Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Ich betete und es wurde mir Klugheit gegeben;
ich flehte und der Geist der Weisheit kam zu mir.
Ich zog sie Zeptern und Thronen vor,
Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr.
Einen unschätzbaren Edelstein stellte ich ihr nicht gleich;
denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand
und Silber gilt ihr gegenüber so viel wie Lehm.
Mehr als Gesundheit und Schönheit liebte ich sie
und zog ihren Besitz dem Lichte vor;
denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt.
Zugleich mit ihr kam alles Gute zu mir,
unzählbare Reichtümer waren in ihren Händen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Sättige uns, Herr, mit deiner Huld!
Dann werden wir jubeln und uns freuen. – Kv
(GL 50,1)
Unsere Tage zu zählen, lehre uns! *
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Kehre doch um, Herr! – Wie lange noch? *
Um deiner Knechte willen lass es dich reuen! – (Kv)
Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! *
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, *
so viele Jahre, wie wir Unheil sahn. – (Kv)
Dein Wirken werde sichtbar an deinen Knechten *
und deine Pracht an ihren Kindern.
Güte und Schönheit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns! /
Lass gedeihen das Werk unsrer Hände, *
ja, das Werk unsrer Hände lass gedeihen! – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Lebendig ist das Wort Gottes,
wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert;
es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist,
von Gelenken und Mark;
es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens;
vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen,
sondern alles liegt nackt und bloß
vor den Augen dessen,
dem wir Rechenschaft schulden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
lief ein Mann auf Jesus zu,
fiel vor ihm auf die Knie
und fragte ihn: Guter Meister,
was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?
Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut?
Niemand ist gut außer der eine Gott.
Du kennst doch die Gebote:
Du sollst nicht töten,
du sollst nicht die Ehe brechen,
du sollst nicht stehlen,
du sollst nicht falsch aussagen,
du sollst keinen Raub begehen;
ehre deinen Vater und deine Mutter!
Er erwiderte ihm: Meister,
alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
Da sah ihn Jesus an,
umarmte ihn
und sagte: Eines fehlt dir noch:
Geh, verkaufe, was du hast,
gib es den Armen
und du wirst einen Schatz im Himmel haben;
dann komm und folge mir nach!
Der Mann aber war betrübt, als er das hörte,
und ging traurig weg;
denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sah Jesus seine Jünger an
und sagte zu ihnen:
Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen,
in das Reich Gottes zu kommen!
Die Jünger waren über seine Worte bestürzt.
Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen:
Meine Kinder,
wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!
Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Sie aber gerieten über alle Maßen außer sich
vor Schrecken
und sagten zueinander:
Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an
und sagte: Für Menschen ist das unmöglich,
aber nicht für Gott;
denn für Gott ist alles möglich.
Da sagte Petrus zu ihm:
Siehe, wir haben alles verlassen
und sind dir nachgefolgt.
Jesus antwortete: Amen, ich sage euch:
Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen
Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater,
Kinder oder Äcker verlassen hat,
wird das Hundertfache dafür empfangen.
Jetzt in dieser Zeit
wird er Häuser und Brüder, Schwestern und Mütter,
Kinder und Äcker erhalten,
wenn auch unter Verfolgungen,
und in der kommenden Welt das ewige Leben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
lief ein Mann auf Jesus zu,
fiel vor ihm auf die Knie
und fragte ihn: Guter Meister,
was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?
Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut?
Niemand ist gut außer der eine Gott.
Du kennst doch die Gebote:
Du sollst nicht töten,
du sollst nicht die Ehe brechen,
du sollst nicht stehlen,
du sollst nicht falsch aussagen,
du sollst keinen Raub begehen;
ehre deinen Vater und deine Mutter!
Er erwiderte ihm: Meister,
alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
Da sah ihn Jesus an,
umarmte ihn
und sagte: Eines fehlt dir noch:
Geh, verkaufe, was du hast,
gib es den Armen
und du wirst einen Schatz im Himmel haben;
dann komm und folge mir nach!
Der Mann aber war betrübt, als er das hörte,
und ging traurig weg;
denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sah Jesus seine Jünger an
und sagte zu ihnen:
Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen,
in das Reich Gottes zu kommen!
Die Jünger waren über seine Worte bestürzt.
Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen:
Meine Kinder,
wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!
Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Sie aber gerieten über alle Maßen außer sich
vor Schrecken
und sagten zueinander:
Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an
und sagte: Für Menschen ist das unmöglich,
aber nicht für Gott;
denn für Gott ist alles möglich.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Gelten die Worte Jesu über die Reichen nur für Millionäre und Milliardäre. Wer sind die Reichen, die nur schwer in das Reich Gottes gelangen? Die Sorge Jesu gilt allen, die in einer "Komfortzone" leben und sich von den Fragen aller anderen nicht herausfordern lassen.
...wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!
Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt…
So ein Unsinn möchte man sagen, was redet er da! Dieses markante Wortbild ist „unvergesslich“, weil es in seiner prägnanten Kürze provoziert, ja betroffen macht und die Betroffenen beunruhigt. Dieses Bild macht jedoch nicht nur hellhörig, sondern ist auch leicht merkbar in einer Gegend, wo Kamele nicht fremd sind. Aber was beunruhigt die betroffenen „Reichen“ bei diesen Worten? Ihr eigener Reichtum oder das Reich Gottes, von dem Jesus Zeugnis ablegt?
Eine Frage, die eine klare Antwort in diesem Evangelium bekommt: Es geht nicht „direkt“ um den persönlichen, materiellen Reichtum, der sie mit diesen Worten verunsichert, sondern was Jesus ihnen hier als „unmöglich“ aufzeigen möchte, ist, dass das Reich Gottes schon da ist und sie es nicht bemerken, weil sie andere Wichtigkeiten haben, andere Möglichkeiten aufgrund ihres Reichtums. Indirekt können sie durch ihr materiell gesättigtes und gefestigtes Leben von der Botschaft vom Reich Gottes nicht erreicht werden:
„Wie schwer ist es für Menschen,
die viel besitzen,
in das Reich Gottes zu kommen!“
Noch eine zweite Frage, die zu klären ist: „Wer sind heute die Reichen, von denen das Evangelium meint, dass ihnen der Zugang zum Reich Gottes fast unmöglich ist?“ - Mein persönliches Umfeld ist nicht geprägt von Milliardären und Millionären, von sogenannten „reichen Menschen“, wie sie uns die Medien präsentieren. Wer sind aber dann jene in meiner ganz konkreten Lebenswelt, die im Evangelium als “Reiche“ angesprochen werden?
Für mich – so wie ich es im Alltag erlebe und erfahre – sind es jene Gruppen, die in den sogenannten „Komfortzonen“ leben. Diese „Komfortzonen“ sind eine sehr interessante Lebensform in den heutigen instabilen Gesellschaftsformen, wo jeder sich erst wieder neu finden muss.
Was versteht man jedoch unter eine „Komfortzone“? - Eine Komfortzone ist ein begrenztes soziales und häusliches Umfeld, wo es sich wohl und behaglich, bequem und ohne viel Aufwand leben lässt.
Wie verläuft darin das Leben und wo finden wir diese vor? - Wir begegnen „Komfortzonen“ vor allem in Regionen der Welt, wo Menschen in politisch und auch wirtschaftlich stabilen Verhältnissen aufgewachsen sind, wo sie ihr selbstbezogenes Leben in Freiheit leben können, ohne auf materielle Dinge verzichten zu müssen.
Diese „Komfortzonen“ sichern das Leben des Einzelnen ab und begrenzen es zugleich. Dadurch führt die Komfortzone, in der Menschen leben, zur Abschottung von anderen Menschengruppen, vor allem den ärmeren, sozial und materiell benachteiligten Bevölkerungsschichten. Diese können nicht in die Komfortzonen eindringen, da diese „geschlossene“ Gesellschaften sind, die sich aus der Komfortzone heraus kaum bewegen.
Auch wenn sie mittels technischem Knowhow mit anderen über „gewohnte“ Lebensstrategien kommunizieren, verharren sie in ihrer Welt. Ihre sozialen Kontakte werden dadurch weniger, sie vereinsamen trotz des Wohlstandes, werden träge, weil sie nicht herausgefordert sind, nicht aus ihre Komfortzone heraus gehen. Die Folge ist, dass sie an die Begegnung im Alltag mit anderen nicht mehr gewöhnt sind, ein Konfliktpotential entsteht.
Aus solchen „Komfortzonen“ herauszukommen ist nicht leicht, es ist sogar sehr schwer: Schwerer, als dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht! Es gilt, die eigene Bequemlichkeit, die in solchen Komfortzonen gefördert wird, zu überwinden, das Leben außerhalb neu zu wagen und so an der Vielfalt dieser Welt Anteil zu nehmen. Die wahren Schätze des Lebens, wie das Reich Gottes, finden wir nur außerhalb dieses selbstbezogenen Lebens.
Wie schon damals vor bald 2000 Jahren geht es nicht direkt um den Besitz, den persönlichen Reichtum, den Wohlstand von uns, sondern darum, was diese mit uns machen, wovon sie uns ausschließen, weil wir uns darin sicher und wohl fühlen, so sicher und wohl, dass wir diese nicht verlassen, aufgeben möchten.
Um Jesus nachzufolgen in der Sorge um den Nächsten, die Nächste, muss uns bewusst sein, dass Reichtum und Wohlstand es uns ermöglichen, sich einzusetzen, um gegen die Not, die Armut, die Ungerechtigkeiten usw. dieser Welt etwas zu unternehmen, sich zu engagieren für ein gutes Leben für alle.
Dabei ist das Reich Gottes, das belebende, geisterfüllte Wirken Gottes, mitten unter uns! Das Evangelium lädt ein, am Reich Gottes mit dieser „himmlischen“ Dynamik mitzubauen. Dies geht jedoch nur, wenn wir selber Ausschau halten, Suchende bleiben, uns auf den Weg der Nachfolge Jesu machen. Täglich aufs Neue. Das Alter, das Wetter, der Wohlstand, die Komfortzone… sollten uns daran nicht hindern.
Von einem Lohn für jene, die dies wagen, ist im heutigen Bibelwort auch die Rede: "Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen."
Ganz wichtig: es ist keine Jenseitsvertröstung, sondern hier im Jetzt wird das Leben jener hundertfach bereichert durch die die vielfältigen Beziehungen in der Gemeinschaft mit Jesus. Wer seiner Botschaft nachfolgt, wird „reich“ an Erfahrungen durchs Leben gehen. Jesus zeigt in diesen Worten einfach diese Bereicherung derer auf, die ihm nachfolgen: eine überreiche Entschädigung für die Sorge um das Reich Gottes.
Wie sieht diese Sorge im Reich Gottes aus? - Es ist das Bemühen um jene, die der Nähe, der Hilfe, der Obsorge, der Unterstützung bedürfen.
Ob wir unser Bemühen privat konkretisieren oder in öffentlich organisierte Unterstützungen, welche besondere Lebenslagen von Menschen wahrnehmen und helfen, bleibt jedem von uns offen. Aber die Einladung gilt es anzunehmen.
Für Reiche sei es schwer, ins Reich Gottes zu gelangen, mahnt Jesus. Nicht Reichtum und Besitz sind problematisch, sondern verantwortungsloser und undankbarer Umgang damit. Im Reich Gottes zählen nicht mehr Reichtum und Besitz. Im Reich Gottes zählen Geschwisterlichkeit, Verantwortung füreinander, solidarisches Teilen und Gottvertrauen.
Schon sehr früh, im 4. Jahrhundert ist die Kirche reich und mächtig geworden. In gewissen Gegenden der Welt ist sie es heute noch. Seither zieht sich eine Spannung zu den Worten Jesu über Reichtum durch ihre ganze Geschichte.
Die Überzeugung in manchen Strömungen der evangelischen Theologie, dass Reichtum und Wohlstand der Ausdruck von Gottes Segen und Wohlwollen sind, wird hingegen mit Texten aus dem Alten Testament begründet. Sie kann sich nicht auf Jesus berufen, der gepredigt hat, dass Gott auf der Seite der Armen steht.
Immer wieder hat es Armutsbewegungen in der Kirchengeschichte gegeben. Menschen solidarisierten sich freiwillig mit den Armen und verzichteten auf Besitz. Zum Beispiel Franziskus und Klara von Assisi. Es darf auch nicht verschwiegen werden, dass Kirchenmänner und reiche Christinnen und Christen mit ihrem Vermögen viel Gutes getan haben im künstlerischen und sozialen Bereich.
Und doch: Jesus warnt vor dem Reichtum und zeigt konsequent Gefahren auf, die aus seiner Sicht mit Geld und Besitz verbunden sind: Geld und Besitz müssen verwaltet werden und binden so Zeit und Energie. Wohlhabend zu sein, erzeugt die Angst den Besitz zu verlieren. Reichtum weckt die Illusion unabhängig und auf niemanden angewiesen zu sein, kann Solidarität und Empathie mit den Armen behindern.
Heutzutage hat das Thema neue Dimensionen angenommen. Ungeheurer Reichtum auf der einen und große Armut und Hunger auf der anderen Seite. Und diese Schere geht immer weiter auf. Millionen Dollar werden für kurze Weltraumflüge verpulvert während Millionen Kinder zu wenig zu essen haben.
Ist das Anhäufen von Gütern also unmoralisch, ja ein Verbrechen? Sind reiche Menschen als Ausbeuter zu verurteilen?
Im Allgemeinen ist es ja so, dass reiche Menschen überzeugt sind, dass ihnen ihr Vermögen zu Recht zusteht, dass sie es sich selbst erarbeitet haben, dass sie eben tüchtiger und geschickter waren als die, welche wenig oder fast nichts haben. Wie damit umgehen?
Zunächst ist festzuhalten, dass Jesus nie Menschen kriminalisiert hat. Kritisiert hat er ihre Taten. Das bedeutet, dass, um die Frage ob Reichtum verbrecherisch ist beantworten zu können, einige Dinge geklärt werden müssen.
Wie kam ein Vermögen zu Stande? (Durch Erbschaft? Dann ist es nicht das Verdienst der Erben, so reich zu sein, sondern das ihrer Eltern. Durch Ausbeutung von Arbeitskräften, Ausnützen aller Schlupflöcher bei der Zahlung von Abgaben oder Steuerhinterziehung?) Wenn sich herausstellt, dass jemand reich wurde auf Kosten anderer und der Natur, dann ist der Besitz dieses Vermögen moralisch nicht einwandfrei.
Ein weiterer Punkt ist, ob reiche Menschen ein Bewusstsein dafür haben, dass sie oft Glück gehabt hatten, in privilegierten Situationen waren oder einfach bessere Chancen bekamen, als viele andere. Dieses Bewusstsein sollte zu Empathie, Dankbarkeit und Verständnis für die Lage der Armen und wenig Verdiener*innen führen und eine Motivation zu teilen entstehen lassen.
Die heutigen Bibelstellen sprechen eine deutliche Sprache. Im Reich Gottes, dessen Anbruch Jesus verkündet hat, spielt Reichtum keine Rolle. Das ist deshalb so, weil im Reich Gottes die Geschwisterlichkeit aller Menschen, die Verantwortung füreinander, solidarisches Teilen und Gottvertrauen die höchsten Prioritäten sind.
Wenn Jesus sagt, dass bei Gott alles möglich ist, dann meint er wohl, dass Menschen, die sich für Gott und seine Zuwendung und Fürsorge öffnen, die Angst zu kurz zu kommen verlieren. Sie brauchen nicht mehr anhäufen, horten und zurückhalten, als sie selber verbrauchen können. Jesus formuliert im Vater unser die Bitte um Brot sogar nur für einen Tag. Und wenn Reichtum keinen Sinn mehr hat, können die erarbeiteten Güter und Vermögen unter allen aufgeteilt werden. Dann ist genug für alle da.
Jesus setzt also nicht auf moralische Anstrengungen, um die Reichen zum Teilen und vom Klammern an ihr Vermögen weg zu bringen, sondern auf das Vertrauen aller Menschen in den gütigen Gott, der jeden Menschen liebt und ein gutes Leben für ihn will.
Reiche sind also keine Verbrecher. Reich zu sein beinhaltet aus der Sicht Jesu jedoch die Verpflichtung, sein Vermögen und sich selber zu hinterfragen. Reich zu sein ohne Bereitschaft zu teilen, ist im Reich Gottes nicht möglich. Reich zu sein und die Wahrnehmung der Armen auszublenden und sich damit abzuschotten, geht nicht in der Nachfolge Jesu.
Die Berichte über Jesu Einstellung zum Reichtum sind eine immer aktuelle Herausforderung für uns, um uns selber und unsere Wirtschaftsordnung zu hinterfragen. Sie können uns auch ermutigen den Mund aufzumachen um schrankenlosen Reichtum, ungerechte Löhne, oder ein Steuersystem, das die Reichen fördert und die Armen ärmer macht, zu kritisieren.
Die Überzeugung Jesu, dass bei Gott nichts unmöglich ist, kann uns das Gefühl der Ohnmacht nehmen und die Ausrede, dass man ja eh nichts machen kann, entkräften. Mutig und entschlossen können wir die Überzeugung, dass eine gerechtere Welt möglich ist und Reichtum zum Wohl der Armen eingesetzt werden kann und muss, in die Gesellschaft hineintragen.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Theologin, Linz.
Das Gute ist Feind des Besseren. Der Reichtum des jungen Mannes hindert ihn, das noch Bessere zu wählen. Franz von Assisi und Elisabeth von Thüringen sind Gegenbilder zum reichen jungen Mann des Evangeliums.
„Ich betete und es wurde mir Klugheit gegeben.“ So beginnt diese Stelle im Buch der Weisheit, des jüngsten Buches im Alten Testament, entstanden unmittelbar vor Jesu Auftreten.
Klugheit ist die erste der vier Kardinaltugenden; noch vor Mäßigkeit, Tapferkeit, Gerechtigkeit. Man könnte sagen, Klugheit ist lernen darüber, nachzudenken, wie man Lebensziele erreicht, deshalb hat sie auch mit Weisheit und Lebenserfahrung zu tun. Vernunft und Weisheit sind die Grundlagen für die königliche Würde des Menschen, die uns in der Taufe zugesichert werden. Deshalb vielleicht so die Begründung: „Ich zog sie Zeptern und Thronen bevor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr.“
Zum Evangelium: der wesentliche Gedanke zusammengefasst: Du sollst nicht das Gute, sondern das Bessere wählen. Beispiele sind Elisabeth und Franz von Assisi. Beide haben ihren Reichtum verschenkt und so Gutes getan. Franz von Assisi hätte das Erbe seines Vaters übernehmen und ein gutes Leben führen können, hätte wahrscheinlich auch viele Werke der Nächstenliebe gesetzt, genauso wie Elisabeth, aber beide haben radikal von ihrem Besitz losgelassen und das Bessere, die ganz unmittelbare Nachfolge Jesu gewählt. Eine gewaltige Herausforderung für die Lebensumgebung der beiden, aber auch für die Welt. Das gilt bis heute.
Auch Jesus legt Wert auf Freiheit, Unabhängigkeit. Im großen Besitz liegt die Gefahr unfrei zu werden. Es lauert die Gier, die Sucht nach Mehr. Beides hemmen aber Klugheit und Weisheit, um das eigentliche Lebensziel nicht zu verfehlen. Liebende Menschen haben mehr Freiheit, Freiheit ist ein wichtiger Aspekt der Liebe.
Der reiche junge Mann wollte von Jesus eine endgültige Antwort erhalten, die möglichst genau angibt, wieviel an guten Werken am Konto des Lebens aufscheinen soll. Schließlich hat er ja alle Vorschriften ohne Rücksicht auf andere befolgt. Das klingt doch etwas pharisäisch.
Nicht der Reichtum, das Geld an sich sind schlecht. Wer Geld hat, so sagt es auch Jesus, hat eine besondere Verantwortung für seine Mitmenschen. Der Trend zum schnellen Geld und Gewinn ohne Rücksicht auf andere schließt die Schwächsten aus.
„Es ist leichter, dass ein Kamel (andere Übersetzung: ein Tau) durch ein Nadelöhr geht als dass ein Reicher in das Himmelreich kommt.“ Ein sehr radikales Wort, das auch die Jünger entsetzt. Im Zug der Globalisierung wird viel von Gewinnern und Verlierern, von Altersarmut und sonstigem Elend gesprochen. Die Schere diesbezüglich öffnet sich immer weiter. Jesus warnt davor.
Wir sind nahe am Gedenktag des hl. Franz von Assisi. Mit seinem Verzicht auf den Reichtum setzt er für die mittelalterliche, sehr begüterte Kirche ein beachtliches Beispiel. Klarerweise kann auch die Kirche nicht ohne Geld und feste Strukturen auskommen. Das wäre weltfremd, das Gegenteil zu behaupten. Die große Gefahr für die Kirche - das lehrt auch die Geschichte – ist, sich von den Machthabern abhängig zu machen. Das stellen bereits alttestamentliche Propheten fest, wie Amos, Hosea, Jesaja. Niemand soll im Elend verkommen. Wer teilt, hat mehr, damit Arme ein klein wenig reicher werden können. Es soll ein Reichtum an Freude, Güte, Liebe und Barmherzigkeit werden Der materielle Reichtum, klug eingesetzt, leistet dann einen wertvollen Beitrag. „Geh und verkaufe, was du hast! Gib das Geld den Armen!“ Der Mensch will haben, Gott aber lehrt das Loslassen, gerade jetzt in Zeiten der Klimakrise, der Pandemie. Sehr bedenkenswert für unsere persönliche Lebensgestaltung.
Das Evangelium vom reichen jungen Mann, der das ewige Leben gewinnen will, stellt nicht das Reichsein in Frage, sondern unser ganzes Wertesystem. Ewiges Leben hat nicht nur einen zeitlichen sondern vor allem einen qualitativen Aspekt.
Aus dem Beispiel des "reichen jungen Mannes" zeigt sich, dass uns Jesus eine doppelte Freiheit anbietet. Die Freiheit von falschen Abhängigkeiten und die Freiheit vom Leistungsdruck eines falsch verstandenen Glaubens. Schlussendlich muss sich jeder von uns immer wieder fragen: Woran hänge ich mein Herz?
Wir klammern uns an materielle Güter, um uns abzusichern. Persönliche Freiheit erreichen wir aber erst, wenn wir lernen loszulassen.
Das Buch der Weisheit, dem die heutige alttestamentliche Lesung entnommen ist, ist das zuletzt geschriebene Buch des AT. Die Wissenschaftler sagen: Es entstand in der Mitte des 1. Jh. v. Chr. Von den meisten alttestamentlichen Büchern hebt es sich auffällig ab. Der Verfasser berichtet nicht über geschichtliche Ereignisse, über das Leben und Verhalten des Volkes und die Reaktion Jahwes darauf. Im Buch der Weisheit geht es mehr um Besinnung und um die Frage, wie Gott und der Mensch in eine ganz dichte Einheit zusammenfinden können. Zum Nachdenken einladend möchte der Verfasser des Weisheitsbuches jenen Weg aufzeigen, der den Menschen - nach seiner Überzeugung - sicher in die Nähe und innere Verbundenheit mit Gott führen kann.
Schon im ersten Vers der Lesung steuert der Schreiber auf den Weg zu, den er uns empfiehlt, weil er ihn für den einzig möglichen hält: "Ich betete und es wurde mir Einsicht gegeben; ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir".
Das Wort im Urtext, das hier für "beten" und "erflehen" gebraucht wird, bezeichnet die Bitte an Gott. Es wird nicht verwendet, wenn es um eine Bitte geht, die ein Mensch an einen anderen Menschen richtet, um etwas vom Nächsten zu erhalten. Die Weisheit und Klugheit, von der im Weisheitsbuch gesprochen wird, muss also von Gott erbeten werden. Damit ist ausgesprochen: Diese Art Weisheit und Klugheit können Menschen nicht verleihen. Menschen können Wissen vermitteln, kluge Ratschläge erteilen, Zusammenhänge aufdecken, positive oder negative Folgen eines Verhaltens aufweisen und damit vor diesem warnen oder zu jenem ermutigen. Aber Weisheit und Einsicht, die aus dem Geist zu uns kommen, sind von einer anderen, einer höheren Qualität als Menschen sie gewähren können.
Einsicht und Weisheit, die uns aus Gott zufließen, ermöglichen uns, innerlich souveräner zu werden, ein großes Stück von der absoluten Unabhängigkeit Gottes in unser eigenes Wesen zu übernehmen. Je mehr uns der Geist der Weisheit ergreift, umso fähiger werden wir, Zepter und Thron, Ansehen, Macht, Reichtum und Einfluss aufzugeben, ohne ihnen nachzutrauern.
Denken wir an einen Franz von Assisi, an eine Elisabeth von Thüringen, an einen Alfons von Liguori aus Neapel, die Reichtum, Thron, glänzende Karriere aufgeben, um sich den Armen und Vernachlässigten zuzuwenden. Sie konnten so sehr auf das Streben nach Reichtum und Ansehen verzichten, als sei - wie es in der Lesung heißt - Gold gelber Sand und Silbergeld wie Lehm in ihrer Hand. Bei der Abwendung von weltlichem Reichtum und weltlichem Glanz erfasste sie nicht Trauer, sondern Freude und Glück. Die Weisheit aus dem Geist adelt den Menschen innerlich. Sie sucht ihn fähig zu machen, die inneren Reichtümer anzustreben.
Dabei sei deutlich erwähnt: Der Verfasser des Weisheitsbuches beurteilt Herrschaft und Macht, Ansehen und Reichtum niemals grundsätzlich negativ. Der innerlich souveräne Mensch wird sie nutzen, aber dabei Herr seiner selbst bleiben. In seinem Herzen ist er so stark, so frei und überlegen, dass er sich von allem trennen kann, was ihn hindert, sich dem zuzuwenden, was uns Menschen innerlich wertvoller macht.
Die von Gott geschenkte Weisheit will und soll uns fähiger machen, in das Wesen Gottes hinein zu wachsen. Als Beispiele habe ich große Name genannt: Franzikus, Elisabeth, Alfons. Sie haben in einem bewunderungswürdigem Maß aus der Kraft und Weisheit des Himmels gelebt. Mit ihnen können wir uns wahrscheinlich nicht messen. Aber wenn wir geduldig und beharrlich um den Geist der Weisheit bitten, wie es uns das Buch der Weisheit nahe legt, wird auch in uns ein inneres Wachsen einsetzen, werden auch wir Kräfte entwickeln, die uns souverän werden lassen.
Wenn wir auf unser Leben zurückschauen, werden wir sicher Situationen und Begebenheiten entdecken, wo wir um der inneren Werte willen uns früher schon verschiedentlich von dem trennten, was uns abgehalten hätte, menschlicher zu werden, Gott und seinem Wesen näher zu kommen. Wir müssen dieses Ziel und dieses Anliegen nur lebendig im Auge behalten.
Das ist gemeint, wenn der Verfasser des Weisheitsbuches sagt: Ich betete, ich flehte. Das Wachsen-Wollen, das Menschlicher-werden-wollen immer wieder als unser Anliegen an Gott herantragen, darauf kommt es an. Mit Gottes Gnade und Segen wird uns weit mehr gelingen als aus eigener Kraft.
Dieses Nicht-Vergessen, dieses immer-im-Auge-Behalten hat eine Familie einmal auf folgende Weise gelöst.
In gemeinsamer Absprache wurde für jeden in der Familie ein Taschengeldbetrag vereinbart: für die Kinder wie für die Eltern. Für dieses Geld sollte sich jeder kaufen dürfen, worauf er Lust und woran er Freude hätte. Gleichzeitig kam man überein, als Christen nicht nur an sich zu denken. Jeder sollte in der Freude darüber, dass man sich etwas hatte gönnen können, anschließend - aus sich heraus - einen Betrag vom Taschengeld in eine gemeinsame Sparbüchse stecken. Das zusammengetragene Geld wollte man dann an Arme weiterleiten.
Diese Spardose, die sichtbar im Regal stand, erinnerte Tag für Tag neu daran, nicht auf das Wachsen im Menschsein zu vergessen. Sie vermittelte die Erfahrung: Wir können oft locker und leicht sehr viel Gutes tun. Wir müssen nur daran denken und es im Blick behalten. - Andere haben zwar keine Spardose aufgestellt, aber sie versuchen das Gleiche z.B. mit einem Spruchkalender, der sie an Bestimmtes erinnert, oder mit einem Bild, das sie so aufhängen, das es ihnen immer wieder in die Augen fällt.
Die Dose zu leeren war in der Familie immer eine spannende Sache. Ihr Inhalt wurde mit Freude weiter gegeben. Und wenn es auch niemand aussprach, alle waren stolz auf die Idee mit der Sparbüchse. Sie blieb im Regal und diente ihrem Zweck, bis das letzte Kind das Haus verlassen hatte.
Um das Wachsen im Guten, ums Wachsen als Mensch, der in seinem Wesen mehr und mehr Abbild Gottes wird, geht es im Weisheitsbuch. Der Verfasser behauptet: Dies ist möglich. Allerdings muss man mit Gott immer neu ins Gespräch eintreten; das ist mit "beten" gemeint. Gott wird uns dabei mehr und mehr befähigen, mit seinen Augen zu sehen, in seinen Gedanken zu denken, mit seinem Herzen zu entscheiden. Er wird uns frei und stark machen, frohen Herzens und ohne Trauer das aufzugeben, was uns hindert, ihm entgegen zu wachsen und Züge seines Wesens zu den unseren zu machen.
Das Thema Reichtum ist für uns als Christen und Christinnen in einem Land der Wohlhabenden ein schwieriges. Jesus positioniert sich im Namen seines Gottes klar auf Seite der Armen. Das fordert uns heraus.
Rufen wir sein Erbarmen an:
Jesus du hast gesagt,
dass es für Reiche schwer ist in das Reich Gottes zu kommen.
Herr, erbarme dich unser.
Jesus du hast gesagt:
Selig die Armen und Wehe euch Reichen.
Christus erbarme dich unser.
Jesus du hast gesagt,
dass mit Gottes Hilfe möglich werden kann,
was uns Menschen unmöglich erscheint
Herr, erbarme dich unser.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Theologin, Linz.
Auf dein Wort hin, folgten die Menschen dir nach.
Herr, erbarme dich.
Auf deine Taten hin gerieten die Menschen in Staunen.
Christus, erbarme dich.
Deine Auferstehung schenkte den Fassungslosen ein Erwachen.
Herr, erbarme dich.
Herr, unser Gott,
deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort im Herzen bewahren
und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
wir danken dir
für das Geschenk dieser Zusammenkunft.
Sie hält in uns lebendig,
was wir allein vergessen und verlieren würden.
Zeig uns heute neu den Sinn unseres Lebens.
Festige unsere Gemeinschaft mit dir
und miteinander.
Schenk uns den Geist deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und Leben schenkt in alle Ewigkeit.
Amen.
MB Auswahl 20
Guter Gott,
in der Fülle der Reichtümer und Verlockungen
unserer Welt lassen wir uns oft blenden und ablenken.
So vieles hält uns davon ab, auf die wahren Wert zu schauen,
ihnen in uns Raum zu geben,
damit wir erkennen können,
was unser Leben und das unserer Mitmenschen, bereichern kann.
So bitten wir dich,
schenke uns Klugheit und den Geist der Weisheit,
damit unser Leben und das unserer Kinder eine Zukunft hat.
Gütiger Gott,
du willst, dass alle Menschen gut leben können,
deshalb bitten wir dich:
für die Reichen und Wohlhabenden;
für die Armen und Ausgegrenzten;
für alle, die Gesetze beschließen,
die Gerechtigkeit fördern oder erschweren;
für alle, die sich vor der Not anderer abschotten;
für alle, die sich für Menschen in Not einsetzen;
für alle, die nicht dankbar sein können;
für alle, die andere motivieren können zu teilen;
für unsere Verstorbenen und ihre Angehörigen;
Gott wir trauen deiner Zusage,
dass du bei uns bist und mit deiner Hilfe unmöglich Scheinendes Wirklichkeit werden kann.
Dafür danken wir dir. – Amen.
© Mag.a Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Theologin, Linz.
Wer Gottes Wort hört und ernst nimmt, steht immer wieder neu vor der Frage, wie weit seine Einstellungen und Gewohnheiten dem auch entsprechen.
Lasst uns gemeinsam um die Gabe seiner Weisheit beten:
Beten wir für den synodalen Weg der Kirche, der heute mit der Eröffnung der Bischofssynode durch Papst Franziskus begonnen wird.
Beten wir um ein politisches Handeln, das die Bedürfnisse der Menschen erkennt und Rahmenbedingungen schafft, die ihre Ängste vor den Wechselfällen des Lebens mindern.
Beten wir für alle Menschen, die nicht mit sich selbst im Einklang leben und nach einer inneren Ordnung suchen.
Beten wir um Vertrauen und Zuversicht auf Gottes Hilfe, wenn wir spüren, dass unsere eigenen Kräfte für die Verwirklichung unserer Ideale nicht ausreichen.
Beten wir für unsere Verstorbenen, die uns nach unserem irdischen Leben in einer anderen Wirklichkeit erwarten.
Denn dein Geist der Weisheit, Gott, ist mehr als alles, was uns oft erstrebenswert erscheint.
Um ihn bitten wir dich
und danken wir dir für alle deine Gaben jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
du hast uns aufgefordert, unsere Wertordnungen zu überdenken..
Es fällt uns schwer, alte Gewohnheiten aufzugeben
und unsere Welt im Sinne des Reiches Gottes zu gestalten.
Wir bitten dich:
Für alle, die ihre Macht rücksichtslos ausnützen,
um ihren eigenen Reichtum zu mehren.
Gib ihnen die Gnade der Umkehr.
Für alle, die den Sinn ihres Lebens allein in der Anhäufung von Reichtum
und in der Steigerung ihres Wohlstandes suchen.
Lass sie Werte entdecken, die für sie bleibende Schätze im Himmel sind.
Für die Verantwortungsträger in Politik und Wirtschaft.
Lass sie erkennen, was allen Menschen
und unserer Umwelt nachhaltig gut tut.
Für alle, die zu schwach sind,
um ausreichend für sich selbst zu sorgen.
Gib ihnen Helfer, die für ihr Recht und für Gerechtigkeit eintreten.
Für alle Menschen, die das Leben in dieser Welt abgeschlossen haben.
Schenke ihnen ewiges Leben und Erfüllung im Himmel.
Du hast uns verheißen, dass wir in dieser Welt schon hundertfachen Mehrwert erfahren und in der kommenden Welt das ewige Leben gewinnen.
Dir vertrauen wir, dir folgen wir. – Amen.
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben
deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier
mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben
in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
die Gaben, die wir bereitet haben,
sind Zeichen unserer Hingabe an dich.
Darum bitten wir:
Wie Brot und Wein in der Kraft des Geistes geheiligt werden,
so heilige auch uns selbst immer mehr
nach dem Bilde unseres Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und Leben schenkt in alle Ewigkeit.
MB Auswahl 6
Kehrvers
Dir sei Preis und Dank und Ehre.
(GL 670,8)
Guter Gott,
wir haben allen Grund dir zu danken.
In Weisheit hast du die ganze Welt ins Dasein gerufen
und sie mit einer Ordnung ausgestattet,
die uns immer neu staunen lässt.
Kehrvers
Deine Gebote ordnen unser Leben,
sie schaffen Frieden und Gerechtigkeit
und führen uns zu ewigem Leben.
Kehrvers
Du gibst uns, deinen Geschöpfen, Anteil an deiner Weisheit,
schenkst Klugheit und Einsicht,
die kostbarer sind als Gold oder Silber,
und die Gesundheit und Schönheit an Wert übersteigen.
Kehrvers
Du sendest dein Wort aus.
Dein Wort ist Wahrheit und Weisheit,
lebendig und kraftvoll durchdringt es Seele und Geist.
Kehrvers
In Jesus hast Du allen, die ihm nachfolgen,
Anteil am Erbe und Reichtum der Kinder Gottes gegeben.
Darum preisen und danken wir dir
und bringen wir dir mit der ganzen Schöpfung unseren Lobpreis dar:
Danklied, z. B. Dank sei dir Vater für das ewge Leben (GL 484)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Wenn dich Jesus ruft
bei deinem Namen
dann kannst du nicht bleiben
wo du bist
Wenn dich Jesus anschaut
Aug in Aug
dann kannst du nicht bleiben
wie du bist
Wenn du Jesus triffst
wenn dich sein Wort trifft
dann kannst du nicht so tun
als wäre es nichts
Denn
dann stehst du vor Gott
und er stellt dich vor die Entscheidung:
Willst du mir nachfolgen?
Dann musst du vielleicht
dein Leben ganz anders leben
dann wird vielleicht ganz anderes wichtig
als bisher
Nimm die Einladung an:
Lass dich anschauen von ihm
lass dich anrühren von ihm
Und dann geh
und folge ihm nach
Allmächtiger Gott,
in der heiligen Opferfeier
nährst du deine Gläubigen
mit dem Leib und dem Blut deines Sohnes.
Gib uns durch dieses Sakrament
auch Anteil am göttlichen Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
MB Samstag der 5. Woche der Fastenzeit
Gütiger Gott,
die heilige Speise, die wir empfangen haben,
durchdringe uns mit ihrer Kraft.
Sie vertiefe unseren Glauben,
mache stark unsere Hoffnung
und entzünde unsere Herzen zu Werken der Liebe.
Lass das göttliche Leben, das du uns geschenkt hast,
sich entfalten und Frucht bringen für das ewige Leben.
Darum bitten wir…
MB Schlussgebete zur Auswahl 10
Guter Gott,
mit jedem neuen Tag, mit jeder neuen Woche,
schenkst du uns die Möglichkeit,
unsere Fähigkeiten nutzbringend und fantasievoll
zu wahren Reichtümern werden zu lassen.
Schenke uns dazu die Kraft und deinen Segen.
Das erbitten wir mit Jesus Christus,
unserem Bruder und Herrn,
der uns ein wahres Beispiel gegeben hat.
Es segne uns der Vater,
der der Weisheit erster und letzter Schluss ist. - Amen.
Es segne uns Jesus, Gottes Sohn,
der Gottes Weisheit „hautnah“ zu uns gebracht hat. - Amen.
Es segne uns der Hl. Geist,
der die Kraft aller Weisheit in sich trägt. - Amen.
Voll sind wir von Wissen
voll von Zugängen zu allem Wissenswerten
wie nie eine Generation vor uns
mobile Daten
wo wir gehen und stehen
Zugang zu allem Wissen
und Halbwissen
zu Meinungen und Parolen
überschallt
überfordert
überrollt
hasten wir durch alles hindurch
hasten mit dem Handy in der Hand
um ja nichts zu verpassen
von all dem
wir hasten und rennen
und verpennen
was Weisheit des Lebens ist
wir erfassen sie nicht
ohne die Liebe zu ihr
ohne Nachdenken
ohne Rückzug in die Stille
ohne zu erkennen
wie vergänglich alles bleibt
wenn wir uns nur drehen
um das
was gerade noch galt
und kurz drauf
schon überholt und vergangen ist
ein vermeintlicher Reichtum
der zur Armut wird
ja – zur Gefahr
wenn sich nicht Wissen
zur Weisheit entwickeln kann
Mensch –
halte an -
damit
der Reichtum der Weisheit
in dir reifen kann
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
Vielleicht würde es uns genügen
wenn wir einen Tag,
vielleicht sogar nur eine Stunde,
so gegenwärtig sein könnten,
so umfassend wach,
so in den Dingen,
die uns bewegen, die wir lieben,
die wir bewegen,
so zu Hause in der Welt
mit ihren Erscheinungen.
Dass wir unseren Wunsch nach ewigem Leben
loslassen könnten,
um in dem Augenblick festzustellen,
dass dieser Tag,
diese Stunde
ewiges Leben ist.
Autor unbekannt
Die Frage, wie man glücklich und erfüllt leben kann, bewegt Menschen früher wie heute.
Im Mittelpunkt der Erzählung im 10 Kapitel des Markusevangeliums steht ein reicher Mann, dem offensichtlich zu seinem Glück noch etwas fehlt.
Die Vorurteile gegenüber seinem Reichtum ziehen nicht. Jesus bestätigt ihm, dass er alles getan hat, um zu leben, wie Gott es will. Und trotzdem fehlt noch ein mutiger Schritt, um an Gottes Lebendigkeit wirklich teilhaben zu können.
Mit den Methoden des Bibliodramas schauen wir uns an diesem Wochenende an, was an dieser Erzählung Männer heute bewegt, wie sich biografische Erfahrungen darin widerspiegeln und welche Impulse für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit sichtbar werden.
Wir nehmen uns ausreichend Zeit, den biblischen Text intensiv wahrzunehmen und zu gestalten, sich auf seine Bilder einzulassen und sich gemeinsam in einer Gruppe von Männern vom Text fordern zu lassen. Seine Dynamik verleitet dazu, die Tragfähigkeit eigener Lebensanschauungen zu riskieren. Die Kraft der Erzählung eröffnet neue Perspektiven - auch im Blick auf die Umsetzung in unserem Alltagsleben.
Auszug aus einer Einladung zum Männerbibliodrama zu Mk. 10,17-27 vom 30.11.-02.12.2012 in Hagen.
Der Camino lehrt, mit wie wenig man seinen Weg über Wochen machen kann. Die täglichen Bedürfnisse schmelzen dahin, das notwendige Gepäck liegt unterhalb von 10 KG! Hat ein Pilger sich von diesem Ballast befreit, ist er innerlich frei und offen für die Berichte und Erlebnisse anderer Pilger sowie für Gedanken und Empfindungen. Letztlich ist diese Grundeinstellung die Voraussetzung für die Begegnung mit Gott.
Was "bringt" der Camino?
Der Camino "bringt" letztlich das, was man bereit ist, zu erwarten. Für Pilger bedeutet dies, als erstes durch die Akzeptanz des minimalisierten täglichen Bedarfs eine Konstellation von Freiheit erreichen zu können, die man auch praktische Bedürfnislosigkeit nennen kann. Diese ist Voraussetzung für Offenheit, für Staunen und Verwunderung, die der Anfang allen Erkennens sind. Damit stellt sich auch eine Form der Demut ein, die ein Mensch direkt kaum anstreben kann.
Hans Jürgen Arens
Wer wäre nicht gern der reichste Mensch der Welt? Microsoft-Mitbegründer Bill Gates jedenfalls ist es - aber möchte es nicht sein. Er finde nichts Gutes daran, sagt er...
4. 5. 2006 kaz/AP/Reuters

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Im vorliegenden Text zeigt Salomo auf, dass ihm nur durch das Gebet die Klugheit verliehen wurde: vgl. Weish 8,21 - 9,19 und 1Kön 3,6-9.
Der Verfasser, ein auf seinen Glauben stolzer Jude, preist die Schönheit der Natur und kommt aus einem hellenistischen Umfeld. Er wendet sich tröstend und mahnend an seine verfolgten Glaubensbrüder - und drohend-warnend an ihre Verfolger.
Das Buch der Weisheit führt bis an die Schwelle des Neuen Testamentes heran. Der Apostel Paulus spielt vor allem im Römerbrief des öfteren an Texte dieses Buches an.
In der Perikope zum heutigen Sonntag bittet der Verfasser darum, gemäß der Weisheit denken und lehren zu können. Nur durch das Gebet kann Salomo, der fiktive Autor, die Weisheit als Geschenk Gottes erhalten. Er weiß Macht und Reichtum, Gesundheit und Schönheit zu schätzen; aber das alles hat keinen Wert ohne die Weisheit. Sie allein hat Bestand. Die Sonne scheint nur am Tag, die Weisheit hingegen leuchtet auch über den Tod hinaus.