Lesung aus dem Buch Habakuk.
Wie lange, Herr, soll ich noch rufen
und du hörst nicht?
Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt!
Aber du hilfst nicht.
Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen
und siehst der Unterdrückung zu?
Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung,
erhebt sich Zwietracht und Streit.
Der Herr gab mir Antwort
und sagte: Schreib nieder, was du siehst,
schreib es deutlich auf die Tafeln,
damit man es mühelos lesen kann!
Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst;
aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung;
wenn es sich verzögert,
so warte darauf;
denn es kommt,
es kommt und bleibt nicht aus.
Sieh her:
Wer nicht rechtschaffen ist,
schwindet dahin,
der Gerechte aber
bleibt wegen seiner Treue am Leben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Habakuk.
Wie lange, Herr, soll ich noch rufen
und du hörst nicht?
Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt!
Aber du hilfst nicht.
Warum lässt du mich die Macht des Bösen sehen
und siehst der Unterdrückung zu?
Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung,
erhebt sich Zwietracht und Streit.
Darum ist die Weisung ohne Kraft
und das Recht setzt sich nicht mehr durch.
Ja, der Frevler umstellt den Gerechten
und so wird das Recht verdreht.
Ich will auf meinem Wachtturm stehen,
ich stelle mich auf den Wall und spähe aus,
um zu sehen, was er mir sagt
und was ich auf den Vorwurf gegen mich antworten soll.
Der Herr gab mir Antwort
und sagte: Schreib nieder, was du siehst,
schreib es deutlich auf die Tafeln,
damit man es mühelos lesen kann!
Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst;
aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung;
wenn es sich verzögert,
so warte darauf;
denn es kommt,
es kommt und bleibt nicht aus.
Sieh her:
Wer nicht rechtschaffen ist,
schwindet dahin,
der Gerechte aber
bleibt wegen seiner Treue am Leben.
Wahrhaftig,
reiche Beute täuscht den hochmütigen Helden;
er wird keinen Erfolg haben,
reißt er auch wie die Unterwelt seinen Rachen auf
und ist er auch wie der Tod unersättlich.
Dann werden alle Völker
sich gegen ihn versammeln
und alle Nationen
sich gegen ihn zusammenrotten.
Kv: Hört auf die Stimme des Herrn;GL 53,1
verhärtet nicht euer Herz! – Kv
Kommt, lasst uns jubeln dem Herrn, *
jauchzen dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Dank seinem Angesicht nahen, *
ihm jauchzen mit Liedern! – (Kv)
Kommt, wir wollen uns niederwerfen, uns vor ihm verneigen, *
lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
Denn er ist unser Gott, /
wir sind das Volk seiner Weide, *
die Herde, von seiner Hand geführt. – (Kv)
Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /
Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, *
wie in der Wüste am Tag von Massa!
Dort haben eure Väter mich versucht, *
sie stellten mich auf die Probe und hatten doch mein Tun gesehen. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an Timotheus.
Mein Sohn!
Ich rufe dir ins Gedächtnis:
Entfache die Gnade Gottes wieder,
die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft,
der Liebe und der Besonnenheit.
Schäme dich also nicht
des Zeugnisses für unseren Herrn
und auch nicht meiner,
seines Gefangenen,
sondern leide mit mir für das Evangelium!
Gott gibt dazu die Kraft:
Als Vorbild gesunder Worte
halte fest, was du von mir gehört hast
in Glaube und Liebe in Christus Jesus!
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut
durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der 2. Timotheusbrief ist wie auch der 1. Timotheusbrief und der Titusbrief nicht im Lebenslauf des Paulus unterzubringen. Auch aufgrund theologischer Argumente halten es die meisten Exegeten für ausgeschlossen, daß die Pastoralbriefe von Paulus selbst oder zu seinen Lebzeiten entstanden sind. Zeitlich sind sie wahrscheinlich gegen Ende des ersten oder Anfang des zweiten Jahrhunderts anzusetzen. Der 2. Timotheusbrief ist als eine Art Testament des Paulus verfaßt, in dem er "Timotheus" noch Mahnungen und Weisungen gibt und sich selbst als Vorbild im Leiden darstellt. Für die heutige Lesung sind nur die Rahmenverse des Abschnitts 2 Tim 1,6-14 herausgenommen. Der Mittelteil, der als ein bekenntnisartiges Stück die inhaltliche Entfaltung des Evangeliums bringt und so die Grundlage ist für jedes christliche Leben und Handeln wurde weggelassen. Durch die Handauflegung des Paulus ist in Timotheus die Gnade Gottes, die Timotheus jetzt, wo Paulus nicht mehr da ist, weiter lebendig halten soll. Die Gnade des Apostelschülers hängt eng zusammen mit dem Apostel, er soll sie weiter verwalten, wie es der Apostel beispielhaft vorgelebt hat, auch bezogen auf sein Leiden. Als Verwalter des ihm von Gott anvertrauten Gutes, das ein zentraler Begriff in der Theologie der Pastoralbriefe ist, ist der Apostel und seine Nachfolger verantwortlich für die gesunde Lehre, die bewahrt werden soll. Diese Fixierung auf Apostel und Lehre geht deutlich über das hinaus, was Paulus in seinen Briefen über sich selbst schreibt. Aber in der Zeit der Identitätsfindung ist es notwendig, abzugrenzen, Orientierungshilfen zu schaffen und Fixpunkte zu markieren. Problematisch wird diese Entwicklung, wenn vor lauter Fixpunkten und Glaubensvorschriften der Inhalt. das Bekenntnis zu Jesus Christus, der uns Heil und Rettung geschenkt hat, fehlt.
In einer Zeit, wo Paulus nicht mehr lebt, auch nicht sehr geschätzt ist, und die Apostel bereits tot sind (2 Tim 3,10; 4,5), besteht angesichts der Verfolgung die Gefahr der Müdigkeit und Verzagtheit. Es gilt, so wie Paulus zu kämpfen und aus der Amtsgnade zu handeln, die Paulus vermittelt hat - alle Amtsgnade geht in der paulinischen Kirche auf diesen Apostel zurück. So beginnt die Lehre von der apostolischen Sukzession. Timotheus ist der legitime Nachfolger des Apostels. Der Brief ist wohl von einem Paulusschüler geschrieben, wie ein persönliches Testament des Apostels. "Mein Sohn! Ich rufe dir ins Gedächtnis: entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist." - Die Weihegnade (das Amtscharisma) muss wie Feuer, das zeitweise von der Asche zugedeckt werden kann, angefacht, neu entfacht werden. Paulus hat durch Handauflegung (Weihe) die Amtsgnade verliehen. "Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." - Haltungen, die im Amts-Charisma wurzeln: Geist der Kraft, der Liebe, der pastoralen Klugheit. "Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft." - Dies ist die Aufforderung zu einem mutigen Zeugnis (martyrion) für Christus und für den Apostel, Aufforderung zur Leidensbereitschaft für das Evangelium, wie auch Paulus gelitten hat. Die letzte Gefangenschaft des Apostels war in Rom. Der leidensbereite Einsatz für das Evangelium gehört nach dem Vorbild des Paulus wesentlich zum amtlichen Dienst. Hauptgefahren hierbei sind aber: Furcht vor der damaligen Gesellschaft, Feigheit, manche schämten sich des Paulus. Auffallend ist, dass das Zeugnis für Christus und für Paulus zusammengehört. Wer sich zu Paulus bekennt, bekennt sich zu Christus - dies ist wohl auch im Hinblick auf manche Irrlehrer gesagt. Paulus hat das Evangelium verkündet und dafür viel gelitten. "Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehört hast; nimm sie dir zum Vorbild und bleibe beim Glauben und bei der Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt ist. Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt." - Ein programmatischer Text über die verbindliche christliche Tradition. "Das anvertraute kostbare Gut" (griechisch "paratheke") ist die Fachbezeichnung für die apostolische Lehre: sie ist das Evangelium, das Wort Gottes, die apostolische Lehre. Der Heilige Geist selbst trägt in den Amtsnachfolgern Sorge für die Bewahrung und Weitergabe des apostolischen Glaubens. Das Erbe der Apostel darf nicht vertan werden. "Gesunde Lehre"": keine Einseitigkeiten, Übertriebenheiten oder sektiererische Tendenzen. Kraft des Heiligen Geistes ist es dem Amtsträger gegeben, das "anvertraute kostbare Gut" unversehrt zu bewahren und weiterzugeben. Der Heilige Geist bewahrt durch die Amtsgnade die Glaubenswahrheit für die Zukunft. Damit ist aber auch der Amtsträger in eine starke Verpflichtung vor dem ewigen Richter genommen, er muss sich im Glauben und in der Liebe bewähren.
(Kommentar in Anlehnung an Johannes Koller, Frohbotschaft Gottes am Sonntag, Wien 1994)
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an Timotheus.
Mein Sohn!
Ich rufe dir ins Gedächtnis:
Entfache die Gnade Gottes wieder,
die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft,
der Liebe und der Besonnenheit.
Schäme dich also nicht
des Zeugnisses für unseren Herrn
und auch nicht meiner,
seines Gefangenen,
sondern leide mit mir für das Evangelium!
Gott gibt dazu die Kraft:
Er hat uns gerettet;
mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen,
nicht aufgrund unserer Taten,
sondern aus eigenem Entschluss '
und aus Gnade,
die uns schon vor ewigen Zeiten
in Christus Jesus geschenkt wurde;
jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen
unseres Retters Christus Jesus offenbart.
Er hat den Tod vernichtet
und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht
durch das Evangelium,
als dessen Verkünder, Apostel und Lehrer
ich eingesetzt bin.
Darum muss ich auch dies alles erdulden;
aber ich schäme mich nicht,
denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe,
und ich bin überzeugt, dass er die Macht hat,
das mir anvertraute Gut
bis zu jenem Tag zu bewahren.
Als Vorbild gesunder Worte
halte fest, was du von mir gehört hast
in Glaube und Liebe in Christus Jesus!
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut
durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt!
Halleluja. Halleluja.
Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit,
die frohe Botschaft, die euch verkündet wird.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
baten die Apostel den Herrn:
Stärke unseren Glauben!
Der Herr erwiderte:
Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn,
würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen:
Entwurzle dich
und verpflanz dich ins Meer!
und er würde euch gehorchen.
Wenn einer von euch einen Knecht hat,
der pflügt oder das Vieh hütet,
wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen:
Komm gleich her und begib dich zu Tisch?
Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen:
Mach mir etwas zu essen,
gürte dich und bediene mich,
bis ich gegessen und getrunken habe;
danach kannst auch du essen und trinken.
Bedankt er sich etwa bei dem Knecht,
weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
So soll es auch bei euch sein:
Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde,
sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte;
wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das heutige Evangelium bewahrt zwei Logien auf: Im ersten Logion bitten die Apostel um den gestärkten Glauben. Jesus aber verweist sie auf den Glauben, der "so groß" ist wie ein Senfkorn. Das Senfkorn, winzig, das kleinste Samenkorn überhaupt, wird zu einem Bild größter, ja menschenunmöglicher Kraft. Hat Jesus die Bitte der Jünger erfüllt und ihren Glauben gestärkt? Musste er ihnen vielleicht nur die Augen für Größenverhältnisse öffnen? Ihnen den "kleinen Glauben" lieb und wert machen? Das Evangelium sagt dazu nichts. Bitte und Antwort stehen scheinbar unverbunden nebeneinander. Aber sie klingen zusammen: Die überaus großen Maulbeerbäume, die tief ins Erdreich ragen, werden entwurzelt und sogar ins Meer versetzt. Das Unmögliche und Gegensätzliche wird hier zum Bild von Veränderungen und Umkehrungen, die sich kein Mensch ausdenken kann. Denn Bäume verkörpern geradezu Standfestigkeit, während das Meer für das Bodenlose steht. Das zweite Logion hilft den Jüngern, alles zu tun, was ihnen aufgetragen ist, ohne Dank oder Anerkennung zu erwarten. Dem kleinen Senfkorn und seiner großen Kraft wird im Evangelium die Sklavenarbeit zur Seite gestellt. Sklaven haben, so die feine Einzeldarstellung - erst Arbeit auf dem Feld, dann in der Küche - eine große Kraft und Beharrlichkeit, eine "Spannkraft" über den ganzen Tag und über ein ganzes Leben. Das Evangelium legt den Jüngern nahe, sich in diesem Bild kleiner Größe wiederzufinden. (Nebenbei bemerkt, demaskiert das Bild die Herren, die nur reden, sich an die gedeckten Tische setzen und sich selbst anerkennen.) Im Kontext des Evangeliums hat auch der Ausschnitt, der gelesen und gehört wird, eine christologische Ausrichtung: Jesus selbst ist der "Sklave" (vgl. Phil 2,5-11), der sogar sein Leben einsetzt. Es ist mehr als eine Paradoxie: Der Kyrios ist der Sklave; der Sklave spricht als Herr zu den Jüngern. Ohne diesen christologischen Horizont könnte das Logion missverstanden werden als - auch falsche, auch instrumentalisierbare, auch vereinnahmende - Demutshaltung. Der Glaube, der Bäume versetzt, ist alles andere als unterwürfig.
Wer noch andere Gedanken kennen lernen möchte, findet Anregungen unter: http://www.perikopen.de/Lesejahr_C/27_iJ_C_Lk17_5-10_Hofmann.pdf
Auch die Auslegung der Kirchenväter verdient, neu gehört zu werden: http://www.catena-aurea.de/ljcpann27.html
Der Spruch von der Macht des Glaubens steht im Lukasevangelium im Kontext von Forderungen nach radikaler Gesetzeserfüllung, Matthäus und Markus bringen ihn in anderen Zusammenhängen. Radikale Glaubensnachfolge ist nicht leistbar, ja hat überhaupt nichts mit Leistung zu tun, wie der darauffolgende Abschnitt über die unnützen Sklaven zeigt. Glaube ist ein Geschenk, um das man nur bitten kann. Glaube als Vertrauen in das liebende Handeln Gottes, das auch dort noch Auswege kennt, wo der menschliche Verstand ansteht, wirkt Wunder im Leben von Menschen. Wo Glaube gelebt wird, sind Dinge möglich, die menschliches Vorstellungsvermögen übersteigen. Oft genug ist auch diese Textstelle mißbraucht worden um Menschen in der Kirche klein zu halten, Aufopferung und "Sklavendienste" zu verlangen, eventuell mit dem Hinweis aus ein besseres Jenseits... Hinter dieser Erzählung steht aber ein ganz anderer Zusammenhang: Die Pharisäer dachten das Verhältnis Gottes zu den Menschen als eine Art Vertrag: Ich gebe dir und du gibst mir. Glaube wird zur Leistung und dafür kann man dann bei Gott etwas einfordern. Dieses Bild bestreitet nicht das Bild des liebevollen Vaters, des guten Hirten, das die ganze Verkündigung Jesu prägt. Lukas richtet sich an die Apostel, auch sie, die alles aufgegeben haben, um Jesus zu folgen, können nicht auf ihr Leistung pochen, um vor Gott Ansprüche zu stellen. Gottes Lohn entspricht nicht der Leistung des Menschen, er beschenkt in viel reicherem Ausmaß, als wir uns das vorstellen können, und denjenigen gegenüber, die weniger "getan haben" als wir uns das auch vorstellen wollen. Wo Menschen aus diesem Leistungdenken in ihrem Glaubensleben nicht herauskommen, ist die Gefahr groß, daß sich die, die meinen, mehr zu leisten, als "Herren" über die anderen fühlen, wirklich ein Sklaven-Herren-Verhältnis schaffen. Eine der ersten Grundaussagen der Bibel, daß alle Menschen vor Gott gleich würdig und wertvoll sind, wird damit mit Füßen getreten. Wenn wir uns oder andere zu Sklaven des Leistungsgedankens machen, nehmen wir dem Menschen diese Würde und versuchen Gottes liebevolles, sich frei verschenkendes Handeln in unsere menschlichen Regeln zu pressen. Das zu tun, was in unserer Möglichkeit steht, ist das Angebot Gottes, mitzuarbeiten an seiner Schöpfung, Verantwortung zu übernehmen, weiterzuschenken, was wir empfangen und dann zurückzutreten im Wissen, daß wir nicht aus eigener Kraft leben und handeln können.
Kann Glaube wachsen und wie kann er wachsen, fragen sich viele angesichts der Tatsache, dass das Interesse am Glauben offensichtlich abnimmt. Leben wir nicht in einer Zeit, in der immer mehr der Glaube durch Wissen ersetzt wird? Man muss unterscheiden, in welchem Verständnis man das Wort Glauben gebraucht. Starker Glaube, wie Jesus ihn versteht, kann Bäume versetzen.
Einer meiner Mitbrüder ist bekannt für endlose Diskussionen über Fragen, die man einfach beantworten könnte, wenn man aufstünde und an geeigneter Stelle nachsähe. Wikipedia sei gedankt, dass man vieles wissen kann und nicht alles nur glauben muss, weil es irgend jemand irgendwo gesagt hat. "Wer etwas nicht weiß, muss es glauben", führen manche als Argument gegen das Glauben an. Aber alles kann man nicht wissen.
Im Wahlkampf (nicht nur bei uns in Österreich) werden und wurden immer wieder Dinge behauptet und glauben gemacht, die schlichtweg nicht stimmen. Fakten wurden falsch oder verzerrt dargestellt, um Meinungen und Stimmungen zu erzeugen. Wer sich die Mühe eines Faktenchecks macht, deckt dann auf das dies oder jenes so nicht stimmt, wie es behauptet wurde.
Es gibt aber auch Dinge, die man gar nicht wissen kann, die man nur glauben kann. Ob jemand mich liebt, kann ich nie wirklich wissen. Ich kann es nur vermuten und glauben. Ob mein Vertrauen in einen Menschen gerechtfertigt ist, werde ich nie mit letzter Sicherheit sagen können. Ich kann gewiss sein, aber es nicht wissen.
Wenn vom Glauben geredet wird, kann das viele Bedeutungen haben. Glauben kann als Gegensatz zum Wissen verstanden werden, aber auch als ein Gedankengebäude im Sinne einer Weltanschauung oder einer Religion oder als Vertrauen in ein Weltbild oder in eine Person, von der ich etwas erwarte.
Im Evangelium bitten die Apostel Jesus: Stärke unseren Glauben. Es wird nicht weiter ausgeführt, in welchem Sinn sie ihre Frage gemeint haben. Die Antwort Jesu geht in zwei Richtungen: Starker Glaube kann Bäume versetzen (oder Berge, wie es im Matthäusevangelium heißt).
Eine österreichische Bank wirbt derzeit mit dem Slogan "glaub an dich!". An sich selbst zu glauben, Selbstvertrauen haben, kann ungeahnte Kräfte freisetzen. Über das Zusammenspiel von Können und Selbstvertrauen, über mentale Stärke, könnten uns Spitzensportler mehr erzählen. Können und Selbstvertrauen sind aber auch für alle anderen großen Leistungen wesentliche Faktoren.
Mediziner kennen das Phänomen des Placebo-Effekts. Ein Medikament wirkt, obwohl kein Stoff enthalten ist, dem man eine besondere Wirkung zuschreiben könnte. Alles nur Einbildung? Warum nicht? Unsere Psyche hat offenbar einen größeren Einfluss auf unsere Gesundheit, als wir ihr zutrauen. Vertrauen kann Wunder wirken…
Über die Wirkungsweise von Psychotherapien gibt es zahlreiche Theorien. Sicher ist, dass das Vertrauen in den Therapeuten oder die Therapeutin dabei eine wesentliche Rolle spielen.
Jesus erzählt dann noch ein Beispiel von einem Knecht, der bedingungslos seinem Herrn dient, und fordert damit uns zu solch bedingungslosem Vertrauen zu Gott auf. An Jesus selbst sehen wir, welche Kräfte ein so inniges Vertrauensverhältnis freisetzt.
Vertrauen in einen Menschen fällt nicht vom Himmel, sondern wächst, wenn man mit ihm einen Weg gemeinsam geht und dabei entdeckt, dass man sich bedingungslos aufeinander verlassen kann. Was unter Menschen gilt, gilt auch Gott gegenüber. Wer seinen Glauben an Gott im Sinne des Vertrauens in Gott stärken will, muss sich auf einen gemeinsamen Weg mit Gott einlassen. Gott ist dazu bereit und bietet sich uns als Wegbegleiter an.
Wenn heute von manchen behauptet wird, dass der Glaube verdunste, und sie damit meinen, dem mit mehr Katechismuswissen oder durch Glaubensseminare entgegenwirken zu können, sind sie meines Erachtens damit auf dem Holzweg. Bücher über den Glauben zu lesen, sich mit dem Glauben intellektuell auseinanderzusetzen oder sich Glaubenswissen anzueignen, sind sicherlich zu empfehlen. Wie weit das die persönliche Beziehung zu Gott stärkt, ist in Frage zu stellen. Wer hingegen Jesus bittet: Herr, stärke meinen Glauben, den wird er einladen, den Lebensweg an seiner Seite zu gehen und sich immer wieder auf persönliche Gespräche mit ihm einzulassen.
2015 wurde wir von einer Herausforderung überrollt, die den Schluss zugelassen hätte: Das schaffen wir unmöglich. Zur Überraschung vieler ist Unmögliches möglich geworden. In der Flüchtlingskrise erlebten wir, was Glaube bewirken kann.
Europaweite Flüchtlingskrise 2015 – eine Herausforderung für die europäischen Staaten:
Deutschland mit mehr als 1,1 Millionen Flüchtlinge im Jahr 2015, Österreich mit 90.000 waren von dieser Krise besonders betroffen.
Diese Migrationsbewegung führt zu einer gesellschaftlichen Debatte über Asylpolitik und Integration, aber auch zum Nachdenken über die Fluchtursachen wie der Bürgerkrieg in Syrien und der humanitären Hilfe vor allem in Syrien und in den Nachbarländern.
Eine Antwort, die aufhorchen lässt: Wir schaffen es! lautete das Motto, der Zuspruch von Frau Angela Merkel vor mehr als einem Jahr! Ihre Worte können auch als passende Antwort auf die Bitte der Jünger im heutigen Evangelium gedeutet werden:
Genau vor einem Jahr sind an der ungarisch-österreichischen Grenze (Nickelsdorf) Tausende Flüchtlinge angekommen - der Beginn eines wochenlangen Flüchtlingszustroms, der Helfer und Einsatzkräfte in Atem hielt. Die erschöpften Menschen erwartete damals eine Welle der Hilfsbereitschaft. Wochenlang auf der Flucht, viele aus den Kriegsgebieten Syrien, Irak und Afghanistan.
„Es gilt nun, den Männern, Frauen und Kindern, die seit Tagen und Wochen auf der Flucht sind und die eine sehr schwere Zeit hinter sich haben, Sicherheit und Menschlichkeit zu vermitteln. Das zu tun gehört zu unserem humanitären Auftrag und ist eine Selbstverständlichkeit“, so ein Verantwortlicher von damals.
So einfach und verständlich sind seine Worte. Es bedarf keines Aufsehens, keiner großangelegten Inszenierung: seine Aussage, sein Verständnis von Humanität wurde einfach von Teilen der Zivilgesellschaft 2015 umgesetzt. Die Flüchtlingskrise wurde als Herausforderung angenommen und bewältigt. Das dürfen wir nach einem Jahr nicht vergessen!!!
Wie kann ich den Flüchtlingen helfen, so lautet damals die Frage von vielen Menschen. Und die sozialen Netzwerke/Communitys halfen per Mail, per Facebook usw.
Dieses Wort, das wir eben im Evangelium hörten, wurde vor einem Jahr wahr. Machen Sie sich die Mühe, im Internet oder in Printmedien nachzulesen, was die Welle der Hilfsbereitschaft, die unter der Zivilgesellschaft „ausgebrochen“ ist, erreichen konnte: Es war mehr, als dass ein Maulbeerbaum sich ins Meer verpflanzt.
Sicherlich ist die Sprache, sind die Bilder und auch die konkreten Anforderungen von heute anders als die Sprache und die Bilder, die hier Lukas vor bald 2000 Jahren verwendet, um aufzuzeigen, was Glaube, auch wenn er nur so groß ist wie ein Senfkorn, bewirken kann. Eine Mitteilung aus einem sozialen Netzwerk von 2015 möchte ich hier als Beispiel bringen:
Ich bekomme täglich viele Anfragen und Mails von Menschen die gerne helfen möchten. Was in unserem Land gerade mit Menschen passiert die das schlimmste hinter sich haben, ist eine humanitäre Katastrophe und umso bemerkenswerter finde ich es, wie viele von euch nicht tatenlos zusehen sondern mithelfen wollen. Helfen klingt oft einfacher als es ist und muss vor allem eines sein: organisiert.
Es war der Glaube, dass jeder/jede aktiv etwas zur Bewältigung dieser Flüchtlingskrise beitragen könne. Dieser Glaube hat vor einem Jahr vor allem viele junge Menschen angetrieben, wie ein „Sklave“ denen zu dienen, die auf der Flucht waren, die ihre Hilfe jetzt benötigten.
Diese Aufforderung aus dem Evangelium wurden in den sozialen Medien vor einem Jahr so „buchstabiert“:
Gebt den Menschen den Respekt den sie verdient haben. Behandelt sie nicht mit Mitleid oder von oben herab sondern mit Respekt auf gleicher Augenhöhe. Lasst diese Menschen ihr Gesicht wahren.
Die vielen HelferInnen sind vor einem Jahr aus eigener Motivation gekommen und nach getaner „Arbeit“ wieder „still und leise“ gegangen.
Geblieben sind Erfahrungen wie: Die Menschlichkeit hat heute Nacht gesiegt! ... das heißt es von vielen Beobachtern, Einsatzkräften und Aktivisten.
Oder auf einer Homepage der Dank an alle, ohne Namen, ohne Verdienstkreuz, ohne Aufzählung der Leistung, die erbracht wurde, einfach nur: DANKE an alle, die so fleißig mithelfen, und DANKE für die Stütze die ihr diesen Menschen seid!
"Wir schaffen es!" – so der Zuspruch von Frau Angela Merkel vor mehr als einem Jahr!
Vielleicht hören wir eines Tages auch noch das Schlusswort des heutigen Evangeliums:
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 147: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist (1. Str.)
GL 358: Ich will dich lieben, meine Stärke
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du (2 . Str.)
GL 418: Befiehl du deine Wege und was dein Herz kränkt
GL 421: Mein Hirt ist Gott, der Herr
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 423: Wer unterm Schutz dess Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden...
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 430: Von guten Mächten wunderbar geborgen (2. Str.)
GL 439: Erhör, o Gott, mein Flehen
GL 446: Lass uns in deinem Namen, Herr (1. und 4. Str.)
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören (2. und 4. Str.)
GL 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...
GL 453: Bewahre uns Gott, behüte uns Gott (Str. 1–4)
GL 457: Suchen und fragen, hoffen und sehn
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Lebven (1. und 5. Str.)
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit (4. und 5. Str.)
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben (2. und 3. Str.)
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GLÖ 903/KG 182: Sei unser Gott, der alle Welt in seiner Liebe leitet
Psalmen und Kehrverse:
GL 53: Hört auf die Stimme des Herrn, verschließt ihm nicht das Herz. - Mit Psalm 95 - VI.
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade. - Mit Psalm 100 - V.
GL 420: Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott - Mit Psalm 19 - II.
GL 584,4: Herr, du hast Worte ewigen Lebens. - Mit Psalm 19 - II.
GL 616: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. - Mit Psalm 63 - IV.
Heute wird alles gemessen und vermessen und in Statistiken verglichen. Kirchenbesuchszahlen und Kirchenaustrittszahlen gelten als Parameter für die Bedeutung des Glaubens.
Kann man Glauben messen? Wann ist ein Glaube stark? Im Evangelium bitten die Apostel Jesus: Stärke unseren Glauben. Was können wir tun, um unseren Glauben zu stärken?
Allein die Tatsache, dass Sie hier sind und Gottesdienst feiern, zeigt, dass Ihr Glaube zumindest so groß ist wie ein Senfkorn. Bitten wir Gott, dass er unseren Glauben wachsen lasse.
Du, Herr, hast verheißen:
Der Gerechte bleibt wegen seiner Treue am Leben.
Wir bitten dich um Vergebung für all unsere Treulosigkeiten.
Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben.
Wir bitten dich um Vergebung für unsere Verzagtheit.
Christus, erbarme dich unser.
Du lässt uns teilhaben, an deiner innigen Beziehung zum Vater.
Wir bitten dich um Vergebung für unseren Kleinglauben.
Herr, erbarme dich unser.
Allmächtiger Gott,
du gibst uns in deiner Güte mehr,
als wir verdienen,
und Größeres, als wir erbitten.
Nimm weg, was unser Gewissen belastet,
und schenke uns jenen Frieden,
den nur deine Barmherzigkeit geben kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Du, Gott, existierst nicht irgendwo in der Ferne,
sondern bist uns nahe und nimmst teil an unseren Sorgen und Nöten.
Wir bitten dich,
für die Politiker.
Lass sie Wege finden, wie sie dem Vertrauen, mit dem sie die Wähler ausgestattet haben, gerecht werden können.
Für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger.
Befähige sie, den ihnen Anvertrauten gute Wegbegleiter zu sein.
Für die Bischöfe und deren Berater, die heute Rom in zur Amazonas-Synode zusammentreten.
Begleite sie in ihren Beratungen und Entscheidungen mit deinem Heiligen Geist.
Für alle Menschen, deren Glaube in Krise geraten ist.
Lass sie erkennen, was für sie wichtig ist,
und stärke ihr Vertrauen in deine Gegenwart.
Für alle Menschen, die Orientierung für ihr Leben suchen.
Schenke ihnen Klarheit und lass sie Vorbildern begegnen,
die ihnen einen Zugang zum Glauben an dich erschließen.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie das Ziel ihres Wegen schauen, den sie im Vertrauen auf dich gegangen sind.
Du, Herr, schenkst Glauben
und stärkst den Glauben aller, die dich suchen.
Stärke auch unseren Glauben. – Amen.
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.
(GL 616,5)
Treuer und barmherzigerGott,
wir treten vor dich, um dir zu danken für alles,
was du Großes an uns getan hast.
Kehrvers
Du hörst auf das Rufen der Menschen,
die Unterdrückung und die Macht des Bösen erleben.
Du lässt nicht im Stich, die dir vertrauen.
Du setzt ein Ende der Macht der Gewalttäter
und ziehst die Unterdrücker zur Rechenschaft.
Kehrvers
Du stärkst jene, die ihre Hoffnung auf dich setzen
und sei ihr Glaube so klein wie ein Senfkorn.
Großes vollbringen, die auf dich vertrauen
und daran festhalten, was vor dir gut und gerecht ist.
Kehrvers
Jesus dein Sohn, hat sich selbst zum Diener aller gemacht.
und uns deine Liebe erfahren zu lassen.
Die Gewissheit deiner väterlichen Liebe
hat unser Leben verändert
und lässt es in neuem Licht erscheinen.
Kehrvers
Du ermutigst uns, an dieser gesunden Lehre fest zu halten
und ihm in der Liebe zu dir und den Menschen nachzufolgen.
Durch die Kraft des Geistes, der ins uns wohnt,
stärkst du uns im Glauben und in der Liebe,
die uns in Christus Jesus geschenkt ist.
Kehrvers
Dafür danken wir dir und preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen.
Wir stimmen ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B: Lasst uns loben, freudig loben (GL 489)
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn durch seine Geburt
hat er den Menschen erneuert,
durch sein Leiden unsere Sünden getilgt,
in seiner Auferstehung den Weg zum Leben
erschlossen und in seiner Auffahrt zu dir
das Tor des Himmels geöffnet.
Durch ihn rühmen dich deine Erlösten und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 4
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Wie ein Senfkorn
ist unser Glaube
und doch kann er Vieles bewirken
wenn wir Gott
dazunehmen
Wie ein Senfkorn ist unsere Hoffnung
und doch kann sie alles verändern
wenn wir Gott
dazunehmen
Wie ein Senfkorn ist unsere Liebe
und doch kann sie durchs Leben tragen
wenn wir Gott
dazunehmen
Wir können viel mehr als wir uns zutrauen
wenn wir Gott dazu nehmen
ihm Spielraum geben
in unserem Leben
Wenn wir Gott dazunehmen
können Wunder geschehen
auch bei uns
bei dir und mir
Gott und Vater,
du reichst uns das Brot des Lebens
und den Kelch der Freude.
Gestalte uns nach dem Bild deines Sohnes,
der im Sakrament unsere Speise geworden ist.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
New York – Sieben von zehn Personen haben Angst, dass Fake-News als "Waffe" benutzt werden könnten. In Mexiko, Argentinien, Spanien und Indonesien schätzen die Menschen die Gefahr hierfür besonders hoch ein, zeigt das kürzlich veröffentlichte "Edelman-Trust-Barometer", für das 33.000 Personen in 28 Ländern nach ihrem Vertrauen in NGOs, Unternehmen, Regierung und Medien befragt wurden.
59 Prozent stimmen demnach zu, dass es zunehmend schwieriger wird herauszufinden, ob eine Nachricht von einem vertrauenswürdigen Medium stammt. 63 Prozent schätzen die meisten ihrer Mitbürger als unfähig ein, guten Journalismus von Falschmeldungen und Gerüchten zu unterscheiden.
Ganzer Beitrag:
https://www.derstandard.at/story/2000072754828/7-von-10-haben-angst-vor-fake-news-als-waffe
www.derstandard.at am 22. Jänner 2018.
Der Reuters Digital News Report zeigt, wie Menschen weltweit Medien nutzen. Die Österreicher vertrauen den Medien weniger, während die Vertrauenswerte international stagnieren. Den größten Vertrauensverlust gab es bei den Linken und Wohlhabenden.
Das Vertrauen in Nachrichten stagniert weltweit, etwa 44 Prozent glauben, dass man den "meisten Medien meistens vertrauen kann". Während das allgemeine Vertrauen in Nachrichten in Österreich sinkt (von 45 Prozent im Jahr 2017 auf 41 Prozent), vertrauen die Österreicher ihrer hauptsächlich genutzten Nachrichtenquelle etwas mehr als im Vorjahr (53 auf 55 Prozent). Am stärksten ist das Vertrauen bei jenen Gruppen zurückgegangen, bei denen es in den letzten Jahren besonders hoch war. Bei politisch links orientierten Personen sank das Vertrauen um 7,1 Prozentpunkte, bei Anhängern der politischen Mitte um 6,8 Prozentpunkte. Die politisch rechts Orientierten verlieren – ausgehend von einem niedrigen Niveau im Vorjahr – kaum Vertrauen in die Medien (minus 0,8 Prozentpunkte). Besonders stark gesunken ist das Vertrauen bei Personen mit einem Haushaltseinkommen mit mehr als 45.000 Euro.
Ganzer Beitrag:
https://www.derstandard.at/story/2000081516077/digital-news-report-linke-vertrauen-nachrichten-immer-weniger
Philip Pramer auf www.derstandard.at am 14. Juni 2018.
Wenn du Vertrauen aufbauen willst, gibt es einiges zu beachten. Viele Faktoren nehmen Einfluss darauf, ob dich jemand für vertrauensvoll hält oder nicht. Oft ist der erste Eindruck entscheidend. Außerdem solltest du bestimmte Verhaltensweisen vermeiden. Wir haben alle wichtigen Punkte in unseren Dos und Don’ts zum Vertrauen aufbauen für dich zusammengestellt.
Ganzer Beitrag:
https://www.lernen.net/artikel/vertrauen-aufbauen-5-vorteile-5-dos-und-5-donts-2403/
www.lernen.net am 30. September 2019
Wir können Gott mit dem Verstande suchen,
aber finden können wir ihn nur mit dem Herzen
Josef von Eötvös
Gefunden auf: https://www.spruch.de/thema/vertrauen/
Man kann meist viel mehr tun, als man sich gemeinhin zutraut.
Aenne Burda
Gefunden auf: https://www.spruch.de/thema/vertrauen/
Wahre Freundschaft ist eine sehr langsam wachsende Pflanze.
George Washington
Gefunden auf: https://www.spruch.de/thema/vertrauen/
Zwei Dinge verleihen der Seele am meisten Kraft: Vertrauen auf die Wahrheit und Vertrauen auf sich selbst.
Lucius Annaeus Seneca
Gefunden auf: https://www.myzitate.de/vertrauen-versprechen/
Nichts kann den Menschen mehr stärken als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
Adolf von Harnack
Gefunden auf: https://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-vertrauen.html
Vertrauen ist für alle Unternehmungen das große Betriebskapital, ohne welches kein nützliches Werk auskommen kann. Es schafft auf allen Gebieten die Bedingungen gedeihlichen Geschehens.
Albert Schweitzer
Gefunden auf: https://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-vertrauen.html
Dienende kann man durch nichts so sehr belohnen, als durch Vertrauen.
Karl Ferdinand Gutzkow
Gefunden auf: https://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-vertrauen.html
Gewiß ist es, daß eine einzige Stunde vertraulicher Mitteilung zwei fast fremde Menschen einander näher bringt als ganze Jahre gewöhnlichen Beisammenlebens.
Friedrich von Bodenstedt
Gefunden auf: https://www.gutzitiert.de/zitate_sprueche-vertrauen.html
Internet
Immerhin: Es gibt einige Zusammenhänge, die selbst die schärfsten Kritiker nicht bestreiten. So stellten mehrere US-Studien fest, dass regelmäßige Kirchgänger statistisch gesehen länger leben - laut einer Veröffentlichung im Schnitt um sieben Jahre.
Aus: Spiegel online Samstag, 08.11.2008.
Seit 1953 werden durch den Staat Israel Menschen als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet, die zwischen 1933 und 1945 große persönliche Risiken in Kauf nahmen und dabei ihr Leben in Gefahr brachten, um von der Deportation in Arbeits- oder Vernichtungslager bedrohte Juden zu schützen. In Yad Vashem wird im Garten der Gerechten unter den Völkern für jede Person eine Plakette angebracht, für die frühen Geehrten wurde zudem in der Allee der Gerechten unter den Völkern jeweils ein Baum gepflanzt, dies ist inzwischen jedoch aufgrund Platzmangels selten geworden. Zum 1. Januar 2012 betrug die Zahl der Gerechten 24.355 aus 47 Ländern.
Die Liste der Gerechten unter den Völkern enthält nach Herkunftsländern geordnet Personen, die für die Rettung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurden.
Liste der Gerechten unter den Völkern
Ich weiß, woran ich glaube,
ich weiß, was fest besteht,
wenn alles hier im Staube
wie Sand und Staub verweht;
ich weiß, was ewig bleibet,
wo alles wankt und fällt,
wo Wahn die Weisen treibet
und Trug die Klugen prellt.
Ich weiß, was ewig dauert,
ich weiß, was nimmer läßt;
mit Diamanten mauert
mir's Gott im Herzen fest.
Die Steine sind die Worte,
die Worte hell und rein,
wodurch die schwächsten Orte
gar feste können sein.
Auch kenn ich wohl den Meister,
der mir die Feste baut,
er heißt der Herr der Geister,
auf den der Himmel schaut,
vor dem die Seraphinen
anbetend niederknien,
um den die Engel dienen:
ich weiß und kenne ihn.
In einem fernen Land lebte eine Frau, deren einziger Sohn starb. In ihrem Kummer ging sie zu einem heiligen Mann und fragte ihn: "Welche Gebete und Beschwörungen kennst du, um meinen Sohn wieder zum Leben zu erwecken?"
Er antwortete ihr: "Bring mir einen Senfsamen aus einem Hause, das niemals Leid kennen gelernt hat. Damit werden wir den Kummer aus deinem Leben vertreiben."
Die Frau begab sich auf die Suche nach dem Zauber-Senfkorn. Auf ihrem Weg kam sie bald an ein prächtiges Haus, klopfte an die Tür und sagte: "Ich suche ein Haus, das niemals Leid erfahren hat. Ist dies der richtige Ort? Es wäre wichtig für mich."
Die Bewohner des Hauses antworteten ihr: "Da bist du an den falschen Ort gekommen", und sie zählten all das Unglück auf, das sich jüngst bei ihnen ereignet hatte.
Die Frau dachte bei sich: "Wer kann diesen armen unglücklichen Menschen wohl besser helfen als ich, die ich selber so tief im Unglück bin?" Sie blieb und tröstete sie.
Später, als sie meinte, genug Trost gespendet zu haben, brach sie wieder auf und suchte aufs Neue ein Haus ohne Leid. Aber wo immer sie sich hinwandte, in Hütten und Palästen, überall begegnete ihr das Leid.
Schließlich beschäftigte sie sich ausschließlich mit dem Leid anderer Leute. Dabei vergaß sie die Suche nach dem Zauber-Senfkorn, ohne dass es ihr bewusst wurde. So verbannte sie mit der Zeit den Schmerz aus ihrem Leben.

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Wie in den Psalmen erscheint der Glaube angefochten und in Zweifel gezogen. Nicht die Existenz Gottes ist ein Problem - sein Schweigen verunsichert, sein Wegsehen bedrückt: "Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit." Was in philosophischer Diktion "Theodizeefrage" heißt, ist bei Habakuk ein Gebet: Wie lange, Herr ... warum lässt du ...
Die Perikope ist so geschnitten (oder auch verschnitten), dass den Fragen die Gottesantwort folgt. Der Prophet soll aufschreiben, was er sieht - deutlich und mühelos zu lesen. Aber mühelos zu hören ist nicht, was er aufschreibt - was ihm nicht anzulasten ist: Denn was sieht Habakuk? Worauf soll er warten? Was drängt zum Ende? Man wird sich die Mühe schon machen müssen, den ganzen Habakuk zu lesen, zumindest das 2. Kapitel. Es rächt sich, wenn ein ("kleiner") Prophet klein gemacht wird.
Die Glaubenden werden zur Geduld ermahnt, auch die Verzögerung des Gerichtes Gottes und seines Heiles anzunehmen. "Es kommt, es kommt und bleibt nicht aus."
Vers 4 - der hebr. Text ist verstümmelt - ist sehr unglücklich übersetzt. Paulus hat in Röm 1,17 den Glauben auf die Gerechtigkeit bezogen, die vor Gott gilt.
Habakuk - ein Zeitgenosse des Jeremia - war tätig zwischen dem Tod des Königs Joschija (gefallen in der Schlacht bei Meggiddo, 609 v. Chr.) und der ersten Belagerung Jerusalems unter Nebukadnezar (598 v. Chr). Joschija hatte eine religiöse Erneuerung eingeleitet, das deuteronomische Gesetz veröffentlicht und den Bund des Volkes mit Jahwe erneuert (2 Kön 23,1-3). Er galt im Volk als zweiter David. Sein Sohn und Nachfolger Jojakim (609 -598 v. Chr.) war "Anführer der Ungerechtigkeit" (Jer 22,13-19) und führte einen religiösen und politischen Niedergang herbei. Rechtlosigkeit, Gewalt, Misshandlung, Streit, Korruption machten sich breit. Habakuk ist betroffen über die Vorgänge im Gottesvolk, sieht aber keinen irdischen Helfer und beginnt ein Klagegeschrei zum Gott des Bundes: Wie lange, Herr, soll ich noch rufen, und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht. Warum lässt du mich die Macht des Bösen erleben und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit (vgl. Ps 13,2ff). Ein Klagelied im Gottesdienst ohne Bitte und ohne "Erhörungsgewissheit". Damals gab es die Institution der Gerichte nicht - schreit der Prophet wie jemand, der Menschen und Richter verzweifelt zusammenruft, zu Gott um sein Recht? Der Herr gab mir zur Antwort und sagte: Schreib nieder, was du siehst, schreib es deutlich auf die Tafeln, damit man es mühelos lesen kann. Die Antwort Jahwes hat eine Verbindlichkeit wie ein Vertrag und muss für immer festgehalten werden. Sie wird sich erst später erfüllen. Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus. Gott kündigt keine Rettungstat an; er wird die Klage nicht erhören, wie es der Beter erwartet. Gott ist der ganz andere, ist wie ein dunkles Geheimnis, hat langen Atem. Konkret: Das lang vergessene Babylon wird zur Großmacht, besiegt das assyrische Reich (612 und 609 v. Chr.), besiegt Ägypten bei Karkemisch (605 v. Chr.) und wird zum Gerichtswerkzeug Jahwes an Jerusalem und Juda. Später wird es dem Gericht verfallen (Jer 27,6f). Aber Gott bleibt trotz allem Gott. Sieh her: wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. Das Böse und der Böse haben keine Zukunft. Wer am Glauben und an der Treue zu Jahwe festhält, wird leben. Babel wird eines Tages fallen - das wird 539 v. Chr. geschehen. Der Glaube ist in der Zukunft Gottes über Generationen weg verankert. Dieser Glaube überwindet die Welt. Eine Botschaft von ungeheurer Wucht. Das Wort hatte in der Reformationszeit große Bedeutung: "Der Gerechte wird aus dem Glauben leben," (Röm 1,17; Gal 3,11; Hebr 10,38). (Kommentare in Anlehnung an Johannes Koller, Frohbotschaft Gottes am Sonntag, Wien 1994.)
Das Buch Habakuk läßt sich in drei Teile gliedern:
Der erste Teil beinhaltet die Klage des Propheten über die Gewalt und den Rechtsbruch im Südreich Juda, aber auch bei den Babyloniern. Habakuk erhält die Zusage Jahwehs, daß die Gerechten am Leben bleiben werden und die, die nicht rechtschaffen sind, dahinschwinden werden. (Hab 1,2 - 2,5). Im zweiten Teil konkretisieren Wehrufe die herrschende Habsucht, Ausbeutung, Gewalt und den Götzendienst. Dem gegenüber steht der Herr, der in seinem heiligen Tempel wohnt. (Hab 2,6-20). Der dritte Teil des Buches erbittet und schaut das Kommen Gottes in der Form eines Psalms. (Hab 3,1-19). Die meisten Exegeten gehen von einer Grundschicht des Buches aus, in der sich die Kritik des historischen Habakuk an der Lebensweise der Verantwortlichen in Juda und Jerusalem und die Androhung der neubabylonischen Invasion findet. Der Prophet wäre damit zeitlich zwischen 630 und 600 vor Christus einzuordnen.
Habakuks Klage - Gottes Antwort
Der Text der heutigen Lesung nimmt nur einige Verse aus dem ersten Teil des Buches heraus. Aus der Klage des Propheten, der um sein Gottesbild ringt, wird durch dieses Vorgehen ein einfaches Patentrezept. (vgl. ungekürzte Fassung) Der Prophet steht vor dem Problem: Wie ist das mit meinem Gottesverständnis zusammenzubringen, daß auch im Volk Gottes Zwietracht, Streit und Gewalt herrschen und anscheinend ein noch gewalttätigeres Volk notwendig ist, um diesen Zustand zu beenden. Aber das Handeln Gottes in der Geschichte bleibt letztlich unbegreiflich. Die Eigendynamik, die im Menschen und damit auch in ganzen Völkern steckt, läßt sich schwer auf das direkte Eingreifen Gottes zurückführen: Dann ziehen sie weiter, wie der Sturmwind sausen sie dahin. Doch sie werden es büßen, denn sie haben ihre Kraft zu ihrem Gott gemacht. (Hab 1,11) Ähnlich wie bei einem Verkehrsunfall durch überhöhte Geschwindigkeit die Ursache nicht zuerst in einer Strafe Gottes, sondern im zu schnellen Fahren zu suchen ist, versucht der Prophet Zusammenhänge zwischen Gewalt und Unheil zu erkennen, weil ein zerstörerischer, grausamer Gott nicht in sein Gottesbild hineinpaßt. Nur aus einem Grundvertrauen heraus, daß Gott sich dem Menschen zuwendet und ihm nichts Böses will, kann der Prophet so mit seiner Klage vor Gott treten und auf Antwort warten. Als Antwort bekommt der Prophet gesagt, daß jeder mit den Konsequenzen seines Handelns rechnen muß, auch wenn der Zeitpunkt nicht vorhersehbar ist: Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben. (Hab 2,4). Trotzdem hat bei aller Verantwortung des Menschen Gott das letzte Wort.
Die Liebe ist größer
Der über die Grenze des Verstehbaren gehenden Gewalt steht die unermeßliche Liebe Gottes gegenüber, die den Menschen retten will (Hab 3,13) und entscheidet wer gerecht ist vor Gott. (Jes 1,18: "Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat, spricht der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle.") Die Frage des Propheten, die die Frage vieler Menschen ist, wird damit nicht beantwortet. Aber aus der Erfahrung, Gesprächspartner Gottes zu sein, findet Habakuk im Gebet (Hab 3) zu einer Haltung, die Gott weit mehr zutraut, als für das materiell Erfahrbare zu sorgen: "Zwar blüht der Feigenbaum nicht, an den Reben ist nichts zu ernten, der Ölbaum bringt keinen Ertrag, die Kornfelder tragen keine Frucht, im Pferch sind keine Schafe, im Stall steht kein Rind mehr. Dennoch will ich jubeln über den Herrn, und mich freuen über Gott meinen Retter. Gott, der Herr, ist meine Kraft. Er macht meine Füße schnell wie die Füße der Hirsche und läßt mich schreiten auf den Höhen. (Hab 3,17-19)