Lesung aus dem Buch Maleachi:
Seht, der Tag kommt,
er brennt wie ein Ofen:
Da werden alle Überheblichen und alle Frevler zu Spreu
und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen,
spricht der Herr der Heerscharen.
Weder Wurzel noch Zweig wird ihnen dann bleiben.
Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet,
wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen
und ihre Flügel bringen Heilung.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Der Herr wird kommen, um die Erde zu richten. – Kv
Oder GL 633,3
Spielt dem Herrn auf der Leier, *
auf der Leier zu lautem Gesang!
Mit Trompeten und lautem Widderhorn *
jauchzt vor dem Herrn, dem König! – (Kv)
Es brause das Meer und seine Fülle, *
der Erdkreis und seine Bewohner.
In die Hände klatschen sollen die Ströme, *
die Berge sollen jubeln im Chor. – (Kv)
Jubeln sollen alle vor dem Herrn, denn er kommt, *
um die Erde zu richten.
Er richtet den Erdkreis in Gerechtigkeit, *
die Völker so, wie es recht ist. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Thessalónich.
Schwestern und Brüder!
Ihr selbst wisst, wie man uns nachahmen soll.
Wir haben bei euch kein unordentliches Leben geführt
und bei niemandem unser Brot umsonst gegessen;
wir haben uns gemüht und geplagt,
Tag und Nacht haben wir gearbeitet,
um keinem von euch zur Last zu fallen.
Nicht als hätten wir keinen Anspruch auf Unterhalt;
wir wollten euch aber ein Beispiel geben,
damit ihr uns nachahmen könnt.
Denn als wir bei euch waren,
haben wir euch geboten:
Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.
Wir hören aber,
dass einige von euch ein unordentliches Leben führen
und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten.
Diesen gebieten wir
und wir ermahnen sie in Jesus Christus, dem Herrn,
in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen
und ihr eigenes Brot zu essen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Richtet euch auf und erhebt eure Häupter;
denn eure Erlösung ist nahe.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit,
als einige darüber sprachen,
dass der Tempel
mit schön bearbeiteten Steinen
und Weihegeschenken geschmückt sei,
sagte Jesus:
Es werden Tage kommen,
an denen von allem, was ihr hier seht,
kein Stein auf dem andern bleibt,
der nicht niedergerissen wird.
Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen
und was ist das Zeichen, dass dies geschehen soll?
Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt!
Denn viele werden unter meinem Namen auftreten
und sagen: Ich bin es!
und: Die Zeit ist da. –
Lauft ihnen nicht nach!
Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört,
lasst euch nicht erschrecken!
Denn das muss als Erstes geschehen;
aber das Ende kommt noch nicht sofort.
Dann sagte er zu ihnen:
Volk wird sich gegen Volk
und Reich gegen Reich erheben.
Es wird gewaltige Erdbeben
und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben;
schreckliche Dinge werden geschehen
und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.
Aber bevor das alles geschieht,
wird man Hand an euch legen und euch verfolgen.
Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern,
vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen.
Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
Nehmt euch also zu Herzen,
nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen;
denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben,
sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen
und nichts dagegen sagen können.
Sogar eure Eltern und Geschwister,
eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern
und manche von euch wird man töten.
Und ihr werdet um meines Namens willen
von allen gehasst werden.
Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.
Wenn ihr standhaft bleibt,
werdet ihr das Leben gewinnen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die drohenden Szenarien der Propheten und der Apokalyptiker sind aktueller denn je. Die angedrohten Katastrophen sind in der Vergangenheit immer wieder eingetroffen. Die Propheten inklusive Jesus versprechen jedoch auch, dass Menschen, die ihm vertrauen, kein Haar gekrümmt wird.
Kann man sich mit einer Predigt den Mund verbrennen? Sich um Kopf und Kragen reden? Keine Sorge: kann man. Warum ich so frage, fragen Sie? Weil mir unheimlich ist. Unheimlich, weil es tatsächlich in der Welt brennt. Wälder in Brasilien, in Australien… Ich weiß gar nicht, wie oft große Brände in diesem Jahr schon in die Nachrichten gerieten. Schreckliche Bilder! Und das alles Gottes Gericht? Der Prophet Maleachi – er gehört zu den zwölf kleinen Propheten im Alten Testament – verbindet tatsächlich den Weltenbrand mit dem Weltuntergang und den Weltuntergang mit dem Gericht Gottes. Sozusagen: Hölle auf Erden. Aber den Treuen, Gottergebenen wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, während den anderen weder Wurzel noch Zweig bleiben. Bei dem Gedanken wird mir ganz heiß.
Maleachi sagte:
Seht, der Tag kommt,
er brennt wie ein Ofen:
Da werden alle Überheblichen und alle Frevler zu Spreu
und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen,
spricht der Herr der Heerscharen.
Es ist erkennbar ein Drohszenario. Wenn ihr nicht…, dann …
Gibt es Situationen und Gelegenheiten, Menschen zu drohen? Ihnen gar den Weltuntergang zu prophezeien? Ihnen die Hölle vor Augen zu malen?
Maleachi, was machst du da!
In vielen alten Texten und Geschichten wird die Sorge, ja, die Angst ausgedrückt, dass wir die Welt verlieren, preisgeben, verraten, wenn wir Ungerechtigkeit und Hass fördern, in Kauf nehmen oder stillschweigend dulden. Was als Gericht Gottes angedroht wird, sind die entsetzlichen Folgen menschlicher Schuld und Vermessenheit. Das hat Maleachi schon gewusst und wortgewaltig inszeniert. Damals, als die israelische Gesellschaft aus den Fugen geriet, Macht missbraucht wurde und die Kleinen auf der Strecke blieben. Wenigstens einer muss dann mutig sein! Mutig für die Wahrheit, mutig auch für eine – Gerichtsrede. Und die wird heute hier laut. So, als ob nicht Jahrhunderte dazwischen lägen, Fortschritte erzielt wurden, Träume ausgeträumt sind. Heute muss es gesagt werden:
Seht, der Tag kommt,
er brennt wie ein Ofen:
Da werden alle Überheblichen und alle Frevler zu Spreu
und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen,
spricht der Herr der Heerscharen.
Wie sich das anhört! Doch die Gerichtsrede Gottes ist keine Drohung mehr, sie enthüllt eher, was Menschen unter Menschen anrichten, was die Welt in Brand steckt, wo die Zukunft verspielt wird. Es brennt an vielen Orten: In Lateinamerika, im Libanon, im Irak, in Syrien – ich kann gar nicht mehr aufhören. Und vollständig kann ich gar nicht sein. Sogar das Klima wehrt sich, die Erde wehrt sich. Wir Menschen sind nicht nur Zeugen apokalyptischer Szenarien, wir sind – auch – für sie verantwortlich. Gewiss nicht nur, auch!
Ein Prophet darf keine falsche Sicherheit vermitteln, er kann nicht einfach Heil predigen, er muss die Dinge beim Namen nennen. So wie Maleachi. Gelegentlich muss er – dazwischenfahren. Mit dem ganzen Risiko, unverstanden, ausgegrenzt, der Lüge bezichtigt zu werden. Wenn die Welt untergehen kann, was kann sie retten? Wer kann sie retten? Die schönen Worte sind verkommen, entlarvt, ins Leere gelaufen. Können es die harten noch richten?
Jesus spricht davon, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Der schöne Tempel – Schutt und Asche. Es ist tatsächlich so gekommen. Als Lukas die Worte Jesu aufschrieb, konnte er nur noch darauf zurückschauen. Wenn kein Stein auf dem anderen bleibt, sehen wir eine Ruine. Selbst Gottes Haus – eine Ruine. Die alten Sicherheiten tragen nicht mehr. Worte sind brüchig. Der Glaube wird zu einem Torso. Selbst unter den Christen gibt es Verrat, Eitelkeiten und Bosheiten. Menschen stehen nicht nur gegeneinander, sie stellen sich gegeneinander. Mal einfach so, mal mit der ganzen Wucht irgendeiner Wahrheit. Jesus erzählt das in einer Seelenruhe, dass mir angst und bange wird. Am liebsten würde ich „nein“ schreien bei diesem Evangelium, aber die Zunge versagt mir den Dienst. Ich weiß, wie wahr das alles ist, was Jesus sagt. Es bleibt tatsächlich kein Stein auf dem anderen.
Wir erzählen von Krisen und Katastrophen, wir hören von Menschen, die schon lange keine Menschen mehr sind, wir sehen Weltuntergänge. Kleine. Wie mit Nadelstichen. Hier mal so, dort ein wenig anders. Die eine Welt zersplittert. Der Tag ist schon lange da. Wir brauchen keine Propheten mehr. Nachrichtensprecher tun es auch.
In Deutschland ist der vorletzte Sonntag im Kirchenjahr auch der Volkstrauertag. Können wir überhaupt noch trauern? Trauern darüber, dass Kriege die Welt zerrissen, die Welt zerreißen, Menschen zerreißen? Trauern darüber, dass wieder gezündelt wird, Hass salonfähig ist, Fremde ihrer Heimat beraubt werden? An vielen Stellen der Welt sehen wir die Welt brennen, buchstäblich und doch auch über alle Buchstaben hinausgehend. Nicht für alle Brände gibt es eine Feuerwehr. Für viele Brände aber gibt es Brandbeschleuniger. Mit ihnen lassen sich gute Geschäfte machen.
Maleachi! Komm! Erzähle uns von dem Tag Gottes!
Nein, selbst die gefühlt richtige Drohung kann das letzte Wort nicht haben! Bei den Propheten nicht, bei Jesus nicht. Jesus sagt den Menschen, die ihm vertrauen, zu, dass ihnen kein Haar gekrümmt wird. Auch dann nicht, wenn sie für Wahrheit und Recht eintreten, selbst dann nicht, wenn sie ihr Leben auf Spiel setzen. Dass kein Haar gekrümmt wird, ist das Gegenteil davon, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Unversehrt, geschützt, bewahrt bleiben wir in der Liebe Jesu. In der Bergpredigt heißt es von ihm, dass er alle unsere Haare zählt. Mehr und Größeres lässt sich von seiner Nähe nicht sagen.
„Nehmt euch also zu Herzen,
nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen;
denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben,
so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen
und nichts dagegen sagen können.“
So Jesus. Sein letztes Wort: Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen!
Ob ich mir damit auch den Mund verbrennen kann, um Kopf und Kragen reden? Keine Sorge:
Ich muss es! Warum ich so frage, fragen Sie? Sie wissen doch:
„Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet,
wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen
und ihre Flügel bringen Heilung.“
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Den Propheten Maleachi und Jesus verbindet eine kritische düstere Sicht auf ihre jeweilige Gegenwart. Wir entdecken auch in unserer Zeit vieles, das uns resignieren lassen könnte. Jesus und die Propheten sehen aber auch Neues, das uns Hoffnung gibt.
Ein echter Miesmacher dieser Jesus. Da freuen sich einige, dass der Tempel schön geschmückt ist. Wahrscheinlich stand ein Fest an, und die Leute waren bereit zu feiern. Aber da ist einer, der macht es madig. „Es wird eine Zeit kommen, dann wird von allem, was ihr da seht, kein Stein auf dem anderen bleiben. Alles wird niedergerissen.“ Keine guten Aussichten. Und auch der Prophet Maleachi ist ebenso keiner, der für eine gute Stimmung sorgt. Die Frevler werden brennen…
Deutliche Worte. Harte Worte. Sind sie aber auch realistisch und gerechtfertigt?
Immer wieder macht sich eine solche Stimmung breit. Da will sich Gutes und Schönes einfach nicht einstellen, alle Hoffnung und Zuversicht scheint sich in Nichts aufzulösen.
Jeden Tag erlebe ich hier im Krankenhaus, dass eine Krankheit Menschen zerstört, Lebensträume platzen lässt und das Krankheit und Tod Menschen vor einem Trümmerhaufen stehen lässt. Dann steht, in einem übertragenen Sinn, kein Stein mehr auf dem anderen.
„Was soll ich jetzt bloß machen?“
„Nun stehe ich ganz alleine da!“
„Für alle anderen geht das Leben weiter! Aber für mich?“
Trauer, Verzweiflung. Das ist jetzt alles was geht.
Oder ich schaue in unsere Kirchen und Gemeinde. Kirchen werden abgerissen oder verkauft und haben nun eine ganz andere Funktion. Sie sind ein sehr klares Zeichen dafür, dass der Glaube und die Zugehörigkeit zu unseren Kirchen abnehmen, vielleicht auch in ein paar Jahren ganz verschwinden. Mauern werden eingerissen. Tatsächlich und im übertragenen Sinn. Und Menschen um uns herum scheinen es nicht einmal zu merken, oder es scheint ihnen nichts auszumachen. Einige verfallen in Aktionismus, andere wissen nicht mehr, was sie dagegen tun sollen.
Und schauen wir in unsere Welt. Kriege, Naturkatastrophen, Klimawandel und auch die politischen Systeme, die so lange funktioniert haben, die uns Wohlstand und ein gutes Stück Sicherheit gebracht haben, zerbrechen. Menschen die selbstgefällig über andere reden, die ausgrenzen und nur noch sich selber sehen. Warum will all das nicht mehr funktionieren? Warum zerbricht so viel, was Menschen etwas bedeutet hat?
Auch hier: Trümmerhaufen tatsächlich und im übertragenen Sinn.
Also doch keine Miesmacher, der Prophet Maleachi und Jesus. Eher Menschen, die die Zeichen der Zeit schon damals sensibel wahrnehmen? Menschen, die nicht vertuschen, keine Schönfärberei betreiben?
Aber können wir, kann ich, können Sie mit solchen Aussichten leben?
Ich glaube schon, dass es wichtig ist genau zu schauen, auch die düsteren Aussichten wahrzunehmen und anzunehmen. Aber nur damit leben könnte ich nicht. Aber was dann?
Die Texte sind mit dem Beschreiben der schweren und düsteren Aussichten und Verheißungen nicht zu Ende. Auch das ist wichtig sehr genau zu hören und wahrzunehmen. Maleachi verheißt die Sonne der Gerechtigkeit und Jesus spricht davon, dass wir das Leben gewinnen werden.
Diese abschließenden Sätze können sehr leicht moralisch verstanden werden. Nur der, der gut lebt, das Richtige tut usw. dem oder der gelten die Verheißungen. Sicherlich ist daran etwas Richtiges. Aber es nur so zu sehen würde der gesamten Ausrichtung der Bibel wiedersprechen.
Aus vermeintlich Zerstörtem lässt Gott Neues und noch Größeres werden. Den geschundenen, gequälten und am Kreuz getöteten Jesus erweckt er zu neuem Leben.
Mehr geht nicht. Und dies gilt. Trotz allem.
Am Pauluswort "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" und seiner Schelte gegen Personen, die "unordentlich" leben, kann man leicht auch Anstoß nehmen. Es lohnt sich, die verschiedenen Facetten der Arbeit und ihrer Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt näher zu betrachten und miteinander zu diskutieren.
Unsere Gesellschaft differenziert sich immer mehr aus. Menschen leben nach Werten und haben Gedanken und Ansichten, die immer stärker voneinander abweichen oder sich sogar widersprechen. Parallel dazu kann man beobachten, dass die Leute immer weniger miteinander reden, einander zuhören und andere, abweichende Meinungen tolerieren und respektieren können oder wollen.
Viele umgeben sich, nicht nur in den sozialen Netzwerken mit Personen, die dieselben Ansichten haben wie sie und meiden den Kontakt zu Leuten, die anders denken oder handeln. Das geht bis in die Familien hinein und führt zu Entfremdung und zur Entstehung von Vorurteilen.
In Deutschland wurde daher eine Initiative im Bereich der Politik gestartet, bei der Menschen aus unterschiedlichen Parteien eingeladen wurden, mit einer Person aus einer anderen Partei ein strukturiertes Gespräch zu führen. Dabei wurde zuerst eine festgelegte Zeit lang der jeweilige Standpunkt dargelegt und die andere Person hörte zu ohne zu unterbrechen. Nach dem Rollentausch war noch Gelegenheit über das Gehörte zu diskutieren.
Alle Leute, die sich darauf eingelassen hatten, sagten nach der Veranstaltung, dass es sich gelohnt hätte zu kommen und sie es sehr interessant und bereichernd gefunden haben, sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen.
Diese Idee liegt der vorliegenden Predigt zu Grunde. Auch sie soll die Mitfeiernden des Gottesdienstes animieren, verschiedene Ansichten zum Thema Nächstenliebe anzuhören und zuzulassen und darüber ins Gespräch zu kommen.
Es wäre gut, wenn die Predigt von zwei Sprechenden vorgetragen würde. Jeweils ein Absatz sollte von einer Person gelesen werden.
Danach kann man die Mitfeiernden bitten, sich mit ihrem Banknachbarn oder der Nachbarin über das Gehörte auszutauschen. Wichtig dabei ist, klare Zeitvorgaben zu machen, damit das Gespräch den Rahmen des Gottesdienstes nicht sprengt.
Wahrscheinlich wird es sinnvoll sein nach der Feier noch Gelegenheit zum Weiterreden anzubieten als Pfarrkaffee, Frühschoppen oder Ähnliches.
Folgende Predigt knüpft an die 2. Lesung aus dem Zweiten Brief an die Gemeinde in Thessalonich an.
Was war denn das? Die Tonart der Lesung erinnert an hetzerische Stimmen, die auch hierzulande im Moment oft genug zu hören sind. „Jeder soll für sich selber sorgen!“ – "Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen", meint Paulus. „Da gibt es welche, die auf Kosten der anderen leben wollen und unser Sozialsystem ausnutzen.“ - Paulus erwähnt Leute, die unordentlich leben.
Bevor hier zu schnelle Rückschlüsse gezogen werden, wollen wir uns noch mal dem Text aus der Lesung zuwenden und die Hintergründe beleuchten. Was ist wirklich gemeint, wem gilt die Botschaft dieses Briefes?
Der Brief ist an die Gemeindemitglieder adressiert. Die Vorstellung, dass die Welt bald zu Ende geht und das Reich Gottes, das verkündet wurde, in Kürze anbricht, war präsent. Nichtsdestotrotz gab es eine klare Vorstellung vom Leben in den jungen christlichen Gemeinden. Sie sollten aufeinander schauen, sich gegenseitig unterstützen, teilen, was sie hatten. Wer missionierte - das Reich Gottes verkündete - sollte Unterstützung von der Gemeinde erhalten. Diese Regel ist im ersten Thessalonicher Brief zu finden (1Thess 2,7).
Neben diesen Regeln des Zusammenlebens gab es allerdings auch klar das Vorbild der ersten Apostel Paulus, Silvanus und Timotheus, die bei der Gründung der Gemeinde beides unter einen Hut brachten: Das Reich Gottes zu verkünden und einer Arbeit nachzugehen. Ja, es ist anzunehmen, dass dieses Ideal auch „Sinn“ machte und so zur Ordnung in den christlichen Gemeinden wurde. Unordentliche Missionare waren demnach jene, die „nur“ missionierten und sich dadurch einen Sonderstatus erhofften, auf Arbeit gänzlich verzichteten und die Gemeinde nötigten, sie zu erhalten.
Ganz deutlich ist hier festzuhalten: als „unordentlich“ werden nicht jene bezeichnet, die - aus welchen Gründen auch immer - keine Arbeit gefunden haben oder nicht arbeiten konnten, sondern jene, die aufgrund ihres Glaubens an die nahe Ankunft des Reiches Gottes oder ihrer Predigertätigkeit auf Arbeit verzichtet haben.
Arbeit ermöglicht den Lebensunterhalt und stellt das tägliche Brot sicher. Arbeit bedeutet Teilhabe an der Schöpfung und das Einbringen der individuellen Fähigkeiten. Arbeit bedeutet auch Anstrengung, Schweiß und Plage. Arbeit stiftet Sinn, Arbeit stiftet auch Gemeinschaft und bedeutet Teilhabe an der Gesellschaft.
Dieser letzte Aspekt wird in diese Lesungsstelle unmittelbar in Verbindung gebracht mit der Verkündigung. Wer den Menschen vom Reich Gottes erzählen will, wer über Leid und Freude, über Leben und Hoffnung spricht, soll auch Teil dieser Gesellschaft sein. Wer in der Arbeitswelt steht, wer die Sorgen und Nöte der Kolleglnnen sieht und das Ringen der Menschen um gerechte Verhältnisse kennt, kann die Menschen mit der Botschaft vom guten Leben für alle erreichen.
Arbeit, ob bezahlt oder unbezahlt, ist die Erdung der christlichen Missionarlnnen. Das tägliche Brot selber zu verdienen, bedeutet wohl auch, auf Augenhöhe mit den Menschen in der Gemeinde zu leben. Sich als „Prediger“ nicht abzuheben, sondern Teil der Gemeinschaft zu bleiben, das ist das „Vorbild“ der christlichen Gemeinde und auch das Leitbild für unsere Gemeinden und Pfarren.
Hier sehe ich wohl auch die Herausforderung für uns und unsere Pfarre. Gelingt es uns in unseren Feiern und Predigten, nahe bei dem zu sein, was die Menschen in unserer Gemeinde bewegt und beschäftigt? Sind wir auf
Augenhöhe mit denen, die ungerecht behandelt werden, die am Rand leben, Einsamkeit und Isolation spüren?
(Einladung zum Gespräch mit den Nachbarin in den Bänken, anschließend beim Pfarrcafe / Stammtisch,...)
Eine zweite Herausforderung spricht uns dann noch persönlich an. Ich höre sie mehr noch als Ermutigung für uns als Getaufte:
- Was sehe / erlebe ich in den Arbeitswelten, in denen ich unterwegs bin?
- Wo kann ich die Spuren Gottes lesen?
- Welche Botschaft habe ich als Christ, als Christin dadurch für meine Gemeinde?
- Nehmen wir diese Herausforderung und die Ermutigung an?
-
Was denken Sie dazu?
© Michaela Pröstler-Zopf, Betriebsseelsorge in Zusammenarbeit mit Heinz Mittermayr, KAB, Diözese Linz.
Die Katastrophen-Alarmmaschinerie mancher Medien spielt mit der Angst-Lust vieler Menschen. Das war offenbar zur Zeit Jesu nicht anders. Eingetretene und mögliche Katastrophen fordern von uns verantwortungsvolles Handeln. Spekulationen über den Weltuntergang nützen niemand.
Zur Zeit Jesu stand apokalyptische Literatur hoch im Kurs. Sie will nicht Angst einjagen, sondern ermahnt standhaft zu bleiben, auch wenn wir Gegenwind verspüren.
Die Zerstörung des Tempels, falsche Messiasse, Verwirrungen, Kriege, Seuchen, Hungersnöte, Erdbeben, Christenverfolgung, Hass auf die Gläubigen, Ablehnung der Christen in ihrer Familie…
Diese Sätze aus dem Evangelium gehören zur sogenannten apokalyptischen Literatur, die im Altertum weit verbreitet war. Das ist eine Mischung aus Visionen, Prophezeiungen und realen Begebenheiten. Sie suchte inmitten der Angst und Bedrängnis zu trösten und zu ermutigen. Sie hat die Christen des ersten Jahrhunderts herausgefordert und gestärkt, auf die schweren Nöte der Gläubigen Antworten aus dem Glauben zu finden.
Angesichts der Schreckensvisionen und Verfolgungen der Christen lädt Jesus auch uns heute ein. Mit dem Worten: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.“ Das Wort, das im griechischen Originaltext für „standhaft“ steht, hat viele Schattierungen: Geduld, Beständigkeit, Widerstandsfähigkeit und Vertrauen. Wenn man leidet oder mit der Versuchung kämpft aufzugeben, wenn man verfolgt wird, dann braucht man nichts nötiger als Standhaftigkeit.
Wahrscheinlich ist jeder von uns schon einmal in die Situation geraten, aufzugeben statt geduldig auszuhalten. Oder andere für schuldig zu erklären ohne unsern Teil einzubringen. Vielleicht haben wir das eine oder andere Mal auch der Versuchung nachgegeben. Eventuell stecken wir sogar gerade in einer solch schmerzlichen Lage. Fassen wir neuen Mut und bleiben wir standhaft! Wer Christus nachfolgen will, ist eingeladen, täglich sein Kreuz auf sich zu nehmen und – wenigstens mit dem Willen – ja zur schmerzlichen Situation zu sagen. Die Berufung des Christen ist eine Berufung zur Standhaftigkeit. Wenn wir das Kreuz annehmen und durchhalten, folgen wir Christus auf seinem Weg, der zum Vater führt, in das ewige Leben.
Um standhaft zu bleiben, können wir uns nicht auf unsere eigenen Kräfte verlassen. Wir brauchen die Hilfe Gottes. Wenn wir um die Tugend der Standhaftigkeit bitten, wird Gott sie uns geben. Es genügt nicht, getauft zu sein, oder ab und zu ein bisschen Frömmigkeit zu zeigen und ein gutes Werk zu tun. Wirklich standhaft ist, wer aus der Nächstenliebe heraus lebt, den Feinden vergibt und bereit ist zum Dienst an den Schwächeren.
Für uns heute ist das Böse eine unleugbare Realität, es sind die Verdrehung der Wahrheit, die Kriege, die Vergötzung des Geldes, die Ausbeutung der kleinen Leute. Viele lehnen den christlichen Glauben ab. Wir beobachten eine Gleichgültigkeit gegen Gott und die Kirche. Auch die Moralvorstellungen der Gesellschaft und die vieler Gläubiger widersprechen sich: In Fragen des Ungeborenen Lebens, der Euthanasie, in der Genforschung, in der Sexualmoral. In der Familie schmerzt es, wenn Mitglieder aus der Familie gleichgültig sind gegen die Kirche und Gott.
Es gibt einen grundsätzlichen Gegensatz zwischen der „Welt“ und ihrer Ichbezogenheit, wie es das Evangelium bezeichnet, und den Jüngerinnen und Jüngern Jesu.
Gegenwind ist ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Den gleichen Weg ist Jesus gegangen. Deshalb sollten wir vertrauen. Jesus hat genau das gesagt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen verfolgt werdet, dann freut euch und jubelt ...!“ Vielleicht klingt das sehr abgehoben. Aber jedenfalls müssen wir an die vielen Schwestern und Brüder denken, die mit uns glauben und in vielen Ländern verfolgt werden.
Und dann heißt es: Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Trotz aller Schwierigkeiten dürfen wir uns in der Hand Gottes wissen. Gott ist Vater. Er nimmt sich auch der noch so kleinen Sorge an für unser Leben und das der Menschen, die uns nahe stehen. Viele bekannte und unbekannte Märtyrer haben daraus ihre Kraft bezogen. Petrus ermutigt: Werft alle Eure Sorge auf den Herrn!
Lieder:
GL 84: Morgenglanz der Ewigkeit (4. Str.)
GL 90: Christus, du bist der helle Tag (3. Str.)
GL 282: Beim letzten Abendmahle
GL 360: Macht weit die Tore in der Welt
GL 365: Meine Hoffnung und meine Freude
GL 370: Christus, du Herrscher des Himmels
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied (3. Str.)
GL 415: Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott läßt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen; du schaust mein Wesen ganz
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte, dem keiner nahen kann
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 456: Herr, du bist mein Leben
GL 457: Suchen und Fragen
GL 464: Gott liebt diese Welt (6. und 7. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 503: Mitten wir im Leben sind
GL 505: Wir sind nur Gast auf Erden
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GL 560: Christus, Sieger, Christus König
Psalmen und Kehrverse:
GL 622,1-2: Habt Mut, ihr Verzagten, und fürchtet euch nicht! Gott selbst wird kommen und euch erretten. - Mit Jes 35 oder mit Psalm 98 (GL 55,2) - VIII.
GL 622,4: Siehe, der Herr kommt in Herrlichkeit
GL 629,1-2: Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell. - Mit Psalm 30 - I.
GL 629,5-5: Christus Sieger, Christus König, Christus, Herr in Ewigkeit. - Mit Phil 2,6-11 - VI.
Es hört sich nicht gerade schön an, wenn kein Stein auf dem anderen bleibt. Dann kommt uns eine Ruine in den Sinn. Überall liegen Steine herum. Aber wenn wir dann hören, dass uns kein Haar gekrümmt wird, fühlen wir uns geborgen und gut aufgehoben.
Es sind Bilder, die uns heute am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres begegnen: Bilder von zerbrochenem Leben, von apokalyptischen Szenen – und Bilder von der Liebe, die zärtlich Haare zählt und an kein Ende kommt.
Die Gefährdungen, Ängste und Risiken, die wir in der Schöpfung Gottes sehen, legen wir in seine Hand.
Sie scheint nicht da zu sein, sonst bräuchten wir dieses Lied nicht zu singen: „Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unserer Zeit“. Sie steht aus. Das Lied drückt eine Sehnsucht aus nach dem was noch nicht ist und doch so sehnsüchtig erwartet wird.
In der heutigen Lesung aus dem Prophten Maleachi, dem letzten Buch des ersten oder Alten Testaments verspricht auf den letzten Seiten Gott dies den Menschen, die ihm treu sind. Und auch im Evangelium hören wir etwas Vergleichbares.
Die Texte am Ende des Kirchenjahres verbreiten die Stimmung: Es steht noch etwas aus. Es hat sich noch nicht alles erfüllt. Hören wir hin!
Gott,
wir sparen mit Worten und Werken der Liebe und der Zuversicht,
Herr erbarme dich.
Gott,
wir sparen mit Worten und Werken der Zärtlichkeit und Anerkennung.
Christus erbarme dich.
Gott,
wir sparen am Evangelium, an guten Nachrichten und am Mitmenschen.
Herr erbarme dich.
Herr, guter Gott,
zeige uns im Angesicht Jesu,
wie menschlich wir sein können
und wie viel Zärtlichkeit und Wärme
wir für andere bereithalten könnten. - Amen.
Herr,
an vielen Orten brennt die Welt.
Ruinen bleiben zurück.
Wir bringen dir unsere Ratlosigkeit.
Herr, erbarme dich.
Christus,
an vielen Orten wird gezündelt und mit Feuer gespielt.
Es wächst der Hass.
Wir bringen dir unsere Hoffnungen.
Christus, erbarme dich.
Herr,
du birgst jeden Menschen in deiner Liebe.
Nicht ein Haar wird gekrümmt.
Wir bringen dir unsere Schuld.
Herr, erbarme dich.
"Jubeln sollen alle vor dem Herrn, denn er kommt, *
um die Erde zu richten.
Er richtet den Erdkreis in Gerechtigkeit, *
die Völker so, wie es recht ist."
(Ps. 98)
Im Vertrauen, dass Gott seine Schöpfung erhält, loben wir ihn:
Ehre sei Gott in der Höhe…
Gott, du Urheber alles Guten,
du bist unser Herr.
Laß uns begreifen, daß wir frei werden,
wenn wir uns deinem Willen unterwerfen,
und daß wir die vollkommene Freude finden,
wenn wir in deinem Dienst treu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
deine Vorsehung bestimmt den Lauf der Dinge
und das Schicksal der Menschen.
Lenke die Welt in den Bahnen deiner Ordnung,
damit die Kirche
in Frieden deinen Auftrag erfüllen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
Du, Gott,
hast die Zeit in deiner Hand.
Uns hast du die Ewigkeit ins Herz gelegt.
Wir danken dir,
dass du uns jeden Morgen die Welt neu öffnest.
Du bist Licht, du schaffst Licht.
In diesen Tagen schauen wir auf den Holocaust zurück,
auf menschliche Schuld,
auf eine untergehende Welt..
An vielen Stellen brennt sie auch heute,
an vielen Stellen wird sie in Brand gesteckt,
an vielen Stellen breitet sich die Hölle aus.
Oft haben wir das Gefühl, dass uns die Welt über den Kopf wächst.
Schenke uns offene Augen für das Unheil,
das Menschen anrichten,
und einen freien Mund,
für deine Wahrheit einzutreten.
Du lässt die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen
über deine Schöpfung, unsere Welt
in Christus, unserem Herrn.
Gott, du Urheber alles Guten,
du bist unser Herr.
Lass uns begreifen, dass wir frei werden,
wenn wir uns deinem Willen unterwerfen,
und dass wir die vollkommene Freude finden,
wenn wir in deinem Dienst treu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unserem Bruder und Freund. - Amen.
Der Prophet Maleachi hat eine Gerichtspredigt gehalten. Er spricht vom Tag des Herrn. Aber auch von der Sonne der Gerechtigkeit.
Auch Jesus hat eine Gerichtspredigt gehalten. Er zeigt die tiefen Risse, die die Welt zur Ruine machen. Aber er lenkt unsere Blicke auch auf die Haare, die nicht gekrümmt werden.
Gott lässt seine Welt nicht fallen. Ihn rufen wir an:
Wälder brennen. Häuser gehen in Flammen auf. Menschen sind auf der Flucht.
Schütze die Rettungskräfte, wehre den Brandstiftern.
Wir rufen zu dir: Hilf uns, das Leben zu gewinnen
Menschen gehen auf die Straße. In ihrer Not greifen sie zur Gewalt. Sie wissen nicht, wie es in ihren Ländern weitergeht.
Schenke Besonnenheit, lass Frieden wachsen.
IS-Kämpfer sollen in ihre Heimatländer zurück. Die Angst, dass sie den Hass mitbringen, ist groß. Die Rechtsprechung steht vor großen Herausforderungen.
Bewahre uns davor, neuen Hass zu säen, sei bei Anwälten und Richtern.
Touristen entdecken die Schönheiten der Welt. Viele Brüche bleiben ihnen verborgen. Die Erde ächzt unter der Last, die ihr aufgebürdet wird.
Nimm das Klima in deine Hand, zeige uns neue Lebensstile.
Alte Menschen sind oft allein. Viele sterben einsam und verlassen. Viele kommen auch mit der Welt nicht mehr klar, in der ihre Geschichten nicht mehr gefragt sind.
Schreibe alle Geschichten in dein Buch, wecke unter jungen Menschen Neugier.
Du hast die Welt gut, reich und schön geschaffen.
Wir können ihre Dauer nicht überblicken.
Schenke uns Heimat, offene Häuser und Herzen
und die große Hoffnung,
dass unter unseren Händen die Welt nicht untergeht.
Deine Liebe ist von Ewigkeit zu Ewigkeit.
In Christus, unserem Herrn.
Wir suchen das Leben.
Wir fragen nach Gott.
Wir sehen die Welt und die Menschen.
Wir bitten:
Für alle, die Verantwortung tragen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft,
dass ihr Leben anderen Mut mache, mitzuarbeiten an mehr Gerechtigkeit, Liebe und Frieden für unsere Zeit.
Gott unser Vater…
Für alle, die sich klein und abgeschoben fühlen,
dass sie immer neu spüren, dass sie Anteil an deinem Geist haben und dass du ein Freund ihres Lebens bist.
Für alle, die anderen Menschen helfen,
dass sie aus einem guten inneren Gefühl handeln und Freude ausstrahlen.
Für alle, die nach dir fragen und dich suchen,
dass ihr Leben offen bleibt für die deine frohe Botschaft und für die Begegnung mit glaubenden Menschen.
Für alle, die ganz nahe zu uns gehören, für Eltern, Kinder, Verwandte, Freunde,
dass ihr Leben durch unsere Liebe und Gemeinschaft reicher und erfüllter werde.
Für unsere Verstorbenen,
dass sie das volle Leben bei dir gefunden haben.
Wir leben von der Zuwendung Gottes.
Wir hoffen auf sein Kommen.
Wir vertrauen seinem Wort und antworten mit unserer Liebe.
Durch Christus unserem Bruder und Herrn. - Amen.
Wir alle kennen das Gefühl, wenn Angst in uns aufsteigt. Sie ist ein Warnzeichen vor echten oder vermeintlichen Gefahren. Sie kann unser Handeln mitbestimmen, muss ausgehalten oder überwunden werden. Es heißt auch: „Angst lehrt beten“. So lasst auch uns Gott, unseren Vater, bitten:
Um eine Kirche, die aus der Hoffnung auf dich lebt und so zum sichtbaren Zeichen deiner Verheißung wird.
Um eine gerechte Lösung der sozialen Fragen in den derzeit sehr unsicheren politischen Systemen vieler arabischer Länder.
Um ein globales Verständnis und weltweites Bemühen für die Probleme des Klimaschutzes.
Um einen Journalismus, der von ernsthafter Recherche und verantwortungsvoller Berichterstattung geprägt ist.
Um deine ausgleichende Gerechtigkeit für alle Verstorbenen, besonders aber für alle Opfer von Terror, Krieg und Gewalt.
Denn du, Herr, versprichst allen, die dich suchen und ehren, Heilung und Gerechtigkeit. Deine Größe beten wir an und rühmen dich jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
die Gabe, die wir darbringen,
schenke uns die Kraft, dir treu zu dienen,
und führe uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Bescheiden sind die Gaben, Herr,
mit denen du uns das Leben schenkst,
Brot und Wein.
Wir danken dir für die Liebe,
die so gut schmeckt wie Brot,
die so sehr wärmt wie der Wein.
Wir feiern ein Fest,
wir feiern dein Gedächtnis,
wie du uns sagst.
Umhülle Brot und Wein mit deinem Wort.
Dann wird wahr, was du gesagt hast:
Das ist mein Leib,
das ist mein Blut.
Du schenkst uns dich
In Christus, unserem Herrn.
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Singet dem Herrn alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preiset seinen Namen. (GL 54,1)
Gott, unser Vater,
angesichts der Not so vieler unschuldig Leidender
fällt es uns oft schwer, dir zu danken und dich zu loben.
Dennoch glauben wir, dass du ein Gott des Lebens bist.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns Hoffnung gibst,
dass nicht jene das letzte Wort behalten,
die sich mit Gewalt und Unrecht über alles hinwegsetzen.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du dich auf die Seite der Schwachen und Ohnmächtigen stellst
und ihnen Recht verschaffst.
Du wirst kommen, um die Ungerechtigkeit dieser Welt zu beenden,
und du wirst jene richten,
die sich über Recht und Menschenwürde hinwegsetzen.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du allen neues Leben schenken wirst,
die standhaft bleiben und treu zu deinem Namen halten;
dass du sie zum Tisch in deinem Reich führen wirst,
zum ewigen Gastmahl, das du denen bereitest, die dich lieben.
Kehrvers
Mit der ganzen Schöpfung,
die der Vergänglichkeit unterworfen ist,
und darauf wartet, von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden
zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes
rufen wir und singen wir dein Lob:
Danklied, z.B.: Singt dem Herrn ein neues Lied... (GL 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn deine Vorsehung waltet über jeder Zeit;
in deiner Weisheit und Allmacht
führst du das Steuer der Kirche
und stärkst sie durch die Kraft des Heiligen Geistes.
In ihm kann sie allezeit auf deine Hilfe vertrauen,
in Not und Bedrängnis zu dir rufen
und in Tagen der Freude dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Heiliger Geist 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn du hast die Welt mit all ihren Kräften ins Dasein gerufen
und sie dem Wechsel der Zeit unterworfen.
Den Menschen aber hast du
auf dein Bild hin geschaffen und
ihm das Werk deiner Allmacht übergeben.
Du hast ihn bestimmt,
über die Erde zu herrschen,
dir, seinem Herrn und Schöpfer, zu dienen
und das Lob deiner großen Taten zu verkünden
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und
mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 5
Wir leben im Schon und Noch Nicht!
Wir kennen die Verheißung und sehen die Zerstörung.
Wir spüren unsere Sehnsucht und ahnen unsere Hilflosigkeit.
Wir sprechen von Hoffnung und verlieren den Mut.
Wir sehnen uns nach Liebe und machen den Nächsten zum Fremden.
Wir wollen Frieden und schaffen Abgrenzung.
Wir leben im Schon und Noch-Nicht!
Denn wir können auf den anderen zugehen.
Denn wir können uns ändern.
Denn er, Gott verspricht uns: Sehe ich mache alles neu.
Wir leben, leben im Schon und Noch-Nicht
Ein Fest des Lebens
wollen wir feiern
es kennt keine Gebühr
und keinen Ausweis
die Einladung
ist da
Das Fest des Lebens
beginnt in dem Augenblick
wenn ich erkenne
was mein Leben
wertvoll macht
Wenn ich erkenne
dass ich eingeladen bin
zu lieben
Wenn das gelingt
dann wird mir viel geschenkt
Leben in Fülle
ein Fest für immer
Barmherziger Gott,
wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt
und sein Gedächtnis begangen.
Die heilige Gabe,
die wir in dieser Feier empfangen haben,
helfe uns,
daß wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern
Christus nachfolgen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Treuer, barmherziger Gott,
wir danken dir,
dass du uns die Welt, die wir lieben,
in ihrer Schönheit und Zerbrechlichkeit zeigst.
Es sind Menschen, die ihr zusetzen,
ihr Gewalt antun, sie ihrer Würde berauben.
Hilf uns, Verstrickungen, Schuldzusammenhänge
und Angststrategien aufzubrechen,
für Wahrheit und Recht einzutreten und
deiner Liebe den Raum zu lassen,
den du von Anfang an für uns alle abgesteckt hast.
Über Dunkelheiten und Abgründe
lass die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen.
Dann geht die Welt nicht unter
In Christus, unserem Herrn.
Die Herrlichkeit der Erden
muß Rauch und Asche werden
kein Fels, kein Erz kann stehn.
Dies, was uns kann ergötzen
was wir für ewig schätzen
wird als ein leichter Traum vergehn
Der Ruhm, nach dem wir trachten,
den wir unsterblich achten,
ist nur ein falscher Wahn;
sobald der Geist gewichen
und dieser Mund erblichen
fragt keiner, was man hier getan.
Es hilft kein weises Wissen
wir werden hingerissen
ohn einen Unterscheid.
Was nützt der Schlösser Menge?
Dem hier die Welt zu enge
dem wird ein enges Grab zu weit
Dies alles wird zerrinnen,
was Müh und Fleiß gewinnen
und saurer Schweiß erwirbt.
Was Menschen hier besitzen,
kann vor dem Tod nichts nützen;
dies alles stirbt uns, wenn man stirbt.
Wie eine Rose blühet,
wenn man die Sonne siehet
begrüßen diese Welt,
die, eh der Tag sich neiget
eh sich der Abend zeiget
verwelkt und unversehens fällt
so wachsen wir auf Erden
und denken groß zu werden,
von Schmerz und Sorgen frei;
doch eh wir zugenommen
und recht zur Blüte kommen,
bricht uns des Todes Sturm entzwei
Wir rechnen Jahr auf Jahre;
indessen wird die Bahre
uns vor die Tür gebracht.
Drauf müssen wir von hinnen
und, eh‘ wir uns besinnen
der Erde sagen: Gute Nacht
Auf, Herz, wach und bedenke,
daß dieser Zeit Geschenke
den Augenblick nur dein.
Was du zuvor genossen
ist als ein Strom verschossen;
was künftig, wessen wird es sein?
Verlache Welt und Ehre,
Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre
und geh den Herren an,
der immer König bleibet,
den keine Zeit vertreibet
der einzig ewig machen kann.
Wohl dem, der auf ihn trauet!
Er hat recht fest gebauet,
und ob er hier gleich fällt,
wird er doch dort bestehen
und nimmermehr vergehen
weil ihn die Stärke selbst erhält.
Andreas Gryphius (1650) in: EG 527
Originalfassung unter: http://dick.wursten.be/gryphius_rosa.htm
Die Apokalypse ist eine echte Erfolgsgeschichte. Schon seit Jahrhunderten denkt der Mensch über das Ende der Welt nach. Doch woher rührt unsere Sehnsucht nach dem Untergang?
Der Halleysche Komet am Himmel über Valparaíso, Chile, 1910. Astronomen hatten erklärt, dass giftige Blausäure aus seinem Schweif alles Leben auf der Erde auslöschen könne. Es blieb beim schaurigschönen Schauspie
Am 31. Dezember des Jahres 999, so die Legende, soll Papst Silvester II. mit seiner Ankündigung des bevorstehenden Weltuntergangs eine Massenhysterie ausgelöst haben. Das Leben ging weiter. Apokalypse hat, trotz solcher Fehlprognosen, immer Konjunktur. Allein Martin Luther kommt auf drei Termine binnen zehn Jahren.
Die wohl erste wissenschaftlich geförderte Untergangspanik wird 1910 von einer Annäherung des Halleyschen Kometen ausgelöst. Die Bevölkerung deckt sich mit Gasmasken, Pillen, Anti-Kometen-Schirmen ein.
Die Vorstellung, die Existenz der Welt könne für immer enden, war frühen Kulturen noch weitgehend fremd. Die Götter mochten die Menschen hart strafen, doch erlaubten sie stets auch einen Neuanfang. Die großen asiatischen Religionen lehren bis heute eine Abfolge von Welten, deren Untergang und Erneuerung sich zur zyklischen Wiederkehr des ewig Gleichen fügt. Seit Zarathustra aber, der ein definitives Ende voraussah, verbreitet sich die Idee, die Welt könne unwiederbringlich untergehen.
Die wahrscheinlich bekannteste endzeitliche Fantasie der Christenheit ist die „Offenbarung des Johannes“. Im Römischen Reich wurden die Christen verfolgt, Johannes mahnt die Gemeinden, standfest zu bleiben, denn die Rettung sei nah. Und er malt ihnen aus, wie schon bald Krieg und Pest die Erde verheeren würden: Die Sonne werde sich verfinstern, der Mond rot sein wie Blut. Gepanzerte Heuschrecken mit Reißzähnen und menschlichem Antlitz würden die Überlebenden quälen, feuerspeiende Pferde mit Schweifen aus Schlangen Tod und Entsetzen bringen.
Bis endlich Christus mit dem Heer des Himmels erscheine, die Armeen der Gottlosen niedermache und den Teufel gefangen setze. Die Toten würden auferstehen zum Weltgericht, Märtyrer und Fromme gelangten ins neue, himmlische Jerusalem. Gottes Leugner aber folgten dem Teufel in seine ewige Qual. Und die Erde – sie werde endgültig vernichtet.
Apokalypsen haben in unübersichtlichen Zeiten Konjuktur
Das Ende hat immer dann besonderen Reiz, wenn die Zeiten unübersichtlich und die Verhältnisse schwer erträglich scheinen. Dann häufen sich Propheten, die Umkehr und Buße predigen, und es entstehen Endzeitbewegungen, wie in den 1530er Jahren die Täufer in Münster.
Fast immer kommen astronomische Beobachtungen ins Spiel. Babylonier, Chinesen, präkolumbische Amerikaner, Europäer: Sie alle haben zu diversen Zeiten ehrfürchtig in die Sterne geblickt, um Zeichen zu finden, die von göttlichem Zorn künden.
Apokalypsen sind Erzählungen von den letzten Dingen. Sie lassen uns schaudernd in einen Abgrund blicken, der tiefer nicht sein könnte. Faszination des Grauens: Millionen werden heute, da sich Hollywood ihrer angenommen hat, mit Endzeitvisionen verdient. Doch bisher galt stets: Es gibt immer einen „Day after“.
Warum wir vor lauter News die Nachrichten übersehen - in ihrem Sachbuch erklärt die Neurowissenschaftlerin Maren Urner, warum uns die Informationsflut der modernen Medien überfordert und welche Auswege es gibt.
Egal ob morgens in der Zeitung, abends im TV oder gleich den ganzen Tag im Liveticker auf dem Smartphone: Kriege, Skandale, Terroranschläge, Katastrophen. Der Welt scheint es so schlecht zu gehen wie noch nie, und in Zukunft wird alles noch schlimmer. Diese Sicht der Dinge drängt sich auf, wenn wir uns in den Medien über den Zustand der Welt informieren.
Maren Urner warnt vor den fatalen Auswirkungen dieser Art von Berichterstattung: Wir sind ständig gestresst, unser Gehirn ist dauerhaft im Angstzustand, und unsere Sicht auf die Welt wird durch Schwarz-Weiß-Malerei und Panikmache verzerrt. So gewinnen wir keinen Überblick über die Geschehnisse, sondern bleiben überfordert und hilflos zurück.
Mit ihrer wissenschaftlichen Expertise erklärt die Autorin, was in der modernen Medienwelt schiefläuft und wie unser Steinzeithirn täglich von der digitalen Informationslandschaft überfordert wird. Als Gründerin von Perspective Daily berichtet Maren Urner aber auch von einer Alternative: von einem Online-Magazin, das lösungsorientiert berichtet. Als Neurowissenschaftlerin und Vorreiterin des Konstruktiven Journalismus in Deutschland erzählt sie von einer Berichterstattung, die uns nicht hoffnungslos zurücklässt, aber auch nichts schönreden will – inklusive interaktivem Crashkurs in kritischem Denken.
Maren Urner studierte Kognitions- und Neurowissenschaften in Deutschland, Kanada und den Niederlanden und promovierte am University College London. 2016 gründete sie Perspective Daily mit, das erste werbefreie Online-Magazin für Konstruktiven Journalismus. Seit Oktober 2019 ist sie Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln.
»Sobald mich meine Berufskrankheiten Zorn, Angst oder Verzweiflung befallen, lese ich Maren Urner. Klug und mit frischer Schärfe zeigt sie, was ein verantwortungsvoller Journalismus leisten kann.« Hajo Schumacher.
An jenem Tag, der kein Tag mehr ist —
vielleicht wird er sagen
Was tretet ihr an
mit euren Körbchen voller Verdienste,
die klein sind wie Haselnüsse
und meistens hohl?
Was wollt ihr
mit euren Taschen voller Tugenden,
zu denen ihr gekommen seid
aus Mangel an Mut,
weil euch die Gelegenheit fehlte
oder
durch fast perfekte Dressur?
Habe ich euch
davon nicht befreit?
Wissen will ich:
Habt ihr die anderen
angesteckt mit Leben
so wie ich?
Joachim Dachsel, in: W. Bruners/W. Schwarz, Und es kam die Zeit. Ein Weg durch das Lukas-Evangelium, Beerenverlag Frankfurt 2000.
Das Kometenlied ist ein berühmtes Wiener Couplet aus der Posse Der böse Geist Lumpacivagabundus (UA: April 1833) von Johann Nestroy. Die Musik stammt von Adolf Müller senior. Den Text hatte Nestroy bereits für die nicht aufgeführten Possen Genius, Schuster und Marqueur sowie Der Feenball geschrieben (allerdings noch ohne die Musik Müllers) und danach im Lumpacivagabundus verwendet.
Das Kometenlied beklagt den Verfall der Welt und die Torheit der Menschen und sagt den Weltuntergang, hervorgerufen durch einen auf die Erde stürzenden Kometen, voraus. Der Refrain lautet: „Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang.“
Das Kometenlied wurde ursprünglich von Nestroy selbst in der Rolle des Knieriem gesungen, welcher als einzige Figur an die letztendlich doch nicht eintretende zerstörerische Wirkung des Kometen glaubt. Es ist im dritten Akt die achte Szene und wird von einem pseudowissenschaftlichen Monolog eingeleitet, in dem Astronomie und Astrologie vermischt werden und der Nestroys Komik berühmt machte. – Viele österreichische Schauspieler haben es interpretiert und mit aktuellen Zusatzstrophen angereichert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kometenlied - 08-11-2015
Streit ums Geld, Debatte über die richtige Strategie - konkrete Beschlüsse? Ab Montag tagt die Uno-Klimakonferenz in Marrakesch: Fragen und Antworten zu einer verzwickten Veranstaltung.
Von Axel Bojanowski
Mehr:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/uno-klimakonferenz-in-marrakesch-was-der-gipfel-bringt-und-was-nicht-a-1119885.html
spiegel.de - 08-11-2016.
[HTML] Das ist dieses Jahr, von dem man reden wird
Das ist dieses Jahr, von dem man schweigen wird.
Die Alten sehen die Jungen sterben.
D je Törichten sehen die Weisen sterben.
Die Erde trägt nicht mehr, aber sie schluckt.
Der Himmel wirft keinen Regen, sondern nur Eisen.
Aus: Die Gedichte von Bertolt Brecht in einem Band. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1995 (1981).
Herr, sei du vor mir,
um mir den Weg zu zeigen.
Herr, sei du neben mir,
um mich in deine Arme zu schließen
um mich zu schützen.
Herr, sei du unter mir,
um mich aufzufangen,
wenn ich falle,
um mich aus der Schlinge zu ziehen.
Herr, sei du um mich herum,
um mich zu verteidigen,
wenn andere über mich herfallen.
Herr, sei über mir, um mich zu segnen.
4. Jahrhundert.
Aus: Peter und Annegret Kokschal, Gebete für das ganze Leben. Benno Verlag Leipzig 2004.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Das Buch Maleachi wird als anonyme Prophetenschrift angesehen. Da Maleachi jedoch als Personenname möglich ist, kann diese Annahme freilich nicht hundertprozentig bewiesen werden. Als Anhaltspunkte für eine ungefähre Datierung dieser Schrift gibt es nur wenige Hinweise. Aufgrund der Hinweise nimmt man an, dass die Schrift in der Periode der Perserherrschaft (1. Hälfte des 5. Jhdt. vor Chr.) zu datieren ist.
Hintergrund des Prophetenwortes ist die Klage, dass die Priester und das Volk Gott und die Zeit nicht mehr ernst nehmen. Es wird vom "Tag Jahwes" gesprochen, der als Gerichtstag über die Gottlosen geschildert wird. Der kommende Tag wird - in bildreicher Sprache - verglichen mit einem brennenden Backofen. Damit ist Gottes Zorn ausgedrückt.
Im Gegensatz zu diesem Geschehen wird denen, die Jahwe fürchten und ehren versprochen, dass die "Sonne der Gerechtigkeit" aufgehen wird. Das Aufgehen des Lichts, das die Finsternis vertreibt, kann ein Bild für Jahwes Epihanie sein; die geflügelte Sonnenscheibe ist eine bekannte altorientalische Darstellung. Ihre Flügel repräsentieren Heilung. Die alte Kirche deutet die Verheißung von der "Sonne der Gerechtigkeit" messianisch und sah sie in Jesus Christus erfüllt.
In den meisten Kulturen der Antike ist der Sonnenkult reichlich vorhanden. Die Sonne wird bei den Syrern wie auch bei den Ägyptern als eine Gottheit verehrt. Die Sonne spendet jeden Morgen erneut Licht, Leben und Wärme. Selbst in Israel ist die Versuchung des Sonnenkultes eine über viele Jahrhunderte hindurch dauernde Gefahr. In der Bibel selbst ist die Sonne ein Geschöpf, das von Jahwes Macht zeugt. Im Buch Jesus Sirach heißt es: "Die Sonne geht auf und erglänzt in vollem Licht, ein staunenswertes Gestirn, das Werk des Höchsten ... Ja, groß ist der Herr, ihr Schöpfer, sein Wort lässt seinen Helden erstrahlen" (Sir 43,2-5).