Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Génesis.
Gott, der Herr, sprach:
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.
Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm ebenbürtig ist.
Gott, der Herr, formte aus dem Erdboden
alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels
und führte sie dem Menschen zu,
um zu sehen, wie er sie benennen würde.
Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte,
so sollte sein Name sein.
Der Mensch gab Namen allem Vieh,
den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes.
Aber eine Hilfe, die dem Menschen ebenbürtig war,
fand er nicht.
Da ließ Gott, der Herr,
einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen,
sodass er einschlief,
nahm eine seiner Rippen
und verschloss ihre Stelle mit Fleisch.
Gott, der Herr,
baute aus der Rippe,
die er vom Menschen genommen hatte,
eine Frau und führte sie dem Menschen zu.
Und der Mensch sprach:
Das endlich ist Bein von meinem Bein
und Fleisch von meinem Fleisch.
Frau soll sie genannt werden;
denn vom Mann ist sie genommen.
Darum verlässt der Mann Vater und Mutter
und hängt seiner Frau an
und sie werden e i n Fleisch.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Der Herr segne uns alle Tage unseres Lebens. – Kv
GL 71,1
Selig jeder, der den Herrn fürchtet, *
der auf seinen Wegen geht!
Was deine Hände erarbeitet haben, wirst du genießen; *
selig bist du – es wird dir gut ergehn. – (Kv)
Deine Frau ist wie ein fruchtbarer Weinstock *
im Innern deines Hauses.
Wie Schösslinge von Ölbäumen sind deine Kinder *
rings um deinen Tisch herum. – (Kv)
Siehe, so wird der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet. *
Es segne dich der Herr vom Zion her.
Du sollst schauen das Glück Jerusalems alle Tage deines Lebens. /
Du sollst schauen die Kinder deiner Kinder. *
Friede über Israel! – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Schwestern und Brüder!
Den, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war,
Jesus,
ihn sehen wir um seines Todesleidens willen
mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt;
es war nämlich Gottes gnädiger Wille,
dass er für alle den Tod erlitt.
Denn es war angemessen,
dass Gott, für den und durch den das All ist
und der viele Söhne zur Herrlichkeit führen wollte,
den Urheber ihres Heils durch Leiden vollendete.
Denn er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden,
stammen alle aus Einem;
darum schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Schwestern und Brüder!
Nicht Engeln hat er die zukünftige Welt unterworfen,
von der wir reden,
vielmehr bezeugt an einer Stelle jemand:
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, /
oder des Menschen Sohn,
dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn nur ein wenig unter die Engel erniedrigt, /
mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt,
alles hast du ihm unter seine Füße gelegt.
Denn indem er ihm alles unterwarf,
hat er nichts ausgenommen,
was ihm nicht unterworfen wäre.
Jetzt aber sehen wir noch nicht,
dass ihm alles unterworfen ist,
aber den, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war,
Jesus,
ihn sehen wir um seines Todesleidens willen
mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt;
es war nämlich Gottes gnädiger Wille,
dass er für alle den Tod erlitt.
Denn es war angemessen,
dass Gott, für den und durch den das All ist
und der viele Söhne zur Herrlichkeit führen wollte,
den Urheber ihres Heils durch Leiden vollendete.
Denn er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden,
stammen alle aus Einem;
darum schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen
und zu sagen:
Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, /
inmitten der Gemeinde dich preisen;
und ferner:
Ich will auf ihn mein Vertrauen setzen;
und: Siehe, ich und die Kinder,
die Gott mir geschenkt hat.
Da nun die Kinder von Fleisch und Blut sind,
hat auch er in gleicher Weise daran Anteil genommen,
um durch den Tod den zu entmachten,
der die Gewalt über den Tod hat,
nämlich den Teufel,
und um die zu befreien,
die durch die Furcht vor dem Tod
ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren.
Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an,
sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an.
Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich sein,
um ein barmherziger und treuer Hohepriester vor Gott zu sein
und die Sünden des Volkes zu sühnen.
Denn da er gelitten hat
und selbst in Versuchung geführt wurde,
kann er denen helfen,
die in Versuchung geführt werden.
Halleluja. Halleluja.
Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns
und seine Liebe ist in uns vollendet.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
kamen Pharisäer zu Jesus
und fragten:
Ist es einem Mann erlaubt,
seine Frau aus der Ehe zu entlassen?
Damit wollten sie ihn versuchen.
Er antwortete ihnen:
Was hat euch Mose vorgeschrieben?
Sie sagten:
Mose hat gestattet,
eine Scheidungsurkunde auszustellen
und die Frau aus der Ehe zu entlassen.
Jesus entgegnete ihnen:
Nur weil ihr so hartherzig seid,
hat er euch dieses Gebot gegeben.
Am Anfang der Schöpfung aber
hat Gott sie männlich und weiblich erschaffen.
Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen
und die zwei werden ein Fleisch sein.
Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
Was aber Gott verbunden hat,
das darf der Mensch nicht trennen.
Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber.
Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt
und eine andere heiratet,
begeht ihr gegenüber Ehebruch.
Und wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt
und einen anderen heiratet,
begeht sie Ehebruch.
Da brachte man Kinder zu ihm,
damit er sie berühre.
Die Jünger aber wiesen die Leute zurecht.
Als Jesus das sah, wurde er unwillig
und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen;
hindert sie nicht daran!
Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes.
Amen, ich sage euch:
Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind,
der wird nicht hineinkommen.
Und er nahm die Kinder in seine Arme;
dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
kamen Pharisäer zu Jesus
und fragten:
Ist es einem Mann erlaubt,
seine Frau aus der Ehe zu entlassen?
Damit wollten sie ihn versuchen.
Er antwortete ihnen:
Was hat euch Mose vorgeschrieben?
Sie sagten:
Mose hat gestattet,
eine Scheidungsurkunde auszustellen
und die Frau aus der Ehe zu entlassen.
Jesus entgegnete ihnen:
Nur weil ihr so hartherzig seid,
hat er euch dieses Gebot gegeben.
Am Anfang der Schöpfung aber
hat Gott sie männlich und weiblich erschaffen.
Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen
und die zwei werden ein Fleisch sein.
Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
Was aber Gott verbunden hat,
das darf der Mensch nicht trennen.
Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber.
Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt
und eine andere heiratet,
begeht ihr gegenüber Ehebruch.
Und wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt
und einen anderen heiratet,
begeht sie Ehebruch.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In Diskussionen um die Ehe landen wir schnell und oft ungewollt bei Fragen des Zerbrechens und der Scheidung. Rechtsparagrafen können eine gewisse Hilfe sein, doch es geht vor allem um die Frage, was die Ehe ausmacht und zusammenhält. Auch in den Antworten, die wir von Jesus erwarten, steht die Frage nach den Inhalten im Vordergrund.
Immer öfter beobachten wir, dass gesellschaftliche Grundfragen von den Höchstgerichten geklärt werden müssen. Dabei entsteht der Eindruck, dass es in unserem Zusammenleben vor allem um Gesetze und Paragrafen geht. Angelegenheiten, für die Politiker keine ausreichend akzeptierte Lösung finden, müssen dann von Gerichten entschieden werden: Etwa Fragen der Rechtsstaatlichkeit, der persönlichen Freiheit, der Gleichberechtigung, des Zusammenleben in Ehen, Familien und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften u.a.m.
Auch Jesus wird immer wieder mit Rechtsfragen konfrontiert. Im Evangelium, das wir heute gehört haben, geht es um die Frage der Ehescheidung, an anderer Stelle um Fragen des Steuerzahlens, bei mehreren Gelegenheiten um Fragen der Sabbatheiligung. Einmal stellt jemand an ihn das Ansinnen, er solle ihm in Erbstreitigkeiten helfen.
Interessant find ich, dass wir uns auch heute noch, 2000 Jahre danach, auf solche Streitfragen draufsetzen und versuchen, von Jesus her klare rechtliche Regelungen abzuleiten. Nicht selten überhören wir dabei die viel wichtigeren Zwischentöne seiner Antworten, so sehr sind wir auf Rechtsfragen fixiert.
Im heutigen Evangelium wird Jesus gefragt, ob ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen darf. Er antwortet nicht direkt auf ihre Frage, sondern wirft seinen Fragestellern Hartherzigkeit vor: "Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er [Mose] euch dieses Gebot gegeben…" und erinnert sie anschließend, worum es in der Ehe eigentlich geht.
Was gibt dieser biblische Disput über die Ehe heute noch her?
Mit dem Vorwurf der Hartherzigkeit müssen sich wohl auch jene konfrontieren, die heute aus dieser seiner Antwort unverrückbare Prinzipien ableiten wollen und auf diesem Weg Menschen aus der kirchlichen Gemeinschaft ausschließen, die an Jesu hohem Ideal der Ehe gescheitert sind, bzw. erst viel zu spät entdeckt haben, worum es eigentlich gegangen wäre.
Bedeutsamer ist, was uns Jesus inhaltlich zur Ehe gesagt hat. Dies geht in der Hitze des Diskutierens meist unter. Zu Jesu Vorstellung von der Ehe gehört, dass der Mann – das Gleiche gilt wohl auch für die Frau – Vater und Mutter verlässt, und die zwei werden e i n Fleisch. Das heißt, beide Ehepartner brechen mit dem Ziel, " e i n Fleisch" zu werden in ihr eigenes Leben auf, unabhängig von den Vorgaben der Eltern. Beim " E i n Fleisch werden" ist wohl an mehr zu denken als an punktuelles sexuelles Verschmelzen. Eine neue Einheit zu werden, ist eine Aufgabe, die nicht allein durch den formalen Akt der Eheschließung erledigt werden kann, sondern eine Herausforderung, die das ganze Leben in Anspruch nimmt.
Nicht jeder Mensch ist dafür geschaffen. Jesus selbst ist unverheiratet geblieben. Er hat sich ein ganz anderes Ziel gesetzt und ganz für die Verkündigung des Reiches Gottes gelebt.
Mindestens ebenso bedeutsam ist sein nachsichtiger Umgang mit Menschen, die in den Augen der Selbstgerechten als gescheitert gegolten haben. In seiner Nähe finden wir sogenannte Sünder und Sünderinnen, Zöllner, einen bunten Haufen von Frauen und Männern, die mit ihm mitgezogen sind. Nicht alle, "die alles verlassen haben", haben dies vermutlich aus idealistischer Begeisterung für das Reich Gottes getan. Es waren wohl auch Leute dabei, die Angehörige im Stich gelassen haben und vor ihrem bisherigen Leben davongelaufen sind. Aus diesem bunten Haufen ist in den frühchristlichen Gemeinden ein buntes Gemisch alter und neuer Lebensformen entstanden. Später sind noch Einsiedler, Mönche und Kleriker dazugekommen.
Um die im Laufe der Jahrhunderte entstandene christliche Ehe- und Beziehungskultur zu verstehen, reichen die spärlichen Aussagen Jesu zu Ehefragen nicht aus. Die Lebensformen haben sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt, und die Entwicklung bleibt auch heute nicht stehen. Gegenwärtig erleben wir eine spannende Zeit, in der nicht wenige Menschen althergebrachte Lebensformen zurücklassen und neue Beziehungs- und Familienformen ausprobieren. Welche sich bewähren, wird erst die weitere Geschichte erweisen. Es tut zwar weh mitanzusehen, dass vieles, was uns Älteren kostbar und heilig ist, von vielen Jüngeren nicht mehr geschätzt wird. Das betrifft nicht nur die Ehen und Familien. Es betrifft auch die Alleinstehenden, die Ordensleute und die Priester. Wir dürfen aber darauf vertrauen, dass uns auch in unserer Zeit der Geist Gottes begleiten wird und christliche Lebensformen wachsen lässt.
Die Episode mit den Kindern, die von den Jüngern zunächst abgewiesen, schlussendlich aber von Jesus gesegnet werden, scheint auf den ersten Blick mit der vorangehenden Frage nach der Ehescheidung nichts zu tun zu haben. Beide Ereignisse haben aber eine gemeinsame Basis: Jesus geht es um die Würde und um das Wahrnehmen jeder einzelnen Person. Er schaut auf die, die in der öffentlichen Wahrnehmung übersehen und übergangen werden.
Die entscheidende Herausforderung liegt nicht in der Anpassung alter oder in der Konstruktion neuer Paragrafen. Vielmehr kommt es für jeden einzelnen von uns darauf an, dass wir die Nöte und Sehnsüchte jedes Menschen wahrnehmen, darauf eingehen und ihnen Raum geben. Denn "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände." (Gaudium et Spes Nr. 1).
Jesus bezieht sich in seiner Ablehnung der Ehescheidung auf die Erzählung von der Erschaffung der Eva aus der Rippe Adams. Was wie ein Märchen anmutet enthält bei näherem Hinsehen die tiefe Sehnsucht des Menschen nach inniger Beziehung.
Eine das ganze Leben umfassende Liebe ist ein hohes Ideal. Aber zu allen Zeiten sind Menschen daran auch gescheitert. Jesus sieht in Möglichkeit der Scheidung ein Zugeständnis Gottes an die Hartherzigkeit der Menschen, zur Zeit Jesu vor allem der Männer. Wie heute damit umgehen? Amoris Laetitia betont die Begleitung der Betroffenen durch die Kirche.
Jesus wirft den Pharisäern, die ihn nach der Auflösungsmöglichkeit von Ehen fragen, Hartherzigkeit vor und spricht ein striktes Scheidungsverbot aus. Er begründet dies mit dem Ideal der Ehe, wie es in der Schöpfungserzählung vorgegeben ist. Unbeugsame Ideale können aber auch hartherzig werden. Wie sollen wir mit Menschen umgehen, die an diesem Ideal gescheitert sind? Dies ist eine große Herausforderung an uns und an die am 4. Okt. 2015 beginnende Weltbischofssynode.
Manche Ehen enden in einem Rosenkrieg. Vor Gericht oder mit Hilfe von Anwälten oder Mediatoren werden die Scherben einer zerbrochenen Beziehung eingesammelt und aufgeteilt. Im Rosenkrieg wird jene Hartherzigkeit sichtbar, die Jesus den Pharisäern, die ihm eine Falle stellen wollten, vorwirft. Der Unterschied liegt darin, dass damals Frauen kaum eine Möglichkeit hatten, den Rosenkrieg bestimmend mitzugestalten.
Häufiger werden heute Ehen einvernehmlich getrennt, wenn beide Partner zum Schluss gekommen sind, dass ihre Beziehung keine Zukunft mehr hat. Diese Lösung ist meist klüger. Ob sie weniger hartherzig ist, sei vorläufig dahingestellt.
Fakt ist, dass Ehen scheitern können und dass dies nicht selten eintrifft. Die Gründe sind vielfältig und meist auch vielschichtig, wie auch die Motive eine Ehe zu schließen vielschichtig sind. Die Liebe ist meist wohl das stärkste Motiv, aber nicht das einzige. Sie beginnt meist romantisch, hat oft aber auch sehr rationale und ganz praktische Seiten.
Damit sind wir bei einem wichtigen Punkt angelangt. Was Menschen unter Liebe verstehen, was sie sich von ihr erwarten, wie sie Liebe ausgestalten usw., war in den verschiedenen Epochen sehr unterschiedlich und variiert auch von Kultur zu Kultur. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die gesetzlichen Regelwerke rund um Ehe, Partnerschaft und Lebensgemeinschaft aus. Gegenwärtig sind diese schwer überschaubar. Und oft reden wir aneinander vorbei, weil wir von Voraussetzungen ausgehen, die nicht mehr so selbstverständlich gleich sind wie früher einmal.
Jesus führt als Begründung seines Scheidungsverbotes ein Liebesideal an, wie es in der Schöpfungserzählung dargestellt wird. Ideale sind sehr hilfreich, weil sie uns eine Richtung weisen. Ideale können aber auch überfordern. Wenn Ideale starr gehandhabt werden, können Menschen daran scheitern oder gar zerbrechen. Wo Ideale zu starren Vorschriften und nicht durch menschliche Barmherzigkeit ergänzt werden, können sie zu einem Programm werden, dem man in ähnlicher Weise Hartherzigkeit vorwerfen muss, wie Jesus dies den Pharisäern gegenüber getan hat. Für dieses Dilemma gilt es eine Lösung zu finden, wenn die Bischöfe nun zu einer weltweiten Synode zum Thema Ehe und Familie zusammentreten. Kein einfaches Unterfangen, wie die Diskussionen im Vorfeld gezeigt haben.
Dennoch können wir aus den biblischen Grundlagen einige Eckpunkte ablesen:
Es geht in menschlichen Beziehungen um mehr als um einen Kontrakt, den man beliebig schließen und auflösen kann. Es geht um Liebe. Und Liebe ist mehr als erotisches Begehren, mehr als Beziehung, mehr als Partnerschaft, mehr als ein einander Besitzen usw. Vom Schöpfungsgedanken her ist sie Abbild der Liebe des Schöpfers. Als solche trägt sie die Herausforderung in sich, immer mehr der Liebe des Schöpfers ähnlich werden zu wollen. Mittlerweile verstehen wir Schöpfung immer mehr als dynamische Entwicklung und nicht nur ein statisches Herstellen. Schöpfung wächst, der Schöpfer ist immer noch am Werk. In diesem Sinne steht jede Beziehung vor der Aufgabe, die Liebe im gemeinsamen Leben mitwachsen zu lassen und zur Entfaltung zu bringen. Dies kann mühevolle Beziehungsarbeit beinhalten, welche Menschen unter Umständen einander schuldig bleiben. So verstandene Liebe ist mehr als ein Ausschau halten nach einem Menschen, der in mir intensive Gefühle auslöst, der zu mir passt, oder der zu mir vielleicht besser passt.
Dieses Ringen und Wachsenlassen der Liebe wird theologisch im Bund Gottes mit seinem Volk zum Ausdruck gebracht. Gott hat immer wieder seinen Bund mit den Menschen und mit seinem Volk angeboten und diesen erneuert. Er wird nicht müde, um diesen Bund mit seinem Bundespartner zu ringen.
Ein weiteres Moment der Liebe, die uns Jesus selbst vorgelebt hat, besteht darin, dass sie selbst der Zerreißprobe des Kreuzes nicht ausgewichen ist. Er ist in seiner Liebe bis zum Äußersten gegangen.
Die katholische Tradition versteht die Ehe als Sakrament, das heißt als lebendiges Zeichen der Liebe Gottes. Als solches ist sie selbst nicht nur ein theologischer Verweis auf die Liebe Gottes, sondern Zeichen und Mittel des Heiles. In der gegenseitigen Liebe mit all ihren menschlichen Dimensionen, selbst bis in die Sexualität hinein, erfahren Ehepartner die Liebe Gottes. ihrer menschlichen Liebe kommt auch die Liebe Gottes zum Ausdruck. In der schöpferischen Kraft dieser Liebe nehmen sie teil am Wirken des Schöpfers. In diesem Verständnis ist Ehe mehr als "ein weltlich Ding".
Die katholische Kirche pflegt neben dem Hochhalten der Sakramente auch sogenannte Sakramentalien, sozusagen kleiner, den Sakramenten ähnlicher Zeichen. Die bekannteste Sakramentalie ist wohl das Weihwasser. Es erinnert an die Taufe. Wenn wir uns mit Weihwasser besprengen und bekreuzigen, rufen wir in Erinnerung, was in der Taufe an uns geschehen ist, dass wir Kinder Gottes sind und unter dem besonderen Schutz Gottes stehen.
In einem vergleichbaren Verhältnis zum großartigen Verständnis der Ehe als Sakrament sehe ist alle anderen Formen menschlicher Liebe und Beziehungen, die den ganzen Menschen in seiner persönlichen Würde und Integrität ernst nehmen als "Sakramentalien". Jede ernst gemeinte Liebe ist mehr als "ein seltsames Spiel". Jede Liebe, die auf den Partner oder die Partnerin als ganzer Person ausgerichtet ist, ist bereits Abbild der Liebe Gottes, hat etwas Heiliges, hat Würde und ist mit Respekt zu begegnen.
Dazu gehört jede ernst gemeinte Liebe zwischen Menschen, die den Zauber der Liebe und deren Spielregeln erst kennenlernen beginnen, zwischen Menschen, die noch auf der Suche nach einem Lebenspartner sind, zwischen Menschen, deren unumkehrbares Begehren auf Menschen des gleichen Geschlechtes ausgerichtet ist, zwischen Menschen, die in ihrem Versuch, eine lebenslange Partnerschaft zu verwirklichen, gescheitert sind. Auch ihrer Liebe kann das Heilige, Gottebenbildliche nicht abgesprochen werden.
Für all diese Formen und Lebensstadien einen kirchlich lebbaren Rahmen zu finden, sehe ich als große Herausforderung unserer Zeit. Und ich hoffe, dass die Bischofssynode, die heute in Rom zusammentritt, um über Fragen der Ehe und des Familienlebens zu beraten, uns auf diesem Weg einen guten Schritt weiterbringt.
Dass Ehen trotz Bemühen manchmal nicht gelingen, beweist die Statistik. Doch wie damit umgehen? Hohe Erwartungen an die am 4. Oktober 2015 beginnende Bischofssynode in Rom.
Lieder:
GL 161: Du rufst uns Herr, trotz unsrer Schuld
GL 215: Gott sei gelobet und gebenedeiet (3 . Str.)
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein (3. Str.)
GL 358: Ich will dich lieben, meine Stärke
GL 361: Mein schönste Zier und Kleinod bist
GL 364: Schönster Herr Jesu
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 405: Nun danket alle Gott
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 439: Erhör, o Gott, mein Flehen (1. und 4. Str.)
GL 449: Herr, wir hören auf dein Wort
GL 442: Wo die Güte und die Liebe wohnt
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr du bist mein Weg
GL 457: Suchen und fragen, hoffen und sehn
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 484: Dank sei dir Vater, für das ewge Leben
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 499: Gott, der nach seinem Bilde
Psalmen und Kehrverse:
Gl 31: Selig der Mensch, der seine Freude hat, seine Freude an der Weisung des Herrn. - Mit Psalm 1 - IV.
GL 51: Wie groß sind deine Werke, o Herr, wie tief deine Gedanken - Mit Psalm 92 - I.
GL 71: Selig, wer Gott fürchtet und auf seinen Wegen geht. - Mit Psalm 128 - VIII.
GL 584,4: Herr, du hast Worte des ewigen Lebens - Mit Psalm 19 - II.
Herr, Jesus Christus,
du hast den Auftrag,
den dir der Vater in seiner Schöpfung gab,
mit voller Bereitschaft angenommen.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns vorgelebt,
was es heißt,
die Würde jedes Menschen
in Liebe ernst zu nehmen.
Christus, erbarme dich.
Du hast die Menschen aufgerichtet
und ihnen von der Liebe und
der Barmherzigkeit des Vaters Kunde gebracht.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du gibst uns in deiner Güte mehr,
als wir verdienen,
und Größeres, als wir erbitten.
Nimm weg, was unser Gewissen belastet,
und schenke uns jenen Frieden,
den nur deine Barmherzigkeit geben kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
du schenkst uns unser Sein
und stellst uns in die Welt,
um deine Liebe in ihr wirken zu lassen.
Nicht als Einzelkämpfer sind wir gesandt,
sondern du schenkst uns Menschen,
denen wir liebend begegnen
und die auch uns liebend annehmen,
damit wir uns getragen fühlen –
durch dich und durch sie.
Dafür danken wir dir und bitten dich,
erhalte uns wache und liebende Augen,
damit wir in Frieden in dieser Welt leben können.
Amen.
Wir wünschen uns, dass Beziehungen gelingen.
Vieles dabei hängt von unserem Verhalten ab, aber vieles dabei ist Geschenk und Gnade.
Darum lasst uns bitten:
Um einen ehrlichen und wertschätzenden Umgang in der Kirche mit den Menschen, die in nicht der katholischen Norm entsprechenden Partnerschaften leben.
Um das ernsthafte Bemühen aller Menschen im Bewusstsein unserer weltweiten Schicksalsgemeinschaft und Solidarität mit der gesamten Mitschöpfung.
Um Geduld in den Mühen der Ebene, wenn in unseren Beziehungen die Spannung zwischen Ideal und Wirklichkeit unüberwindbar erscheint.
Um einen Weg in die Zukunft von Frauen und Männern, der von Gleichwertigkeit, der Möglichkeit gegenseitiger Ergänzung und der gemeinsamen Aufgabe zur Weitergabe des Lebens geprägt ist.
Um Trost und Hoffnung aus dem Glauben für alle Trauernden und Sterbenden.
Unser Leben spielt sich zwischen Schöpfung und Vollendung in der Hoffnung ab, dass letztlich durch Jesus, unseren Erlöser, alles gut wird.
Dafür danken wir dir, dem dreieinen Gott, durch Jesus, der einer von uns geworden ist, im Heiligen Geist. - Amen.
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
der Tisch ist gedeckt mit den Gaben von Brot und Wein,
die auf die Gegenwart deines Sohnes verweisen.
Er lädt uns ein zu einer Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern,
die sein Werk auf Erden fortsetzt.
Hilf uns und stärke uns dazu
durch ihn, Christus unseren Herrn.
Danket dem Herrn, denn er ist gut…
(GL 402)
Oder:
Kehrvers: Dir sei Preis und Dank und Ehre.
(GL 670,8)
Guter Gott, liebender Vater,
wir haben allen Grund dir Dank zu sagen
und dir unseren Lobpreis darzubringen.
Denn Du hast die ganze Schöpfung
in ihrer großartigen Vielfalt und Buntheit hervorgerufen.
Den Menschen hast du als dein Abbild erschaffen
und ihm die Schöpfung anvertraut.
Kehrvers
Damit der Mensch nicht allein sei,
hast du ihn als Mann und Frau geschaffen,
sie einander zugeführt und sie befähigt,
in Beziehung zu einander sich zu ergänzen.
Die Liebe zwischen Mann und Frau hast du zum Abbild
deines Bundes mit den Menschen
und zum Abbild der Liebe zwischen Christus und der Kirche gemacht.
Du machst ihre Liebe fruchtbar in Kindern
und lässt sie so an deiner Schöpferliebe teilhaben.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du ihnen ein Beispiel
sich hingebender Liebe vorgestellt
und ihnen den Weg gewiesen,
wie sie ihre Sehnsucht nach wahrer Liebe einlösen können.
Für all dies danken wir dir
und preisen wir dich mit der ganzen Schöpfung:
Danklied, z. B.: Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn. (GL 408)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn du hast die Welt mit all ihren Kräften ins Dasein gerufen
und sie dem Wechsel der Zeit unterworfen.
Den Menschen aber hast du
auf dein Bild hin geschaffen und
ihm das Werk deiner Allmacht übergeben.
Du hast ihn bestimmt,
über die Erde zu herrschen,
dir, seinem Herrn und Schöpfer, zu dienen
und das Lob deiner großen Taten zu verkünden
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und
mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 5
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn du hast den Menschen als Mann und Frau erschaffen
und ihren Bund zum Abbild deiner schöpferischen Liebe erhoben.
Die du aus Liebe geschaffen
und unter das Gesetz der Liebe gestellt hast,
die verbindest du in der Ehe zu heiliger Gemeinschaft
und gibst ihnen Anteil an deinem ewigen Leben.
So heiligt das Sakrament der Ehe den Bund der Gatten
und macht ihn zu einem Zeichen deiner göttlichen Liebe
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen dich deine Erlösten
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig…
MB Trauung 3
Nicht das ist entscheidend,
was die Menschen per Gesetz erlauben,
sagt Jesus.
Es gilt, den Sinn
von Liebe und Treue zu erfassen:
Liebe schaut nicht nach dem eigenen Vorteil,
sucht nicht sich selbst,
kennt kein Besitzdenken.
Liebe verschenkt sich.
Treue verspricht Begleitung und Stütze
auch wenn es schwer wird
dem Menschen,
den sie sich vertraut gemacht hat.
Beide - Liebe und Treue -
lassen uns Gott erahnen,
einen Gott,
der trotz Schuld und Versagen
den Menschen die Treue hält.
Aus diesem Gott,
und nur aus ihm
kommt die Kraft,
die uns befähigt
zu Liebe und Treue.
Gott und Vater,
du reichst uns das Brot des Lebens
und den Kelch der Freude.
Gestalte uns nach dem Bild deines Sohnes,
der im Sakrament unsere Speise geworden ist.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
von deiner Liebe dürfen wir uns getragen fühlen,
du willst unser Glück.
Aber auch in schweren Zeiten
dürfen wir erfahren,
dass du an unserer Seite bist,
wenn wir uns dafür öffnen.
Schenke auch uns die Kraft,
unseren Mitmenschen in glücklichen
wie in schweren Tagen
liebend zu begegnen
und, wo es gefordert ist,
immer wieder Neuanfänge zu wagen.
Darum bitten wir dich
mit Christus,
der uns ein Beispiel deiner Liebe zu uns vorgelebt hat.
Amen.
Die Liebe sieht nicht nur mit den Augen,
sie sieht vor allem mit dem Herzen.
Sie ist ein Geschenk Gottes an uns
und wir dürfen uns immer wieder bittend
an ihn wenden,
dass er uns und unsere Liebesfähigkeit
unter seinem Schutz und Segen erhält.
So segne uns der Vater,
der uns in Liebe ins Leben rief.
Es segne uns Gottes Sohn,
der uns ein Beispiel bedingungsloser Liebe gab.
Es segne uns der Hl. Geist mit der Ausdauer seiner Kraft.
Amen.
Mann und Frau
geschaffen
aus göttlichem Plan
geschaffen aus Liebe
nach Gottes Bild
ausgestattet
mit seiner Liebe
seinem Atem
beide ausgestattet
mit vielen Fähigkeiten
mit vielen Veranlagungen
in die Welt gestellt
sich zu unterstützen
weil der Weg
durch diese Welt
alleine zu schwer ist
zwei Menschen
die sich ihrer Nacktheit
nicht schämen müssen
die sich anschauen können
so wie sie sind
Menschen
die in Liebe
miteinander
in die Anfechtungen
des Lebens gestellt sind
ein Bund -
ersehnt für ein ganzes Leben
auch hineingestellt
in ein „Scheitern-können“
dann verurteilt?
verdammt?
Jesus spricht
zu den „Norm-Erfüllern“
sie sollen den ersten Stein werfen
wenn sie ohne Schuld sind
schenkt der Frau
in ihren „Bruch“ -
ihr Scheitern -
hinein
die Chance für einen
Neuanfang
einen Neuanfang
der vielleicht
in ein neues Miteinander
führen kann
vielleicht aber auch
in das Gehen getrennter Weg
weil nur so ein Leben
in Frieden
möglich ist
der
der uns aus Liebe schuf
er weiß um uns
um unser Vermögen
und um unser Unvermögen
darum hat er uns
in Jesu
seine Liebe
und
sein Gnädig-Sein
ganz neu
offenbart
und uns aufgefordert
auch liebend
und des anderen Wohl wollend
zu sein
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
Lasst die Kinder zu mir kommen, denn ihnen gehört das Himmelreich!
Ein Lied von Reinhard Burchhardt zum Download im PDF-Format
Reinhard Burchhardt
Braut:
Ich nehm‘ dich an als meinen Mann und ich verspreche dir die Treue
in den guten und in den nicht so guten Tagen.
Ich will dich lieben, achten und ehren,
unsre Gemeinsamkeiten mehren
und es täglich aufs Neue mit dir wagen.
Bräutigam:
Du bist genau die richt’ge Frau, nach der ich mich so lang gesehnt hab.
Ich will dir ein guter Mann sein, ohne Klagen.
Ich will dich lieben, achten und ehren,
unsre Gemeinsamkeiten mehren;
auch in schwierigen Zeiten nicht verzagen.
Priester/alle:
Dazu begleit‘ euch unser Gott mit seinem Segen, immer fort.
Steckt den Ring der Treue an, er soll euch sagen:
Ich sollt euch lieben, achten und ehren,
eure Gemeinsamkeiten mehren.
Und, wenn’s nicht mehr weitergeht, wird Gott euch tragen.
Text+Musik: Reinhard Burchhardt.
[Strophe 1]
Hör mir jetzt mal zu, lass mich jetzt in Ruh'
Und ruf mich nicht mehr an
Ich hab' keine Zeit - nicht gestern und nicht heut', nicht morgen und nicht irgendwann
Mach dir endlich klar, es ist nicht mehr, es war
Du musst das kapier'n, eins wird nicht passier'n
Mich kriegste nicht zurück
Zieh doch einfach los, das Angebot ist groß
Greif dir'n neues Glück
Jeglichen Verkehr, will ich mit dir nicht mehr
[Refrain]
Ein Herz kann man nicht reparier'n, ist es einmal in zwei, dann ist alles vorbei
Ein Herz kann man nicht reparier'n, niemand weiß wie das geht, es ist meistens zu spät
Ein Herz kann man nicht reparier'n, da hilft keine Kur, da rinnen Tränen nur
Ein Herz kann man nicht reparier'n, alles bleibt leer und auch der Arzt hilft nicht mehr
[Strophe 2]
Jeglichen Verkehr, will ich mit dir nicht mehr
Kniest dich vor mich hin, hat doch keinen Sinn
Mich kriegste nicht mehr rum
Zieh dich wieder an, ich lass dich nicht mehr ran
Und mach dich doch hier nicht krumm
Wenn ich dich so seh', aua, das tut weh
[Refrain]
Ein Herz kann man nicht reparier'n, ist es einmal in zwei, dann ist alles vorbei
Ein Herz kann man nicht reparier'n, niemand weiß wie das geht, es ist meistens zu spät
Ein Herz kann man nicht reparier'n, da hilft keine Kur, da rinnen Tränen nur
Ein Herz kann man nicht reparier'n, alles bleibt leer und auch der Arzt hilft nicht mehr
[Outro]
Doch irgendwann wird sie vor mir steh'n,
die Frau mit der Zaubermedizin
und sie sagt: „Kleiner, ey, lass mich mal seh'n.
Ich glaub' das kriegen wir wieder hin.“
Ein Herz, das kann man reparier'n und geht's mal in Zwei, ist es längst nicht vorbei
Ein Herz, das kann man reparier'n, ich weiß wie das geht, es ist niemals zu spät
Ein Herz, das kann man reparier'n, ich kenn da 'ne Kur, hilft küssen nur
Ein Herz, das kann man reparier'n, ist doch gar nicht schwer und 'n Arzt brauchen wir nicht mehr.
Sie lieben und vertrauen einander.
Sie wissen, der geliebte Mensch gehört wie kein anderer zu Ihnen.
Sie haben sich deshalb für ein gemeinsames Leben entschieden.
Sie bekunden dieses Ja zueinander öffentlich und feiern es.
Sie vertrauen auf die Kraft und Hilfe Gottes.
Sie wollen Ihre Ehe in seinem Geist als Sakrament leben.
Sie heiraten aus diesem Grund auch kirchlich.
• Von der Liebe berührt, finden Menschen zusammen, gestalten und pflegen ihre Beziehung und spüren irgendwann die Sehnsucht zusammenzubleiben.
• Eine Lebensentscheidung wie die zur Ehe, zur verbindlichen Lebensform auf Dauer, als Hoch-Zeit der Liebe zu feiern, hat eine lange und gute Tradition.
• Den Entschluss zur lebenslangen Bindung öffentlich zu bekunden und zu feiern, entspricht dem Wesen des Menschen und tut seiner Seele gut.
• Die anderen, besonders Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde, sollen teilhaben an dem was für die beiden zur Gewissheit geworden ist.
Ich wünsche Ihnen nicht nur eine schöne Hochzeitsfeier, sondern ermutige Sie auch jährlich Ihren Hochzeitstag zu beachten und gemeinsam zu gestalten. Besonders aber wünsche ich Ihnen immer wieder hochzeitliche Erfahrungen, ein gutes Miteinander in den Flachzeiten und die gemeinsame Bewältigung möglicher Tiefzeiten.
Franz Harant, Ehe- und Familienseelsorger in Linz
Franz Harant, Diözese Linz.

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Der Hebräerbrief ist bemüht, das Christus-Geheimnis einer Gemeinde zu erschließen, die von der alttestamentlichen jüdischen Überlieferung geprägt ist. Immer wieder nimmt er alttestamentliche Zitate und Anschaungen zum Ausgangspunkt seiner Darlegungen.
Die Gemeinde, an die der Brief gerichtet ist, lebt in großer Bedrängnis (wie wohl alle christlichen Gemeinden am Ende des ersten christlichen Jahrhunderts). Der Verfasser möchte seinen Adressaten Mut zusprechen, im Glauben standzuhalten.
In den unserem Text vorausgehenden Versen 6 bis 8 zitiert der Verfasser den Psalm 8, um daran anzuknüpfen und seine Theologie der Verherrlichung um des Todesleidens willen entfalten zu können. Dieser Weg durch Leiden zu Herrlichkeit, den Jesus vorasugegangen ist, soll den Empfängern des Briefes Mut machen, ihre Leiden auszuhalten, damit auch sie durch Leiden vollendet werden wie der Urheber ihres Heiles.
Der Lesungstext steht mitten in einem Abschnitt, der das Ostergeschehen von Kreuz und Auferstehung deutet und dem man den Titel geben könnte: "Die Erhöhung des Erniedrigten und Getöteten zum himmlischen Hohenpriester".