Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem ersten Buch der Könige.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Elíja:
Salbe Elíscha, den Sohn Schafats aus Ábel-Mehóla,
zum Propheten an deiner Stelle.
Als Elíja vom Gottesberg weggegangen war,
traf er Elíscha, den Sohn Schafats.
Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen
und er selbst pflügte mit dem zwölften.
Im Vorbeigehen warf Elíja seinen Mantel über ihn.
Sogleich verließ Elíscha die Rinder,
eilte Elíja nach
und bat ihn:
Lass mich noch meinem Vater und meiner Mutter
den Abschiedskuss geben;
dann werde ich dir folgen.
Elíja antwortete: Geh,
kehr um!
Denn was habe ich dir getan?
Elíscha ging von ihm weg,
nahm seine zwei Rinder und schlachtete sie.
Mit dem Joch der Rinder kochte er das Fleisch
und setzte es den Leuten zum Essen vor.
Dann stand er auf,
folgte Elíja und trat in seinen Dienst.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Buch der Könige.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Elíja:
Salbe Elíscha, den Sohn Schafats aus Ábel-Mehóla,
zum Propheten an deiner Stelle.
So wird es geschehen:
Wer dem Schwert Hasaëls entrinnt, den wird Jehu töten.
Und wer dem Schwert Jehus entrinnt, den wird Elischa töten.
Ich werde in Israel siebentausend übrig lassen,
alle, deren Knie sich vor dem Baal nicht gebeugt
und deren Mund ihn nicht geküsst hat.
Als Elíja vom Gottesberg weggegangen war,
traf er Elíscha, den Sohn Schafats.
Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen
und er selbst pflügte mit dem zwölften.
Im Vorbeigehen warf Elíja seinen Mantel über ihn.
Sogleich verließ Elíscha die Rinder,
eilte Elíja nach
und bat ihn:
Lass mich noch meinem Vater und meiner Mutter
den Abschiedskuss geben;
dann werde ich dir folgen.
Elíja antwortete: Geh,
kehr um!
Denn was habe ich dir getan?
Elíscha ging von ihm weg,
nahm seine zwei Rinder und schlachtete sie.
Mit dem Joch der Rinder kochte er das Fleisch
und setzte es den Leuten zum Essen vor.
Dann stand er auf,
folgte Elíja und trat in seinen Dienst.
Kv: Du, Herr, bist mein Erbteil,
mein ganzes Glück bist du allein. – Kv
Oder: GL 649,5
Behüte mich, Gott, denn bei dir habe ich mich geborgen! /
Ich sagte zum Herrn: Mein Herr bist du, *
mein ganzes Glück bist du allein.
Der Herr ist mein Erbteil, er reicht mir den Becher, *
du bist es, der mein Los hält. – (Kv)
Ich preise den Herrn, der mir Rat gibt, *
auch in Nächten hat mich mein Innerstes gemahnt.
8Ich habe mir den Herrn beständig vor Augen gestellt, *
weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. – (Kv)
Darum freut sich mein Herz und jubelt meine Ehre, *
auch mein Fleisch wird wohnen in Sicherheit.
Du lässt mich den Weg des Lebens erkennen. /
Freude in Fülle vor deinem Angesicht, *
Wonnen in deiner Rechten für alle Zeit. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinden in Galátien.
Schwestern und Brüder!
Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
Steht daher fest
und lasst euch nicht wieder
ein Joch der Knechtschaft auflegen!
Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern.
Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch,
sondern dient einander in Liebe!
Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
Wenn ihr aber einander beißt und fresst,
dann gebt Acht,
dass ihr nicht einer vom anderen verschlungen werdet!
Ich sage aber:
Wandelt im Geist,
dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen!
Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist,
der Geist gegen das Fleisch,
denn diese sind einander entgegengesetzt,
damit ihr nicht tut, was ihr wollt.
Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst,
dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinden in Galátien.
Schwestern und Brüder!
Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
Steht daher fest
und lasst euch nicht wieder
ein Joch der Knechtschaft auflegen!
Siehe, ich, Paulus, sage euch:
Wenn ihr euch beschneiden lasst,
wird Christus euch nichts nützen.
Ich bezeuge wiederum jedem Menschen,
der sich beschneiden lässt:
Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten.
Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt,
seid von Christus getrennt;
ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
Denn wir erwarten im Geist aus dem Glauben
die Hoffnung der Gerechtigkeit.
Denn in Christus Jesus
vermag weder die Beschneidung
noch die Unbeschnittenheit etwas,
sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt.
Ihr liefet gut.
Wer hat euch gehindert,
weiter der Wahrheit zu folgen?
Was man auch gesagt hat, um euch zu überreden:
Es kommt nicht von dem, der euch beruft.
Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.
Ich vertraue auf euch im Herrn,
dass ihr nicht anders denken werdet.
Wer euch verwirrt, wird das Urteil zu tragen haben,
wer es auch sei.
Ich aber, Brüder und Schwestern,
wenn ich noch die Beschneidung verkündete -
warum werde ich dann verfolgt?
Damit wäre ja das Ärgernis des Kreuzes beseitigt.
Diese Leute, die Unruhe bei euch stiften,
sollen sich doch gleich entmannen lassen.
Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern.
Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch,
sondern dient einander in Liebe!
Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
Wenn ihr aber einander beißt und fresst,
dann gebt Acht,
dass ihr nicht einer vom anderen verschlungen werdet!
Ich sage aber:
Wandelt im Geist,
dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen!
Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist,
der Geist gegen das Fleisch,
denn diese sind einander entgegengesetzt,
damit ihr nicht tut, was ihr wollt.
Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst,
dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.
Halleluja. Halleluja.
Rede, Herr, dein Diener hört.
Du hast Worte des ewigen Lebens.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Als sich die Tage erfüllten,
dass er hinweggenommen werden sollte,
fasste Jesus den festen Entschluss, nach Jerusalem zu gehen.
Und er schickte Boten vor sich her.
Diese gingen und kamen in ein Dorf der Samaríter
und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen.
Aber man nahm ihn nicht auf,
weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.
Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen,
sagten sie: Herr,
sollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel fällt
und sie verzehrt?
Da wandte er sich um und wies sie zurecht.
Und sie gingen in ein anderes Dorf.
Als sie auf dem Weg weiterzogen,
sagte ein Mann zu Jesus:
Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.
Jesus antwortete ihm:
Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester;
der Menschensohn aber hat keinen Ort,
wo er sein Haupt hinlegen kann.
Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach!
Der erwiderte:
Lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben!
Jesus sagte zu ihm:
Lass die Toten ihre Toten begraben;
du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
Wieder ein anderer sagte:
Ich will dir nachfolgen, Herr.
Zuvor aber lass mich Abschied nehmen von denen,
die in meinem Hause sind.
Jesus erwiderte ihm:
Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat
und nochmals zurückblickt,
taugt für das Reich Gottes.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wer Jesus nachfolgen will, muss nach vorne schauen, Gott und sein Reich im Blick haben, ist unterwegs, noch nicht am Ziel.
So lapidar: Und sie gingen in ein anderes Dorf. Was vorher passierte? Jesus und seine Jünger wurden nicht wohlwollend aufgenommen. Die alte Feindschaft zwischen Samaritanern und Juden. Wer nach Jerusalem wollte, sollte sich beeilen – Übernachtung unerwünscht. Dann sollte sogar Feuer vom Himmel fallen. Rache? Hass? Bemerkenswert: Es sind die Jünger Jesu. Sie liebäugeln mit der Möglichkeit, Gewalt anzuwenden. Ob sie von ihrem Meister schon mal solche Wünsche gehört haben? Nein. Aber jetzt ist es ausgesprochen. Feuer vom Himmel! Es steht tatsächlich auch im Evangelium. Jesus weist seine Jünger zurecht!
Manchmal ist es richtig spannend, sich auch mit der Geschichte eines Textes zu beschäftigen. Im sog. Urtext gibt es einen textkritischen Apparat, der auch spätere Überlieferungen bezeugt. "Jesus spricht: Wisst ihr nicht, welches Geister Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Leben der Menschen zu vernichten, sondern zu erhalten.“
Schade. Nur weil später hinzugefügt, wird es uns nicht vorgelesen.
Jesus hatte aber auch gesagt – und das ist echt Jesus:
„Aber ich sage euch, die ihr zuhört:
Liebt eure Feinde;
tut wohl denen, die euch hassen;
Segnet, die euch verfluchen;
bittet für die, die euch beleidigen…
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“
(Lk. 6,27f., 36)
Feuer vom Himmel hat noch nie Probleme gelöst. Es fällt schon zu viel Gewalt in das Leben von Menschen. Religiös verbrämt, kommt die Hölle nach oben und frisst sich sogar durch die Erde durch. Die Hölle schafft es auch, aus der Luft zu kommen. Hier eine Rakete, dort ein Artilleriebeschuss – hier eine Bombe, dort eine Feuerwalze. Auch wer nicht an die Hölle glaubt – sie ist allgegenwärtig. Sie kommt sogar ins Wohnzimmer. Die Not und das Elend sehen wir, Häuser, die nur noch Ruinen sind, Menschen, die sich nicht einmal mehr waschen können. Von den Toten zu schweigen, die in Massengräbern verschwinden. Was ist doch der Mensch?
Nein, die Jünger Jesu wussten noch nichts von „moderner“ Kriegsführung, aber sie kannten die apokalyptischen Bilder. Feuer vom Himmel – das war die Urangst der Menschen. Schrecken um und um.
Glücklicherweise: Und sie gingen in ein anderes Dorf. Es ist, als ob mit der überschrittenen Grenze zwischen den Dörfern Neuland betreten werden kann. Mehr noch: eine neue Geschichte beginnen kann. Lukas, der Evangelist, setzt sich aber nirgendwo hin. Er erzählt ganz einfach: Und als sie auf dem Wege waren. Tatsächlich: Wir werden zu Zeugen von drei Begegnungen – unterwegs! Dass der Weg das Ziel ist, sagen wir auch sonst.
Die drei Menschen wollen Jesus folgen – wohin er auch geht! Sie wollen sich noch verabschieden, dann aber aufbrechen. Traurig, dass der eine noch den Vater begraben muss, nicht weniger traurig, dass er andere sich von den Menschen verabschieden will, die in seinem Haus wohnen. Frau? Kinder? Schwiegereltern? Ich weiß es nicht. Es sind, wie man so sagt, drei „ideale Szenen“, die sich von jeder Konkretion lösen, aber ein großes Ziel in den Blick nehmen: Jesus zu folgen. Mit ihm zu gehen. Seinen Weg mitzugehen. Immerhin: sie sind alle auf dem Weg. Jesus auch.
Was Jesus sagt, klingt nicht gerade ermutigend. Ist das ein Angebot, sich auf einem kargen Boden wiederzufinden? Das Reich Gottes zu verkünden, ist da schon eher attraktiv – wenn man sich vorstellen kann, das Reich Gottes zu verkünden. Aber die letzte Begegnung deutet an, dass auf dem Weg der Nachfolge Jesu die eigene Vergangenheit verschwindet. Ziemlich anspruchsvoll das alles.
Was dabei herausgekommen ist, überliefert uns Lukas nicht. Dabei möchte ich gerade das wissen: Was haben die drei Menschen denn mit Jesus noch erlebt? Wie sind sie klargekommen? Hat es sich für sie – gelohnt?
In der Kirchengeschichte hat es Asketen gegeben, die sich von allem Weltlichen, letztlich sogar von ihren Körpern lösen wollten. Das Ideal geistert als Zölibatsverpflichtung immer noch durch Köpfe und Gazetten. Viele Priester sind einsam.
In der Kirchengeschichte hat es Missionare und Prediger gegeben, die wortmächtig und leidenschaftlich für das Reich Gottes eingetreten sind. Das Ideal, mit dem Wort die Welt zu verwandeln, ist eine große Hoffnung, die uns auch im Internet begegnet. Wir sehnen uns nach einem guten Wort!
In der Kirchengeschichte hat es Aufbrüche gegeben, die sich unbeirrt von allem Gegenwind neuen Zielen, Projekten und Aufgaben zuwandten. Das Ideal, sich nicht von Vergangenem fesseln und einschnüren zu lassen, ist nicht nur unter jungen Leuten verbreitet. Noch einmal neu anzufangen, ist auch unter ältergewordenen Menschen lebendig.
Ein Jesus-Wort hat es mir besonders angetan: „Wer seine Hand an den Pflug legt und nochmals zurückblickt, ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Klar doch, wer zurückschaut, kann die Furche nicht gerade ziehen! Wer zurückschaut, kann sich von alten Erfahrungen nicht lösen. Wer zurückschaut, kann nicht nach vorne schauen. So klar, verständlich und nachvollziehbar das ist – ich schaue gerne zurück. Meine Lebens- und Berufserfahrungen sind ein Schatz. Meine Fehler und Irrtümer sind auch ein Schatz. Meine Träume und Sehnsüchte sowieso. Ich bin als Mensch geworden, gewachsen und schön.
Aber was ist, wenn ich auch festgelegt bin? Wenn ich zum Gefangenen meiner selbst werde? Wenn ich nicht mehr nach vorne schauen kann? Da gefällt mir das Wort von dem Pflug! Der Pflüger – den Beruf gibt es heute nicht mehr, zumindest nicht in unseren Breiten – muss tatsächlich nach vorne schauen, weil sonst die Furchen wie Kraut und Rüben aussehen. Nein, schnurgerade, geradezu harmonisch sollen die Furchen sein, eine Zierde für die Augen – und Ausweis hoher Kunst. Der Kunst, einen Acker zu pflügen. Tiefe Furchen, Erde voller Erwartung, das alles, soweit das Auge reicht. Der Bauer geht irgendwann nach Hause. Dann freut er sich auf sein Abendbrot. Jeder Tag mag gleich sein, aber morgen geht er wieder aufs Feld. Kaum, dass die Sonne aufgegangen ist. Am Abend ist er stolz auf seine Werk, auf die Furchen. Auf sie schaut er – eine schöner als die andere.
Für mich ist das auch ein Bild, nach Gott Ausschau zu halten, ihn im Blick zu haben, sein Reich vor Augen zu haben. Das können wir Nachfolge Jesu nennen. Unser Glück macht es auch aus. Die eigenen Geschichten und Erfahrungen geraten in einen weiten Blick. Am Horizont geht Gottes Reich auf. Ihm gehe ich entgegen.
„Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.“
Endlich! Sie gingen in ein anderes Dorf. Doch der erste Satz des Evangeliums ist mehr als eine Wegbeschreibung:
„Als sich die Tage erfüllten,
dass er hinweggenommen werden sollte,
fasste Jesus den festen Entschluss,
nach Jerusalem zu gehen.“
Jesus geht seinem Sterben entgegen. In Jerusalem wird er verurteilt, in Jerusalem wird er gekreuzigt, in Jerusalem wird er von den Toten auferweckt.
Wenn ich ihm nachfolge, sehe ich ihn vor mir. Wie ein Bauer, der den Pflug durch die Erde zieht. Wie ein Mensch, der ein Ziel vor Augen hat. Wie ein Glaubender, der vor sich die ausgebreiteten Hände Gottes sieht.
Nicht Feuer fällt auf die Erde, es ist die Liebe.
Mit den Furchen bin ich noch nicht fertig.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Das Wegmotiv taucht in biblischen Texten immer wieder auf. Menschen sind für Gott und im Namen Gottes unterwegs, ruhelos, manchmal heimatlos; aber nicht ziellos.
In diesen Tagen bringen wir ein Arbeitsjahr zu Ende. Für viele ist es ein Abschied von der Schule, vom Arbeitsplatz, Abschiede verschiedenster Art. Gleichzeitig tun sich neue Wege, Lebenswege auf. Vor dem Ende des Schuljahres, das oft parallel mit dem der Erwachsenen läuft, feierten wir in der Pfarre noch Erstkommunion, Firmung, dazwischen noch einige Taufen. In diesen Tagen bekommen wir auch wieder einige Neupriester.
Damit sind wir auch schon in der 1. Lesung. Sie spielt auf die Weihesymbolik an. Elija hatte am Gottesberg Horeb (Sinai) den Auftrag erhalten, Elischa - sein Name bedeutet „Gott hat geholfen“ – zu seinem Nachfolger zu „salben“. Auch Könige hatte er zu salben. Christen werden bei der Taufe, bei der Firmung und im Weihesakrament gesalbt. Elischa wirft seinen Mantel über den Propheten Elija, was der Handauflegung im Weihesakrament entspricht, also eine Amtsübergabe und damit Bevollmächtigung und Berufung für den Dienst. Elischa bricht mit seinen bisherigen Lebensgewohnheiten nach seiner Berufung, also auch eine Art des Abschieds, was in sehr radikaler Form so zum Ausdruck kommt: Wer „die Hand an den Pflug legt und zurückblickt, taugt nicht für das Reich Gottes.“ Das ist einer der radikalen Sprüche Jesu.
Die Änderung der Lebensweise führt die 2. Lesung im Galaterbrief konkret in einem einzigen Satz aus: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit… Ihr seid zur Freiheit berufen.“, nicht zur Beliebigkeit, sondern zur persönlichen Entfaltung mit Hilfe des Heiligen Geistes. Wenn dann auch vom „Begehren des Fleisches“ geredet wird, heißt das nicht, alle sozialen Kontakte aufzugeben, heißt auch nicht die Schönheiten dieser Welt, Bequemlichkeiten, Freuden abzulehnen. Vielmehr ist damit gemeint, nicht darin hängen zu bleiben, sondern den Blick und den Weg weiter offen für eine hoffnungsvolle Zukunft zu halten. Den Weg gibt schon Jesus deutlich vor: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6). Das musste Thomas erst von Jesus erfahren. Diese Zusage gilt für alle Christen guten Willens, nicht nur für Amtsträger.
Im Evangelium wird nochmals das Wegmotiv angesprochen: Er schickt seine Jünger ins schicksalshafte Jerusalem voraus, ihm eine Unterkunft zu besorgen. Man nennt das Arbeitsteilung, Mitarbeit. Man hatte aber keinen Platz für ihn. Das erleben seine Jünger hautnah und sind empört. Drohungen folgen: „Sollen wir Feuer vom Himmel fallen lassen und alles vernichten?“ Das ist aber nicht die Art Jesu. In Übereinstimmung mit seinem Vater geht er nach Jerusalem, in die Zentrale der jüdischen und religiösen Macht, an den Ort des Kreuzestodes, aber auch Ort der Auferstehung. Der Tod ist besiegt, was Menschen an Gräueltaten angerichtet haben, führt über eine 2 000-jährige Geschichte des Christentums in das Reich Gottes.
Aber so einfach ist das auch wieder nicht. Jesus macht unseren persönlichen Lebensweg mit, mit allen Höhen und Tiefen, veranschaulicht in Sprüchen und Bildern. „Die Füchse haben ihre Nester“ - der Menschensohn hat nichts, kommt in einer Höhle zur Welt, erfährt Ablehnung. Auch heute sind Menschen heimatlos auf verschiedene Weise, müssen nicht gleich obdachlos sein, auch heute werden Menschen vertrieben, abgelehnt durch Mobbing, Spott, Bosheiten verschiedenster Art, im engeren und weiteren Kreis.
„Lass die Toten ihre Toten begraben!“ Wie soll das gehen? Unverständlich! Für uns könnte das heißen: Wir haben immer wieder Verluste zu beklagen in Beziehungen, in manchen Dingen, die uns lieb geworden sind. Es gibt Menschen, die trauern „guten, alten Zeiten“ nach, finden sich nicht mehr zurecht, in dem, was Gegenwart und Zukunft beschert, besonders schmerzhaft, Arbeitsplatzverlust, Klimakrise, Bruch in der Partnerschaft. „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?“ (Joh 14,5). Das fragen auch heute in Europa sehr viele Menschen, die Zuflucht in Wärmestuben, bei der Volkshilfe in Caritas und Diakonie suchen und dort die Antwort in tätiger Nächstenliebe finden. Oft sind auch Probleme aus der Vergangenheit nicht gelöst. Einmal heißt es davon Abschied zu nehmen.
Ich wünsche allen, die von Sorgen, der Last des Alltags niedergedrückt sind, trotzdem in der Spur Jesu zu bleiben und an das Wort Jesu zu denken: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Jesus fordert in den Beispielen des heutigen Evangeliums radikale Nachfolge; allerdings nicht im Sinne radikaler Maßnahmen als vielmehr im Sinne eines an die Wurzeln gehen. Ihm ist an der Verkündigung des Reiches Gottes hier und jetzt gelegen. Dafür schont er sich nicht und dafür kann er keine Jünger brauchen, die sich nicht mit voller Kraft dafür engagieren.
Von einem Bischof in Kroatien wird erzählt, er sei gefragt worden, wie viele Priester er für seine Diözese zu wenig habe. Er habe darauf geantwortet: Ich habe ca. 30 Priester zu wenig und ca. 20 zu viel. Eine ähnliche Anekdote kursiert von einem ehemaligen Generaloberen des Jesuitenordens. Einem Journalisten, der wissen wollte, wie viele Mitglieder der Orden weltweit zähle, habe er geantwortet: Genau weiß ich das nicht; aber ca. 2000 zu viele.
Die vieldiskutierte Priestermangel in vielen Ländern der Erde ist nicht nur eine Frage der Quantität, sondern auch eine Frage der Eignung und vor allem eine Frage der Motivation zu diesem Beruf. Ich wagte nicht, so zu reden, wäre Jesus nicht schon vor ähnlichen Problemen gestanden. Da gab es Leute, die ihm nachfolgen wollten, an deren Eignung er jedoch Zweifel hatte. Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, hatten den Spitznamen "Donnersöhne", sie wollten mit radikalen Methoden der Sache Gottes Geltung verschaffen. Sie haben ihre Berufung offenbar falsch verstanden. Jesus musste sie zurückpfeiffen. Sie mussten erst lernen, dass Jesus den Dienst am Reich Gottes anders verstanden hat. Einen, der mit Jesus mitziehen wollte, machte Jesus darauf aufmerksam, dass ein Leben in seiner Nachfolge sich nicht in einer gemütlichen Komfortzone abspielt. Dann war da noch von zwei anderen die Rede, die wollten ihren Einsatz auf später verschieben, wenn es besser in ihre Lebensplanung passt.
Können wir aus diesen bildhaften Beispielen auch für die Berufungsfrage heute noch Rückschlüsse ziehen?
In Zeiten, in denen der Priesterberuf hohes öffentliches Prestige hatte, gab es auch bei uns wenig Nachwuchsprobleme. In manchen Ländern, in denen es auch heute reichlich Priesternachwuchs gibt, bedeutet die Aufnahme ins Priesterseminar und die Aufnahme in den Priesterstand einen respektablen gesellschaftlichen Aufstieg. Wer jedoch mit dem Priesterberuf gesellschaftliches Ansehen oder einen bequemen Job mit Beschäftigungsgarantie inclusive Altersversorgung sucht, ist hier wie dort fehl am Platz. Jesus hatte vor allem das Ausrufen des Reiches Gottes im Sinn, kaum die Verwaltung einer wohlgeordneten Kirche. Das ist der Kern der Berufung derer, die sich ihm anschließen.
Die Kirche als Ganze und jeder einzelne Christ müssen sich immer neu fragen, wie es um die Verkündigung des Reiches Gottes steht. Die Kirche ist nicht das Reich Gottes. Sie ist bestenfalls Instrument des Reiches Gottes. Es geht nicht darum, dass die Kirche gut dasteht. Es geht um das Wohl und das Heil der Menschen. Dass das nicht immer selbstverständlich ist, haben wir im Umgang mit Missbrauchsfällen schmerzhaft erlebt.
Das heutige Evangelium fordert aber auch Nichtpriester heraus. Denn auch sie sind der Versuchung ausgesetzt, Kirche als spirituelle Kuschelecke zu verstehen, sie als Ort des persönlichen spirituellen Auftankens aufzusuchen, und es dabei bewenden zu lassen. Auch Nichtpriester haben eine Sendung und sind mitverantwortlich für das Reich Gottes.
Auch die weiteren Beispiele des heutigen Evangeliums enthalten für uns Herausforderungen und sind auch für unsere Zeit bedeutsam. Da begegnen wir einem, der möchte zuerst seine persönlichen und familiären Angelegenheiten abschließen; ausgedrückt im Bild vom Begraben des Vaters. Er meinte wohl: Wenn meine Eltern gestorben sind, dann kann ich mich um Dinge wie das Reich Gottes kümmern. Es gibt Menschen, die heben sich die Religion für das Alter auf, denn jetzt, so meinen sie, hätten sie Wichtigeres zu tun. Das Reich Gottes fordert uns hier und jetzt heraus. Es muss Platz finden mitten im Leben, mitten in den familiären und beruflichen Plänen.
Ähnlich kann das Bild vom Pflügen verstanden werden: Das Aufgabenfeld des Reiches Gottes liegt vor uns. Wer vor allem darüber nachsinnt und jammert, wie gut alles früher einmal war, oder wer alte und vermeintlich besser Zustände wiederherstellen will, ist in der Nachfolge Jesu fehl am Platz. Hier und heute gilt es Hand anzulegen.
Um das Fest der Postel Petrus und Paulus werden in vielen Diözesen Neupriester geweiht. Freuen wir uns mit denen, dies diesen Schritt heute wagen und unterstützen wir sie mit unserem Gebet. Die Weihe ist sicherlich ein Höhepunkt auf ihrem Berufungsweg. Der Weg aber geht weiter. Dass er gut weitergeht, sollte unser aller Sorge und Anliegen sein. Am besten unterstützen wir die Kandidaten und Neugeweihten, indem wir auf unsere eigene Berufung achten und mit allen übrigen, die sich in der Nachfolge Jesu sehen, unsere Kräfte ins Wachsen des Reiches Gottes einbringen.
In drei kleinen Szenen beschreibt der Evangelist den Weg der Nachfolge. Sie stellen 3 Träume und zugleich 3 Verheißungen dar. Jesus selbst ist auf dem Weg hinauf nach Jerusalem. Durch den Tod hindurch wird er in die Welt Gottes eingehen.
Jesus geht entschlossen hinauf nach Jerusalem, seinem Kreuzweg entgegen. Von Jüngern, die ihm nachfolgen wollen, erwartet er die gleiche Entschiedenheit. „Du aber geh und verkünde das Reich Gottes!“
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt
GL 149: Liebster Jesus, wir sind hier
GL 275: Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet (1. und 4 . Str.)
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All
GL 348: Nun bitten wir den Heilgen Geist
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 464: Gott liebt diese Welt und wir sind sein Eigen (1. und 5. Str.)
GL 474: Wenn wir das Leben teilen (4. Str.)
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben
GL 491: Ich bin getauft und Gott geweiht (2. und 3. Str.)
Psalmen und Kehrverse:
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 100 - V.
GL 629,3-4: Ich gehe meinen Weg vor Gott im Lande der Lebenden - Mit Psalm 116 - VI.
GL 649,5-6: Mein herz ist bereit, O Gott, ich will dir singen und spielen - Mit Psalm 57 - VII.
An diesem Sonntag gehen wir über die Dörfer! Wir gehen mit Jesus und seinen Jüngern von dem einen zum anderen Dorf! Dazwischen gibt es Gewaltphantasien. Sogar aus dem Mund von Jüngern Jesu. Unterwegs treffen wir aber auch auf Menschen, die Jesus begleiten, die ihm nachfolgen wollen.
Fremde Menschen. Sie schauen nach vorne - gerade sind die Furchen, die sie ziehen – alles, was vergangen, alles, was vergänglich ist, bleibt zurück.
Im Psalm von heute – es ist der 16. – singen wir:
Ich sagte zum Herrn: Mein Herr bist du, *
mein ganzes Glück bist du allein.
Ihm vertrauen wir unsere Ängste, unsere Schuld, unsere Hoffnungen an.
In vielen Diözesen werden rund ums das Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni Männer zu Priestern geweiht. Wir sind froh und dankbar dafür, wenn Menschen diesen Schritt wagen. Heute wollen wir die Kandidaten und Neugeweihten besonders mit unserem Gebet unterstützen.
Es ist aber auch wichtig, dass wir uns mit den Fragen, die sich rund um diese spezielle Form der Berufung ergeben, ausführlicher beschäftigen. Das Evangelium dieses Sonntags will uns dazu anleiten.
Am Beginn unserer Feier treten wir vor den Herrn hin und bitten wir um sein Erbarmen.
Viele Menschen - Christen wie auch Nichtchristen - schätzen Jesus von Nazareth, weil er einerseits liebe- und verständnisvoll mit den Kleinen und Schwachen in der Gesellschaft umgegangen ist, klar und Kritisch mit den Starken und Tonangebenden, aber radikal mit sich selbst war. Sich selbst hat er nicht geschont und auch von denen, die ihm nachfolgen wollten, hat er radikalen Einsatz erwartet. Radikalität wird aber leicht missverstanden. Was bedeutet es konkret: radikal sein, an die Wurzeln gehen? Das Evangelium dieses Sonntags versucht eine Antwort darauf zu geben.
Am Beginn unserer Feier treten wir vor den Herrn hin und bitten wir um sein Erbarmen.
Herr, es ist kaum auszuhalten.
Die Dinge wachsen uns über den Kopf.
Herr, erbarme dich.
Christus, du hältst uns aus.
Unsere Schuld verwandelst du in einen neuen Anfang.
Christus, erbarme dich.
Herr, es ist kaum auszuhalten.
Wo du bist, wachsen Friede und Freude.
Herr, erbarme dich.
Du lässt mich den Weg des Lebens erkennen. /
Freude in Fülle vor deinem Angesicht, *
Wonnen in deiner Rechten für alle Zeit.
Ehre sei Gott in der Höhe...
Herr, Jesus Christus,
du hast dich vom Vater in die Sendung zu uns Menschen rufen lassen.
Herr, erbarme dich.
Du hast im Unterwegssein deine Botschaft vom Heil verkündet.
Christus, erbarme dich.
Du hast alles, was menschliches Leben ausmacht, auf dich genommen, damit wir mit dir auferstehen können.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du hast mit vollem Einsatz deines Lebens den Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkündet.
Herr, erbarme dich.
Du hast Menschen berufen,
dir darin zu nachzufolgen.
Christus, erbarme dich.
Du hast deine Jünger ausgesandt,
die Frohe Botschaft allen Menschen bekannt zu machen.
Herr, erbarme dich.
Gott, unser Vater,
du hast uns in der Taufe zu Kindern des Lichtes gemacht.
Laß nicht zu,
daß die Finsternis des Irrtums über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns, im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
immer wieder rufst du Menschen
in die Nachfolge deines Sohnes,
damit dein Reich sich ausbreiten kann.
Wir bitten dich:
Nimm auch uns in deinen Dienst,
und lass uns mit Eifer tun,
was du von uns erwartest.
Das gewähre uns durch ihn,
Jesus Christus, deinen Sohn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
WB 13. Sonntag im Jahreskreis C
Gott, der die Welt an sein Herz drückt –
wir danken dir, dass du uns eingeladen hast,
uns mit Jesus auf einen Weg zu machen.
Unsere Bedenken und Einreden kennst du,
unsere schlechten Erfahrungen auch.
Du kennst aber auch unsere Sehnsucht,
alles zurückzulassen, was alt, verbraucht
und vergangen ist.
Schenke uns deinen Geist,
auf dem Weg deiner Liebe
unser Leben und unsere Welt neu zu entdecken.
Hass, Selbstzweifel und Resignation
überwindest du in Christus,
der sich auf den Weg gemacht hat zu uns.
Ihm vertrauen wir von Ewigkeit zu Ewigkeit. – Amen.
Vater,
aus der Umtriebigkeit unseres Alltags kommen wir zu dir.
Viel sind wir unterwegs, mit Fahrzeugen und im „Netz“.
Nicht selten mit einer wirklichen Sinnhaftigkeit.
Öffne uns in diesem Gottesdienst für deinen Ruf,
der Botschaft deines Sohnes zu folgen.
Darum bitten wir mit ihm,
Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Wenn Feuer vom Himmel fällt, brennt die Erde.
Gewaltphantasien gibt es im Kreis der Jünger Jesu.
Apokalyptische Bilder und Szenen verdunkeln die Welt.
Jesus ruft Menschen in seine Nachfolge,
Menschen wollen in seiner Nähe sein.
Heute beten wir für eine Welt, die Frieden sucht.
Herr,
in Kriegen stehen Menschen gegen Menschen,
Völker gegen Völker.
Auf der Suche nach Gründen wird in alten Geschichten gesucht.
Herr, hilf uns aufzubrechen.
Das Getreide wird zur Waffe umfunktioniert,
der Hunger von Millionen von Menschen in Kauf genommen.
Auf der Suche nach Rechtfertigungen finden Lügen reißenden Absatz.
Herr, hilf uns aufzubrechen.
Die Inflation bedrängt viele Menschen,
das billige Gas ist zum Fluch geworden.
Auf der Suche nach Lösungen werden neue Abhängigkeiten geschaffen.
Herr, hilf uns aufzubrechen.
Kirchenaustritte sind salonfähig geworden,
die Fragen, wie es weitergeht, trennen viele gläubige Menschen.
Auf der Suche nach neuen Anfängen liegen dicke Brocken im Weg.
Herr, hilf uns aufzubrechen.
Die Sommerzeit beschert vielen Menschen eine Auszeit,
mit Urlaub und Ferien sind Wünsche verbunden, Kraft zu schöpfen.
Auf der Suche nach Erholung werden Höchstleistungen erbracht.
Herr, hilf uns aufzubrechen.
Du sagt: folge mir nach.
Manchmal sage ich: ich will dir nachfolgen.
Herr, lass uns in deiner Nachfolge
dein Reich entdecken,
die Wege deiner Liebe,
deine Wahrheit.
In Jesus Christus. – Amen.
Mit Jesus setzt Gott in der Menschheitsgeschichte einen radikalen Neuanfang. Ihm nachfolgen heißt, in und für die Welt Verantwortung übernehmen.
Lasst uns den Vater um seine Hilfe dabei bitten:
Für eine Kirche, die sich traut Vergangenes ruhen zu lassen und aus dem Geist Jesu heraus neue Wege der Verkündigung seiner Botschaft zu gehen.
Für die Mächtigen in dieser Welt, die sich oft von Machtgier geleitet zu unglaublichen Grausamkeiten entschließen, und für die, die bei deren Umsetzung von einer Gehorsamsmentalität geleitet ihr eigenes Gewissen nicht mehr beachten.
Für alle Schülerinnen und Schüler, die in froher Erwartung der Ferien oder neuer Lebensabschnitte das vergangene Schuljahr hinter sich lassen und versuchen, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.
Für uns selbst, wenn es uns schwer fällt, mit Vorurteilen und Abhängigkeiten zu brechen und uns davon befreit dem Hier und Jetzt zuzuwenden.
Für unsere Verstorbenen um die Gemeinschaft mit Jesus, dem auferstandenen Herrn und Erlöser.
Denn dein Reich ist mitten unter uns und deine Herrschaft bricht dort an, wo sich der Mensch dir öffnet.
In diesem Glauben zu leben, erfüllt uns mit Freude und Dank für deine Güte und Treue jetzt und allezeit. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
du hast dir Helfer für deine Sendung gesucht und in deine Nachfolge berufen.
Wir sind auf deine Hilfe angewiesen und bitten dich:
Für alle Männer, die in diesen Tagen zu Priestern oder Diakonen geweiht werden.
Gib ihnen die Kraft, dir nachzufolgen und ihren Dienst in deinem Geist zu erfüllen.
Für alle Frauen und Männer, die in deine Nachfolge getreten sind und den seelsorglichen Auftrag der Kirche wahrnehmen.
Stärke sie und lass ihre Charismen zum Wohl der Kirche und aller Menschen reiche Frucht bringen.
Für alle Frauen und Männer, die auf der Suche nach einer passenden Lebensform sind, um ihre Berufung und ihre Begabungen zur Entfaltung zu bringen.
Schenke ihnen Klarheit, Mut und Entschlossenheit.
Für alle Frauen und Männer, die sich von ihrer Berufung überfordert fühlen und sich gezwungen sehen, sich neu zu orientieren.
Lass sie Verständnis und gute Begleiter für ihren Weg finden.
Für unsere Verstorbenen, insbesondere für alle verstorbenen Seelsorgerinnen, Seelsorger, Bischöfe, Priester und Diakone.
Vergilt ihnen ihren Einsatz mit der Fülle des ewigen Lebens.
Herr, wir danken dir, dass du für uns als der gute Hirte sorgst und einem jeden einzelnen von uns nachgehst und zum wahren Leben führst.
Dir sei Lob und Preis dafür. – Amen.
Immer wieder stehen wir in unserem Leben vor einem Neubeginn.
Dann sind wir aufgerufen, den Weg zu entdecken, auf dem wir unsere individuelle Berufung mit Gott und den Mitmenschen leben können.
Zu Gott, der uns zur Freiheit der Kinder Gottes berufen hat,
lasst uns beten:
Für alle Neupriester,
dass sie im Vertrauen auf deinen Beistand und mit dem Wohlwollen ihrer Gemeinden ihren Lebensweg gehen können.
Für den Frieden in der Welt,
dass alle Mächtigen verantwortungsvoll und mit Weitsicht agieren.
Für alle, die in diesen Wochen Urlaubs- und Ferientage genießen dürfen,
dass sie in der Unterbrechung ihres Alltags Lebensfreude und Erholung finden.
Für uns selbst,
dass wir die uns geschenkte Freiheit zu unserem eigenen Wohl und zum Wohl der Mitmenschen nützen können.
Für unsere Verstorbenen,
dass sie in ihrer wahren Heimat bei dir angekommen sind.
Dir, Vater, vertrauen wir unsere Bitten an.
Tritt in unser Leben und erfülle uns mit der Sehnsucht nach dir und deinem Reich,
sodass wir dich mit ganzem Herzen loben und preisen können,
jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
in den Geheimnissen, die wir feiern,
wirkst du unser Heil.
Gib, daß wir den Dienst an diesem Altar würdig vollziehen,
von dem wir deine Gaben empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Du, Herr, nimmst aus unseren Händen,
was du in sie gelegt hast:
Brot und Wein.
Aus deinen Händen nehmen wir,
was wir in sie legen.
Arbeit und Lebensfreude.
Schmerz und Hoffnung.
Du verschenkst deine Liebe,
du verschenkst dich.
Leib und Blut unseres Herrn.
Komm, unser Herr! – Amen.
Kehrvers:
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen.
(GL 69,1)
Wir haben Grund dir zu danken Herr.
Darum bringen wir unseren Lobpreis vor dich.
Immer wieder hast du Menschen in deinen Dienst genommen,
damit sie deinem Volk vorangehen und deinen Willen kundtun.
Kehrvers
Richter, Propheten und Könige haben deinem Volk den Weg gewiesen.
Sie haben die Treue gegenüber deinem Bund eingemahnt
und den Widerstand deiner Gegner in Kauf genommen.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn, hat Jünger berufen, dass sie ihm folgen.
Er hat sie in deine Wahrheit eingeführt
und ausgesandt, die Frohe Botschaft vom Gottesreich zu verkünden.
Kehrvers
Sein Blick war ganz auf seine Sendung ausgerichtet.
Um die Menschen von der Not der Gottferne zu erlösen,
ist er dem Kreuz nicht ausgewichen,
das ihm seine Gegner auferlegt haben.
Kehrvers
Seine Jünger hat er aufgefordert, ihm auch nachzufolgen,
wenn sie Heimatlosigkeit und Verfolgung erwartet.
Kehrvers
Auch heute ruft er Menschen,
die die Mühsal der Nachfolge nicht scheuen
und sich von ihm in Dienst nehmen lassen,
damit sie seinem Volk vorangehen und es mit Umsicht leiten.
Kehrvers
Dafür danken wir dir und singen wir dir
mit allen Engeln und Heiligen unser Lob.
Danklied, z. B. GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus.
Er ist dein Wort,
durch ihn hast du alles erschaffen.
Ihn hast du gesandt als unseren Erlöser und Heiland.
Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria.
Um deinen Ratschluß zu erfüllen
und dir ein heiliges Volk zu erwerben,
hat er sterbend die Arme ausgebreitet
am Holze des Kreuzes.
Er hat die Macht des Todes gebrochen
und die Auferstehung kundgetan.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 6
MB 2. Hochgebet
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Christus spricht:
Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat
und nochmals zurückblickt,
taugt für das Reich Gottes.
(Lk 9,62)
Oder:
Christus spricht:
Selig, die das Wort Gottes hören
und ihm folgen.
(vgl. Lk 11,28)
Oder:
Christus spricht:
Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt,
wird nicht in der Finsternis umhergehen,
sondern wird das Licht des Lebens haben.
(Joh 8,12)
Gott
zugegen hier bei uns
die Kraft deiner Liebe hat uns ins Leben gerufen
du sagst JA
zu jeder und jedem von uns
du rufst uns dir zu folgen
lass uns deiner Zuwendung vertrauen
und deiner Liebe antworten
durch unseren Einsatz für dein Reich
lass uns immer mehr erfassen von deinem Geist
dem Geist
der antreibt und vollendet
der Atem ist und Wärme
und Kraft, die befähigt zum Guten
in diesem Geist können wir Barrieren überwinden
Hindernisse wegräumen
Gräben überspringen
dein Geist ist stärker
als alle Ängste und Zweifel
durch diesen Geist können wir es wagen
uns zu entscheiden
für dich
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Treuer, barmherziger Gott!
Dir danken wir für das Evangelium,
für die gute Botschaft vom Leben.
Dir danken wir, Gäste an deinem Tisch zu sein,
müde, verunsichert, kühn und frech.
Stifte unter uns deinen Frieden,
schenke uns Geduld,
verbinde unsere Wunden.
Segne unsere Ferien,
die Menschen, auf die wir treffen,
die Orte, die uns aufnehmen.
Segne die Menschen, die zu Hause bleiben,
die sich einen Urlaub nicht leisten,
die einen anderen Menschen nicht alleine lassen können.
Segne und behüte uns
im Namen des Vaters …
Vater im Himmel,
immer wieder ruft uns dein Sohn, seinem Beispiel zu folgen
und uns aufzumachen zu den Menschen,
um dich und deine Liebe zu uns zu verkünden.
Mache unsere tauben Ohren hörend
und unsere leeren Hände fülle mit Tatendrang –
mache aus uns Verzagten
glaubwürdige Jüngerinnen und Jünger deines Sohnes. - Amen.
In unserer Sehnsucht nach Beheimatung
und
in unserem ziellosen Unterwegssein
auf unseren breiten Wegen
und
auf den schmalen und mühsamen Wegen
in der Enge unserer „Behausungen“
und
in den erschreckenden Weiten unseres Lebens
in unserem Bedürfnis geliebt und angenommen zu werden
und
in unseren Abgrenzungen
sei du
Gott
mit deinem Segen bei uns
und schenke uns Aufrichtung und Halt
du
der du uns bist
Vater und Bruder und Hl. Geisteskraft. – Amen.
Warum ich IHM folge?
Seinem Konzept
als Wegbegleiter
Seinem Lebensmodell
das nicht in Leere geht
Seiner Vision
der Taten folgen
für eine Welt
in der Gerechtigkeit
die Vorherrschaft bekommt
In der ER
Gier und Korruption
die Stirn bietet
Es kostet
IHN
das LEBEN
In vollem Bewusstsein
lässt er sich darauf ein
Sein Geist
universaler Liebe
hat einen langen Atem
Atmet dieser Geist
in unserer Welt?
in mir?
Schon ent-schieden
wohin dein Weg geht?
Mit IHM
kannst du Wunder erleben
und innere Freiheit
und Kraft zum Handeln
Traust du dich?
Es hieße
anderes zu lassen
Erleichtert …!?
vom Fleck weg
Jesus
soll ich mich also
von dir rufen lassen
und
wenn ich das nicht kann
dann kann ich nicht deine Jüngerin
(dein Jünger) sein????
und was ist mit meiner Sehnsucht
beheimatet zu sein
wer kennt sie nicht
diese tiefe Sehnsucht
beheimatet zu sein
zu wissen
wohin ich gehöre
Sicherheit zu haben
und ein „geordnetes“ Umfeld
daran ist doch nichts Verwerfliches
die Flüchtlinge aller Zeiten
können davon „ihr Lied singen“
doch
DU Jesus
gibst uns ein neues Gottesbild
in deiner Nachfolge
dir zu folgen heißt
Unterwegs-sein
unterwegs zu den Menschen
zu den Menschen
aller Rassen
Nationen
Religionen
weil in der göttlichen Liebe
die du verkündest
alle geliebte Kinder Gottes sind
für dieses Unterwegssein
brauche ich keine Weltreise zu machen
es genügt
wenn ich die Tür öffne –
die äußere und die innere –
die meines Herzens –
und heraustrete
und jedem
dem ich begegne
mit Respekt entgegenkomme
und
ihn das Stück begleite
um das er mich bittet
und ich werde feststellen
meine „Beheimatung“
finde ich
in DIR
und
durch DICH
letztendlich auch in mir
dann finde ich Beheimatung
wo immer ich bin
wo ich stehe
und
wohin ich gehe
dann finde ich sie
im
HIER
und im
DORT
Beatrix Senft (2022)
Fest entschlossen
aufbrechen
wenngleich der Weg
unsicher scheint
Gefahr droht
Ablehnung inbegriffen
Kennst DU das?
Jesus nachfolgen
aus innerer Entschlossenheit heraus
es zieht dich – zu ihm
Der Weg bietet alles
an dem du wachsen kannst
Aufbrechen
Los-lassen
Mit Ablehnung leben lernen
Im Vertrauen wachsen
Gottes Heilsplan
zu den Menschen bringen
Erfüllung finden
Gibt es Schöneres?
Ich sage nicht
dass es einfach ist …
Sie sind seit wenigen Tagen offiziell Nuntius. Wie gut kennen Sie die katholische Kirche hier?
Pedro López Quintana: Ich beginne, die katholische Kirche in Österreich kennenzulernen. Ich wusste schon vorher, dass es eine sehr alte Kirche ist.
Ist das gut oder schlecht?
Das ist gut. Es gibt hier eine lange Tradition. Der katholische Glaube hat in der Gesellschaft und in der Kultur sehr tiefe Wurzeln. Vieles ist fundamental katholisch geprägt.
Wie speziell finden Sie das?
Sehr speziell. Österreich war in der Vergangenheit Verteidiger des katholischen Glaubens in Mitteleuropa gegen die Reformation. Das hat in gewisser Weise noch immer Einfluss. Das sind meine ersten Eindrücke. Ich komme aus den baltischen Staaten (der Erzbischof war dort von 2014 bis 2019 Nuntius, Anm.), da gab es ein Problem der Kirche, das der Heilige Vater oft angesprochen hat: den Klerikalismus. Die Kleriker waren zu dominant.
Und wie erleben Sie die Situation in Österreich?
Mein erster Eindruck ist: Das Gegenteil ist der Fall (lacht). Das genaue Gegenteil. Es gibt einen Klerikalismus – aber bei den Laien.
Was genau meinen Sie damit?
Die Mitwirkung der Laien im Leben der Kirche ist sehr wichtig. Aber die Laien haben eine noch wichtigere Aufgabe, die das Zweite Vatikanische Konzil benennt: Sie sollen speziell in der Welt aktiv sein. Hier sehe ich das Risiko, dass die Laien ihre Aktivitäten auf die Kirche konzentrieren, die Aufgabe der Kleriker übernehmen und vergessen, dass ihre wirkliche Mission ist, in der Welt zu wirken, in der Gesellschaft, der Politik, nicht ausschließlich in der Kirche. In der Gesellschaft fehlt diese Präsenz. Vielleicht ist das ein Grund für den Rückgang des Glaubens in der Gesellschaft. Die Laien sind innerkirchlich zu sehr mit Administration und dergleichen beschäftigt.
Ist für diese Art der Aktivitäten aber nicht auch der Priestermangel in Österreich verantwortlich?
Nein. Andere Länder haben verglichen mit Österreich weniger Priester. Auch beim Priestermangel ist der Verlust des Glaubens entscheidend. Heute muss das Wachsen von Berufung gegen sehr viel ankämpfen.
Warum ist das so?
Wegen der Säkularisierung. Aus meiner Sicht ist die Säkularisierung Folge davon, dass die Präsenz der Laien, gläubiger Menschen in der Gesellschaft, nicht groß genug ist. Ja, es stimmt, dass es weniger Priesterberufungen gibt. Aber, wie der Heilige Vater sagt, das heißt nicht, dass Gott nicht mehr ruft. Aber die Kommunikation ist gekappt.
Vielleicht fehlt es auch an Priestern, die Vorbild sein können.
Teil der Krise ist, wie der Heilige Vater sagt: Es gibt Priester, die weniger Hirten und mehr Funktionäre sind. Manchmal sind Priester mit allerlei beschäftigt, aber sie vergessen, Christus zu bezeugen. Vielleicht klingt das ein wenig altmodisch, aber die Menschen müssen Jesus kennenlernen. Wir als Priester haben zu bezeugen, dass Gott Liebe ist. Liebe heißt, das Beste für jemanden zu wollen, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. In Österreich ist die katholische Kirche, was den Enthusiasmus der Menschen betrifft, ein wenig arm geworden. Manchmal sind Pfarren wie Zentren von Sozialarbeitern. Dann sind wir nicht wirklich eine Gemeinschaft von Christen.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/panorama/religion/5647806/
Die Zahl der Priesterweihen in der katholischen Kirche in Österreich liegt im Jahr 2019 wieder knapp über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Infolge der "Kathpress"-Berichterstattung zum am Sonntag begangenen "Weltgebetstag für geistliche Berufungen" trafen weitere Angaben aus den Orden ein, die auf mindestens 26 Neupriester schließen lassen.
Nach dem bisherigen Tiefpunkt von Neupriestern im Jahr 2017 - damals wurden 20 Männer geweiht - gab es im Vorjahr 24 Neupriester. Deren Zahl pendelt seit 2009 zwischen 20 und 30, mit einem Ausreißer (2011: 33). Davor lag diese Zahl allerdings deutlich höher, mit einem Jahresschnitt von 74 in den 1970er Jahren, 52 in den 80er bzw. 50 in den 90er Jahren. Insgesamt leben und wirken in Österreich derzeit an die 3.800 katholische Priester.
Zwölf der in den kommenden Wochen oder bereits in den vergangenen Monaten geweihten Priesteramtskandidaten des Jahres 2019 kommen aus den Männerorden, die anderen sind Diözesanpriester. 17 stammen aus Österreich, wobei fünf gebürtige Oberösterreicher, je drei Wiener und Burgenländer, je zwei Niederösterreicher und Steirer sowie je einer Kärntner und Salzburger sind. Vier von ihnen werden allerdings außerhalb ihrer Heimatdiözese ordiniert. Von den neun im Ausland geborenen Neupriestern stammen drei aus Ost- und zwei aus Westeuropa, drei aus Asien und einer aus Afrika. Zwei Männer wurden heuer in ihren Heimatländern Indien und Kamerun zum Priester geweiht - nach einer teils in Österreich absolvierten Priesterausbildung, wo auch ihr künftiges Einsatzgebiet sein wird.
Das Durchschnittsalter der diesjährigen Neupriester beträgt heuer 37 Jahre, wobei der jüngste erst im 24., der älteste im 61. Lebensjahr steht. Speziell die Spätberufenen bringen neben der verpflichtenden Ausbildung - dazu gehört das Theologie- und Philosophiestudium sowie die propädeutische und pastorale Phase - auch andere Bildungs- und Berufswege mit: Jus-, Wirtschafts-, Physik- und Pharmaziestudien findet man in den Lebensläufen der neuen Priester ebenso wie frühere Tätigkeiten als Tischler, Politikberater, Kirchenmusiker, Verkäufer oder Krankenpfleger, einer von ihnen ist Leiter der Provinz seines Ordens. Etliche der Priesterkandidaten haben Erfahrungen in Volontariaten oder längeren Sozial- oder Missionseinsätzen im Ausland gesammelt.
Ganzer Beitrag:
https://www.erzdioezese-wien.at/site/home/nachrichten/article/74135.html
Markus Nowag ist ein Spätberufener. Der heute 33-Jährige arbeitete als Filialleiter bei einer namhaften Supermarktkette und war viele Jahre mit einer Frau liiert. 2013 dann die Entscheidung, Priester zu werden.
Ganzer Beitrag:
https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/vom-supermarktleiter-zum-priester
Was wird da-nach folgen …
Wenn aus Mitläufern
Nachfolger werden
Nachfolgen will ich - nicht mitlaufen
Nach-leben will ich - Jesu LEBENsMODELL
das ins LEBEN führt
nicht ins Desaster
sondern in das Reich Gottes
in dem Platz ist für ALLE
und
das mitgestaltet werden will
auch durch mich
Aus „Mitläuferinnen und Mitläufern
macht man keinen Staat“
Mitlaufende laufen Gefahr
dem Unheil freien Lauf zu lassen
den zerstörerischen Stimmen hörig zu werden
Schnell läuft das Ruder aus der Hand
und schon ist „Feuer am Dach“
Wo …
hörst DU es knistern?
Ja, lass die „Toten das Todgeweihte“ begraben
DU entscheide dich für das LEBEN!
Jesus-Nachfolge
ist ein integrierender – intelligenter Weg
einschließlich – nicht ausschließend
Er-öffnet den Zugang
zum REICHtum des LEBENs
und führt
in die VerANTWORTung
Tag für Tag
JETZT
mich
Dem da
dem andern
dem x-beliebigen
dem wildfremden
der mir wurscht ist
der mich nichts angeht
dem man nicht trauen kann
dem man besser aus dem Weg geht
dem man's schon von weitem ansieht
dem da
dem Spinner
dem Blödmann
dem Besserwisser
dem Speichellecker
der nicht so tun soll
dem's noch Leid tun wird
der mir's noch büßen soll
der noch was erleben kann
der sich nicht unterstehen soll
dem ich's schon noch zeigen werde
dem da
wünsche ich Frieden
Aus: Lothar Zenetti, Sieben Farben hat das Licht. Worte der Zuversicht. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2006.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Elischa darf noch Abschied von zu Hause nehmen und trennt sich auch von seinem alltäglichen Leben, hier angedeutet mit den beiden Rindern, die eben noch den Pflug gezogen haben. Nach einem gemeinsamen Essen folgt Elischa Elija und tritt in seinen Dienst.
Das Evangelium nach Lukas überliefert, dass Jesus diesen Abschied des Elischa überbietet: In Lk. 9,57b-62 wird in den Nachfolge-Worten die Brücke nach "hinten" abgebrochen. Das Reich Gottes duldet keinen Aufschub. Mehr noch: "Wer seine Hand an den Pflug legt und zurücksieht, ist nicht geschickt zum Reiche Gottes".
Die heutige Perikope schildert, wie er im Auftrag Gottes sein Prophetenamt an Elischa ("Gott hat geholfen") weitergibt. Die Übertragung des Prophetenamtes geschieht durch Auflegung des Mantels. Das Wort "salben" ist also nicht im wörtlichen Sinn gemeint. Die Salbung von Propheten ist im AT nicht bezeugt. Das Kleid galt als Teil der Persönlichkeit. Elija überträgt durch diese Handlung etwas von seinem Wesen auf Elischa, und dieser fühlt nun in sich den Antrieb, Elija zu folgen. Er läßt sich vom Geist Gottes in den Dienst nehmen. Sein Abschied von der Familie ist radikal und steht nur scheinbar im Widerspruch zu dem, was Jesus von seinen Jüngern fordern wird.