Esra und Nehemia waren wichtige Personen für das Volk Israel nach der Heimkehr aus dem Babylonischen Exil. Sie halfen beim Wiederaufbau und brachten dem Volk die Weisung Gottes nahe, damit das Zusammenleben im Land wieder neu gestaltet werden konnte.
Lesung aus dem Buch Nehemia:
In jenen Tagen
brachte der Priester Esra
die Weisung vor die Versammlung,
Männer und Frauen
und überhaupt alle, die schon mit Verstand zuhören konnten.
Vom frühen Morgen bis zum Mittag
las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor
den Männern und Frauen und denen, die es verstehen konnten,
daraus vor.
Das ganze Volk lauschte auf das Buch der Weisung.
Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz,
die man eigens dafür errichtet hatte.
Esra öffnete das Buch vor aller Augen;
denn er stand höher als das versammelte Volk.
Als er das Buch aufschlug,
erhoben sich alle.
Dann pries Esra den HERRN, den großen Gott;
darauf antworteten alle mit erhobenen Händen: Amen, amen!
Sie verneigten sich,
warfen sich vor dem HERRN nieder,
mit dem Gesicht zur Erde.
Man las aus dem Buch, der Weisung Gottes, in Abschnitten vor
und gab dazu Erklärungen,
sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten.
Nehemia, das ist Hattirschata,
der Priester und Schriftgelehrte Esra
und die Leviten, die das Volk unterwiesen,
sagten dann zum ganzen Volk:
Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren des HERRN, eures Gottes.
Seid nicht traurig und weint nicht!
Alle Leute weinten nämlich,
als sie die Worte der Weisung hörten.
Dann sagte er zu ihnen:
Nun geht, haltet ein festliches Mahl
und trinkt süßen Wein!
Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben;
denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre unseres Herrn.
Macht euch keine Sorgen;
denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Nehemia.
In jenen Tagen
brachte der Priester Esra
die Weisung vor die Versammlung,
Männer und Frauen
und überhaupt alle, die schon mit Verstand zuhören konnten.
Vom frühen Morgen bis zum Mittag
las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor
den Männern und Frauen und denen, die es verstehen konnten,
daraus vor.
Das ganze Volk lauschte auf das Buch der Weisung.
Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz,
die man eigens dafür errichtet hatte.
Neben ihm standen rechts Mattitja, Schema,
Anaja, Urija, Hilkija und Maaseja
und links Pedaja, Mischaël, Malkija, Haschum,
Haschbaddana, Secharja und Meschullam.
Esra öffnete das Buch vor aller Augen;
denn er stand höher als das versammelte Volk.
Als er das Buch aufschlug,
erhoben sich alle.
Dann pries Esra den HERRN, den großen Gott;
darauf antworteten alle mit erhobenen Händen: Amen, amen!
Sie verneigten sich,
warfen sich vor dem HERRN nieder,
mit dem Gesicht zur Erde.
Jeschua, Bani, Scherebja, Jamin, Akkub, Schabbetai,
Hodija, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan und Pelaja,
die Leviten, erklärten dem Volk die Weisung;
die Leute blieben auf ihrem Platz.
Man las aus dem Buch, der Weisung Gottes, in Abschnitten vor
und gab dazu Erklärungen,
sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten.
Nehemia, das ist Hattirschata,
der Priester und Schriftgelehrte Esra
und die Leviten, die das Volk unterwiesen,
sagten dann zum ganzen Volk:
Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren des HERRN, eures Gottes.
Seid nicht traurig und weint nicht!
Alle Leute weinten nämlich,
als sie die Worte der Weisung hörten.
Dann sagte er zu ihnen:
Nun geht, haltet ein festliches Mahl
und trinkt süßen Wein!
Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben;
denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre unseres Herrn.
Macht euch keine Sorgen;
denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.
Kv: Deine Worte, o Herr, sind Geist und Leben. – Kv
(oder GL 312,2)
Die Weisung des HERRN ist vollkommen und gut,
sie erquickt den Menschen.
Das Zeugnis des HERRN ist verlässlich,
den Unwissenden macht es weise. - Kv
Die Befehle des HERRN sind gerade,
sie erfüllen das Herz mit Freude.
Das Gebot des HERRN ist rein,
es erleuchtet die Augen. - Kv
Die Furcht des HERRN ist lauter,
sie besteht für immer.
Die Urteile des HERRN sind wahrhaftig,
gerecht sind sie alle. - Kv
Auch dein Knecht lässt sich von ihnen warnen;
reichen Lohn hat, wer sie beachtet.
Die Worte meines Munds mögen dir gefallen; /
was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen,
HERR, mein Fels und mein Erlöser. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat,
alle Glieder des Leibes aber,
obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden:
So ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist
wurden wir in der Taufe
alle in einen einzigen Leib aufgenommen,
Juden und Griechen,
Sklaven und Freie;
und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied,
sondern aus vielen Gliedern.
Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand,
ich gehöre nicht zum Leib!,
so gehört er doch zum Leib.
Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge,
ich gehöre nicht zum Leib!,
so gehört es doch zum Leib.
Wenn der ganze Leib nur Auge wäre,
wo bliebe dann das Gehör?
Wenn er nur Gehör wäre,
wo bliebe dann der Geruchssinn?
Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt,
wie es seiner Absicht entsprach.
Wären alle zusammen nur ein Glied,
wo bliebe dann der Leib?
So aber gibt es viele Glieder
und doch nur einen Leib.
Das Auge kann nicht zur Hand sagen:
Ich brauche dich nicht.
Der Kopf wiederum kann nicht zu den Füßen sagen:
Ich brauche euch nicht.
Im Gegenteil,
gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes
sind unentbehrlich.
Denen, die wir für weniger edel ansehen,
erweisen wir umso mehr Ehre
und unseren weniger anständigen Gliedern
begegnen wir mit umso mehr Anstand,
während die anständigen das nicht nötig haben.
Gott aber hat den Leib so zusammengefügt,
dass er dem benachteiligten Glied
umso mehr Ehre zukommen ließ,
damit im Leib kein Zwiespalt entstehe,
sondern alle Glieder einträchtig füreinander sorgen.
Wenn darum ein Glied leidet,
leiden alle Glieder mit;
wenn ein Glied geehrt wird,
freuen sich alle Glieder mit.
Ihr aber seid der Leib Christi
und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.
So hat Gott in der Kirche die einen erstens als Apostel eingesetzt,
zweitens als Propheten,
drittens als Lehrer;
ferner verlieh er die Kraft, Machttaten zu wirken,
sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen,
zu helfen, zu leiten,
endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.
Sind etwa alle Apostel,
alle Propheten,
alle Lehrer?
Haben alle die Kraft, Machttaten zu wirken?
Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen?
Reden alle in Zungen?
Können alle übersetzen?
Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Charismen bilden im 1. Korintherbrief einen wichtigen Teil. Die Kapitel 12-14 sprechen über sie. Nachdem in 1 Kor 12,4-10 verschiedene Gaben des Geistes genannt sind, werden sie eingeordnet in den Zusammenhang des Gemeindelebens. Gaben sind wichtig für den Aufbau der Gemeinde.
So ist es nicht nur wichtig, mit den Gaben verantwortet umzugehen, sondern es geht auch darum, diese Gaben einzusetzen. Was man nicht lebt und einbringt, fehlt der Gemeinde. Im Bild des Leibes steckt der Versuch, die gegenseitige Verwiesenheit und die Wichtigkeit jeder einzelnen Begabung deutlich zu machen.
Der 1. Korintherbrief gibt Einblick in das Leben und in die Probleme einer jungen heidenchristlichen Gemeinde, die Paulus 51 n. Chr. gegründet hatte. Der Brief ist zwei oder drei Jahre danach geschrieben. Den Anlass bildeten Fragen, die in der jungen Christengemeinde aufgetreten waren. Streitigkeiten und Spaltungen waren eingetreten, die das Weiterbestehen der Gemeinde gefährdeten.
Das Gleichnis vom Leib und seinen Organen, die alle ihren Dienst haben, veranschaulicht, wie die verschiedenen Geistesgaben in der Gemeinde notwendig und aufeinander angewiesen sind. Wer besondere Gaben hat, etwa die Gabe der Rede, hat keinen Grund, auf andere herabzusehen, die diese Gabe nicht haben, sondern soll ihnen dienen. Und wer die Gabe unscheinbarer Dienste hat, soll sich nicht zurückgesetzt fühlen.
"Strebt nach den höheren Gnadengaben" ist für Paulus ein Hinweis an die Gemeinde, den Blick auf die Kleinigkeit der menschlichen Auseinandersetzungen zu vergessen und sich an dem Maß Gottes zu messen. Dies führt die Gemeinde weiter.
Ganz entgegen der Praxis des römischen Reiches sieht die paulinische Kirchentheologie vor, dass sich alle vor Gott in Gnade eins wissen. Alle bringen sich nach ihren Fähigkeiten ein, welche von dem einen Geist verliehen sind. Paulus verdeutlicht dies mit der Metapher des einen Leibes und der vielen Glieder. Hier geht es um Gleichwertigkeit und Gleichwichtigkeit trotz aller Pluralität. Gerade die Schwächeren sind unentbehrlich und jedes Körperglied ist in seiner Eigenheit gefragt. Es zeichnet sich auch schon eine erste Aufgabenteilung in der Alten Kirche ab, in Apostel, Propheten und Lehrer. Dieser Text betont aber deren aller Ebenbürtigkeit.
© Claire Geyer, Pfarreihospitantin St. Peter u. Paul, Zürich.
Halleluja. Halleluja.
Der Herr hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Schon viele haben es unternommen,
eine Erzählung über die Ereignisse abzufassen,
die sich unter uns erfüllt haben.
Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer,
die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.
Nun habe auch ich mich entschlossen,
nachdem ich allem von Beginn an sorgfältig nachgegangen bin,
es für dich, hochverehrter Theophilus,
der Reihe nach aufzuschreiben.
So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen,
in der du unterwiesen wurdest.
In jener Zeit
kehrte Jesus,
erfüllt von der Kraft des Geistes,
nach Galiläa zurück.
Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Er lehrte in den Synagogen
und wurde von allen gepriesen.
So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war,
und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge.
Als er aufstand, um vorzulesen,
reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja.
Er öffnete sie
und fand die Stelle, wo geschrieben steht:
Der Geist des Herrn ruht auf mir;
denn er hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe;
damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
und den Blinden das Augenlicht;
damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze
und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Dann schloss er die Buchrolle,
gab sie dem Synagogendiener
und setzte sich.
Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
Da begann er, ihnen darzulegen:
Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt,
erfüllt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Es sind zwei Elemente zusammengefügt: Die Einleitung in das Evangelium und Jesu erster öffentlicher Auftritt in der Synagoge seiner Heimatstadt. Dazwischen liegen die Kindheitsgeschichte Jesu, der Hinweis auf das Wirken Johannes des Täufers, die Taufe Jesu am Jordan und seine Versuchung. Alle diese Dinge sind Ausschmückungen des Evangeliums. Aber in der Linie des Lukas ist diese Textfolge stimmig: Wenn sich Theophilus von der Wirkung der Worte Jesu überzeugen soll, dann müssen auch Worte Jesu zuerst genannt werden.
Diese Worte sind Worte der Zuwendung Jesu an Menschen in Not. Sie sind programmatisch für das Lukasevangelium, wenn man auf das Sondergut des Lukas schaut, etwa sein 15. Kapitel mit den Gleichnissen vom Verlorenen. Sie sind an dieser Stelle komponiert aus drei verschiedenen Jesajastellen. Auch dies ein Zeichen für das Programmatische dieser Stelle.
Im heutigen Abschnitt des Evangeliums wird noch nicht deutlich, dass die Predigt Jesu neben dem Staunen auch große und massive Ablehnung hervorgerufen hat.
Im Vorwort zu seinem Evangelium spricht Lukas von seiner Arbeitsweise bei der Abfassung des Evangeliums und vom Ziel, das er dabei verfolgt: sich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen lassen. Deshalb hat Lukas bei den Aposteln und sonstigen Augenzeugen alle erreichbaren Überlieferungen von Jesusworten und Jesuserzählungen gesammelt.
Im ersten Auftreten Jesu erzählt Lukas schon die theologische Intention seines Evangeliums. Er zeigt in Jesus den Heiland der Verlorenen, der sozial Entrechteten, der Frauen, der Zöllner und Sünder.
"Heute hat sich das Schriftwort erfüllt" zitiert frei den Propheten Jesaja Kap 61. Diese Stelle hat messianischen Charakter. Mit der Geistsalbung des Verheißenen hat diese Erfüllung schon begonnen. Der Geistträger heißt Jesus. Er – Jesus – setzt sich in Verbindung mit dem Propheten und nimmt seine Aufgabe als Messias an, auch in seinem eigenen Bekanntenkreis.
Der Prolog des Lukasevangeliums verbürgt die Authentizität des Berichts und gibt den Adressaten, möglicherweise den Auftraggeber bekannt. Wir erfahren, dass es bereits eine Traditionsbildung gibt, die eine mündliche Lehre und Unterweisung voraussetzt.
Wir erfahren des weiteren von dem Beginn der Lehrtätigkeit von Jesus. Er kehrt in seine Heimat zurück, wo er als Sohn Josefs bekannt war. Gerade hier offenbart sich in der lauten Lesung der Schrift die Gottheit Gottes in Christus. Jesus ist geradezu getroffen von dem Wort der Schrift. Der Moment der Erkenntnis wird mit dem Moment des Schließens des Buches pointiert. So gebannt wie Jesus von seinen inneren Empfindungen ist, so nehmen die Umstehenden daran teil, indem sie den Blick auf ihn richten. Diese erzeugte Erwartungshaltung löst sich durch die Interpretation der Situation: "Heute hat sich das Schriftwort erfüllt". Jesus erkennt sich in der Botschaft des Jesajas selbst darin, dass die Gnade Gottes durch ihn die Schuld erlässt und einen Neuanfang ermöglicht. Ein unerhörter Anspruch für damalige Ohren.
© Claire Geyer, Pfarreihospitantin St. Peter u. Paul, Zürich.
Dieser Sonntag greift zunächst den Beginn des Lukasevangeliums auf. Der Evangelist gibt sein Anliegen preis: Er möchte den Überlieferungen Jesu von Grund auf nachgehen – und er gibt auch Zeugnis davon, dass dies vor ihm schon andere gemacht haben. Er selbst greift ja auf das Markusevangelium zurück und macht es zur Grundlage seines Evangeliums. Adressat ist ein gewisser Theophilus, möglicherweise eine historische Person, sicherlich aber auch eine allgemeine Aufforderung an alle „Gottliebenden“ (Theophilus = Gottlieb).
Der Geist wirkt
Die liturgische Perikope überspringt dann einige Kapitel und setzt beim Anfang des Wirkens Jesu fort. Die vorangegangenen Ereignisse (Taufe mit Geistsendung und die Probe, ob dieser Geist auch etwas wert ist = Versuchungserzählung) haben den Geistbeschenkten gestärkt, und die Wirkung lässt nicht zu wünschen übrig. Sein Ruf verbreitet sich in ganz Galiläa.
Als gläubiger Jude findet sich Jesus auch in der Synagoge ein, in seinem Heimatort Nazaret (bei Markus als Stadt bezeichnet, zur Zeit Jesu aber ein Dorf). An diesem Sabbat ist Jesus an der Reihe, aus der Schrift zu lesen und zu dieser Stelle auch etwas zu sagen. Es wird ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht.
Das Programm Jesu
Den Text aus Jesaja hat wohl Lukas für seine Verkündigung bewusst gewählt. Mit dieser alttestamentlichen Ansage möchte er am Beginn des Auftretens Jesu zusammenfassend – gleichsam als Überschrift – für seine Hörenden oder Lesenden darstellen, wer Jesus ist und was er verkörpert: die Zuwendung und das Erbarmen Gottes mit den im Leben zu kurz Gekommenen. Das Gnadenjahr des Herrn wird darin ausgerufen. Damit könnte das im Buch Levitikus angeordnete Jubeljahr gemeint sein. In jedem 50. Jahr sollte es gefeiert werden und dabei aller Grundbesitz an die ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben werden; außerdem sollten alle Schuldsklaven freigelassen werden. Allerdings ist bis heute unklar, ob dieses Jubeljahr tatsächlich jemals begangen wurde.
In der Kürze liegt die Würze
Anschließend hält Jesus die wohl kürzeste Predigt, die jemals gehalten wurde: Mit Spannung sind alle Augen auf ihn gerichtet. Sein vorauseilender Ruf gibt Anlass zu Erwartungen. Er aber stellt ganz kurz klar, dass alles, was die Anwesenden gerade gehört haben, sich heute erfüllt hat. Dieses Heute betont Lukas an einigen Stellen seines Evangeliums (z. B. bei der Verkündigung der Geburt Jesu in Lk 2,11; vgl. auch 19,5.9; 22,34; 23,43; 24,21). Er holt damit das Christusereignis in jede Zeit neu herein. Nicht irgendwann oder irgendwo sind diese Dinge geschehen, sondern sie ereignen sich jederzeit und an jedem Ort neu, wo Menschen sich auf die Begegnung mit Jesus einlassen, an diese Botschaft glauben und sie verwirklichen. Auch wir sind heute eingeladen, diese Frohbotschaft anzunehmen.
Ingrid Penner
In der Synagoge seiner Heimatstadt kündigt Jesus sein Programm an. Er ist gekommen, um das zu verwirklichen, was der Prophet Jesaja angekündigt hat. In diese seine Sendung will er uns alle ein-beziehen.
Jesus knüpft in seiner Predigt an die jüdische Tradition an. Gestützt auf den Propheten Jesaja entwirft er gesellschaftliche Utopien und stellt die Armen und Besitzlosen in die Mitte. Seine Botschaft ist an uns alle gerichtet. Als Leib Christi sind wir als Gemeinschaft der Kirche gefordert, an dieser neuen Welt mitzubauen.
Jesus überrascht seine Nachbarn als heimkehrender Wanderprediger. Er legt ihnen sein Gottesbild dar: Ein Gott der Armen, der sich um die Schwächsten kümmert. Dieses Gottesbild ist Anlass zu Freude, die aus der Tiefe des Glaubens kommt. Diese Freude zu zeigen ist Sendung der Getauften.
Die Texte der Hl. Schrift erscheinen uns oft so bekannt, dass wir nicht mehr gespannt auf sie hinhören. Neugierde und Vertrauen machen uns zu gespannten Zuhörern, die Zuversicht aus dem Hinhören auf das Wort Gottes schöpfen.
In der Weltgebetswoche um die Einheit der Christen schauen wir darauf, was uns mit den Christen anderer Konfessionen verbindet, weniger darauf, was uns trennt. Im Hinblick auf das anstehende Gedenkjahr – 2017 sind es 500 Jahre seit dem berühmten Thesenanschlag Luthers – besinnen wir uns darauf, dass wir durch die eine Taufe zum Leib Christi gehören.
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
daß wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
die Botschaft und das Lebensprogramm
deines Sohnes verpflichten auch uns.
Gib uns die Kraft,
auf sein Wort zu hören und schenke uns
Freude in seiner Nachfolge.
Durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Herr,
nimm unsere Gaben an und heilige sie,
damit sie zum Sakrament der Erlösung werden,
das uns Heil und Segen bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers: Dir sei Lob und Dank und Ehre!
Oder: Dankt dem Vater mit Freude, er schenkt uns seinen Sohn. (GL 633,8)
Gott und Vater,
in dieser heiligen Feier wollen wir dir unseren Dank
und unseren Lobpreis zum Ausdruck bringen.
Wir haben allen Grund dir zu danken.
Dein Wort weist uns den richtigen Weg
und gibt uns Halt und Zuversicht.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus Christus ist für uns das lebendige Wort geworden.
Du hast ihn gesandt, uns deine Frohe Botschaft auszurichten.
Er öffnet uns die Augen und setzt uns in Freiheit.
Kehrvers
Durch ihn bist du unter uns gegenwärtig,
durch ihn schenkst du uns Freude und Kraft.
Kehrvers
Er hat uns in der Taufe in seinen Leib aufgenommen
Er hat uns mit dem einen Geist getränkt.
und mit seinen Gaben reich beschenkt.
Kehrvers
Für all das danken wir dir
und stimmen wir ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung.
Danklied, z. B. Nun singe Lob, du Christenheit (GL 487)
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn durch seine Geburt
hat er den Menschen erneuert,
durch sein Leiden unsere Sünden getilgt,
in seiner Auferstehung den Weg zum Leben
erschlossen und in seiner Auffahrt zu dir
das Tor des Himmels geöffnet.
Durch ihn rühmen dich deine Erlösten und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 4
Der Herr hat Jesus gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
(vgl. Lk. 4,18)
Oder:
Ich bin das Licht der Welt - so spricht der Herr.
Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis gehen.
Er wird das Licht des Lebens haben.
(Joh 8,12)
Oder:
Und das Wort ist Mensch geworden
und hat unter uns gewohnt.
(Joh 1,14)
Allmächtiger Gott,
in deinem Mahl
schenkst du uns göttliches Leben.
Gib, daß wir dieses Sakrament
immer neu als dein großes Geschenk empfangen
und aus seiner Kraft leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
Montag der 1. Woche

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Das Buch Nehemia gehört zum Chronistenteil des Alten Testaments. In der Zeit nach dem Exil suchte Israel neu seinen Platz und seine Form. 538 vor Christus erlaubte Kyrus die Rückkehr nach Jerusalem, 515 war der Tempel wieder aufgebaut.
Der Priester Esra kam von Babel nach Jerusalem, um das Gesetz zu verkünden. Es war der erneute Versuch, eine Alltagsordnung zu haben. Alltag war Alltag vor Gott, und das Gesetz gab an, was in diesem Alltag zu beachten ist: In dem Maß, wie das Gesetz als hilfreiche Lebensregel wahrgenommen wird, verbindet und ermutigt es.
Neh 8 zeigt uns Esra auf dem Höhepunkt seiner Wirksamkeit. Im 5. Monat des Jahres 458 (Esr 7,9) war der Schriftgelehrte Esra mit einer Gruppe von Juden aus Babel nach Jerusalem heimgekehrt. Er hatte vom persischen Großkönig Ataxerxes den Auftrag erhalt, der nachexilischen Gemeinde in Israel das Gesetz zu verkünden. Im 7. Monat ruft er das Volk zusammen, um in einer heiligen Versammlung den Gottesbund vom Sinai zu erneuern.
Neh 8,1-12 berichtet von der Verlesung des Gesetzes, die einer Bundeserneuerung gleichkam. Im Anschluss an dieses historische Ereignis feierte man das Laubhüttenfest. Das Wort Gottes hatte am Sinai das Volk zusammengerufen und zur Gottesgemeinde gemacht. Auch die Erneuerung des Bundes geschieht durch die Verkündigung des Gesetzes.
Die feierliche Entfaltung der Thora ist ein liturgischer Akt. Das ganze Volk erhebt sich, um dem Gotteswort seine Verehrung zu bezeigen. Dem Emporheben der Rolle folge ein kurzer Segensspruch, ein Lobpreis Jahwes. Darauf antwortet des Volk mit einem doppeltem Amen.
Die Gesetzesworte, die Esra vorlas, macht die Leute sehr betroffen – sie weinen. Er gebietet dem Weinen und Trauern Einhalt und weist auf den festlichen Charakter des Tages hin: Freude an Jahwe haben drückt sich auch aus, indem man gut isst und trinkt. "Die Freude am Herrn ist eure Stärke" fasst die Botschaft Esras an das Volk zusammen.
Esra und Nehemia werden von dem neuen persischen König Kyros entsandt, um das religiöse Leben aus der Gnade Gottes nach der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil zu reinstallieren und das Leben wieder an den Gesetzen Gottes zu orientieren. Ein Erlass aller Schuld und Schulden wird eingeführt, das Jobeljahr, das alle 50 Jahre sich wiederholt.
Wir erfahren von dieser initialen Feier, ein frühen Beleg von liturgischer Praxis aus dem 4. Jhdt. v. Chr.: die Schriftlesung, das feierliche Amen, die Auslegung der Texte, die Verehrung des Buches, die Teilnahme unterschiedslos aller.
Das Wort Gottes berührt die Hörerinnen und Hörer so sehr, dass sie zu Tränen gerührt sind. Die Feierlichkeit des Wortes wird noch unterstrichen durch ein abschließendes Fest.
© Claire Geyer, Pfarreihospitantin St. Peter u. Paul, Zürich.
Die beiden Bücher Esra und Nehemia gehören eng zusammen und erzählen von der Situation der Rückkehrer aus dem Babylonischen Exil. Es wird in diesen Texten vom Aufbau Jerusalems erzählt, auf das Exil zurückgeschaut, aber auch in die Zukunft geblickt mit der Frage, wie man sich als Gemeinschaft neu findet und nach der Weisung Gottes leben kann.
Zeit und Ort
Die Szene, die in der Lesung geschildert wird, ist in Vers 2 mit einem genauen und symbolträchtigen Datum versehen: der 1. Tischri (= 1. Tag des 7. Monats), das ist das jüdische Neujahrsfest. Auch der Ort (V. 1) ist für das Erzählte wichtig. Man versammelt sich am Wassertor, das ist in der Nähe des Tempels, aber nicht im Tempel. Es geht darum, die Weisung Gottes zu den Menschen, in ihren Alltag und in ihr Leben zu bringen, damit die Freude daran wachsen kann.
Der Text betont, dass das ganze (!) Volk zusammenkommt. Männer, Frauen, alle Menschen, die schon verstehend zuhören können, lauschen vom Morgen bis zum Mittag dem Wort Gottes. Einige Elemente der Szene erinnern an einen Synagogengottesdienst: die Weisung Gottes steht im Zentrum, besonderer Ort des Vorlesens, feierliches Öffnen der Rolle, Lobpreis und Antwort der Versammlung mit „Amen“.
Buch der Weisung – Tora
Das Wort „Weisung“ wurde oft mit „Gesetz“ wiedergegeben. Das trifft es allerdings nicht ganz, denn tora, das Wort, das im Hebräischen steht, meint weit mehr als nur Gesetze und Gebote. Es beinhaltet das ganze Spektrum von Gesetz über Weisung bis hin zur Lehre – und möchte Anleitung für ein gutes Leben sein. Der Begriff „Tora“ meint auch die fünf Bücher Mose (Pentateuch). Die Erzählung in Neh 8 vergegenwärtigt das Geschehen am Sinai. Dort wurde Mose und dem Volk die Weisung gegeben und ein Bund mit Gott geschlossen.
Das Verstehen steht im Zentrum
Der Text betont dreimal, dass das Verstehen der Weisung wichtig ist. Damit das Vorgelesene von allen erfasst werden kann, werden Erklärungen dazu gegeben. Dieses Verstehen löst eine tiefe Reaktion und Betroffenheit in den Menschen aus. In den Versen 9 und 10 werden sie aufgefordert, nicht zu weinen, sondern sich zu freuen und zu feiern, mit allem was dazugehört. Denn wenn die Weisung Gottes verstanden und gelebt wird, bewirkt sie im Menschen Freude und Stärke.
Freude
„Die Freude am Herrn ist eure Stärke!“ Man könnte auch übersetzen: Die Freude an Gott ist eure „Festung“ oder eure „sichere Burg“. Im Evangelium tritt Jesus auf wie Esra, als Schriftgelehrter, der vor einer Versammlung aus der Schrift liest. Jesus bringt Gottes Botschaft unter die Menschen, macht sie verständlich, indem er sie lebt, damit auch für uns die Freude an Gott zu unserer Stärke werden kann, aus der wir leben können, wenn wir danach leben.
Magdalena Lass