Lesung aus dem Buch Génesis.
In jenen Tagen
erschien der Herr Abraham
bei den Eichen von Mamre,
während er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes saß.
Er erhob seine Augen und schaute auf,
siehe, da standen drei Männer vor ihm.
Als er sie sah,
lief er ihnen vom Eingang des Zeltes aus entgegen,
warf sich zur Erde nieder
und sagte: Mein Herr,
wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe,
geh doch nicht an deinem Knecht vorüber!
Man wird etwas Wasser holen;
dann könnt ihr euch die Füße waschen
und euch unter dem Baum ausruhen.
Ich will einen Bissen Brot holen,
dann könnt ihr euer Herz stärken, danach mögt ihr weiterziehen;
denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen.
Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast!
Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara
und rief: Schnell drei Sea feines Mehl!
Knete es und backe Brotfladen!
Er lief weiter zum Vieh,
nahm ein zartes, prächtiges Kalb
und übergab es dem Knecht, der es schnell zubereitete.
Dann nahm Abraham Butter,
Milch
und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen,
und setzte es ihnen vor.
Er selbst wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen.
Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara?
Dort im Zelt, sagte er.
Da sprach er:
In einem Jahr komme ich wieder zu dir.
Siehe, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Génesis.
In jenen Tagen
erschien der Herr Abraham
bei den Eichen von Mamre,
während er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes saß.
Er erhob seine Augen und schaute auf,
siehe, da standen drei Männer vor ihm.
Als er sie sah,
lief er ihnen vom Eingang des Zeltes aus entgegen,
warf sich zur Erde nieder
und sagte: Mein Herr,
wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe,
geh doch nicht an deinem Knecht vorüber!
Man wird etwas Wasser holen;
dann könnt ihr euch die Füße waschen
und euch unter dem Baum ausruhen.
Ich will einen Bissen Brot holen,
dann könnt ihr euer Herz stärken, danach mögt ihr weiterziehen;
denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen.
Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast!
Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara
und rief: Schnell drei Sea feines Mehl!
Knete es und backe Brotfladen!
Er lief weiter zum Vieh,
nahm ein zartes, prächtiges Kalb
und übergab es dem Knecht, der es schnell zubereitete.
Dann nahm Abraham Butter,
Milch
und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen,
und setzte es ihnen vor.
Er selbst wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen.
Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara?
Dort im Zelt, sagte er.
Da sprach er:
In einem Jahr komme ich wieder zu dir.
Siehe, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.
Sara hörte am Eingang des Zeltes
hinter seinem Rücken zu.
Abraham und Sara waren schon alt;
sie waren hochbetagt.
Sara erging es nicht mehr,
wie es Frauen zu ergehen pflegt.
Sara lachte daher still in sich hinein und dachte:
Ich bin doch schon alt und verbraucht
und soll noch Liebeslust erfahren?
Auch ist mein Herr doch schon ein alter Mann!
Da sprach der HERR zu Abraham:
Warum lacht Sara und sagt:
Sollte ich wirklich noch gebären,
obwohl ich so alt bin?
Ist denn beim HERRN etwas unmöglich?
Nächstes Jahr um diese Zeit
werde ich wieder zu dir kommen;
dann wird Sara einen Sohn haben.
Sara leugnete: Ich habe nicht gelacht.
Denn sie hatte Angst.
Er aber sagte: Doch, du hast gelacht.
Kv: Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelt,
wer darf weilen auf deinem heiligen Berg? – Kv
Oder: GL 34,1
Der makellos lebt und das Rechte tut, /
der von Herzen die Wahrheit sagt, *
der mit seiner Zunge nicht verleumdet hat,
der seinem Nächsten nichts Böses tat *
und keine Schmach auf seinen Nachbarn gehäuft hat. – (Kv)
Der Verworfene ist in seinen Augen verachtet, *
aber die den Herrn fürchten, hält er in Ehren.
Er wird nicht ändern, *
was er zum eigenen Schaden geschworen hat. – (Kv)
Sein Geld hat er nicht auf Wucher verliehen *
und gegen den Schuldlosen nahm er keine Bestechung an.
Wer das tut, *
der wird niemals wanken. – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Kolóssä.
Schwestern und Brüder!
Ich freue mich in den Leiden, die ich für euch ertrage.
Ich ergänze in meinem irdischen Leben,
was an den Bedrängnissen Christi
noch fehlt an seinem Leib, der die Kirche ist.
Ihr Diener bin ich geworden
gemäß dem Heilsplan Gottes,
um an euch das Wort Gottes zu erfüllen.
Er ist jenes Geheimnis,
das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war –
jetzt aber seinen Heiligen offenbart wurde.
Ihnen wollte Gott kundtun,
was der Reichtum der Herrlichkeit
dieses Geheimnisses unter den Völkern ist:
Christus ist unter euch, die Hoffnung auf Herrlichkeit.
Ihn verkünden wir;
wir ermahnen jeden Menschen
und belehren jeden Menschen in aller Weisheit,
damit wir jeden Menschen vollkommen darstellen in Christus.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Kolóssä.
Schwestern und Brüder!
Auch ihr standet ihm [Gott] einst fremd
und feindlich gegenüber;
denn euer Sinn trieb euch zu bösen Taten.
Jetzt aber hat er euch durch den Tod
seines sterblichen Leibes versöhnt,
um euch heilig, untadelig und schuldlos
vor sich hintreten zu lassen.
Doch müsst ihr im Glauben bleiben,
fest und in ihm verwurzelt,
und ihr dürft euch nicht von der Hoffnung
des Evangeliums, das ihr gehört habt,
abbringen lassen.
In der ganzen Schöpfung unter dem Himmel
wurde es verkündet
und ich, Paulus, bin sein Diener geworden.
Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage.
Ich ergänze in meinem irdischen Leben,
was an den Bedrängnissen Christi
noch fehlt an seinem Leib, der die Kirche ist.
Ihr Diener bin ich geworden
gemäß dem Heilsplan Gottes,
um an euch das Wort Gottes zu erfüllen.
Er ist jenes Geheimnis,
das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war –
jetzt aber seinen Heiligen offenbart wurde.
Ihnen wollte Gott kundtun,
was der Reichtum der Herrlichkeit
dieses Geheimnisses unter den Völkern ist:
Christus ist unter euch, die Hoffnung auf Herrlichkeit.
Ihn verkünden wir;
wir ermahnen jeden Menschen
und belehren jeden Menschen in aller Weisheit,
damit wir jeden Menschen vollkommen darstellen in Christus.
Halleluja. Halleluja.
Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören
und Frucht bringen in Geduld.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
In jener Zeit
kam Jesus in ein Dorf.
Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf.
Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß.
Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen
und hörte seinen Worten zu.
Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen
zu dienen.
Sie kam zu ihm
und sagte: Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester die Arbeit mir allein überlässt?
Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
Der Herr antwortete:
Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.
Aber nur eines ist notwendig.
Maria hat den guten Teil gewählt,
der wird ihr nicht genommen werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Erzählung von Abraham, der Gott bewirtete und damit, ohne es zu wissen, seinem Leben eine Wende gegeben hat, hat das Motiv der Gastfreundschaft mit der Erzählung, wie Jesus bei Martha und Maria einkehrt und sie anregt zu überlegen, was wirklich wichtig im Leben ist, gemeinsam. Gastfreundschaft ist in einer globalisierten Welt in neuen Formen und Zeichen zu denken. Ein Beispiel dafür ist die Aktion der MIVA anlässlich des Christophorus-Sonntags, die unser Herz für Christen in Indien öffnen möchte.
In beiden Lesungen ist die orientalische Gastfreundschaft Ausgangspunkt eines Gespräches. Gäste sind auf der Durchreise und als ungeschriebenes Gesetz galt es im alten Orient den „Fremden“ als Gast zu empfangen, zu bewirten. Sowohl Männer als auch Frauen treten in der Bibel als Gastgeber in Erscheinung.
Die Gespräche, die sich sowohl im Buch Genesis als auch bei Lukas entwickeln, entfalten langsam neue Perspektiven, mit denen man/frau, sprich Abraham, sprich Marta nicht gerechnet haben. Letztlich werden die Gastgeber, Abraham und im Evangelium Marta, durch das Gespräch in der jeweiligen konkreten Situation ihres Lebens herausgefordert. Beide waren eingeladen, ihre momentane Situation zu hinterfragen: „Kann ich in meinem Ich eine gewisse Sorglosigkeit, einen Perspektivenwechsel, einem Anderssein Einlass gewähren, so wie ich meinem Gast Einlass gewährt habe. Kann ich das, erlaube ich es mir?“
So oder ähnlich würden wir heute fragen, ohne eine wunderbare Erzählung aus der Tradition des Glaubens als Impuls zum Nachdenken der Frage voran zu stellen!
Wie wir hörten bekam Abraham Besuch von Fremden, die er aufwendig bewirtete. Dabei macht die Erzählung klar, dass Abraham hier das „Antlitz Gottes“ schaut. Die Erfahrung mit dem Fremden, den er aufnimmt und beherbergt, diese wird für Abraham und seine Frau Sarah zur positiven Überraschung; auch wenn diese Verheißung im Augenblick zum Lachen war! So humorvoll kann auch Bibel sein!
Aber gehen wir jedoch zurück zu der Erfahrung der Gastfreundschaft, die Fremden in der Bibel gewährt wird.
Am heutigen Christophorus-Sonntag fordert uns diese Bibelstelle aus dem Buch Genesis auf, die eigene Gastfreundschaft Fremden gegenüber als etwas Notwendiges, das was nottut in dieser Zeit, zu sehen. Hier vor Ort können wir In der Begegnung, in der Zuwendung zu anderen Menschen und ihren anderen Lebensmöglichkeiten Fremden Gastfreundschaft gewähren.
Das Plakat hier am Ambo, aber auch die aufgelegten Folder von der MIVA (Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft), laden 2019 ein, Christen aus Indien und ihre Anliegen wahrzunehmen, und so ihnen Gastfreundschaft in unserer Kirche zu gewähren.
Wer sind die Christen in Indien, für wen ist die MIVA heute das Sprachrohr? - „Christen bilden in Indien eine bescheidene Minderheit von etwa 2,3 Prozent – wobei auch dieser geringe Prozentsatz in absoluten Zahlen mehr als 30 Millionen Menschen bedeutet.
Ein Teil von ihnen, etwa sieben Millionen, versteht sich als „Thomaschristen“. Nach einer lokalen Tradition soll es der Apostel Thomas gewesen sein, der die ersten christlichen Gemeinden auf indischem Boden gegründet hat. Thomas soll nach den Osterereignissen in Jerusalem ostwärts gewandert sein, bevor er über den Irak, den Iran, Afghanistan und Belutschistan nach Chennai im Bundesstaat Tamil Nadu gelangte. Sein Grab wird dort verehrt. Christen leben somit heute überwiegend im Süden Indiens, in den Bundesstaaten Kerala und Tamil Nadu – , wo mit den portugiesischen Kolonialherren auch Missionare ins Land kamen.“ (Info der MIVA).
Unter dem Motto „Auch Mobilität ist teilbar“ mögen für Christen in Indien folgende konkrete Anliegen unterstützt werden: 50 Fahrräder für Schüler und Schülerinnen (9-16 Jahre) im Bundesstaat Kerala, für die Auxilium High School der Don-Bosco-Schwestern – ein Fahrrad kann um € 90 finanziert werden. Ihr Schulweg ist oft sehr lang und da sind Fahrräder die Lösung.
Sehr bewusst haben Don-Bosco-Schwestern in dieser strukturschwachen Region eine Schule errichtet, um jungen Menschen Zukunftsperspektiven zu eröffnen.
Und: 8 Motorräder für die Priester im Bundesstaat Tamil Nadu, an der Grenze zu Kerala.
Dieses Jahr hat MIVA-Österreich einige Gründe zu feiern: Die Organisation MIVA-Österreich wurde am 22. Oktober 1949 im Stift Lambach (Oberösterreich) ins Leben gerufen. 70 Jahre MIVA Österreich. Die Christophorus-Aktion, die wichtige Sammlung der MIVA, findet dieses Jahr zum 60. Mal statt: „Einen Zehntel-Cent pro gefahrenem Kilometer für ein MIVA-Auto“. Und die MIVA-Fahrradaktion, die motorlose Fahrzeuge finanziert, ist ein Vierteljahrhundert alt – und erfolgreich wie eh und je.
Die heutige Kollekte soll ein Zeichen unserer Gastfreundschaft in unserer Kirche/Pfarre sein, ein Zeichen, dass wir den Fremden wahrnehmen, seine konkreten Anliegen hören und ihn insofern bewirten, indem wir Projekte, die ein gutes Zusammenleben fördern, mitfinanzieren. Im Fremden, den ich beherbergte, schaute ich das Antlitz Gottes, welches bei mir Einlass begehrte, so hat es einst Abraham erfahren.
Marta und Maria sind exemplarische Gestalten, an denen Jesus zeigt, was wirklich wichtig ist: Ganz Ohr für Gott sein, mit Gott in Verbindung sein. Maria hat den besseren Teil gewählt.
Der Grund oder Anlass, warum Marta Jesus zu einem Besuch in ihrem Haus eingeladen hatte, wird uns im Evangelium nicht mitgeteilt. Aus Martas Verhalten lässt sich schließen: Sie hat kein besonderes Anliegen, das sie mit Jesus besprechen möchte. Jesus, von dem sie gehört hat oder dem sie vielleicht sogar selbst begegnet ist, soll sich an den Besuch bei ihr und ihrer Schwester Maria gern erinnern, besonders auch an die gute Bewirtung und das üppige Mahl, das Marta auf den Tisch zu zaubern bemüht ist.
Während Marta sich mit aller Emsigkeit der Zubereitung eines Mahles widmet und alle Aufmerksamkeit darauf richtet, hat Maria offenbar erspürt, dass Jesus ein Anliegen mitgebracht hat. Er ist unterwegs, um vom Menschen liebenden Gott, dem Vater im Himmel, zu berichten und dessen Willen kundzutun, damit die Menschen sich intensiv auf ihn hin ausrichten. Maria lässt sich auf ein Gespräch mit Jesus ein. Sie nutzt die Chance, unmittelbar von Jesus selbst, aus seinem Munde Kunde über Gott und sein Wesen übermittelt zu bekommen.
Dass es sich nicht um ein Plauderstündchen zwischen ihr und Jesus handelt, wird schon dadurch erkennbar, dass Maria sich zu Füßen Jesu setzt. Diese Art des Zuhörens entnimmt Maria dem Verhalten der Schriftgelehrten-Schüler. Sie saßen, wenn es um religiöse Vertiefung ging, zu Füßen des Lehrmeisters, um aufmerksam seinen Worten Gehör zu schenken.
Auf seinen Wanderungen durch das Land hatte Jesus grundsätzlich zwei Anliegen, die er den Menschen nahebringen wollte. Als Erstes möchte er ihnen verkünden und bezeugen, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt. Diese Haltung – und das war das zweite Anliegen – sollen auch die Menschen übernehmen. Das Ausschließen oder Abstempeln bestimmter Menschen oder ganzer Gruppen, das im Judentum Praxis war, soll ein Ende finden. Denn das Ausklammern bestimmter Menschen aus der Liebe Gottes ist falsch und entspricht nicht einmal im Ansatz dem tatsächlichen Verhalten Gottes. Gott weicht von seiner Liebe zu allen keinen Millimeter ab. Um dies nicht nur mit Worten zu bezeugen, setzt Jesus zusätzlich ein äußeres Zeichen: Als Erstes nimmt er die Einladung Martas in ihr Haus an. Da Marta und Maria das Haus offensichtlich allein bewohnen, hätte jeder strenggläubige Jude die Einladung abgelehnt. Jesus dagegen nicht. Sodann verhält sich Jesus Maria gegenüber völlig anders, als Rabbinen, die Theologen Isrels, es getan hätten. Kein Rabbi hätte vor Frauen als Schülerinnen die Heilige Schrift, also das Wort Gottes, vorgetragen und erläutert. Jesus klammert niemanden als Zuhörer aus, auch wenn er dadurch gegen die Geflogenheiten der Allgemeinheit und die Gebote der Glaubenshüter verstößt. Jesus lebt, was er mit Worten verkündet und bezeugt.
Wenn wir uns nun fragen, „Was möchte Jesus der Marta eigentlich vermitteln?“, dann kommen mir folgende Gedanken: Den Fleiß der Marta möchte Jesus ganz sicher nicht kritisieren. In diesem Punkt könnte sie vielen sogar Vorbild sein. Aber im Gegensatz zu Maria verpasst Marta in ihrem Eifer, von dem sie wohl ständig bestimmt und getrieben wird, sich in das Auskosten der Liebe Gottes zu vertiefen. Ja sie möchte sogar ihre Schwester Maria, die sich – durch Jesu Worte angeregt – darauf eingelassen hat, dazu bewegen, der Arbeit den Vorrang zu geben. Marta wird wohl in der Vergangenheit erlebt haben, dass Fleiß und Eifer ihr vieles eingebracht hat: Lob, Anerkennung, vielleicht sogar Bewunderung. Das hat sie dazu verleitet, Emsigkeit und Rührigkeit als oberste Ziele zu betrachten. Jesus möchte Marta die Augen öffnen und ihr sagen: Fleiß und Eifer sind wertvoll. Aber es gibt noch etwas Wertvolleres im Leben, das darin besteht:
- Gottes Liebe tief in sich verinnerlichen,
- dankbar und ganz bewusst seine Fürsorge und seinen Beistand in den Blick zu nehmen,
- sich von Gott umarmen und ermutigen lassen,
- auskosten, wie wertvoll wir Menschen Gott sind,
- deutlich spüren, welche Kraft uns von ihm zukommt.
Wo dies geschieht, wird Fundament und ein wunderbarer Grundstein in den Menschen gelegt, der den Menschen für das Leben hilfreicher ist als das, was Erfolge aus Eifer, Fleiß und Emsigkeit ihm schenken können. Eifer und Fleiß sind löblich. Aber die Verbundenheit mit Gott ist höher anzusetzen, ist wichtiger.
Wie Marta auf die Worte Jesu reagiert hat, wird uns nicht mitgeteilt. Von hier an sollen wir auf uns selber schauen, Jesu Worte für uns bedenken und uns fragen, wie es um uns bestellt ist. Seien wir getrost strebsam und fleißig, genießen wir alle Anerkennung, die uns dadurch zuteilwird. Unser Leben muss sich auch nicht völlig und total ändern. Jesus wirbt bei Marta und Maria nicht um einen ganz neuen Lebensstil. Ihr bisheriges Leben sollen sie getrost weiterführen, aber unter der Beachtung, was das Wichtigste im Leben ist, welchem Tun der Vorrang gebührt, damit sie die Angebote Gottes an uns Menschen nicht auslassen. Es gibt nichts Beglückenderes in dieser Welt als das Auskosten der Liebe Gottes zu uns. Wie wahr diese Überzeugung und Behauptung ist, lässt sich mit Worten nicht belegen, aber eindeutig erproben: von Marta und jedem von uns.
Marta, die in der Geschichte des Christentums als Frau, die „anpackt, ihre Hände nicht ruhen lässt“, bekannt wurde, wird hier ein Gespräch zugemutet, wo sie ihre Glaubenserfahrungen zur Sprache bringen kann.
Urlaubszeit ist Reisezeit, Zeit zu ungewöhnlichen Begegnungen. In den Fremden kann auch uns Gott begegnen. Wieviel Begegnung trauen wir uns zu? Wieviel Begegnung assen wir zu?
Jesus lobt Maria, die ihm zuhört, dass sie das Bessere gewählt habe. Auch wir sind herausgefordert, das Bessere zu wählen und nach dem Willen Gottes zu suchen.
Heute werden wir durch das Evangelium eingeladen, uns neu zu überprüfen, ob wir nicht gerade wegen allem Eifer, den wir an den Tag legen, Wichtiges übersehen. Jesus lässt sich zu einem Besuch bei Maria und Marta einladen. Während sich Maria intensiv Jesus und seiner Botschaft widmet, sorgt sich Marta mehr um das Äußere. Auch wenn Maria von Jesus gelobt wird, möchte Jesus beiden ans Herz legen, als Erstes auf das Wichtige und Fundamentale im Leben zu achten und Wert zu legen.
Herr Jesus Christus,
immer wieder hast du die Menschen eingeladen, die Besinnung auf Gott und das Auskosten seiner Liebe nicht hintanzusetzen.
Herr, erbarme dich.
Du selbst hast dich wieder und wieder der Liebe des Vaters ausgeliefert.
Christus, erbarme dich.
Es dir gleichzutun, dazu hast du uns aufgerufen.
Herr, erbarme dich.
Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle,
die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Gott.
Dein Sohn ist zu uns gekommen,
nicht um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen.
Gib, daß wir von ihm lernen,
wie wir leben sollen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Auswahl 8
Herr Jesus Christus,
du hast ganz aus der Verbundenheit mit dem Vater gelebt und dir auf diese Weise Kraft erworben, Wunder zu wirken und deinen Leidensweg aus Liebe zu uns auf dich zu nehmen.
Wir bitten dich:
Hilf uns, dein Verhalten zu dem unseren zu machen.
Christus, höre uns…
Stärke in besonderer Weise unseren Eifer, wo uns Nöte der Menschen zur Hilfe herausfordern.
Segne alles Bemühen um Frieden und den Aufbau guter Beziehungen.
Gib Kraft allen, die um ihres Glaubens willen verfolgt oder gequält werden.
Schenke Erfolg allen Bemühungen und dem Ringen um Gutes und Lebenswertes.
Sei spürbar nahe allen Sterbenden und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Herr Jesus Christus,
deiner Botschaft wollen wir uns öffnen. Sie hilft uns, unser Leben gut und wertvoll zu gestalten.
Wir danken dir für deine Hilfe und Begleitung. – Amen.
Herr, aus den verschiedenen Situationen unseres Alltags sind wir zusammengekommen. Mit all unseren Sorgen und Freuden sind wir hier bei dir zu Gast.
Dich bitten wir:
Die gemeinsame sonntägliche Gottesdienstfeier ermöglicht uns ein Innehalten im Strudel unserer sonstigen Termine.
Öffne uns für die Begegnung mit dir.
Oft gehen wir fremdbestimmt durch unser Leben.
Hilf uns zu erkennen, wo Digitalisierung, Konsum und vermeintlich nötige gesellschaftliche Verpflichtungen bei unserer Sehnsucht nach Ruhe und gemeinsame Zeit mit dir übermächtig werden.
Gerade in diesen Wochen der Urlaubszeit sind wir einerseits selbst oft Gäste in anderen Ländern andererseits auch Gastgeber für viele Menschen im eigenen Land.
Bestärke uns in dem Bemühen zwischen diesen verschiedenen Anforderungen einen menschenwürdigen Ausgleich zu finden.
Auf vielfältige Weise erfahren wir deine Nähe.
Lass uns diese Augenblicke bewusst als Zeiten der Gnade erleben.
Als oft verdrängter und unerwartet plötzlicher Gast tritt der Tod ins menschliche Leben.
Sei uns in dieser Stunde nahe und erfülle uns mit Hoffnung auf deine Barmherzigkeit.
Jeden von uns beschenkst du ganz persönlich mit deiner Nähe.
Dafür danken wir dir, Vater, durch Christus im Heiligen Geist. - Amen.
Herr, du hast die vielen Opfer,
die dir je von Menschen dargebracht werden,
in dem einen Opfer des Neuen Bundes vollendet.
Nimm die Gaben deiner Gläubigen an
und heilige sie,
wie du einst das Opfer Abels angenommen hast;
und was jeder einzelne zu deiner Ehre darbringt,
das werde allen zum Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Wir danken dir,
barmherziger und treuer Gott,
dass du unsere leeren Hände füllst.
Was wir von dir haben, bringen wir dir.
Brot und Wein.
Unseren Alltag, unsere Freude,
unseren Schmerz, unsere Hoffnung.
Du schenkst uns die Gaben verwandelt zurück.
Du schenkst dich uns ganz.
Du verwandelst unser Leben.
Komm, unser Herr!
(für Wortgottesdienstfeiern ohne Priester):
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.
(GL 558,1)
Gott und Vater,
wir danken dir für dein Wohlwollen,
mit dem du die Menschheit seit Anbeginn begleitest.
Allen, die dir vertrauten, warst du nahe mit deiner Fürsorge.
Kehrvers
Abraham hast du zum Stammvater deines Volkes gemacht.
Er ist zum Leitbild des Glaubens und Hoffens geworden.
Unbekannten hat er Gastfreundschaft gewährt
und so dich selbst bewirtet.
Du hast ihn gesegnet und zum Segen werden lassen für viele Völker.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hat dein Wohlwollen menschliche Gestalt angenommen.
Er hatte ein Herz für die Armen und Kranken,
für die von der Gesellschaft Ausgeschlossenen und die Sünder.
Allen, die das Reich Gottes suchten, brachte er Frieden.
Er ließ sie schöpfen aus den Quellen wahren Lebens
und stärkte sie mit deinem Wort.
Kehrvers
Dass auch wir deine Frohe Botschaft kennen
und ihre Kraft immer neu entdecken dürfen,
dafür danken wir Dir und singen wir Dir unser Lob:
Danklied, z. B. GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Du bedarfst nicht unseres Lobes,
es ist ein Geschenk deiner Gnade,
daß wir dir danken.
Unser Lobpreis kann
deine Größe nicht mehren,
doch uns bringt er Segen und Heil
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 4
Gott begleite uns mit seinem Segen.
Er mache uns frei von allem „du musst“ und „man tut“,
frei von einengenden Erwartungen anderer.
Er gebe uns Mut, den eigenen Weg zu gehen.
Er behüte uns,
so dass wir uns nie verlassen fühlen
und hilflos den Umständen ausgesetzt.
Offene Augen und Ohren schenke uns Gott,
dass wir seine Wunder jeden Tag erkennen
in all den unscheinbaren Dingen des Alltags.
Frieden gebe er uns
und ein Lächeln für jeden Tag.
Wenn wir uns selbst zu ernst nehmen,
schenke er uns ein großes Lachen.
Herausforderungen, die uns anregen,
funkelnde Gedanken,
starke Gefühle und genügend Ruhe
schenke er uns.
Jede Stunde, jeden Tag
möge er uns segnend nahe sein.
(nach einem alten irischen Segensgebet)
Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament
das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Seele und Leib gesunden.
Gib, daß wir
die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Erzählung vom Besuch der 3 Männer (Verse 1-8) bildet die Einleitung zu einem größeren Erzählkomplex. Sie beschreibt sehr anschulich orientalische Gastfreundschaft. Diese ist den Nomaden heilig und wird wie ein Ritus vollzogen. In der Bewirtung der Gäste begegnet der Gastgeber Gott selbst.
Ein zweites Motiv ist die Verheißung von Nahmkommenschaft. Die Aufnahme eines Gastes bringt nach orientalischer Vorstellung Segen. Hier wird der Segen vom Gast in der Verheißung eines Sohnes und damit des Fortbestandes der Familie ausgesprochen.
Im Hintergund steht das Motiv der Kinderlosigkeit. Sie bedeutet Armut und Fruchtlosigkeit des Lebens. Ohne Nachkommenschaft wird der Besitz und Erfolg nahezu bedeutungslos. Das Motiv der Kinderlosigkeit ist im Alten wie im Neuen Testament immer an entscheidenden Stellen anzutreffen. Es bereitet das außerordentliche Wirken Gottes vor. Das so erwartete Kind wird zum Retter und Erlöser.