


04.05.2015 | 18:17 | KURT KOTRSCHAL (Die Presse)

Ernährungsstile sind Marker für Gruppenzugehörigkeit. Sie können sogar zur regelrechten Ersatzreligion werden.

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In meinem Herzen der Hunger

Aus: Ruth Pfau, Leben heißt anfangen. Worte, die das Herz berühren. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2010.



Ein Zeichen, das sein ganzes Leben zusammenfasst

Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.



Für euch und für alle

Aus: Franz Kamphaus, Hinter Jesus her. Anstöße zur Nachfolge. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2010.



Mund

Aus Hans Magnus Enzensberger, Gedichte 1950-2010. suhrkamp taschenbuch 4201, Suhrkamp Verlag, Berlin 2010.



Solidariät des Kreuzes

Aus: Andrea Schwarz, Du Gott des Weges segne uns. Gebete und Meditationen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2008.