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Kontexte 05.05.2016


Weißt du, wo der Himmel ist

Wilhelm Willms in: Der Regenbogen. Liederheft der Abtei Münsterschwarzach. Als Manuskript gedruckt.


Weißt du wo der Himmel ist,
außen oder innen.
Eine Handbreit rechts und links,
Du bist mitten drinnen.

Weißt du wo der Himmel ist,
nicht so tief verborgen.
Einen Sprung aus dir heraus.
Aus dem Haus der Sorgen.

Weißt du wo der Himmel ist,
nicht so hoch da oben.
Sag doch ja zu dir und mir.
Du bist aufgehoben.



Himmelfahrt

Aus: Sonntagsgruß. Ausgabe 18/2016 (91. Jahrgang) Freiburg.


Einer hatte seinen Platz
und es war zugleich der falsche.
Er hatte einen Platz bei seinen Jüngern
und bei den Menschen, die ihn brauchten.
Einer verließ seinen Platz
für das Leben der Anderen.
Er nimmt ihn wieder ein und sendet den Geist
für das Leben der Anderen.



Christi Himmelfahrt

Anselm Grün in: Ludger Hohn-Morisch (Hrsg) Für jeden Tag ein gutes Wort. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2005.


Das Fest Christi Himmelfahrt will unseren Blick auf unser Ziel richten, auf den Himmel. Wir sollen nicht aufgehen in den irdischen Geschäften, sondern aufschauen zu Christus, der schon im Himmel ist. Was auf den ersten Blick wie ein moralischer Appell aussieht, ist in Wirklichkeit eine befreiende Botschaft. Denn wer vom Himmel als von seiner Heimat her leben kann, für den relativieren sich viele Dinge seines Lebens, für den haben Erfolg und Besitz und Gesundheit nicht mehr den höchsten Stellenwert. Wenn er im Herzen schon am Ziel ist, dann ist der Weg nicht mehr so beschwerlich, dann hat er einen inneren Abstand zu dem, was ihm auf dem Weg begegnet. Er klammert sich nicht mehr daran fest. Er ist in seinem Herzen schon woanders.



Himmelfahrt

Anselm Grün in: Ludger Hohn-Morisch (Hrsg) Für jeden Tag ein gutes Wort. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2005.


Für C.G. Jung ist die Religion eine Schule, die uns auf die zweite Lebenshälfte hin erzieht. Christi Himmelfahrt ist innerhalb dieser Lebensschule das Fest, das uns über die Selbstbehauptung in der Welt hinausführt in einen Bereich, wo wir erst wahrhaft zum Menschen werden.
Wir berühren nicht mehr den historischen Jesus, sondern den Christus im Geist. Aber ihn berühren wir wirklich, er ist in uns. Ja, er ist uns sogar näher gekommen als damals. Denn damals stand er neben und zwischen den Menschen. Aber jetzt ist er in uns. Solange ein Mensch neben uns lebt, sind wir fixiert auf das, was wir sehen. Aber sein eigentliches Geheimnis übersehen wir oft. Christus musste zum Vater gehen, damit wir nicht an seiner historischen Gestalt hängen bleiben. Wenn er geht, können wir alles verinnerlichen, was er gelebt hat. Christus kann nun in uns Gestalt annehmen. So geht es am Fest Christi Himmelfahrt darum, dass wir Christus nicht oben im Himmel suchen, sondern in uns.



Einmaligkeit

Aus: Ulrich Schaffer; Das Leben in dir. Edition Schaffer im Kreuz Verlag. O.J.


Halte fest an deiner Einmaligkeit,
auch wenn du weißt,
dass dein Leben irgendwann vorbei ist
und wenig zurückbleibt.
Wenn wir leben, leben wir
mit tiefen Atemzügen,
mit der ganzen Liebe zu dem, was uns umgibt,
mit dem Einsatz der Unsterblichkeit.
Und wenn wir sterben, sterben wir,
wechseln hinüber in das große Geheimnis,
in die andere Form von Sein.
Lass dir nicht das Leben nehmen
durch deine Angst vor dem Tod.



Dankgebet

Aus: Henri J. M. Nouwen; Gebete aus der Stille. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1982.


Mein Herr, am Abend dieses Himmelfahrtstages bin ich voller Dankbarkeit. Am heutigen Tag bist du von uns gegangen, und das große Geheimnis deiner Menschwerdung hat sich in seiner ganzen Fülle geoffenbart. Dein irdisches Leben, das mit der Erscheinung Gabriels bei deiner Mutter begonnen hatte, war abgeschlossen, als du in einer Wolke emporgehoben und den Blicken deiner Jünger entzogen wurdest. Du, Herr, Sohn Gottes und Menschensohn, Emmanuel, Messias, Erretter aller Völker, du hast wirklich alles, was menschlich ist, mit uns geteilt und unsere Menschheit zur Rechten deines himmlischen Vaters erhoben. Als deine Freunde, die du zurückgelassen hattest, dich nicht mehr sahen, da hattest du deine göttliche Sendung erfüllt. Du hast uns alles gelehrt, was wir wissen müssen; du hast alles getan, was getan werden konnte; du hast uns alles gegeben, was du hattest.



Aufrecht unter dem Himmel

Jörg Zink, Aufrecht unter dem Himmel. Kreuz-Verlag, Stuttgart 1994.



Was bedeutet die Himmelfahrt traditionell im Christentum?



Eine Ausfaltung des Ostergeheimnisses

Egon Kapellari, Ein Fest der Schwerkraft. Osterbetrachtungen. Styria-Verlag, Graz 1993.



Befreiung - zwischen Himmel und Erde

T. Cosalvatica in: Peter Bleeser, Geschichten zwischen Himmel und Erde. Patmos-Verlag, 1985



Das innerste Pünktlein

Aus: Martin Buber, Die Erzählungen der Chassidim, Zürich, Manasse-Verlag 1996.



Der Omegapunkt bei Teilhard de Chardin

http://de.wikipedia.org/wiki/Omegapunkt