"Bei uns muss ihr Geld arbeiten!", Werbeslogan aus der Bankenbranche. In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise löst dieser Spruch eher hämisches Grinsen oder Zorn in weltweiten Teilen der Bevölkerung aus. Für wen muss das Geld arbeiten? Für der Welt größtes Casino, der Wallstreet, mit ihren findigen Bankiers und Börsenmaklern, die die Kugel immer ins Gewinnfeld der Manager rollen lässt? - Talenteumschichtung der anderen Art.
Das heutige Evangelium arbeitet mit einem Gleichnis, das sogar unseren Sprachgebrauch beeinflusst hat. Wenn wir von begabten Menschen reden, meinen wir, dass sie über besondere Talente verfügen. Talente sind zur Zeit des Matthäus unerschwingliche Geldsummen, kaum vorstellbare Zahlen, wie wir sie jetzt fast täglich in den Nachrichten aus dem Banken- und Wirtschaftssektor hören.
Das heutige Gleichnis stellt Beziehung und Vertrauen in den Vordergrund und nicht die Angst. Der Herr, so können wir dieser Perikope entnehmen, lässt seine MitarbeiterInnen nicht allein. Sie sollen an ihren Plätzen ihrer Arbeit nachgehen, ihre Kraft ausschöpfen. Gott hat so ein großes Vertrauen zu den Menschen, dass er jedem von uns ein riesiges Vermögen übergibt - sein Leben. Der Herr gibt nicht jedem irgendwelche Gaben auf seine Lebensreise mit, sondern wir alle bekommen Talente, Begabungen nach unseren Fähigkeiten. Sehr oft sehen wir im Laufe unseres Lebens, dass wir im Grunde nicht überfordert wurden. So manche Frage, die möglicherweise aus Neid oder Eifersucht entsteht, könnte unterbleiben: Warum bin ich nicht schöner, gescheiter als. . .? Wieso wird mein Arbeitskollege immer bevorzugt? Es gilt ein Selbstwertgefühl - nicht mit Egoismus zu verwechseln - zu entwickeln, bei mir zu Hause zu sein.
Was bedeutet das konkret, ohne ein kochbuchartiges Lebensrezept vorzustellen? Wie gehe ich mit mir, mit meinen Lebenschancen um, was hat Gott mir anvertraut? Dabei geht es nicht um die Zahl der Talente. Vielleicht habe ich bedeutend mehr als nur ein Talent. Im Laufe meines Lebens besteht die Chance, diese zu entdecken, Herausforderungen, die Beruf und Beziehungen stellen, mutig zu begegnen, nichts ängstlich zu vergraben. Wenn Gott jedem etwas von seinem "Vermögen" weitergibt, dann gebührt demjenigen Achtung, der es gut verwertet. Manche Talente wirken nach unseren Maßstäben so klein und bedeutungslos, wie etwa das Talent des guten Zuhörenkönnens, des mitfühlenden oder anerkennenden Wortes, der scharfen Beobachtungsgabe und der Klugheit, zu sehen, wo Hilfe nötig ist. Freilich sind diese scheinbar so unbedeutenden Talente nicht pressewirksam. Was gelingt uns an Talenten in der jungen Generation zu entfalten und welche Begabungen können junge Leute bei älteren Semestern entdecken?
Noch ein anderes Problem rückt das Evangelium in den Mittelpunkt der Überlegungen: Wieso wird jener Mann so hart bestraft, der nichts Böses getan hat? Er war auf seine Weise sehr sorgsam. Damit ja nichts verkommt, vergräbt er sein Talent, er bringt es in Sicherheit. Sollte er vielleicht hoch pokern, Grenzen überschreiten, alles verlieren, in die Schuldenfalle tappen, wie wir das gegenwärtig rundherum erleben? Sicher nicht. Jesus wirft ihm Angst, mangelndes Vertrauen vor, keine Zivilcourage mit Augenmaß zu haben, keine oder kaum Lebensperspektiven zu entwickeln. "Herr, ich hatte Angst vor dir", sagt der Mann. Das aber bekämpft Jesus in diesem Gleichnis. Angst wird hier als Sünde angerechnet. Zu berücksichtigen ist aber, dass Angst verschiedene Nuancen hat. Es geht nicht um den Schutzmechanismus, den jeder gesunde Mensch in sich trägt. Dieses Gleichnis engt die Angst auf Schuld ein. Die Angst hat verschiedene Ursachen. Gemeint ist hier, wenn jemand unterlässt, was er tun soll, dann gibt es schuldhafte Angst. Leider gibt es auch die institutionelle Angst, wie wir sie heute in der Kirche erleben. Sie ist lähmend, lässt den Heiligen Geist nicht wirken. Auf diese Weise entsteht Schuld. Dafür werden wir zur Verantwortung gezogen.
Jesus weiß, dass wir manches verschleudern und verspielen. Er wird heil machen, was wir nicht oder nur schlecht zustande bringen. Das Evangelium ist ein großer Trost, dass wir mit dem auskommen, was wir mitbekommen haben. Niemand wird zu Unmöglichem angehalten.
In unserem Leben halten wir uns vor Augen: Ich muss nicht das Beste, sondern mein Bestes geben. Dieser Grundsatz erleichtert unser Leben, auch bei allen Niederlagen, die wir durchmachen müssen. "Komm, nimm teil an der Freude, am Festmahl deines Herrn!" Dieses Versprechen ist uns sicher, wenn wir uns bemühen, mit Gottes Hilfe Talente dazuzugewinnen.
Gott, du Urheber alles Guten,
du bist unser Herr.
Laß uns begreifen, daß wir frei werden,
wenn wir uns deinem Willen unterwerfen,
und daß wir die vollkommene Freude finden,
wenn wir in deinem Dienst treu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
die Gabe, die wir darbringen,
schenke uns die Kraft, dir treu zu dienen,
und führe uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
die Gaben, die wir bereitet haben,
sind Zeichen unserer Hingabe an dich.
Darum bitten wir:
Wie Brot und Wein in der Kraft des Geistes geheiligt werden,
so heilige auch uns selbst immer mehr
nach dem Bilde unseres Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und Leben schenkt in alle Ewigkeit.
MB Auswahl 6
Kehrvers:
Jubelt ihr Lande dem Herrn;
alle Enden der Erde schauen Gottes Heil.
(GL 55,1)
Gott und Herr, wir kommen vor dich,
um dir zu danken und dir unser Lob zu singen.
In deiner Liebe hast du den Menschen als dein Abbild geschaffen
und ihm die Erde anvertraut, dass er sie behüte und bebaue.
Kehrvers
Einen jeden hast du mit Talenten und Fähigkeiten ausgestattet,
dass wir sie zum Wohle aller
und zum Nutzen der ganzen Schöpfung einsetzen.
Israel hast du als dein besonderes Volk auserwählt,
damit es dir diene und zum Segen für alle werde.
Kehrvers
Durch Jesus von Nazareth hast du ein neues Volk zusammengerufen.
Er hat seine Jünger mit den Gaben des Heiligen Geistes ausgestattet,
sie als Verwalter eingesetzt
und ihnen die Sorge für das Himmelreich aufgetragen
Kehrvers
Wir danken dir, dass auch wir die Frohe Botschaft
von deiner Liebe und Barmherzigkeit vernommen haben
und zu deinem Volk gehören.
Wir warten auf das endgültige Offenbarwerden deiner Größe und Herrlichkeit
und singen mit allen Heiligen zu deinem Lob:
Danklied, z. B. Nun singt ein neues Lied dem Herren (GL 551)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Barmherziger Gott,
wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt
und sein Gedächtnis begangen.
Die heilige Gabe,
die wir in dieser Feier empfangen haben,
helfe uns,
daß wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern
Christus nachfolgen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
die heilige Speise, die wir empfangen haben,
durchdringe uns mit ihrer Kraft.
Sie vertiefe unseren Glauben,
mache stark unsere Hoffnung
und entzünde unsere Herzen zu Werken der Liebe.
Lass das göttliche Leben, das du uns geschenkt hast,
sich entfalten und Frucht bringen für das ewige Leben.
Darum bitten wir…
MB Schlussgebete zur Auswahl 10

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