Gott, unser Herr,
du verbindest alle, die an dich glauben,
zum gemeinsamen Streben.
Gib, daß wir lieben, was du befiehlst,
und ersehnen, was du uns verheißen hast,
damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens
unsere Herzen dort verankert seien,
wo die wahren Freuden sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 21. Sonntag im Jahreskreis
Herr und Gott,
du hast dir
das eine Volk des Neuen Bundes erworben
durch das Opfer deines Sohnes,
das er ein für allemal dargebracht hat.
Sieh gnädig auf uns
und schenke uns in deiner Kirche
Einheit und Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 21. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Freut euch: Wir sind Gottes Volk,
erwählt durch seine Gnade. (GL 56,1)
Dich Gott, unser Vater, zu preisen, sind wir hier versammelt,
denn wir haben allen Grund dir zu danken und dich zu loben.
Kehrvers
Du selbst bist der Gute Hirte, der für die Seinen sorgt.
Schon im Ersten Bund hast du
Propheten, Priester und Könige als Hirten eingesetzt,
damit sie dein Volk leiten und auf deinen Wegen führen.
Kehrvers
Als dein auserwähltes Volk von deinen Wegen abwich,
hast du Jesus von Nazareth als Messias gesandt.
Er hat allen, die auf ihn hörten, deine Größe geoffenbart
und sie zum neuen Gottesvolk zusammengerufen.
Kehrvers
Simon Petrus hat er zum festen Fundament seiner Kirche gemacht
und ihm er die Schlüssel des Himmelreiches anvertraut,
damit er gemeinsam mit der ganzen Kirche
die Türen zum ewigen Leben aufschließe.
Kehrvers
Mit Simon Petrus und den anderen Jüngern bekennen auch wir,
dass Jesus der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes ist,
auf ihn hoffen wir und auf ihn bauen wir unser Leben auf.
Kehrvers
Für diesen festen Grund danken wir dir
und preisen wir dich mit allen Engeln und Heiligen.
Mit der ganzen Schöpfung singen wir dir unser Lob:
Danklied, z. B. "Ein Haus voll Glorie schauet" (GL 478, 1. 3. und 5. Str.)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn du bist der ewige Hirt,
der seine Herde nicht verläßt,
du hütest sie allezeit durch deine heiligen Apostel.
Du hast sie der Kirche als Hirten gegeben,
damit sie ihr vorstehn als Stellvertreter deines Sohnes.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und
mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 1
Herr, unser Gott,
schenke uns durch dieses Sakrament
die Fülle deines Erbarmens
und mache uns heil.
Gewähre uns deine Hilfe,
damit wir so vor dir leben können,
wie es dir gefällt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 21. Sonntag im Jahreskreis
Diese Worte aber können ihren guten Klang zurückgewinnen, wenn wir bedenken, was «ewiges Leben» in den Augen Jesu heißt: «Dies ist das ewige Leben: dich, den einzigen und wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast» (Job 17,3). Für Jesus ist ewiges Leben und Gotteserkenntnis geradezu identisch. Ist dies nicht eine frohmachende Perspektive für uns Christen und Christinnen, die im kirchlichen Dienst stehen oder die sich auf einen kirchlichen Dienst vorbereiten und deren Berufsbezeichnung «Theologen und Theologinnen» heißt? Wenn wir nämlich diese Berufsbezeichnung beim Wort nehmen, dann sind Theologen Menschen, deren einziges Thema, das sie wirklich interessieren muss, die Wirklichkeit Gottes ist: Gott als die alles, was überhaupt ist, bestimmende und umgreifende Wirklichkeit ist das exklusiv-eine Thema der Theologie. Gerade deshalb aber sind wir Theologen berufen und verpflichtet, im Erkennen dieses einen Themas Gottes zugleich alle Wirklichkeit und damit alles, was irgendwie Inhalt der menschlichen Wirklichkeitserfahrung ist und sein kann, mitzuerkennen und die gesamte Wirklichkeit in ihrer Bezogenheit auf Gott zu reflektieren, also «sub specie Dei aeternitatis».
Dieses eine Thema der Theologie und damit auch des kirchlichen Dienstes in seiner ganzen Fülle wiederzuentdecken und ihm die erste Priorität einzuräumen, ist der Anruf des heutigen Evangeliums, freilich auch der Anruf der heutigen Zeit, und zwar genauerhin in einer zweifachen Hinsicht, die für das Leben der Menschen heute von grundlegender Bedeutung ist: Gotteserkenntnis heißt erstens Ausrichtung nach der Transzendenz im urreligiösen Sinn der Wirklichkeit Gottes. Diese Transzendenzbeziehung vermag dem menschlichen Leben Weite zu geben. Dies zeigt sich umgekehrt daran, dass überall dort, wo den Menschen die religiöse Transzendenz verschlossen ist, sich ihnen der Versuch und die Versuchung aufdrängt, den Himmel gleichsam auf Erden zu suchen. Und dort, wo der Jahrhunderte lang befürchteten Vertröstung auf das Jenseits eine anstrengende Vertröstung auf das Diesseits gewichen ist, erscheint das Leben letztlich als nichts anderes als der vergebliche Versuch, den Himmel auf Erden zu erzwingen.
Für dieses Bemühen stehen freilich in der heutigen Gesellschaft nur wenige Betätigungsfelder zur Verfügung, genauer-hin diejenigen des Amüsements, der Arbeit und der Liebe. Von daher droht die große Gefahr, dass sich die Menschen heute zu Tode amüsieren, zu Tode arbeiten und sogar zu Tode lieben, wie prominente Fachexperten des modernen Lebens diagnostizieren. In diesem dreifachen «zu Tode» zeigt sich aber, wie befreiend und erlösend die wahre Transzendenzbeziehung für den Menschen ist, weil sich erst hier die unverbrauchte Weisheit des heiligen Augustinus bewährt: «Unruhig ist des Menschen Herz, bis es ruhen kann bei Gott.» In der Tat kann allein die einzig maßlose Wirklichkeit Gottes eine maßlose Antwort auf die maßlose Sehnsucht des menschlichen Herzens geben.
Aus: Bischof Kurt Koch, Fenster sein für Gott. Unzeitgemäße Gedanken zum Dienst in der Kirche. Paulusverlag Freiburg Schweiz 2002.

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