Lesung aus dem Buch Jesája.
Sagt den Verzagten: Seid stark,
fürchtet euch nicht!
Seht, euer Gott!
Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes!
Er selbst kommt und wird euch retten.
Dann werden die Augen der Blinden aufgetan
und die Ohren der Tauben werden geöffnet.
Dann springt der Lahme wie ein Hirsch
und die Zunge des Stummen frohlockt,
denn in der Wüste sind Wasser hervorgebrochen
und Flüsse in der Steppe.
Der glühende Sand wird zum Teich
und das durstige Land zu sprudelnden Wassern.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Jakobusbrief.
Meine Schwestern und Brüder,
haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus,
den Herrn der Herrlichkeit,
frei von jedem Ansehen der Person!
Wenn in eure Versammlung
ein Mann mit goldenen Ringen
und prächtiger Kleidung kommt
und zugleich kommt ein Armer in schmutziger Kleidung
und ihr blickt auf den Mann in der prächtigen Kleidung
und sagt: Setz du dich hier auf den guten Platz!
und zu dem Armen sagt ihr: Du stell dich
oder setz dich dort zu meinen Füßen! –
macht ihr dann nicht untereinander Unterschiede
und seid Richter mit bösen Gedanken?
Hört, meine geliebten Brüder und Schwestern!
Hat nicht Gott die Armen in der Welt
zu Reichen im Glauben
und Erben des Reiches erwählt,
das er denen verheißen hat, die ihn lieben?
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Ein Hauptanliegen des Jakobusbriefes ist, daß die Christen nicht nur Hörer des Wortes Gottes sind, sondern auch danach leben und handeln. Die gehörte Botschaft soll also in die Tat umgesetzt werden.
In der christlichen Gemeinde besteht die Gefahr, daß rein äußerliche Zeichen (goldene Ringe, prächtige Kleidung... ) eine vorrangige Stellung einnehmen. Nach dem Autor des Jakobusbriefes kommt solch ein Verhalten einem Verrat von Glaube und Liebe gleich (vgl. Mt 5,3 und Lk 16,19 ff.). Das Beispiel in Vers 5 hat auch Eingang gefunden in mehrere "Kirchenordnungen". In den äthiopischen Apostelstatuten heißt es dazu etwa: "Wenn ein Mann oder eine Frau in feinen Kleidern eintritt, so sollst du, Ältester, nicht die Person ansehen, noch den Gottesdienst unterbrechen, um ihnen Plätze anzuweisen, sondern dich ruhig verhalten. Denn die Brüder werden sie empfangen, und wenn kein Platz mehr für sie da ist, wird jemand, der seine Brüder und Schwestern lieb hat, aufstehen und ihnen seinen Platz überlassen. Und wenn ein armer Mann oder eine Frau kommen sollte, dann sollst du, Ältester, ihnen von ganzem Herzen Platz machen, auch wenn du selbst am Fußboden sitzen mußt, damit kein Ansehen der Person, sondern Gottes sei."
Der Jakobusbiref, dem die zweite Lesung entnommen ist, will seine Adressaten nach der Art der alttestamentlichen Weisheitsliteratur ermahnen. Im vorliegenden Abschnitt wendet er sich gegen eine falsche Rücksichtnahme auf Reiche.
Die damalige Zeit war stark von sozialen Gegensätzen geprägt: Herkunft, Besitz und Bildung waren maßgeblich für das öffentliche Ansehen. Die Christen gehörten vor allem der unteren Volksschicht an. Deshalb soll es gerade bei ihnen kein besonderes Ansehen auf Grund der Abstammung oder des Besitzes geben.
Der Glaube trifft immer auch auf gesellschaftliche Umstände und es passt oft nicht zusammen, was der Glaube fordert und was Menschen daraus machen. Der Autor des Jakobus-Briefes wendet sich an die Judenchristen in der Diaspora. Damit sind zwei Schwierigkeiten der Gruppe benannt: Die Adressatenschaft befindet sich zum einen im Übergang vom alten Judentum zum neuen Christentum und war zum anderen nicht mehr am religiösen Urgund, in Jerusalem, ansässig. Um trotzdem glaubwürdig bleiben und überleben zu können, brauchte es gute Lebensführung und eiserne Disziplin.
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du schenkst uns den Frieden
und gibst uns die Kraft, dir aufrichtig zu dienen.
Laß uns dich mit unseren Gaben ehren
und durch die Teilnahme
an dem einen Brot und dem einen Kelch
eines Sinnes werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
4. Januar, 7.Januar
Kerhvers:
Gelobt seist du, mein Herr (GL 559)
Heiliger und barmherziger Gott,
in dieser Feier wollen wir unseren Mund auftun
und Dir unseren Dank und unseren Lobpreis darbringen:
Wir danken Dir für unser Leben und für die Gesundheit.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns so wunderbar ausgestattet hast,
für unseren Leib mit all seinen Sinnen und für die Lebensfreude.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die uns in die Geheimnisse
und in die Kunst des Lebens eingeführt haben.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die uns in Krankheit und Not beistehen
Kehrvers
Wir danken dir, dass du Wunden,
die das Schicksal manchmal schlägt,
wieder heilen lässt.
Kehrvers
Wir danken dir für das Heil, das du uns geschenkt hast,
und für das ewige Leben, das du uns verheißen hast.
Kehrvers
Mit den Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in das Lob der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B. GL 81: Lobet den Herren alle, die ihn ehren, 1. 3. und 4. Strophe.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus.
Er ist dein Wort,
durch ihn hast du alles erschaffen.
Ihn hast du gesandt als unseren Erlöser und Heiland.
Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria.
Um deinen Ratschluß zu erfüllen
und dir ein heiliges Volk zu erwerben,
hat er sterbend die Arme ausgebreitet
am Holze des Kreuzes.
Er hat die Macht des Todes gebrochen
und die Auferstehung kundgetan.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 6
MB 2. Hochgebet
Wir danken dir, gütiger Vater,
denn durch die frohe Botschaft,
die dein Sohn verkündet,
hast du Menschen aus allen Völkern und Sprachen
zur Gemeinschaft der Kirche vereint.
Sie lebt aus der Kraft deines Geistes
und sammelt die Menschen zur Einheit.
Sie bezeugt deine Liebe
und öffnet allen das Tor der Hoffnung.
So wird die Kirche zum Zeichen deiner Treue,
die du uns für immer versprochen hast.
Darum preisen dich Himmel und Erde,
und mit der ganzen Kirche bekennen wir
zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 4
Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament
gibst du uns Nahrung und Leben.
Laß uns durch diese großen Gaben
in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft
mit deinem Sohn gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Du, Herr, hast gesagt:
Nicht vom Brot allein lebt der Mensch,
sondern auch von jedem Wort,
das von dir kommt.
Du hast uns beides geschenkt:
das Wort und das Brot.
Mach unser Leben zu einer Sprache,
die von den Menschen gehört und verstanden wird.
Lass uns durch dein Brot gestärkt, zu heilenden
Begegnungen beitragen. Das bitten wir dich,
Christus, unseren Herrn. Amen.
Herr,
du hast den Stummen
die Sprache wiedergegeben,
um uns zu sagen:
Erhebt eure Stimme!
Ich will, dass ihr sprecht.
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn irgendwo Menschen Unrecht getan wird.
Deckt es auf! Macht es publik.
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn Gott gelästert wird.
Am Stammtisch oder in den Medien, gedankenlos oder bewusst,
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn Katastrophen hereinbrechen: Feuer, Wasser, Lawinen.
Bei Frost, bei Hitzewellen und wenn die Erde bebt, redet mit Gott.
Bittet!
Seid nicht stumm,
wenn ihr schweres Leid ertragen müsst, unheilbare Krankheit,
Verlust, den Tod eines geliebten Menschen. . .
Betet!
Seid nicht stumm,
wenn ihr glückliche Stunden erlebt,
wenn alles sich zum Guten wendet.
Jubelt!
Seid nicht stumm,
wenn ihr euren Glauben bekennen könnt,
heimlich oder offen vor aller Welt.
Jubelt!
Seid nicht stumm,
wenn euch etwas gelungen ist,
eine Hoffnung sich erfüllt hat.
Dankt!
Seid nicht stumm,
wenn Gott euch begegnet ist,
in einem Ereignis, in einem Menschen, in der Stille.
Dankt!
Du hast uns Stummen, Herr, die Sprache gegeben,
wie du dem Stummen in Galiläa die Sprache wiedergegeben hast.
Damit wir beten und jubeln, danken und bitten und ja sagen können
zu deinem Wort, sodass es alle hören.

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Die erste Lesung ist dem Buch des Propheten Jesaja entnommen. Die Kapitel 1 bis 34, die unserem Text vorangehen, werden dem 8. Jahrhundert vor Christus zugeordnet, die Kapitel 40 bis 55 der späten Exilszeit (6. Jhdt. v. Chr.). Das Kapitel 35 will eine Art Brücke zwischen beiden Abschnitten schaffen; es hat Bezüge zu beiden Buchteilen. In gewissem Sinn ist es überzeitlich.
Der vorliegende Text (vgl. auch die Gesamtkomposition 35, 1-10) will Zuversicht wecken und Mut zusprechen. Mut zu machen ist zugleich eine Aufgabe. Der Grund der Hoffnung ist das Kommen Gottes, der sein Volk erretten wird. Diese Hoffnung wird in mehreren Kreisen von Bildern zum Ausdruck gebracht:
- Augen und Ohren werden geöffnet, Lahme und Stumme geheilt (Verse 5-6a)
- In der Wüste wecken Quellen, Bäche und Teiche neues Leben (Verse 6b-7)
- Das Ödland wird wegsam (Vers 8)
- Die Erlösten werden nicht mehr von wilden Tieren bedrängt (Vers 9)
- Die Rückkehr der Befreiten (Vers 10)
Der Text dieser Lesung ist ein kurzer Abschnitt aus der sogenannten "Jesaja-Apokalypse" (das 34. Kapitel des Jesajabuches handelt vom Weltgericht und im 35. Kapitel wird das endzeitliche Heil beschrieben). Obwohl der Prophet zum Volk Gottes während dessen Verbannung in Babylonien spricht, dürfte der Text höchstwahrscheinlich aus der Zeit nach dem Exil stammen.
Das Volk Gottes ist verzagt, da die Hilfe seines Gottes ausbleibt. In diese Situation hinein wird das Gericht über die Feinde Israels und die Rettung Israels - das Kommen seines Gottes - angekündigt. Die Getreuen müssen aber tapfer und mutig sein (vgl. dazu auch: 1Kön 2,2; Dtn 11,8; Ps 46,8; Jes 12,2). Wenn Gott selbst zu seinem Volk kommt, dann bleibt das nicht ohne Folgen: er wird die Folgen der Schuld wegnehmen (Taubheit, Blindheit etc. galten in der damaligen Zeit als "Folgen" sündhaften Verhaltens, wobei die Behinderung auch aufgrund eines Vergehens vorheriger Generationen entstanden sein konnte).
Das Bild der Verwandlung der Wüste in eine fruchtbare Landschaft ist ein in der Bibel öfter vorkommendes Motiv. Es soll die Wandlung des Menschen und das Kommen des Heils auch in der Natur ausdrücken und versinnbildlichen. Dieses fruchtbare Land dient dann wiederum dem Menschen als Grundlage für ein Leben ohne jeglichen Mangel (vgl. dazu auch: Esr 3,8; Dtn 8,7-10; Ps 107,33; Jes 50,2; Jer 2,11).
Wohlvertraute Worte aus der Adventszeit! Die Lesungen in der Liturgie bereiten uns dann vor auf die Ankunft des Herrn in der Krippe. Wenn Jesaja aber von Rettung durch den Herrn spricht ist, da nicht zuerst von der Ankunft eines Kindes die Rede, sondern von Gottes machtvollem Tun in einer desaströsen Lage des Volkes Israel: Fremde Völker setzten zunächst das Nordreich Israel und später das Südreich mit Jerusalem unter Druck und überfallen beide Teile. Diese historische Darstellung lässt uns wissen: Gottes Rettung ist kein lineares Geschehen. Nach der Errettung aus Ägypten ging es eben nicht immer nur erfolgreich und gut nach vorn. Dem Volk ist Vieles widerfahren, was nichts mit versprochenem Heil zu tun hat. Den Glauben an diesen Gott, der immer wieder rettet, aufrechtzuerhalten, war Aufgabe der Propheten. Das Versprechen, dass Gott da ist (»Jahwe«), stand aber zu allen Zeiten unverbrüchlich im Raum.