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Kontexte 23.12.2018


Liturgie der Außenseiter

Aus: Madeleine Delbrêl; Der kleine Mönch. Ein geistliches Notizbüchlein. Herderverlag 1981.


Du hast uns heute Nacht
in dieses Cafe namens Mondschein geführt.
Du wolltest dort einige Stunden in der Nacht
du in uns sein.
Durch unsere armselige Erscheinung,
durch unsere kurzsichtigen Augen,
durch unsere liebeleeren Herzen
wolltest du all diesen Leuten begegnen,
die gekommen sind, die Zeit totzuschlagen.

Und weil deine Augen in den unseren erwachen,
weil unser Herz sich in deinem öffnet,
fühlen wir,
wie sich in uns die schwächliche Liebe
entfaltet gleich eine Rose,
wie sie sich weitet
gleich einer grenzenlosen Zufluchtsstätte,
angenehm für all die Leute, die um uns leben.



Die gute Erinnerung als Hilfe zur Hoffnung

Aus: Johannes Bours; Nehmt Gottes Melodie in euch auf. Worte für das tägliche Leben. Herderverlag 1985.


In einem Gesprächskreis wurde der Vorschlag gemacht, jeder möchte doch aus seiner Erfahrung mitteilen, was ihm als „Lebenslehre“, als „Lebensregel“ besonders wichtig und hilfreich geworden sei. Da äußerte einer der Teilnehmer: Jeder von uns kennt Zeiten in seinem Leben, in denen es schwer wird durchzuhalten. Krankheiten, berufliche Fehlschläge, Sorgen in der Familie, Enttäuschungen mit Menschen, Depressionen -‚ jeder weiß dieser Kette ein Glied hinzuzufügen. In solchen Zeiten nicht zu resignieren, sich nicht erdrücken zu lassen - ich habe gefunden, dass mir da die gute Erinnerung hilft. In einem Buch, das Interviews mit Sterbenden veröffentlicht, hat mich die „Lebensphilosophie" eines dreiundfünfzigjährigen Schwarzen sehr beeindruckt, der an einer schmerzlichen und unheilbaren Krankheit litt und der auch wusste, dass diese Krankheit zum Tode führen würde. Als die Ärztin ihn fragte, ob er manchmal daran denke, dass er nicht wieder gesund werde, antwortete er: „Natürlich. In vielen Nächten, in denen man nicht schlafen kann, denkt man über eine Million Dinge nach, in der Nacht. Aber man soll sich nicht dabei aufhalten. Ich habe eine schöne Kindheit gehabt; ich kann mich immer wieder zusammenreißen und an frühere Ereignisse denken. Wir hatten da so eine alte Kiste, mit der wir in der Gegend herumfuhren, wir kamen ganz schön herum - die meisten Wege waren noch nicht gepflastert, man versank manchmal bis zur Radnabe im Schlamm. Dann musste man die Karre rausziehen oder schieben. Ich glaube, ich habe eine wunderbare Kindheit gehabt. Meine Eltern waren sehr nett, es gab nie Streit oder schlechte Laune - es war wirklich herrlich. Daran denke ich also, und dann sage ich mir, daß es ein schönes Leben war. Ich sehe mich um und sage, daß ich meine ‚Bonus-Tage' gehabt habe." Darauf die Ärztin: „Sie wollen sagen, daß Sie ein erfülltes Leben gehabt haben. Aber wird das Sterben dadurch leichter?" - „Ich denke nicht ans Sterben, ich denke an Leben!" (E. Kübler-Ross, Interviews mit Sterbenden).



Auf dem Weg

Aus: Pierre Stutz; 50 Rituale für die Seele. Herder 2001.


Mitten in deinem Prozess der Menschwerdung
wünsche ich dir jene kraftvollen Erinnerungen
die dich vertrauen lassen in das Gute im Menschen.

Mitten in den schwierigen Momenten des Zweifelns
wünsche ich dir jene vertrauensvolle Weitsicht
die Fragen aushalten kann
vertrauend miteinander in die Antworten hineinwachsen zu können.



Maria

Aus: Anton Rotzetter; Gott, der mich atmen lässt. Gebete. Herder 1985.


Maria,
ich grüße in dir
die Anmut der Frau
das Geheimnis der Schwangerschaft
das Lachen der Mutter
Ich erbitte von dir
die Liebe der Mutter
das Zartgefühl der Frau
das Gebet der Geliebten
jetzt und in der Stunde meines Todes



Adventsengel

Aus: Susanne Niemeyer; Alle Tage Licht. Mein Adventskalender. Herder 2015.


Ich [ein Adventsengel] war heute zuerst auf einer Geburtsstation. Dort flüsterte ich einer sehr angestrengt aussehenden Frau ins Ohr: Fürchte dich nicht.
Zurück auf der Straße legte ich einem Obdachlosen eine Laugenstange in den Schoß. Steh auf und iss, sagte ich ihm. Und einem streitenden Paar verkündete ich große Freude. Sie wollten vor allem wissen, wie ich in ihre Wohnung gekommen sei. Als ob das die wesentliche Frage wäre...



Advent

Verfasser unbekannt



Elisabeth und Maria

"Die Hoffnung in sich tragen" 2. Advent 2006, Materialien für einen Gottesdienst Hg. Evangelische Frauen in Hessen und Nassau e.V.



Inneres Kind

Monika Kilian (Quelle unbekannt)



Bewahren

Pierre Stutz, Weihnachten unserer Sehnsucht folgen. Herder Spektrum.



Ich möchte dir begegnen

Monika Nemetschek, Schattenseiten des Lebens - und wo bleibt Gott?



"Und Maria blieb etwas drei Monate bei ihr, dann kehrte sie nach Hause zurück." (Lk 1,56)

Margot Runge, aus Adventkalender 2012, des Canisiuswerkes.



Adventsweg

Christa Spilling-Nöker in: "Wenn es Weihnachten wird" (Topos plus, Kevelaer 2009).



"Für Gott ist nichts unmöglich"

Hildegard Nies, Te Deum, Dezember 2012.



Brennpunkt eines weiten Raumes

Quelle: Edward Schillebeeckx, Jesus. Die Geschichte von einem Leidenden, Freiburg 1992.



Der Täufer

Quelle: Gnilka Joachim, Die frühen Christen, Ursprünge und Anfang der Kirche, 1999.



Gottes Führung und Fügung

Quelle: Karl Rahner, Horizonte der Religiosität. Kleine Aufsätze, hrsg. von Georg Sporschill, Wien 1984.



Marienverehrung

Quelle: BR-online, "radioWissen"



Begegnung

Bernhard Rathmer