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Kontexte 16.12.2018


Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!

Herkunft ungeklärt


Ich bin und weiß nicht wer.
Ich komm' und weiß nicht woher.
Ich geh', ich weiß nicht wohin.
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!

Wenn ich wüsste, wer ich bin.
Wenn ich ging und wüsste wohin.
Wenn ich käm und wüsste woher.
Ob ich dann wohl traurig wär?

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=forum&sub=discussion&add=327http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=forum&sub=discussion&add=327 https://de.wikipedia.org/wiki/Martinus_von_Biberach



«Jüdischer Witz ist oft Galgenhumor»

Herkunft ungeklärt


Die Nacht der Religionen macht den Humor dieses Jahr zum Thema. André Flury hat mitgeholfen, den Anlass zu organisieren, und sagt: «Witze über religiöse Autoritäten haben eine lange Tradition.»

Interview: Naomin Jones - als PDF herunterladen



Glückszeiten

Aus: Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Erster Band 471.


Ein glückliches Zeitalter ist deshalb gar nicht möglich, weil die Menschen es nur wünschen wollen, aber nicht haben wollen, und jeder Einzelne, wenn ihm gute Tage kommen, förmlich um Unruhe und Elend beten lernt. Das Schicksal der Menschen ist auf glückliche Augenblicke eingerichtet - edles Leben hat solche -, aber nicht auf glückliche Zeiten. Trotzdem werden diese als »das Jenseits der Berge« in der Phantasie des Menschen bestehen bleiben, als Erbstück der Urväter; denn man hat wohl den Begriff des Glückszeitalters seit uralten Zeiten her jenem Zustand entnommen, in dem der Mensch, nach gewaltiger Anstrengung durch Jagd und Krieg, sich der Ruhe übergibt, die Glieder streckt und die Fittiche des Schlafes um sich rauschen hört. Es ist ein falscher Schluß, wenn der Mensch jener alten Gewöhnung gemäß sich vorstellt, daß er nun auch nach ganzen “Zeiträumen der Not und Mühsal jenes Zustandes des Glücks in entsprechender Steigerung und Dauer teilhaftig werden könne.



Freude

Aus: Rabindranath Tagore, Indische Weisheiten für jeden Tag. Übersetzt und herausgegeben von Axel Monte. O.W. Barth Verlag der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2006.


Jeder hat etwas von einem Dichter in seinem Herzen, das in der Erfahrung der letzten Wirklichkeit Erfüllung sucht. Der Mensch empfindet Freude, weil die Blumen blühen und der Himmel blau und das Wasser klar ist. Nicht weil sie nützlich und profitabel sind, wie Scheckbücher und Maschinen, sondern weil sie sind, was sie sind. Der Dichter in unserem Herzen wird von Gott als Dichter inspiriert. Im Morgenrot, im grünen Gras und im Leben spendenden Wasser spricht er zu uns als Freund, der Antwort sucht in unserer Freude. Ich bin mir sicher, dass er glücklich ist wie ein sterblicher Dichter, wenn wir uns an seiner Schöpfung erfreuen.



Plädoyer für eine Kultur der Feste

Aus: Odo Marquard, Zukunft braucht Herkunft. Philosophische Essays. Reclam Verlag, Stuttgart 2013.


Meine kleine Philosophie des Festes, die das Fest nicht nur gegen den totalen Alltag, sondern auch gegen das totale Fest verteidigen will, ist zur Kritik des absoluten Festes geworden. Wenn das Fest zur ganzen Wirklichkeit und die ganze Wirklichkeit zum Fest werden soll - zum einen einzigen Alleinfest: zu jenem absoluten Moratorium des Alltags, das weder den Alltag noch andere Feste neben sich duldet und nur noch Ausnahmezustand ist -, geht es nicht gut. Es kann daraus nichts menschlich Aushaltbares werden, denn wer - und das wäre ja die Intention dieses absoluten Festes - die Erde zum Himmel machen will, macht sie zuverlässig zur Hölle.

Es gibt in unserer Welt diesen Hang zum totalen Moratorium des Alltags, zum totalen Fest; und weil es ihn gibt, darum muß man sich ihm widersetzen. Dazu - denke ich - braucht man: mehr Mut zum Alltag und mehr Mut zum Sonntag. Mehr Mut zum Alltag: das bedeutet, das Bedürfnis nach Entlastung vom Alltag - nach »Moratorium des Alltags« - zu reduzieren: durch mehr Bereitschaft zum Alltag und zu ihrer Förderung (etwa durch das, was man »Humanisierung der Arbeitswelt« nennt). Mehr Mut zum Sonntag: das bedeutet, eine andere Entlastung vom Alltag - ein vom Krieg, vom Bürgerkrieg, vom totalen Ausstieg verschiedenes »Moratorium des Alltags« - zu suchen und zu pflegen. Wer sich mit seinem Alltag versöhnt, und wer sich durch den Sonntag - durch die Vielheit und Buntheit der Feste - mit seinem Alltag versöhnt, braucht jenes »Moratorium des Alltags« nicht, das der große Ausstieg in den Ausnahmezustand ist: vom »alternativen Leben« bis zum Krieg.

Ich meine hier - wenn ich von den Festen als Remedien spreche und spreche darum vom Sonntag - vor allem die religiösen Feste. Je mehr der Sonntag seine Kraft verliert, desto stärker wird das Bedürfnis, das »Moratorium des Alltags« als Krieg zu absolvieren, und je mehr das vermieden werden soll, desto mehr muß das religiöse Fest - exemplarisch der Sonntag - wieder an Kraft gewinnen. Die Perversion des Festes ruft - als Gegenmittel - nach dem Fest.

Das mag auch von den halb- oder nichtreligiösen Festen gelten. Darum sollte man gerade auch die zweitbesten Feste nicht tadeln: von der Kunst - wenn sie nicht gerade das Leben ersetzen will - über die Naturzuwendung - wenn sie nicht gerade das Leben ersetzen will - über den Sport - wenn er nicht gerade das Leben ersetzen will - bis zu jener halbfestlichen Form des Alltagsmoratoriums auf genau befristete Zeit, die in der modernen Wohlstandswelt entstanden ist: dem Urlaub. Auch der Urlaub tritt nicht an die Stelle des Alltags, sondern neben den Alltag, um ihn lebbarer zu machen, und gehört so - wie der Sonntag - zu den Segnungen des Alltags. Dabei übernimmt der Urlaub auf friedliche Weise Funktionen, die früher der Krieg wahrnahm. Zum Urlaub gehört häufig die Reise, nicht selten die Reise in andere Länder. Der moderne Massentourismus ist die Demokratisierung der Bildungsreise, indem er die friedliche Fortsetzung jenes Breitentourismus ist, den früher nur der Krieg bot. Einstmals mußte man in schöne und interessante Länder einmarschieren, damit viele Menschen sie kennenlernen konnten.



Kirche im Zeichen der Barmherzigkeit

Aus: Martin Leitgöb, Bernhard Häring, Kirche im Zeichen der Barmherzigkeit. Tyrolia Verlag, Innsbruck 2015.



Tochter Zion, freue dich

vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Tochter_Zion,_freue_dich



Tochter Zion

Lars Winterberg, in: http://www.ekd.de/advent_dezember/musik/tochter_zion.html



Unsicherheit

Auszug aus einer Predigt über Phil. 4,4-7 von Martin Germer in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am 4. Advent 2006. http://www.gedaechtniskirche-berlin.de/KWG/pdf/Predigt_Germer_Vierter_Advent_2006.pdf



Bußpredigt

"Ein Weg für mehr als mich" - Die Bußpredigt des Johannes. Predigt am 3. Advent 2010, gehalten von Pfarrerin Clarissa Graz in Kiedrich und Eltville. http://www.triangelis.de/uploads/media/Ein_Weg_ist_mehr_f%C3%BCr_mich_12-12-10_Graz.pdf



Wie soll ich Dich empfangen

Paul Gerhardt (1607 - 1676)



"Jauchzet, frohlocket"

Auszug aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachts-Oratorium_(Bach)



Die zwölf Schritte der Anonymen Alkoholiker

Herkunft unbekannt



Gott, heilger Schöpfer aller Stern

Thomas Müntzer, 1523 nach dem Hymnus »Conditor alme siderum« 10. Jh., bei Johann Leisentrit 1567, in: EG 3.



Das Volk, das noch im Finstern wandelt

Jürgen Henkys ,1981 nach dem niederländischen »Het volk dat wandelt in het duister« von Jan Willem Schulte Nordholt 1959.



Falschheit und Missgeschick

Eli Wiesel, Noah - oder Ein neuer Anfang. Biblische Portraits, Freiburg-Basel-Wien: Herder 1994.



Weherufe über Ninive

Gerd Lünighöner und Christa Spiling-Nöker, Jona. Der Güte zuviel. In: Abraham & Co. Biblische Männergeschichten, Freiburg-Basel-Wien 1991.



Wolfsparadies für räudige Schafe

Marina Zwetajewa, Im Feuer geschrieben. Ein Leben in Briefen, stb 2584, Frankfurt: Suhrkamp 1996.