Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
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Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Herr,
die ganze Welt ist ja vor dir wie ein Stäubchen auf der Waage,
wie ein Tautropfen, der am Morgen zur Erde fällt.
Du hast mit allen Erbarmen, weil du alles vermagst,
und siehst über die Sünden der Menschen hinweg,
damit sie umkehren.
Du liebst alles, was ist,
und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast;
denn hättest du etwas gehasst,
so hättest du es nicht geschaffen.
Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben
oder wie könnte etwas erhalten bleiben,
das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre?
Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist,
Herr, du Freund des Lebens.
Denn in allem ist dein unvergänglicher Geist.
Darum bestrafst du die Sünder nur nach und nach;
du mahnst sie und erinnerst sie an ihre Sünden,
damit sie sich von der Schlechtigkeit abwenden
und an dich glauben, Herr.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Ich will dich erheben, meinen Gott und König. – Kv
Oder: GL 649,5
Ich will dich erheben, meinen Gott und König, *
ich will deinen Namen preisen auf immer und ewig.
Jeden Tag will ich dich preisen *
und deinen Namen loben auf immer und ewig. – (Kv)
Der Herr ist gnädig und barmherzig, *
langmütig und reich an Huld.
Der Herr ist gut zu allen, *
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. – (Kv)
Danken sollen dir, Herr, all deine Werke, *
deine Frommen sollen dich preisen.
Von der Herrlichkeit deines Königtums sollen sie reden, *
von deiner Macht sollen sie sprechen. – (Kv)
Treu ist der Herr in seinen Reden, *
und heilig in all seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
er richtet alle auf, die gebeugt sind. – Kv
Lesung aus dem Zweiten Brief des Apostel Paulus
an die Gemeinde in Thessalónich.
Schwestern und Brüder!
Wir beten immer für euch,
dass unser Gott euch eurer Berufung würdig mache
und in seiner Macht allen Willen zum Guten
und das Werk des Glaubens vollende.
So soll der Name Jesu, unseres Herrn,
in euch verherrlicht werden
und ihr in ihm,
durch die Gnade unseres Gottes und Jesu Christi, des Herrn.
Brüder und Schwestern,
wir bitten euch hinsichtlich der Ankunft Jesu Christi,
unseres Herrn,
und unserer Vereinigung mit ihm:
Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen
und in Schrecken jagen,
wenn in einem prophetischen Wort
oder einer Rede oder in einem Brief,
wie wir ihn geschrieben haben sollen,
behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
So sehr hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
kam Jesus nach Jéricho
und ging durch die Stadt.
Und siehe, da war ein Mann namens Zachäus;
er war der oberste Zollpächter und war reich.
Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei,
doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge;
denn er war klein von Gestalt.
Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum,
um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.
Als Jesus an die Stelle kam,
schaute er hinauf
und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter!
Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben.
Da stieg er schnell herunter
und nahm Jesus freudig bei sich auf.
Und alle, die das sahen,
empörten sich
und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.
Zachäus aber wandte sich an den Herrn
und sagte: Siehe, Herr,
die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen,
und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe,
gebe ich ihm das Vierfache zurück.
Da sagte Jesus zu ihm:
Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden,
weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.
Denn der Menschensohn ist gekommen,
um zu suchen und zu retten, was verloren ist.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Jesus bringt durch sein ungewöhnliches Verhalten aus der Fassung. – Oder doch umgekehrt? Er gibt denen, die sich auf ihn einlassen eine neue Fassung: Halt, Anerkennung, Wertschätzung. Gerade deshalb ist diese Geschichte so beliebt.
Woher weiß Paulus eigentlich, dass wir uns so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen lassen? Stimmt. Man könnte sich die Haare raufen. Wenn wenigstens alles noch zu verstehen wäre, was in der Welt passiert – aber so viel Böses, Widersprüchliches, Unheimliches auf einem Haufen, ist kaum auszuhalten. Wie sich die Gedanken drehen! Ich spüre Angst. Sie gräbt sich tief ein.
Paulus schreibt der Gemeinde in Thessalonich, heute Saloniki:
Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen
und in Schrecken jagen,
wenn in einem prophetischen Wort
oder einer Rede oder in einem Brief,
wie wir ihn geschrieben haben sollen,
behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da!
Ein bisschen versteckt in den Zeilen: Menschen haben Angst, dass jetzt der Gerichtstag Gottes kurz bevorsteht. Manche überbieten einander dabei! Eine apokalyptische Stimmung liegt in der Luft. Es ist wohl auch gar nicht so schwer, Schreckensszenarien auszumalen. Nicht nur jeder für sich, sondern mit aufgeregtem Ton anderen über Kopf und Herz gezogen. Verschwörungstheorien geistern durch die Gemeinde. Nur - wer hat sich gegen wen verschworen? Paulus ist sich auch nicht sicher, ob man ihn nicht zum Kronzeugen machen will für unheilvolle Geschichten und Theorien. Nein, dafür mag er sich nicht hergeben. Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen…
Das Wort Fassung kennen wir, natürlich. Die Brille hat eine Fassung. Das Gesicht. Der Körper. Auch Gedanken haben eine Fassung. Briefe, Bücher, Urkunden haben eine Fassung. Eigentlich braucht alles eine Fassung. Fassung heißt doch: etwas ist eingefasst, gehalten, gerahmt. Fassung heißt auch, etwas ist unterscheidbar, identifizierbar, sichtbar. Sichtbar mit einem Rahmen. Wie ein Bild.
Dass das Gesicht die Fassung verlieren kann, ja, der Körper nicht mehr gehalten wird, gehört zu den Urängsten, die ein Mensch haben kann. Eigentlich müssen wir immer – gefasst sein. Haltung annehmen. Über den Dingen stehen. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als die Fassung zu verlieren.
Von Menschen, die die Fassung verloren haben, hören wir im Evangelium. Da ist einmal die Geschichte von einem Zollpächter, der, um Jesus zu sehen, sogar auf einen Baum klettert. Zachäus ist klein von Gestalt. Er wird übersehen. Ja, er wird übersehen, nicht nur, weil er klein ist - er wird geschnitten. Er hat seine Fassung verloren. Oder hat man ihm seine Fassung genommen?
Als Handlanger der römischen Besatzungsmacht ist er zu ächten – mit den feinen Gesten, die seit Menschengedenken eingeübt werden. Als Zollpächter, der seine eigenen Tarife machen kann, steht er doppelt in der Kritik. Ein Ausbeuter, ein Lump, ein Volksverräter. Jetzt hockt er oben im Baum. Geschützt zwar, aber bequem ist seine Lage nicht. Buchstäblich. Wie ein Affe ist er da oben.
Dann kommt Jesus. Er wird von vielen, von allen erwartet. Ob auch heiß ersehnt, weiß man wohl nicht. Jedenfalls sind die Neugierigen, Zaungäste und Frommen vereint. Vereint auch in ihrer Ablehnung. Es gibt viele Gründe, einen Menschen abzulehnen. Die Menge steht da wie eine Mauer.
Das ist zwar dieselbe Geschichte, dann aber auch eine andere.
Jesus geht auf den Baum zu – und durchbricht die Mauer aus Köpfen, Beinen und Armen. Komm herunter, sagt er – ich muss heute bei dir einkehren. Ich muss! Ich muss bei dir – einkehren! Zachäus! Bei keinem anderen! Wir sehen jetzt, wie die Gesichter ihre Fassung verlieren, wie die Worte ihre Fassung verlieren, wie die Gelehrten ihre Fassung verlieren. Eine Gesellschaft verlorener Fassungen. Eine Geschichte verlorener Fassungen.
Was dann folgt, ist so ungeheuerlich wie die Szene am Baum: Jesus hat sich bei dem Zolleinnehmer eingeladen, isst mit ihm, lacht mit ihm, redet mit ihm. Und draußen vor der Tür lauert das Unverständnis, der Vorwurf bodenloser Frechheit, das Urteil, dass Gott selbst nicht mehr weiß, was er tut. Was der Zolleinnehmer Jesus sagt, erfahren wir – die Leute draußen vor der Tür hören nur, was sie sagen. In Rage geredet, mit Gott und seiner Welt uneins, wütend und verbissen mit sich.
Zachäus wird von Jesus gefunden und geheilt – einfach, indem er ihm Gemeinschaft schenkt und Veränderungen zutraut. Auffällig ist das schon: Jesus fordert nichts, aber er schenkt so viel, dass Zachäus ein anderer werden kann. Dass wir das so hautnah mitbekommen, ist alles andere als zufällig. Wir müssen mit den vielen am Straßenrand stehen, wir müssen Zachäus auf den Baum klettern sehen, wir müssen durch Türen und Fenster lugen – wir müssen Jesus sagen hören:
„Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden,
weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.
Denn der Menschensohn ist gekommen,
um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“
Zachäus bekommt eine neue schöne Fassung. Für sein Leben. Seine Geschichte wird eingefasst, gerahmt – und präsentiert. Vor aller Welt.
Die Geschichte von Zachäus ist sehr vertraut. Nicht nur den Kindern. Wie viele andere Figuren hat der Evangelist Lukas eine fast schon unsterbliche Figur in Farben getaucht. Zachäus: klein, fremd im eigenen Land, verloren. Was für eine Geste: Komm herunter! Herunter vom Baum. Auch: heraus aus deiner Geschichte.
In einem niederländischen Lied von Ad den Besten, übersetzt von Jürgen Henkys, wird diese Geschichte besungen:
Jesus, der durch die Straßen kam,
den Mann vom Zoll zur Seite nahm
und bei ihm wohnen wollte,
dass der sich freuen sollte –
vielleicht kommt er auch heut vorbei,
fragt mich und dich, zwei oder drei:
Wollt ihr mir euer Leben
und was ihr lieb habt, geben?
Dass die Geschichte von Zachäus eine wundersame Gabe hat, die ganze Welt zu verzaubern und zu verändern, könnte uns heute aufgehen. Eine Geschichte, in der Menschen gefunden werden. Eine Geschichte, in der Menschen die Mauern sehen, die sie aufrichten. Eine Geschichte, in der ein großer Frieden in ein Haus einzieht. Mit keinem Geringeren an Bord als – Paulus.
Paulus hat den Christen in Thessalonich geschrieben, dass sie sich nicht aus der Fassung bringen, nicht vom Schrecken überwältigen lassen sollen – weil sie eine Fassung erhalten haben, weil sie gehalten werden! Das ist das Geschenk der Taufe. Paulus spricht die Menschen darauf an: ihr seid auf Christus getauft. Er ist die Fassung eures Lebens, er ist der Halt eures Lebens. Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes – schreibt Paulus an anderer Stelle.
Es ist zwar nicht die Rede davon, dass Zachäus getauft wurde, aber seine Geschichte erzählt auch, dass ihm für sein Leben eine neue Fassung geschenkt wird. Seine Fassung hatte er längst verloren. Oder verspielt. Oder verkauft. Er, der klein ist, der sich klein gemacht hat, wird groß, indem er einen neuen Anfang wagt. Es ist, als ob ihm die Welt noch einmal ganz anders geöffnet wird. Die Mauer hat er gesehen, nein, er hat unter ihr gelitten. Er konnte machen, was er wollte – er war immer falsch. Es war immer falsch. Jetzt ist er durch die Mauer hindurchgegangen. Er wurde durch die Mauer geführt. Nach Hause.
Heute können wir beide Geschichten zusammenlegen, auch zusammenhören, die Geschichte der Christen in Thessalonich und die Geschichte vom Zachäus. Jesus begegnet uns als der, der Menschen eine schöne neue Fassung schenkt.
Vielleicht passt auch das Bild von der Brille. Eine schöne Fassung in meinem Gesicht, ein fein gerahmter Blick auf die Welt, Augen, die Blicke anziehen und aushalten.
Wer sich auf Jesus verlässt, sich von ihm auch etwas sagen lässt, wird seine Fassung nicht verlieren, auch andere Menschen nicht in Schrecken jagen.
Allerdings: die Selbstsicheren, die Neunmalneunklugen, die Superfrommen, die Allesbesserwisser, die Heuchler jedweder Couleur sollen ihre Fassungen verlieren dürfen.
Schwestern und Brüder! Schreibt Paulus.
Wir beten immer für euch,
dass unser Gott euch eurer Berufung würdig mache
und in seiner Macht allen Willen zum Guten
und das Werk des Glaubens vollende.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Die Liebe Gottes zu allem, was er geschaffen hat, wird sichtbar in der Zuwendung Jesu zu den Schwachen und "Sündern" Zachäus. Wo die vorbehaltlose Liebe Gottes spürbar wird, kann sie Wunder der Bekehrung wirken.
Dieser Sonntag bietet wieder sehr abwechslungsreiche Texte. So soll unser Blick auf die erste Lesung fallen: Gott liebt alles, was ist, was existiert, was da ist. Er hat es aus dem Nichts erschaffen: Creatio ex nihilo, ein Begriff aus der frühchristlichen Theologie, weil Gott die alleinige Ursache für die Erschaffung der Welt ist (siehe auch Gen 1,1ff): „Du schaffst alles, weil es dein Eigentum ist und weil du ein Freund des Lebens bist.“ (Weish.11,26). Der gesamte Kosmos ist in Gottes Hand. Gott liebt seine Geschöpfe wie wir auch an Zachäus sehen. Gott hat Freude am Schaffen und baut Beziehung auf.
Der 2. Thessalonicherbrief, Jahrzehnte nach dem 1. Brief entstanden, steht noch unter dem Eindruck der erwarteten Wiederkehr Christi, somit unter baldiger Begegnung mit dem Schöpfer dieser Welt. Es klingt aber schon an: Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen, der Name Jesu ist glaubwürdig und soll durch euer Leben, das von Gott kommt, sichtbar werden. Das meint der Begriff „verherrlichen“. Richtet euch weiter an Paulus aus, auch wenn es viele Irrschriften und falsche Aussagen gibt. Bleibt dem Glauben an Jesus Christus treu, habt Geduld und seid gelassen. Ihr werdet Gott begegnen mitten im anstrengenden Alltagsleben. Das ist das JETZT und HEUTE, dieses Wort zieht sich durch das gesamte Evangelium. „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren“ (Lk 19,9), ein ganz wichtiges Wort dieser Evangelienstelle. Es geht zunächst um das HEUTE des Alltags, das auch uns sowie dem Zöllner Zachäus viel Anstrengung abfordert.
Für Zachäus ist das HEUTE der Tag des Herrn. Wieso? Was erfahren wir über die Person des Zachäus? Nichts Sympathisches an ihm, nichts Ansprechendes: klein von Gestalt. Über kleine Menschen macht man sich sehr leicht lustig, manchmal werden sie auch als machtgeil bezeichnet, sie müssen mit manchem Spott zurechtkommen. Dann noch der Beruf: Zöllner, auch kein Sympathieträger. Zöllner hatten damals einen bestimmten Teil an Abgaben an den Statthalter zu leisten und was über den verpflichtenden Anteil hinausgeht, kam ihnen zugute. Korruption und Erpressung waren somit keine Seltenheit.
Nun gibt es in jedem menschlichen Leben Wendepunkte, die der Neuorientierung dienen. Wir könnten überlegen, ob es nicht auch in unserer Biographie solche Wendepunkte gegeben hat und wohin wir uns orientieren sollen.
Jesus ist unterwegs in Jericho, einer sehr alten Kulturstadt, letzte Station vor Jerusalem, wo ihm Kreuzigung, Tod und Auferstehung erwarten. Da beginnt in Jericho für Zachäus das HEUTE, der Tag des Herrn, die Begegnung mit ihm. Den ersten Schritt der Begegnung könnte ich mir als Blickkontakt vorstellen zwischen Jesus und Zachäus, als Zeichen von Sympathie und Zuwendung. Dann sehen wir sofort auch die andere Seite: Empörung der Leute. Jesus gibt sich mit Sündern ab, so lautet der Vorwurf.
So etwas geschieht ja heute auch: Diese Person passt doch nicht zu uns, in unsere Gemeinschaft: Sandler, halbseidene Figuren, Korruptionisten, Versager im Leben etc. Die Bibel kennt viele solcher Beispiele wie den „verlorenen Sohn“, zuerst alles durchbringen und dann noch festlich empfangen werden. Wo kommen wir da hin?
Jesus bewirkt durch Zuwendung Umkehr bei Zachäus. „Lasst euch verwandeln durch Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene!“ (Röm 12,2). Es kommt auf die innere Einstellung an. „Ich nehme dir dein Herz aus Stein“ - die Erpressung, die Habgier, die Drohung und Einschüchterung, die hilflose Menschen erfahren und gebe dir - „ein Herz aus Fleisch“ (siehe Ez 36,24-28), das Mitgefühl, die Barmherzigkeit für deine Mitmenschen.
Das ist an Zachäus wahrgeworden. Kleiner Mann - ganz groß. Nicht körperlich, aber groß in seinem Weitblick, in seinem Denken, in seinem Handeln, alles wieder gut zu machen. So wird Gott verherrlicht, also in kleinen Schritten ihm ähnlich zu werden.
Macht Gott in eurem Leben sichtbar, indem ihr glaub-würdig werdet, auch wenn euch das tägliche Leben viel abverlangt. Das HEUTE ist der Tag des Herrn - immer wieder!
Zachäus verkörpert einen Menschen, der gesellschaftlich an den Rand gerückt ist und dennoch nach einem Mehr im Leben sucht. Wer sind diese Menschen heute? Und wie könnten sie heute Jesus begegnen?
Am vergangenen Sonntag (27. Oktober 2019) ging in Rom die Bischofssynode zum Thema "Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie" zu Ende. Die Bischöfe wollten die Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen als Herausforderung für die Seelsorge in den Blick nehmen. Das Besondere daran: Die Nöte der indigenen Ureinwohner dieses Gebietes wurden auf weltkirchlicher Ebene thematisiert. Eine im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung kleine Zahl von Menschen wurde vom Rand der Welt in die Mitte gerückt.
Die Katholiken in Europa verfolgten dieses Ereignis weniger aus Interesse an den Nöten der Bevölkerung Amazoniens als in der Hoffnung, dass sich die Kirchenleitung zu neuen pastoralen Lösungen durchringt, die auf längere Sicht auch für Europa hilfreich sein könnten.
Papst Franziskus wurde in seinem bisherigen Pontifikat nicht müde, für Menschen, die in unserer Gesellschaft am Rande stehen, die keine Lobby haben, einzutreten.
Im Evangelium haben wir die Erzählung vom Zöllner Zachäus gehört. Er gehörte zu den Neureichen, die man für soziale Ungerechtigkeit verantwortlich machte. Zugleich blickte auf ihn die Neidgesellschaft seiner Zeit. Als Kollaborateur der römischen Besatzungsmacht – er hat für sie die Steuern eingetrieben und wurde dafür mit einträglichen Privilegien belohnt – war er politisch und religiös geächtet. In den Augen der Juden war er nicht nur körperlich klein… Er konnte nicht vorne mit dabei sein. Ungewöhnlich für eine Person seines Formats ist, dass er auf einen Baum klettert, um Jesus zu sehen. Ihm hätte niemand ein so großes Interesse an Jesus und seiner Frohen Botschaft zugetraut. Bei ihm kehrt Jesus ein, bei den anderen nicht.
Was kann uns diese biblische Geschichte heute noch zu denken geben?
Ich lade Sie ein, nochmals aus verschiedenen Blickrichtungen in die Erzählung einzutauchen.
Da ist die bunte Menschenmenge. Sie will Jesus sehen und hören. Einige wollten vielleicht ein Wunder hautnah miterleben, andere vielleicht ein kritisches Wort zu den staats- oder religionspolitischen Vorgängen hören oder gar eine Auseinandersetzung mit einem prominenten Würdenträger erleben.
Dann gibt es noch den Außenseiter, der auf einen Baum steigt, um Jesus zu sehen. Erhofft er sich mehr als die anderen? Was treibt ihn?
Und dann ist da noch Jesus. Er will mit seiner Botschaft vom Reich Gottes, mit seiner Sichtweise Gottes Gehör finden.
Wer könnte heute diese Plätze einnehmen?
Es gibt heute viele Menschen, die sich dank der modernen Medien nicht entgehen lassen, was rund um die Welt passiert und Aufmerksamkeit erregt. Was erwarten sie? Sie beobachten die Großen der Welt und was sie tun und sagen. Erwarten sie für sich selbst mehr als die Befriedigung ihrer Neugier? Sie hören von den zahllosen Problemen in der Welt, von Kriegen, Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Verletzung der Menschenwürde, Umweltzerstörung. Nur wenige lassen sich davon betreffen. Persönliche Konsequenzen stehen meist nicht zur Diskussion. Die anderen sollen die Welt und die Umwelt retten…
Wer ist heute mit Zachäus vergleichbar?
Es gibt auch heute Menschen, die an den Rand geraten sind wie die Ureinwohner Amazoniens und hoffen, in ihrer Not wahrgenommen zu werden. Menschen, die gegen den Strom schwimmen und um ihre Rechte und um die Anerkennung ihrer Würde kämpfen. Es gibt Verlierer unserer rasanten weltweiten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, die um einen Hungerlohn für die reichen Länder arbeiten oder ihre Heimat verlassen, weil sie nichts mehr zu verlieren haben. Es gibt aber auch Menschen, die nach außen hin Erfolg haben wie Zachäus, die es zu Reichtum gebracht haben, dabei aber menschlich und seelisch auf der Strecke geblieben sind…
Und wo finden wir heute Menschen, die in die Fußstapfen Jesu treten, die statt sich von der Menge feiern und umjubeln zu lassen die Gesichter derer wahrnehmen, die Ausschau halten nach dem Reich Gottes, nach der Respektierung ihrer Würde, nach einem menschenwürdigen Leben?
Die christlichen Kirchen unternehmen heute große Anstrengungen, die Frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen. Sie versuchen, ihre Strukturen den Gegebenheiten unserer Zeit anzupassen. Sie bemühen sich, die modernen technischen Möglichkeiten der Kommunikation für die Evangelisierung zu nutzen. Sind sie aber auch bereit, wie Jesus die Suchenden wahrzunehmen und auf sie zuzugehen? Wer ist bereit, sich auf persönliche Begegnungen mit Menschen einzulassen, die aus welchem Grund auch immer anders sind? Wer ist bereit, die Empörung auszuhalten, die aufkommt, wenn engagierte Christen sich Minderheiten und Randgruppen zuwenden und ihnen statt Almosen Rechtshilfe geben?
Die Erzählung von Zachäus endet mit einer wundervollen Bekehrung, die niemand für möglich gehalten hat. Könnte es sein, dass wundervolle Bekehrungen heute so selten sind, weil wir lieber in der Rolle der Beobachter bleiben, Suchende nicht wahrnehmen und nur selten auf sie zugehen?
Die Umkehr des Zachäus überrascht. Was hat ihn dazu bewogen? Was könnte uns zur Umkehr etwa in der Klimaproblematik bewegen, die von uns harte Einschnitte fordert? Gibt es dafür Motive des Glaubens? Gott liebt, was er geschaffen hat…
Warum bei Zachäus? So werden sich wohl die Freundinnen und Freunde Jesu gefragt haben. Warum ist es Zachäus, bei dem Jesus einkehrt? Jesus löst durch sein Handeln wieder Mal Verwunderung bei seinen Anhängerinnen und Anhängern aus. Sein Tun ist eine Herausforderung für sie und wirft Fragen auf: Hat er jetzt die Seiten gewechselt? Ist er trotzdem noch glaubwürdig, können sie ihm noch vertrauen? Anspannung und Unruhe im Freundeskreis Jesu.
Warum du, Zachäus? Warum lädst du Jesus ein? Das werden sich aber auch die Zöllner und vermutlich die engsten Vertrauten Zächaus gefragt haben. Warum lädt Zachäus Jesus, der einen ganz anderen Lebensstil predigt, ein? Ihn, Jesus, den die Machthaber misstrauisch beäugen, weil er Regeln in Frage stellt. Warum setzt er sich mit Jesus an den Tisch, dem insbesondere auch jene folgen, die am Rande stehen, die gesellschaftlich Verachteten. Also, warum lädst du Jesus, diesen Grenzgänger, ein, angesichts deiner beruflichen Tätigkeit als Zöllner? Du, Zachäus, hast es gut und bist abgesichert. Du kannst, wenn du es möchtest und für richtig hältst, mildtätig sein. Warum dieser Schritt? Nur die Neugier? Oder ist es doch mehr als Neugier? Faszination? Bist du berührt von Jesu Tun? Bist du, Zachäus, dir der Konsequenzen für dein Leben bewusst, wenn du dich auf ihn einlässt? - So könnten sich die Bekannten Zachäus gefragt haben.
Das Handeln Jesu wird vermutlich auf allen Seiten Irritationen ausgelöst haben. Die Begeisterung für diese Aktion könnte sich bei den meisten sehr in Grenzen gehalten haben. Und auch für Zachäus ist es nicht einfach. Möglicherweise wollte er ursprünglich gar nicht so weit gehen. Vielleicht war es nur reine Neugier, die ihn auf den Baum steigen ließ und dann gleich das, der umstrittene Superstar dieser Tage kehrt bei ihm ein. Zachäus ist beeindruckt und will mitmachen. Er ist bereit zum Wandel.
Was hat das mit uns heute zu tun? Mit dieser Geschichte werden auch wir herausgefordert. Denn die Fragen gelten auch für uns: Wie halte ich es mit denen, die so gar nicht dazu passen, die neu dazu kommen? Viel mehr betrifft uns vermutlich die Frage: Wie halte ich es mit jenen, die plötzlich einen neuen anderen Weg einschlagen, die vielleicht damit auch meinen Lebensweg in Frage stellen? Was wage ich? Wo ist mein Aussichtsbaum, mein Maulbeerfeigenbaum, um eine neue Perspektive einzunehmen, um überhaupt vielleicht einen ersten Blick auf einen ungewöhnlichen Lebensstil zu werfen?
Wenn ich die aktuelle Klimadebatte beobachte, habe ich genau diesen Eindruck. Viele haben sich einen Aussichtsplatz gesucht, um einen ersten Blick auf diese neue junge Klimabewegung zu werfen. Einen Blick auf die jungen Menschen, die mit Nachdruck und Witz und äußerst einfallsreich eine lebenswerte Zukunft für sich und die kommenden Generationen einfordern. Wenn wir die Forderungen der Fridays for Future ernst nehmen und wir uns ansprechen lassen, bedeutet das häufig eine große Herausforderung. Nämlich die Änderung unseres Lebensstils, was mit zu den schwierigsten Veränderungen in unserem Leben gehört. So eine Veränderung hat auch nicht nur Auswirkungen auf uns selbst, sondern auch auf unser nächstes Umfeld, auf unsere Vertrauten. Sind sie bereit mitzumachen oder fühlen sie sich vor den Kopf gestoßen?
Um nochmals auf Zachäus zurück zu kommen. Zachäus ist auf den Baum gestiegen und nicht nur das, er verspricht zu teilen und unrechtmäßig eingetriebene Steuern zurückzugeben. Das sind massive Einschnitte! Davon ist sein ganzes Umfeld betroffen. Wie halten wir es? Welche Schritte sind wir bereit zu gehen, nachdem wir unseren Beobachtungsposten verlassen haben? Ja, und was macht das mit unseren Beziehungen: Wie bringen wir das unserem Umfeld bei? Wie werden sie reagieren, wenn wir uns auf die Spuren der Fridays begeben?
Den Fridays geht es um nichts weniger als eine lebenswerte Zukunft. Gefordert ist also, sich der Begrenztheit der Ressourcen bewusst zu sein und entsprechend zu leben. Gutes Leben hängt nicht von einem Mehr an Besitz ab. Das bedeutet nicht nur ein Weniger an Konsumgütern, sondern auch mit den Gütern sorgfältig umzugehen, sie möglichst lange zu nutzen. Kurz gesagt, Maß zu halten. Aber das ist nicht so einfach. Die Rahmenbedingungen sind zum Teil nicht darauf ausgerichtet, vieles ist in Plastik verpackt, Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur am Ortsrand, der Öffentliche Verkehr ist nicht gut ausgebaut... Hürden gibt es viele. Kann das überhaupt funktionieren? Um hier dran zu bleiben, braucht es das Umdenken, Kreativität und gute Netzwerke. Und ganz wichtig: Es braucht, um die Zuversicht nicht zu verlieren Beweggründe, die sich für uns Christinnen und Christen aus der christlichen Spiritualität ergeben.
In der Enzyklika Laudato si' (2015) von Papst Franziskus wird es so formuliert: „Es geht darum, nicht so sehr über Ideen, sondern vor allem über die Beweggründe zu sprechen, die sich aus der Spiritualität ergeben, um eine Leidenschaft für den Umweltschutz zu fördern. Denn es wird nicht möglich sein, sich für große Dinge zu engagieren allein mit Lehren, ohne eine »Mystik«, die uns beseelt, ohne »innere Beweggründe, die das persönliche und gemeinschaftliche Handeln anspornen, motivieren, ermutigen und ihm Sinn verleihen«“ (Laudato si‘, 216)
Einer dieser Texte, die uns hier leiten können, ist die heutige Lesung aus dem Buch der Weisheit: Du liebst alles, was ist, /
und verabscheust nichts von dem,
was du gemacht hast; /
denn hättest du etwas gehasst,
so hättest du es nicht geschaffen.
Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben /
oder wie könnte etwas erhalten bleiben,
das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre?
Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist,
Herr, du Freund des Lebens.
Denn in allem ist dein unvergänglicher Geist.
(Darum bestrafst du die Sünder nur nach und nach; /
du mahnst sie und erinnerst sie an ihre Sünden, /
damit sie sich von der Schlechtigkeit abwenden
und an dich glauben, Herr.)
Oder um es mit den Wort von Papst Franziskus zum Schöpfungstag am 1. September 2019 zu sagen:
Wir müssen uns bewusst werden, „was wir sind: Geschöpfe nach dem Bild Gottes (vgl. Gen 1,27), die dazu berufen sind, als Brüder und Schwestern das gleiche gemeinsame Haus zu bewohnen. Wir sind nicht dazu geschaffen, um Einzelwesen zu sein, die sich als Herren aufspielen, sondern wir sind gedacht und gewollt, um inmitten eines Lebensnetzes zu wirken, das aus Millionen von Arten besteht, die von unserem Schöpfer für uns liebevoll zusammengefügt sind. Die Stunde ist gekommen, unsere Berufung als Kinder Gottes, als Geschwister untereinander und als Hüter der Schöpfung wiederzuentdecken. Es ist Zeit zu bereuen und sich zu bekehren, zu den Wurzeln zurückzukehren: Wir sind die Lieblingsgeschöpfe Gottes. Er ruft uns in seiner Güte, das Leben zu lieben und es in Gemeinschaft sowie verbunden mit der Schöpfung zu leben.“
Gottes liebender Blick auf alle und alles. Jedes Geschöpf ist wertvoll und wertgeschätzt und noch mehr, Gottes Geist ist in allem gegenwärtig. Eine Einladung und Herausforderung an uns den Menschen, den Tieren und der gesamten Natur achtsam und liebevoll zu begegnen. Auf einen Versuch kommt es an!
© Mag.a Lucia Göbesberger, Leiterin der Abteilung Gesellschaft & Theologie, Diözese Linz.
Die Geschichte des Zachäus zeigt exemplarisch, wie Menschen einander klein machen und ausgrenzen. Von Gott angenommen zu sein, kann einen Neuanfang anstoßen; auch bei uns.
In der Begegnung mit Jesus erfährt Zachäus Heil. Jesus ergreift die Initiative, geht vorurteilslos auf ihn zu.
Das Buch der Weisheit, aus dem die erste Lesung des heutigen Sonntags genommen ist, ist das letzte Buch des Alten Testaments. Es zielt darauf ab, die Leser und Gläubigen dafür zu gewinnen, sich auf Gott und sein wunderbares Wesen zu besinnen. Der Verfasser des Weisheitsbuches wirbt dafür, Gott als den zu betrachten, der mit Geduld und Liebe den Menschen entgegenkommt. Zwar hat Gott eine Fülle an Macht, wie sie sonst auf der ganzen Erde nicht zu finden ist; aber Gott präsentiert sich nicht als der über alles Erhabene und als ein Gewalt-Inhaber, der alle um sich herum eisern unter seiner Knute und Kontrolle hält. Gott, so sagt der Verfasser des Weisheitsbuches, hat die Welt und die Menschen nicht ins Dasein gerufen, weil er die Macht dazu hat, sondern alles Geschaffene ist ein wunderbares Werk seiner Liebe.
Diesen Hinweis verstanden die gläubigen Juden und die Menschen der damaligen Zeit deutlich als eine Gegenposition zum heidnischen Götterglauben. Die Existenz und Bedeutung der Götter wurde ständig untermauert mit dem Hinweis ihrer Macht. Um ihre Gunst zu erwerben, mussten sie von den Menschen freundlich gestimmt werden. Jahwe, der Gott der Juden, dagegen ist aus seiner Liebe heraus selbst einem mehr Gleichgültigen, ja sogar einem Sünder und Abtrünnigen noch wohlgesinnt. Weil Gott aus Liebe und nicht infolge seiner Macht alles ins Dasein gerufen hat, darum begleitet er alles Geschaffene, vor allem auch den Menschen, mit seiner Langmut und Barmherzigkeit. Denn Gott hat keine Freude am Leid oder Untergang eines Menschen, sondern an seinem Glück und seinem Wohlergehen. Allein schon, wie wunderbar, vielfältig und prächtig er die Welt geschaffen hat ist ein Beweis und ein Zeugnis für seine Liebe. Denn nur ein Liebender kann sich all die Pracht und Schönheit ausdenken, die in der Schöpfung zu finden ist.
Der Verfasser des Weisheitsbuches spürt, wie er sprachlich gar nicht die rechten Worte findet, um die Größe, Hoheit und Verbundenheit Gottes mit seiner Schöpfung auszudrücken. So nennt er Gott einen „Gott des Lebens“ und erhofft sich, dass die Menschen die Fülle des Lebens in der Natur betrachten und in ihr die Anmut, Wohlgestalt und Vollendung bestaunen. Denn nur in der Bewunderung können wir Menschen uns an die Tiefe und den Umfang der Liebe Gottes herantasten.
Neben der Liebe wird im Buch der Weisheit die ständige Sorge Gottes um die Schöpfung betont. Gott hat die Welt nicht nur erschaffen; er erhält sie auch lebendig. „Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben und ohne dich erhalten bleiben“, ruft der Verfasser des Weisheitsbuches aus. Und wieder kommt Gottes Liebe in Sicht. Er hat die Welt eben nicht nur als ein allmächtiger Schöpfer ins Dasein gerufen, sie dahingestellt und sich dann zurückgezogen und die Schöpfung ihrem Schicksal überlassen. Nein, die Entwicklung seiner Schöpfung ist Gott ein Anliegen. Mit seiner Gnade, mit seinem Geist umgibt er sie. Er könnte sie fallen lassen, sobald seine Geschöpfe sich gegen ihn stellen. Die Macht hätte Gott. Aber seine Macht zu zeigen, daran ist ihm nicht gelegen. Ihn erfüllt grenzenlose Liebe. Daher neigt er sich seiner Schöpfung in aufmerksamer Fürsorge und mit Erbarmen zu. Hierin liegt seine Güte und Geduld mit den Menschen begründet.
Für uns Christen zeigt sich die Liebe und Güte Gottes dann noch einmal in besonderer Weise in der Person Jesu. Wird schon im Buch der Weisheit der Versuch unternommen, nicht durch Drohungen den Menschen näher an Gott heranzuführen, sondern durch das Staunen über Gott und seine Schöpfung, so wendet sich Gott in seinem Sohn Jesus direkt in Wort und Tat an den Menschen.
Jesus geht den Menschen nach, er baut ihnen Brücken. Im heutigen Evangelium erleben wir, wie sehr Gott auch gerade die im Blick hat, die von der Gesellschaft allgemein ausgeschlossen werden. Zachäus lässt sich nicht bekehren durch die Repressalien der Menschen, die auf ihm herumhacken, sondern durch die Güte und das Wohlwollen Jesu. Und wenn Jesus mit seinen Wundern immer wieder Menschen von ihren Krankheiten und Gebrechen heilt, zeigt er dadurch, dass es Gott um die Liebe zu seinen Geschöpfen geht. Es gibt kein Wunder Jesu, das er nicht zum Wohle von Menschen wirkte – z.B. ein reines Natur-Wunder, lediglich als Demonstration seiner Machtfülle. Jesus bestätigt mit seinem Verhalten, was der Verfasser des Weisheitsbuches über Gott sagt.
Mit der Lesung und dem Evangelium des heutigen Tages wird uns erneut vor Augen geführt, welche Kraft und Energie der Liebe innewohnt. Überlegen wir noch einmal einen Augenblick, welch gewaltige Aussagen uns zur Betrachtung über die Liebe vorgelegt werden. Die Liebe bewegt Gott. Sie bewegt ihn, auf die Demonstration seiner ungeheuren Macht zu verzichten. Sie drängt ihn, mit wachsamer Sorge zum Leben und Wohlergehen alles Geschaffenen beizutragen. Die Liebe führt ihn zu Langmut und Barmherzigkeit mit uns Menschen. Ja mehr noch: Sie lässt Gott in seinem Sohn mit uns um unser Heil ringen. Mehr und Größeres ist überhaupt nicht denkbar und möglich.
Auch uns von der Liebe ergreifen und durchdringen zu lassen, sie nicht nur als etwas Wertvolles im Kopf zu haben, sondern für unser Handeln zum Maßstab und zur Triebkraft zu machen, dazu werden wir heute erneut eingeladen. Der Verfasser der heutigen Lesung und des Weisheitsbuches glaubt daran: Jeder, der sich Gottes Liebe vor Augen führt und sie in ihrer Tiefe auskostet, wird danach streben, selbst im hohen Maß ein Liebender zu werden.
Kein Geringerer als der Apostel Paulus schreibt uns heute:
„Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen“.
Viele Nachrichten machen uns fassungslos. Oft verlieren wir als Menschen auch unsere fein aufgebaute Fassung. Wer seine Fassung verliert, steht dann oft auch schutzlos da.
Christus fasst unser Leben in einer großen Liebe ein. Wie ein Edelstein, der eine kostbare Fassung bekommt.
„Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen“.
Liebe bewegt – sogar Gott.
Nicht zur Demonstration seiner Macht, sondern aus Liebe schuf Gott die Welt. Aus Liebe zu uns Menschen ahndet er nicht postwendend unser Versagen, sondern wartet in Geduld und Wohlwollen ab, ob wir uns nicht in Freiheit ihm neu zuwenden – berührt und angesteckt von seiner, der göttlichen, Liebe.
Werden wir uns in diesem Gottesdienst neu der Liebe Gottes bewusst und wie sehr wir aus seinem Wohlwollen schöpfen dürfen und leben.
Herr,
verunsichert und ängstlich schauen wir auf viele Entwicklungen,
die uns über den Kopf wachsen.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du gehst den Menschen nach,
die ihre Fassung verloren haben.
Du lädst dich bei ihnen ein.
Christus, erbarme dich.
Herr,
von dir lassen wir uns in die Welt schicken,
die du von Anfang an geliebt hast.
Herr, erbarme dich.
Treu ist der Herr in seinen Reden, *
und heilig in all seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
er richtet alle auf, die gebeugt sind.
(Ps. 145)
Ehre sei Gott in der Höhe!
Allmächtiger, barmherziger Gott,
es ist deine Gabe und dein Werk,
wenn das gläubige Volk dir würdig und aufrichtig dient.
Nimm alles von uns,
was uns auf dem Weg zu dir aufhält,
damit wir ungehindert der Freude entgegeneilen,
die du uns verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Heiliger Gott.
Du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen.
Du befähigst uns schon in dieser Welt
zu einem neuen Leben.
Vergib uns,
wenn wir dennoch immer wieder versagen.
Sende uns deinen Geist
und laß uns erfahren,
daß du die Herzen der Menschen verwandelst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 10
Gütiger Gott.
Bei dir ist Freude über jeden Menschen,
der umkehrt und Buße tut.
Denn du bist der Vater, der für alle ein Herz hat.
Lass uns darauf vertrauen und deinem Ruf folgen.
Hilf uns,
dass auch wir einander vergeben,
wie du uns vergibst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 27
Barmherziger Gott.
Du hast auf uns gewartet,
als wir noch fern von dir waren.
Nimm uns auf,
da wir nun zu dir zurückkommen,
und gib uns wieder einen Platz an deinem Tisch.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 32
Gott.
Du kennst uns besser, als wir uns selber kennen.
Du weißt, wie sehr wir
der Änderung und Umkehr bedürfen.
Aber du trittst nicht mit Gewalt an uns heran
oder mit List.
Du kommst zu uns mit deinem Wort -
deinem offenen und guten,
deinem fordernden und heilenden Wort.
Gib, daß wir dir heute nicht ausweichen,
daß wir uns öffnen
und dein Wort annehmen:
Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
MB Auswahl 33
Du, Gott,
hast der Welt eine kostbare Fassung gegeben,
die von keinem Hass, von keiner Angst,
nicht einmal vom Tod genommen werden kann.
Hilf uns, mutig und unverzagt deinem Wort zu trauen,
Vorurteile und Abgründe zu überwinden
und einen liebevollen Blick auf andere Menschen zu finden.
Und wenn wir die Fassung verlieren, fange uns auf.
In Christus, der Menschen von den Bäumen holt
und mit ihnen ein Fest feiert.
Das schmeckt nach Ewigkeit. – Amen.
Das hören wir:
„Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen“.
Darum beten wir:
Heute beten wir für die Menschen, die von Schrecken überfallen werden,
die von heute auf morgen nicht mehr in ihrer Welt zu Hause sind.
Schenke ihnen eine neue Fassung für ihr Leben.
Herr, bringe ins Ziel, was wir glauben
Wir beten für die Menschen,
die mit Angst und Schrecken Geschichte schreiben,
die ideologisch verblendet über Leichen gehen.
Schenke ihnen eine neue Fassung für ihr Leben.
Für die Menschen beten wir,
die sich von Hass nicht einschüchtern lassen,
die für Wahrheit und Recht kämpfen auch in ausweglosen Situationen.
Hilf ihnen, die Fassung nicht zu verlieren.
Wir beten für die Menschen,
die vor den Scherbenhaufen ihrer Hoffnungen stehen,
die Frieden denken und den Einsatz von Waffen rechtfertigen.
Hilf ihnen, die Fassung nicht zu verlieren.
Für die Menschen beten wir,
die in den vielen Krisen einen klaren Kopf bewahren müssen,
die politisch, rechtlich und militärisch Verantwortung übernehmen.
Hilf ihnen, anderen Menschen Halt zu geben.
Du, Herr, fasst unser Leben in eine große Hoffnung:
Ich gebe euch Zukunft und Halt.
Wir beten immer,
dass unser Gott uns unserer Berufung würdig macht
und in seiner Macht allen Willen zum Guten
und das Werk des Glaubens vollendet. – Amen.
Gott, du Freund des Lebens!
Auf deine Liebe ist Verlass.
Sie durchwirkt die ganze Schöpfung.
Dich bitten wir:
Um Mut zu neuen Schritten im Sinne der Einheit aller christlichen Kirchen.
Um Verständnis und Unterstützung für die Kinder und Jugendlichen, die sich teilweise ihrer Zukunftsperspektiven beraubt fühlen.
Um Offenheit und Neugierde für alles Wertvolle, das uns im Leben geschenkt wird, und die Bereitschaft zur Umkehr.
Um spirituelles Wachstum und Entwicklung zu Menschen, die bei sich und bei anderen Verletzlichkeit und Sehnsucht nach Liebe und geliebt werden wahrnehmen und bejahen können.
Um dein Erbarmen und deine verzeihende Liebe für unsere Verstorbenen.
Gott, Freund des Lebens!
In allem, was du erschaffen hast, lebt dein unvergänglicher Geist.
Dafür sei dir Preis, Dank und Ehre jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
In allem Lebendigen wirkt Gottes Geist. Wir sind nicht allein auf uns selbst angewiesen.
Im Vertrauen auf ihn und sein Wirken in uns lasst uns gemeinsam beten:
Um Zuversicht und den festen Glauben an das Wirken deines Geistes in der Kirche, wenn menschliches Versagen ihre eigentliche Berufung verdunkelt.
Um den Willen zu Kompromissen und Lösungsansätzen, der die Gräben zwischen Andersdenkenden nicht vertieft sondern zu überbrücken versucht.
Um einen sorgsamen Umgang mit dem Ertrag unserer Steuern und Abgaben, um wirklich notwendige Bedürfnisse unseres demokratischen Staates erfüllen zu können.
Um die Anerkennung der Möglichkeit zu Umkehr und Veränderung zum Besseren, die uns selbst und auch unseren Mitmenschen offen steht.
Um Versöhnung mit dir und deine ewige Nähe für unsere Verstorbenen.
Denn dein Geist treibt uns an, über unsere menschlichen Grenzen hinauszuwachsen und dich als Ursprung und Ziel unseres Lebens zu erkennen.
Dir sei Dank und Ruhm jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Gott, unser Vater, du hast uns das Leben geschenkt,
und weißt, was wir brauchen.
Zu dir kommen wir mit unseren Bitten:
Wir beten für alle Menschen, die zu Außenseitern geworden sind.
Lass sie Platz finden in der Gemeinschaft des Gottesvolkes.
Wir beten für alle, die durch Hartherzigkeit andere zu Außenseitern machen.
Lass sie lernen von deiner Hochherzigkeit.
Wir beten für alle, die sich in der Gemeinschaft der Kirche
nicht mehr wohl und angenommen fühlen.
Lass sie Menschen begegnen, deren christliches Leben für sie glaubwürdig ist.
Wir beten für die jungen Menschen in unseren Gemeinden.
Schenke ihnen Freude am Glauben
und lass sie in die Gemeinschaft der Kirche hineinwachsen.
Wir beten für jene älteren Menschen in unserer Gesellschaft;
die sich als überflüssig oder abgeschoben erleben.
Lass sie Wertschätzung und Hochachtung erfahren.
Gott, unser Vater, wir danken dir für alle Liebe und Barmherzigkeit,
die wir in unserem Leben erfahren haben. Amen.
Barmherziger Gott,
das heilige Opfer reinige uns von Sünden
und mache uns zu neuen Menschen.
Es helfe uns, nach deinem Willen zu leben,
damit wir den verheißenen Lohn erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
höre gnädig auf unsere Bitten:
Nimm die Gebete und Gaben deines Volkes entgegen
und bekehre unsere Herzen zu dir.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Donnerstag in der 1. Woche der Fastenzeit
Heiliger Gott,
diese Gabe werde zum reinen Opfer,
das deinen Namen groß macht unter den Völkern.
Für uns aber werde sie zum Sakrament,
das uns die Fülle deines Erbarmens schenkt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Du, Herr, bist gefasst in den Tod gegangen.
In der Nacht, in der du verraten wurdest,
hast du mit den Menschen, die dich verließen,
Brot und Wein geteilt.
So oft wir das Brot brechen
und aus dem einen Kelch trinken,
verkünden wir deinen Tod und deine Auferstehung.
Sprich du das Wort, das uns in deine Liebe führt.
Wir empfangen deinen Leib und dein Blut
Komm, unser Herr! – Amen.
GL 558: Litanei vom Heilswirken Gottes.
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.
So sollen alle sprechen, die vom Herrn erlöst sind,
die er aus ihrer Not befreit hat.
Kehrvers
Er hat uns aus den Ländern gesammelt,
vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang.
In unserer Bedrängnis riefen wir zum Herrn,
er hat uns unseren Ängsten entrissen.
Kehrvers
Er hat uns zu Töchtern und Söhnen Gottes erwählt
und in das Volk Gottes zurückgeholt.
Als Menschensohn ist er gekommen,
um zu suchen und zu retten, was verloren ist.
Kehrvers
Er hat uns Barmherzigkeit erwiesen.
und uns ein Beispiel gegeben,
wie auch wir einander barmherzig sein sollen.
Kehrvers
Nicht um uns zu richten ist er in die Welt gekommen,
sondern um zu retten.
Er will, dass wir das Leben haben
und es in Fülle haben.
Kehrvers
Dafür danken wir dir, barmherziger Vater,
und loben wir dich mit der ganzen Schöpfung:
Danklied, z. B.: Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Gelobt seist du, Herr
weil du uns wie Zachäus ansprichst
Gelobt seist du, Herr
weil du uns wieder auf den Boden holst
Gelobt seist du, Herr
weil du uns beim Namen kennst
Gelobt seist du, Herr
weil du uns ernst nimmst
Gelobt seist du, Herr
weil du uns immer neu zur Umkehr rufst
Gelobt seist du, Herr
weil du uns eine neue Chance gibst
Gelobt seist du, Herr
weil du jetzt bei uns eingekehrt bist
Gelobt seist du, Herr
weil du bei uns bleiben willst
Gütiger Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gestärkt.
Lass deine Kraft in uns wirken,
damit wir fähig werden,
die ewigen Güter zu empfangen,
die uns in diesen Gaben verheißen sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt
und sein Gedächtnis begangen.
Die heilige Gabe,
die wir in dieser Feier empfangen haben,
helfe uns,
daß wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern
Christus nachfolgen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du hast gewollt,
daß sich das Bild deines Sohnes
auspräge im Wesen der Getauften,
die du zu deinem Tisch geladen hast.
Ermutige uns, dem Evangelium zu folgen
und deinem Heiligen Geist Raum zu geben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 6
Wir danken dir, Gott Himmels und der Erde,
für diesen ersten Tag der Woche,
an dem wir der Auferstehung Jesu gedenken.
Er hat dem Tod die Macht genommen
und uns ein unvergängliches Leben gebracht,
ein unvergängliches Wesen geschenkt.
Die neue Woche, die vor uns liegt,
wissen wir in deiner Liebe.
Sie ist die kostbare Fassung für alle unsere Tage,
auch für unsere Zweifel und Sorgen.
Segne unsere Arbeiten, unsere Ruhezeiten, unsere Träume,
segne die Menschen, die wir lieben, und auch die,
die uns fremd bleiben.
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Der gütige Gott, der alles liebt, was er geschaffen hat,
schenke euch Lebenskraft und Freude.
Jesus Christus, der gekommen ist,
um zu suchen und zu retten, was verloren ist,
lasse euch teilhaben an der Gemeinschaft des Volkes Gottes.
Der Heilige Geist, der allen Willen zum Guten
und jedes Werk des Glaubens vollendet,
begleite euch in euren täglichen Mühen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
es gibt sie auch heute noch
die
die von Erscheinung
und
Größe
unscheinbar sind
deren soziale Stellung
oder ihr Beruf
uns ein Nasenrümpfen hervorlockt
die nicht in unseren
erhabenen „Dunstkreis“ passen
die
die es tief in sich spüren
dass wir sie nicht
in unserer Mitte wollen
sie
die wohl auch alle Anstrengungen
unternehmen würden
um DICH zu sehen
um von DIR Zuspruch zu erfahren
deine heilvollen Worte zu hören
und
die sich freuen würden
wenn wir sie in deinem Namen
„wahr-nehmen“ würden
KOMM
ICH WILL GERNE BEI DIR EINTRETEN
und
sie würden uns freudig
bei sich aufnehmen
und mit uns teilen ihr Leben
und
uns erzählen
was ihr Leben ausmacht
wo sie versuchen Gutes zu tun
mit ihren kleinen bescheidenen
und größeren Mitteln
es ist unser verschlossener Blick
unser Dünkel
der sie nicht sieht
nicht sehen will
und
so ziehen wir weiter
und
sie bleiben zurück
verpasste Chancen
für beide Seiten
verpasstes gemeinsames
Leben
und
Verstehen
Beatrix Senft 2022
Wann beschleicht es dich?
Wenn es nicht so läuft
wie du möchtest …
Dann
nichts wie weg
irgendwohin … flüchten
Auf einen Aussichtspunkt
mit Überblick
auf das Leben …!?
Dann sieht dich
plötzlich einer
mit dem du nicht gerechnet hast
Einer
der deine Unruhe
dein Sehnen kennt
Ausgerechnet JETZT
will dieser
bekannte Unbekannte
bei dir zu Gast sein
Lässt du dich drauf ein?
Lässt du JESUS ein
in dein LEBENSHAUS?
Umkehrungen von Denkmustern
Bekehrungen von Haltungen
aufblühendes LEBEN
inbegriffen
Mit Jesus geht’s …
was viele ‚unbewusst‘ suchen
Ver-such’s!
Jutta Bergmoser und Reinhard Burchhardt haben ein Zachäus-Lied zum Bußakt geschaffen und uns als PDF zum Herunterladen zur Verfügung gestellt:
Download: Zachäus-Lied zum Bußakt
Text: Jutta Bergmoser, Musik: Reinhard Burchhardt
Kann es sein,
dass wir den Menschen
den Weg zu Gott
versperren
mit unseren
vorgefassten Meinungen,
unseren apostolischen
Bemühungen,
mit unserem so vorbildlichen
Leben? –
Mit unseren
starren Rücken
bilden wir eine Mauer,
und die Menschen
können Jesus nicht sehen,
der gerade vorübergeht. –
Wer steigt heute noch
auf einen Baum?
Ilse Pauls, „Auf dem Weg“ Gedichte. EDITION D’ART International .
Nicht nur abgenützte Worte:
das Sehnsuchtsohr
hört das entscheidende Wort,
das im Herzen brennt.
Das Sehnsuchtsauge
sieht alles, das lebendig wurde,
was tot war,
das Sehnsuchtsherz spürt,
dass heil wird,
was krank war,
dass wiedergefunden wird,
was verloren war.
Der Sehnsuchtsmensch
handelt überraschend,
springt auf,
steigt auf Dächer,
klettert auf Bäume,
steht von seiner Arbeit auf,
berührt Jesu Gewand.
Die Sehnsucht
zu schauen
und zugleich von Ihm
gesehen zu werden
erfüllt sich
in einem Augenblick.
Ilse Pauls
Jesus, der zu den Fischern lief
und Simon und Andreas rief,
sich doch ein Herz zu fassen,
die Netze zu verlassen –
vielleicht kommt er auch heut vorbei,
ruft mich und dich, zwei oder drei,
doch alles aufzugeben
und treu ihm nachzuleben.
Jesus, der durch die Straßen kam,
den Mann vom Zoll zur Seite nahm
und bei ihm wohnen wollte,
dass der sich freuen sollte –
vielleicht kommt er auch heut vorbei,
fragt mich und dich, zwei oder drei:
Wollt ihr mir euer Leben,
und was ihr liebhabt, geben?
Der durch die Welt geht und die Zeit,
ruft nicht, wie man beim Jahrmarkt schreit.
Er spricht das Herz an, heute,
und sammelt seine Leute.
Und blieben wir auch lieber stehn –
zu wem denn sollen wir sonst gehn?
Er will uns alles geben,
die Wahrheit und das Leben.
https://www.youtube.com/watch?v=gc39d33n5A8 (25.10.2022)
Jürgen Henkys nach dem niederländischen „Jesus die langs het water liep“ von Ad den Besten. EG 313.
Die Geschichte Zachäus gesungen (nicht nur für Kinder).
https://www.youtube.com/watch?v=Cu0Giex9SGU (25.10.2022)
Jürgen Henkys nach dem niederländischen „Jesus die langs het water liep“ von Ad den Besten. EG 313.
https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/fakultaet/erziehungswissenschaftliche/Martin-Luther-Institut/Die_Geschichte_von_Zachaeus_Grosse_Worte.pdf (25.10.2022)
Geprüft am 7.11.2018 von Prüfern des Büros für Leichte Sprache vom CJD Erfurt.
Dorina Henschel Juli 2018.
Michael Wolter, 2010.
Auf dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seiner Bibelarbeit mit Lukas 19,1-10 „Jesus sieht Zachäus” beschäftigt. Dabei schlägt er die Brücke von der berühmten Geschichte von Jesus und dem Zöllner zu seiner Politik. Statt zu moralisieren, sollte Politik Perspektiven aufzeigen und positive Rahmenbedingungen setzen.
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/regierung/ministerpraesident/interviews-reden-und-regierungserklaerungen/rede/pid/bibelarbeit-jesus-sieht-zachaeus/ (25.10.2022
Winfried Kretschmann auf dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017.
Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich;
so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich.
Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott,
was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott?
Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu,
dass Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei
und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh
und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh.
Sein Geist wohn mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn,
vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin,
gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft,
hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft.
Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu,
wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh,
und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt,
da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat.
Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein,
ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein.
Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ;
das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.
Paul Gerhardt 1653, EG 351.
Und was
wenn Jesus HEUTE zu MIR kommen will …
Panik?
Kein Essen im Kühlschrank?
Nicht geputzt …
(keine) Zeit …
Aufgeregt?
Will Jesus HEUTE bei mir
zu Gast sein
lass ich mich auf ihn ein?
lass ich ihn in mich ein …
in das JETZT meines LEBENs?
Zachäus
der oberste Zollpächter
hat erkannt
dass irgend etwas schief läuft
in seinem Leben
er hat erkannt
was JETZT bei ihm dran ist
Durch Jesu Wort
die Hinkehr zum WESENtlichen
Bischofsversammlung positioniert Kirche klar für Rettung Amazoniens und liefert dem Papst Vorschläge zur Überwindung des Priestermangels. Auch Anregung eines eigenen amazonisch-katholischen Ritus, bei Frauendiakonat vorsichtigere Formulierung.
Ganzer Beitrag:
https://www.erzdioezese-wien.at/site/home/nachrichten/article/77867.html
www.erzdioezese-wien.at/ – 26. 10. 2019
Flughafen-Wien-Chef Günther Ofner über die grünen Vielflieger, die zu Unrecht gescholtene Luftfahrt und seine Vision von einer smarten, innovativen Airport City.
Ganzer Beitrag:
https://www.diepresse.com/5711006/flughafen-chef-ofner-grun-wahler-fliegen-am-haufigsten
www.erzdioezese-wien.at/ – 26. 10. 2019
Auf Geldzählen allein
lässt sich kein Leben gründen
Unruhe trieb ihn auf die Palme
Allein da oben
Auf die andern hinunter geschaut
einer hat hinauf geschaut
dazwischen hat‘s
gefunkt
es ist nicht alles verloren
Herunter geholt
hat ihn Jesus
schnell
auf den Boden
der eigenen Realität
hier findest du
wonach du suchst
mit mir findest du
was wirklich zählt
Allein
in der Masse
von Sehnsucht getrieben
von Jesus erkannt
beim Namen genannt
DU bist
wirklich gemeint
und fähig
in meinem Geist zu leben!
Zachäus, obwohl von Natur aus zu kurz gewachsen und von sozialem Ansehen durchaus niedriger Natur, wächst weit über sich hinaus: Hinaus über das, was man sich von ihm erwartet hätte, sogar über das hinaus, was das damalige Recht, wenn es denn durchgesetzt worden wäre, von ihm erwartet hätte, und erst recht im Ansehen durch Jesus von Nazareth über das, was er sich selber vorgestellt hätte, vor allem aber über das hinaus, was seine Zeitgenossen ihm – und Jesus von Nazareth zugestanden – hätten.
Und die Moral von der Geschicht’? Die Pointe der Geschichte liegt wohl gerade darin, dass sie uns eben eine solche Moral vorenthält. Diese Geschichte sagt eben gerade nicht, wie wir das gelegentlich so gerne predigen – und zwar nicht nur in der Kirche: Ihr müsst dieses tun oder jenes, damit… Sondern sie zeigt uns gerade die geradezu absolute Voraussetzungslosigkeit der Begegnung mit Jesus von Nazareth und deren unbegrenzte Potenz, die Dinge aus dem Lot – und damit recht eigentlich ins Lot zu bringen. Mitunter reicht eben auch die schlichte, vielleicht sogar etwas sensationslüsterne Neugier aus, eine solche radikale Umkehr auszulösen – und erstaunlicherweise ist nicht einmal ein skandalöser Lebenswandel jenes Hindernis, das die fromm und gerecht Denkenden gerne aufgerichtet sähen. Nicht die ethische Korrektheit ermöglicht die Begegnung, sondern – umgekehrt - die Begegnung befreit zur ethischen Sensibilität!
Und so ist das überhaupt in der Begegnung mit diesem Jesus von Nazareth: Sie befreit uns, wenn sie gelingt – und das liegt wohl zum Wenigsten an uns selber! - , von unseren uns angeborenen und eingewachsenen Wachstumshindernissen. Sie lässt uns über uns selbst hinauswachsen, weil sie uns von uns selber befreit – und von unserem Habenwollen und Seinwollen.
Robert Leicht, Predigt: “Da ist aber einer über sich hinausgewachsen“ in der Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg am 24.06.2007
https://www.ekd.de/070624_leicht_hamburg.htm
Jeder des anderen Ärgernis
jeder des anderen Spaß
jeder des anderen Spielautomat
Goldene Serie, schrecklicher Reinfall
jeder des anderen Kontaktperson
Wackelkontakt, total überdreht
jeder des anderen Fels
jeder aus Stein.
Es gibt keinen Grund
dich nicht zu belügen
jedem ist alles egal.
Jeder eine Nummer
ein Loch und im Eimer
alle auf Nummer Sicher.
Jeder sieht mir irgendwie ähnlich
und verschläft jeden Tag
diesen billigen Traum:
Wenn jeder jedem Feuer gäbe
mit brennendem Paß
wäre keiner mehr jeder.
Ralf Rothmann, Gebet in Ruinen. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000.
ist auf dem Baum angekommen. Es ist, als ob sein ganzes Leben auf diesen Augenblick zugelaufen wäre, dieses Leben, aus dem er sich mehr und mehr ein Gewissen machte. Alle Selbstsicherheit ist von ihm abgefallen. Er hat sein Leben vertan, da er auf die falsche Karte setzte, auf Geldgewinn und Reichtum. Nun sitzt er im Geäst des Baumes so, als wolle er sich wie Adam und Eva vor Gott verstecken. Als Kollaborateur der verhassten Besatzer, der Römer, ist er von seinen eigenen Landsleuten geächtet. Auch deshalb sucht er im Geäst des Baumes Schutz vor ihren bösen Blicken.
Aber da ist auch ein Funken von Sehnsucht und Hoffnung, das noch etwas Einmaliges und Unerwartetes in seinem Leben aufbrechen könnte.
Ja, wenigstens einen Blick will Zachäus auf Jesus erhaschen. Das ist noch weniger, als den Saum seines Gewandes zu berühren. Und da steht Jesus schon unter seinem Baum, schaut zu ihm hinauf, schaut ihn an mit seinen unendlichen gütigen Augen. Und Zachäus spürt, dass er, so wie ihm zumute ist, bis auf den Seelengrund verstanden und geliebt ist. Nein, es sind keine Vorleistungen zu erbringen. Nur vom Baum muss er herabsteigen - wieder auf festen Grund. Indem Jesus ihn ansieht und sich ihm zuwendet, hat Zachäus ein neues Ansehen gewonnen, und das ermutigt ihn, den Rabbi bei sich einzuladen. Wie selbstverständlich gelingt ihm die Umkehr zu einem neuen, befreiten Leben.
Karlheinz May, Vom Duft der Auferstehung. Die vier Evangelien in Auszügen. Bernardus Verlag, Aachen 2009.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die heutige Lesung mit ihrer Veranschaulichung der Handlungsweise des Gottes Israels gehört zu den schönsten Aussagen über Gott, die in der Bibel zu finden sind. Was das Weisheitsbuch in den kurzen Worten der Jugend vor 2000 Jahren vom Handeln und Wirken des menschenfreundlichen Gottes Israels zu sagen versucht hat, ist kostbares Erbe. Es trifft sich mit dem Evangelium vom Vater Jesu Christi, dessen Erbarmen und Menschenfreundlichkeit die Begegnung Jesu mit dem Zöllner Zachäus im Evangelium sichtbar macht.