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Kontexte 23.10.2016


O Mensch, bewein dein Sünde groß

https://de.wikipedia.org/wiki/O_Mensch,_bewein_dein_S%C3%BCnde_gro%C3%9F


O Mensch, bewein dein Sünde groß,
darum Christus seins Vaters Schoß
äußert und kam auf Erden;
von einer Jungfrau rein und zart
für uns er hier geboren ward,
er wollt der Mittler werden.
Den Toten er das Leben gab
und tat dabei all Krankheit ab,
bis sich die Zeit herdrange,
dass er für uns geopfert würd,
trüg unser Sünden schwere Bürd
wohl an dem Kreuze lange.

So lasst uns nun ihm dankbar sein,
dass er für uns litt solche Pein,
nach seinem Willen leben.
Auch lasst uns sein der Sünde Feind,
weil uns Gotts Wort so helle scheint,
Tag, Nacht danach tun streben,
die Lieb erzeigen jedermann,
die Christus hat an uns getan
mit seinem Leiden, Sterben.
O Menschenkind, betracht das recht,
wie Gottes Zorn die Sünde schlägt,
tu dich davor bewahren!

Die bis heute gesungenen beiden Strophen sind ursprünglich der Rahmen einer 23-strophigen Passionsbetrachtung in Liedform. Sebald Heyden erzählt darin die Leidensgeschichte Jesu in der Art einer Evangelienharmonie nach den vier Evangelisten. Die erste Strophe formuliert als Vorwort die erlösende Bedeutung des Wirkens und Sterbens Jesu und lädt, gemäß alter Auslegungstradition, zur „heilsamen Trauer“ über die eigenen Sünden und das ihretwegen geschehene Leiden Christi ein; zugleich beginnt mit der Erwähnung seiner Menschwerdung und Wundertaten bereits die Erzählung. Die letzte Strophe fasst den sensus moralis, die lebenspraktische Konsequenz der Passion Christi für die Gläubigen, zusammen: Dankbarkeit, Liebe, Gottesfurcht.

Jede Strophe besteht aus nicht weniger als zwölf – acht vier- und vier dreihebigen-jambischen Zeilen mit dem zweimaligen Reimschema [aabccb], wobei a und c männliche Reime sind und b weiblich ist. Diese ausladende Form bietet Raum für die erzählende Textmasse. Kein Geringerer als Paul Gerhardt sah sich veranlasst, eine Kontrafaktur zu Heydens stellenweise ungelenken Versen zu schaffen, sein 29-strophiges Lied im gleichen Versmaß O Mensch, beweine deine Sünd.



Die Pharisäer

http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/themenkapitel-nt/religioese-parteien/pharisaeer/


Die Pharisäer sind uns im Wesentlichen nur aus sekundären Quellen bekannt, die über sie berichten. Neben dem Neuen Testament sind hier Flavius Josephus und die rabbinischen Schriften zu nennen. Dabei geht es keiner dieser Quellen darum, ein objektives Bild zu zeichnen. Während Flavius Josephus ein ausgesprochener Parteigänger der Pharisäer ist, befinden sich die Autoren des Neuen Testaments in kritischer Auseinandersetzung mit ihnen. Die Rabbinen schließlich sind an einem bestimmten theologischen Verständnis der Tora interessiert. [...]

Das Parteiprogramm der Pharisäer kann auf den in Ex 19,6 formulierten Grundsatz: "Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein." gebracht werden. Es ging ihnen um die Heiligung des Alltags durch die Tora. Das bedeutete konkret eine Ausweitung der ursprünglich nur für den Priesterdienst am Tempel geltenden Reinheits- und Speisegebote auf die alltäglichen Lebensvollzüge des ganzen Volkes. Um dieses Ziel erreichen zu können, wurden die Weisungen der schriftlichen Tora auf die Gegebenheiten des weltlichen Alltags hin interpretiert und ausgelegt. Diese "mündliche Tora" wurde von den Pharisäern ebenfalls von der Sinaioffenbarung hergeleitet und auf diese Weise mit der gleichen Autorität versehen wie die schriftlich überlieferte.

Die mündliche Tora fragte dabei immer nach den konkreten Bedingungen und Möglichkeiten der Heiligung des Alltags. Hier liegt der positive Ansatz der uns häufig seltsam anmutenden Tora-Kasuistik, die möglichst für jeden Einzelfall das dem Willen Gottes entsprechende Verhalten benennen will.

Viele Pharisäer haben sich in Genossenschaften (הבורות/ habûrôt) zusammengeschlossen, die eine Probezeit und bestimmte Satzungen kannten. Diese Genossenschaften hatten sich vor allem die strikte Erfüllung der Zehnt- und Reinheitsgebote zur Aufgabe gemacht, um auf diese Weise das Programm der Heiligung des Alltags zu leben. Dabei nahm man es z.B. auf sich, alle Nahrungsmittel im Zustand levitischer Reinheit zu sich zu nehmen, d.h. die Mitglieder der Genossenschaften näherten sich dem Tisch wie der Priester dem Altar. Die Genossenschaften dienten dazu, sich von aller kultischen Unreinheit abzusondern. Alle Juden, die sich nicht dem Programm der Verwirklichung der Tora im Alltag anschlossen, wurden als Landvolk (עם הארץ/ am aræs) geringgeschätzt (vgl. Joh 7,49). Zugleich konnten die Pharisäer in den Genossenschaften aber auch ihr Programm vorbildlich leben und auf diese Weise zu seiner Popularisierung beitragen.

Das Programm der Pharisäer, das an die Stelle des Tempels und des dort praktizierten Kultes das Studium der Tora und einen durch ihren Vollzug geheiligten Alltag stellte, hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Judentum nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer weiterbestehen konnte.



Das Feindbild schlechthin: Die Pharisäer

Eugen Gärtner, Aus dem fünften Teil "Juden und Umwelt" der "Lehren des Judentums nach den Quellen" (III. Bd der 1999 ersch. Faksimile-Edition der Ausgabe des Verbandes der Deutschen Juden v. 1928/30) http://www.judentum.org/judenmission/judenmission/baeck-1.htm


Das Urteil über die Pharisäer im Neuen Testament ist vom Standpunkt des Gegners aus gefällt. Schon weil es verallgemeinert und die Pharisäer samt und sonders verdammt, ist es ungerecht; aber seine falsche Einseitigkeit wird noch dadurch erhöht, dass der Gegner die Folie für die eigene Vortrefflichkeit abgeben soll.

Die Vorwürfe, die in der großen Rede Matth. 23 gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten erhoben werden, gipfeln in deren Brandmarkung als Heuchler und Scheinheilige. Diese Beurteilung der Pharisäer ging in das Allgemeinbewusstsein über, so dass man heute noch unter einem Pharisäer einen heuchlerischen, scheinheiligen und selbstgerechten Menschen versteht. …

Unbeeinflußte und gerechte Forschung, auch wenn sie zugibt, dass die Gefahr einer Veräußerlichung der Religion nicht immer umgangen wurde, muss diesem Urteil widersprechen. Die Halacha ist den Pharisäern nie ein starres System nur kasuistischer Regeln gewesen. Sie konnte es schon deshalb nicht sein, weil der Zusammenhang mit der Tora und den in ihr immer und immer wieder ausgesprochenen Grund g e s i n n u n g e n religiösen Tuns nie abgerissen ist. Den Pharisäern ist das "Gesetz" nur "Zaun um die Tora" gewesen, aber auch dieses soll in der "Freude des Gebots" erfüllt werden, und wo sie von vornherein nicht vorhanden ist, da soll die anfangs nur gewohnheitsmäßige Ausführung einer Vorschrift bald zur Erfüllung in "Andacht" werden (mitoch schelo lischma - lischma). Und mehr: die Halacha selbst richtet sich auf Inhalte, die ohne gesinnungsmäßige Grundlage sinnlos und unmöglich sind: die Verehrung der Eltern, in die sie die Achtung vor dem Lehrer einbezieht, die Ehrfurcht vor dem Alter, den Schutz des Tieres u.a. Und enthält nicht schließlich die endgültige Ersetzung des Opferdienstes durch das Gebet ein sittliches Moment erster Ordnung? …

Und schließlich kann ja auch Jesus gegen dieses Prinzip an sich nichts einzuwenden haben, wenn er in seiner Anklagerede (Matth. 23,3) fordert: "Alles, was sie euch heißen, das tut und haltet!" All diese Gesichtspunkte, darauf soll noch hingewiesen werden, sind neuerdings von n i c h t j ü d is c h e n Forschern besonders herausgehoben worden. So steht zu erwarten, dass unbeeinflußt vom alten Vorurteil die richtigen Vorstellungen über das Wesen des Pharisäiamus sich durchsetzen und die falschen Begriffe von pharisäischer Frömmigkeit verdrängen werden.



Bettler unter sich

Christian Grund Sørensen, Predigt über Luk 18,9-14 am 04.09.2011: http://www.predigten.uni-goettingen.de/predigt.php?id=3069&kennung=20110904de


Neulich war ich zum 25-jährigen Jubiläum meiner alten Abiturklasse. Wir trafen uns in geschmackvoller Umgebung: tiefe, weiße Ledersessel in einem Nachtklub in Kopenhagen. Dort machten wir es uns behaglich mit Essen und Wein, und waren uns rasch darüber einig, dass, ja, graue Haare wirklich attraktiv sind. Besonders dann, wenn sie einen Mann zieren mit ein paar Kilos zu viel auf den Rippen!

Anfangs fielen die Worte, wie man sie erwartet. Auskünfte über Kinder und Status. Doch plötzlich wurde erwähnt, dass einer tödlich an Krebs erkrankt war. Von jetzt auf gleich ging das Gespräch um das Leben, um Kinder und Ehepartner oder keinen Ehepartner und keine Kinder, um Job und Geld und um Konkurs, um Eheprobleme und Krankheit und um lange Ferien und den Himmel und all das, was zum Menschenleben gehört in seiner bunten Vielfalt.

Die Gespräche, in die ich verwickelt war, waren nicht, wie man‘s bei einem 25-jährigen Jubiläum erwarten könnte. Die Leute waren ehrlich und erzählten nicht nur von Erfolgen, sondern auch davon, was schief gelaufen war, und von zerbrochenen Träumen und Hoffnungen. Und auf einmal gab es keinen Grund mehr, sich in den Deckmantel des Gutgehens einzuhüllen - wir konnten einander in die Augen sehen und erkennen, dass wir alle unsere Erfolge und Misserfolge haben. Alle haben wir Hoffnungen, die sich erfüllten, und Träume, die geplatzt sind. Für uns alle ist das Leben ein Cocktail, nicht aus Gin und Tonic, sondern aus Höhen und Tiefen, Verantwortung und Versagen.

Ich denke, wenn wir in der rechten Beziehung zu Gott stehen wollen, dann müssen wir nach der gleichen Ehrlichkeit trachten. Gott sieht sowieso alles, und einst wird es von den Dächern herunter geschrien werden. Warum also uns verstellen? Kirche ist, wie ein englischer Theologe es ausgedrückte, wie „ein Bettler, der einem anderen Bettler erzählt, wo man Brot kriegt."



Klage und Ermutigung

http://www.ekkw.de/busstag/06/download/bbtag06_arbeitshilfe_komplett.pdf


L1
Es ist nicht wahr,
dass diese Welt und ihre Menschen
dazu verdammt sind, verloren zu gehen.
L2
Das ist die Wahrheit:
Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
(Joh 3,16)

L1
Es ist nicht wahr,
dass wir Unmenschlichkeit und Diskriminierung,
Hunger und Armut, Tod und Zerstörung
hinnehmen müssen.
L2
Das ist die Wahrheit:
Christus spricht:
Ich bin gekommen,
damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.
(Joh 10,10)

L1
Es ist nicht wahr,
dass Gewalt und Hass das letzte Wort haben sollen
und Krieg und Zerstörung über uns gekommen sind
und nun für immer bleiben.
L2
Das ist die Wahrheit:
Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter,
und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.
(Jes 9,5)

L1
Es ist nicht wahr,
dass wir einfach nur Opfer der bösen Mächte sind,
die die Welt beherrschen wollen.
L2
Das ist die Wahrheit:
Christus spricht:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden,
und ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.
(Mt 28,18b.20b)

L1
Es ist nicht wahr,
dass wir auf die warten müssen, die besonders begnadet sind,
die Propheten der Kirche,
bis wir irgend etwas ausrichten können.
L2
Das ist die Wahrheit:
Gott spricht:
Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch,
und eure Söhne und Töchter sollen weissagen,
eure Alten sollen Träume haben
und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. (Joel 3,1)

L1
Es ist nicht wahr,
dass unser Traum von der Befreiung der Menschen,
von Gerechtigkeit und Menschenwürde, von Frieden
nicht für diese Welt gedacht und gemeint ist.
L2
Das ist die Wahrheit:
Es kommt die Zeit und ist schon jetzt,
in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden
im Geist und in der Wahrheit. (Joh 4,23)



Beichte

Detlef Lehmann, Verfall oder Wiedergewinnung der Beichte? Überlegungen zur gottesdienstlichen Ordnung und zum seelsorgerlichen Angebot der Beichte, in: Lutherische Theologie und Kirche, Juni 1987. http://www.selk.de/download/Lehmann-Beichte.pdf


Das Bekenntnis der Schuld und der Zuspruch der Vergebung Gottes bzw. das Annehmen der Vergebung Gottes im Glauben an das Opfer Christi sind Grundvollzüge christlicher Existenz. Confiteor und Credo (als Lobpreis der Gnade des dreieinigen
Gottes) bleiben Grundworte menschlichen Redens vor Gott. Alle Verkündigung der
Kirche zielt darauf hin, dass diese beiden Worte gesprochen werden – ich bekenne
meine Schuld und: Ich glaube die Vergebung der Sünde. Im ersten Wort bekenne ich mich zu meiner Wirklichkeit, im zweiten zur Wirklichkeit des in Christus offenbaren Gottes. Im zweiten Wort ist das erste schon mit enthalten. Es bildet dessen innere Voraussetzung. Denn die Gnade Gottes kann ohne Erkenntnis der Sünde nicht erkannt und geglaubt werden. Zum Bekenntnis der Schuld führen ist darum nie Selbstzweck, sondern nötiger Durchgang, damit die Gnade Gottes erkannt und geglaubt
werde. …

Eine stärkere Wiedergewinnung der Einzelbeichte hat dabei in heutiger Zeit durchaus ihre Chancen. Die so starke Inanspruchnahme von Telefonseelsorge, Beratungsstellen und Psychotherapie sind auch Indiz einer Gesellschaft, in der der Einzelne eine ihn tragende Gemeinschaft verloren hat und er allein mit den Krisen und Konflikten seines Lebens nicht mehr fertig wird. Allerdings wird die Einzel-beichte wohl nur unter bestimmten Voraussetzungen wieder einen größeren Zuspruch in der Gemeinde finden können. Zu ihnen gehört sicherlich, dass für viele der Weg zu ihr nur über die Erfahrung eines seelsorgerlichen Gespräches möglich ist, zu dem eingeladen, ermutigt, unter Umständen sogar aufgefordert wird.



Weitergabe des christlichen Glaubens

Aus dem Apostolischen Schreiben EVANGELII GAUDIUM des Papstes Franziskus über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute. Rom, 24. November 2013.


Im Hören auf den Geist, der uns hilft, gemeinschaftlich die Zeichen der Zeit zu erkennen, wurde vom 7. bis zum 28. Oktober 2012 die XIII. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode unter dem Thema Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens abgehalten. Dort wurde daran erinnert, dass die neue Evangelisierung alle aufruft und dass sie sich grundsätzlich in drei Bereichen abspielt. An erster Stelle erwähnen wir den Bereich der gewöhnlichen Seelsorge, » die mehr vom Feuer des Heiligen Geistes belebt sein muss, um die Herzen der Gläubigen zu entzünden, die sich regelmäßig in der Gemeinde zusammenfinden und sich am Tag des Herrn versammeln, um sich vom Wort Gottes und vom Brot ewigen Lebens zu ernähren «. In diesen Bereich sind ebenso die Gläubigen einzubeziehen, die einen festen und ehrlichen katholischen Glauben bewahren und ihn auf verschiedene Weise zum Ausdruck bringen, auch wenn sie nicht häufig am Gottesdienst teilnehmen. Diese Seelsorge ist auf das Wachstum der Gläubigen ausgerichtet, damit sie immer besser und mit ihrem ganzen Leben auf die Liebe Gottes antworten.

An zweiter Stelle erwähnen wir den Bereich der » Getauften, die jedoch in ihrer Lebensweise den Ansprüchen der Taufe nicht gerecht werden «, keine innere Zugehörigkeit zur Kirche haben und nicht mehr die Tröstung des Glaubens erfahren. Als stets aufmerksame Mutter setzt sich die Kirche dafür ein, dass sie eine Umkehr erleben, die ihnen die Freude am Glauben und den Wunsch, sich mit dem Evangelium zu beschäftigen, zurückgibt.

Schließlich unterstreichen wir, dass die Evangelisierung wesentlich verbunden ist mit der Verkündigung des Evangeliums an diejenigen, die Jesus Christus nicht kennen oder ihn immer abgelehnt haben. Viele von ihnen suchen Gott insgeheim, bewegt von der Sehnsucht nach seinem Angesicht, auch in Ländern alter christlicher Tradition. Alle haben das Recht, das Evangelium zu empfangen. Die Christen haben die Pflicht, es ausnahmslos allen zu verkünden, nicht wie jemand, der eine neue Verpflichtung auferlegt, sondern wie jemand, der eine Freude teilt, einen schönen Horizont aufzeigt, ein erstrebenswertes Festmahl anbietet. Die Kirche wächst nicht durch Prosyletismus, sondern » durch Anziehung «.



Das Ziel der Evangelisierung: die innere Umwandlung der Menschheit

Aus dem Apostolischen Schreiben EVANGELII NUNTIANDI des Papstes Paul VI. über die Evangelisierung in der Welt von heute. Rom, 8. Dezember 1975.


Erneuerung der Menschheit
18. Evangelisieren besagt für die Kirche, die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und sie durch deren Einfluß von innen her umzuwandeln und die Menschheit selbst zu erneuern: „Seht, ich mache alles neu!“. Es gibt aber keine neue Menschheit, wenn es nicht zuerst neue Menschen gibt durch die Erneuerung aus der Taufe und ein Leben nach dem Evangelium. Das Ziel der Evangelisierung ist also die innere Umwandlung. Wenn man es mit einem Wort ausdrücken müßte, so wäre es wohl am richtigsten zu sagen: die Kirche evangelisiert, wenn sie sich bemüht, durch die göttliche Kraft der Botschaft, die sie verkündet, zugleich das persönliche und kollektive Bewußtsein der Menschen, die Tätigkeit, in der sie sich engagieren, ihr konkretes Leben und jeweiliges Milieu umzuwandeln.

Bereiche der Menschheit
19. Bereiche der Menschheit, die umgewandelt werden sollen: Für die Kirche geht es nicht nur darum, immer weitere Landstriche oder immer größere Volksgruppen durch die Predigt des Evangeliums zu erfassen, sondern zu erreichen, daß durch die Kraft des Evangeliums die Urteilskriterien, die bestimmenden Werte, die Interessenpunkte, die Denkgewohnheiten, die Quellen der Inspiration und die Lebensmodelle der Menschheit, die zum Wort Gottes und zum Heilsplan im Gegensatz stehen, umgewandelt werden.

Evangelisierung der Kulturen
20. Vielleicht können wir dies zusammenfassend auf folgende Weise ausdrücken: Es gilt – und zwar nicht nur dekorativ wie durch einen oberflächlichen Anstrich, sondern mit vitaler Kraft in der Tiefe und bis zu ihren Wurzeln – die Kultur und die Kulturen des Menschen im vollen und umfassenden Sinn, den diese Begriffe in Gaudium et spes haben, zu evangelisieren, wobei man immer von der Person ausgeht und dann stets zu den Beziehungen der Personen untereinander und mit Gott fortschreitet.



Ein schwarzes Schaf

Aus: Karl Kardinal Lehmann, Frei vor Gott. Glauben in öffentlicher Verantwortung. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.



gerade den, so eine wie die

Aus: Karlheinz May, Vom Duft der Auferstehung. Bernardus 2009.



Die Störung

Aus: Erich Fried, Vorübungen für Wunder. Gedichte vom Zorn und von der Liebe. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1987/1995.



Als Zeuge vor Gericht

Aus: August Janisch, Mit weitem Herzen. Gedanken eines Grenzgängers. Styria Verlag, Graz Wien Köln 2002.



Das Umschlagen von Verantwortung in Schuld

Aus: Karl Kardinal Lehmann, Frei vor Gott. Glauben in öffentlicher Verantwortung. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.



Viele Arten, um zu reden

Erbrich, Guido; zum Beispiel : du, Gebete für junge Menschen; Leipzig, St. Benno Verlag, 2002.



Wer, wenn nicht du, sollte mich verstehen?

Erbrich, Guido; zum Beispiel : du, Gebete für junge Menschen; Leipzig, St. Benno Verlag, 2002.



still sein und warten

Kierkegaard, Sören; Als mein beten... ; in: Beten durch die Schallmauer- Impulse und Texte; Neuss, KJG Verlagsgesellschaft mbH, 1997.



bedenken

Keune, Jacqueline; Von Bedenken und Zusagen, Texte für liturgische Feiern; Mainz, Matthias-Grünewald-Verlag, 2005.



Beten ist wie...

Exeler, Adolf; Beten ist wie... ; in: Beten durch die Schallmauer- Impulse und Texte; Neuss, KJG Verlagsgesellschaft mbH, 1997.