Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Das Buch Jesus Sirach gehört zu den weisheitlichen Schriften unserer Bibel. In diesen Schriften begegnen uns Lebenserfahrungen in Form von Ratschlägen, Warnungen oder Vergleichen. Eine bedenkenswerte Kostprobe davon bietet die heutige Lesung.
Lesung aus dem Buch Jesus Sirach.
Im Sieb bleibt, wenn man es schüttelt, der Abfall zurück;
so entdeckt man den Unrat eines Menschen in seinem Denken.
Der Brennofen prüft Töpferware
und die Erprobung des Menschen geschieht
in der Auseinandersetzung mit ihm.
Den guten Boden eines Baumes bringt seine Frucht zum Vorschein;
so das Wort die Gedanken des Herzens.
Lobe keinen Menschen,
ehe du nachgedacht hast;
denn das ist die Prüfung für jeden!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Gut ist es, dem HERRN zu danken. - Kv
(oder GL 401)
Gut ist es, dem HERRN zu danken,
deinem Namen, du Höchster, zu singen und zu spielen,
am Morgen deine Huld zu verkünden
und in den Nächten deine Treue. - Kv
Der Gerechte sprießt wie die Palme,
er wächst wie die Zeder des Libanon.
Gepflanzt im Haus des HERRN,
sprießen sie in den Höfen unseres Gottes. - Kv
Sie tragen Frucht noch im Alter
und bleiben voll Saft und Frische;
sie verkünden: Der HERR ist redlich,
mein Fels! An ihm ist kein Unrecht. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Wenn sich aber dieses Verwesliche mit Unverweslichkeit bekleidet
und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit,
dann erfüllt sich das Wort der Schrift:
Verschlungen ist der Tod vom Sieg.
Tod, wo ist dein Sieg?
Tod, wo ist dein Stachel?
Der Stachel des Todes aber ist die Sünde,
die Kraft der Sünde ist das Gesetz.
Gott aber sei Dank,
der uns den Sieg geschenkt hat
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Daher, meine geliebten Brüder und Schwestern,
seid standhaft und unerschütterlich,
seid stets voll Eifer im Werk des Herrn
und denkt daran,
dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Paulus reagiert mit seinem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth auf Spaltungen und Missstände. Er sieht sich genötigt, zentrale Punkte seiner mündlichen Verkündigung noch einmal schriftlich zu verdeutlichen und an Verhaltensanweisungen zu erinnern, die sich daraus ergeben.
Seine Äußerungen zu Tod und Auferstehung sind in diesem Duktus zu verstehen und nicht etwa im Genre „Jenseitsvorstellungen“ einzureihen. Paulus interessiert es ganz offensichtlich nicht, wie ein Leben nach dem Tod bzw. der Auferstehung aussehen könnte. Hingegen hält er fest, dass der Glaube an die Auferstehung selbst ganz zentral, ja unabdingbar für den christlichen Glauben überhaupt ist: „… Ist aber Christus nicht auferweckt worden … nichts ist euer Glaube.“ (1 Kor 15,13f). Der Glaube an die Auferstehung ist dabei keine Vertröstung aufs Jenseits, sondern in erster Linie bedeutsam für das Leben im Diesseits: „Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot.“ (1 Kor 15,32b). Durch den Glauben an die Auferstehung spielt es eine Rolle, wie wir unser Leben gestalten und miteinander umgehen. Zugleich ist der Tod ein notwendiger Übergang, der zur Vollendung führt, weil er eben nicht das Ende ist, sondern „verschlungen wird vom Sieg“ der Auferweckung.
Die Auferstehung bzw. richtiger Auferweckung ist dabei ganz und gar Gottes Werk. Er ist es, der den Tod besiegt und ihm den Stachel zieht, d.h. durch seine Zuwendung zu den Menschen die Macht und Auswirkung der Sünde neutralisiert.
Durch seinen Rückgriff auf Jesaja und Hosea (1 Kor 15,54bf) reiht Paulus die Auferweckung Christi in die Geschichte Gottes mit seinem Volk ein. Er erinnert in prophetischer Manier daran, dass Gott sich selber treu bleibt und sich immer schon und weiterhin unermüdlich dafür einsetzt, dass die Menschen, die er nun einmal liebt, zu ihm finden. Denn in Jes 13,8f wird allen Völkern zugesagt, dass Gott den Tod für immer beseitigt, und „an jenem Tag wird man sagen: … auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt“. Bei Hosea hingegen heißt es: „Ich wollte sie vom Tod erlösen … doch ich habe kein Mitleid mit ihnen …, weil [sie sich] empört haben gegen … Gott“ (Hos 13,14; 14,1). Mit anderen Worten: Auch wenn Paulus seiner Gemeinde voll Zuversicht zusagt, dass Gott durch die Auferweckung Christi bereits „den Sieg geschenkt“ hat, ermahnt er sie zugleich, weiterhin „voll Eifer im Werk des Herrn“ zu sein. Der Glaube an die Auferweckung Christi und damit an die Macht und Zuwendung Gottes verheißt kein bequemes, aber ein sinnvolles Leben, dessen „Mühe nicht vergeblich ist“.
Dr. theol. Katharina Schmocker
Halleluja. Halleluja.
Haltet fest am Wort Christi;
dann leuchtet ihr als Lichter in der Welt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
sprach Jesus in Gleichnissen zu seinen Jüngern:
Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen?
Werden nicht beide in eine Grube fallen?
Ein Jünger steht nicht über dem Meister;
jeder aber, der alles gelernt hat,
wird wie sein Meister sein.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders,
aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen:
Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!,
während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst?
Du Heuchler!
Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge;
dann kannst du zusehen,
den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.
Es gibt keinen guten Baum,
der schlechte Früchte bringt,
noch einen schlechten Baum,
der gute Früchte bringt.
Denn jeden Baum erkennt man an seinen Früchten:
Von den Disteln pflückt man keine Feigen
und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben.
Der gute Mensch bringt
aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor
und der böse Mensch bringt
aus dem bösen das Böse hervor.
Denn wovon das Herz überfließt,
davon spricht sein Mund.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Jesus hatte sich mit seinem engeren Gefolge, den Jüngern und Jüngerinnen, auf einen Berg zurückgezogen. Mit ihnen hat er gebetet und aus ihrem Kreis hat er zwölf zu seinen Aposteln gewählt. Nun steigt er wieder in die Ebene herab, wo er von vielen Menschen erwartet wird, denen er sich zuwendet, zu denen er spricht.
In der vorliegenden Perikope wird die Mahnung von V. 37 „Richtet nicht …“ verfeinert. In unterschiedlichen Ansätzen werden die Menschen aufgefordert, sich selber zu prüfen, ihre Schwächen (und Stärken) zu erkennen und sich ihnen zu stellen, bevor sie anderen ihre Hilfe und Anleitung anbieten oder sogar aufdrängen.
Vom Bild her könnte die Mahnung, zuerst ‚den Balken aus dem eigenen Auge’ zu ziehen, an die beiden in die Grube stürzenden Blinden anschließen. Der eingeschobene Satz über Jünger und Meister verschiebt jedoch das Augenmerk von der Blindheit als „Behinderung“ eines Menschen auf die Einschränkung der Fähigkeit, andere zu leiten.
Auch wenn ein Bild nicht überstrapaziert werden sollte, zeigt doch die Erfahrung, dass ein blinder Mensch durchaus lernen kann, nicht ‚in eine Grube zu fallen‘. Ebenso ist der Fokus von V. 40 „ein Jünger steht nicht über dem Meister“ nicht eine Absage. Es ist eine „selbst bewusste (sich seiner selbst bewusste) Ermächtigung“, eine Zusage, dass ein Jünger alles erlernen und zu einem Meister werden kann. Doch selbst, wenn er seinen Meister überflügeln sollte, soll er sich dessen bewusst sein, dass er zunächst alles von diesem gelernt und daher nicht mehr (und nicht weniger) sein kann, als eben selbst ein Meister für einen anderen Schüler.
Ähnlich vermitteln auch die folgenden Verse, trotz des Vorwurfs ‚du Heuchler‘, nicht, dass es falsch wäre zu versuchen, den Splitter aus dem Auge eines oder einer Anderen zu ziehen – aber: nachdem die eigenen Augen überprüft und wenn sie heil sind.
Die abschließenden Verse verdeutlichen, dass es wichtig ist, die Voraussetzungen zu klären, um einer Enttäuschung der Erwartungen und der Versuchung, andere (oder sich) zu verurteilen, vorzubeugen. Man darf von Disteln nicht erwarten, dass sie Feigen tragen – allerdings durchaus, dass sie ihrer Art entsprechend gedeihen. Und man muss einem Baum Zeit lassen, überhaupt erst Früchte hervorzubringen, bevor und damit man seine Qualität erkennen kann.
Eine große Herausforderung des Textes ist, dass er nicht von der Möglichkeit, sondern von der Voraussetzung ausgeht, dass es nicht nur Menschen, die Böses tun, sondern böse Menschen an sich gibt. Darüber könnte man ins Gespräch kommen mit dem Verfasser und diese Aussage kontrovers diskutieren.
Dr. theol. Katharina Schmocker
Wenn wir Kritik üben, müssen wir zuvor auf uns selber schauen, aus welcher Haltung, aus welchen Motiven heraus wir über andere urteilen. Allzu leicht kritisieren wir jemand aus Überheblichkeit.
„Ich bin nicht anders als diese Frauen, die jahrelang der Prostitution nachgehen. Ich bin nicht besser als sie. Ich hatte es nur anders. Das Böse und die Versuchung lagen auch in mir.“ Liebe Schwestern, liebe Brüder, das war die Antwort einer Ordensfrau. Durch viele Jahre hatte sie sich der Sorgen dieser Frauen angenommen. Man hatte sie gefragt, wie sie es nur in dieser Arbeit so lange aushalten könne, ohne ganz zu verbittern. Diese Frau ist sich bewusst: es geht nicht an, andere Menschen einfach so zu verurteilen. Wir müssen erst die Lebensgeschichte, die Erfahrungen der Menschen und die Lebensumstände kennen. Erst dann können wir einen Mitmenschen beurteilen.
Dabei müssen wir immer wissen: Unser Urteil wird auch dann immer nur begrenzt sein. Gott allein kennt das Herz des Menschen. Allein Gott kann beurteilen, ob ein Mensch gut ist, also wie ein guter Baum, oder böse, also wie ein schlechter Baum. Was Jesus im Evangelium sagen will, drückt bereits eine indianische Weisheit aus: „Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.“
Es ist positiv, dass nun vielen in der Kirche bewusst wird, wie sehr Menschen in den vergangenen Jahrhunderten verletzt wurden. Sie waren vorverurteilt. Sie wurden an den Rand gedrängt. In den vergangenen Wochen haben viele dieser Menschen auf ihre Situation aufmerksam gemacht.
Nun könnte ich fragen: Muss ich jegliche Kritik unterlassen? Soll ich das Verhalten anderer einfach hinnehmen? Ich habe doch auch Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Jesus will mit seinem Wort vom Splitter im Auge des anderen und vom Balken im eigenen Auge deutlich machen: Wenn ich jemanden korrigieren will, wenn ich einen auf einen Fehler hinweisen möchte, dann muss ich das mit Demut tun. Dann muss ich zuerst mich selber, mein eigenes Herz prüfen.
Vor allem ist die Frage wichtig: Kritisiere ich am anderen das, was mir an mich selber nicht gefällt? Kritisiere Fehler bei anderen, die bei mir ebenso da sind. Darauf haben schon die geistlichen Wüstenväter hingewiesen. Die Mitmenschen sind für uns oft Spiegelbilder. Es ist sicher ein guter Dienst, den Mitmensch auf Fehler hinzuweisen. Klöster kennen die Einrichtung der „Correctio fraterna“. Doch immer muss das in der Haltung geschehen, auch ich bin ein Mensch mit Fehlern, die ich nicht bemerke. Auch ich bin nicht nur ein Engel und nicht nur ein Teufel.
Wie oft aber wird gnadenlos draufgehauen. Wenn ein Mitmensch einen Fehler macht, wird das an die große Glocke gehängt. Wie schnell suchen wir für Katastrophen Sündenböcke, Schuldige. Auch PolitikerInnen werden oft kritisiert. Doch auch dann, wenn die Kritik berechtigt ist: Wer macht sich die Mühe, sich in deren Lage hineinzuversetzen? Wer denkt daran, dass sie sich einsetzen für das Wohl der Menschen? Wer denkt an die große Verantwortung?
Die Lesung aus dem Buch Jesus Sirach wie auch das Evangelium zeigen uns: Wir müssen vorsichtig sein, wenn wir andere beurteilen. Was Jesus sagt, das können wir an uns selber prüfen. Wovon spreche ich? Es gilt für mich ebenso wie für andere: wovon ist mein Herz voll? Ist es voll Bosheit, voll Einbildung anderen gegenüber oder von Wohlwollen und Respekt getragen.
Ganz gleich in welchen Lebensumständen ich lebe: Ich kann mein Herz bilden. Dazu kann es auch gehören, mir von Mitmenschen etwas sagen zu lassen. Ich kann mich den Worten Jesu stellen. Oft ertappe ich mich bei den Gedanken: So wird es wohl nicht gemeint sein. Aber was wir heute hören, ist so gemeint. Wir sind dafür verantwortlich, ob in unseren Herzen Gutes ist oder Böses. Versuchen wir in der Haltung zu leben, wie sie die Ordensfrau ausgedrückt hat. Wir haben es oft nur anders oder wir hatten es oft nur anders. Es gilt bei mir anzufangen, wenn ich die Welt oder andere verbessern will.
Geschichten werden viele erzählt, doch welche sind wahr? Die Frage nach der Wahrheit stellt sich gegenwärtig in zugespitzter Weise. Schein, Wirklichkeit und Heuchelei sind uralte Themen. Im Fasching werden sie gerne aufs Korn genommen. Folgen sollte die Umkehr.
Am Ende der Faschingszeit – durch die Pandemie sehr gedämpft, obwohl gerade jetzt der Eindruck entsteht, dass wir ganzjährigen Fasching haben - konfrontieren uns die Texte dieses Sonntags mit dem Themenkreis „Sünde in Gedanken, Worten, Werken“, wobei hier eher Verhaltensweisen zur Sprache kommen.
Das beginnt schon mit der 1. Lesung aus der Weisheitsliteratur: „Im Sieb bleibt … der Abfall zurück, so entdeckt man den Unrat eines Menschen in seinem Denken.“ (Sir 27,4). Bereits der erste Satz ist hochaktuell, was da gerade jetzt durch Populisten zur Sprache kommt, so als ob es ein Bildungsbürgertum und eine Zeit der Aufklärung nie gegeben hätte. Wir werden mit Fake News, Gerüchten und Lügen in sozialen Medien und in Bekannten- und Verwandtenkreisen konfrontiert.
Das war aber auch schon zur Zeit des griechischen Philosophen Sokrates (469-399 v. Chr.) so, auf den die folgende Geschichte zurückgehen soll: „Aufgeregt kommt ein Mann zu einem Weisen gerannt: ‚Ich muss dir etwas erzählen… Dein Freund…‘ Der Weise unterbricht ihn: ‚Halt! Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt? ‚Welche drei Siebe?‘ fragt der Mann verwundert. ‚Lass uns prüfen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe passt. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist das, was du mir erzählen willst, wahr?‘ ‚Na ja‘, sagt der Mann, ich habe es selbst erzählt bekommen und…‘ ‚Na gut, aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Mit dem Sieb der Güte. Wenn es schon nicht sicher wahr ist, ist es wenigstens gut?‘ Der Mann zögert: ‚Nein, im Gegenteil…‘ ‚Dann lass uns auch das dritte Sieb anwenden: Ist es wichtig und notwendig, es mir zu erzählen?‘ Räumt der andere ein: ‚Notwendig nicht unbedingt…‘ Lächelt der Weise: ‚Wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es lieber sein und belaste weder dich noch mich damit.‘“ Hier stehen Wahrheit gegen Lüge und / oder Halbwahrheiten.
Albert Camus (1913-1960) schreibt in seinem Roman „Die Pest“: „Die einzige Art gegen die Pest zu kämpfen ist die Ehrlichkeit.“ Es scheint so, dass mit der Pandemie verstärkt die „Pest des Wortes“ ausgebrochen ist. Darüber gibt es keine Zahlen, was aber bei dem jetzigen Datenausfall kein Wunder wäre. „Die Wahrheit wird euch befreien.“ (Joh 8,32). Sie wird erst dann von der Lüge befreien, wenn die Angst überwunden ist und man der Realität ins Auge blicken kann, wenn mühsam, aber doch Vertrauen aufgebaut wird.
Damit kommen wir zur zweiten Lesung des 1. Korintherbriefs. „Der Stachel des Todes ist die Sünde.“ Sie ist nichts anderes als bewusste Abkehr / Absonderung von der Liebe Gottes, denn Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6). Das heißt: in der Spur Jesu bleiben, ihm nachfolgen.
Die Feldrede, wieder ein Teil des Evangeliums, gibt Hinweise in Sprüchen und Bildern, was man tun soll. Es sind Vergleiche aus dem Alltagsleben der Zeit Jesu. Der Text berichtet von falscher und wahrer Frömmigkeit. Auch hier gibt es zahlreiche Beispiele aus Kirchengeschichte und Literatur. Vielleicht kennen Sie das Theaterstück vom Bühnenautor Moliere (1622-1673). Es ist das Charakterstück „Tartuffe“ (Der Heuchler). Dem Dichter gelingt es, Komödien zu Tragödien zu machen. Es geht um einen scheinbar strenggläubigen, in Wahrheit herrschsüchtigen, raffgierigen und lüsternen Schwindler, auf den viele Menschen hereinfallen und dem es gelingt, für ihn peinliche Situationen diese durch Reue wegzuheucheln. So stellt Moliere auf diese Weise ein Musterbeispiel doppelter Moral dar, was Heiratsgeschichten und Erbschleicherei betrifft. Moliere kritisiert auf humorvolle Art Amtsträger in einer Gesellschaft, die mit religiösem Fanatismus und mit Hilfe der Religion die breit angelegte Heuchelei aufs Korn nimmt. Auf Druck des höfischen Adels musste das Stück sofort abgesetzt werden. Damals wie heute: Moliere hat sich wundgerieben an der Unbarmherzigkeit der Frommen.
Die Faschingszeit bietet Gelegenheit, Unzulänglichkeiten bei Menschen verzerrt und übertrieben darzustellen und auch gute Chancen zu sehen, wo bei uns persönlich auch schiefe Optik dargestellt wird, Gewissenserforschung ist gefragt, die gleich hinter der Kirchentür, also im profanen Bereich beginnen kann.
Es ist mal wieder Fastnachtszeit
Alleh hopp und Helau ihr lieben Leit,
es ist mal wieder Fastnachtszeit.
Doch seit Donnerstag ihr Jecken,
bleibt das Lachen mir im Halse stecken.
Dieser größenwahnsinnige Depp aus Russland,
der hat wohl überhaupt keinen Anstand
und denkt er wär alleine auf der Welt
weshalb nur seine eigene Meinung zählt.
Über viele Wochen hat er schon gedroht
Und vernachlässigt jedes Friedensangebot.
Jetzt kamen zu den Worten auch noch Taten,
gescheitert ist alles bisherige Beraten.
Will er vielleicht die Geduld nur testen?
Ich sage: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten!
Doch die Krise macht uns Sorgen,
was wird aus der Welt, heute und morgen?
Jetzt wo sprechen die Waffen
Sollten wir es doch endlich raffen,
wo nur noch zählen Ego, Geld und Macht,
da hat die Diplomatie zu kurz gedacht.
Die Not der Menschen im Herz mich bewegt,
hoffentlich werden bald die Waffen wieder niederlegt!
Wir wollen doch leben und feiern und lachen
Und uns nicht über Vergeltung Gedanken machen.
Denn mit dem Balken im eigenen Auge,
das ist es, woran ich wirklich glaube,
da hätte jeder genug anzuschauen
und bräuchte keine Waffen zu bauen,
denn wirklich verändern ihr lieben Leute,
kann ich nur mich selbst, und zwar am besten – noch heute!
Das gilt für die Politik und auch im Kleinen,
nur wer umkehrt ist mit sich im Reinen.
Drum: Putin hör auf große Reden zu spucken
Zieh deinen Balken, dann kannst du viel besser gucken.
Doch auch die Kirche sollte erkennen,
und die eigenen Balken endlich benennen.
Klerikalismus und Machtmissbrauch
Gibt es in frommen Kreisen auch
Und das obwohl man ständig hört,
dass der Splitter beim andern gar nicht stört.
Vielmehr geht es um die eigene Schuld,
doch damit haben wir ganz viel Geduld.
Wir reden von Moral und besserem Leben,
anstatt auf die Hilfsbedürftigen acht zu geben,
die eigene Weste soll weiß und sauber bleiben,
das tut inzwischen die Leut aus der Kirch vertreiben,
denn Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit ihr Lieben Leut,
das wird überall gefordert heut.
Drum gilt es nicht nur zu reden, sondern zu handeln,
und sich in eine Kirche der Nächstenliebe zu wandeln.
Es gilt die Not des andern zu sehen
Und daran nicht vorüber zu gehen.
Die Richtung zeigt uns Jesus an,
sie gilt für jeden, Frau und Mann.
Und weil die Botschaft allen gilt,
mir schon seit Jahren der Kragen schwillt.
Die Botschaft gilt allen, Groß und Klein,
drum lasst Frauen endlich Priester sein,
sie hätten uns so viel zu geben und zu sagen
wir sollten als Kirche diesen Schritt mutig wagen.
Ganz ohne Corona kommt meine Rede nicht aus,
es hat uns begleitet, tagein und tagaus.
Es wurde geredet, geschützt und geimpft,
auf die Medizin und die Politik geschimpft,
es wurde demonstriert und die eigenen Rechte betont,
wieso werden die Geimpften für ihre Tatkraft belohnt?
Doch wieso nicht ihr lieben Leit,
letzten Sommer hatten alle Zeit,
doch keiner wollte damals zum Impfen gehen,
jeder wollte es ohne Spritze überstehen,
doch als die nächste Welle kam,
da schlugen sie ganze schnell Alarm.
Wieso dürfen die das und wir nicht?
dabei wär Impfen Bürgerpflicht,
denn nur wenn wir zusammenhalten,
können wir die Zukunft auch gestalten,
wir können dann dem Virus trotzen,
denn eine weitere Welle wär zum Kotzen!
Also zieht den Balken, damit ihr könnt sehen,
welchen Weg es sich lohnt zu gehen.
Dann geht mutig, Schritt für Schritt
Und nehmt die Alten und Schwachen mit,
So wird erfahrbar Gottes Reich,
hier und heute, für alle jetzt gleich.
Das Leben ist schön, das Leben ist bunt,
sei fröhlich und heiter, das hält dich gesund.
Streck deine Wurzeln in die Tiefe hinein,
zieh Gottes Quelle und Kraft in dich ein,
dann kannst du wachsen, blühen und reifen
im Leben die Initiative ergreifen.
Dann können wir ernten gute Früchte
Verstummen werden die bösen Gerüchte.
Träumt mit von einer herrlichen Welt
Allem Zerstörerischen in den Weg euch stellt.
Folgt Jesus nach, der weiß wies geht,
am dritten Tag er aufersteht,
selbst Kreuz und Tod kann ihn nicht schrecken,
so will auch uns er auferwecken.
Ich träume von einer Pfarrei mit Freude und Offenheit,
das wäre weit mehr als ständig nur Betroffenheit,
eine Gemeinde, die gemeinsam und mutig die Zukunft gestaltet,
und nicht nur die Vergangenheit bewahrt und verwaltet.
Damit Lebendigkeit wachsen kann,
dabei packen alle an.
Denn das ist die Botschaft, die Jesus verkündet,
es ist mein Traum, dass die niemals verschwindet.
Dem Leben auf der Spur, in seinem Namen,
dann sag ich hoffnungsvoll: Alleh hopp und Amen.
(c) Dekan Eric Klein
Pfarrer-Peter Straße 1
66440 Blieskastel Lautzkirchen
Eric Klein <Eric.Klein@bistum-speyer.de>
Gereimte Predigt zum Faschingsonntag
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Ja, ihr lieben Schwestern und Brüder, liebe Leute,
die ihr gekommen seid auch heute
Ihr habt Gottes Wort gehört...
vielleicht hat euch manches da gestört...
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht,
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Schon am letzten Sonntag war das Evangelium schwer zu verstehen...
nachdenklich mussten viele nach Hause gehen...
Nicht immer ist Jesus Botschaft ein Vergnügen...
wer das verschweigt, will euch nur betrügen
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Da hörten wir von Feindesliebe,
wir verteilen oft nur Hiebe.
Da sollen wir leihen ohne es zurückzuverlangen
Aber die meisten von uns geraten da ins Bangen…
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht,
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Die Lesung und das Evangelium sind oft erbaulich,
doch heute sind sie nicht leicht verdaulich,
denn klar und deutlich hat schon Jesus Sirach gesehen,
dass wir niemals ohne Fehl und Tadel durchs Leben gehen.
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Wie geläutert werden muss der Ton in Hitze und Glut,
so sage man auch nicht zu leicht über einen Menschen, er sei gut...
Wie gute Früchte nur ein guter Baum uns schenkt
nur ein guter Mensch seine Wege richtig lenkt....
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
O, wie ist das für Jesus bitter,
wenn wir nur sehen im Auge des andern den Splitter
im eigenen aber den Balken nicht spüren...
ein Blinder kann keinen anderen Blinden führen...
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Jeder trägt seinen blinden Flecken
meinen wir etwas, wir könnten uns vor Gott verstecken
bei den eigenen Fehlern gilt es t anzufangen,
dann erst können wir in sein Reich gelangen...
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Wir müssen sein und bleiben bescheiden,
denn das kann der Herrgott wirklich leiden...
Zuerst müssen wir vor der eigenen Haustür kehren,
wenn wir die Welt über Gottes Weg wollen lehren...
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Von Disteln gibt es keine Feigen,
ein Dornstrauch kann keine Trauben zeigen...
Wer sein Leben im Glauben, in der Liebe und Hoffnung lebt,
immer nach guten Früchten strebt.
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Wir sollten die guten Früchte lieben,
sie sind in der Bibel aufgeschrieben...
zu Liebe, zu Frieden, zur Langmut, und zur Freundlichkeit,
seid alle immer froh bereit.
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Die Güte, die Treue, die Sanftmut und die Enthaltsamkeit,
bezeugen den Geist von Jesus jederzeit...
Ein Mensch mit einem guten Herzen,
wird sein Leben mit Bösem nicht verscherzen
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund,
nur gute Worte und Werke machen die Welt heil und gesund,
Vieles in der Welt macht uns große Sorgen,
wie wird sie sein, die Welt von morgen...
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Leider geschieht es wieder hier und überall,
ausfällt auch in diesem Jahr der Karneval...
Omikron treibt hoch die Infiziertenzahl...
Abstandhalten und Maske tragen – wir haben keine andere Wahl
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Wie gerne hätten wir getrunken und gegessen,
das müssen wir in diesem Jahr erneut vergessen...
lasst uns aus Corona Omikron das Beste machen
ich hoffe, kommendes Jahr wir dürfen wieder lachen
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Ab Aschermittwoch wollen wir gerne daran denken,
Gott allein kann uns Heil und Leben schenken,
Am Mittwoch beginnt die jährliche Fastenzeit
dann machen wir uns fürs Nachdenken bereit
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Fragen wir uns, was ist für uns Gottes Wille,
suchen wir dazu auch mal die Stille
Denken wir nach über unser Denken und Handeln,
damit wir mehr auf Gottes Wegen wandeln...
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Jesus hat die Liebe Gottes gebracht,
weil sie allein das Leben glücklich macht...
Wir brauchen Mut zum Hören, für das, was Jesus spricht
Was er uns sagt, das leben wir oft nicht
Helau...
Sonntagsgruß in Reimen
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Leute!
Ein Sonntagsgruß kommt wöchentlich, so auch heute.
Nur ist dieser Sonntag wichtig für Narren,
von denen einige vielleicht darauf harren,
wieder verkleidet auf der Straße zu sein,
zu schauen die Freude von groß und von klein.
Nur krank oder alt oder anderswie mit Schmerzen
fällt Lachen schwerer. Doch manchmal im Herzen
entsteht doch ein Lächeln, ein leises Ha!
Und Sie merken dann: Ich lebe noch. Ja!
„Wie geht es Ihnen?“ werden Sie täglich gefragt,
und manche Antwort – so unter uns gesagt
ist nicht immer ehrlich. Denn hab ich den Mut,
einem Menschen zu sagen: „Mir geht es nicht gut“,
wenn er keine Zeit hat, darauf einzugehen,
wenn ihm für mich nur Minuten zustehen?
Da ist es leichter, sich nicht dran zu stören,
wenn die Frager eigentlich nur wollen hören,
was sie nicht belastet. Drum ist’s ihnen recht
wenn wir sagen: „Mir geht es nicht schlecht.“
Doch wie geht es wirklich? Kommt es schon mal vor,
dass jemand Sie fragt und ist dann ganz Ohr
für Ihre Worte und die kleinen Zeichen
mit denen es geht, die Seel‘ zu erreichen?
Dann spüren wir alle: Die Zeit bleibt fast stehen
und etwas kann zwischen Menschen geschehen,
was den Tag krönt. Und manchmal gilt sogar noch nach Wochen
wenn ich daran denke, spür ich im Kopf und Herz das Pochen.
Es gab einen Arzt, Lukas mit Namen
Der in Jesu Worten entdeckte den Samen
für gute Regeln und sprechende Bilder
auch wenn er mal sah: Es wird immer wilder.
Er sammelte sie und gab sie dann weiter
für jede Stimmung, ob traurig, ob heiter.
Ein guter Baum bringt Früchte gut.
Das gibt vielleicht uns dann den Mut,
dem Nächsten den Respekt zu schenken
und positiv von ihm zu denken.
Wenn ich das kann, dann lebt in mir
die Sehnsucht auch zu sagen: Wir!
Wir glauben, wir hoffen, bekommen auch mit
dass ein guter Mensch in unsere Mitte tritt.
Er ist dann die Frucht, die für uns gedacht.
Welche Werte der Eltern haben ihn gemacht
zu einem, der uns in der Traurigkeit lehrt:
Auch für dich gibt es Segen. Der wird nicht verwehrt.
Sie mögen ihn finden, wenn die Kräfte erlahmen.
Das wünsch ich für Sie. So sei es. Amen!
Das Evangelium stellt uns vor eine Sammlung von Sprüchen und Aussprüchen Jesu. Aus dem Reichtum dieses Schatzes gilt es, das Gute hervorzuholen.
Jesus versucht unermüdlich, die Güte und Barmherzigkeit Gottes aufzuzeigen. Er lebt vor, dass eine solche Haltung bleibende Früchte trägt.
Im Leben gibt es Gutes und Böses nebeneinader. Es gilt das Böse auszusieben. Das gute muss jedoch erst zur Entfaltung gebracht werden, damit es gute Früchte bringt.
Sonntagsgruß an Karneval zu "Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?" (Lk 6,41)
Fasnet-Predigt in Reimen zum Evangelium Lk 6,39-45 für eine Gemeinde.
Lieder:
GL 383: Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt (2. Str.)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen; du schaust mein Wesen ganz
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens hier auf Erden bin
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren (3. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg
GL 457: Suchen und fragen, hoffen und sehn
GL 458/459: Selig seid ihr
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 467: Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde
GL 543: Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit
Psalmen und Kehrverse:
GL 31: Selig der Mensch, der seine Freude hat, seine Freude an der Weisung des Herrn. - Mit Psalm 1 - IV.
GL 51: Wie groß sind deine Werke, o Herr, wie tief deine Gedanken. - Mit Psalm 92 - I.
GL 401: Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. Mit Psalm 15 (GL 34,2) oder mit Psalm 65 (GL 45,2) - VI.
Das Herz ist ein lebenswichtiges Organ. Das Herz ist auch ein Bild dafür, wie wir sind, ob wir lieben oder ob wir hassen, ob wir gut sind oder böse. Gottes Wort will unser Herz bilden, es erneuern, es gut machen.
Bringen wir Gott unser Leben, unser Herz, dankbar für alles Gute und für alle Liebe, die sich darin gebildet hat, und bitten wir um sein Erbarmen, wo in unserem Herzen Böses ist.
Herr Jesus Christus,
deine Worte regen zum Nachdenken an.
Weisen wir deine Worte zurück?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
deine Worte sind wie Wasser, das unseren Lebensbaum heilt.
Nehmen wir deine Worte auf?
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
dein Mund sprach oft Worte der Liebe, weil dein Herz voller Liebe war.
Bilden wir unser Herz nach deinem Herzen?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
Sorge um uns erfüllte dein Herz.
Herr, erbarme dich.
Alle Möglichkeiten zum Gut-Sein sollen wir ausschöpfen.
Christus, erbarme dich.
Mit deiner Gnade willst du uns dabei unterstützen.
Herr, erbarme dich.
Es erbarme sich unser der Herr.
Er lenke unsere Gedanken und lege seine Gesinnung in unser Herz,
damit es viele gute Früchte bringt. – Amen.
Allmächtiger Gott,
deine Vorsehung bestimmt den Lauf der Dinge
und das Schicksal der Menschen.
Lenke die Welt in den Bahnen deiner Ordnung,
damit die Kirche
in Frieden deinen Auftrag erfüllen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Dienstag der 1. Woche
MB Die Bittmesse
Herr Jesus Christus,
wir alle wollen gut sein.
Doch wir brauchen dazu deine Hilfe.
Wir brauchen deine Worte und auch dein Beispiel.
Denn was du sagtest, hast du mit Leben erfüllt.
Hilf uns unser Leben so zu gestalten,
dass es uns erfüllt und deine Liebe ausstrahlt.
Bilde unser Herz, damit Gutes darin entsteht
und das Böse immer weniger wird. - Amen.
Das Pastoralamt der ED Wien, Abteilung Bibel-Liturgie-Kirchenraum, stellt den Gemeinden folgende Fürbitten für die Gottesdienste zur Verfügung:
Die Nachrichten und Bilder,
die uns in den vergangenen Tagen
aus der Ukraine erreicht haben,
haben viele fassungslos gemacht.
Die Welt hat sich an diesem Donnerstagmorgen
plötzlich anders angefühlt.
So bringen wir vor dich, guter Gott,
unsere Bitten.
Für alle, die um ihr Leben fürchten.
Für alle, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.
Für alle, die ihre Heimat verteidigen.
Für alle, die ausgeschickt werden ein anderes Land anzugreifen.
Für alle, die nur in der Flucht ihre Zukunft sehen.
Für alle, die Menschen in Not helfen.
Für alle, die der Krieg traumatisiert.
Für alle, die versuchen zu verstehen.
Für alle, die gegen Ungerechtigkeit aufstehen.
Für alle, die sich instrumentalisieren lassen.
Für alle, die um Lösungen am Verhandlungstisch ringen.
Für alle, die nur auf ihrem eigenen Weg beharren wollen.
Für alle, die getötet wurden.
Für alle, die um Verstorbene trauern.
Allmächtiger Gott,
du Gott des Lebens und des Friedens
dich loben und preisen wir in Ewigkeit. Amen
liturgie@edw.or.at, www.liturgie.wien
Zu unserem Herrn Jesus Christus, der unsere Herzen gewinnen will und sie erneuern will, rufen wir:
Schenke allen Menschen deine Zuwendung, die keine Liebe erfahren…
Sei den Kindern und Jugendlichen nahe, die anderen, besonders ihren Eltern gleichgültig geworden sind…
Heile die Wunden aller, die unter der Boshaftigkeit anderer leiden müssen…
Mache allen immer wieder neuen Mut, umzukehren…
Erfülle mit Heiligem Geist alle, die über andere zu urteilen haben…
Sieh in Liebe auf das Leben aller Verstorbenen und nimm sie in deine Liebe auf…
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Als Gottes Geschöpfe und seine Kinder tragen wir etwas von seiner göttlichen Güte in uns. Damit sind auch wir herausgefordert, Gutes zu tun und gute Früchte hervorzubringen.
Um seine Hilfe dazu lasst uns ihn bitten:
Für alle, die bereit sind, sich nach der bevorstehenden Pfarrgemeinderatswahl in diesem Dienst zu engagieren und damit Verantwortung für die Weitergabe des Glaubens zu übernehmen.
Für alle Personen öffentlichen Interesses, die mit freundlich respektvollen Umgangsformen und einem wohlwollenden Blick aufeinander unsere demokratische Gesellschaftsordnung stärken.
Für alle, die zu Unrecht verdächtigt und vorverurteilt werden.
Für uns selbst um einen selbstkritischen Blick, das Bemühen um eine Fehlerkultur und den Mut zu Veränderung.
Für alle, die mit den großen Tabuthemen menschlichen Lebens wie Krankheit und Tod ringen um Trost und Hilfe aus dem Glauben.
In dir, Herr, sind alle Mühen unseres Lebens nicht vergebens durchlitten.
Im Überfluss deiner Güte wandelst du unsere menschlichen Schwächen in Gutes.
Dir gebührt aller Dank und Ehre hier und jetzt und in Ewigkeit. - Amen.
Gütiger Gott,
du selber hast uns die Gaben geschenkt,
die wir auf den Altar legen.
Nimm sie an als Zeichen unserer Hingabe
und gib uns die Kraft
zu einem Leben nach deinem Willen,
damit wir einst den ewigen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
dieses heilige Opfer helfe uns,
daß wir den alten Menschen ablegen
und den neuen anziehen,
der nach deinem Bild geschaffen ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB
Herr Jesus Christus,
dein Herz war voller Liebe,
darum lebtest du für uns.
Dein Herz war voller Liebe,
darum bist du uns nahegekommen.
Dein Herz war voller Liebe,
darum gabst du dein Leben.
Brot und Wein sind Zeichen,
dass du voller Liebe
deinen Leib und dein Blut geopfert hast,
für uns.
Mit dir Mahl zu feiern – das soll unsere Liebe stärken. - Amen.
Kehrvers
Dir sei Preis und Dank und Ehre.
(GL 670,8)
Guter Gott,
wir haben allen Grund dir zu danken.
In Weisheit hast du die ganze Welt ins Dasein gerufen
und sie mit einer Ordnung ausgestattet,
die uns immer neu staunen lässt.
Kehrvers
Deine Gebote ordnen unser Leben,
sie schaffen Frieden und Gerechtigkeit
und führen uns zu ewigem Leben.
Kehrvers
Du gibst uns, deinen Geschöpfen, Anteil an deiner Weisheit,
schenkst Klugheit und Einsicht,
die kostbarer sind als Gold oder Silber,
und die Gesundheit und Schönheit an Wert übersteigen.
Kehrvers
Du sendest dein Wort aus.
Dein Wort ist Wahrheit und Weisheit,
lebendig und kraftvoll durchdringt es Seele und Geist.
Kehrvers
In Jesus hast Du allen, die ihm nachfolgen,
Anteil am Erbe und Reichtum der Kinder Gottes gegeben.
Darum preisen und danken wir dir
und bringen wir dir mit der ganzen Schöpfung unseren Lobpreis dar:
Danklied, z. B. Dank sei dir Vater für das ewge Leben (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen deinen heiligen Namen.
Denn jetzt ist die Zeit der Gnade,
jetzt sind die Tage des Heiles.
Du hilfst uns, das Böse zu überwinden,
du schenkst uns von neuem die Reinheit des Herzens.
Du gibst deinen Kindern die Kraft,
in dieser vergänglichen Welt
das unvergängliche Heil zu wirken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dich
in deiner Kirche und vereinen uns
mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig...
MB Fastenzeit 2
(nicht approbierter Studientext)
In Wahrheit ist es recht,
dich den ewigen Gott, zu preisen,
es ist gut, dir zu danken.
Denn du hast uns aus Liebe geschaffen
und zur Liebe berufen.
Du schenkst uns die Gnade,
dir mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele
und mit ganzer Kraft anzuhangen
mit unserem Herrn Jesus Christus.
Darum preisen wir dich mit allen,
die du erschaffen hast,
und singen das Lob deines Namens:
Heilig...
Das Pastoralamt der ED Wien, Abteilung Bibel-Liturgie-Kirchenraum, stellt den Gemeinden folgendes Friedensgebet für die Gottesdienste zur Verfügung:
Nach dem Gebet des Herrn lädt der Priester mit folgenden Worten zum Friedensgebet ein:
In den vergangenen Tagen
ist vielen wieder bewusst geworden,
wie zerbrechlich Friede sein kann;
der Friede im Kleinen, wie im Großen;
der Friede zwischen uns,
zwischen Nationen
und in der Welt.
Deshalb bitten wir:
Mit gefalteten Händen:
Herr Jesus Christus, Friedensfürst,
schau nicht auf unsere Sünden,
sondern auf den Glauben deiner Kirche
und schenke ihr nach deinem Willen
Einheit uns Frieden.
liturgie@edw.or.at, www.liturgie.wien
Christus spricht:
Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt,
daß ihr euch aufmacht und Frucht bringt
und daß eure Frucht bleibt.
(vgl. (Joh 15,16)
Oder:
Christus spricht:
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht.
(vgl. Joh 15,5)
Gottes Wort
zeigt die Richtung
Gottes Kraft
stärkt in schwachen Zeiten
Gottes Freiheit
löst die Fesseln des Ichs
Gottes Klarheit
bewahrt vor Heuchelei
Gottes Weisheit
führt die rechten Wege
Gottes Geist
treibt an zur Güte
Gottes Liebe
lädt ein zum Handeln
Gottes Hand
trägt durch die Zeit
Barmherziger Gott,
du hast uns in diesem Mahl
die Gabe des Heiles geschenkt.
Dein Sakrament gebe uns Kraft in dieser Zeit
und in der kommenden Welt das ewige Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
MB Donnerstag der 5. Woche der Fastenzeit
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
die heilige Speise, die wir empfangen haben,
durchdringe uns mit ihrer Kraft.
Sie vertiefe unseren Glauben,
mache stark unsere Hoffnung
und entzünde unsere Herzen zu Werken der Liebe.
Lass das göttliche Leben, das du uns geschenkt hast,
sich entfalten und Frucht bringen für das ewige Leben.
Darum bitten wir…
MB Schlussgebete zur Auswahl 10
Herr Jesus Christus,
du sendest uns aus.
Wir wollen gute Früchte bringen.
Öffne unsere Herzen
für dich,
für unsere Mitmenschen.
Segne uns, damit alles, was wir denken,
was wir reden,
was wir tun,
aus dem liebenden Herzen kommt,
in dem du wohnst. - Amen.
Auf ein Wort der Christen,
die Welt hat eine Frage.
Die Welt kann nicht warten.
Die Welt hat eine Antwort,
die sich leben lässt.
Die Welt stirbt am Krieg!
Herr, gib den Mut zur Antwort.
Die Antwort heißt: FRIEDE!
Und Friede ist möglich.
Friede konkret:
Tun, was man kann
Den ersten Platz nicht begehren
Die Drohung nicht aussprechen
Den Freund nicht verraten
Den Gegner nicht verhöhnen
Den Eigennutz unterordnen
Das Trennende ausräumen
Die andere Meinung achten
Den Schlag nicht zurückgeben
Die Beleidigung zurücknehmen
Den Krieg ächten
Auf Ausgleich drängen
Den ausgebrochenen Krieg beenden
Nachteile in Kauf nehmen
Unrecht verabscheuen
Guten Rat annehmen
Tun, was man kann.
Herr, gib den Mut zur Antwort.
Die Antwort heißt FRIEDE!
Und Friede ist möglich
Kurtmartin Magiera in: Beten im Alltag, Action 365, Frankfurt.
Jemand hat zu mir gesprochen
Und nicht an mir vorbei.
Jemand hat sich mit mir eingelassen
Und nicht das Risiko gescheut.
Jemand hat mir zugehört
Und nicht auf die Uhr gesehen.
Jemand hat sich mir zugewandt
Und nicht ungeduldige Augen gemacht.
Jemand hat mich mitgenommen
Und nicht sitzen gelassen.
Jemand hat sich helfen lassen
Und nicht stolz abgelehnt.
Jemand hat sich als Christ bewährt.
Aus: Josef Dirnbeck / Martin Gutl, Ich begann zu beten. Styria Verlag Graz / Wien / Köln 1973.
Fromme Leute lesen täglich Bibel
Fromme Leute machen niemals blau
Fromme Leute klauen keine Löffel
Fromme Leute fluchen nicht im Stau
Fromme Leuteme lächeln immer freundlich
Fromme Leute sind niemals obszön
Fromme Männer gucken keine Pornos
Fromme Frauen sind ohne Schminke schön
Lieber Gott, mach mich fromm, daß ich in den Himmel komm -
Oder nein, laß es sein, vielleicht will ich gar nicht rein
Was meinst du denn dazu, die Frage läßt mir keine Ruh:
Muß denn das alles so sein?
Fromme Leute gehen in die Kirche
Fromme Leute kleiden sich adrett
Fromme Leute singen fromme Lieder
Fromme Bräute geh?n allein ins Bett
Fromme Leute nehmen keine Drogen
Fromme Leute sind total verklemmt
Fromme Frauen kriegen viele Babys
Fromme Männer gehen niemals fremd
Lieber Gott, mach mich fromm, daß ich in den Himmel komm -
Oder nein, laß es sein, vielleicht will ich gar nicht rein
Was meinst du denn dazu, die Frage läßt mir keine Ruh:
Muß denn das alles so sein?
Christen haben's schwer, nehmen's nicht leicht
Außen hart und innen ganz weich
Wann ist ein Christ ein Christ ?...
(gesprochen): Fromme Leute stehen voll auf Fisch - (und Pudding!)
Fromme Leute missionieren gerne
Fromme Leute hüten die Moral
Fromme Leute geh?n nicht in die Disco
Fromme Leute beten vor dem Mahl
Fromme Leute sammeln gern Kollekte
Fromme Leute lesen niemals Brecht
Fromme Frauen sind meistens Krankenschwestern
Fromme Männer haben immer Recht
Fromme Leute mögen keine Heiden
Fromme Leute vermeiden FKK
Fromme Leute sündigen nur selten
Fromme Leute sind dem Himmel nah
Fromme Leute hör?n Duo Camillo
Fromme Leute machen niemals schlapp
Fromme Frauen dienen in der Küche
Fromme Männer treiben niemals ab
Lieber Gott, mach mich fromm, daß ich in den Himmel komm -
Oder nein, laß es sein, vielleicht will ich gar nicht rein
Was meinst du denn dazu, die Frage läßt mir keine Ruh:
Muß denn das -
Muß das denn
Muß das so sein?
https://musikguru.de/duo-camillo/songtext-fromme-leute-271888.html
Songtext von Duo Camillo. Duo Camillo ist ein christlich orientiertes Musikkabarett. Es besteht aus Martin Schultheiß, einem promovierten Physiker mit klassischer Klavierausbildung, und Fabian Vogt, einem Sonderpfarrer für kreative Gemeindearbeit mit Gesangsausbildung.
Manche Menschen interpretieren diesen Balken im Auge als eigene Sünde, so als wollte Jesus sagen: "Wer bist Du eigentlich, dass Du jemanden verurteilen willst? Du hast doch noch mehr Mist auf dem Kerbholz als dieser Kerl!"
Für mich ist diese Schlussfolgerung unlogisch, denn das würde bedeuten, man muss die eigene Sünde nur irgendwie loswerden und dann hat man freie Fahrt und kann andere nach Lust und Laune verurteilen. Ich denke dieser Balken steht nicht für unsere eigene Fehlerhaftigkeit, sondern für den Akt des Verurteilens selbst. Wer andere verurteilt, der kann ihnen nicht mehr helfen. Selbst dann nicht, wenn er die besten Absichten hat. Denn die Methode ist falsch. Verurteilung ist niemals der richtige Weg, um jemanden bei einem Problem zu helfen. Es macht viel mehr blind dafür, dass es andere Möglichkeiten gibt, jemand zur Seite zu stehen und ihn zu unterstützen.
http://www.unendlichgeliebt.de/2014/04/20/das-ding-mit-dem-balken-im-auge/
http://www.unendlichgeliebt.de/2014/04/20/das-ding-mit-dem-balken-im-auge/ - 28. Februar 2019

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Der Kontext des Lesungsabschnittes enthält eine Sammlung von Warnungen im Hinblick auf die Integrität eines Menschen (Sir 26,28 – 27,15). Typisch für die weisheitliche Rede sind dabei die zahlreichen Bilder aus der Alltagswelt der Menschen, die helfen, verschiedene Themen anschaulich zu entfalten und auf einen „springen- den Punkt“ hin zuzuspitzen (vgl. die Gleichnisse Jesu im NT). Die oft vereinfachend wirkenden markanten Kontraste wollen im damaligen pädagogischen Sinne helfen, die Meinung zu schärfen. Alles soll „klar“ werden.
Qualitätskontrolle der inneren Motivation
Wie erkennt jemand die Fehler und Macken eines Menschen? Man achtet über einen längeren Zeitraum auf seine Ideen und was er denkt. Mit der Zeit trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Das Bild (V. 4) aus der damaligen Landwirtschaft vom (groben) Sieb, mit dessen Hilfe die (herausfallenden) Getreidekörner von den nicht brauchbaren Teilen getrennt wurden, beschreibt verständlich diesen Prozess und das Ergebnis. Negative Charaktereigenschaften zeigen sich oft erst nach und nach anhand von Aussagen und Handlungsweisen und wenn man länger nachdenkt (beide Aspekte lässt der griechische Text zu). Vers 5 greift ebenso auf ein Bild aus dem Alltag zurück. Ob die Qualität eines Tongefäßes stimmt, zeigt sich darin, ob es den aufwendigen und heißen Brennvorgang übersteht. Ob ein Mensch (im Bild gesprochen) „einen Sprung hat“, zeigt sich ebenso oft erst nach einem längeren Prozess des Nachdenkens, durch intensive Gespräche und Diskussionen und im Wahrnehmen seiner inneren Motivation.
Grundeinstellung prüfen
In Vers 6 dient wieder die Landwirtschaft als Vergleich. Der gute Boden weist nicht nur auf einen guten Standort hin, sondern auch auf eine artgemäße Kultivierung und Pflege des Baumes. Feigen und Oliven gedeihen dann prächtig in Qualität und Menge, wenn die Bäume entsprechend intensiv gepflegt werden. Von nichts kommt nichts. Ebenso ist es bei den guten Taten eines Menschen. Diese verweisen auf eine sorgsame Pflege des „Innenlebens“. Die einzelnen Handlungen (Früchte) sind Resultat entsprechender Überlegungen (Baum) bzw. erwachsen aus deren Wurzelgrund (Boden). Die Gedanken und Worte (und Werke; vgl. das liturgische Schuldbekennntis) stehen in einer Relation zum Wollen und Willen des Menschen. Gedanken sind Ergebnis des Denkens. Und das hat in der Bibel seinen Platz im Herzen.
Beurteilung braucht Zeit
Vers 7 fasst die Verse 4–6 zusammen. Der Mensch soll abschließend erst dann (würdigend) beurteilt werden, wenn man sich zuvor eine Zeit lang ernsthaft mit ihm beschäftigt hat, vor allem mit seinen Überlegungen und seinen Taten. Das braucht Zeit und Ruhe. Früchte wachsen nicht von einem Tag auf den anderen. Und ob diese gut sind, weiß man erst, nachdem man sie gekostet hat.
Werner Urbanz