"Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen" (Mt 5,20). Jesus will die Menschen zu einer Gerechtigkeit hinführen, die größer ist als die von den Pharisäern und Schriftgelehrten geübte Praxis. Jesus setzt neue Maßstäbe.
Treue zum Bund.
Im Alten Testament wird die Gerechtigkeit gesehen als die im Bundesschluss grundgelegte Beziehung zwischen Gott und dem Volke Israel, zu dem Gott in unverbrüchlicher Treue steht. Das Volk Israel soll dem entsprechen in der Treue zum Bund mit Gott und in der Beobachtung der Gesetze und Weisungen der Thora. Joseph Ratzinger schreibt in seinem Jesusbuch: "Gerechtigkeit ist in der Sprache des Alten Bundes der Ausdruck für die Treue zur Thora, die Treue zum Wort Gottes, wie sie immer wieder vom Propheten angemahnt worden war. Sie ist das Einhalten des von Gott gezeigten rechten Weges, dessen Mitte die Zehn Gebote sind. Die neutestamentliche Entsprechung zum alttestamentlichen Begriff der Gerechtigkeit ist der Glaube. Der Gläubige ist der Gerechte, der auf Gottes Wegen geht (Ps 1; Jer 17,5-8). Denn der Glaube ist das Mitgehen mit Christus, in dem das ganze Gesetz erfüllt ist, er eint uns mit der Gerechtigkeit Christi selber" (S. 119).
"Ich aber sage euch!"
Das Wort von der größeren Gerechtigkeit steht programmatisch vor den so genannten Antithesen. Antithesen heißen sie deswegen, weil Jesus den Geboten des Alten Testamentes: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist" das "Ich aber sage euch" entgegen stellt. Mit dem "Ich aber sage euch" spricht Jesus in einer ihm von Gott verliehenen Vollmacht. Nie hätte ein Schriftgelehrter, wenn er das Gesetz auslegte, ein solches "Ich aber sage euch" aussprechen dürfen, was Blasphemie, Gotteslästerung gewesen wäre. Das "Ich aber sage euch" Jesu erhebt einen hohen Anspruch, weil es in den Antithesen nicht um die Auslegung bestimmter Gesetze geht, sondern um das Gesetz selber, das Jesus auf eine neue, tiefere Weise auslegt. Weil er in göttlicher Autorität spricht, ist er nicht auf menschliche Autoritäten angewiesen, die seine Worte bekräftigen.
Am Ende der Bergpredigt heißt es, dass die Menschen über seine Lehre erschraken, weil er mit Vollmacht lehrte und nicht wie ihre Schriftgelehrten (Mt 7,28 f). Über die Vollmacht Jesu sagt Joseph Ratzinger: "Damit ist natürlich nicht eine rhetorische Qualität von Jesu Reden gemeint, sondern der offenkundige Anspruch, selbst auf der Höhe des Gesetzgebers - auf der Höhe Gottes - zu stehen. Das 'Erschrecken' ist genau das Erschrecken darüber, dass ein Mensch mit der Hoheit Gottes selbst zu sprechen wagt" (S. 134).
Die Erfüllung des Gesetzes.
Jesus will das alttestamentliche Gesetz, die Thora, nicht abschaffen. Der Evangelist Matthäus betont sehr dezidiert, Jesus sei nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen (Mt 7,27). Es ist anzunehmen, dass in nichtjudenchristlichen Kreisen, in hellenistischen Gemeinden dem alttestamentlichen Gesetz eine geringe Bedeutung beigemessen wurde. Dem wollte Matthäus offensichtlich entgegensteuern und betonte darum so sehr das "nicht auflösen". Wenn Jesus das Gesetz nicht auflösen, sondern erfüllen wollte, dann ist darunter keine noch genauere Beobachtung gesetzlicher Vorschriften zu verstehen, keine quantitative Vermehrung der Gesetzesvorschriften durch eine noch gewissenhaftere Beobachtung, sondern eine qualitative Steigerung, die die Liebe zum Grundmaß menschlichen Handelns macht. Erfüllen bedeutet: Jesus bringt das Gesetz zur Erfüllung, zur Vollendung, indem er es konsequent auf das Liebesgebot hin auslegt. Die größere Gerechtigkeit ist nicht ein Mehr an Gesetzestreue, sondern ein Mehr an Gottes- und Nächstenliebe.
In der Bergpredigt wird uns gesagt, worin alles wahrhaft menschliche Handeln gründet. In der Liebe. Darum ist die Bergpredigt radikaler als das alttestamentliche Gesetz ("Radikal" kommt her vom lateinischen radix, Wurzel). Die in der menschlichen Liebe wurzelnden Weisungen Jesu stellen an uns einen weit höheren Anspruch als eine Moral, die nur auf den Buchstaben sieht und sich mit einer rein äußerlichen Beobachtung des Gesetzes zufrieden gibt. Paulus sagt im Zweiten Korintherbrief: "Er (Gott) hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig" (2 Kor 3,6, vgl. auch Röm 7,6).
In sechs Antithesen konkretisiert Jesus die größere Gerechtigkeit, er zeigt modellhaft an einigen Lebenssituationen, wie ein Handeln, das in der Liebe gründet, auszusehen hätte. Wenn wir bedingungslos zur Versöhnung bereit sind (Mt 5,21-26). Wenn einer dem Ehepartner in einer Liebe zugetan ist, die jede zur Untreue führende Situation vermeidet (Mt 5,27-30). Wenn Jesus der üblichen Laxheit der Männer in der Scheidungsfrage entgegensteuert (Mt 5,31-32). Wenn wir eine Wahrhaftigkeit leben, die keines Schwures bedarf (Mt 5,33-37). Wenn wir dem Gesetz der Vergeltung den Verzicht auf Vergeltung entgegenstellen (Mt 5,38-42).Wenn wir über eine auf Gegenliebe hoffende Liebe hinaus das Wohlwollen auch denen gegenüber aufrecht behalten, die nicht gut an uns gehandelt haben (Mt 5,43-47). Gerade darin können wir uns an Gottes Handlungsweise orientieren, der alle Menschen unterschiedslos liebt.
Radikalisierung des fünften Gebotes
In der ersten Antithese, auf die ich nun näher eingehe, heißt es: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein" (Mt 5,21f.). In dieser Antithese geht Jesus vom fünften Gebot der Sinaigesetzgebung aus. Diese war dem Volk Israel im Bund mit Gott als Rechts- und Sozialordnung gegeben worden, um ein geordnetes Zusammenleben zu gewährleisten. Der Dekalog sollte für Recht und Ordnung in Israel sorgen. So verbietet das fünfte Gebot den Mord und liefert den Mörder dem Gericht aus (Ex 20,13; Dtn 5,17). Verboten und bestraft wird der vollendete Mord. Würden wir es bei der Forderung des fünften Gebotes bewenden lassen, wären die allermeisten Menschen ohne Schuld.
Jesus setzt tiefer an. Dort nämlich, wo der Mord sich anbahnt. Im Herzen des Menschen. Darum haben bei Jesus Zorn und Mord den gleichen moralischen Stellenwert. Dass wir dem Bruder, dem Mitmenschen, nicht einmal zürnen dürfen, bedeutet eine ungeheure Radikalisierung des fünften Gebotes. Ein neues Denken ist angesagt, ein Gesinnungswandel. Jesus ermutigt uns, seinen Weg einzuschlagen, der die Liebe zum alleinigen Maßstab für menschliches Zusammenleben macht. Und deswegen geht Jesus so weit, dass wir, wenn wir uns im Umgang mit unseren Mitmenschen von der Liebe leiten lassen, dem Zorn in unserem Herzen keinen Raum geben. Wie kommen wir aber mit der moralischen Gleichsetzung von Zorn und Mord zurecht? - Eine Überforderung?
Jesus hat die Denkweise und das Verhalten der Menschen indes realistischer eingeschätzt, als es uns zunächst scheint. Er redet von dem, was hinter unserer Stirn vor sich geht, was sich in den Hinterhöfen unserer Seele an unguten Gedanken angesammelt hat, was es in unserem Herzen an destruktivem Denken gibt. Nehmen wir einmal unsere Sprache beim Wort. Da können Worte fallen, die mörderisch klingen. Jemanden kalt stellen, einen über die Klinge springen lassen, einen fertig machen, einen mundtot machen, einen totschweigen. Oder jemand sagt über einen bestimmten Menschen: Den kann ich auf den Tod nicht leiden, der ist für mich gestorben. Es gibt Menschen, die zwar keinen Menschen in physischer Weise umgebracht haben, aber in ihrer Verhaltensweise über Leichen gehen. Wir kennen das Wort vom Rufmord, wenn einer durch üble Nachrede erledigt wird.
Matthäus hat der ersten Antithese noch einen Aufruf zur Versöhnung angefügt, der den Gottesdienst betrifft. "Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe" (Mt 5,23f.). Damit soll gesagt werden, dass Gottesdienst feiern und mit andern unversöhnt leben sich schlechterdings ausschließen. Gott lässt sich nicht finden am Mitmenschen vorbei. Das Jesuswort erscheint einleuchtend. Die Zuwendung zum Mitmenschen ist wichtiger, allerdings auch schwerer als alle möglichen Opfer, die wir uns auferlegen. Es kann auch nicht genügen, sich im Herzen mit dem andern zu versöhnen. Wenn wir auch den Gottesdienst nicht unterbrechen können, so sollten wir doch, sobald es sich ergibt, auf den andern zu gehen , sollten wir die Aussöhnung nicht zu lange aufschieben.
Ich schließe mit einem Wort von Lothar Zenetti, der die Unversöhntheit von Christen in Eucharistie und Abendmahl anmahnt.
"Ich lese:
Wenn du weißt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
dann lass deine Gabe vor dem Altar, geh und versöhne dich zuerst
dann komm und feiere deinen Gottesdienst.
Ich frage:
Warum hat man dann, wenn das so gesagt ist,
getrennt und unversöhnt das Opfer der Opfer gefeiert,
jahrhunderte lang, und tut es getrennt und unversöhnt
noch heute an jedem Tag neu?"
"Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen." Die Erwartung Jesu an seine Jünger ist eindeutig, liebe Hörerinnen und Hörer. Es geht ihm um die uneingeschränkte Glaubwürdigkeit. Seine Anhänger sollen nicht in Diplomatie ausweichen oder zusätzlich heilige Schwüre leisten, damit man ihnen glaubt.
Schön wäre es ja, wenn Leben immer so geradlinig ginge. Leider gibt es Situationen, in denen es nicht so glatt geht. Jesus selbst bringt in seinen Streitgesprächen mit den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes ein Beispiel dafür. Er fragt: "Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zum ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite." (Mt 21, 28-31) Dieses Verhalten der Söhne dürfte unserer Erfahrung entsprechen. Manche Zusage, die uns gegeben wurde, ist nachher zurückgenommen worden. Und umgekehrt, aus einem harten Nein ist manchmal doch noch ein Ja geworden. Grob gesprochen scheint es diese beiden Typen zu geben. Der eine neigt dazu, auf eine Bitte immer Ja zu sagen, um gleichsam ständig "Liebkind" zu bleiben. Er oder sie möchte den Bittsteller auf keinen Fall enttäuschen, merkt aber bald, dass die Zusage über die eigenen Kräfte und Möglichkeiten geht. Der oder die andere schützt sich zunächst durch ein abgrenzendes Nein, um nach ruhiger Überlegung doch noch dem Wunsch nachzukommen.
Ich denke, es gehört zu meinen Lebensaufgaben, herauszubekommen, zu welchem Menschentyp ich gehöre, um dann daran zu arbeiten, dass mein Ja wirklich ein Ja und mein Nein wirklich ein Nein ist und bleibt. Wie sonst will ich als verlässlich gelten? Es gehört zu einer reifen Persönlichkeit, dass sie auch dann zur Wahrheit steht, wenn ihr daraus Nachteile erwachsen. In manchen Verhandlungen mag diplomatisches Geschick vonnöten sein, verlässliche Beziehungen lassen sich darauf nicht aufbauen. Dabei muss nicht gleich an die Ehe, eine Lebenspartnerschaft oder eine Freundschaft gedacht werden. Es genügt, Mitglied in einem Verein oder in einer Kirchengemeinde zu sein oder schlicht Arbeitskollege.
Besonders schwer wiegt, wenn der kirchlichen Gemeinschaft, bestimmten Institutionen in ihr oder Amtsträgern vorzuwerfen ist, dass sie sich herausreden oder Sachverhalte vertuschen. Es ist nicht unfair, sondern evangeliumsgemäß, wenn Christen von ihren Zeitgenossen schärfer kritisiert werden als andere Mitbürger. Christen stehen durch ihren Namen unter einem höheren Anspruch. Mit dem, was sie im Namen Jesu, ihres Herrn, verkünden, richten sie sich auch selbst. Für sie gibt es in allem, was sie sagen und tun, gleichsam eine eingebaute Kritik. Ihnen ist die Ausflucht verbaut, darauf zu verweisen, dass andere Institutionen und Menschen auch fehlerhaft sind. Jesus unterscheidet nun mal zwischen den "Kindern dieser Welt" und seinen Jüngern. Er legt für seine Freunde die Latte hoch: "Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen."
Drei Blicke müssen wir heute riskieren! Auf unsere Münder, unsere Augen - und unsere Herzen. Obwohl das Evangelium alles andere ist als gefällig - in ihm liegt das Versprechen einer neuen Entdeckung.
Ich kenne doch böse Worte. Sie rutschen einfach heraus. Im Eifer des Gefechtes. In einem Streit. Ich kann sie auch nicht weder zurückholen - nicht einmal ihren Klang verschönern. Ein Wort kommt zur Welt, wächst, wuchert. Manchmal kann ich mich nicht einmal entschuldigen. Manchmal mag ich es auch nicht. Ich bin doch im Recht!
Ich kenne auch den Blick auf den anderen Menschen, der sich ihm zuwendet, ihn liebevoll anschaut - oder auch auszieht, nackt dastehen lässt, ihm seiner Würde beraubt. Es gibt den Blick, der Macht ausdrückt und Unterordnungen schafft. Man sagt auch, es gäbe den typisch männlichen Blick - auf das "schöne Geschlecht", den typisch weiblichen Blick - auf das "starke Geschlecht". Aber was ist schon typisch? Typisch nur, dass ich es nicht erklären kann.
Der dritte Blick ruht auf dem Herzen. Es ist, wie Augustin in seinen Bekenntnisse sagte, unruhig - dabei ist es doch die Mitte der Person, meine Mitte! Oft sehe ich sogar eine Mördergrube - und halte den Blick kaum aus. Ich möchte meine Ruhe haben, auf Zeit spielen, mich nicht jetzt entscheiden müssen. Ich sage "ja", meine aber "nein". Verlassen kann ich mich nicht einmal auf mich.
Drei Blicke dürfen wir heute riskieren.
Es ist wie ein kleiner Beichtspiegel: Ich höre das Evangelium - und betrachte mich in einem Spiegel. Mich - das heißt auch, einmal nicht auf die anderen zu schauen, über sie zu reden, besser zu sein als sie.
Was sehen wir denn in diesem Spiegel? Zunächst: Drei Gebote, drei Gebote von zehn:
"Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht ehebrechen" und "Du sollst keinen Meineid schwören". Aber wir sehen jetzt mehr als Mord, Ehebruch und Meineid - wir sehen den Hass, der sich in Worten Luft macht - wir sehen die Begierde, die aus den Augen kommt - wir sehen, dass selbst der Eid wertlos wird. Jesus schärft uns sozusagen den Blick. Er lässt uns in die Gebote sehen. In die Gebote sehen, heißt, in Gottes Absichten eingeweiht zu werden. Ihm ins Herz zu schauen.
Was ich wie einen Beichtspiegel empfinde, wird zu einem Spiegel meines Lebens.
Ich sehe mich. Ich sehe ihn. Er sieht mich.
Obwohl das Evangelium ziemlich apodiktisch klingt - Zu den Alten wurde gesagt, ich aber sage euch - liegt sein Reiz eher im Verborgenen. Es ist die Ansage einer neuen Zeit.
Jesus hält seine Bergpredigt. Sie gilt als seine Antrittsrede. Jesus umreißt sein Programm, stellt Schwerpunkte vor, lädt zu Veränderungen ein. Wie man das neudeutsch so nennt: er holt, er nimmt Menschen mit. Die aber sind neugierig, offen, erwartungsvoll. Wir sehen uns um ihn versammelt. Eine neue Herrschaft beginnt.
Darum geht es denn auch:
dass Worte nicht mehr töten, nicht mehr verletzen, nicht mehr demütigen -
dass Blicke nicht mehr ausziehen, nicht mehr wehrlos machen, nicht die Würde rauben -
dass Worte trösten, aufrichten und Gemeinschaft stiften,
dass Blicke Herzen öffnen und Vertrauen schenken.
Eine neue Herrschaft beginnt.
Es ist zwar ein heißes Eisen, gehört aber heute in unsere Mitte - das Beispiel Ehebruch. Wie kaum ein anderes Thema hat es mit Worten und Blicken zu tun - mit verlorenen Worten, mit verletzenden Blicken - und mit der Sehnsucht, ein gutes Wort zu hören und liebevoll angesehen zu werden.
Viele Menschen schauen nicht nur auf gute Erfahrungen zurück, die sie in einer Ehe gemacht haben. Aus einer großen Liebe wurde ein - großes Leid. Was in dem Wort "Bruch" fast untergeht, ist eine Wunde, ein Schmerz, eine Enttäuschung.
Andere erzählen noch nach 40, 50, 60 Jahren, wie reich sie beschenkt wurden und wie schön es war - mit diesem einen Menschen. Von solchen Verhältnissen - und Träumen - gehen wohl auch die meisten Menschen aus, wenn sie den Schritt in die Ehe wagen. Sie versprechen einander Liebe - bis das der Tod euch scheidet.
Zu erzählen wissen wir auch von Menschen, die sich - nach einer Scheidung - trauten, noch einmal zu heiraten und verbindlich "ja" zu einander zu sagen. Oft hat der Partner, die Partnerin auch schon eine gescheiterte Ehe hinter sich. Manche bringen Kinder mit. Neue Familien finden sich zusammen. Das moderne Wort Patchwork-Familie trifft eigentlich nicht, was geschieht: dass ganz neue Banden entstehen, neues Vertrauen, neue Zukunft.
Ich höre Jesu Wort: Unter euch soll es überhaupt keine Scheidung geben! Dieses Wort steht - es steht auch in seiner Verlässlichkeit und Treue. Sein Wort ist auch nicht klein zu reden. Wir können es nicht einmal verbiegen.
Aber wir sind - nur Menschen. Wir sehen uns schuldig werden. Wir sehen auch, dass wir ein "Ja" nicht durchhalten können. Wir leiden darunter, aufgegeben zu werden - und einen anderen Menschen aufzugeben. Was oft so leicht und leichtfertig aussieht, entpuppt sich in vielen Fällen als Trauma. Oder auch als ein Geschenk - für einen neuen Anfang. Ein Seelsorger weiß sehr viel davon zu erzählen, hält aber dicht, schweigt - und hört zu.
Jesus hat den Anspruch erhoben, dass wir größer, besser sind - als die Pharisäer und Schriftgelehrten. Zumindest hat der Evangelist das so in Worte gefasst. In seiner Zeit beginnen Juden und Christen, trotz tiefer und reicher Verwandtschaft, eigene Wege zu gehen - sich also zu trennen. Das war ein schmerzhafter Prozess. Wir spüren ihn auch in den Worten "größer" und "besser" - und sind doch klein, angefochten und verführbar. Das Evangelium gibt uns aber ein Maß, das übrigens immer schon - in der Thora, bei den Propheten, bei den Gesetzeslehrern - galt: wir sehen in Gottes Herz, um unser Leben zu verstehen - und den Weg Jesu zu gehen.
Ich gebe zu: als ich das Evangelium las, war mein erster Gedanke: 100% reichen nicht, 150%ig muss es sein - wenn nicht noch mehr. Die vielen Forderungen, die ich in meinen Leben kennengelernt habe, gerade auch in der Kirche, wanderten, irrten durch meinen Kopf. Nie ist es genug - du musst immer weiter, höher hinaus. Du musst perfekt werden. Und dann überfiel mich der Gedanke: Es reicht nicht, Mensch zu sein. Ich spürte in mir - Angst und Widerwillen.
Jetzt, wo wir uns gemeinsam auf den Weg des Evangelium gemacht haben, eingerahmt von der Bitte, der Herr möge sich erbarmen, und der Einladung, an seinem Mahl teilzuhaben, hat Jesu Wort eine große Kraft.
Nein, ich bin nicht "größer" und "besser" als ...
Ich will auch nicht "größer" oder "besser" sein als ...
Ich suche aber bei ihm Barmherzigkeit und Kraft.
Dass Worte nicht mehr töten, nicht mehr verletzen, nicht mehr demütigen -
dass Blicke nicht mehr ausziehen, nicht mehr wehrlos machen, nicht die Würde rauben -
dass Worte trösten, aufrichten und Gemeinschaft stiften,
dass Blicke Herzen öffnen und Vertrauen schenken.
Eine neue Herrschaft beginnt.
Eine alte Legende erzählt von zwei Mönchen, die Streit miteinander haben. Sie können sich nicht einigen, denn jeder von beiden fühlt sich im Recht. Schließlich tragen sie dem Abt ihre Sache vor und bitten ihn, den Streit zu schlichten und für Gerechtigkeit zu sorgen. Der Abt möchte eine Nacht Bedenkzeit und gibt den Mönchen am nächsten Morgen seine Antwort:
"Gerechtigkeit gibt es nur in der Hölle, im Himmel regiert die Barmherzigkeit, und auf Erden gibt es das Kreuz!"
Und der Friede Gottes,
der höher ist als alle Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne,
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Im Evangelium werden wir heute lesen:
Wer die Gebote hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Groß sind bei uns Menschen,
die etwas Besonderes leisten,
die hohe Ziele erreicht haben,
die erfolgreich sind.
Gott aber sieht anders auf uns Menschen.
Groß in seinen Augen ist, wer sich an sein Wort hält und sich ihm anvertraut.
Wir bitten ihn um sein Erbarmen:
Gott, du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
dein Sohn ruft uns zu einer neuen
Gerechtigkeit auf, die aus dem Herzen kommt.
Gib uns die Kraft zu einem Handeln, das sich
für die Menschen und für das Leben entscheidet.
Durch Christus, unseren Herrn.
Barmherziger Gott,
das heilige Opfer reinige uns von Sünden
und mache uns zu neuen Menschen.
Es helfe uns, nach deinem Willen zu leben,
damit wir den verheißenen Lohn erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
(für Wortgottesfeiern)
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. (GL 616,5)
Oder:
Alles, was Odem hat,
alles, was Odem hat, lobe den Herrn! (619,1)
Guter Gott und Vater,
wir sind zusammengekommen, um dir zu danken
und unseren Lobpreis darzubringen.
In deiner Weisheit hast du die Welt geschaffen und geordnet.
Den Menschen gabst du Gebote und Vorschriften,
damit es ihnen wohl ergehe auf Erden.
Kehrvers
Deinen Sohn Jesus Christus hast du in die Welt gesandt,
damit er erfülle, was das Gesetz und die Propheten
angekündigt und verheißen haben.
Er hat uns den Sinn deiner Gebote erschlossen
und uns den Weg gewiesen, wie wir vor dir gerecht werden können.
Kehrvers
Dein Geist führt uns auch heute.
Er leitet uns an, Hass und Zorn zu überwinden,
Frieden zu suchen und uns miteinander zu versöhnen.
Er mahnt uns zur Gerechtigkeit.
Er bestärkt uns, Verantwortung zu tragen in allem, was wir tun.
Er lehrt uns, die Würde jedes Menschen zu achten.
Kehrvers
Wir preisen deine Weisheit und deine Treue
und stimmen ein in das Lob der ganzen Schöpfung.
Danklied, z. B. "Mein ganzes Herz erhebet dich" (GL 143)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
Gott, du Spender alles Guten,
du hast uns das Brot des Himmels geschenkt.
Erhalte in uns das Verlangen nach dieser Speise,
die unser wahres Leben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Eine alte Legende erzählt von zwei Mönchen, die Streit miteinander haben. Sie können sich nicht einigen, denn jeder von beiden fühlt sich im Recht. Schließlich tragen sie dem Abt ihre Sache vor und bitten ihn, den Streit zu schlichten und für Gerechtigkeit zu sorgen. Der Abt möchte eine Nacht Bedenkzeit und gibt den Mönchen am nächsten Morgen seine Antwort:
"Gerechtigkeit gibt es nur in der Hölle, im Himmel regiert die Barmherzigkeit, und auf Erden gibt es das Kreuz!"
http://www.luellemann.de/txt-111.htm (7.2.2011)
In diesem Evangelium sehen wir, daß unser lieber Herr Christus seine Christen also will lehren, wenn sie glauben und getauft sind, und haben nun den Namen und die Herrlichkeit daß sie Christen heißen, und allerlei geistliche Güter und Gaben empfangen haben: daß sie denken, auch ein rechtschaffenes Leben untereinander zu führen, daß nicht falsch noch heuchlerisch sei. Denn er hat uns nicht eine falsche Gnade widerfahren lassen, die nur den Schein hätte; sondern gleichwie unsere Sünden rechte, große, verdammliche, und nicht gemalte Sünden sind: also ist es auch mit seiner Gnade eitel Ernst und ein rechtschaffen wahrhaftig Wesen. Darum sollen wir denken, daß wir nicht fälschlich gegen unserer nächsten Handeln, sondern treulich und wahrhaftig; wie Gott mit uns, unsere Sünden wegen, gehandelt hat...
Was ist nun die bessere Gerechtigkeit? Diese, da Werke und Herz zugleich fromm und nach Gottes Wort gerichtet ist: das nicht allein die Hand totschlage, sondern auch das Herz von allem Zorn frei ist; das nicht allein du mit dem Werke nicht ein Ehebrecher werdest, sondern dein Herz ganz rein sei, ohne alle böse Lust und Begierde. Also ist es in allen Geboten; denn solches fordert das Gesetz. Es will nicht allein das Werken haben; sondern ein reines Herz, daß durchaus mit dem Wort Gottes und Gesetz sich vergleicht...
Also geht diese Lehre vornehmlich dahin, daß der Herr uns vor der geistlichen Hoffart warnen und zur Erkenntnis unseres unreinen bösen Herzens und sündlichen Natur bringen, und also zur Hoffnung seiner Gnade uns leiten will. Dieses ist dann die rechte Gerechtigkeit, die in den Himmel gehört. Die steht nicht in unseren Werken, obwohl diese heilig sein, sondern in Vergebung der Sünden und auf der Gnade Gottes. Denn ob wir es schon soweit bringen, daß wir äußerlich niemand ärgern und uns in Gottes Wort und Willen fleißig üben; so ist doch der größte Mangel daran, daß das Herz noch voll böser Lust und Sünden ist...
Wer sich nun also in den zehn Geboten übte, meinst du nicht, er würde nicht jede Stunde Ursache haben, seine Sünde zu beichten, zu beten und sich im Glauben und Wort zu üben? Denn das Beichten muß sein, wenn der Zorn oder andere Lüste uns angreifen, daß wir es nicht leugnen noch entschuldigen, sondern Gott bekennen und ihm von ganzem Herzen beichten, daß wir Unrecht getan haben. Da muß danach das Beten auch folgen, daß Gott solches uns nicht zurechnen soll, sondern vergeben, und uns, um Christus willen, durch seinen Heiligen Geist frömmer machen. Auf solches Gebet soll der Glaube folgen, daß wir nicht zweifeln, es sei uns durch Christus diese und andere Sünde vergeben.
Auszug aus: Martin Luther, Predigt über Mt. 5,20-26 in:
http://bitflow.dyndns.org/german/MartinLuther/Matthaeus_5_20_26.html (7.2.2011)
Die bessere Gerechtigkeit und das Gebot der Liebe - dies ist der dritte Kreis und das ganze Evangelium kann in diesen Ring gefaßt werden; man kann es als eine ethische Botschaft darstellen, ohne es zu entwerten. In seinem Volke fand Jesus eine reiche und tiefe Ethik vor. Es ist nicht richtig, die pharisäische Moral lediglich nach kasuistischen und läppischen Erscheinungen zu beurteilen, die sie aufweist. Durch die Verflechtung mit dem Kultus und die Versteinerung im Ritual war die Moral der Heiligkeit gewiß geradezu in ihr Gegenteil verwandelt, aber noch war nicht alles hart und tot geworden, noch war in der Tiefe des Systems etwas Lebendiges vorhanden. Den Fragenden konnte Jesus antworten: "Ihr habt das Gesetz, haltet es; ihr wißt selbst am besten, was ihr zu thun habt, die Hauptsumme des Gesetzes ist, wie ihr selbst sagt, die Gottes- und die Nächstenliebe." Dennoch kann man das Evangelium Jesu in einem ihm eigentümlichen Kreise ethischer Gedanken zum Ausdruck bringen. Wir wollen uns das an vier Punkten klar machen.
Erstlich, Jesus löste mit scharfem Schnitte die Verbindung der Ethik mit dem äußeren Kultus und den technisch-religiösen Übungen. Er wollte von dem tendenziösen und eigensüchtigen Betriebe "guter Werke" in Verflechtung mit dem gottesdienstlichen Ritual schlechterdings nichts mehr wissen. Entrüsteten Spott hat er für diejenigen, die den Nächsten, ja ihre Eltern darben lassen, aber dafür an den Tempel Geschenke schicken. Hier kennt er keinen Kompromiß. Die Liebe, die Barmherzigkeit hat ihren Zweck in sich; sie wird entwertet und geschändet, wenn sie etwas anderes als Dienst am Nächsten sein soll.
Zweitens, er geht überall in den sittlichen Fragen auf die Wurzel, d. h. auf die Gesinnung zurück. Das, was er "bessere Gerechtigkeit" nennt, ist lediglich von hier aus zu verstehen. Die "bessere" Gerechtigkeit ist die Gerechtigkeit, welche bestehen bleibt, auch wenn man den Maßstab in die Tiefe des Herzens senkt. Wieder scheinbar etwas sehr Einfaches, Selbstverständliches. Dennoch hat er diese Wahrheit in die scharfe Form gekleidet: "Zu den Alten ist gesagt worden ... Ich aber sage euch." Also war es doch ein Neues; also wußte er, daß es mit solcher Konsequenz und Souveränität noch nicht ausgesprochen worden war. Einen großen Teil der sogenannten Bergpredigt nimmt jene Verkündigung ein, in welcher er die einzelnen großen Gebiete menschlicher Beziehungen und menschlicher Verfehlungen durchgeht, um überall die Gesinnung aufzudecken, die Werke nach ihr zu beurteilen und Himmel und Hölle an sie zu knüpfen.
Drittens, er führt Alles, was er aus der Verflechtung mit dem Eigensüchtigen und Rituellen befreit und als das Sittliche erkannt hat, auf eine Wurzel und auf ein Motiv zurück, - die Liebe. Ein anderes kennt er nicht, und die Liebe ist selbst nur eine, mag sie als Nächsten-, Samariter- oder Feindesliebe erscheinen. Sie soll die Seele ganz erfüllen; sie ist das, was bleibt, wenn die Seele sich selber stirbt. In diesem Sinne ist die Liebe bereits das neue Leben. Immer aber ist es die Liebe, die da dient; nur in dieser Funktion ist sie vorhanden und lebendig.
Viertens, wir haben gesehen, Jesus hat das Sittliche herausgeführt aus allen ihm fremden Verbindungen, selbst aus der Verknüpfung mit der öffentlichen Religion. Die haben ihn also nicht mißverstanden, die da erklärten, es handle sich im Evangelium um die gemeine Moral. Und doch - einen entscheidenden Punkt gibt es, an welchem er die Religion und die Moral zusammenbindet. Dieser Punkt will empfunden sein; er läßt sich nicht leicht fassen. Im Hinblick aus die Seligpreisungen darf man ihn vielleicht um besten als die Demut bezeichnen: Demut und Liebe hat Jesus in ein Eins gesetzt. Demut ist keine einzelne Tugend, sondern sie ist reine Empfänglichkeit, Ausdruck innerer Bedürftigkeit, Bitte um Gottes Gnade und Vergebung, also Aufgeschlossenheit gegenüber Gott. Von dieser Demut, welche die Gottesliebe ist, die wir zu leisten vermögen, meint Jesus - denken Sie an das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner -, daß sie die stetige Stimmung des Guten ist, und daß aus ihr alles Gute quillt und wächst. "Vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern", das ist das Gebet der Demut und der Liebe zugleich. Also hat auch die Liebe zum Nächsten hier ihren Quellpunkt; die Geistlich-Armen und die Hungernden und Dürstenden sind auch die Friedfertigen und Barmherzigen.
In diesem Sinne ist Moral und Religion durch Jesus verknüpft worden; in diesem Sinne kann man die Religion die Seele der Moral und die Moral den Körper der Religion nennen. Von hier aus versteht man, wie Jesus Gottes- und Nächstenliebe bis zur Identifizierung aneinanderrücken konnte: die Nächstenliebe ist auf Erden die einzige Bethätigung der in der Demut lebendigen Gottesliebe.
Indem Jesus seine Predigt von der besseren Gerechtigkeit und dem neuen Gebot der Liebe in diesen vier Hauptgedanken zum Ausdruck gebracht hat, hat er den Kreis des Ethischen in einer Weise umschrieben, wie ihn noch Niemand vor ihm umschrieben hatte. Wenn sich uns aber zu verdunkeln droht, was er gemeint hat, so wollen wir uns immer wieder in die Seligpreisungen der Bergpredigt versenken. Sie enthalten seine Ethik und seine Religion, in der Wurzel verbunden und von allem Äußerlichen und partikularen befreit.
Auszug aus: Adolf von Harnack, Das Wesen des Christentums, 4. Vorlesung (1900)
http://de.wikisource.org/wiki/Das_Wesen_des_Christentums/Vierte_Vorlesung (7.2.2011)
Schick mir jemanden, der mich liebt.
Ich brauche Arme, in denen ich ruhen kann,
der mich im strömenden Regen vor Verletzungen schützt.
Gib mir einen endlosen Sommer.
Gott, ich fürchte mich vor der Kälte.
Ich fühle, wie ich vor meiner Zeit alt werde.
Wenn meine Seele die Schande heilt,
werde ich durch diesen Schmerz wachsen.
Gott, ich tue alles was ich kann,
um ein besserer Mensch zu sein.
Geh einfach mit meinem Gewissen um,
denn es ist nicht mein Fehler.
Ich weiß, dass ich beigebracht bekam,
die Schuld zu ertragen.
Sicher, letztlich werden die Engel
meine Tränen auffangen.
Hilf mir hieraus,
ich bin voller Schmerz.
Wenn meine Seele die Schande heilt,
werde ich durch diesen Schmerz wachsen.
Gott, ich tue alles was ich kann,
um ein besserer Mensch zu sein.
Wenn du deinen Lover gefunden hast,
kannst du deine Heimreise antreten.
Liebe ist überall,
Liebe ist überall.
Ich weiß, dass manche
auf einen steinigen Boden gefallen sind,
aber die Liebe ist überall.
Schick mir jemanden, der mich liebt.
Ich brauche Arme, in denen ich ruhen kann,
der mich im strömenden Regen vor Verletzungen schützt.
Gib mir einen endlosen Sommer.
Gott, ich fürchte mich vor der Kälte.
Ich fühle, wie ich vor meiner Zeit alt werde.
Wenn meine Seele die Schande heilt,
werde ich durch diesen Schmerz wachsen.
Gott, ich tue alles was ich kann,
um ein besserer Mensch zu sein.
Better Man Lyrics
Robbie Williams Lyrics
http://www.golyr.de/robbie-williams/songtext-better-man-480672.html (7.2.2011)

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