Lesung aus dem Buch Jesaja.
In jener Zeit
sprach der HERR zu Ahas und sagte:
Erbitte dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott,
tief zur Unterwelt oder hoch nach oben hin!
Ahas antwortete:
Ich werde um nichts bitten
und den HERRN nicht versuchen.
Da sagte er: Hört doch, Haus Davids!
Genügt es euch nicht, Menschen zu ermüden,
dass ihr auch noch meinen Gott ermüdet?
Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben:
Siehe, die Jungfrau hat empfangen,
sie gebiert einen Sohn
und wird ihm den Namen Immanuel geben.
Er wird Butter und Honig essen
bis zu der Zeit, in der er versteht,
das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.
Denn noch bevor das Kind versteht,
das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen,
wird das Land verlassen sein,
vor dessen beiden Königen dich das Grauen packt.
Der HERR wird Tage kommen lassen über dich,
über dein Volk und über das Haus deines Vaters,
wie sie nicht gekommen sind seit dem Tag,
an dem Efraim sich von Juda abwandte -
nämlich den König von Assur!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Herr, steh mir bei in meiner Not. - Kv
Bei dir, o HERR, habe ich mich geborgen,
lass mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit!
Neige dein Ohr mir zu und hilf mir! - Kv
Sei mir ein schützender Fels,
zu dem ich allzeit kommen darf!
Du hast geboten, mich zu retten,
denn du bist mein Fels und meine Festung. - Kv
Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, /
Denn du bist meine Hoffnung, Herr und GOTT,
meine Zuversicht von Jugend auf.
Gott, bleib doch nicht fern von mir!
Mein Gott, eile mir zu Hilfe - Kv
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel:
eine Frau, mit der Sonne bekleidet;
der Mond war unter ihren Füßen
und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
Sie war schwanger
und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
Ein anderes Zeichen erschien am Himmel
und siehe, ein Drache, groß und feuerrot,
mit sieben Köpfen und zehn Hörnern
und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.
Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel
und warf sie auf die Erde herab.
Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte;
er wollte ihr Kind verschlingen,
sobald es geboren war.
Und sie gebar ein Kind,
einen Sohn,
der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird.
Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.
Die Frau aber floh in die Wüste,
wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte;
Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen:
Jetzt ist er da, der rettende Sieg,
die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes
und die Vollmacht seines Gesalbten;
denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder,
der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Kapitel 12 - 14 gehören zu den Kernstücken der Offenbarung des Johannes. Der erste Teil dieses Kernstückes wird heute vorgelesen.
Der Text ist durchdrungen von mythischen Bildern. Hintergrund sind die konkreten Erfahrungen der christlichen Gemeinden (Verfolgung durch den römischen Staat; Vergöttlichung des römischen Kaisers usw. ...). Trotz aller schweren Bedrängnis soll und kann die Gemeinde zuversichtlich bleiben; der Sieg gehört Gott und dem Christus.
Das Bild der Himmelskönigin (mit Sonne bekleidet, auf einer Mondsichel stehend, am Haupt eine Krone von 12 Sternen) stammt aus der astralreligiösen Welt (vgl. auch die göttliche Mutter Ägyptens, Isis).
Im Judentum wurde den Gestirnen - im Gegensatz zu den anderen Völkern rundherum - keine göttliche Würde zuerkannt. Sonne, Mond und Sterne sind also für Johannes nur der Schmuck der Frau. Die Zwölfzahl deutet wohl darauf hin, daß sie das Gottesvolk der zwölf Stämme repräsentieren. Völker und Stämme wurden im alten Orient vielfach in Frauengestalt versinnbildlicht.
Die Frau am Himmel ist schwanger - sie soll den Messias gebären. Da dieser kein anderer als Jesus von Nazareth ist, könnte es nahe liegen, in der Himmelskönigin Maria, die Mutter Jesu, zu erkennen und sie als die mit der Sonne bekleidete Frau zu verehren. In diesem Sinne hat besonders die mittelalterliche Kirche das Bild verstanden und Maria als Himmelskönigin dargestellt. Die Exegeten sehen in der Frau aber eher das wahre Israel, das Gottesvolk des Alten und Neuen Bundes, aus dem Christus gekommen ist.
Die alten oder die chaotischen Mächte der Welt verkörpern auch das Bild des Drachens. Sie streiten als Widersacher gegen Gott. Das Bild vom Kampf des Drachens gegen die gebärende Frau findet sich in verschiedensten Kulturen, so auch in den griechischen Mythen. Für den Seher ist die Frau das wahre Israel und das Kind der Messias. Mit dem Kommen Jesu Christi hat der letzte Kampf begonnen. In dieser letzten Zeit wird aber auch der besondere Schutz Gottes zugesagt.
Die Offenbarung des Johannes, ein Trostbuch in der Verfolgungszeit, zeichnet am Beginn der heutigen Perikope das Bild von der siebenten Posaune. Sie verkündet die Herrschaft Gottes, die so sicher kommt, dass jetzt schon der Sieg in Jubel- und Dankliedern gefeiert werden kann. Die Danklieder sind aus Schriftzitaten aus dem Alten Testament zusammengesetzt.
Nun wird das Ende angekündigt. Jesus herrscht als König über die ganze Welt. Die Lade, die früher verborgen war, ist nun für alle sichtbar (19). Nun steht der Zugang zu Gott offen.
Im Kapitel 12-14, dem Kernstück des Buches, werden treibende Kräfte in der Geschichte gezeigt. Die hier vorgelegte Deutung der Geschichte geht nicht von den innerweltlichen Ursachen aus, wie es allgemein geschieht. Die Kirche muß sich in ihrer Geschichte mit Satan und seinem Treiben in der Welt auseinandersetzen. Der Ausgang dieses Kampfes ist der Sieg über Satan. Die Kirche wird befreit, wenngleich ihre Situation in der letzten Zeit aussichtslos erscheint. Am Ende wird das Lamm und sein Gefolge siegreich sein.
Die beiden Gegner (12,1-6) werden gezeigt: eine Frau von überirdischer Hoheit, das Gottesvolk - ein Drache, die gottfeindliche Macht mit unermesslicher Kraft, Satan. Die Geburt des männlichen Kindes, des messianischen Weltherrschers, konnte aber nicht verhindert werden. Der Messias wird zu Gott entrückt (Himmelfahrt). Die Frau, die Kirche, wird von Gott trotz aller Not der Drangsalszeit (1260 Tage - dreieinhalb Jahre - Zeit des Antichrist) bewahrt. Mit der Menschwerdung Jesu hat der Entscheidungskampf zwischen Gott und Satan um die Herrschaft über die Welt begonnen.
Der siegreiche Ausgang in diesem Kampf wurde schon in einem himmlischen Kampf vorgebildet. Der Erzengel Michael, der das Gottesvolk beschützt, und seine Engel besiegten Satan. Ein Hymnus besingt die Wende.
Halleluja. Halleluja.
Beim Kreuz Jesu stand seine Mutter!
Und Jesus sprach: Siehe, deine Mutter!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter
und die Schwester seiner Mutter,
Maria, die Frau des Klopas,
und Maria von Magdala.
Als Jesus die Mutter sah
und bei ihr den Jünger, den er liebte,
sagte er zur Mutter:
Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger:
Siehe, deine Mutter!
Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Ikone der "Mutter von der immerwährenden Hilfe" drückt in vielen Nuancen aus, was Maria für gläubige Christen bedeutet. Sie ist Mutter des Erlösers, zeigt uns den Erlöser, der Kreuz und Leiden angenommen und überwunden ha. Sie blickt auf den jeweiligen Betrachter und zeigt, wie uns vom Erlöser geholfen wird.
Die Ikone der Mutter von der immerwährenden Hilfe entstand vermutlich im ausgehenden 14. Jahrhundert auf der Insel Kreta und kam später nach Rom. Dort wurde sie von Papst Alexander VI. in der Kirche des heiligen Apostels Matthäus aufgestellt und durch drei Jahrhunderte von den Gläubigen verehrt. Nachdem die Kirche des heiligen Matthäus 1798 zerstört worden war, geriet das Gnadenbild weithin in Vergessenheit. Durch eine Fügung wurde es wiederentdeckt und im Jahr 1866 von Papst Pius IX. den Redemptoristen anvertraut. Von dieser Zeit an lebte die Verehrung der „Mutter von der Immerwährenden Hilfe“ neu auf. Vor allem über die missionarische Tätigkeit der Redemptoristen erhielt dieser Titel Marias weite Verbreitung überall auf der Welt. Das renovierte Originalbild befindet sich in der Kirche Sant’ Alfonso an der Via Merulana in Rom. Kopien des Bildes finden sich heute überall in der Welt.
Die Ikone zeigt Maria und Jesus, Mutter und Kind. Das Kind sitzt auf dem Arm der Mutter wie ein Erwachsener: Es ist Jesus, der Erlöser.
Maria ist die Frau aus Israel und zugleich der Inbegriff Israels. In Maria kommt Israel, die Tochter Sion, zu sich selbst. Aus ihr geht der Messias hervor. In ihr erfüllt sich die Sendung Israels. Israel trägt in sich die Sendung, das Heil allen Völkern zu bringen: der Welt. Maria ist die Mutter Jesu. Und Jesus ist der Gesandte des Herrn, der Gesalbte des Herrn, der Messias, das Heil der Welt, das Licht für die Völker. Maria bringt das Heil, das Licht in die Welt.
Wenn man genauer hinschaut, sieht man, wie Jesus zum Engel schaut (als Gabriel gekennzeichnet), der das Kreuz zeigt. Auf der anderen Seite ein anderer Engel (als Michael gekennzeichnet), der Schwamm und Speer zeigt. Maria zeigt den Erlöser, der sein Leben am Kreuz vollenden wird. Die Ikone erinnert an den Weg des Erlösers in das Leiden, in die Hingabe für die Menschen bis in den Tod.
Der Gesamthintergrund der Ikone ist golden. Gold deutet auf das Geheimnis, auf Gott, auf die Herkunft dieses Kindes aus Gott. Die Schrift deutet: μητερ θεου, Mutter Gottes. Maria bringt den Erlöser von Gott her zu den Menschen.
Das heißt Maria bringt uns die Hilfe Gottes: Jesus ist der Messias, der Retter. Da uns Maria in Jesus die Hilfe bringt, ist sie die Mutter der immerwährenden Hilfe.
Der Blick Marias geht auf die Betrachter. Maria sah in Kana die Not des Ehepaares: „Sie haben keinen Wein mehr“. Zu Jesus und zum Vater erhöht sieht Maria mit Jesus auf die Menschen mit all ihren Nöten. Sie bleibt für immer die Not sehende, aufmerksame Mutter, die sensible Frau, die ein Auge hat für Leute und das, was sie brauchen.
Maria hat dabei das Kind auf dem Arm, das auf das Kreuz schaut. Maria hat den Weg Jesu kennengelernt, der ihn nach Jerusalem führte und ans Kreuz, aber gerade so zu den Menschen. Er hat alle Krankheiten und Leiden der Menschen auf sich genommen, interpretiert der Evangelist Matthäus das heilende Wirken Jesu. Maria zeigt uns die wirkliche Hilfe, wenn sie uns Jesus zeigt!
Maria ist als die Mutter Jesu die Tochter Sion, Zusammenfassung von Israel, Mutter Jesu, der von Gott kommt, Mutter des Erlösers. Sie ist aber auch die Christin, die an Jesus als den Messias, den Christus Glaubende. Sie ist Modell für christliches Leben, Modell für das, was Kirche-sein bedeutet.
Ja, Maria ist uns als Modell gegeben, wie wir für die Menschen da sein können und sollen. Die Kirche und wir als einzelne Christen und Christinnen haben die Berufung, zur Hilfe für die Mitmenschen zu werden.
Jeder mit seiner Begabung, mit seinem Charisma! Maria hat das Charisma der Mutter nicht nur Jesus gegenüber gelebt, sondern auch den anderen Menschen gegenüber, mit denen sie gelebt hat. Vom Kreuz aus sagt Jesus ausdrücklich im Blick auf den Jünger, den er liebt: „Siehe, deine Mutter!“ Er sagt es auch zu uns, zu jeder und zu jedem von uns! Der Jünger nahm sie zu sich, heißt es. Wir dürfen Maria zu uns nehmen und in der Gemeinschaft mit ihr einander zur Hilfe werden.
Wir verehren die Ikone der Mutter von der immerwährenden Hilfe – und sind eingeladen, nicht nur auf sie zu schauen, sondern uns auch von ihr anstecken zu lassen: mit unseren Begabungen und Möglichkeiten auf die Menschen um uns zu schauen!
Am 27. Juni feiern die Redemptoristen das Fest Mariens als der "Mutter von der Immerwährenden Hilfe". Wir schauen auf eine aus Kreta stammende Ikone, die diesen Titel trägt. Diese zeigt Maria, die ihrem Sohn in dem Moment, in dem er die für ihn bestimmten Leidenswerkzeuge erblickt, die Hand hält. Sie bietet auch uns ihre Hand in bedrängenden Lebenssituationen an. Wir sind aufgefordert, einander Halt zu bieten, wenn Menschen mit Leiden konfrontiert sind.
Lieder:
GL 521: Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn
GL 523: O Maria, sei gegrüßt, die du voller Gnade bist
GL 524: Meerstern, ich dich grüße
GL 525: Freu dich, du Himmelskönigin
GL 526: Alle Tage sing und sage Lob der Himmelskönigin
GL 527: Ave Maria zart, du edler Rosengart
GL 530: Maria, Mutter unsres Herrn
GL 532: Christi Mutter stand mit Schmerzen
GL 534: Maria, breit den Mantel aus
GL 535: Segne du, Maria, segne mich, dein Kind
GL 536: Gegrüßet seist du, Königin
GL Ö948: Wunderschön prächtige, hohe und mächtige ((1. und 3. Str.)
GL Ö950: Nun sind wir alle frohgemut
GL Ö954: Maria, wir dich grüßen, o Maria, hilf
GL Ö959: Wir ziehen zur Mutter der Gnaden
GL Ö963: Glorwürd'ge Königin, himmlische Frau
648
Psalmen und Kehrverse:
GL 625,6: Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels, du die Ehre unseres Volkes - Mit Psalm 84 (GL 653,4) - V.
GL 649,2-3: Behüte mich, Gott, behüte mich, denn ich vertraue auf dich; mein ganzes Glück bist du allein. Mit Psalm 16 - II.
GL 649,7-8: Gebenedeit bist du unter den Frauen; gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. - Mit Eph 1,3-10 - VII.
GL Ö958: Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels, du die Ehre unseres Volkes - Mit Psalm 112 (GL 61,2) - VI.
Herr Jesus Christus,
du hast deine Mutter Maria auch uns zur Mutter gegeben,
bei der wir stets Hilfe finden.
Lass uns beharrlich um ihre mütterliche Fürbitte anhalten
und so die Fülle deiner Erlösung empfangen.
Darum bitten wir dich,
der du in der Einheit des Heiligen Geistes
mit Gott dem Vater lebst und herrschest
in alle Ewigkeit.
MB Votivmesse von Maria, Mutter der Kirche
Gott, allmächtiger Vater,
du hast uns als deine Kinder angenommen und sorgst dich um uns.
Wir rufen zu dir im Vertrauen auf die Fürsprache von Maria, der Mutter Jesu, der Mutter von der immerwährenden Hilfe:
Gewähre auf die Fürsprache Mariens den Kranken Heilung, den Trauernden Trost, den Sündern Vergebung und allen Menschen Frieden und Heil.
Gott unser Vater, wir bitten dich, erhöre uns!
Das Bild der Mutter von der Immerwährenden Hilfe verbindet uns mit der Kirche des Ostens.
Führe auf die Fürsprache Mariens die Kirchen des Ostens und des Westens zu einer tieferen Einheit zusammen!
Durch Maria hast du Jesus, deinen Sohn, der Welt geschenkt.
Hilf uns und hilf deiner ganzen Kirche, Jesus, deinen Sohn, in die Welt von heute zu tragen!
Du gibst Maria Anteil an deiner sorgenden Liebe für die Menschen.
Mache auch uns zu Menschen, die den anderen Hilfe sind auf ihrem Weg zu dir!
Allmächtiger, liebender Gott,
nimm uns und alle Menschen, denen wir täglich begegnen, hinein in deine Fürsorge, in das Geheimnis deiner Liebe. - Amen.
Barmherziger Gott,
auf die Fürbitte der seligen Jungfrau und Mutter Maria
gewähre uns durch dieses Opfer Frieden und Heil
für Zeit und Ewigkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Eigenfeiern der Redemptoristen
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
und dich am Fest (Gedenktag)
der seligen Jungfrau Maria zu preisen.
(In Votivmessen:
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken,
weil du Großes getan hast
an der seligen Jungfrau Maria.)
Vom Heiligen Geist überschattet,
hat sie deinen eingeborenen Sohn empfangen
und im Glanz unversehrter Jungfräulichkeit
der Welt das ewige Licht geboren,
unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit,
beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten.
Die Himmel und die himmlischen Kräfte
und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore.
Mit ihrem Lobgesang
laß auch unsere Stimmen sich vereinen
und voll Ehrfurcht rufen:
Heilig ...
MB Maria 1

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
In der Auslegungsgeschichte gibt es einen Streit, wie man den Vers 14 zu deuten hat: Geht es um die Jungfrau oder die junge Frau? Da hier aus der Übersetzung auch Konsequenzen für Verständnis und Interpretation entstehen, ist dieser Text sehr wichtig.
Wie an den drei vorigen Sonntagen stammt die alttestamentliche Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja. Es ist einer der bekanntesten Texte des gesamten Buches und enthält die berühmte Weissagung von der Geburt des Immanuel, was übersetzt heißt "Gott ist mit uns". Das prophetische Wort Jesajas ergeht im Laufe eines Gesprächs an den jüdischen König Ahas während eines Krieges im Jahre 732 v. Chr.
Der König Ahas muß eine politische Niederlage hinnehmen und verschanzt sich in Jerusalem. Zugleich sieht er sich nach einem Bundesgenossen um, der ihm aus der Bedrohung helfen könnte. Er plant, den König von Assur um Hilfe anzugehen. Dies hätte nicht nur politische sondern auch religiöse Folgen gehabt: Die Staatsgötter der Schutzmacht müßten anerkannt werden, die Bilder im Tempel aufgestellt werden. In dieser Situation richtet Jesaia seine Botschaft an Ahas. Er fordert ihn auf, Assur nicht um Hilfe zu bitten, sondern allein der Hilfe Gottes zu vertrauen. Die vom König geforderte Entscheidung besteht in der Wahl zwischen der vertrauensvollen Treue zu Gott oder dem Abfall zu Götzen.
Verse 10-11: Im Auftrag Gottes will Jesaia Ahas zu einer klaren Glaubensentscheidung bewegen. Der Prophet fordert den König auf, sich ein Zeichen von Gott zu erbitten, das ihm Jahwes Gegenwart und Wirkmacht verbürgt. Das angebotene Zeichen soll dem Glauben des Ahas dienen.
Vers 12: Ahas lehnt es ab, ein Zeichen zu fordern, weil er angeblich den Herrn nicht versuchen will. Die Antwort, Gott nicht versuchen zu wollen, ist eine Ausrede und eine Verweigerung des Glaubens. Ahas zieht es vor, sich auf seine "Real-Politik" und nicht auf die Verheißung Gottes zu verlassen.
Vers 13: Gott läßt sich nicht "ausmanövrieren", schon gar nicht von frommen Sprüchen. Gottes Geduld mit dem König ist erschöpft, seine Langmut zu Ende.
Vers 14: Was der Prophet ausspricht, kann ein Heilswort gleichzeitig wie eine Gerichtsdrohung für Ahas sein. Er verheißt einen im Gegensatz zu Ahas stehenden Idealkönig; mit ihm soll nach vorausgegangener Katastrophe eine Ära paradiesischen Glücks anheben. Gott bleibt der David gegebenen Verheißung treu, wird jedoch die gegenwärtig regierenden Linie unterbrechen und einen Neubeginn setzen.
Haupthandelnder dabei ist der persönlich eingreifende Gott. Er wird sich bei seinem Eingreifen einer mit David verbundenen "Jung-Frau" bedienen, die an Gottes Gegenwart und Handeln glaubt und diesem ihrem Glauben Ausdruck verleiht, daß sie ihren Sohn Emmanuel, d.h. "Gott ist mit uns" nennt.