Wählen Sie Ihre gewünschte Schriftgröße



Kontexte 22.05.2016


Confessio Augustana Art. 1: Von Gott

Confessio Augustana (1530) in: https://www.ekd.de/glauben/grundlagen/augsburger_bekenntnis.html - (18.05.2016).


Zuerst wird einträchtig laut Beschluß des Konzils von Nizäa gelehrt und festgehalten, daß ein einziges göttliches Wesen sei, das Gott genannt wird und wahrhaftig Gott ist, und daß doch drei Personen in diesem einen göttlichen Wesen sind, alle drei gleich mächtig, gleich ewig: Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist. Alle drei sind ein göttliches Wesen, ewig, unteilbar, unendlich, von unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Unter dem Wort "Person" wird nicht ein Teil, nicht eine Eigenschaft an einem anderen Sein verstanden, sondern etwas, was in sich selbst besteht (selbständig ist), so wie die Kirchenväter in dieser Sache dieses Wort gebraucht haben. Deshalb werden alle Irrlehren verworfen, die diesem Artikel widersprechen.



Ein sehr schönes Evangelium

Martin Luther, Predigt über das altkirchliche Evangelium zu Trinitatis, Joh. 3,1-16. In: ders., Predigten, hrsg. F.Gogarten, Jena: Eugen Diederichs 1927. s. auch: http://luther-predigt.de/Predigten/60-trinitatis.html


Dieses ist ein sehr schönes Evangelium, in welchen wir sehen, was der richtige Weg, der gewisse Weg zum ewigen Leben ist. Es scheint aber, daß man dieses Evangelium auf diesen heiligen Tag der Dreieinigkeit billigt, daß so fein der Unterschied der Personen angezeigt ist, in dem höchsten und größten Werk, das Gott mit uns armen Menschen handelt, daß er uns von Sünden frei, gerecht und selig macht. Denn hier steht vom Vater, daß er die Welt geliebt und ihr seinen eingeborenen Sohn geschenkt hat. Das sind die zwei unterschiedlichen Personen, Vater und Sohn, eine jegliche mit ihren besonderen Werk. Der Vater liebt die Welt und schenkt ihr den Sohn; der Sohn läßt sich der Welt schenken, und, wie Christus hier sagt, läßt er sich wie die Schlange in der Wüste am Kreuz erhöhen, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Zu solchem Werk kommt danach die dritte Person, der Heilige Geist, welcher durch das Wasser der seligen Taufe den Glauben im Herzen anzündet, und uns also eine Wiedergeburt zum Reiche Gottes schenkt.

Dieses ist eine sehr tröstliche Predigt, die uns ein fröhliches Herz gegen Gott machen soll; darin wir sehen, daß alle drei Personen, die ganze Gottheit, sich dahin wendet und damit umgeht, daß den armen, elenden Menschen wider die Sünde, dem Tod und Teufel zur Gerechtigkeit, ewigem Leben und dem Reich Gottes geholfen werde. Wie können wir denn vor Gott unserer Sünden wegen uns fürchten? Wie können wir ein böses Herz zu dem haben? Wenn er uns unserer Sünde willen verdammen wollte, wie wir immer wieder denken, besonders wenn das letzte Stündlein kommt: so würde der Vater seinen eingeborenen Sohn nicht gegeben haben, Vater und Sohn würden uns nicht zum Bad der Wiedergeburt und unter das Heiligen Geistes Flügel befördert haben. Also ist dieser Artikel von der Dreieinigkeit auf das schönste und freundlichste hier angezeigt.



Trinität

Prof. Dr. Hans-Martin Barth, Kirche in Marburg, Juni 2014, 4f. http://luthertheologie.de/artikel/trinitaet-wie-soll-man-das-verstehen/ - (18.05.2016).


„Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ Mit diesen Worten beginnen unsere christlichen Gottesdienste. So möchte auch ich meinen kleinen Beitrag beginnen. Ich will damit sagen: Ich schreibe jetzt nicht einfach im eigenen Namen, sondern im Namen einer Macht, die über alle unsere Vorstellungen hinausgeht und der wir unser Dasein verdanken. Ich darf sie begreifen als väterlich mir zugewandt, als geschwisterlich nahe und innerlich mir verbunden. Das wollen diese Begriffe „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ zum Ausdruck bringen. „Vater“, „Sohn“ und „Heiliger Geist“ sind symbolische Begriffe. Natürlich hat Gott keinen Sohn, wie wir uns Nachkommenschaft vorstellen, und auch keinen Geist, der mit unserem Geist auf einer Linie läge. Gott „der Vater“ – das meint: Ich weiß, dass ich mein Leben nicht mir selbst verdanke. Gott „der Sohn“ – das meint: Ich weiß, dass ich nicht dafür garantieren kann, dass aus meinem Leben etwas wird. Aber im Blick auf das Leben und Sterben und die lebendige Gegenwart Jesu aus Nazareth kann ich zuversichtlich sein. Der „heilige Geist“: Ich weiß, dass mein Geist und meine Energie nicht ausreichen, sondern dass ich auf eine Kraft angewiesen bin, die mich inspiriert und voranbringt.

Wie ist der Glaube an den dreieinen Gott entstanden?

Warum braucht es dazu eine so komplizierte Vorstellung wie die der Dreieinigkeit? Letztlich ist sie gar nicht so kompliziert. Man versteht sie vielleicht besser, wenn man sich klar macht, wie sie entstanden ist. Die ersten Jünger und Jüngerinnen Jesu sind Jesus nachgefolgt, weil sie sich ihm nicht entziehen konnten und weil die Begegnung mit ihm ihrem Leben eine neue Perspektive gegeben hat. Damit hat sich ihnen natürlich die Frage nahegelegt: Woher kommt dieser Jesus, woher hat er diese Ausstrahlung und dieses Anziehungskraft? Wie verhält sich das alles zu Gott, von dem doch schon im Alten Testament die Rede ist? Sie entdeckten die Beziehung zwischen Gott „dem Vater und „dem Sohn“. Und die Wirkung, die er auf sie ausgeübt hat, war so stark, dass sie sagen mussten: In ihm begegnet uns Gott selbst, in ihm manifestiert sich die göttliche Kraft. Gott selbst identifiziert sich mit ihm, mit seinem Lehren und Heilen, aber auch mit seinen äußeren Belastungen und seinen inneren Bedrängnissen, seinem Leiden und Sterben. In ihm wirkt „der heilige Geist“, der uns ansteckt. Was machen wir jetzt? Wir müssen uns ändern, wir lassen uns taufen, um diese Kraft des Heiligen Geistes auch zu empfangen, um in ihr mit einander zu leben und Gutes zu tun.

Worin besteht die innere Logik des Glaubens an den dreieinen Gott?

Mir leuchtet das trinitarische Bekenntnis auch in seiner inneren Logik unmittelbar ein. Ich kann mir das an den Fingern herzählen.

Zuerst: Ich brauche zum Leben eine Basis, wie sie mir gegeben ist in Gestalt meines Körpers, meiner Lebenskraft, meiner Sprach- und Denkfähigkeit, meiner Energie, meiner Begabung. Das sagt mir das Symbol von Gottes Schöpferkraft, die ja auch alles um mich her erfüllt.

Zweitens: Ich brauche aber darüber hinaus auch Orientierung. Woran soll ich mich halten? Wohin soll ich mit meiner Kraft, mit meinem Leben? Aber auch, wohin soll ich, wenn etwas nicht klappt, wenn mich meine Kräfte verlassen oder wenn ich meine Kräfte falsch eingesetzt habe? Die Gestalt Jesu, wie sie in den Evangelien begegnet, gibt mir klare und auch immer wieder überraschende Anhaltspunkte. Aber warum gerade Jesus? Wer sich auf ihn einlässt, merkt: Jesu Leben und Lehren hat seine eigene Evidenz; Liebe, wie er sie verkörpert, braucht keine eigene Begründung. Und doch kann ich mich nicht ohne Weiteres selbst aufraffen zu einem Leben und zu einem Vertrauen, das der Einladung Jesu entspricht.

Deswegen drittens: Wenn ich es dann doch kann, verdanke ich es nicht mir, sondern es passiert einfach. Christen nennen das die Wirkung des Heiligen Geistes. So wirken der Schöpfer, der Erlöser und der Vollender gleichsam zusammen, dass aus meinem Leben etwas wird. Dass das Leben Sinn bekommt, dass es mit meiner und mit der ganzen Weltgeschichte schließlich gut ausgehen wird.

Worin besteht die Bedeutung einer Theologie des „Drei = eins“?

Die Theologen der späteren Jahrhunderte haben dann mit allen Mitteln des damaligen Denkens und der damaligen Philosophie versucht nachzuzeichnen, wie sich das mit dem dreieinigen Gott im Einzelnen verhält. Sie haben sich dabei mitunter übernommen. Deswegen denken heute viele auch unter den Christen: 3=1 – das ist doch unverständlich. Aber genau das soll es sein! Den dreieinen Gott kann man nicht denken, man kann ihn sich nicht vorstellen. Und deswegen hat man sie dafür ein Kunstwort geschaffen, das es so vorher gar nicht gab, nämlich „trinitas“, wovon sich unser „Trinität“ ableitet. Man kann nicht einmal einen richtigen Begriff für ihn finden. Im Deutschen haben wir uns daran gewöhnt, ihn den „dreieinigen“ Gott zu nennen. Ich mag diesen Begriff nicht, weil er leicht die Vorstellung auslöst, da seien drei mit einander einig geworden. Deswegen sage ich lieber: der „dreieine“ Gott, da merkt man schon am Begriff, dass das unser Vorstellen und Denken überschreitet. Das kann man nicht in ein Bild fassen. Da reicht keine bildliche Darstellung hin. Man kann sich den dreieinen Gott nicht vorstellen, und man soll das auch nicht. Der trinitarische Glaube ist sozusagen die andere Seite des Gebots: „Du sollst dir kein Bildnis machen“, die andere Seite der „Medaille“. Diesen Gott kann man nicht denken. Er sprengt unsere Maßstäbe und Denkkategorien. Er ist zu groß. Allahu akbar, könnte ich an dieser Stelle sagen. Und dies wiederum verbindet uns auch mit asiatischen Religionen, die davon etwas wissen, dass man das Letzte und Höchste nicht denken kann, dass es nicht einmal in den Kategorien von Sein und Nichtsein aufgeht. (…)



Gott in mir

Aus. Anselm Grün, Wenn du Gott erfahren willst, öffne deine Sinne. Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach 2000.



Konsequenzen

Aus: Bruno Griemens, Online to he@ven. Jugendgebete. Verlag Butzon & Bercker / Haus Altenberg, Kevelaer 2012 (2009).



Bitte um Erkenntnis Gottes

Aus: Breite deinen Frieden in mir aus. Gebete der Religionen. Zusammengestellt und kommentiert von Walter Kühnelt. Verlag St. Gabriel, Mödling Wien 1989.



Du bist heilig, Herr

Franz von Assisi in: Manager-Gebetbuch. Herausgegeben von Michael Bommers, Mechthild Löhr und Lothar Roos. Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer 2001.



Spät hab' ich dich geliebt

Augustinus in: Gebete großer Menschen. Zusammengestellt von Sr. M. Lucia OCD. Verlag Styria, Graz Wien Köln 1978.



Trinität und Monotheismus

Aus: Karl Rahner Lesebuch. Herausgegeben von Karl Kardinal Lehmann und Albert Raffelt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien. 2004 (1982).



Gott

Aus: Chajim Bloch, Chassidische Geschichten. Mit einem Vorwort von Saqlcia Landmann. Fourier Verlag, Wiesbaden 1996.



Gottes Sein blüht gesellig

Aus: Kurt Marti, Die gesellige Gottheit. Ein Diskurs. Im RADIUS-Verlag, Stuttgart 1993.



Großes Du

Aus: Iris Mandl-Schmidt, Schaff meinen Gedanken einen Weg. Gebete ins Konkrete. Matthias Grünewald Verlag, Mainz 2001.



Gott

Claudia Binzberger in: Im Dunkel glüht der Funke Hoffnung, herausgegeben von Claudia Peters. Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach 2010.



Gott lacht

Karl Rahner in: Schenk deiner Seele ein Lächeln. Worte, die gut tun. Sonderband 2009. Herausgegeben von Sylvia Müller und Ulrich Sander. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2009



Gott

Aus: Michael Broch, Von Auferstehung bis Zweifel. Den Glauben neu sagen. Schwabenverlag Ostfildern 2001.



»Du kannst dir kein Bild davon machen ...«

Aus: Franz Kamphaus, Gott beim Wort nehmen. Zeitansagen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.