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Kontexte 25.09.2016


Der gute Mensch am Höllentor

Pedro Calderon de la Barca, 1600-1681.


Die Hölle war total überfüllt, und noch immer stand eine lange Schlange am Eingang. Schließlich musste sich der Teufel selbst heraus begeben, um die Leute fortzuschicken. „Bei mir ist nur noch ein einziger Platz frei“, sagte er, „den muss der größte Sünder bekommen.“
Der Teufel hörte sich die Verfehlungen der einzelnen an. Aber was auch immer sie ihm erzählten, nichts schien ihm schrecklich genug, als dass er dafür den letzten Platz in der Hölle hergeben mochte. Doch da stand noch ein Mann ganz für sich allein, den er noch nicht befragt hatte. „Was haben Sie denn getan?“ fragte ihn der Teufel. „Nichts“, sagte der Mann, „ich bin ein guter Mensch und nur aus Versehen hier.“ „Aber Sie müssen doch etwas getan haben“, sagte der Teufel, „jeder Mensch stellt etwas an.“
„Ich sah es wohl“, sagte der „gute Mensch“, „aber ich hielt mich davon fern. Ich sah, wie Menschen ihre Mitmenschen verfolgten, aber ich beteiligte mich niemals daran. Sie haben Kinder hungern lassen und in die Sklaverei verkauft; sie haben auf den Schwachen herum getrampelt. Überall um mich herum haben Menschen Übeltaten jeder Art begangen. Ich allein widerstand der Versuchung und tat nichts.“
„Absolut nichts?“ fragte der Teufel ungläubig, „sind Sie sich völlig sicher, dass Sie das alles mitangesehen haben?“
„Vor meiner eigenen Tür“, sagt der „gute Mensch“.
„Und nichts haben Sie getan?“ wiederholte der Teufel. „Nein!“ „Komm herein, mein Sohn, der Platz gehört dir!“
Und als er den „guten Menschen“ einließ, drückte sich der Teufel zur Seite, um nicht mit ihm in Berührung zu kommen.



Es gibt ein Leben vor dem Tod

Songtext von Wolf Biermann: http://www.songtexte.com/songtext/wolf-biermann/es-gibt-ein-leben-vor-dem-tod-73fa262d.html


Jesus, der große Schmerzensmann
Am Kreuz, im Glanz der Wunden
Er hatte seine Schau im Tod
Und alle Welt sah seine Not
Und als die Leut drei Tag danach
Sein leeres Grab gefunden
Und keinen Leichnam fanden
Da warn sie froh. Da wußten sie:
Der Mensch ist auferstanden
- es gibt ein Leben nach dem Tod!

Exekution! da! seht den Communard
Wie der vor den Gewehren stand
Hat ihn Picasso mir gemalt:
Die Hosen runter, an der Wand
Der dicke rote Kerl steht da
Und weint und lacht sich eins dabei
Wie er sein' Arsch dem Tod hindreht!
Ich habs, auf Weiß gemalt mit Rot
Des Malers Bild beweist es ja:
- es gibt ein Leben nach dem Tod

Der kleine Biermann denkt bei sich:
Ja! ja, das stimmt in meinem Sinn
Die Auferstehung gibts! weil ich
Ja dafür selber Beispiel bin:
Mein toter Vater lebt! sogar
Die Narrn, die Don Quichoten!
Im Freiheitskrieg der Menschheit gibt
Es keine toten Toten.
Das ist so wahr wie trocken Brot:
- es gibt ein Leben nach dem Tod

Anmerkung
Ach, daß es danach noch was Schönes gibt
Ist tröstlich in unserer Lage.
Wie gut! und doch, da bleibt uns noch
Die kleine - die große - die Frage
(das wüßten wir gern noch daneben!)
Ob's sowas gibt - wir hättens gern:
- auch  v o r  unserm Tode ein Leben



Armsein in alter Zeit ...

Basilius von Cäsarea, 4. Jhdt.



Armsein heute …

Homepage Armutskonferenz Österreich - www.armutskonferenz.at, abgerufen am 17.7.2013.



Das Vaterunser der Armen und der Hunde

Aus: Leonardo Boff, Am Rand des Himmels. Geschichten von Gott und Welt. Patmos Verlag, Düsseldorf 1997.



Lebensmittel aus dem Müll: Abgelaufen, "riecht aber ganz frisch"

ROMAN DAVID-FREIHSL, 20. September 2013, 18:36 - http://derstandard.at/1379291556346



Armutskonferenz veranstaltet "Parlament der Ausgegrenzten"

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich - (www.kathpress.at)



Janusköpfig

Aus: Franz Kamphaus, Die Welt zusammenhalten. Reden gegen des Strom. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2008.



Globaler Marshallplan für die Millennium-Entwicklungsziele

Aus: Heiner Geißler, Ou Topos. Suche nach dem Ort, den es geben müsste. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2009.