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Kontexte 17.07.2016


Das Null-Stern-Hotel: Keine Sterne in der Schweiz

derstandard.at - 1. Juli 2016


Die Ostschweizer Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin eröffnen ihre erste Null-Stern-Hotelversion fürs Land – in Form eines freistehenden Doppelbettes

Talkirch, Safiental – Das Null Stern-Hotelkonzept, das 2008 bis 2010 weltweit für Aufsehen sorgte, wird nun im Bündnerland im Safiental fortgesetzt – als neue Version. Vom Bunker geht’s aufs Land: Ohne Immobilie, ohne Wände und ohne Dach. Die Ostschweizer Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin eröffnen am kommenden Samstag, 2. Juli 2016 im Rahmen der ersten Alps Art Academy und in Kooperation mit dem Tourismus Safiental ihre erste Null Stern Landversion in Form eines freistehenden Doppelbettes. Das Doppelbett ist ab sofort buchbar.

Riklins Vision ist, weitere Betten in anderen Tälern der Schweiz zu installieren – in Kooperation mit den regionalen Tourismusverbänden. Was 2008 in einem Bunker in der Gemeinde Sevelen mit der Schlagzeile "Worlds first Zero Star Hotel" begann, 2009 in Teufen AR mit dem Slogan "Null Stern – the only star is you" weiterentwickelte wurde, scheiterte 2010 in St.Gallen am Plan, ein leerstehendes Kino in ein Null Stern Hotel umzufunktionieren. Nun, fünf Jahre später, gehen die Riklins einen Schritt weiter und radikalisieren ihre eigene Idee: Sie verabschieden sich endgültig von der Bunkerversion und lancieren die Landversion. Mit der Devise: Konsequente Immobilienbefreiung.

Bewohnerschaft betreibt Doppelbett

Der Hotelbetrieb der Null Stern Landversion soll mit der freiwilligen Unterstützung der lokalen Bevölkerung betrieben werden und zu einem Ort aktiver und fantasievoller Gestaltung von Gastfreundschaft und Begegnung mit Gästen heranwachsen. Das Bett ist nur dann aktiv, wenn effektiv gebucht wird. Ohne Buchung steht das Doppelbett im Standby-Modus, überdeckt mit einer gängigen Landwirtschafts-Schutzplane.

Das Doppelbett wird durch die Bewohnerschaft des Tales betrieben. Der "Hotelier" ist das Tal. Ein "Modern Butler Verein" sorgt dafür, dass die Rolle des Gastgebers alterniert. Einmal ist es eine Mitarbeiterin der Gemeinde, ein anderes Mal der Landwirt des Nachbarweilers, die oder der die Gäste vor der Bettkante mit Kaffeeservice oder Bio-Salamirädli bedient. Im Gegensatz zur Bunkerversion wird die Landversion zehnmal teurer. Eine Übernachtung im Open-Air-Bett kostet immerhin 250 Schweizer Franken.

Vision für Schweizer Täler

Die Null Stern-Landversion der Riklin-Brüder sieht vor, die Null Stern-Geschichte in der Schweiz zu verankern, indem in jedem Tal aller Regionsteile ein solches Angebot geschaffen wird – als dauerhafte Installationen, mitten in der Schweizer Natur.

Die Riklins erklären die Täler zu "Hotelräumen", ohne Wände und ohne Dach: "Die neue Null Stern Version ist eine Ressourcenverschiebung ohne Immobilie. Unsere stillgelegten Originalbetten aus dem geschlossenen Null Stern Hotel-Betrieb werden zu 'Hotelzimmern' im ganzen Land verteilt", sagen die Erfinder Frank und Patrik Riklin. "Die Landschaft Schweiz ist das imaginäre 'Gebäude' der neuen Null Stern Version. Die Kooperationspartner sind jeweils die Tourismusverbände. Sie soll die Schnittstelle zwischen dem Angebot und der Bevölkerung sein.

(red, 30.6.2016) -
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Polens Kirchen rufen gemeinsam zur Flüchtlingshilfe auf

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich - (www.kathpress.at).


Unterstützung der Schutzsuchenden entspreche "christlicher Sensibilität und nationaler Tradition"

Warschau, 1.7.2016 (KAP/KNA) Die Kirchen in Polen werben gemeinsam für die Unterstützung von Flüchtlingen. "Wir rufen die Gläubigen unserer Kirchen auf, im Gebet zu verharren und Bedürftigen Hilfe zu leisten", heißt es in einem Aufruf, der vom Vorsitzenden der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, und den Vorstehern von sieben weiteren Kirchen des Landes in Warschau unterschrieben wurde. Polens Innenminister Mariusz Blaszczak betonte unterdessen, für ihn habe das "Abdichten der EU-Außengrenze" Vorrang.

In ihrer Botschaft sprachen sich die Kirchen am Donnerstag für die Bildung von Helferkreisen für Flüchtlinge unter anderem in den Pfarren aus. Notwendig seien "Großzügigkeit, Umsicht, offene Herzen und die Garantie der Achtung der Würde der eigenen Bürger und derer, die um Hilfe bitten". Es sei Aufgabe der Kirchen, "die Herzen zu erziehen", damit den Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Tod Barmherzigkeit zuteilwerde. Diese Haltung habe Christen von Beginn der Kirchengeschichte an ausgezeichnet. Überschrieben ist die "Botschaft der Kirchen in Polen zum Thema Flüchtlinge" mit dem Bibelzitat aus dem Brief an die Hebräer: "Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt." (Hebr 13,2-3)

Rund drei Millionen Menschen seien wegen Krieg und Verfolgung, aus religiösen Gründen oder auf der Suche nach einem besseren Leben aus Afrika und Asien in die EU gekommen. Auch Polen müsse sich mit der "Migrationskrise" befassen, fordern die Kirchen. Die Christen sollten bei der Flüchtlingshilfe mit staatlichen Stellen und gesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeiten. Nur breit angelegte humanitäre Maßnahmen und die Behebung der politischen und wirtschaftlichen Ursachen der bestehenden Probleme könnten die Lage verbessern.

Polens Regierung lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen ab. Für ihn sei die Sicherheit Polens und der Polen am wichtigsten, sagte Innenminister Blaszczak in einem Radio-Interview. "Wir helfen Flüchtlingen dort, wo sie Flüchtlinge sind - in der Türkei, im Libanon, in Jordanien." Solidarisch zeige sich Warschau auch, indem es die Sicherung der EU-Außengrenze unterstütze.

Die Kirchen verweisen in ihrer Botschaft darauf, dass Polen in den vergangenen Jahrhunderten mehrmals zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen habe und "berühmt für seine Gastfreundschaft" gewesen sei. Die Unterstützung der Schutzsuchenden entspreche der "christlichen Sensibilität und der nationalen Tradition".

Der Aufruf ist eine gemeinsame Initiative der katholischen Kirche und des Polnischen Ökumenischen Rates. Ihm gehören die orthodoxe, die evangelisch-augsburgische, die evangelisch-methodistische, die evangelisch-reformierte, die polnisch-katholische und die altkatholische Kirche sowie die Baptisten an.

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Kirchen legen sehr wohl Zeugnis ab

Michael Chalupka (Die Presse) - © DiePresse.com - 23.12.2015


Arrogant auf andere Religionsgemeinschaften herabzuschauen gehört nicht zum Kern des christlichen Glaubens.

Die Frohe Botschaft werde schamhaft verschwiegen, Kreuze würden abmontiert, das Christentum trete den Rückzug an, schreibt Gudula Walterskirchen in ihrem „Quergeschrieben“ („Presse“ vom 21. Dezember). Als Beleg dient ihr eine Geschichte, die seit Wochen durchs Internet geistert. Eva Brunne, die Bischöfin von Stockholm, habe gemeint, „man solle die Kreuze an der Seemannskirche in Stockholm entfernen, da sie eine 'Beleidigung' für die muslimischen Mitbürger seien“.

Eine schaurig-schöne Geschichte, die zeigen soll, wie schwach das Christentum geworden sei – bis hin zur Selbstaufgabe, angesichts der „Flüchtlingsströme“, die Schweden dank kirchlicher Naivität so bereitwillig aufnimmt. Wie so viele schaurige Geschichten aus den Tiefen des Internets ist sie aber nicht wahr.
Zum einen geht es nicht um Flüchtlinge, zum anderen sind keine Muslime beleidigt. Im Gegenteil: Der Vorstand der Seemannskirche hatte die Bischöfin gefragt, wie man mit Anfragen muslimischer Seeleute umgehen solle, die einen Raum für ihr Gebet suchten. Brunnes Vorschlag war, den Kirchenraum bei Bedarf muslimischen Matrosen temporär zugänglich zu machen, indem er interreligiös gestaltet wird. Das bedeutet, die Gebetsrichtung nach Mekka anzuzeigen und christliche Symbole für die Dauer des Gebets zur Seite zu rücken.
 
Interreligiöse Gebetsräume

Gebetsräume interreligiös zu nutzen ist nichts Neues. Solche Räume gibt es in unzähligen Krankenhäusern und Flughäfen der Welt. „Es ist wichtig, dass es Orte zum Beten gibt!“ Es gehöre zum christlichen Glauben, dass es „Gastfreundschaft und Toleranz“ gebe. „Betende Menschen unterschiedlicher Überzeugungen müssen in der Lage sein, einander zu treffen und sich gegenseitig zu helfen“, begründete die Bischöfin ihren Vorschlag. Und es geht ihr nicht darum, den eigenen Glauben zu verschweigen.

Gastfreundschaft gegenüber anderen Religionen kann verschiedene Motive haben. Vor mehr als zehn Jahren war ich überrascht, als ich im Norden Harlems eine jüdische Synagoge besuchte. Nach dem Schabbatgottesdienst wurden die Thorarollen hinaus- und der Altar für den christlichen Sonntagsgottesdienst hereingefahren. Die Antwort auf meine verwunderte Frage war einfach und überzeugend. Man teile sich die Kosten.
 
Ein unverständliche Frage

Gastfreundschaft gehört zum Kern des christlichen Glaubens. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, für das die evangelischen Kirchen besonders gekämpft haben. Anderen dabei zu helfen, ihre Religion in Freiheit leben zu können, in Ruhe und Sicherheit ihr Gebet sprechen zu können, gehört zum christlichen Glauben. Nicht zum Kern des Glaubens gehört es, auf andere Religionen herabzuschauen.

Genauso gehört es zum Kern des Glaubens, sich der Menschen auf der Flucht anzunehmen. Daran eben erinnert uns gerade das Weihnachtsfest durch die Geschichte der Heiligen Familie.

Wie Frau Walterskirchen dazu kommt zu fragen: „Warum verbergen Christen und christliche Organisationen ihren inneren Kern und ihre religiöse Motivation?“, bleibt unverständlich. Legen doch die Kirchen und ihre Organisationen seit Monaten öffentlich Zeugnis davon ab, was den christlichen Glauben ausmacht. Sie legen Zeugnis davon ab, dass Gott Mensch geworden ist, Mensch unter Menschen und uns in denen begegnet, die auf der Flucht sind, die hungern und dürsten und die Hilfe brauchen.
Sie tun das genauso selbstverständlich, wie sie sich für die einsetzen, die in Österreich unter die Räder zu geraten drohen. Und das nicht nur zu Weihnachten.

Michael Chalupka (geboren 1960 in Graz) ist evangelischer Pfarrer und Direktor der Diakonie Österreich und Vorsitzender des Diakonie-Flüchtlingsdienstes.

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/4893473



Unsere Kinder haben recht!

Aus: Roland Rosenstock, Die Zehn Gebote/ und was sie heute bedeuten, Hamburg 2007.



Meine Zeit steht in deinen Händen - Psalm 31,16

Aus: Gottfried Hänisch, Für ein paar Minuten, Das neue Andachtsbuch, Hamburg 2001, 8. Januar.



"Gedenke, dass du den Sabbat heiligst"

Aus: Joseph Ratzinger, Benedikt XVI, Gott und die Welt, München 2005.



Anbetung

Aus: Cäcilia Kittel , Sei stille dem Herrn, Impulse zur eucharistischen Anbetung, München 2006.



Stille

Aus: Jutta Schnitzler-Forster, ... und plötzlich riecht' s nach Himmel, Ostfildern, 4. Auflage 1999.



Dein Herz an Gottes Ohr

Aus: Klaus Hemmerle, Dein Herz an Gottes Ohr, Einübung ins Gebet, München 3. Auflage 1999.



Eins ist Not! Ach Herr, dies eine

Johann Heinrich Schröder (1667-1699)



Marta-Sätze

Jörn Contag, Predigt über Lukas 10,38-42 08.04.2008 in der St.-Petri-Gemeinde Oesdorf/Bad Pyrmont. http://www.predigtpreis.de/darstellung-einzelpredigt+M513b601f34f.html



Marta im Gespräch mit Lukas

Fernando Enns, Predigt im Universitätsgottesdienst in Heidelberg am Sonntag Estomihi, 6. Febr. 2005, über Luk 10,38-42. http://www.uni-heidelberg.de/institute/fak1/predigten/050206.pdf



Hören

Timon Georg Boehm, Hören und Gelassenheit. Zur Meister Eckharts Predigt "Qui audit me" (WS 2006/7, Uni Zürich), in: http://homepage.hispeed.ch/TimonBoehm/Eckhart.pdf