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Kontexte 26.05.2016

26. Mai `16
Fronleichnam (C)


Inkonsequent

Aus: Lothar Zenetti, Texte der Zuversicht, Verlag Pfeiffer, München 1972.


Frag hundert Katholiken, was das wichtigste ist in der Kirche.
Sie werden antworten:
Die Messe.

Frag hundert Katholiken, was das wichtigste ist in der Messe.
Sie werden antworten:
Die Wandlung.

Sag hundert Katholiken, dass das wichtigste in der Kirche die Wandlung ist.
Sie werden empört sein:
Nein, alles soll so bleiben, wie es ist.



Segen für den Ort

Aus: Anselm Grün, Du bist ein Segen. dtv Verlag, München 2008.


Ein Missionar erzählte mir, er sei jeden Morgen um 5:00 Uhr in die Kirche gegangen, um sein Brevier zu beten und zu meditieren. Sobald er aufgeschlossen hatte, kam auch ein alter Katechet und setzte sich eine ganze Stunde schweigend in die Kirche. Er fragte ihn einmal, was er denn da tue. Da erklärte er ihm: Ich gehe das ganze Dorf durch, Hütte für Hütte. Ich stelle mir die Leute vor, die darin wohnen, wie es ihnen geht, worunter sie leiden, was sie brauchen und wonach sie sich sehnen. Und dann segne ich sie. Dazu brauche ich eine ganze Stunde.



Die Speisung der Vielen

Aus: Luise Rinser, Mirjam. Fischer Verlag, Frankfurt 1987.


Wir teilten also aus: kleine Stücke Fladen und kleine Fetzen Trockenfisch. Ein hoffnungsloses Tun. Wir teilten weiter aus und weiter. Da sahen wir, dass die, die etwas bekamen, es noch einmal teilten, und viele legten etwas dazu aus ihrem eigenen, zunächst verholen gesparten Mundvorrat, und so ging das Teilen fort, keiner bekam viel, doch jeder bekam etwas, und zuletzt fanden auch wir selber noch einen Rest in den Körben, wir wussten nicht, wie es zugegangen war.



Brotrede

Klaus Gouders in: Gertrud Widmann (Hrsg), Die Bilder der Bibel von Sieger Köder. Erschließende und Meditative Texte. Schwabenverlag, Ostfildern 1996.


Brot lässt die Erzählung der Bibel von der Brotvermehrung in den Blick treten. Jesus nimmt fünf Brote und zwei Fische, spricht den Lobpreis, bricht die Brote und lässt sie austeilen an die Lagernden. In der „Brotlandschaft“ steht Jesus, der mit den Menschen Erbarmen hat. Er kennt ihr Leben. Er teilt es mit ihnen. Ihr Suchen und ihr Fragen macht er zu seinem Suchen und zu seinem Fragen. Seine Worte sind wie Brot. Sie haben Kraft und halten vor. Im Teilen und Essen des Brotes geht den Menschen auf, wer dieser Jesus von Nazaret ist: Einer, der das kunstvolle Lehrgebäude der Theologen einreißt und nicht trockene Katechismusweisheiten sondern Brot, essbares Brot, das satt macht und zugleich hungrig, Hunger nach mehr, nach mehr Sinn, nach mehr Tiefe, nach Zukunft, nach Leben für immer.



Mahltexte

Aus: Theodor Schneider, Zeichen der Nähe Gottes. Grundriss der Sakramententheologie. Matthias Grünewald Verlag, Mainz 1979.


Es wäre eine Verkürzung, bei der historischen Herleitung [der Eucharistie] ausschließlich an das sogenannte letzte Abendmahl Jesu zu denken. Die Mahlgemeinschaften Jesu vor seiner Passion spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle für die Entstehung der Eucharistie und für deren Verständnis. Es handelt sich um festliche Mahle als Ausdruck der Gemeinsamkeit, die weithin als Vorwegnahme des Mahles der Endzeit verstanden wurden. Alle konnten daran teilnehmen: Zeichen für die Aufnahme der Verlorenen in die Heilsgemeinschaft. Also beide Motive – Sündenvergebung und neues Gottesvolk – spielen schon bei diesen Mahlen eine Rolle. Dritte Wurzel sind die sogenannten „Erscheinungsmahle“. In mehreren neutestamentlichen Texten wird eine Tischgemeinschaft mit dem Auferstandenen beschrieben, am eindrucksvollsten im Emmausbericht (Lk 24,13-35). Insgesamt lassen diese Texte erkennen, dass es bei Mahlgemeinschaften der Jünger zur Erfahrung des Auferstandenen gekommen ist, zur Erfahrung der fortbestehenden Tischgemeinschaft mit dem Erhöhten. Die Eucharistiefeier der Urgemeinde ist verwurzelt in den häufigen Mahlfeiern des irdischen Jesus mit unterschiedlichen Teilnehmern, im letzten Mahl mit seinen Jüngern vor seinem Leiden und in den sogenannten Erscheinungsmahlen vor den Auferstehungszeugen.



Jesus Christus

Nach einem Gebet von Papst Johannes XXIII.



Jesus, was sagst du uns da?

Ingrid Engbroks



Sei gegrüßt, Herr Jesus Christus

Nach GL 779,1



Du bist es

Symeon von Mesopotamien (um 400) zugeschrieben.



Litanei - Mit Jesus unterwegs

Guido Fuchs



Jesus, wachse in mir

Pierre Olivaint



Die Verwandlung

Aus: Kurt Koch, Bereit zum Innersten. Für eine Kirche, die das Geheimnis lebt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.



Ein Mahl feiern

Aus: Lothar Zenetti, Sieben Farben hat das Licht. Worte der Zuversicht. Mathhias-Grünewald-Verlag, Mainz 2006.



Ein Stück Brot

Aus: Lothar Zenetti, Sieben Farben hat das Licht. Worte der Zuversicht. Mathhias-Grünewald-Verlag, Mainz 2006.



Abendmahl. Venezianisch, 16. Jahrhundert

Aus: Hans Magnus Enzensberger. Gedichte 1950-2005. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006.