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Kontexte 11.09.2016


Auferstehen in den Brüchen des Lebens

Aus: Hildegund Keul, Auferstehung als Lebenskunst. Was das Christentum auszeichnet. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2014.


Der Glaube an die Auferstehung besagt: das Leben steht auf aus dem Tod. Dieser Glaube entsteht im Widerstand zu dem, was Menschen verletzt und arm macht, was sie in Ohnmacht treibt und verstummen lässt. Wo Verwundungen das Leben verletzen, ist Heilung möglich. Denn mitten in den Brüchen des Lebens ist die verborgene, heilende Präsenz Gottes zu finden. Maria Magdalena wird am Grab Jesu dazu in die Lage versetzt, den Glauben an die Auferstehung als Lebenskunst zu praktizie­ren. Das Grab aber ist keine heile Welt. Am Ort des Schreckens erfährt Maria den Machtwechsel vom Tod zum Leben. Und als Prophetin der Auferstehung trägt sie dazu bei, dass auch andere zu diesem Machtwechsel befähigt werden.



Vater

Aus: Huub Oosterhuis, Um Recht und Frieden. Gebete im Jahreskreis. Patmos Verlag, Düsseldorf 1989.


Du stelltest mich dir vor:
der Mensch, der ich sein werde,
wenn ich dein Wort vollbringe.

Du hast mich gekehrt
von dir ab,
nach jener Zukunft hin.
Deine Stimme in meinem Rücken:
»Ich werde sein mit dir.«

Und ich ging -
du legtest einen Pfad vor meine Füße.

Und ich wurde ich,
der dies denkt,
der dies sagt.

Und du, ohne dich umzusehen,
ohne Vorbehalt,
wurdest mein Vater.



Den anderen ertragen

Aus: Karl Rahner, Worte gläubiger Erfahrung. Hrsg. von Alice Scherer. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1985.


Könnten wir Gott nicht einmal sagen: Siehe da, da ist der andere, mit dem ich mich nicht verstehe, er gehört dir, du hast ihn geschaffen, du hast, wenn nicht so gewollt, ihn mindestens so gelassen, wie er eben ist; siehe, mein Gott, wenn du ihn trägst, will ich ihn auch tragen und ertragen, wie du mich trägst und erträgst.



Zwei Brüder

Aus: Arnold Mettnitzer, Was ich glaube. Überlegungen & Überzeugungen. Styria Verlag, Wien Graz Klagenfurt 2015.


Moralisch kompetent ist ein mündiger Mensch erst dann, wenn er seine Entscheidungen nicht nur gegenüber sich selbst, sondern auch gegenüber seinen Mit­menschen zu verantworten vermag.

Das führt mit etwas Glück in die wunderbare Erfahrung: „Anderen helfen zu können, hilft dir! Andere tragen zu können, trägt dich!“ Wer das einmal am eigenen Leib erfahren hat, rechnet nicht mehr, er weiß, dass er durch das, was er aus freien Stücken „ungeschuldet“ anderen tut, selbst beschenkt wird, wie zwei Brüder, von denen erzählt wird, dass sie miteinander den von ihren Eltern geerbten Bauernhof bewirtschaften und am Ende den Ertrag der Ernte geschwisterlich teilen. Des Nachts können beide nicht schla­fen. Der eine Bruder denkt: „Mein Bruder hat eine große Familie, während ich allein bin. Er braucht mehr als ich zum Leben. Ich will um Mitternacht, wenn mich niemand sieht, etwas von mei­nen Garben in seine Scheune tragen ...“ Der andere Bruder denkt: „Mein Bruder ist allein. Im Alter wird er niemanden haben, der für ihn sorgt. Damit er jetzt schon besser Vorsorgen kann, will ich um Mitternacht, wenn mich niemand sieht, etwas von meinen Garben in seine Scheune tragen.“ Und so begegnen einander kurz nach Mitternacht die beiden Brüder auf halbem Weg zwischen den beiden Scheunen - jeder in seinen Händen mit den Garben für den anderen ...



Die Barmherzigkeit als Grundeigenschaft Gottes

Aus: Walter Kardinal Kasper, Barmherzigkeit. Grundbegriff des Evangeliums – Schlüssel christlichen Lebens. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2012.



brechen und aufbrechen

Aus: Alois Kothgasser / Clemens Sedmak, Geben und Vergeben. Von der Kunst neu zu beginnen. Tyrolia Verlag, Innsbruck Wien 2008.



selbständig werden

Aus: Paul Ch. Donders / Peter Essler, Berufung als Lebensstil. Aufbrechen in ein wertvolles Leben. Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach 2011.



obdachlos

Aus: Christa Peikert-Flaspöhler, mit deinem Echo im Herzen. Neue Psalmen. Lahn Verlag, Limburg 1995.



Freude und Hoffnung, Trauer und Angst...

Aus: Hermann Josef Coenen, Freiheit, die ich meine. Patmos Veralg, Düsseldorf 1995.



Der mich umwirbt

Aus: Huub Oosterhuis, Ich steh vor dir. Meditationen, Gebete und Lieder, herausgegeben von Cornelis Kok unter Mitarbeit von Birgitta Kasper-Heuermann und Annette Rothenberg-Joerges. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 2004.



Wie eine Mutter sorgt



Barmherzig und freundlich ist der Herr

Aus: Hildegunde Wöller, Gott, höre meine Stimme. Gebete aus Bibel und Tradition. Kreuz Verlag, Stuttgart 2006.



Sich umarmen lassen

Aus: Das Lächeln Gottes, Gebete unserer Zeit, hrsg. Von Maria Otto und Ludger Hohn-Morisch. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.



Meine Freiheit - du

Aus: Das Lächeln Gottes, Gebete unserer Zeit, hrsg. Von Maria Otto und Ludger Hohn-Morisch. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.