Lesung aus dem Buch Deuteronómium.
So spricht der Herr:
Halte den Sabbat:
Halte ihn heilig,
wie es dir der Herr, dein Gott, geboten hat!
Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun.
Der siebte Tag ist ein Ruhetag,
dem Herrn, deinem Gott, geweiht.
An ihm darfst du keine Arbeit tun:
du und dein Sohn und deine Tochter
und dein Sklave und deine Sklavin
und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh
und dein Fremder in deinen Toren.
Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.
Gedenke,
dass du Sklave warst im Land Ägypten
und dass dich der Herr, dein Gott,
mit starker Hand und ausgestrecktem Arm
von dort herausgeführt hat.
Darum hat es dir der Herr, dein Gott, geboten,
den Sabbat zu begehen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Lobet Gott, den Herrn;
denn er ist unsere Stärke. – Kv
(GL 60, 1)
Stimmt an den Gesang, schlagt die Pauke, *
die liebliche Leier, dazu die Harfe!
Stoßt am Neumond ins Widderhorn, *
am Vollmond, zum Tag unsres Festes! – (Kv)
Denn das ist Satzung für Israel, *
Entscheid des Gottes Jakobs.
Das hat er als Zeugnis für Josef erlassen, *
als er gegen Ägypten auszog. – (Kv)
Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm: /
Seine Schulter hab ich von der Bürde befreit, *
seine Hände kamen los vom Lastkorb.
Du riefst in der Not *
und ich riss dich heraus. – (Kv)
Kein fremder Gott soll bei dir sein, *
du sollst dich nicht niederwerfen vor einem fremden Gott.
Ich bin der Herr, dein Gott, /
der dich heraufgeführt hat aus Ägypten. *
Weit öffne deinen Mund! Ich will ihn füllen. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!,
er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet,
damit aufstrahlt die Erkenntnis
des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi.
Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen;
so wird deutlich,
dass das Übermaß der Kraft von Gott
und nicht von uns kommt.
Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben
und finden doch noch Raum;
wir wissen weder aus noch ein
und verzweifeln dennoch nicht;
wir werden gehetzt
und sind doch nicht verlassen;
wir werden niedergestreckt
und doch nicht vernichtet.
Immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib,
damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.
Denn immer werden wir, obgleich wir leben,
um Jesu willen dem Tod ausgeliefert,
damit auch das Leben Jesu
an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder
und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun!
Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt.
Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat,
als er und seine Begleiter hungrig waren
und nichts zu essen hatten,
wie er zur Zeit des Hohepriesters Ábjatar
in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß,
die außer den Priestern niemand essen darf,
und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus sagte zu ihnen:
Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht,
nicht der Mensch für den Sabbat.
Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.
Als er wieder in die Synagoge ging,
war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde;
sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand:
Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er:
Was ist am Sabbat erlaubt –
Gutes zu tun oder Böses,
ein Leben zu retten oder es zu vernichten?
Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an,
voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz,
und sagte zu dem Mann:
Streck deine Hand aus!
Er streckte sie aus
und seine Hand wurde wiederhergestellt.
Da gingen die Pharisäer hinaus
und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes
den Beschluss, Jesus umzubringen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Erzählstil werden im Evangelientext zwei Ereignisse aus dem Leben Jesu vorgetragen, um an ihnen das Verständnis des Sabbat in der frühchristlichen Gemeinde darzulegen.
Die erste Erzählung knüpft an die Beobachtung an, dass Jesus-Jünger am Sabbat Ähren abrissen, sie zerrieben und aßen. Dies war ein Lehrbeispiel dafür, was ein gesetzestreuer Jude nicht tun durfte. Jesus antwortet darauf mit einem Beispiel, in dem auch David sich über kultische Gebote hinwegsetzte, und erhebt den Anspruch, dass er Herr auch über den Sabbat sei. Er begründet dies damit, dass der Sabbat für den Menschen da sei, nicht umgekehrt.
In der zweiten Erzählung, die inhaltlich zum vorhergehenden Streitgespräch gehört, demonstriert Jesus im Synagogengottesdienst, dass der Mensch in die Mitte zu stellen sei, nicht das Sabbatgesetz. Er macht den Sabbat zum Tag des Heiles, der Erlösung und Befreiung. Jesus knüpft damit an die ursprüngliche Tradition der Sabbatheiligung an. Der Sabbat soll an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft erinnern.
Der Sonntag ist für den Menschen da. Er erinnert daran, dass unser Leben mehr wert ist, als wir durch Arbeit an Wertschöpfung hervorbringen.
Der Sonntag ist für den Menschen da: wir dürfen aufschnaufen und durchatmen. Nicht wir halten dann den Sonntag, der Sonntag hält uns. Das Wort Gottes und die Eucharistie sind Kraftquellen für das Leben.
Gott, unser Vater,
deine Vorsehung geht niemals fehl.
Halte von uns fern, was uns schadet,
und gewähre uns alles, was zum Heile dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
im Vertrauen auf deine Güte
kommen wir mit Gaben zu deinem Altar.
Tilge unsere Schuld
durch das Geheimnis des Glaubens,
das wir im Auftrag deines Sohnes feiern,
und schenke uns deine Gnade.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
wir brauchen Nahrung für unseren Leib.
wir brauchen Nahrung für unsere Seele.
Brot und Wein sind Leib und Blut Jesu.
Wir feiern jetzt das Fest deiner Liebe,
die für uns lebt und unsere Freiheit und unser Heil sucht. - Amen.
Kehrvers:
GL 60,1: Der Herr hat uns befreit; auf ewig besteht sein Bund. - VI
GL 176,4: Ruhm und Preis und Ehre sei dir, Erlöser, Herr und König. – V
Guter und barmherziger Gott, wir kommen, um dir zu danken.
Du hast den Menschen aus Liebe erschaffen und zur Mitarbeit an deiner Schöpfung berufen.
Du hast ihm den siebten Tag der Woche als Tag der Ruhe, des Dankes und der Besinnung auf seine Würde geschenkt.
Kehrvers...
Durch deinen Sohn Jesus Christus hast du unsere Herzen erleuchtet.
Wir haben erkannt, dass das Übermaß von Kraft von dir kommt und nicht von Menschen.
Wir finden doch noch Raum, auch wenn wir in die Enge getrieben werden.
Er hat uns aus der Enge des Gesetzlichkeitsdenkens befreit
und die Freiheit der Kinder Gottes geoffenbart.
Kehrvers...
Er hat uns gezeigt, wie sehr dir daran liegt, dass wir heil und ganz werden.
Er hat uns von Neuem unsere Menschenwürde bewusst gemacht
und uns gelehrt, dass das Heil des Menschen über dem Gesetz steht.
Das Gesetz ist für den Menschen da und nicht der Mensch für das Gesetz.
Kehrvers...
Darum preisen wir dich mit der ganzen Schöpfung
und singen wir dein Lob:
Danklied, z.B. GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren...
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Herr,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Führe uns durch deinen Geist,
damit wir uns nicht nur mit Worten zu dir bekennen,
sondern dich auch durch unser Tun bezeugen
und den ewigen Lohn erhalten in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
wir sind von dir beschenkt durch deine Liebe und durch deine Worte.
Wir sind jetzt ausgesendet, deine Liebe weiterzutragen.
Sie sind ein Schatz für uns.
Doch wir tragen ihn in zerbrechlichen Gefäßen.
Schenke uns deine Kraft
Und lass uns diese Kraft, diesen Mut immer wieder bei dir finden. - Amen.
Wir feiern den Sonntag als der Woche ersten Tag,
wir feiern den Sonntag als der Woche Ostertag,
wir feiern den Sonntag als den Tag des Herrn,
wir feiern Sonntag mit allen von nah und fern.
1. Der von Gott gekommen ist,
für uns Mensch geworden ist -
unser Heiland Jesus Christ.
2. war allen Menschen zugeneigt,
hat Gottes Liebe uns gezeigt
und das Reich Gottes aufgezeigt;
3. der gekreuzigt worden ist
und vom Tod erstanden ist -
in den Himmel aufgefahren ist;
4. der den Heil'gen Geist gesandt,
der die Grenzen überwand -
hat uns alle ausgesandt;
5. will mit uns zusammensein,
will selbst Nahrung für uns sein -
will in uns und wir sollen in Ihm sein.
Reinhard Burchhardt 2023.

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Die erste Lesung zitiert das dritte der zehn Gebote, das Gebot der Sabbatheiligung. Die zehn Gebote kommen im Alten Testament zweimal vor: im Buch Exodus (20. Kapitel) und im Buch Deuteronomium. Beide Male bilden sie die Einleitung zu einer umfassenderen Gesetzessammlung. Sie enthalten sozusagen den "Merktext".
Die beiden Fassungen des Gebotes der Sabbatheiligung unterscheiden sich vor allem durch die Begründung, warum der Sabbat heilig zu halten ist:
Das Buch Exodus zieht als Begründung die Schöpfungserzählung heran. Weil Gott am 7. Tag der Schöpfung geruht hat, soll auch der Mensch am 7. Tag der Woche ruhen.
Unsere Version (Deuteronomium) des dritten Gebotes fordert: Denk daran, daß der Herr dich aus der Sklaverei Ägyptens herausgeführt hat. Der Sabbat ist der Tag, an dem der Mensch seiner Befreiung gedenken soll. Er soll sich seiner Gottesbeziehung und seiner Freiheit bewußt werden. Es geht nicht in erster Linie um die nötige Erholungszeit. In Anbetracht der eigenen Freiheitsgeschichte ist dieser Freiraum auch den Sklaven und Unfreien zu gewähren.