Trostlos ist die Lage in Israel und seiner Hauptstadt Jerusalem nach der Rückkehr aus dem Exil im ausgehenden 6. Jahrhundert v.Chr. In dieser hoffnungslosen Situation bringt der Prophet eine neue, hoffnungsvolle Perspektive ein.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
Um Zions willen werde ich nicht schweigen,
um Jerusalems willen nicht still sein,
bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit
und sein Heil wie eine brennende Fackel.
Dann sehen die Nationen deine Gerechtigkeit
und alle Könige deine Herrlichkeit.
Man ruft dich mit einem neuen Namen,
den der Mund des HERRN für dich bestimmt.
Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des HERRN,
zu einem königlichen Kopfschmuck in der Hand deines Gottes.
Nicht länger nennt man dich "Verlassene"
und dein Land nicht mehr "Verwüstung",
sondern du wirst heißen: "Ich habe Gefallen an dir"
und dein Land wird Vermählte genannt.
Denn der HERR hat an dir Gefallen
und dein Land wird vermählt.
Wie der junge Mann die Jungfrau in Besitz nimmt,
so nehmen deine Söhne dich in Besitz.
Wie der Bräutigam sich freut über die Braut,
so freut sich dein Gott über dich.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Kündet den Völkern die Herrlichkeit des Herrn! - Kv
(oder GL 54,1)
Singt dem HERRN ein neues Lied,
singt dem HERRN, alle Lande,
singt dem HERRN, preist seinen Namen!
Verkündet sein Heil von Tag zu Tag! - Kv
Erzählt bei den Nationen von seiner Herrlichkeit,
bei allen Völkern von seinen Wundern!
Denn groß ist der HERR und hoch zu loben,
mehr zu fürchten als alle Götter. - Kv
Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht,
Macht und Glanz in seinem Heiligtum.
Bringt dar dem HERRN, ihr Stämme der Völker,
bringt dar dem HERRN Ehre und Macht, - Kv
Verkündet bei den Nationen:
Der HERR ist König!
Fest ist der Erdkreis gegründet, er wird nicht wanken.
Er richtet die Völker so, wie es recht ist.- Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Es gibt verschiedene Gnadengaben,
aber nur den einen Geist.
Es gibt verschiedene Dienste,
aber nur den einen Herrn.
Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken,
aber nur den einen Gott:
Er bewirkt alles in allen.
Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt,
damit sie anderen nützt.
Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt,
Weisheit mitzuteilen,
dem anderen durch denselben Geist
die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln,
einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft,
einem anderen - immer in dem einen Geist -
die Gabe, Krankheiten zu heilen,
einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken,
einem anderen prophetisches Reden,
einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden,
wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede,
einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen.
Das alles bewirkt ein und derselbe Geist;
einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu,
wie er will.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Durch das Evangelium hat Gott uns berufen
zur Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn.
Halleluja.
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt
und die Mutter Jesu war dabei.
Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
Als der Wein ausging,
sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau?
Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Seine Mutter sagte zu den Dienern:
Was er euch sagt, das tut!
Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge,
wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach;
jeder fasste ungefähr hundert Liter.
Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser!
Und sie füllten sie bis zum Rand.
Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt
und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist!
Sie brachten es ihm.
Dieser kostete das Wasser,
das zu Wein geworden war.
Er wusste nicht, woher der Wein kam;
die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.
Da ließ er den Bräutigam rufen
und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor
und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben,
den weniger guten.
Du jedoch
hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.
So tat Jesus sein erstes Zeichen,
in Kana in Galiläa,
und offenbarte seine Herrlichkeit
und seine Jünger glaubten an ihn.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Geschichte vom Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana gehört zu den johanneischen Zeichen-(und nicht Wunder-)Geschichten. Während das Wunder für sich steht, ist die Zeichengeschichte im johanneischen Sinn hinweisgebend: Sie verweist auf die Wirkmächtigkeit und Autorität des Gottessohnes (Schnackenburg).
Das Medium, um das sich die Geschichte rankt, der Wein, hat bereits seit alttestamentlicher Zeit (Am 9,13; Jer 31,5) metaphorischen Charakter und deutet hin auf göttliche Lebensfülle. Eine Verbindung zwischen dem Element des Wassers und dem Sakrament der Taufe wäre allzu gesucht, so verweist Schnackenburg. Eine besondere Erklärung zu der Zeichen-Geschichte findet sich im abschließenden Vers12: Das Erscheinen des Gottessohnes geht nun in Aktivität über. Noch am Jordan (Joh 1) wurde er offenbart, nun aber setzt der Gottessohn selbst das Zeichen. Zudem geschieht dies in einer konkreten Zeit und an einem definierten Ort. Wenn Gott also in seine Schöpfung tritt, dann nicht losgelöst von Raum und Zeit, sondern konkret und erfahrbar.
Im ersten Hauptteil des Johannesevangeliums (Kap. 2-12) wird das Offenbarwerden der Herrlichkeit Jesu vor der Welt vorgestellt. Im Johannesevangelium erweist sich die Doxa (göttlicher Glanz) Jesu in seinem Tun. Die Herrlichkeit Gottes wird im Leben und Wirken Jesu Stück für Stück durch seine Zeichen und Wunder entfaltet und gipfelt in der Stunde des Todes Jesu. Die Erhöhung am Kreuz ist die Erhöhung in die Herrlichkeit.
In unserem Abschnitt setzt Jesu sein erstes Zeichen (Vers 11) Die Stunde des Herrn ist noch nicht gekommen (Vers 4). Gott selbst bestimmt den Kairos, die gefüllte Zeit, in der die Herrlichkeit offenbar werden wird. So verpackt der Evangelist bereits in diesem ersten Zeichen die Theologie des ganzen Evangeliums. Letztlich geht es nicht um das Wunder, dass Wasser in Wein verwandelt worden ist, sondern um den ersten Erweis der Herrlichkeit Jesu.
Johannes der Täufer und die ersten Jünger hatten als Suchende ein Gespür für Jesus und seine Berufung (Joh 1). Im heutigen Tagesevangelium geht es um die Gemeinde. Das Volk soll wissen, wer Jesus ist. So heißt es in Joh 2,11: So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.
Die Notsituation, dass der Festwein einer Hochzeit aufgebraucht war, bemerkt Maria als erste. Aber sie kann nicht handeln. Das ist Sache Gottes. So kann sie nur die Vorbereitung schaffen an ihren Sohn ("Sie haben keinen Wein mehr") und an die Helfer ("Was er euch sagt, das tut").
Das Johannesevangelium erlangte gegen Ende des 1. Jh. jene Gestalt, in der es uns jetzt vorliegt. Die theologisch dichte und symbolreiche Sprache ist dabei nicht immer sofort erschließbar. Einen ganz wichtigen Verständnisschlüssel für die Erzählung der Hochzeit zu Kana gibt uns der Evangelist in die Hand: „So tat Jesus sein erstes Zeichen.“ (V. 11) Er verwendet nicht das Wort „Wunder“, damit nicht das „Mirakel“ in die Mitte der Verkündigung tritt, sondern die neue Jesus-Präsenz, die in zeichenhafter Dichte vermittelt werden möchte.
Wenn der Wein ausgeht ...
Wenn hier von „Hochzeit“ die Rede ist, klingt die freudig-liebende Begegnung des Gottesvolkes mit seinem Gott an – wie auch bei den hochzeitlichen Reich-Gottes-Gleichnissen der Synoptiker. Doch dieser Hochzeit geht der Wein aus. Das Fest zwischen Mensch und Gott ist in größter Gefahr zu scheitern. Hier tritt die Gestalt Marias auf. Sie bemerkt, dass diesem Fest Entscheidendes fehlt. Die Reaktion Jesu scheint zunächst (seiner Mutter gegenüber) unverständlich. Der griechische Text lautet wörtlich: „Was ist Meines – und was ist Deines, Frau?“ (V. 4) Jesus gibt klar zu verstehen: Der Zeitpunkt des Wirkens Gottes in dieser Welt durch seinen Gesandten ist nicht Sache der „Frau“, wobei „Frau“ hier wohl mehr das Gottesvolk meint als seine Mutter.
Neuer Inhalt für die leeren Krüge
Eine echt prekäre Lage: Das Volk Israel hat doch Hochzeit gefeiert mit seinem Gott und ist einen Liebes-Bund eingegangen, doch jetzt sind die Weinkrüge der Liebeshochzeit leer und nur mehr „Gesetzes-Behälter“ für die Reinigung übrig. Ist der Liebes-Bund zwischen Gott und Mensch vertrocknet und schon zu einer beziehungslosen Gesetzesreligion geworden?
Jesus füllt diese Gesetzeskrüge mit neuem Inhalt, er füllt sie mit dem Wein einer liebend-lebendigen Gottesbeziehung. Gott schenkt eine Über-Fülle von glückendem Leben. Die Hochzeitsverantwortlichen, die religiösen Führer Israels, haben weder gemerkt, dass der Wein ausgeht, noch wissen sie, woher der neue Wein kommt – nur jene wissen es, die Diener und Dienerinnen Jesu sind.
Auch wir sind zur Hochzeit geladen
In der Hochzeit zu Kana begegnet uns aufs Neue der Gott der Überraschungen! Gerade dort, wo wir als Menschen erfahren, dass uns der Wein der Gottesnähe und Lebensfreude ausgeht, setzt Gott an, um unserer Gottesbeziehung wieder besseren Wein „ein-zu-schenken“. Gott will durch einen lebendigen Liebesbund mit den Menschen verbunden sein und diesen mit feinsten Speisen und „erlesenen, reinen Weinen“ (Jes 25,6) feiern.
Wo Jesus ist, dort darf der Mensch die Liebeszuwendung Gottes verkosten, jene „Herrlichkeit“, die den Jünger:innen hilft, an IHN zu glauben.
Hans Eidenberger SM
In Kana wirkt Jesus sein erstes Wunder, das der Evangelist vor allem als Zeichen versteht. Dieses verweist auf das Himmlische Gastmahl und ist ein Bild für eine neue Wirklichkeit. Jesus bereitet in seinen Worten und Taten die Menschen um ihn auf diese neue Wirklichkeit vor und lädt ein, ihm darin nachzufolgen.
Auf der Hochzeit zu Kana verwandelt Jesus Wasser in köstlichen Wein. Der Evangelist will dieses Wunder vor allem als Zeichen für das, was durch Jesus in die Welt gekommen ist, sehen: Er verwandelt unser ganz gewöhnliches Leben in ein Leben in Fülle.
Auf der Hochzeit zu Kana geschah Ungewöhnliches. Von außen kaum wahrnehmbar, für jene aber, die es wahrgenommen haben, war es ein Zeichen für das anbrechende Reich Gottes.
Herr Jesus,
du hast Zeichen gewirkt, damit wir deiner Liebe glauben.
Kyrie, eleison.
Du hast Zeichen gewirkt, damit wir den Vater im Himmel preisen.
Christe, eleison.
Du hast Zeichen gewirkt und befähigst uns heute zu Zeichen.
Kyrie, eleison.
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
in Jesus, deinem Sohn ist die Zeit des Heiles angebrochen.
Er bietet uns Gemeinschaft und Freude an.
Hilf uns,
die Zeichen seiner Gegenwart in unserem Leben zu sehen.
Durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Gott nimmt Anteil an unserem ganzen Leben mit all den kleinen und größeren Sorgen, die uns plagen.
Um seinen Beistand lasst uns ihn bitten:
Um Priester und Seelsorger, die wie Jesus am Leben der Menschen teilnehmen und so Zeugnis für die Überfülle göttlicher Liebe zu uns Menschen geben.
Um Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die sich trauen für die Verwirklichung ihrer Vision von einer gerechten Welt für alle, ihre ganze Kraft einzusetzen.
Um christliche Kirchen, die in den Zeichen der Zeit eine Herausforderung sehen und sich deinem Willen zur Einheit öffnen.
Um einen Glauben an dich und deine grenzenlose Fürsorge für uns und an die Fähigkeiten unserer Mitmenschen, mit denen sie unser Leben bereichern.
Um die rechten Gesten und Worte, die Sterbenden helfen, auf die Fülle deiner Gaben und deiner Liebe zu vertrauen.
Gott, dir bringen wir alle unsere ausgesprochenen und unausgesprochenen Bitten dar.
Voll Vertrauen, dass du sie wie und wann erfüllst, wenn die rechte Zeit dafür gekommen ist, danken wir dir und preisen dich jetzt und allezeit. - Amen.
Herr,
gib, daß wir das Geheimnis des Altares ehrfürchtig feiern;
denn sooft wir die Gedächtnisfeier dieses Opfers begehen,
vollzieht sich an uns das Werk der Erlösung.
Durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
Jedes Zeichen Jesu wies hin auf den Vater, der ihn gesandt hat.
So lasst uns im Sinne Jesu auf den Vater schauen und zu ihm rufen:
Herr Jesus, du hast Wasser in Wein gewandelt.
Du kannst Sticheleien in ehrliches Lob wandeln
und Spannung in befreite Gemeinschaft.
Wir bitten dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden
sondern auf den Glauben deiner Kirche
und wirke in ihr und auf der ganzen Welt
Einheit und Frieden.
Barmherziger Gott,
du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Der Vater, der in seiner Liebe Leben und Zukunft für sein Volk will,
sei bei euch. - Amen.
Jesus, der diese Sehnsucht konkret werden ließ,
ermutige euch. - Amen.
Der Heilige Geist, der die Menschen begeistert,
führe euch. - Amen.
Und der Segen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
führe euch und alle, denen ihr mit euren Gaben dient. Amen.
1. Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude. In diesem Schreiben möchte ich mich an die Christgläubigen wenden, um sie zu einer neuen Etappe der Evangelisierung einzuladen, die von dieser Freude geprägt ist, und um Wege für den Lauf der Kirche in den kommenden Jahren aufzuzeigen.
GanzesDokument:
https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html
Papst Franziskus, Evangelii gaudium, Rom 2013.
Braut:
Ich nehm‘ dich an als meinen Mann und ich verspreche dir die Treue
in den guten und in den nicht so guten Tagen.
Ich will dich lieben, achten und ehren,
unsre Gemeinsamkeiten mehren
und es täglich aufs Neue mit dir wagen.
Bräutigam:
Du bist genau die richt’ge Frau, nach der ich mich so lang gesehnt hab.
Ich will dir ein guter Mann sein, ohne Klagen.
Ich will dich lieben, achten und ehren,
unsre Gemeinsamkeiten mehren;
auch in schwierigen Zeiten nicht verzagen.
Priester/alle:
Dazu begleit‘ euch unser Gott mit seinem Segen, immer fort.
Steckt den Ring der Treue an, er soll euch sagen:
Ich sollt euch lieben, achten und ehren,
eure Gemeinsamkeiten mehren.
Und, wenn’s nicht mehr weitergeht, wird Gott euch tragen.
Text+Musik: Reinhard Burchhardt.
Es fällt vielen ernsten Christen beim Beten der Psalmen auf, wie häufig die Bitte um Leben und Glück begegnet. Aus dem Blick auf das Kreuz Christi erwächst manchem der ungesunde Gedanke, als seien das Leben und sichtbare irdische Segnungen Gottes an sich schon ein zweifelhaftes und jedenfalls nicht zu begehrendes Gut. Sie nennen dann die entsprechenden Gebete des Psalters eine unvollkommene Vorstufe alttestamentlicher Frömmigkeit, die im Neuen Testament überwunden sei. Damit aber wollen sie geistlicher sein als Gott selbst.
Wie die Bitte um das tägliche Brot das ganze Gebiet der Notdurft des leiblichen Lebens umfaßt, so gehört die Bitte um Leben, Gesundheit und sichtbare Erweise der Freundlichkeit Gottes notwendig zu dem Gebet, das sich an Gott, den Schöpfer und Erhalter dieses Lebens, richtet. Das leibliche Leben ist nicht verächtlich, sondern dazu hat Gott uns seine Gemeinschaft in Jesus Christus geschenkt, daß wir in. diesem - und dann freilich auch in jenem Leben von ihm leben können. Dazu gibt er uns die irdischen Gebete, damit wir ihn desto besser erkennen, loben und lieben können. Gott will, daß es den Frommen auf Erden wohlergeht (Ps. 37). Dieser Wille wird auch durch das Kreuz Christi nicht außer Kraft gesetzt, sondern vielmehr bestätigt, und gerade dort, wo Menschen in der Nachfolge Jesu viele Entbehrungen auf sich nehmen müssen, wie die Jünger, werden sie auf die Frage Jesu: »Habt ihr auch je Mangel gehabt?« antworten: »Niemals!« (Luk 22, 35). Voraussetzung dafür ist die Erkenntnis des Psalmes: »Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als das große Gut vieler Gottloser« (Ps 37,16).
Wir dürfen wirklich kein schlechtes Gewissen dabei haben, mit dem Psalter um Leben, Gesundheit, Friede, irdisches Gut zu beten, wenn wir nur wie der Psalm selbst dies alles als Erweise der gnädigen Gemeinschaft Gottes mit uns erkennen und dabei festhalten, daß Gottes Güte besser ist denn Leben (Ps. 63, 4 f.; 73,15 f.).
Der 103. Psalm lehrt uns die ganze Fülle der Gaben Gottes, von der Erhaltung des Lebens bis zur Vergebung der Sünden, als eine große Einheit zu verstehen. und für sie dankend und lobend vor Gott zu treten (vgl. auch Ps. 65). Um Jesu Christi willen gibt und erhält uns der Schöpfer das Leben. So will er uns bereit machen, zuletzt durch den Verlust aller irdischen Güter im Tode das ewige Leben zu gewinnen. Allein um Jesu Christi willen und auf sein Geheiß dürfen wir um die Lebensgüter beten, und um seinetwillen sollen wir es auch mit Zuversicht tun. Wenn wir aber empfangen, wessen wir bedürfen, so sollen wir nicht aufhören, Gott von Herzen zu danken, daß er um Jesu Christi willen so freundlich ist.
Aus: Dietrich Bonhoeffer, Beten mit der Bibel. Das Gebet der Gemeinde. Die erste Tafel. Eine Einführung in die Psalmen. Furche-Verlag, Hamburg 1970 (1957).
Glücklich, wer dort, wo er lebt, ein Zuhause gefunden hat, getragen von der Liebe anderer. Ich denke an Eltern mit einem behinderten Kind, an Menschen, die einen Angehörigen unter großen Opfern zu Hause pflegen. Ich denke an Menschen, die nach einem Sterbefall oder nach einer Scheidung allein dastehen und nun allein für die Kinder sorgen müssen.
Ich denke an eine Frau, die seit Jahren ihren an multipler Sklerose erkrankten Mann zu Hause betreut. Sie schreibt: "Es ist spät abends. Ich bin müde, sehr müde, aber glücklich. Manche Menschen werden sagen: Wie ist das möglich mit so einem kranken Mann? Doch ist es so. Wir waren zusammen fünf Monate in der Klinik. Eine lange Zeit? Nein, sie verging schnell, es war so viel zu tun. Jetzt sind wir wieder zu Hause, und obwohl er sehr schwach und mühsam zu pflegen ist, sind wir doch glücklich." Woher nimmt diese Frau, woher nehmen so viele andere die Kraft dazu? Warum können diese Menschen trotz allem glücklich sein? Die Liebe macht sie stark.
Phil Bosmans in: Möge das Glück dich begleiten. Worte, die durchs Leben tragen. Herausgegeben von Sylvia Müller und Ulrich Sander. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2005.
Eine chinesische Parabel erzählt von armen Brautleuten. Sie hatten den heißen Wunsch, dass viele Bekannte mitfeiern. Geteilte Freude ist doppelte Freude, dachten sie. Es sollte ein großes Fest werden, beschlossen sie, mit vielen Gästen. Denn warum sollte unsere Freude nicht ansteckend sein? – fragten sie sich. Es herrscht unten Menschen ohnehin mehr Leid als Freude. Also baten sie die Eingeladenen, je eine Flasche Wein mitzubringen. Am Eingang würde ein großes Fass stehen, in das sie ihren Wein gießen könnten. Und so sollte jeder die Gabe des anderen trinken und jeder mit jedem froh und ausgelassen sein.
Als nun das Fest eröffnet wurde, liefen die Kellner zu dem großen Fass und schöpften daraus. Doch sie erschraken bis in die Knochen, als sie merkten, dass alles Wasser war. Versteinert saßen oder standen sie da, als ihnen bewusst wurde, dass eben jeder gedacht hatte: Die eine Flasche Wasser, die ich hineingieße, wird niemand merken. Nun aber wussten sie: Jeder von ihnen hatte so gedacht: Heute will ich mal auf Kosten der anderen feiern.
Unruhe, Unsicherheit und Scham erfasste alle, nicht nur, weil es lediglich Wasser zu trinken gab. Als das Flötenspiel verstummte, gingen alle schweigend nach Hause. Und jeder wusste: das Fest hatte nicht stattgefunden.
Chinesische Parabel

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Recht und Gerechtigkeit prägen diesen Abschnitt aus "Tritojesaja", dem dritten Teil des Jesajabuches. Der Prophet spricht mit jener Leidenschaft, die den Propheten des Herrn zueigen ist. Angelpunkt, um den es sich in der Lesungsperikope dreht, ist die Gottesstadt, Jerusalem mit dem Berg des Herrn, dem Zion. An ihr wird die Gerechtigkeit Gottes der Welt offenbar.
Der Begriff der Gerechtigkeit ist im Ersten Testament vielschichtig. Gerecht ist einerseits der, der so handelt, dass das Wohl einer Gemeinschaft gesichert ist. Die göttliche Gerechtigkeit ist im Alten Orient oft mit dem Tun des Menschen verbunden. Der Mensch, der gerecht lebt, darf sich der Gerechtigkeit und der Nähe Gottes sicher sein.
Letztlich aber geht die Gerechtigkeit von Gott aus. Von ihm kommt die Fähigkeit, sich der Gemeinschaft gegenüber treu und loyal zu verhalten. Gottes Gerechtigkeit ist Quelle von Recht und Ordnung und damit von erfülltem Leben in Israel. Diese Sicht von Gerechtigkeit wird auch in unserem Abschnitt deutlich gemacht.
Als Grund dafür, dass in Jerusalem das Licht der Gerechtigkeit erstrahlt, wird genannt: Gott ist mit dieser Stadt. Jerusalem wird Ort der Gegenwart Gottes. Das Verhältnis zwischen dem Herrn und seiner Stadt wird in wunderbaren Worten mit der Beziehung zwischen Bräutigam und Braut verglichen.
Die aus dem babylonischen Exil heimgekehrten Judäer befanden sich in einer schwierigen Situation. Die Menschen hatten den Glauben an Gott und das Vertrauen auf das versprochene Heil verloren. Die Sammlung des Tritojesaja ("Dritter Jesaja") versucht, anhand verschiedenartiger Texte dem Volk Hoffnung zu geben. In den Kapiteln 60 - 62 wird das leuchtende Bild der Gottesstadt Jerusalem aufgezeigt. In der Form der Volksklage, die den Hörern bekannt war, versucht der Prophet aufzuzeigen, daß Gott sein Volk liebt und nur daraus sich Glück und Heil erwarten lassen.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz