Lesung aus dem Buch Jesus Sirach.
Der Herr ist Richter
und es gibt vor ihm kein Ansehen der Person.
Er bevorzugt niemanden gegenüber einem Armen,
die Bitte eines ungerecht Behandelten wird er erhören.
Er missachtet nicht den Hilferuf der Waise
und die Witwe, wenn sie ihren Jammer ausschüttet.
Wer Gott wohlgefällig dient, wird angenommen
und seine Bitte dringt bis in die Wolken.
Das Gebet eines Demütigen durchdringt die Wolken,
und bevor es nicht angekommen ist, wird er nicht getröstet
und er lässt nicht nach, bis der Höchste daraufschaut.
Und er wird für die Gerechten entscheiden und ein Urteil fällen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesus Sirach.
Der Herr ist Richter
und es gibt vor ihm kein Ansehen der Person.
Er bevorzugt niemanden gegenüber einem Armen,
die Bitte eines ungerecht Behandelten wird er erhören.
Er missachtet nicht den Hilferuf der Waise
und die Witwe, wenn sie ihren Jammer ausschüttet.
Fließen nicht Tränen der Witwe über die Wangen
und richtet sich der Schrei nicht gegen den,
der sie hinabfließen ließ?
Wer Gott wohlgefällig dient, wird angenommen
und seine Bitte dringt bis in die Wolken.
Das Gebet eines Demütigen durchdringt die Wolken,
und bevor es nicht angekommen ist, wird er nicht getröstet
und er lässt nicht nach, bis der Höchste daraufschaut.
Und er wird für die Gerechten entscheiden und ein Urteil fällen.
Kv: Der Herr erhört den Armen
und hilft ihm aus all seiner Not. – Kv
Oder: GL 651,3
Ich will den Herrn allezeit preisen; *
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn; *
die Armen sollen es hören und sich freuen. – (Kv)
Das Angesicht des Herrn richtet sich gegen die Bösen, *
ihr Andenken von der Erde zu tilgen.
Die aufschrien, hat der Herr erhört, *
er hat sie all ihren Nöten entrissen. – (Kv)
Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen *
und dem zerschlagenen Geist bringt er Hilfe.
Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte, *
niemals müssen büßen, die bei ihm sich bergen. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an Timotheus.
Mein Sohn!
Ich werde schon geopfert
und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.
Ich habe den guten Kampf gekämpft,
den Lauf vollendet, die Treue bewahrt.
Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit,
den mir der Herr, der gerechte Richter,
an jenem Tag geben wird,
aber nicht nur mir,
sondern allen, die sein Erscheinen ersehnen.
Bei meiner ersten Verteidigung ist niemand für mich eingetreten;
alle haben mich im Stich gelassen.
Möge es ihnen nicht angerechnet werden.
Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft,
damit durch mich die Verkündigung vollendet wird
und alle Völker sie hören;
und so wurde ich dem Rachen des Löwen entrissen.
Der Herr wird mich allem bösen Treiben entreißen
und retten in sein himmlisches Reich.
Ihm sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Zum vierten und letzten Mal in Folge stammt die neutestamentliche Lesung aus dem Zweiten Brief an Timotheus. Die Verse stehen am Ende des Schreibens, innerhalb eines Zusammenhangs, der sich gewissermaßen als "seelsorgliches Testament" des Paulus darstellt und dies auf dem Hintergrund, dass der Apostel sich aussichtslos in einer Gefangenschaft befindet, ja sogar mit dem Tod rechnen muss. Diese Situation verleiht den Worten besonderes Gewicht.
Paulus steht als eifriger Verkündiger Jesu Christi und als treuer Verwalter der ihm anvertrauten Heilsgüter vor den Augen der Leser und Hörer. Er wird als einer dargestellt, der sich seiner himmlischen Anerkennung gewiss ist. Der unbekannte Verfasser der Pastoralbriefe greift hier bereits nach dem Stilmittel der Hagiographie. Aus den echten Paulusbriefen ist durchaus auch das Bekenntnis über das eigene Ungenügen vor dem Herrn bekannt.
Mit der ersten Verteidigung, von der die Rede ist, ist vermutlich der Prozeß gegen den Apostel gemeint, in dessen Anfangsstadium niemand aus der römischen Christengemeinde zur Unterstützung bereit war. Demgegenüber wird dann eben zum Schluss des Lesungstextes der Beistand des Herrn gerühmt und am Ende sogar mit einer förmlichen Doxologie bedacht.
Die 2. Lesung ist dem 2. Timotheusbrief entnommen. Dieser Brief stammt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht aus der Feder des Apostels Paulus. Er dürfte am Ende des 1. Jahrhunderts, also lange nach Paulus' Tod, von jemand verfaßt worden sein, der die Theologie und die Person des Apostels sehr schätzte. Gerade die ausgewählten Verse lassen vermuten, daß Paulus so nicht von sich redete. Er wird bereits als "Heiliger" betrachtet.
In den Versen 6 bis 8 blickt der Paulus des Verfassers angesichts des bevorstehenden Endes mit feierlichem Pathos auf sein Leben zurück. Er beschreibt es als Kampf und vergleicht es mit einem sportlichen Wettstreit (vgl. Phil 3,14). Er erwartet einen Siegeskranz, der ihm vom gerechten Richter verliehen wird.
Die Verse 9 bis 15 werden in der liturgischen Perikope ausgelassen. Sie enthalten persönliche Mitteilungen und Aufträge.
Der Vers 16 erzählt von einer 1. Verteidigung des Paulus, in der ihn alle im Stich gelassen hätten. Der historische Gehalt dieser Aussagen bleibt unklar, unklar bleibt auch, wen dieser Vorwurf trifft. In Vers 17 tritt der Herr als sein Rechtsbeistand auf, der ihm Kraft gegeben und dem Rachen des Löwen entrissen hat. Er vertraut darauf, daß der Herr ihm bei allem, was ihm noch bevorsteht, beistehen wird.
Dieser Brief des Paulus ist in der Form eines Testamentes an seinen Schüler und Nachfolger Timotheus geschrieben. Aufgrund des Stiles wird dieser Brief jedoch nicht direkt dem Paulus zugeordnet.
In den Versen 6-8 soll das Bild und Vorbild des Paulus die Gemeinde und vor allem die sie führenden Amtsinhaber ermuntern und in ihrer Zuversicht auf Gottes Hilfe stärken. Der bevorstehende Tod gibt dem Paulus die willkommene Gelegenheit, sein Leben und Wirken vor Gott zu verantworten. Diese Verse sind Ausblick in die verheißene Zukunft und gleichzeitig Rückblick auf sein Leben.
Im 2. Teil (Verse 16-18) wird durch den Verweis auf das Versagen aller die Standhaftigkeit des Paulus im Leiden und seine Souveränität unterstrichen. Im Kontrast zum Verhalten der Menschen steht das Handeln Gottes - er hat dem Paulus immer die Treue gehalten. Die Rettung aus dem "Rachen des Löwen" greift ein alttestamentliches Bild auf, welches zusammen mit der Bedrohung des frommen Menschen durch gottfeindliche Mächte die rettende Macht Gottes beschreibt.
Im Vertrauen auf Gott weiß sich Paulus des Geschenkes der Heilsvollendung sicher.
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an Timotheus.
Mein Sohn!
Ich werde schon geopfert
und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.
Ich habe den guten Kampf gekämpft,
den Lauf vollendet, die Treue bewahrt.
Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit,
den mir der Herr, der gerechte Richter,
an jenem Tag geben wird,
aber nicht nur mir,
sondern allen, die sein Erscheinen ersehnen.
Beeil dich, bald zu mir zu kommen!
Denn Demas
hat mich aus Liebe zu dieser Welt verlassen
und ist nach Thessalonich gegangen,
Crescens ging nach Galatien,
Titus nach Dalmatien.
Lukas ist als Einziger bei mir.
Nimm Markus und bring ihn mit;
denn er ist für mich nützlich zum Dienst.
Tychikus habe ich nach Ephesus geschickt.
Wenn du kommst, bring den Mantel mit,
den ich in Troas bei Karpus gelassen habe,
auch die Bücher, vor allem die Pergamente!
Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses getan;
der Herr wird ihm vergelten,
wie es seine Taten verdienen.
Nimm auch du dich vor ihm in Acht,
denn er hat sich unseren Worten heftig widersetzt!
Bei meiner ersten Verteidigung ist niemand für mich eingetreten;
alle haben mich im Stich gelassen.
Möge es ihnen nicht angerechnet werden.
Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft,
damit durch mich die Verkündigung vollendet wird
und alle Völker sie hören;
und so wurde ich dem Rachen des Löwen entrissen.
Der Herr wird mich allem bösen Treiben entreißen
und retten in sein himmlisches Reich.
Ihm sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.
Halleluja. Halleluja.
Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt
und uns das Wort von der Versöhnung anvertraut.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
erzählte Jesus einigen,
die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren
und die anderen verachteten,
dieses Gleichnis:
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten;
der eine war ein Pharisäer,
der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet:
Gott, ich danke dir,
dass ich nicht wie die anderen Menschen bin,
die Räuber, Betrüger, Ehebrecher
oder auch wie dieser Zöllner dort.
Ich faste zweimal in der Woche
und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen
und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben,
sondern schlug sich an die Brust
und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch:
Dieser ging gerechtfertigt nach Hause zurück,
der andere nicht.
Denn wer sich selbst erhöht,
wird erniedrigt,
wer sich aber selbst erniedrigt,
wird erhöht werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Mehr scheinen zu wollen als zu sein ist eher ein psychisches Problem denn ein moralisches. Von Klein an vergleichen wir uns mit den anderen, messen und bewerten wir uns. Der Wettkampf mit anderen ist eine wichtige Triebfeder der Entwicklung und des Fortschritts. Wenn nötig helfen wir dabei etwas nach, um ein gefühltes Defizit auszugleichen. Gott aber können wir nichts vormachen. Das Frohmachende dieser Botschaft: Gott brauchen wir nichts vormachen. Seine Gnade genügt uns.
Streckenweise erlebte ich den zurückliegenden Wahlkampf als Wettbewerb der Scheinheiligkeit. Begonnen hat er mit dem Versuch, die Wahlkampfkosten der jeweils anderen Parteien zu limitieren. Darauf folgte eine heiße Debatte um die Frage der Parteifinanzierung. Dabei zeigte sich, dass jede Partei Hintertürchen kannte, durch das sie dennoch zu nichtdeklarierten Geld- oder Sachleistungen kam. Schließlich wollte man sich mit moralischen Standards wie Anstand, Menschlichkeit, Christlichkeit usw. gegenseitig übertreffen. Spätestens nach der Wahl zeigte sich, dass das Geforderte der Realität nicht standhielt. Schönfärberei allein genügt nicht.
In der Wirtschaft zählen Fakten. Die Besseren setzen sich durch, die Schwächeren bleiben zurück oder verschwinden vom Markt. Manchmal wird dabei fleißig geflunkert, Beispiel Dieselabgase. Im Sport wird die Wettbewerbskultur mit religiösem Ernst zelebriert. Aber auch hier wird von Zeit zu Zeit aufgedeckt, dass einige mit unredlichen Mitteln gekämpft haben. In der Unterhaltungsindustrie dominiert von vornherein der schöne Schein. Religionen sind dank ihrer hohen Ideale für das Phänomen Scheinheiligkeit besonders anfällig. Ein Musterbeispiel wie sehr manche Würdenträger bemüht sind, den schönen Schein zu wahren, lieferte in den letzten Jahren die Katholische Kirche im Umgang mit spirituellen und sexuellen Missbrauch durch Kirchenvertreter. Die Aufrechterhaltung des altehrwürdigen Glanzes der Institution Kirche war manchen Bischöfen wichtiger als die seelische Not traumatisierter Opfer.
Im Evangelium erzählt Jesus von einem Pharisäer und einem Zöllner, die vor Gott hintreten, um zu beten. Gott aber können sie nichts vormachen. Der Zöllner ist sich dessen bewusst, der Pharisäer nicht. Jesus erzählt aber diese Geschichte nicht Pharisäern und Zöllnern, sondern seinem eigenen Fanclub. Ihnen hält er mit diesem Beispiel einen Spiegel vor. Leicht sind wir sogar heute noch versucht, mit dem Finger auf andere zu zeigen und uns selbst zu den Guten zu rechnen, die das alles nicht angeht.
Scheinheiligkeit hat tiefe Wurzeln in der Psyche eines jeden Menschen. Jeder möchte gut sein und zu den Guten gezählt werden. Doch wann kann ein Mensch mit sich wirklich zufrieden sein? Wann fühlt er sich gut genug? Wir vergleichen uns so lange mit anderen, bis wir sagen können: So gut wie der bin ich auf jeden Fall, oder ich bin viel besser. Wir kommen mit dem Vergleichen erst zur Ruhe, wenn wir meinen, auf genügend andere hinabschauen zu können.
Das ständige Vergleichen hat aber auch seine guten Seiten. Es ist eine wichtige Triebfeder des Fortschritts und der persönlichen Entwicklung. Es motiviert uns, uns anzustrengen und besser zu werden. Bedenklich wird es erst, sobald wir mehr scheinen wollen, als wir wirklich sind, und dazu ein wenig durch geschönten Schein nachhelfen. Das geschieht oft unbewusst, indem wir negative Seiten nicht wahrhaben wollen und Schattenseiten verdrängen. "Es kann nicht sein, was nicht sein darf…"
Es braucht Mut zur Wahrheit. Und die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar (Ingeborg Bachmann), auch wenn sie unangenehm ist und am eigenen Image kratzt. Dies gilt für den Einzelnen wie auch für gesellschaftliche Gruppen und Organisationen. Wenn wir uns mit der Wahrheit konfrontieren lassen, wird damit ein Läuterungs- und Erneuerungsprozess angestoßen.
Die Erzählung vom Pharisäer und Zöllner erzählt aber nicht nur, dass wir Gott nichts vormachen können und um die Wahrheit nicht herumkommen. Sie enthält zugleich die Frohe Botschaft, dass wir Gott nichts vormachen brauchen. Seine Gnade genügt uns.
Diese Frohe Botschaft nimmt von uns den Druck, uns ständig mit anderen vergleichen zu müssen und entlastet uns vom Stress, immer gut und womöglich besser als die anderen sein zu müssen. Gott liebt sogar noch die Versager… Das tut wohl, wenn es mich selbst betrifft, ist aber schwer auszuhalten, wenn ich es auch für andere gelten lassen will.
In der Art und Weise des Betens zeigen wir uns selbst, unsere Persönlichkeit, unsere Beziehung zu Gott; sowohl in den Worten wie auch in der Körpersprache.
Was wir da im Evangelium hören, sind Kontrastbeispiele des Betens. Zwei unterschiedliche Menschentypen offenbaren sich in der Art ihres Betens. Der Pharisäer zeigt sich als guter Staatsbürger, ist im Tempel tätig, zahlt seine Steuern.
Dieses „Gebet“, wenn wir es so nennen wollen, war nur nach außen hin Gespräch, in Wirklichkeit war es beinahe blasphemische Selbstdarstellung. Es ist ein Hinzeigen auf den anderen und ein Vergleichen. Manche Exegeten meinen, der Mensch muss erniedrigt werden, damit Gott erhöht wird. Die Pharisäer verstellen den Weg zu Gott durch den Paragraphendschungel, ja sie bekämpfen Jesus. Das Herz spricht zum Herzen, das ist etwas ganz anderes als der Egotrip des Pharisäers.
Der Zöllner, der ja nicht zur High-society der damaligen Gesellschaft zählte und oft auch selber zum Erpresser und Betrüger wurde, um mit seiner Familie zu überleben, drängt sich nicht in den Vordergrund, er steht ganz hinten, wagt „nicht einmal die Augen zum Himmel zu erheben“ (Lk.18,13), weil er sich der Zuwendung Gottes als unwürdig erweist.
Neben einer gewissen Körperhaltung beim Gebet sind Augen und Hände von besonderer Bedeutung. Man erhebt Augen und Hände zum Himmel, denn die Augen des Geistes sollen das „Angesicht suchen“, sie sollen gewissermaßen auf ihn gerichtet sein. Das ist eine Umschreibung für das fortwährende Gebet wie wir es im Psalm 123,2 nachlesen können: „Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin, so sind unsere Augen erhoben zum HERRN, unserem Gott, bis er uns gnädig ist.“ „Gnädig“ ist im Sinn von liebender Zuwendung zu verstehen. Auch Jesus erhebt seine Augen zum Himmel bei der Heilung des Taubstummen: „(Jesus) legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel, danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu ihm: Effata!, das heißt: Öffne dich!“ (Mk.7,33.34 und ähnlich bei Mt.14,19). Ähnlich, als Jesus die fünf Brote und zwei Fische nahm, zum Himmel aufblickte, den Lobpreis sprach, die Brote brach und sie an die Jünger weiterreichte).
Es geht somit um das Innerste, um die Liebe, um den Grundsinn des Evangeliums. Die Herzmitte ist die volle Liebe. Aber: Strahlen wir Christen in der Welt auch Liebe und Barmherzigkeit aus? Unser Beispiel, unser Umgang miteinander ist ausschlaggebend besonders für Fernstehende und Ausgetretene, soll auch Vorbildwirkung für junge Menschen haben.
Wie könnte nach diesem Evangelium ein Gebet lauten, das Sie vor den Herrn bringen?
Gott, ich danke dir für alles Gute, das ich von dir empfangen habe. Ich habe einen Beruf, von dem ich leben kann, eine Wohnung, eine Familie / oder lebe in glücklicher Partnerschaft, gesunde Kinder, über die ich mich manchmal ärgere, weil sie nicht folgen. Aber: Was ist das schon, wenn ich lese, sehe oder höre, wie übel oft das Schicksal anderen mitspielt, wie grausam es in der Welt zugeht, wie schlecht es vielen Menschen geht? Guter Gott, mache mir bewusst, dass ich andere deswegen nicht verurteile und mich mit ihnen vergleiche, welch ein großer Star ich gegen diese Menschen bin. Lass ihnen vielmehr deine liebende Zuwendung zuteil werden, die sie besonders nötig haben. „Um manchen Menschen mache ich mir Sorgen, ich wollt´ ihm helfen, doch ich kann es nicht. Ich wollt, er wär bei dir geborgen und führe ihn aus Finsternis ins Licht.“
(Lothar Zenetti: Behüte Herr, die ich dir anbefehle)
Das Gleichnis vom selbstgerechten Pharisäer und vom gerechtfertigten Zöllner erzählt Jesus Jüngern und Jüngerinnen, die in der Versuchung stehen, sich über andere zu erheben und auf sie herabzuschauen. Allzu schnell sind wir dabei, uns selbst als die Guten zu sehen und auf andere hinabzuschauen.
Wer waren die „Einigen“, selbstgerecht und andere verachtend, denen Jesus dieses Gleichnis zumutete?
Und schon wieder ein Pharisäer könnte man meinen, der hier von Jesus als Negativbeispiel genommen wird. Und ein Zöllner, der im Gleichnis das Erbarmen Gottes erfährt, also vom göttlichen Gericht gerecht, d. h. frei gesprochen wird. Ist er dem Reich Gottes näher als der Toratreue?
Und nun der Reihe nach:
Wer waren die „Einigen“, selbstgerecht und andere verachtend, denen Jesus mit diesem kontrastreichen Gleichnis etwas sagen, die Augen öffnen wollte?
Es lautet „einige“, nicht alle, das ist klar ausgesagt. Mit „einige“ sind die Jünger, Jüngerinnen und somit auch die ersten Christen und Christinnen gemeint. Denen wurde es erzählt, denen sollte ihre Situation, ihr „Herausgerufen-Sein“ vor Augen geführt werden. Somit ist klar, dass es sich nicht um den Pharisäer und bzw. den Zöllner handelt – sie geben nur das Bild von konträren Verhaltensweisen ab, also die Rahmenhandlung und nicht den Inhalt, das Wesentliche der Verkündigung.
Wenn ich „herausgerufen“ werde, um eine Verheißung, um einen Auftrag, eine Botschaft zu empfangen, dann bin ich nicht nur gerührt, sondern vermutlich auch ein wenig stolz, fühle ich mich geehrt.
Da ist einmal der Pharisäer, der sich im Gleichnis selbst vorstellt. Die Pharisäer gehörten einer einflussreichen Laienbewegung an. Durch ihren echten und tiefen Glaubenseifer und ihrer Treue gegenüber der Tora, dem jüdischen Gesetz, standen sie in hohem Ansehen beim jüdischen Volk und waren sehr beliebt. Auch hat man sie, wenn sie Schriftgelehrte waren, gerne zur Rate gezogen, vor allem bei der Auslegung der Tradition. Durch ihre Volksnähe kannten die Pharisäer Sorgen und Nöte der einfachen Leute und nahmen sie auch in Schutz vor den Mächtigen wo sie konnten. Schon allein deshalb stand ein Großteil der einfachen jüdischen Bevölkerung hinter ihnen.
Wieso wird der Zehent vom Pharisäer „ausdrücklich“ genannt?
Jeder fromme Jude war nach der Tora verpflichtet, jährlich seinen Zehent im Tempel zu entrichten. Unter Zehent sind jene 10 Prozent Besteuerung zu verstehen, die von allem, was erwirtschaftet wurde, ob Landwirtschaft oder Handel oder Handwerk, an die Leviten abzugeben waren.
Ein Pharisäer gab etwas mehr ab, weil er in seiner Toratreue sehr rigoros mit sich selbst vorging: alles was er im Jahr durch Kauf erworben hatte, wurde von ihm in einer Art „Selbstbesteuerung“ auch mit dem Zehent belegt. Ihm ging es dabei um die Erfüllung der Tora! Er dachte, es könnte ja sein, dass zum Beispiel eine Ware, die er gekauft hat, vom Vorbesitzer nicht versteuert wurde. Um auch da toragerecht zu handeln, versteuerte er sie selber mit dem zehnten Teil!
Was könnte Jesus gewollt haben, wenn er in diesem Gleichnis einen Pharisäer karikiert? Will er damit ein bestimmtes Verhalten hinterfragen? Jesus stand den Pharisäern als religiöse Bewegung nicht negativ gegenüber. Für ihn waren sie wichtige Diskussionspartner! Was Jesus jedoch sah, dass durch übertriebenen Religionseifer Glaube zur Last wird und so nicht das Reich Gottes verkündet. Und das gilt auch für die Jüngerinnen und Jünger Jesu. Hier setzt Jesu Kritik an. Nicht die Ablehnung und Herabsetzung der Pharisäer ist sein Ziel.
Was ist so bewegend bei dem Zöllner, dass er im Gleichnis eine Rolle bekommt?
Auch er beschreibt sich und seine Situation im Gleichnis selbst. Auch er wird in diesem Beispiel karikiert. Das Bild von einem Zöllner, welches die damalige jüdische Bevölkerung hatte, war nicht so. Zöllner zu sein war ein von den jüdischen Landsleuten besonders verachteter Beruf. Ein Zöllner stand im Dienst der römischen Besatzungsmacht. Steuer müssen wir alle zahlen, ob wir wollen oder nicht. Dies ist bis heute so geblieben.
Die Steuer, die das römische Reich in den eroberten Gebieten den Leuten aufgebürdet hatte, war nicht nur hoch, sondern auch demütigend; vor allem die Kopfsteuer. Das jüdischen Volk hat darauf Mit Wut und Empörung reagiert. Ein Zöllner trieb aber nicht nur die Steuern ein, sondern musste selbst für das Ausüben seines Berufes - er war Steuerpächter - eine hohe Pacht der römischen Besatzungsmacht zahlen. Dabei kam es zu Ungereimtheiten und zu eigenmächtigen Zollerhöhungen… Es ist verständlich, dass dies für die verarmte jüdische Bevölkerung unerträglich wurde.
Darüber hinaus dürfen wir nicht übersehen, dass das gläubige jüdische Volk mit dem Zehent auch noch dem Tempel Steuern abzugeben hatte, also doppelt steuerpflichtig war. Die Bevölkerung in Palästina konnte sich nicht der Steuerpflicht entziehen. Schon gar nicht gegenüber dem Kaiser! Auflehnung war verbunden mit Versklavung oder sogar mit der Todesstrafe.
Und dieser Zöllner, der mit den verhassten Römern zusammenarbeitete, wird von Jesus als gerecht hingestellt. Der soll von seiner Schuld befreit sein!?
Ob den „Einigen“, denen Jesus mit diesem Gleichnis den Spiegel vorhält, ihr eigenes Verhalten anderen gegenüber bewusst geworden ist, bleibt offen. Das eigene Verhalten in der Nachfolge Jesu zu hinterfragen, ist das eigentliche Thema dieser beispielhaften Erzählung.
In der Nachfolge Jesu täte es gut Gott zu bitten, dass er uns „Sündern gnädig sei“. So kann auch eine abgehobene Verhaltensweise erkannt werden, zu der man immer wieder verleitet wird. So ist die Bitte berechtigt: „Und führe uns nicht in Versuchung…“
Als mit Jesus das Reich Gottes begonnen hat, Wirklichkeit zu werden, konnte durch das „Berührt-Sein“ von der Frohbotschaft auch das Gefühl der Überlegenheit bei den „Herausgerufenen“ aufkommen. Die Gefahr, sich zu erhöhen, überlegen zu fühlen gegenüber anderen in der Gemeinde, war groß und ist es heute noch.
Das Urteil Gottes, was als „gerechtfertigt“ bzw „nicht gerechtfertigt“ zu bezeichnen ist – ist für Jesus ganz klar. So klar, dass er selbst das göttliche Urteil im Schlussvers ausspricht und den „Einigen“ mit auf ihren Glaubensweg gibt: "Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden."
Jesus erzählt eine exemplarische Geschichte von einem Pharisäer und einem Zöllner. Im Zuhören identifizieren wir uns mit einer dieser Rollen oder wir distanzieren uns. Damit entpuppen wir uns als Menschen, die von ihrer Gerechtigkeit überzeugt sind und andere verachten...
Auf den ersten Satz kommt es immer an. Heute: Jesus erzählt einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, ein Gleichnis. Haben Sie etwas anderes erwartet? Doch unbemerkt tappen wir gleich in die Falle: wir sind von unserer Gerechtigkeit nicht überzeugt und verachten die anderen nicht. Natürlich nicht! Sind wir also draußen? Hier ganz falsch? Oder gerade tief getroffen? Kalt erwischt?
Eigentlich reicht der erste Satz! An ihm scheiden sich die Geister, ohne dass wir es merken. Es werden Spuren gelegt und gleichzeitig verwischt. Ein geniales Verwirrspiel. Lukas erzählt die Geschichten, die er von Jesus hat, immer so. Einerseits ist alles ganz klar, andererseits wird alles fein versteckt. Die Falle ist mit Blumen zugedeckt.
Aber vielleicht nähern wir uns den beiden Figuren, um die es hier geht, mit leichten Füßen. Wir schleichen uns an. Jesus macht uns tatsächlich zu – Voyeuren. Der eine ist fromm, sehr fromm. Und das ganz ehrlich! Pharisäer haben zwar bei uns einen denkbar schlechten Ruf – als Heuchler -, aber das ganz und gar unberechtigt. Was der Pharisäer betet – ausnahmsweise laut genug und vernehmlich – stimmt von A bis Z. Und ist für unsere Ohren bestimmt! Er möchte seinen Mitmenschen so begegnen, wie er es von Gott verstanden hat. Jeden Tag prüft er sich auch. Er legt seine Worte auf die Goldwaage. Er ist ständig auf dem Vollkommenheits-Trip. Und das wird ihm – wie allen Super-Frommen – zum Verhängnis. Er ist unbarmherzig mit sich, ständig angestrengt und angespannt – und er ist unbarmherzig und im Unfrieden mit anderen. Gott zieht er sozusagen mit in den Schlamassel. Gott wird streng und unnahbar, streng und unnahbar gemacht. Ein Richter, dem zu entkommen ist. Je schneller desto besser.
Wir schauen hier auf die ganze Enge und Hilflosigkeit einer Frömmigkeit, die vor lauter Regeln und Schutzvorschriften am Ende Gott sogar verliert. Die große Sehnsucht, von ihm geliebt zu werden, schlägt in einen Albtraum um. Auch für andere Menschen. Einsam kreist ein Mensch dann um sich. Und verliert sich. Je höher er kommt, wird alles kälter – je weiter er läuft, wird alles unwegsamer. Das ist die Gefahr jeder Frömmigkeit. Wie gut, heute im Tempel zu sein. Gewollt vielleicht nicht, aber gut geführt. Wir sehen den Pharisäer, blicken aber in einen Spiegel. Selbstgefälligkeit, Selbstgerechtigkeit lächeln uns an – und wir hören, was wir im Herzen denken: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie… doppelt unterstrichen, in großen Druck- Typen gesetzt, gleich auch noch in rot: Der Pharisäer ist längst weg!
Der Zöllner ist auch im Tempel. Eigentlich gehört er hier überhaupt nicht hin. Als verlängerter Arm der Römer ist er genau die richtige Folie für Hass und Abneigung. Dass er dann auch noch seinen eigenen Tarif hat (und durchsetzt), sich bereichert – entsetzlich. Als ob andere keine Geschäfte machen, ihren Vorteil zu nutzen wissen, Spielräume ausloten und das Finanzamt be… aussprechen möchte ich es nicht – ihr wisst, wie der Hase läuft.
Ich merke, wieviel Freude Lukas hat, von dem Zöllner zu erzählen. Aber ganz kurz. Kein Wort zu viel. Wenn von ihm erzählt wird – es gibt da viele Geschichten, die an Straßenkreuzungen spielen oder vor Ortseingängen – wird nie etwas Gutes erzählt. Vielleicht musste er heute in den Tempel kommen! Dass ein Jude sich für so etwas hergibt! Für Geld seine Seele verkauft! Sein eigenes Volk verrät! Furchtbar, nur furchtbar. Und so einer ist jetzt auch noch im Tempel. Das hat uns gerade noch gefehlt!
Aber was sagt, was betet, was verrät er von sich? Gott, sei mir Sünder gnädig! Ein Satz, eine Bitte! Mehr nicht! Keine Lebensbeichte. Nur ein niedergeschlagener Blick. Hier steht ein Mensch, der Erbarmen erbittet. Oder mit dem ganz alten Wort: Gnade. Und jetzt müssen wir aufpassen. Jesus führt den Zöllner als Sympathieträger ein – und wir werden, auch wieder unbemerkt – auf seine Seite gezogen. Jetzt bloß nicht Pharisäer! Lass uns Zöllner sein! Nur: können wir uns so einfach auf die Seite des Zöllners stellen? Ihn für uns vereinnahmen? Uns mit ihm sonnen?
Namenlos sind sie beide. Der Pharisäer und der Zöllner. Ihre Geschichten, ihre Biographien tauchen im Hintergrund wohl auf. Aber Lukas erzählt die Geschichte in schwarz-weiß. So sieht dann auch das Bühnenbild, das Arrangement aus. Ich sehe die beiden. Mehr noch: Ich höre ihnen zu. Noch mehr: Ich muss ihnen zuhören. Muss! Die Hand, die hier Regie führt, räumt mir nicht einmal ein, weggucken, weghören zu können. Wenn schon Voyeur – dann richtig! Wie sich jetzt alles dreht! Verkehrt! Wer bin ich denn in dieser Geschichte? Wer möchte ich sein? Wer kann ich sein?
Und tatsächlich: wir sind Menschen, die - wie der Zöllner - Gott um Erbarmen bitten. Um Gnade, um Liebe. Wir kennen unsere Fehler und Schwächen. Wir wissen auch, dass wir sündige Menschen sind. Aber es gefällt uns nicht ganz. Richtig ungemütlich ist das. Nur Gnade? Erbarmen? Wir möchten auch aus unserem Glauben Kapital schlagen (oder wenigstens Zinsen bekommen). Wir möchten auf ein erfolgreiches Leben verweisen können – auch moralisch. Wir möchten von uns reden können, ohne Flecken zu fürchten. So schwarz-weiß gefällt uns das Bild am Ende nicht. Zumindest nicht das eigene Bild. Jeder von uns möchte sein Bild etwas farbiger haben. Oder einfach: schöner. In Wirklichkeit sind wir doch besser als der Zöllner! Mal ehrlich! Auch wenn wir uns nicht so outen müssen wie der Pharisäer. Der ist doch richtig geschmacklos, oder? Kann man das nicht feiner, eleganter, gekonnter? Es könnte uns wie Schuppen von den Augen fallen: Wir kriegen es spielend hin, wie der Pharisäer zu denken – und wie der Zöllner zu beten. Versteht sich: gleichzeitig. Wir wissen auch, was wir verschweigen und was wir laut sagen. Oder ein wenig leiser...
Jesus erzählt eine Geschichte. Die Geschichte von zwei Menschen, die im Tempel beten. Jeder für sich. Jeder auf seine Weise. Bemerkenswert ist, dass diese Geschichte tatsächlich im Hause Gottes spielt! Der Ort des Lebens ist das Haus Gottes. Hier wird uns – exemplarisch, aber auch liebevoll – ein Blick auf unser Leben geschenkt. Wie gut, dass uns dieses Geschenk auch heute zuteil wird!
Über die verhängnisvolle Rolle, die unser Evangelium dem Pharisäer zugedacht hat, wollen wir heute nicht reden. Es ist eine bittere Geschichte, um die wir wissen müssen. Sie hat Leid und Tod gebracht. Aber der Pharisäer, der uns unsere Selbstsicherheit, Selbstzufriedenheit, Selbstgerechtigkeit vor Augen führt, schlüpft aus seiner Rolle des Bösewichtes heraus – und wird zu einem Boten der Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Tatsächlich gibt es viele Gebete, die von Pharisäern überliefert sind, die nicht anders sind als die des Zöllners: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Von Gottes Gnade leben wir alle. Das haben die Pharisäer immer gewusst. Die Zöllner nicht immer. So einfach, wie sie sich anhört, soll diese Geschichte nicht enden. Am Ende tauschen die Figuren ihre Worte und ihre Klamotten.
Auf den ersten Satz kommt es immer an. Jesus erzählt uns, die wir von unserer eigenen Gerechtigkeit überzeugt sind und es andere oft genug auch spüren lassen, ein Gleichnis. Zwei Menschen gingen zum Tempel hinauf um zu beten... Einer von ihnen bin ich.
Im Psalm 34, dem Psalm von heute, heißt es:
Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meine Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.
Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen,
er hilft denen auf, die zerknirscht sind.
Der Herr erlöst seine Knechte;
straflos bleibt, wer zu ihm sich flüchtet.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Der Weltmissionssonntag bringt das Thema Barmherzigkeit wieder ins Bewusstsein. Wir sind aufgefordert, barmherzig gegenüber Menschen zu sein, die unsere Hilfe nötig haben.
Um Geld aus dem Bankomat abheben zu können, benötigt man unter amderem den richtigen PIN-Code. Die vier Ziffern können zum Symbol werden für das, was mach braucht, um Leben in Fülle zu erlangen.
Der Eröffnungssatz der Lesung „Der Herr ist der Gott des Rechts, bei ihm gibt es keine Begünstigung“ lässt uns erkennen, gegen welches Denken Jesus Sirach seine Stimme erhebt. Er wird all jene im Auge haben, die menschliches Verhalten auf Gott projizieren und sich damit ein falsches Bild von Gott entwerfen.
Unter uns Menschen ist Begünstigung Alltagsgeschehen. Wir praktizieren sie, ohne lange darüber nachzudenken.
- Menschen, die ich gut leiden kann, stehen in meiner Gunst höher, als jene, die ich nicht so richtig leiden mag.
- Bei Menschen, die mir zum Vorteil werden könnten, achte ich viel deutlicher als bei anderen darauf, sie nicht zu verärgern, damit ich mir ihre Gunst nicht verscherze.
- Wenn ich aus verschiedenen Richtungen angefragt werde zu helfen, entscheide ich mich im Normalfall ohne langes Überlegen für die, die mir gut sind oder waren. Ich frage mich in der Regel nicht erst noch, ob der andere, der mir ferner steht, meine Hilfe viel dringlicher bräuchte oder sogar notwendig auf meine Hilfe angewiesen ist.
Dieses menschlich praktizierte und auch verständliche Verhalten, es steckt ja nichts Boshaftes dahinter, auf Gott zu übertragen, ist falsch, will uns Jesus Sirach sagen. Gott kennt keine Begünstigung und Bevorzugung. Er hat mich nicht lieber als den Schlosser oder Schreiner, nur weil ich Priester bin und für ihn arbeite. Er hat den Frommen nicht lieber als den Aufsässigen mit seiner Kritik. Gott liebt den Sünder nicht weniger als den Guten mit seiner Mühe. Gottes Liebe ist anders als die der Menschen. Er schenkt seine Liebe uneingeschränkt jedem.
Manche leiten für sich daraus ab: Warum soll ich mich dann noch mühen? An dieser Frage entscheidet sich, welcher Art Mensch ich bin und sein will. Gute Werke tun, nur damit ich in die Gunst Gottes komme, ist menschliches, geschäftliches Denken. Niemand hat es nötig, sich durch die Vorleistung guter Werke die Gunst Gottes zu erwerben; er hat sie und die Liebe Gottes längst in Fülle auf seiner Seite, noch bevor er für das Gute einen Finger krümmt.
Die Liebe zu leben, hat etwas zu tun mit dem Mensch-Sein. Echtes, mündiges Mensch-Sein – so müssen wir uns immer wieder bewusstmachen – zeichnet sich darin aus, dass wir in der Freude über Gott und unsere Ebenbildlichkeit mit ihm das Gute und die Liebe in dem Maß anstreben, wie es uns möglich ist. Ob wir uns mit Gottes Hilfe und einer intensiven Mühe um die Liebe formen und entwickeln wollen, indem wir die uns geschenkten Veranlagungen zum Guten ausbauen, oder ob wir mehr dabei bleiben möchten, Liebe nur dann zu leben, wo es gilt, um Gunst und Vorteil zu buhlen, das müssen wir, jeder für sich, entscheiden. Dies ist in unsere persönliche Verantwortung für uns gegeben.
Kehren wir zum Text der Lesung zurück. Noch in einem zweiten Punkt gilt es, menschliches Denken nicht auf Gott zu projizieren. Jesus Sirach sagt: „Der Herr ist ein Gott des Rechts“. „Er ist nicht parteiisch...“. Damit soll uns gesagt werden: Gott lässt sich durch nichts dazu verleiten, von seiner von Anfang an gewährten Liebe zu einem Menschen im Nachhinein Abstriche zu machen. Er beginnt nicht irgendwann, seine Liebe dosiert zu gewähren – dem einen mehr, dem anderen weniger. Mit dieser Botschaft hat Jesus Sirach vor allem jene im Auge, die ins Leid gekommen sind: in Armut, Krankheit, Unglück, Not. Besonders jene, die sich in ihrer leidvollen Situation fragen „Wo bleibt Gott mit seiner Liebe?“, sollen wissen und daran festhalten: Unser Leid, unsere Not sind nicht Zeichen dafür oder gar ein Beweis, dass sich Gott von uns abgewandt hat. Der Gedanke „Gott hat sich von mir abgewandt“ ist eine total falsche Einschätzung gegenüber Gott, eine menschliche Projektion auf ihn.
Was uns in den Situationen der Not immer wieder zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass wir im Leid oft Gottes weiterhin geschenkte Liebe nicht erkennen können. Das Gefühl macht sich breit: Mein Rufen, mein Flehen hört Gott nicht; er wendet sich mir nicht zu.
Not und Leid können uns kurzsichtig machen. Denn trotz allem Schweren lässt sich aus Leid auch Gewinn ziehen.
Durchlittenes Leid kann uns stärker machen, gütiger, aufmerksamer für andere. Nicht nur Freude, auch Leid vermag uns positiv zu prägen und zu formen.
Leid kann sodann zur Besinnung führen – vor allem wenn wir es selbst mitausgelöst und mitverursacht haben. In diesen Situationen fordert es uns auf, uns zu fragen: Wie kann ich törichtes, Schmerz bringendes Verhalten zukünftig meiden?
Oder erfahrenes Leid durch andere, kann uns warnen und abschrecken, Gleiches zu tun, und uns bewegen, grundsätzlich zu überprüfen: Wie verhalte ich mich anderen gegenüber?
Es wäre sicher falsch, Leid stets und ständig total negativ zu bewerten. Das ist die eine Seite. Andererseits gibt es auch Formen und Ausmaße des Leids, die wir aus menschlicher Sicht nur ablehnen können, da wir auf das „Warum“ keine Antwort finden. Und hier genau besteht die Gefahr, Gott gegenüber vom Bitten ins Fordern überzuwechseln. Gott soll es richten. Nur der uns liebende Gott ist keine automatische, himmlische Wunderwaffe, die wir nach Bedarf durch Bitten erfolgreich einsetzen können. Erneut sind wir zu einer Entscheidung herausgefordert: Will ich darauf vertrauen, dass ich auch in meinem nicht verstehbaren Leid in der Liebe Gottes aufgehoben bin?
Schließlich möchte uns Jesus Sirach zu einem dritten Schritt bewegen. Wenn wir zu denen gehören, die sich Gott verbunden wissen, werden wir uns von ihm in Dienst nehmen lassen. Die konkrete Verwirklichung des Rechts will Gott als der „Herr des Rechts“ ja vor allem auch mit in unsere Hände legen. Gott, so möchte ich es ausdrücken, ist nicht in erster Linie ein „Macher“ und alleiniger „Vollstrecker“. Er zeigt uns vielmehr oft, wie rechtes Verhalten und Handeln aussieht, damit wir in seinem Namen dem Rechten zum Sieg verhelfen. Nach seinem Hinweis an uns zieht sich Gott nicht völlig zurück, sondern gibt uns Kraft für unser Tun. Dies können wir spüren. Wir werden unruhig. Wenn wir auf der Seite Gottes stehen, bewegt uns nämlich, was ihn bewegt. Wir können dann nicht gelassen tatenlos dem Unrecht zusehen und uns in Schweigen hüllen. Wenigstens die Stimme werden wir erheben, um das Unrecht beim Namen zu nennen.
Oder wenn wir das Schicksal anderer erleben - selbst wenn sie nicht zu unseren Freunden zählen, wird uns ihre Not, ihr Leid nicht kalt lassen. Wir werden auf Menschen zugehen, wie Jesus es tat. Im Blick auf Gottes große Liebe zu uns werden wir unsere Herzen gegenüber denen, die uns Unrecht taten, nicht so verhärten, dass jeder Anlauf einer Versöhnung scheitert. Schließlich werden wir Parteilichkeit, die Unrecht fördert, bewusst meiden. Ja wenn wir auf der Seite Gottes stehen, werden wir alle Kraft daran setzen, rechtes Handeln anzustreben.
Als erstes Anliegen möchte Jesus Sirach sicher allen, die in Not sind, Mut machen, ihr Leid mit Vertrauen und Zuversicht Gott vorzutragen und daran festzuhalten, dass Gott sich von ihnen nicht abgewandt hat. Ohne es direkt zu benennen, verfolgt er aber sicher ebenso: Alles Flehen und Bitten der Menschen möge auch unser Ohr und unser Herz erreichen und zur Tat bewegen. Denn nichts ist schöner, richtiger und mehr ein Zeichen echten Mensch-Seins, als durch unser Mitwirken mit dazu beizutragen, Menschen zu ihrem Recht und Wohlergehen zu verhelfen.
In jeder Messfeier treten wir vor Gott hin. Es ist menschlich und verständlich, dass wir vor einander und vor Gott gut dastehen möchten. Gott können und brauchen wir nichts vormachen. Er kennt uns besser, als wir uns selbst kennen. Er sagt uns zu, dass er uns liebt und annimmt, wie wir sind; trotz unserer Schwächen und Fehler.
Weil er uns vorbehaltlos annimmt, können auch wir einander mit unseren Schwächen und Fehlern annehmen und sogar verzeihen.
Gott und Herr,
du allein bist gerecht und machst gerecht.
Herr, erbarme dich.
Du kennst unser Herz und prüfst es.
Christus, erbarme dich.
Du erhöhst, die sich selbst erniedrigen.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
mehre in uns den Glauben,
die Hoffnung und die Liebe.
Gib uns die Gnade,
zu lieben, was du gebietest,
damit wir erlangen, was du verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 30. Sonntag im Jahreskreis
Unser Herr Jesus Christus hat gesagt:
"Nicht Gesunde brauchen den Arzt, sondern Kranke.
Nicht Gerechte zu rufen bin ich gekommen,
sondern die Sünder."
Darum beten wir:
Barmherziger Gott.
Zu Unrecht halten wir uns oft für gut
und glauben, gerecht vor dir zu sein.
Wecke uns aus unserer falschen Sicherheit,
befreie uns von unserer Selbstgerechtigkeit
und heile uns durch Jesus Christus,
den Arzt der Kranken, den Heiland der Sünder,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
MB Auswahl 39
Gott und Vater,
wir stehen vor dir in all unserer Bedürftigkeit.
Wir bitten dich:
Schau auf alle Menschen, die dich aufrichtig und mit ganzem Herzen suchen.
Zeige ihnen deine Liebe und Menschenfreundlichkeit.
Schau auf alle Menschen, die von anderen klein gemacht und zurückgesetzt werden.
Lass sie erfahren, dass du die Niedrigen erhöhst.
Schau auf alle Menschen, die sich selbst erhöhen und auf andere herabschauen.
Lass sie ihre Grenzen erkennen und lehre sie Barmherzigkeit.
Schau auf alle Menschen, die von Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühlen niedergedrückt werden.
Richte sie auf und schenke ihnen ein gesundes Selbstvertrauen.
Du, Gott, bist gerecht und zugleich barmherzig:
Dir vertrauen wir uns an. - Amen.
Was kann Gott einem Menschen noch schenken, der meint, alles aus eigener Kraft zu schaffen? Nur in der Haltung der Armut und der Bedürftigkeit können wir vor Gott treten und seine Gaben erbitten:
Schenke allen Gliedern deiner Kirche Sensibilität und Achtsamkeit für die wahren Fragen und Nöte der Menschen unserer Zeit.
Schenke den Menschen in den aktuellen Krisenregionen unserer Welt Frieden und erfülle ihre Hoffnungen auf sichere und gerechte Lebensbedingungen.
Schenke uns Politiker, die in ihrer Funktion den ihnen anvertrauten Menschen dienen wollen.
Schenke uns einen klaren Blick auf die wirklich wesentlichen Dinge unseres Lebens und bewahre uns vor Geltungssucht und Überheblichkeit.
Schenke den Sterbenden Begleiter, die sie in ihrem Glauben an deine Liebe und Barmherzigkeit bestärken.
Deine Größe und Güte wollen wir allzeit anerkennen und preisen jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Allmächtiger Gott,
sieh gnädig auf die Gaben, die wir darbringen,
und laß uns dieses Opfer so feiern,
dass es dir zur Ehre gereicht.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 30. Sonntag im Jahreskreis
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Wir danken dir, Herr, denn du bist gerecht und barmherzig.
Du siehst nicht auf das Äußere
und beurteilst die Menschen nicht nach deren Ansehen.
Du erbarmst dich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die dich fürchten.
Kehrvers
Du zerstreust, die im Herzen voll Hochmut sind,
du stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöhst die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkst du mit deinen Gaben,
die Reichen lässt du leer ausgehen.
Kehrvers
Dafür danken wir dir und preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen.
Mit der ganzen Schöpfung stimmen wir ein in dein Lob:
Danklied, z. B.: Nun danket alle Gott (GL 405)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Du bedarfst nicht unseres Lobes,
es ist ein Geschenk deiner Gnade,
daß wir dir danken.
Unser Lobpreis kann
deine Größe nicht mehren,
doch uns bringt er Segen und Heil
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 4
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken für deine Liebe,
die du uns niemals entzogen hast.
Du hast den Menschen in deiner Güte erschaffen
und ihn, als er der gerechten Strafe verfallen war,
in deiner großen Barmherzigkeit erlöst
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir
das Werk deiner Gnade und singen
mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 2
Christus spricht:
Selig die Barmherzigen,
denn sie werden Erbarmen finden.
(Mt 5,7)
Oder:
Christus spricht:
Selig, die ein reines Herz haben,
denn sie werden Gott schauen.
(Mt 5,8)
Oder:
Empfangt, was ihr seid: Leib Christi.
Und werdet, was ihr empfangt: Leib Christi.
Wir haben Ziele, Ideale
nach denen wir streben
wir möchten etwas erreichen im Leben
unsere Talente und Fähigkeiten entfalten
und das sollen wir auch
dafür haben wir sie bekommen
Nie sollen wir uns aber verleiten lassen
uns zu erheben über andere
herabzuschauen
auf solche, die in unseren Augen versagt haben
Wir vergessen dabei leicht
unsere Schwächen und unser Versagen
wir vergessen, dass alles
was wir sind und haben
von Gott kommt
Gott, schau auf uns Menschen
und sei uns gnädig
gib uns Demut und die Bereitschaft
uns immer wieder neu
nach dir auszurichten.
Wir haben Ziele, Ideale
nach denen wir streben
wir möchten etwas erreichen im Leben
unsere Talente und Fähigkeiten entfalten
und das sollen wir auch
dafür haben wir sie bekommen
Nie sollen wir uns aber verleiten lassen
uns zu erheben über andere
herabzuschauen
auf solche, die in unseren Augen versagt haben
Wir vergessen dabei leicht
unsere Schwächen und unser Versagen
wir vergessen, dass alles
was wir sind und haben
von Gott kommt
Gott, schau auf uns Menschen
und sei uns gnädig
gib uns Demut und die Bereitschaft
uns immer wieder neu
nach dir auszurichten.
Herrn, unser Gott,
gib, daß deine Sakramente
in uns das Heil wirken, das sie enthalten,
damit wir einst
als unverhüllte Wirklichkeit empfangen,
was wir jetzt in heiligen Zeichen begehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 30. Sonntag im Jahreskreis
Schon im Kindergarten läuft jemand am schnellsten, mit den ersten Noten gibt es auch den Jahrgangsbesten und irgendein Tweet ist immer der beliebteste. Messen wir etwas, führt das Ergebnis fast zwangsläufig zu einem „Ranking“ der Vermessenen – und sehr oft auch zu dem Wunsch, nicht zu weit hinten zu landen. ForscherInnen der Universität Innsbruck beschäftigen sich mit der Frage des Einflusses sozialer Vergleiche auf ökonomische Entscheidungen. In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass die Einführung von Rankings motivierend und demotivierend wirken kann – aber vor allem auch die Einstellungen zu Risiken und moralischen Verpflichtungen verändert.
Ganzer Beitrag:
https://www.diepresse.com/5703508
Michael Kirchler und Markus Walzl auf diepresse.com am 14. 10. 2019
"Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." - Dankrede bei der Entgegennahme des "Hörspielpreises der Kriegsblinden" am 17. März 1959 im Bundeshaus in Bonn, heute ihre Grabinschrift auf dem Friedhof Klagenfurt-Annabichl. In der Rede sagte Bachmann: "Wie der Schriftsteller die anderen zur Wahrheit zu ermutigen versucht durch Darstellung, so ermutigen ihn die andren, wenn sie ihm, durch Lob und Tadel, zu verstehen geben, daß sie die Wahrheit von ihm fordern und in den Stand kommen wollen, wo ihnen die Augen aufgehen. Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar." Werke Band 4 (Essays usw.). Piper 1978, S. 277 books.google
Ganzer Beitrag:
https://de.wikiquote.org/wiki/Ingeborg_Bachmann
wikiquote.org – 21. 10. 2019
Audi zahlt ein sattes Bußgeld und will den Dieselskandal abschließen. Auch VW wurde schon zu einer Zahlung verdonnert. Beteiligt sind aber noch andere Hersteller. Die Rollen der Autobauer in der Dieselaffäre im Überblick.
Ganzer Beitrag:
https://www.t-online.de/auto/technik/id_83921738/dieselskandal-diese-hersteller-sind-beteiligt.html
t-online.de -16.10.2018, 17:19 Uhr | Nico Esch, dpa, mab,
Alexandre lebt mit Frau und Kindern in Lyon. Eines Tages entdeckt er durch Zufall, dass der Priester, der ihn während seiner Zeit als Pfadfinder missbraucht hat, noch immer mit Jugendlichen arbeitet. Lange verdrängte Erinnerungen werden wach. Verstört und couragiert beschließt Alexandre, endlich gegen den Mann vorzugehen. Er sucht nach weiteren Opfern des in seinem Amt angesehenen Geistlichen und findet sie in François und Emmanuel. Doch jeder der drei Männer kämpft auf unterschiedliche Weise mit sich selbst. Und jeder muss mit den Schatten seiner Vergangenheit ringen, um die weitreichenden Konsequenzen dieses Prozesses zu verkraften. Die Gründung der Selbsthilfeorganisation „La Parole Libérée“ (Das befreite Wort) ist nur ein erster Schritt.
Basierend auf dem Fall von Pater Bernard Preynat, der 2016 wegen sexueller Übergriffe auf rund 70 Jungen angeklagt wurde, porträtiert François Ozon die Opfer als erwachsene Männer und zeigt ihre lebenslangen Verletzungen. Zugleich polemisiert der Film gegen das Schweigen der Kirche zur Pädophilie und fragt nach ihrer Mitschuld. Seit Januar 2019 muss sich diesbezüglich Kardinal Philippe Barbarin wegen „Nichtanzeige“ vor Gericht verantworten.
Weitere Informationen zum Film:
https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2019/02_programm_2019/02_Filmdatenblatt_2019_201912152.html#tab=filmStills
berlinale.de - 2019
Behüte, HERR, die ich dir anbefehle,
die mir verbunden sind und mir verwandt.
Erhalte sie gesund an Leib und Seele
und führe sie an deiner guten Hand.
Sie alle, die mir ihr Vertrauen schenken
und die mir soviel Gutes schon getan.
In Liebe will ich dankbar an sie denken,
o Herr, nimm dich in Güte ihrer an.
Um manchen Menschen mache ich mir Sorgen
und möchte helfen, doch ich kann es nicht.
Ich wünsche nur, er wär’ bei dir geborgen
und fände aus dem Dunkel in dein Licht.
Du ließest mir so viele schon begegnen,
so lang ich lebe, seit ich denken kann.
Ich bitte dich, du wollest alle segnen,
sei mir und ihnen immer zugetan.
Lothar Zenetti
O Mensch, bewein dein Sünde groß,
darum Christus seins Vaters Schoß
äußert und kam auf Erden;
von einer Jungfrau rein und zart
für uns er hier geboren ward,
er wollt der Mittler werden.
Den Toten er das Leben gab
und tat dabei all Krankheit ab,
bis sich die Zeit herdrange,
dass er für uns geopfert würd,
trüg unser Sünden schwere Bürd
wohl an dem Kreuze lange.
So lasst uns nun ihm dankbar sein,
dass er für uns litt solche Pein,
nach seinem Willen leben.
Auch lasst uns sein der Sünde Feind,
weil uns Gotts Wort so helle scheint,
Tag, Nacht danach tun streben,
die Lieb erzeigen jedermann,
die Christus hat an uns getan
mit seinem Leiden, Sterben.
O Menschenkind, betracht das recht,
wie Gottes Zorn die Sünde schlägt,
tu dich davor bewahren!
Die bis heute gesungenen beiden Strophen sind ursprünglich der Rahmen einer 23-strophigen Passionsbetrachtung in Liedform. Sebald Heyden erzählt darin die Leidensgeschichte Jesu in der Art einer Evangelienharmonie nach den vier Evangelisten. Die erste Strophe formuliert als Vorwort die erlösende Bedeutung des Wirkens und Sterbens Jesu und lädt, gemäß alter Auslegungstradition, zur „heilsamen Trauer“ über die eigenen Sünden und das ihretwegen geschehene Leiden Christi ein; zugleich beginnt mit der Erwähnung seiner Menschwerdung und Wundertaten bereits die Erzählung. Die letzte Strophe fasst den sensus moralis, die lebenspraktische Konsequenz der Passion Christi für die Gläubigen, zusammen: Dankbarkeit, Liebe, Gottesfurcht.
Jede Strophe besteht aus nicht weniger als zwölf – acht vier- und vier dreihebigen-jambischen Zeilen mit dem zweimaligen Reimschema [aabccb], wobei a und c männliche Reime sind und b weiblich ist. Diese ausladende Form bietet Raum für die erzählende Textmasse. Kein Geringerer als Paul Gerhardt sah sich veranlasst, eine Kontrafaktur zu Heydens stellenweise ungelenken Versen zu schaffen, sein 29-strophiges Lied im gleichen Versmaß O Mensch, beweine deine Sünd.
Die Pharisäer sind uns im Wesentlichen nur aus sekundären Quellen bekannt, die über sie berichten. Neben dem Neuen Testament sind hier Flavius Josephus und die rabbinischen Schriften zu nennen. Dabei geht es keiner dieser Quellen darum, ein objektives Bild zu zeichnen. Während Flavius Josephus ein ausgesprochener Parteigänger der Pharisäer ist, befinden sich die Autoren des Neuen Testaments in kritischer Auseinandersetzung mit ihnen. Die Rabbinen schließlich sind an einem bestimmten theologischen Verständnis der Tora interessiert. [...]
Das Parteiprogramm der Pharisäer kann auf den in Ex 19,6 formulierten Grundsatz: "Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein." gebracht werden. Es ging ihnen um die Heiligung des Alltags durch die Tora. Das bedeutete konkret eine Ausweitung der ursprünglich nur für den Priesterdienst am Tempel geltenden Reinheits- und Speisegebote auf die alltäglichen Lebensvollzüge des ganzen Volkes. Um dieses Ziel erreichen zu können, wurden die Weisungen der schriftlichen Tora auf die Gegebenheiten des weltlichen Alltags hin interpretiert und ausgelegt. Diese "mündliche Tora" wurde von den Pharisäern ebenfalls von der Sinaioffenbarung hergeleitet und auf diese Weise mit der gleichen Autorität versehen wie die schriftlich überlieferte.
Die mündliche Tora fragte dabei immer nach den konkreten Bedingungen und Möglichkeiten der Heiligung des Alltags. Hier liegt der positive Ansatz der uns häufig seltsam anmutenden Tora-Kasuistik, die möglichst für jeden Einzelfall das dem Willen Gottes entsprechende Verhalten benennen will.
Viele Pharisäer haben sich in Genossenschaften (הבורות/ habûrôt) zusammengeschlossen, die eine Probezeit und bestimmte Satzungen kannten. Diese Genossenschaften hatten sich vor allem die strikte Erfüllung der Zehnt- und Reinheitsgebote zur Aufgabe gemacht, um auf diese Weise das Programm der Heiligung des Alltags zu leben. Dabei nahm man es z.B. auf sich, alle Nahrungsmittel im Zustand levitischer Reinheit zu sich zu nehmen, d.h. die Mitglieder der Genossenschaften näherten sich dem Tisch wie der Priester dem Altar. Die Genossenschaften dienten dazu, sich von aller kultischen Unreinheit abzusondern. Alle Juden, die sich nicht dem Programm der Verwirklichung der Tora im Alltag anschlossen, wurden als Landvolk (עם הארץ/ am aræs) geringgeschätzt (vgl. Joh 7,49). Zugleich konnten die Pharisäer in den Genossenschaften aber auch ihr Programm vorbildlich leben und auf diese Weise zu seiner Popularisierung beitragen.
Das Programm der Pharisäer, das an die Stelle des Tempels und des dort praktizierten Kultes das Studium der Tora und einen durch ihren Vollzug geheiligten Alltag stellte, hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Judentum nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer weiterbestehen konnte.
Das Urteil über die Pharisäer im Neuen Testament ist vom Standpunkt des Gegners aus gefällt. Schon weil es verallgemeinert und die Pharisäer samt und sonders verdammt, ist es ungerecht; aber seine falsche Einseitigkeit wird noch dadurch erhöht, dass der Gegner die Folie für die eigene Vortrefflichkeit abgeben soll.
Die Vorwürfe, die in der großen Rede Matth. 23 gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten erhoben werden, gipfeln in deren Brandmarkung als Heuchler und Scheinheilige. Diese Beurteilung der Pharisäer ging in das Allgemeinbewusstsein über, so dass man heute noch unter einem Pharisäer einen heuchlerischen, scheinheiligen und selbstgerechten Menschen versteht. …
Unbeeinflußte und gerechte Forschung, auch wenn sie zugibt, dass die Gefahr einer Veräußerlichung der Religion nicht immer umgangen wurde, muss diesem Urteil widersprechen. Die Halacha ist den Pharisäern nie ein starres System nur kasuistischer Regeln gewesen. Sie konnte es schon deshalb nicht sein, weil der Zusammenhang mit der Tora und den in ihr immer und immer wieder ausgesprochenen Grund g e s i n n u n g e n religiösen Tuns nie abgerissen ist. Den Pharisäern ist das "Gesetz" nur "Zaun um die Tora" gewesen, aber auch dieses soll in der "Freude des Gebots" erfüllt werden, und wo sie von vornherein nicht vorhanden ist, da soll die anfangs nur gewohnheitsmäßige Ausführung einer Vorschrift bald zur Erfüllung in "Andacht" werden (mitoch schelo lischma - lischma). Und mehr: die Halacha selbst richtet sich auf Inhalte, die ohne gesinnungsmäßige Grundlage sinnlos und unmöglich sind: die Verehrung der Eltern, in die sie die Achtung vor dem Lehrer einbezieht, die Ehrfurcht vor dem Alter, den Schutz des Tieres u.a. Und enthält nicht schließlich die endgültige Ersetzung des Opferdienstes durch das Gebet ein sittliches Moment erster Ordnung? …
Und schließlich kann ja auch Jesus gegen dieses Prinzip an sich nichts einzuwenden haben, wenn er in seiner Anklagerede (Matth. 23,3) fordert: "Alles, was sie euch heißen, das tut und haltet!" All diese Gesichtspunkte, darauf soll noch hingewiesen werden, sind neuerdings von n i c h t j ü d is c h e n Forschern besonders herausgehoben worden. So steht zu erwarten, dass unbeeinflusst vom alten Vorurteil die richtigen Vorstellungen über das Wesen des Pharisäismus sich durchsetzen und die falschen Begriffe von pharisäischer Frömmigkeit verdrängen werden.
Eugen Gärtner, Aus dem fünften Teil "Juden und Umwelt" der "Lehren des Judentums nach den Quellen" (III. Bd der 1999 ersch. Faksimile-Edition der Ausgabe des Verbandes der Deutschen Juden v. 1928/30) http://www.judentum.org/judenmission/judenmission/baeck-1.htm
L1
Es ist nicht wahr,
dass diese Welt und ihre Menschen
dazu verdammt sind, verloren zu gehen.
L2
Das ist die Wahrheit:
Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
(Joh 3,16)
L1
Es ist nicht wahr,
dass wir Unmenschlichkeit und Diskriminierung,
Hunger und Armut, Tod und Zerstörung
hinnehmen müssen.
L2
Das ist die Wahrheit:
Christus spricht:
Ich bin gekommen,
damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.
(Joh 10,10)
L1
Es ist nicht wahr,
dass Gewalt und Hass das letzte Wort haben sollen
und Krieg und Zerstörung über uns gekommen sind
und nun für immer bleiben.
L2
Das ist die Wahrheit:
Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter,
und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.
(Jes 9,5)
L1
Es ist nicht wahr,
dass wir einfach nur Opfer der bösen Mächte sind,
die die Welt beherrschen wollen.
L2
Das ist die Wahrheit:
Christus spricht:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden,
und ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.
(Mt 28,18b.20b)
L1
Es ist nicht wahr,
dass wir auf die warten müssen, die besonders begnadet sind,
die Propheten der Kirche,
bis wir irgend etwas ausrichten können.
L2
Das ist die Wahrheit:
Gott spricht:
Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch,
und eure Söhne und Töchter sollen weissagen,
eure Alten sollen Träume haben
und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. (Joel 3,1)
L1
Es ist nicht wahr,
dass unser Traum von der Befreiung der Menschen,
von Gerechtigkeit und Menschenwürde, von Frieden
nicht für diese Welt gedacht und gemeint ist.
L2
Das ist die Wahrheit:
Es kommt die Zeit und ist schon jetzt,
in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden
im Geist und in der Wahrheit. (Joh 4,23)
http://www.ekkw.de/
Bei einem Spaziergang mit meinen Mitbrüdern begegneten wir einer kleinen Schafherde. Unter den zehn oder zwölf Tieren war auch ein schwarzes Schaf. Es graste ganz friedlich mit den anderen auf der Wiese, und es hatte den Anschein, als ob es selbst nicht bemerkte, dass es schwarz war. Auch die anderen Schafe schienen nicht zu wissen, dass sich unter ihnen ein schwarzes Schaf befand. Nur ich habe es bemerkt und habe meine Brüder darauf aufmerksam gemacht: »Schaut euch das an - ein schwarzes Schaf!«
Die meisten Menschen reagieren ganz ähnlich, wenn sie mitten in einer Herde von weißen Schafen den Sonderling entdecken: »Schau, ein schwarzes Schaf!«
Wer macht ein Schaf zum schwarzen Schaf?
Die anderen Tiere in der Herde haben es nicht etikettiert, aussortiert und ausgestoßen. Für die weißen Schafe war das schwarze ganz normal. Es war eines von ihnen und hat sich mit ihnen wohlgefühlt.
Wir Menschen denken gerne in Kategorien von schwarz und weiß, von gut und böse, von angenehm und unangenehm, von brauchbar und unbrauchbar, von wertvoll und wertlos. Deshalb finden wir immer irgendwo ein schwarzes Schaf oder einen schwarzen Fleck, ein Defizit, etwas Negatives. Nur selten sind wir fähig, eine Herde mit einem schwarzen Schaf vorurteilslos anzuschauen — und nicht gleich festzustellen: »Schau, ein schwarzes Schaf«
Warum verhalten wir uns nicht auch wie die richtigen Schafe, für die es ganz normal ist, dass es unter ihnen ein schwarzes Schaf gibt? Ein guter Hirte achtet nicht darauf, ob seine Schafe schwarz oder weiß sind — er ist für alle im gleichen Maß da. Von ihm können wir lernen, uns selber und andere anzunehmen, wer immer auch das schwarze Schaf ist — ich oder du.
Eine der großen Fallen der Menschen ist unsere Neigung, alles zu beurteilen und zu bewerten. Wir selektieren ständig und legen andere Menschen - entsprechend ihrer Merkmale und Eigenschaften - sofort in symbolische Schubladen. Aber indem du die anderen einteilst, isolierst du dich selber und bringst dich um die Gemeinschaft mit ihnen. Damit beraubst du dich neuer Erfahrungen und lernst nichts mehr hinzu.
Natürlich stellt man bei anderen Menschen deren Merkmale fest — sie sind ja real vorhanden. Die Frage ist nur: Wie gehst du damit um?
Gott sortiert nicht aus. Er gerät weder in Entsetzen noch in Entzücken — für ihn sind alle Menschen gleich. Für Gott haben alle das gleiche Recht zu leben und sich zu entwickeln. Das übergeordnete Merkmal heißt »Mensch« — nicht schwarze Hautfarbe oder rote, nicht schön oder hässlich, nicht reich oder arm. Diese kleinliche Einteilung ist eine Unterscheidung, die nur wir Menschen vornehmen. In der Überbewertung dieser unwichtigen Eigenschaften machen wir uns das Leben selber schwer.
Gott nimmt dich und mich an, so wie wir sind.
Dagegen behandeln wir Menschen schwarze Schafe oft unmenschlich — wie Ausgestoßene, die nicht zu uns passen. Das Gleichnis vom guten Hirten zeigt, dass Gott das (irrende?) schwarze Schaf nicht aussondert, sondern ihm nachgeht, es findet — und auf seinen Schultern zur Herde zurückträgt.
Im Gebet fühlt sich der Mensch oft wie ein schwarzes Schaf, weil er voller Mängel und Fehler steckt. Aber Gott ist keine Krämerseele, die jeden Minuspunkt aufnotiert. Er lässt dich nicht fallen, sondern gibt dir immer und immer wieder die Chance, zu ihm zurückzukehren. Niemand muss Angst haben, dass er wegen seiner Fehler und Unzulänglichkeiten ausgegrenzt wird — auch wenn er über Jahrzehnte ein Leben ohne Gott und ohne Glauben geführt hat.
Aus: Johannes Pausch / Gert Böhm, Auch schwarze Schafe können beten. Für alle, die nicht an Gott glauben und dennoch beten wollen. Kösel Verlag München 2002.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Arme und Bedrängte, Waisen und Witwen hatten in der Gesellschaft oft niemanden, der Partei für sie ergriff und sie waren hilflos den Mächtigen gegenüber ausgeliefert. Jesus Sirach betont, dass Gott sich gerade auf die Seite dieser Menschen stellt, dass er ihr Anwalt ist, ja dass Gott sogar eingreift und Recht schafft als gerechter Richter. Die einzige Forderung an den Menschen ist: Gott wohlgefällig zu dienen.
Die für die Lesung ausgewählten Verse betonen, dass Gott ein Gott des Rechtes ist und die Rechte der Armen verteidigt. Aufgezählt werden die Waisen und Witwen. Sie hatten niemand, der sich für ihre Rechte stark machen konnte, und waren daher der Willkür der Reichen und Mächtigen ausgesetzt.
Bemerkenswert ist, dass im Buch Jesus Sirach die Rechte der Armen unabhängig von deren Gottesfürchtigkeit eingefordert werden. Die propheteischen Anklagen sozialer Ungerechtigkeit (etwa bei Jesaja oder Amos) werden hier aufgenommen und weitergeführt.