Jesaja und Johannes der Täufer sind die Propheten des Advents. Beide rufen ihre Hörer zur Umkehr. Diese Aufforderung gilt auch uns.
Ein Wechselspiel der Gefühle. Heute, am 2. Advent. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter. Es gibt auch nichts Böses mehr. Ist das nicht ein Traum? Unglaublich schön. Doch dann kommt die eisige Dusche – mit gewaltigen, mehr noch gewalttätigen Bildern: die Axt ist an die Wurzel gelegt. Jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen. Und Menschen, die sich an den Jordan aufgemacht haben, werden mit „Schlangenbrut“ angeredet. Die Spreu sehen wir schon in nie erlöschendem Feuer verbrennen.
Was ist, wenn ich dazu gehöre? Wenn ich verflucht bin? Ein Wechselspiel der Drohungen. Der Typ im Kamelhaarmantel, der sich mit Heuschrecken begnügt, macht uns schon die Hölle heiß. Ich möchte gerne Jesaja zuhören. Endlich keine Gewalt mehr. Keine Gewaltphantasien. Auch keine Allmachtsphantasien.
„Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen
auf meinem ganzen heiligen Berg;
denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn,
so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.“
Die Predigt, die Johannes am Jordan hält, ruft zur Umkehr auf. Umkehr heißt zunächst: stehenbleiben, nicht weiter laufen – und dann: sich neu orientieren, noch einmal neu einsetzen, neu anfangen. Ein großes Vertrauen ist das: Mein Leben ist noch nicht gelaufen!
Schauen wir doch einmal auf unsere Worte, Begriffe, Bilder.
Ist es nicht verräterisch, dass wir vieles nicht ändern können, obwohl wir alle uns danach sehnen?
Ist es nicht unheimlich, dass wir uns von Sachzwängen beirren lassen, obwohl wir uns alle frei wähnen?
Ist es nicht beängstigend, dass wir klein beigeben, obwohl wir die Irrwege vor uns gähnen sehen?
Ich verstehe die Menschen, die an den Jordan gehen und sich dort sogar beschimpfen lassen. Endlich einmal einer, der die Dinge beim Namen nennt, der keine falschen Rücksichten nimmt, der nicht kuscht vor denen, die Rang und Namen haben. Das sitzt: Schlangenbrut. Was mag die Menschen bewegen, sich einer solchen Rede zu stellen? Der Überdruss an der geschönten, schön geredeten Welt? Der Überdruss an der eigenen Feigheit? Der Überdruss an der Kunst, sich ständig zu verstellen – mit den Wölfen zu heulen, aber am eigenen Elend zu ersticken? Johannes traut uns etwas zu: Kehrt um! Gottes Reich ist nahe – Gott kommt! Lapidar und unaufgeregt weiß Matthäus, der Evangelist, zu erzählen:
„Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa
und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus;
sie bekannten ihre Sünden
und ließen sich im Jordan von ihm taufen.“
Ist das nicht ein Hoffnungszeichen? Ein Moment des Glücks? Es geht nicht einfach alles so weiter, wie es ist. Wir sehen das. Wir sehen Menschen zu, wie sie umkehren. Wir entdecken etwas: Gottes Nähe.
In seinem Lied „Die Nacht ist vorgedrungen“ schreibt Jochen Klepper 1938 in einer für ihn harten Zeit:
Der sich den Erdkreis baute,
der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht.
Jesaja, einer der großen Propheten Israels, wendet sich den Menschen anders zu als Johannes. Jahrhunderte liegen zwischen ihnen.
Schauen wir noch einmal auf unsere Worte, Begriffe, Bilder.
Wir reden davon, abgestumpft zu sein – und müssen doch ständig auf der Hut sein.
Wir erzählen einander, keine Kraft mehr zu haben – und spielen doch unsere Rollen.
Wir berichten von zerbrochenen Hoffnungen – und haben keine Hoffnung.
Jesaja wirft ein Bild in die Runde, einen Gedanken: Schaut euch diesen Baumstumpf an!
Tatsächlich: da ist ein Baumstumpf. Er steht für Israel, für eine große Vergangenheit, für große Träume. Alles vergangen, ausgeträumt, Israel ist ein Schatten seiner selbst, machtlos, klein gemacht, gedemütigt. Aber schaut genauer hin! Seht ihr, wie der Stumpf ausschlägt? Wie neues wächst? Wie sich neues Leben herausdrängt? Unbeeindruckt von dem Torso, der sich den Augen bietet.
Jesaja hält auch eine Bußpredigt. Gar nicht so viel anders als Johannes. Umkehr heißt für ihn: Neu sehen lernen, aus Lethargie und Skepsis aufzubrechen, sich auch von schlechten, gar schrecklichen Erfahrungen nicht gefangen nehmen zu lassen. Aber der Blick hat es dann in sich: Er sieht eine heile, heilvolle, geheilte Welt.
Ich gebe ja zu, von den utopischen Bildern geblendet zu sein. Sie sind so schön, dass ich sie in den buntesten Farben ausmalen möchte. Wenn der Wolf beim Lamm wohnt, der Panther beim Böcklein, Kalb und Löwe zusammen weiden. Es ist das Bild vom Tierfrieden – stellvertretend für den Frieden, den wir ersehnen. Dass wilde Tiere sich mit Haustieren vertragen, erscheint uns womöglich sogar wahrscheinlicher als dass Menschen gut und liebevoll zusammenleben. Ein Mensch kann der Wolf des anderen sein, ein Mensch kann sich wie ein Löwe gebärden, ein Mensch kann giftig sein wie eine Schlange. Dann spielt kein Kind vor dem Loch der Natter. Eigentlich haben alle Mitspieler Angst voreinander.
Die Verheißung, dass es keine Angst mehr gibt, dass es auch keine Angst mehr gibt, die gemacht werden kann, schenkt uns tatsächlich einen realistischen Blick auf die Welt: Wir spüren die Angst, wir nehmen sie wahr, wir kuschen vor ihr. Darüber ist zu reden! Daraus ist aufzubrechen! Umkehr heißt: Sich nicht mehr vertreiben zu lassen, wenn die Wölfe heulen, wenn die Löwen brüllen, wenn die Schlangen sich in ihren Löchern verstecken. Vor ihren Löchern müssen wir ausharren! Damit die Kinder hier spielen können.
Wir sehen den Stumpf. Unansehnlich. Einfach abgebrochen. Kein sauberer Schnitt. Aber da, da grünt ein kleiner Trieb! Jesaja sagt:
„Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm:
der Geist der Weisheit und der Einsicht,
der Geist des Rates und der Stärke,
der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht.
Er richtet nicht nach dem Augenschein,
und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er,
sondern er richtet die Hilflosen gerecht
und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist.“
So ganz nebenbei kommt heraus – habt ihr es gemerkt? – dass Gott umkehrt. Gott kehrt sich zu uns. Gott fängt neu mit uns an.
Sprach er uns schuldig – jetzt spricht er uns frei!
Gab er uns verloren – jetzt findet er uns!
Waren wir ihm keinen Heller mehr wert – jetzt opfert er seinen Sohn für uns!
Noch einmal Jochen Klepper:
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her.
Vorhin habe ich von einem Wechselspiel der Gefühle geredet. Von einem Traumbild – und von einer Drohpredigt, von einer Sehnsucht – und von einem Gericht, von Jesaja und von Johannes. Ist es richtig, von einem Wechselspiel der Gefühle zu reden? Ich kann mich jetzt darüber freuen, in einem Wechselspiel der Hoffnung zu sein.
Weil ich langsam zum Schluss kommen muss, gebe ich Paulus das letzte Wort. Er schreibt in seinem Brief, den wir heute lesen:
„Alles, was einst geschrieben worden ist,
ist zu unserer Belehrung geschrieben,
damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben.
Der Gott der Geduld und des Trostes schenke euch die Einmütigkeit,
die Christus Jesus entspricht,
damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus,
einträchtig und mit einem Munde preist.
Darum nehmt einander an,
wie auch Christus uns angenommen hat,
zur Ehre Gottes.“
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Johannes der Täufer steht in der Tradition der Propheten und knüpft an die Worte des Jesaja an. Er ruft zur Umkehr, damit das Volk Gottes erkennt, wie sehr Gott es liebt. Dies ist auch für uns Anstoss, uns neu auf diese Liebe Gottes einzulassen.
Es liegt etwas in der Luft: Ein Asket predigt in der Einöde - und die Menschen eilen zu ihm. Was sie wohl bewegt? Kein Zweifel: Sie wollen ihn hören. Scheinbar hat es die Runde gemacht in Dörfern und Städten: Ihr müsst zu ihm gehen! Verliert auch keine Zeit! - Ein Event? Ein Erlebnis? Nichts von beidem - oder nur am Rande. Es ist die Botschaft, die Beine und Herzen in Bewegung bringt. Die Botschaft ist einfach, fast schon genial, dabei spannungsgeladen: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!
Mich fasziniert diese Szene. Menschen wollen umkehren. Sie suchen jemanden, er ihnen dabei hilft. Sie sind auch bereit, sich etwas sagen zu lassen. Eine tolle Erfahrung! Ob ich mich ihnen anschließen möchte? Gleich heute?
Eigentlich wüsste ich gerne mehr von den Menschen, die sich damals auf den Weg gemacht haben. Was trieb sie um? Was bedrückte sie? Waren sie schuldig geworden? In eine Sackgasse geraten? Meine Neugier befriedigt der Evangelist nicht. Nicht einmal ein Gesicht lugt aus der Geschichte heraus. Dafür hat Matthäus eine ganz andere Geschichte in Szene gesetzt. Wer sie kennen wollte, kannte sie - eine Geschichte aus Babylon. Sie ist zwar lange zurück, aber dennoch lebendig wie eh und je. Darf ich sie kurz erzählen?
Das Volk Israel war nach Babylon deportiert worden. Vorher war die Stadtmauer geschleift worden, der Tempel geschändet, dem König die Augen ausgestochen. Inzwischen gingen die Jahre ins Land. Auch in der ungeliebten Fremde gehen Jahre ins Land. Irgendwann ist selbst die kleinste Hoffnung aufgerieben. Für die Menschen war das besonders schlimm, weil Gott, ihr Gott, sie scheinbar fallengelassen hatte. Der Vertrauensverlust wog schwer. Unheilvoll und dunkel lag die Zukunft vor ihnen. Einer in ihrer Mitte ist Jesaja, ein Prophet. Er hat das Unheil kommen sehen, weiß jetzt aber einen Weg:
Tröstet, tröstet mein Volk, / spricht euer Gott.
Redet Jerusalem zu Herzen / und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, / dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten / von der Hand des Herrn / für all ihre Sünden.
Eine Stimme ruft: / Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße / für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben, / jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, / und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, / alle Sterblichen werden sie sehen. / Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.
Ein neuer Weg. Er soll gebahnt werden. Für Gott. Mit ihm beginnt eine neue Zeit. Seht ihr in kommen? Und ich sehe die Menschen mit offenen Ohren und Augen. Es wird auch für sie alles neu, darf ich sagen: gut? Sie werden aus der Vergangenheit heraustreten, nicht länger Gefangene ihrer Erinnerungen sein, Zukunft haben. Was für eine Vision: ein freier, schöner, ebener Weg. Für Füße, die schon genug Höhen und Tiefen durchschritten haben. Obwohl von Gottes Weg die Rede ist: ich werde meine Füße auf ihn setzen. Ich werde tief durchatmen. Ich werde sogar das Ziel sehen können. Unverstellt. Kein Tal dazwischen. Kein Berg.
Heute wird uns Johannes vorgestellt als Prediger in der Wüste. "Straßenbauer" ist er - und Tröster. Ein Mensch, der Halt zu geben vermag, über den Tellerrand hinaussehen lässt, einen guten Weg ebnet. Das ist die alte und schöne Bedeutung von "Trost". Das macht auch einen Propheten aus. Wir hören: Das Himmelreich ist nahe!
Der Weg dahin: Umkehr!
Als Kind habe ich mich immer gefragt, warum in der Adventszeit von "Umkehr", von "Buße" - ein anderes Wort dafür - die Rede ist. Ich stellte mir vor, wie das ist, zurückzugehen. Meine bescheidenen Versuche sind alle kläglich gescheitert. Ich merkte, nicht einmal das letzte Wort zurückholen zu können. Wenn es einmal draußen ist. Irgendwann wurde mir der Gedanke aber auch immer suspekter: Ich kann doch nicht immer nur rückwärts gehen, an einen alten Ausgangspunkt zurückkehren wollen. Womöglich alte Fehler noch einmal, wenn auch anders, machen. Ich gehe doch immer weiter, nach vorne, sozusagen. Was hinter mir liegt, gleicht einem Schatten. Ich nehme, schleppe ihn mit - hinter ihn entwischen kann ich nicht. Ist "Umkehr" vielleicht nur ein Traum?
Jetzt freue ich mich, Johannes zu hören. Er sagt, dass das "Himmelreich" nahe ist - also Gott, sein Reich, seine Zukunft. Jesus kommt in den Blick. Ich kann ihm entgegengehen, mich ihm öffnen, ihn aufnehmen. Ich kann neu anfangen. Also nicht einfach nur weitergehen. Ab heute muss nicht alles nur laufen oder funktionieren, ich nicht, die anderen auch nicht.
Eine neue Zeit bricht an. Sie ist ganz von der Liebe, von der Verheißung Gottes bestimmt. Menschen merken das, wenn sie einander vergeben können, wenn ihnen die Kraft zuwächst, alten Geschichten ein liebevolles Gesicht zu geben, wenn sie der Hoffnungslosigkeit ihre Hoffnung gegenüberstellen. Mutig und unbeirrt.
Das größte Geheimnis dieses Wortes "Umkehr" ist, dass Gott sich zu uns - kehrt. Umkehrt. Das Wort gefällt mir immer besser. Ich sehe jetzt Jesus. Von ihm sagt Johannes: "Er, der nach mir kommt, ist stärker als ich ... Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen". Dann gibt es kein Zurück mehr.
Eine Aufbruchgeschichte also, die uns heute unverhofft zugemutet wird. Lange vor Johannes hat Jesaja für sich einen Lebensauftrag darin gesehen, Mut zu machen - und Vertrauen zu wecken. Wir sind in der glücklichen Lage, in seine Predigt hineinhören zu können:
Eine Stimme sagte:
Verkünde! / Ich fragte: Was soll ich verkünden? Alles Sterbliche ist wie das Gras / und all seine Schönheit ist wie die Blume auf dem Feld.
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, / wenn der Atem des Herrn darüber weht. /
Wahrhaftig, Gras ist das Volk.
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, / doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.
Steig auf einen hohen Berg, / Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, / Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! /
Sag den Städten in Juda: / Seht, da ist euer Gott.
Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht, / er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: / Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her.
Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, / er sammelt sie mit starker Hand.
Die Lämmer trägt er auf dem Arm, / die Mutterschafe führt er behutsam.
Es liegt etwas in der Luft: Ein Asket predigt in der Einöde - und die Menschen eilen zu ihm. Was sie wohl bewegt? Kein Zweifel: Sie wollen ihn hören.
Mich fasziniert diese Szene. Ich möchte umkehren. Ich suche jemanden, der mir dabei hilft.
Kommt, lasst uns den Weg gemeinsam gehen!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als alle Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Allmächtiger und barmherziger Gott,
deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg.
Lass nicht zu,
dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern,
deinem Sohn entgegenzugehen.
Führe uns durch dein Wort und deine Gnade
zur Gemeinschaft mit ihm,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 2. Adventsonntag
Barmherziger Gott,
wir bekennen, dass wir immer wieder versagen
und uns nicht auf unsere Verdienste berufen können.
Komm uns zu Hilfe, ersetze, was uns fehlt,
und nimm unsere Gebete und Gaben gnädig an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Adventssonntag
Kehrvers:
"Wir loben dich, wir danken dir, wir beten dich an"
(aus dem Gloria GL 131)
Lasst uns Gott unseren Dank und unseren Lobpreis darbringen:
Heiliger Gott und Vater, wir preisen dich und danken dir,
dass du uns in deiner Barmherzigkeit die Möglichkeit zur Umkehr lässt.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass du uns durch prophetische Menschen immer neu zur Umkehr rufst.
Du forderst uns auf,
die Straßen auf denen der Messias zu uns kommt,
zu ebnen und ihm den Weg zu bereiten.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe,
durch die wir deine Töchter und Söhne geworden sind.
Durch sie hast du uns mit deinem Heiligen Geist ausgestattet,
Er befähigt uns, Früchte hervor zu bringen, die dir gefallen.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass wir deinen Sohn Jesus Christus erwarten dürfen
der unserer Welt endgültige Gerechtigkeit und endgültigen Frieden bringen wird.
Wir stimmen ein in den Lobgesang aller Heiligen und singen:
Danklied, z. B.: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Von ihm redet die Botschaft aller Propheten,
die jungfräuliche Mutter trug ihn voll Liebe in ihrem Schoß,
seine Ankunft verkündete Johannes der Täufer
und zeigte auf ihn,
der unerkannt mitten unter den Menschen war.
Er schenkt uns in diesen Tagen die Freude,
uns für das Fest seiner Geburt zu bereiten,
damit wir ihn wachend und betend erwarten
und bei seinem Kommen
mit Liedern des Lobes empfangen.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 2
[HTML] Eine Stimme ruft in der Wüste:
Bereitet dem Herrn den Weg!
Ebnet ihm die Straßen!
(Mt 3,3)
[HTML] Er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit,
den Armen und den, der keinen Helfer hat.
Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen,
er rettet das Leben der Armen.
Sein Name soll ewig bestehen
so lange die Sonne bleibt, sprosse sein Name.
Glücklich preisen sollen ihn alle Völker
und in ihm sich segnen
(Psalm 72)
Oder:
Der Gott der Geduld und des Trostes schenke euch die Einmütigkeit, die Christus Jesus entspricht, damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einträchtig und mit einem Munde preist. Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes.
(Röm. 15,5-7)
Oder:
Eine Stimme ruft in der Wüste:
Bereitet dem Herrn den Weg!
Ebnet ihm die Straßen!
(Mt 3,3)
Du bist verirrt?
Schau nur voraus!
Da ist schon einer,
der dich führen will!
Du bist erschöpft?
Schau hinter dich!
Da kommt schon einer,
der dich stützen will!
Du bist verzagt?
Schau neben dich!
Da steht schon einer,
der dich trösten will.
Du bist verletzt?
Schau über dich hinaus!
Da wartet einer,
der dich heilen will!
Aus: Elisabeth Alferink, Auf den Spuren des Jakobus. Mein spiritueller Wegbegleiter. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2003.
Durch das Bild des "Tierfriedens" zeichnet Jes 11 die neue Welt, die der Messias, der neue Hoffnungskönig bringen wird. Jesaja beantwortet die Frage, was denn für ein Reich der Messias bringen wird, mit dem Bild von einem Kind, das ungefährdet lebt und arglos spielen kann. Wie Jesus in Mk 10 so stellt auch Jesaja ein Kind ins Zentrum. Das Kind bekommt die höchste Aufmerksamkeit. Wenn wehrlose Kinder nicht mehr in Gefahr sind, sondern spielend leben können, dann wird die Gottesherrschaft verwirklicht. Das ungefährdete Leben des Kindes, das macht das neue Reich des Messias aus. Wenn kein Kind mehr gefährdet ist, dann ist die Welt wirklich neu. Dann herrschen andere Verhältnisse als jetzt, dann stehen die Gewaltverhältnisse der Gegenwart auf dem Kopf - und mit ihm die ganze bekannte Ordnung.
Katholisches Bibelwerk e.V. 2016.
Was die Einigkeit, die Eintracht und den Frieden unter den verschiedenartigen und ihrer Natur nach entgegengesetzten und untereinander feindlichen Tieren betrifft, so sagen darüber die Ältesten, dass es beim Wiederkommen Christi auch wirklich so sein wird, wenn er über alle herrschen wird. Denn somit deutet er in symbolischer Weise an, dass sich Menschen von ganz verschiedener Abstammung durch den Namen Christi in Einigkeit und Frieden versammeln. Das ist die Versammlung der Gerechten, die mit den Rindern und den Lämmern und den Böcklein und den Kindern verglichen werden, weil sie niemandem Schaden zufügen, während sie in früherer Zeit durch ihre Erpressungen wie wilde Tiere waren, sowohl die Männer als auch die Frauen, so dass manche von ihnen den Wölfen und Löwen ähnlich wurden, da sie die Schwachen beraubten und mit ihresgleichen Krieg führten; die Frauen aber wurden ähnlich den Panthern und den Ottern, die durch tödliche Gifte oder durch ihre Begierden sogar ihre Lieben zu töten imstande waren. In dem einen Namen versammelt, nehmen sie dank der Gnade Gottes rechte Sitten an, indem sie ihre wilde und rohe Natur ändern. Was auch jetzt geschehen ist; denn diejenigen, die früher Übeltäter waren, so dass sie kein frevelhaftes Werk unterlassen konnten, wurden, nachdem sie Christus kennen gelernt und an ihn geglaubt haben, ganz gläubig und änderten sich, so dass sie von der strengsten Gerechtigkeit nicht ließen. So viel Veränderung wirkt der Glaube an Christus, den Sohn Gottes, in denen, die an ihn glauben“' (Irenäus, Darlegung 61).
http://www.geistige-schriftauslegung.de/artikel/art000200.pdf
Gott, heilger Schöpfer aller Stern,
erleucht uns, die wir sind so fern,
daß wir erkennen Jesus Christ,
der für uns Mensch geworden ist.
Denn es ging dir zu Herzen sehr,
da wir gefangen waren schwer
und sollten gar des Todes sein;
drum nahm er auf sich Schuld und Pein.
Da sich die Welt zum Abend wandt,
der Bräut'gam Christus ward gesandt.
Aus seiner Mutter Kämmerlein
ging er hervor als klarer Schein.
Gezeigt hat er sein groß Gewalt,
daß es in aller Welt erschallt,
sich beugen müssen alle Knie
im Himmel und auf Erden hie.
Wir bitten dich, o heilger Christ,
der du zukünftig Richter bist,
lehr uns zuvor dein' Willen tun
und an dem Glauben nehmen zu.
Lob, Preis sei, Vater, deiner Kraft
und deinem Sohn, der all Ding schafft,
dem heilgen Tröster auch zugleich
so hier wie dort im Himmelreich.
Amen.
Thomas Müntzer (1523) nach dem Hymnus "Conditor alme siderum", in: EG 3, GL 230.
Und suchst du meine Sünde,
flieh ich von dir zu dir,
Ursprung, in den ich münde,
du fern und nah bei mir.
Wie ich mich wend und drehe,
geh ich von dir zu dir;
die Ferne und die Nähe
sind aufgehoben hier.
Von dir zu dir mein Schreiten,
mein Weg und meine Ruh,
Gericht und Gnad, die beiden
bist du - und immer du.
Schalom Ben-Chorin (um 1950), in: EG 237.
Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß;
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitterende Bitte bloß.
Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, -
Und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
Er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt.
Rainer Maria Rilke, Die Gedichte, itb 2246, Frankfurt a. M. und Leipzig: Insel 1998.
Veränderung
Wandlung
Wachstum
Umkehr
Braucht Zeit
Geschieht
Passiert
Unterwegs auf neuen Wegen
Bin ich
Ich will wachsen
Alleine
Ich brauche Raum und Zeit
Um herauszufinden
Was in mir ist
Und die Zeit
Wird mir eine Antwort geben…
Aus: Petra Focke, Hermann Josef Lücker (Hrsg); Gott und die Welt. Gebete und Impulse für junge Menschen in allen Lebenslagen. Keine Verlagsangabe, keine Jahresangabe
Öffne dich, Himmel
und regne herab
Frieden und Gerechtigkeit
Freude und Kraft
Freundschaft und Liebe
Öffne dich, Himmel
und verschlinge
den Tod und die Tränen
die Not und das Leiden
Aus: Anton Rotzetter; Gott, der mich atmen lässt. Gebete. Herder Verlag Freiburg – Basel – Wien 1986
Meine Seele, wenn du willst,
hast du eine Aufgabe, einen großen Auftrag:
Erkenne dich selbst, dein Sein
und den Plan, den Gott mit dir hat.
Woher kommst du und wo ist dein Ziel?
Denke nach, ob du wirklich lebst,
oder willst du nicht mehr?
Meine Seele, du hast eine Aufgabe;
deshalb führe ein Leben in der Läuterung.
Denke nach über Gott und seine Geheimnisse.
Frage dich: Was existierte vor dieser Welt?
Was bedeutet sie dir?
Woher kommt sie, und wohin führt dein Weg?
Führe ein Leben in der Läuterung.
In seinen Predigten nahm Johannes Jesaja 40,3 auf: "Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg!" Johannes wandte dies auf sich an, indem er in der judäischen Wüste und in der Nähe des Jordanufers predigte und dort auch die Bußfertigen taufte. Die Wüste selbst ist eine steile, felsige, unfruchtbare Gegend, fast ohne Vegetation. Obwohl der Jordan teilweise hindurchfließt, ist diese Gegend schwer zu erreichen und lag außerhalb des Herrschaftsgebietes von Herodes Antipas in Galiläa, wo Johannes zumindest eine Zeitlang wirkte.
Aus: Martin Woodrow, E.P. Sanders; Große Gestalten der Bibel Südwestverlag München 1987

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