Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jeremia.
In jenen Tagen
sagten die Beamten zum König:
Jeremía muss getötet werden,
denn er lähmt die Hände der Krieger,
die in dieser Stadt übrig geblieben sind,
und die Hände des ganzen Volkes,
wenn er solche Worte zu ihnen redet.
Denn dieser Mann sucht nicht Heil für dieses Volk,
sondern Unheil.
Der König Zidkíja erwiderte:
Siehe, er ist in eurer Hand;
denn der König vermag nichts gegen euch.
Da ergriffen sie Jeremía
und warfen ihn in die Zisterne des Königssohns Malkíja,
die sich im Wachhof befand;
man ließ ihn an Stricken hinunter.
In der Zisterne war kein Wasser, sondern nur Schlamm
und Jeremía sank in den Schlamm.
Der Kuschíter Ébed-Mélech, ein Höfling,
sagte zum König:
Mein Herr und König,
schlecht war alles,
was diese Männer dem Propheten Jeremía angetan haben;
sie haben ihn in die Zisterne geworfen,
damit er dort unten verhungert.
Denn es gibt in der Stadt kein Brot mehr.
Da befahl der König dem Kuschíter Ébed-Mélech:
Nimm dir von hier dreißig Männer mit
und zieh den Propheten Jeremía aus der Zisterne herauf,
bevor er stirbt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jeremia.
In jenen Tagen
hörten Schefatja, der Sohn Mattans,
Gedalja, der Sohn Paschhurs,
Juchal, der Sohn Schelemjas,
und Paschhur, der Sohn Malkijas,
die Worte, die Jeremia zum ganzen Volk redete:
So spricht der HERR:
Wer in dieser Stadt bleibt,
der stirbt durch Schwert, Hunger und Pest.
Wer aber zu den Chaldäern hinausgeht,
der wird überleben;
er wird sein Leben als Beute erhalten
und am Leben bleiben.
So spricht der HERR:
Diese Stadt wird ganz sicher
dem Heer des Königs von Babel
in die Hand gegeben werden
und er wird sie erobern.
Darauf sagten die Beamten zum König:
Jeremía muss getötet werden,
denn er lähmt die Hände der Krieger,
die in dieser Stadt übrig geblieben sind,
und die Hände des ganzen Volkes,
wenn er solche Worte zu ihnen redet.
Denn dieser Mann sucht nicht Heil für dieses Volk,
sondern Unheil.
Der König Zidkíja erwiderte:
Siehe, er ist in eurer Hand;
denn der König vermag nichts gegen euch.
Da ergriffen sie Jeremía
und warfen ihn in die Zisterne des Königssohns Malkíja,
die sich im Wachhof befand;
man ließ ihn an Stricken hinunter.
In der Zisterne war kein Wasser, sondern nur Schlamm
und Jeremía sank in den Schlamm.
Der Kuschíter Ébed-Mélech, ein Höfling,
der im königlichen Palast bedienstet war,
hörte, dass man Jeremia in die Zisterne geworfen hatte,
während der König sich am Benjamintor aufhielt.
Da verließ Ebed-Melech den Palast
und sagte zum König:
Mein Herr und König,
schlecht war alles,
was diese Männer dem Propheten Jeremía angetan haben;
sie haben ihn in die Zisterne geworfen,
damit er dort unten verhungert.
Denn es gibt in der Stadt kein Brot mehr.
Da befahl der König dem Kuschíter Ébed-Mélech:
Nimm dir von hier dreißig Männer mit
und zieh den Propheten Jeremía aus der Zisterne herauf,
bevor er stirbt.
Ebed-Melech nahm die Männer mit sich
und ging zum Palast,
in den Raum unterhalb der Vorratskammer.
Dort holte er Stücke von abgelegten und zerrissenen Kleidern
und ließ sie an Stricken zu Jeremia in die Zisterne hinunter.
Dann sagte der Kuschiter Ebed-Melech zu Jeremia:
Leg die Stücke der abgelegten und zerrissenen Kleider
in deine Achselhöhlen unter die Stricke!
Und Jeremia machte es so.
Nun zogen sie Jeremia an den Stricken hoch
und brachten ihn aus der Zisterne herauf.
Von da an blieb Jeremia im Wachhof.
Kv - O Gott, komm mir zu Hilfe,
Herr, eile, mir zu helfen. – Kv
Oder GL 307,5
Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. *
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, *
aus Schlamm und Morast. – (Kv)
Er stellte meine Füße auf Fels, *
machte fest meine Schritte.
Er gab mir ein neues Lied in den Mund, *
einen Lobgesang auf unseren Gott. – (Kv)
Ich aber bin elend und arm. *
Der Herr wird an mich denken.
Meine Hilfe und mein Retter bist du. *
Mein Gott, säume doch nicht! – Kv
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Schwestern und Brüder!
Darum wollen auch wir,
die wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben,
alle Last und die Sünde abwerfen,
die uns so leicht umstrickt.
Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der vor uns liegt,
und dabei auf Jesus blicken,
den Urheber und Vollender des Glaubens;
er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude
das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten,
und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.
Richtet also eure Aufmerksamkeit auf den,
der solche Anfeindung von Seiten der Sünder
gegen sich erduldet hat,
damit ihr nicht ermattet und mutlos werdet!
Ihr habt im Kampf gegen die Sünde
noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Kapitel 11 des Hebräerbriefes wird eine lange Reihe beispielhaften Glaubens (vgl. 19. Sonntag) angeführt. Die Lesung des 20. Sonntags bildet die Überleitung zu den abschließenden Mahnungen des Briefes.
Der Verfasser möchte mit allen aufbietbaren Kräften seine Adressaten zu einem Leben aus dem Glauben anfeuern. Er vergleicht ihre Aufgabe mit der von Läufern in einem Wettkampf. Die aufgezählten Glaubenszeugen bildendie Zuschauerschaft. Die Läufer haben alles, was sie behindern könnte - es sind das die Fesseln der Sünde - abzuwerfen. Ihr Vorbild ist Jesus, der bereit war, das Kreuz auf sich zu nehmen. Der Blick auf Jesus wird ihnen die Kraft geben, daß sie nicht ermatten.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie und sie folgen mir.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Ich bin gekommen,
um Feuer auf die Erde zu werfen.
Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!
Ich muss mit einer Taufe getauft werden
und wie bin ich bedrängt,
bis sie vollzogen ist.
Meint ihr,
ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen?
Nein, sage ich euch,
sondern Spaltung.
Denn von nun an werden
fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben:
Drei werden gegen zwei stehen
und zwei gegen drei;
der Vater wird gegen den Sohn stehen
und der Sohn gegen den Vater,
die Mutter gegen die Tochter
und die Tochter gegen die Mutter,
die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter,
und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Evangelium des 20. Sonntags paßt nicht ohne weiteres in die üblichen Vorstellungen von dem, was Christsein und Jüngerschaft bringen soll. Gerade diese Schwerverständlichkeit spricht dafür, daß es sich hier um eine Überlieferung handelt, die sehr nahe an das herankommt, was Jesus gepredigt hat. Wir müssen uns vor Augen halten, daß Jesus auf dem Weg nach Jerusalem ist und daß er dort die große Auseinandersetzung um seine Person erwartet.
Was meint Jesus mit dem Feuer, das er auf die Erde werfen will? Mehrere Deutungen sind denkbar und sinnvoll: Er könnte vom Feuer des Geistes sprechen, das er nach seiner Auferstehung ausgießen wird; oder vom Evangelium, das es überall in der Welt zu entzünden gilt; oder vom Feuer des Gerichtes (im Gleichnis unmittelbar vorher geht es um die Wiederkehr des Herrn); im Blick auf die folgenden Verse könnte aber auch das Feuer des kommenden Leidens Jesu gemeint sein. Vielleicht setzen der Prediger Jesus und seine Überlieferer bewußt auf die Mehrdeutigkeit des Bildes Feuer.
Ähnlich schwierig ist zu verstehen, was mit der "Taufe" gemeint ist. Jesus spielt wohl auf das kommende Leiden an. Ein Seitenblick auf Mk 10,38 zeigt, daß es diese Redeweise gab. Dort fragt Jesus die Jünger: "Könnt ihr den Becher trinken, den ich zu trinken haben werde, und mit der Taufe getauft werden, mit der ich mich werde taufen lassen müssen?".
Schließlich zeigt auch noch das Wort von der Zwietracht - es greift eine Redeweise aus dem Buch Micha (7,6) auf - daß es in diesen Versen um die Stellungnahme für oder gegen die Person Jesu geht. An seiner Person werden sich die Geister scheiden.
Feuer ist aus dem Leben nicht wegzudenken. Mit Feuer müssen wir aber behutsam umgehen. Es kann gefährlich werden. Jesus wünscht sich ein "feuriges Christentum". Er lebt und fordert Gewaltverzicht, zugleich sucht und fordert er aber auch die Auseinandersetzung.
Die Sommertage bieten die Gelegenheit, Lagerfeuer anzuzünden. Den Flammen und der Glut zuzusehen zieht viele Menschen magisch in den Bann. In Zeiten extremer Trockenheit, wie wir sie gegenwärtig vielerorts erleben, sind offene Feuer in freier Natur jedoch höchst gefährlich.
Feuer fasziniert; schon die einfache Flamme einer Kerze. Zu bestimmten Anlässen werden auch größere Feuer abgebrannt. Osterfeuer, Sonnwend- und Johannisfeuer oder auch Feuerwerk erfreuen sich großer Beliebtheit. Derzeit lassen allerdings Berichte von verheerenden Waldbränden rund um die Welt heißkalt über Rücken laufen.
Vom Feuer fasziniert sind wir auch im übertragenen Sinn: von feurigen Reden, wenn jemand "Feuer und Flamme" für eine gute Sache ist… Aber auch hier wissen wir um die Kehrseite des Feuereifers. Gerade auch religiös motivierte Leute sind versucht, über das Ziel hinauszuschießen, zu viel des Guten zu tun. Gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut. Auch mit religiösem Feuereifer muss man behutsam umgehen.
Aus dem kirchlichen Umfeld sind uns allerdings auch Situationen vertraut, wo das Feuer fehlt, wo Bemühungen nicht wirklich zünden. Auch Predigten wird das manchmal nachgesagt.
Im heutigen Evangelium spielt Jesus gleich in zweifacher Hinsicht mit dem Feuer. Er will Feuer auf die Erde werfen und wünscht, dass es bereits brenne. In seinem Feuereifer nimmt er sogar Spaltungen und Unfrieden in Kauf. Er kündigt an, dass Spaltungen quer durch Familien gehen werden.
Was Jesus hier beschreibt, erleben wir gegenwärtig seltener in Familien, kennen wir aber allzu gut als Bruchlinie, die durch die Gesellschaft geht. Zu den meisten Religionen gehören Gruppen, die ihren Glauben besonders streng leben und sich von den übrigen absetzen: orthodoxe Juden, strenggläubige Muslime und fundamentalistische Christen. Das Zusammenleben mit ihnen ist nicht immer leicht. Religionen sind gesellschaftlich gut akzeptiert, solange sie sich ins Private zurückziehen. Gefürchtet sind jedoch Hardliner, die religiöse Konflikte mit Gewalt austragen und zu Krieg und Terror antreiben.
Dieser Evangelientext befremdet. Jesus ist uns vertraut als Prediger der Gewaltlosigkeit und des Gewaltverzichts. Als Petrus bei der der Gefangennahme Jesu zum Schwert greift, um ihn zu verteidigen, fordert er ihn auf: "Steck dein Schwert in die Scheide, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen." (Mat 26,52). Er selbst ist weder vom Kreuz herabgestiegen, noch hat er seine Heerscharen für sich kämpfen lassen. Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet werden, halten wir als Märtyrer hoch in Ehren.
Die Friedfertigkeit Jesu birgt die Gefahr in sich, dass Menschen sich davon einlullen lassen. Karl Marx bezeichnete die Religion als »Opium des Volkes«. Wo Religion zur Privatsache erklärt wird, wird oft Unrecht nicht mehr wahrgenommen. Falsche Bereitschaft zu leiden und Konfliktscheu finden sich mit Missständen ab und verhindern, dass diese zur Sprache gebracht werden.
Wir müssen hellhörig sein, wenn wir als Christen ins Private verwiesen und aus der politischen Diskussion ausgeschlossen werden. Es ist gute Sitte, dass sich die Kirchen und Religionen aus dem tagespolitischen Hickhack heraushalten. Das kann aber nicht heißen, dass Christen und Angehörige anderer Religionen sich aus dem politischen Diskurs herauszuhalten haben. Es ist für eine friedliche Entwicklung der Gesellschaft wichtig, dass alle ihre Auffassung von Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde in den gesellschaftlichen Dialog einbringen.
Ein guter Ort für solche Auseinandersetzungen sind nicht zuletzt die Familien, die Verwandtschaft, Vereine… Warum nicht auch Pfarrgemeinden? – Man muss sich ja nicht gleich die Köpfe einschlagen!
Aus dem Munde Jesu wurden auch Worte überliefert, die leicht missverstanden werden können. Ihr Aussagewert ist am Leben Jesu selbst zu messen. Er ist so vom Feuer der Frohen Botschaft erfüllt, dass er damit alle anstecken will. Wieviel echtes Engagement steht hinter dem Zeugnis der Christen heute? Wir brauchen eine neue Kultur der Auseinandersetzung über das, was uns heilig und wertvoll ist.
"Wer mit dem Feuer spielt, wird im Feuer umkommen", ließen die Pekinger Machthaber die Demonstranten in Hongkong wissen. Mit dem Feuer zu spielen ist brandgefährlich: sowohl im realen Umgang mit Feuer und feuergefährlichen Materialien wie auch in der Politik und in der Religion.
Diese Warnung gilt auch religiösen Akteuren. Das Feuer hat als religiöses Symbol große Bedeutung. Feuer bringt Licht und Wärme. Feuer kann aber auch reinigen. Ungezügeltes Feuer zerstört. Wo die Kraft des Feuers Nutzen bringen soll, muss damit gekonnt und gezielt umgegangen werden.
Die Worte Jesu im Evangelium befremden und ängstigen zunächst. Wir schätzen an ihm seine Gewaltlosigkeit. Wie passt seine Botschaft der Gottes- und Nächstenliebe mit diesen Worten zusammen?
Der Gewaltverzicht Jesu, sein Vertrauen in die Kraft des Guten, der Liebe, der Vergebung und Versöhnung hinterlässt bei manchen Menschen den Eindruck der Harmlosigkeit. Wer sich allein auf diese geistigen Waffen verlässt, muss fürchten, nicht ernst genommen zu werden und zu unterliegen. Wer dennoch mit Nachdruck diesen Weg geht, wird die Entdeckung machen, dass diese geistigen Waffen gar nicht so harmlos sind. Zu allen Zeiten bis herauf in die Gegenwart sind Christen damit auf Gegnerschaft gestoßen. Jesus selbst hat das an seinem eigenen Leib erfahren. Wer für die Frohe Botschaft Jesu brennt, wird Widerstand erleben. Wer nicht dafür brennt, wird sich schwer tun, die Frohe Botschaft weiterzugeben.
Engagierte Religiosität führt zur Auseinandersetzung. Es kommt aber darauf an, wie und mit welchen Mitteln diese geführt wird. Immer wieder haben Menschen im Namen notwendiger Auseinandersetzungen zu Waffen oder zu anderen radikalen Mitteln gegriffen. Aus heutiger Sicht haben sie damit aus einem falschen Eifer heraus gehandelt. Auch für Jesus selbst waren die Auseinandersetzungen mit den religiös Tonangebenden seiner Zeit eine ständige Gratwanderung. Seine Wortwahl den Pharisäern, Schriftgelehrten und Priestern gegenüber ist manchmal grenzwertig. Einzelne seiner Jünger waren versucht, Feuer vom Himmel regnen zu lassen oder zum Schwert zu greifen. Jesus musste sie zurechtweisen. Er selbst hat die Auseinandersetzung vor allem mit Worten geführt und durch symbolische Handlungen wie z.B. die Tempelreinigung. Dies wurde nicht von allen verstanden und gebilligt.
Ein anderer Weg, zu dem heute viele Menschen versucht sind und der in die falsche Richtung führt, besteht darin, Religion so ins Private abzudrängen, dass sie in der Öffentlichkeit nicht mehr sichtbar ist: Verbot religiöser Symbole im öffentlichen Raum, Kopftuchverbot und anderes mehr. Künstlern hingegen wird die Freiheit eingeräumt, in der Öffentlichkeit zu provozieren und durch ihre Werke oder Auftritte Denkanstöße zu geben.
Wir brauchen eine neue Gesprächskultur, in der wir in wechselseitigem Respekt uns über das, was uns wichtig, wertvoll und heilig ist, austauschen. Als Christen brauchen wir keine Angst zu haben, dabei zu unterliegen. Das Wertvolle der christlichen Überlieferung wird sich durchsetzen, ihre Saat wird immer neu aufgehen und in neuen Formen in Erscheinung treten. Auch Jesus ist unterlegen. Seine Botschaft lebt aber heute noch.
Auf Tertullian, einen großen Theologen an der Wende vom 2. Zum 3. Jahrhundert, geht der Satz zurück: Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche. Ein nicht ungefährlicher Satz. Wir müssen uns hüten, Blut und Martyrium zu instrumentalisieren. Märtyrer haben die Wahrheit des Evangeliums mit ihrem Leben bezeugt – wie Jesus selbst. Ihr Zeugnis ist das Markenzeichen des Christentums.
Auch wir sind gefordert, zur Wahrheit des Evangeliums Stellung zu beziehen. Ein schwieriges Unterfangen in einer Zeit, in der jede Meinung als gleich gültig angesehen wird, in der Meinungsmacher "alternative Fakten" auftischen…
Märtyrer konfrontieren uns damit, dass es zu wenig ist, aus dem Glauben persönlichen Nutzen zu ziehen und sich daran geistig aufzurichten. Jeder der die Kraft, das Licht und die Wärme, die vom Feuer des Glaubens ausgehen, erfahren hat, ist berufen, diese Feuer weiterzugeben.
Von Unruhe- und Brandstiftern, von Scharfmachern und Bedenkenträgern, von Wankelmütigen und Lebensrettern.
Kein leichter Brocken, der uns heute in der alttestamentlichen Lesung und im Evangelium zugemutet wird. All unsere Wünsche nach Frieden und Harmonie werden kräftigst durcheinandergewirbelt und in Frage gestellt. In all den Konflikten und Auseinandersetzungen bleibt dennoch die Frage: Wo ist Gott und was ist seine Botschaft damals und heute?
Wenn wir uns den Propheten Jeremia anschauen, dann befindet er sich nicht gerade in einer beneidenswerten Lage. Es ist sein Lebensauftrag, die ungeschminkte Wahrheit von den Dächern zu rufen und auf den Straßen und Plätzen hinauszuschreien. Eine Wahrheit, die nicht durch den Richterspruch eines weltfernen und selbstherrlichen Tyrannen gesetzt wurde, vielmehr eine Wahrheit, die als Folge des menschlichen Handelns am Horizont sichtbar wird. Das auserwählte Volk, hatte sich von seinem Gott und seinen Geboten abgewandt, hatte sich neue Götzen und eigene Regeln geschaffen und muss nun feststellen, dass dieser Weg ein Irrweg war, ein Weg, der in den Tod und ins Verderben führt. Genau diese Wahrheit stellt Jeremia seinem Volk vor Augen, nicht um Angst und Panik zu verbreiten, sondern um wachzurütteln, die Menschen zum Überdenken ihres Weges zu bewegen und zur Umkehr, zur Rückbesinnung auf den Weg des Lebens, der einst Sklaven aus Ägypten in die Freiheit führte.
Auch Jesus befindet sich in einer ähnlichen Situation, auch er ist gesandt, das auserwählte Volk wachzurütteln, zurückzuführen auf den Weg des Lebens, zur Umkehr aufzurufen. Er versucht die Menschen zu sammeln, um ihnen zu zeigen, was es heißt, auf Gottes Wort zu hören, seinem Gesetz – der Liebe – zu folgen. Doch Jesus und auch Jeremia stoßen auf den erbitterten Widerstand der Bedenkenträger und Scharfmacher: „er lähmt mit seinen Worten die Hände der Krieger und die Hände des ganzen Volkes“, "es ist besser, ein Mensch stirbt, als dass ein ganzes Volk zugrunde geht.“ Anklagen und Beschwichtigungen, um dem Volk Sand in die Augen zu streuen und den Status Quo, den gegenwärtigen Zustand, auch die gegenwärtigen Machtverhältnisse zu sichern und zu verteidigen. In beiden Fällen sind es die wankelmütigen Herrscher, die unter dem Druck der sogenannten „Stützen des Systems“ einknicken und den Propheten, wie den Gottessohn den Mächten des Todes ausliefern.
Und heute, befinden wir uns nicht ebenso in solch einer Situation? Die "Atomuhr", Warnung vor dem möglichen Einsatz von Atomwaffen, steht 2 Minuten vor Zwölf. Die Klimaforscher warnen weltweit vor dem drohenden Kollaps, als Folge unseres Wirtschaftens und unseres Konsum- und Wegwerforientierten Lebensstils. Die Armutsforscher warnen vor der immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen arm und reich; Papst Franziskus mahnt: unsere Wirtschaft tötet und fordert zur Umkehr und zu einem ganzheitlichen, ökologischen Lösungsansatz auf und Gläubige fordern von ihrer Kirche, die Umkehr zu einem menschen-freundlichen und geschwisterlichen Verhalten, das die gleiche Würde von Mann und Frau, von Klerikern und Laien, nicht nur in Worten proklamiert, sondern auch in Diensten und Strukturen sichtbar macht.
Auch heute stehen wir vor der anfangs erwähnten Frage: Wo ist Gott in all diesen Konflikten und Auseinandersetzungen und was ist seine Botschaft für uns heute? Wir können feststellen, dass der Glaube, das Vertrauen in die bedingungslose Liebe und Gegenwart Gottes, wie Er es dem Jeremia zugesagt hat, und wie Jesus es seinen Jüngern und uns verkündet hat, dass dieser Glaube uns ermöglicht, die Wahrheit zu erkennen und angstfrei anzuschauen. Sicherlich kann diese nüchterne und wache Offenheit dazu beitragen, dass falsch verstandene Harmonievorstellungen entlarvt und faule Friedensbemühungen aufgedeckt und gebrandmarkt werden. Deshalb fordert Jesus auch immer wieder: „seid wachsam… wachet und betet… Selig der Knecht, den der Herr nicht schlafend findet“.
Vertrauen, wachsame Offenheit, der Wille zur Umkehr auf den Weg des Lebens und der Liebe und ein Lebensstil des Genug, können Haltungen sein, die uns helfen, sich den heutigen Herausforderungen zu stellen und sie anzunehmen. Sicherlich können wir dabei auf Ablehnung und Widerstand stoßen, wie es Jeremia erlebt hat. Sicherlich können die Auseinandersetzungen auch zu Trennungen und Spaltungen führen, wie es Jesus im Evangelium voraussagt. Auf eines aber können wir bauen, auf die Zusage Gottes. Dem Jeremia sagt er selbst zu, 600 Jahre vor Christus: „Tritt auf und sag ihnen alles, was ich dich heiße. Hab keine Angst vor ihnen…, denn ich bin mit dir, um dich zu retten.“ Und Jesus wiederholt diese Zusage Gottes, denn Gott steht zu seinem Wort, damals zur Zeit des Jeremia, genauso wie vor 2000 Jahren zur Zeit Jesu und ebenso heute: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei euch, alle Tage.“
Je näher der Terror zu uns kommt, desto deutlicher spüren wir, dass wir uns mit seinen Wurzeln auseinandersetzen müssen. Angst provoziert Gewalt und Fundamentalismus. Damit lassen sich die Probleme nicht lösen. Streit kann uns dazu führen, dass wir die dahinterliegenden Probleme erkennen und mit anderen Mitteln an sie herangehen.
Kabul 6989 km,
Palästina 4395 km,
Mosul 4304 km,
Damaskus 4040 km,
Aleppo 3743 km,
Istanbul 2525 km,
Nizza 1380 km,
München 705 km,
Paris 648 km,
Ansbach 514 km,
Würzburg 431 km…
(Entfernungen evtl. im Kirchenraum sichtbar machen)
Wir haben die Nachrichten gehört und die Bilder gesehen. Wir waren betroffen, Menschen taten uns leid. Aber es war weit weg. Was sollten wir auch tun? Der Krieg! Der Islam! Er war uns fremd und er ist uns fremd! Aber nun rückt es auf einmal näher: München, Ansbach und Würzburg. Nur noch wenige hundert Kilometer. Und wer sagt uns, dass es nicht heute oder morgen oder nächste Woche auch in Rheine passiert.
Es macht sich Angst breit. Eine Angst, vor der wir uns bis jetzt schützen konnten. Eine Angst, mit der viele Menschen auf dieser Welt jeden Tag in einem noch viel größeren Ausmaß leben müssen. Eine Angst, die nicht auszuhalten ist. Wenn wir das bei uns spüren, können wir vielleicht etwas von dem nachempfinden, was Menschen aushalten müssen.
Auf diesem Hintergrund lese ich das Evangelium vom heutigen Sonntag. „Ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen. Meint ihr, ich bin gekommen um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein sage ich euch, sondern Spaltung.“
Was sagt er da? Was passiert da? - Ich erinnere mich an ein Gespräch, das auf einmal sehr hitzig, fast aggressiv wurde. Jemand forderte sehr klar, Religionen müssten alle abgeschafft werden, das einzige was sie tun ist Menschen zu radikalisieren, weil sie sich in ihren Ansprüchen immer für die einzig richtige und die einzig wahre halten und dies dann mit allen Mitteln durchsetzen. Uns allen ist sicherlich auch noch der Satz vertraut: Außerhalb der katholischen Kirche kein Heil.
Und weiter hieß es dann: Religionen stiften Menschen zur Gewalt an, weil sie Menschen die anders glauben, Menschen die anders leben, Menschen die andere Werte haben als minderwertig ansehen und bekehren wollen. Das Ganze eskaliert zurzeit im Bild, das der Islam gegenwärtig bietet: Ungläubige dürfen, ja sollen sogar getötet werden, weil der Koran oder weil Allah es angeblich so will.
Und haben wir nicht auch als Christen in früheren Jahrhunderten genauso gehandelt. Wie viele Menschen sind bei der Missionierung Afrikas oder Lateinamerikas getötet worden und die Unruhen in Nordirland sind nur wenige Jahre alt.
Papst Franziskus hat in einem sehr eindrücklichen Apell vor einigen Tagen davor gewarnt den Islam mit Gewalt und Terrorismus gleichzusetzen. Der IS ist nicht der Islam und wahrscheinlich stehen viele Muslime dessen Gewaltexzessen mit der gleichen Ohnmacht gegenüber wie wir. Der Papst sagt dann noch einmal deutlich: Wer von Gewalt im Islam spricht, der muss auch von der Gewalt sprechen, die von Katholiken ausgeht. Da gibt jemand ein großes Beispiel, er zeigt nicht mit dem Finger auf andere und hält sich selber für gut. Er steigt einer einseitigen Schwarz-Weiß-Malerei aus.
Papst Franziskus prangert den Fundamentalismus in allen Religionen in seiner zerstörerischen Art an. Da sind wir als Christen nicht besser als andere, auch wenn unsere Methoden nicht mehr so heftig sind. Und er benennt weiter, dass die Ursache vieler fundamentalistischer Strömungen, seien sie nun politisch oder religiös, mangelnde Zukunftsaussichten vor allem junger Menschen in Europa und überall auf der Welt sind. Hier geschieht Gewalt, eine strukturelle Gewalt, an der wir alle unseren Anteil haben. Das wird noch einmal deutlich daran, dass viele der Attentäter nicht aus arabischen Ländern kommen, sondern hier bei uns leben und groß geworden sind. Es sind auch unsere Jugendlichen und wir alle haben unsere Welt so mitgestaltet, wie wir sie jetzt vorfinden.
Zurück zum Evangelium: Jesus weiß, dass Menschen in Streit geraten, auch Menschen, die sich vertrauen und dass es auch durch seine Person dazu kommen kann. Und da, wo wir anderer Meinung sind, müssen wir uns auch streiten dürfen, aber und das wird auch im Kontext der christlichen Botschaft deutlich: Als Menschen, als Christen, Muslime, Juden und Atheisten haben wir den anderen in seiner Würde zu achten, wir können ihm unseren Glauben und unsere Meinung anbieten, verordnen können wir sie ihm nicht. Was am Ende dem Heil dient ist uns allen verborgen und bleibt Gabe Gottes.
Das kann uns gelassen machen. Und es gilt, wer von Glauben spricht, muss auch davon sprechen, wie gerechte Lebensbedingungen für alle Menschen geschaffen werden können. Ich möchte in einer Welt leben, die demokratisch und plural ist, in der Staat und Religion getrennt sind, in der wir uns gegenseitig akzeptieren, unabhängig von dem, was wir glauben, in der jeder für sich und sein Leben sorgen kann.
Mutmaßungen über Fluch und Segen dieses Wortes: Nicht Frieden sondern Spaltung zu bringen, ist heute ein gewagtes Wort. Einerseits eine klare Haltung zu zeigen und den Mut zur Auseinandersetzung mitzubringen und andererseits den Andersmeinenden aushalten und sogar den Feind zu lieben, bringt uns in eine Spannung, die es auszuhalten gilt.
Klare Kante ist gefragt! „Meint Ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, ich sage euch, nicht Frieden, sondern Spaltung.“ So Jesus, um dann in plastischen Worten zu schildern, wie Zwietracht und Streit selbst im kleinsten Kreis, in der eigenen Familie zu Entzweiung führen werden.
Frage: was ist da dran jetzt das Evangelium, die gute Nachricht? Wir leben ja derzeit in einer Welt, die offenbar mehr als genug Spaltung hat, Streit, und Auseinanderdriften. Eher stellt sich mittlerweile die Frage: wer kann den Laden im Kleinen wie im Großen noch zusammenhalten? Gibt es nicht mehr als genug Spalter? Beispiele in Europa und auch auf österreichischer Ebene werden uns allen rasch dazu einfallen! Ist dann das die Lösung? Nun, wir dürfen vermuten, die Worte von Jesus nehmen nicht einfach Bezug auf das derzeitige Europa und die Welt. Und wir dürfen auch vermuten: er hatte gute Gründe, mal klare Kante zu zeigen… getrieben von der Dringlichkeit seines Anliegens.
Jetzt gilt es, meint man ihn sagen zu hören. Jetzt zählen keine faulen Ausreden! Jetzt kannst Du Dich nicht zurückziehen um des faulen Friedens willens! Und der alten Familienbande wegen. Nein, wenn es hart auf hart kommt, musst Du auch Stellung beziehen! Wenn Du auf der Spur Jesu bleiben willst, dann gilt es auch mal zu entscheiden, zu unterscheiden zwischen dem was Du als richtig und als falsch empfindest. Nicht alles kann verklebt werden zu einer scheinbar harmonischen Einheit. Es gibt Für und Wider, wenn es um das Heil, das Wohl und Wehe von Menschen geht. Und darüber kann man schon auch ins Streiten kommen. Anything goes ist nicht die Botschaft von Jesus.
In der Flüchtlingsfrage z. B. wird man nicht zugleich auf Seiten der engagierten Helfer und Helferinnen stehen können, und zugleich wohlwollend auch mitmarschieren bei den Aufmärschen von PEGIDA und Co. Das geht nicht zusammen.
Man wird auch schwerlich den Kürzungen von Sozialleistungen bei den Schwächsten der Gesellschaft zustimmen können, wie zur Zeit in Österreich diskutiert wird und teilweise schon umgesetzt worden ist, und zugleich meinen dürfen, man wäre doch auch ein „wahrer“ Christ. Nein, hier gilt es dagegen zu reden, auch um der Gefahr willen, in Konflikte verwickelt zu werden. Das Einstehen für die Schwächsten der Gesellschaft, das Kritisieren von unmenschlichen, entwürdigenden Entwicklungen und Handlungsweisen ist geboten in aller Klarheit.
Auch das Streiten darf vorkommen, und sogar in den besten Familien. Besser es wird miteinander gerungen, als alles vorschnell zukleistert mit einem Zuckerguss, der den sauren Inhalt verbirgt.
Jesus drängt dazu, weil es ihm wert und wichtig ist, dass das Heil, das Gute sich durchsetzt. Er drängt dazu, weil ihm Gott und Menschen das wert sind.
Soweit also zum Segen dieser Stelle.
Aber es gibt vielleicht auch einen Fluch dabei. Wir laufen dabei immer auch Gefahr, allzu genau zu wissen, wo die richtige Seite ist. Selbst die wohlmeinendsten Menschen können zu Fanatikern mutieren in der Absicht, doch nur das Beste zu wollen. Der Weg zur Hölle kann auch mit guten Vorsätzen gepflastert sein, die Tugendhaften können auch zu Terroristen werden. Nicht aus Bösartigkeit, sondern weil es so wichtig erscheint.
Ich denke, es ist heilsam, diese klaren Worte bei Jesus zu lassen, und sie nicht selber allzu sehr für sich zu reklamieren. Wir werden daran gemessen werden, wie sehr es uns gelingt, im Konflikt auch das Gegenüber auszuhalten zu lernen. Auch wenn ich fast zerspringen möchte aus Ärger und für mich wohlbegründeten Argumenten. Es gilt auch: der, die Andere ist ein Kind Gottes. Ansonsten werden wir uns über kurz oder lang den Schädel einschlagen, und beide Seiten tun das dann mit den besten Argumenten. Streit herrscht, Konflikte gibt es, und Versöhnung ist vielleicht irgendwann einmal möglich, aber zuerst gilt es, den, die Andere auszuhalten in aller Spannung.
Realistisch scheint der Blick Jesu: wir dürfen mit Gegnerschaft rechnen, es werden uns andere feindlich gesinnt sein. Wir ziehen nicht alle am selben Strang. Aber gerade dann erweist sich das Wort von der Feindesliebe als hilfreich.
Wie lieben wir die Feinde? Wohl nicht mit einem emotionalen Überschwang, sondern eher nüchtern im Aushalten dieser Spannung. Dabei ist schon viel gewonnen, wenn es zu keiner weiteren Aufrüstung kommt, wenn es bei Worten bleibt, und keine feindlichen Taten folgen. Und wir schrittweise im Gegenüber auch das Kind Gottes erkennen. Aber Spaltung herrscht, Gräben entstehen, sind entstanden und werden weiter wachsen. - Ganz zu schweigen von der weltweiten Spaltung zwischen Arm und Reich.
Mal stehen wir auf der einen Seite, mal auf der anderen. Segen ist es dann, zur rechten Zeit den Mut zu finden zum offenen Wort, aber dabei auch sich bewusst zu bleiben: ein andermal bin ich vielleicht auf der falschen Spur, brauche ich ein gnädiges Gegenüber. Und in der Spannung zu bleiben. Das Gegenüber also leiden zu können, wie es so schön im Deutschen heißt. Und sich im Bewusstsein halten: ich bin nicht Gott, ich versuche nur ein/mein Stück der Wahrheit zu erlangen und es auch zu erstreiten.
Das geht natürlich nur, wenn wir uns selber auch leiden können, und das wiederum gelingt nur, wenn wir uns bewusst sind, dass über uns ein Horizont eines gütigen Gottes aufgespannt ist. Ein Gott, der nicht vorschnell Ruhe gibt, sondern fordert, drängt, und auch zur Klarheit drängt in Jesus, weil wir es ihm wert sind. Weil unsere Welt es ihm wert ist.
Deswegen: Es ist unser Recht nicht vorschnell Frieden zu geben, aber das heißt auch nicht: ja zum (heiligen) Krieg. Sondern in aller Feindes-Liebe Mut zur Auseinandersetzung, Respekt vor dem Gegner, und die Gnade, immer wieder auch innezuhalten und uns zu fragen: Liegen wir noch richtig? Können wir das Gegenüber noch leiden, oder wollen wir es schon vernichten, auslöschen? Ist irgendwo noch ein Zipfelchen vom Schalom zu erahnen, vom Frieden, der nicht von uns gemacht werden kann, sondern geschenkt wird?
Es scheint, dass dies eine Frage ist, die in Zeiten wie diesen nicht nur uns Kirchenleute beschäftigen sollte. Somit also vielleicht doch auch das richtige Stück Evangelium für das Europa vom August 2016.
© DSA Mag. Wilfried Scheidl, Leiter Regionalcaritas, Caritas Oberösterreich
Das Feuer, das Jesus auf die Erde werfen will, bedeutet in der biblischen Tradition Gericht Gottes. Johannes der Täufer kündigt Jesus an als den, der mit Feuer und Heiligem Geist taufen wird. Jesus will in uns das Feuer seines Geistes zum Brennen bringen, des Geistes der Liebe.
Auf dem Weg nach Jerusalem, wo sie Jesus, der um sein Schicksal weiß, dass sie ihn töten wollen, ruft er aus: „Feuer auf die Erde zu werfen, bin ich gekommen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen. Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie nicht vollzogen ist.“
Feuer zu werfen - Im Alten Testament ist Feuer ein Symbol für das Wort Gottes, wie es durch die Propheten verkündet wird. Es bezeichnet aber auch das Gericht Gottes, der vorübergeht und sein Volk durch die Propheten reinigt. Es bringt Gericht in der Entscheidung für den Weg nach Gottes Willen und die Liebe zum Armen und Schwächsten oder dagegen. Jesus spricht heute sogar von Zwiespalt, in den Menschen geraten: Für Jesus oder dagegen, für sein Wort oder dagegen.
Wenn das Wort Gutes bedeutet, baut es auf. Was keinen Wert hat, aber zerstört es, weil alles vergehen muss, was nichtig und ichbezogen ist; nur die Wahrheit hat vor ihm Bestand.
Johannes der Täufer sagte über Jesus: „Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Damit kündigte er die christliche Taufe an, die am Pfingsttag mit der Ausgießung des Heiligen Geistes, in Feuerzungen sichtbar begann. Dies also ist die Sendung Jesu: Feuer auf die Erde zu werfen, das heißt, den Heiligen Geist mit seiner erneuernden und reinigenden Kraft zu bringen. „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“
Jesus schenkt uns seinen Geist. Wie aber wird dieser Geist tätig?
Seit der Taufe hat Gott dieses Feuer in uns angezündet. Es loderte am Kreuz auf. Wie singen „Herz Jesu Gottes Opferband“. Doch oft fällt ein Aschenhaufen darüber und wir meinen, dass nichts mehr brennt. Es gilt das Feuer neu zu entfachen und sich neu auf Gott ausrichten zu lassen.
Er bringt in uns die Liebe zur Entfaltung, die wir - so sein Wunsch - in unserem Herzen wachhalten sollen. Er hat jeden geliebt und ihm des Vaters Barmherzigkeit spüren lassen. Jesus ging den Verlorenen nach. Er deckte die Heuchelei der religiös Mächtigen auf. Es handelt sich um eine Liebe, die keine Vorbedingungen stellt, mit dem Schwachen und Erbarmungswürdigen leidet.
Die Liebe ist wie Feuer. Und damit es immer am Brennen bleibt, brauchen wir Brennmaterial. Das ist zunächst einmal unsere Selbstbezogenheit. Die legen wir jedes Mal ins Feuer, wenn wir lieben. Dann nämlich schauen wir nicht auf uns selbst, sondern auf Gott, wenn wir seinen Willen erfüllen, oder auf den Nächsten, wenn wir für ihn da sind. Auch ein kleines Feuer kann einen großen Brand entfachen, wenn es genügend Nahrung erhält. Es ist der Brand der Liebe, des Friedens und der weltweiten Geschwisterlichkeit, die Jesus auf die Erde gebracht hat.
Herr, Jesus Christus,
deinen väterlichen Auftrag hast du mit Feuereifer gelebt.
Herr, erbarme dich.
Anfeindungen hast du auf dich genommen
und bist dem „guten Streit“ für deine Überzeugung
nicht aus dem Weg gegangen.
Christus, erbarme dich.
Du hast in deiner Beauftragung auch das Leiden
bis in den Tod angenommen.
Herr, erbarme dich.
Barmherziger Gott,
was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,
das hast du denen bereitet, die dich lieben.
Gib uns ein Herz,
das dich in allem und über alles liebt,
damit wir den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,
der alles übersteigt, was wir ersehnen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 20. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Dienstag der 1. Woche
MB Die Bittmesse
Herr.
Du kennst unser Elend.
Wir reden miteinander und verstehen uns nicht.
Wir schließen Verträge und vertragen uns nicht.
Wir sprechen vom Frieden und rüsten uns zum Krieg.
Zeige uns einen Ausweg.
Sende deinen Geist,
damit er den Kreis des Bösen durchbricht
und das Angesicht der Erde erneuert.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB Auswahl 18
Vater im Himmel,
aus der Meinungsvielfalt, die uns umgibt,
kommen wir zu dir.
Es fällt uns oft schwer,
in dieser Vielfalt eine eigene und klare Position zu finden
und für sie einzustehen.
Schenke du uns in dieser Feier neu dein Wort und die Kraft,
dem Beispiel deines Sohnes zu folgen.
Darum bitten wir dich, durch ihn,
Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Jesus verheißt uns wiederholt seinen Frieden.
Bitten wir ihn, dass wir erkennen, wie dieser sein Friede in und durch uns Wirklichkeit werden kann:
Um eine Kirche, die das Feuer der göttlichen Liebe, das du uns nahegebracht hast, immer wieder neu entfacht und sich nicht mit dem Bestehenden arrangiert und zufriedengibt.
Um Menschen, die sich durch die vielfältigen Krisen unserer Zeit aufrütteln lassen; die zugeben, dass keiner von uns die ganze Wahrheit besitzt; die Spannungen in der Gesellschaft aushalten; die gemeinsam um einen richtigen Weg aus den Krisen ringen.
Um Beziehungen im Kleinen der Familien und im Großen des Staates, durch die verlorengegangenes Vertrauen wiederaufgebaut werden kann.
Um dein Erbarmen und deine Gnade für uns selbst, die uns erst ermöglicht, in jene Freiheit und Liebesfähigkeit hineinzuwachsen, mit der uns deine Botschaft beschenkst.
Um einen starken Glauben an deine Gerechtigkeit, die richtet aber auch rettet.
Jesus! Du hast stets dein ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt und uns damit den Weg aus aller irdischer Bedrängnis und Not aufgezeigt.
Dafür danken wir dir jetzt und allezeit. - Amen.
Jesus fordert uns zur Wachsamkeit auf.
Wir sollen uns um einen Blick für das Ganze bemühen.
Dazu aber ist es oft notwendig, unsere subjektive Sicht der Dinge und unsere Handlungsweisen zu hinterfragen. Das ist nicht leicht.
Dazu erbitten wir Gottes Hilfe:
Um deinen Beistand für den Weg deiner Kirche, damit sie durch ihre Verkündigung neue Begeisterung für den Glauben an dich entzünden kann.
Um Mut und unerschütterliche Hoffnung auf deine Hilfe für die vielen verfolgten Christen unserer Tage.
Um das Gut des wahren Friedens überall dort, wo Menschen beginnen, sich gegen faule Stillhalteabkommen und unlautere Arrangements zur Wehr zu setzen.
Um Menschen, die fest im Glauben verankert sind und uns beistehen, wenn unser eigener Glaube ins Wanken gerät.
Für unsere Verstorbenen um die Gnade, am Ende bei dir angekommen zu sein.
Denn der Wahrheit ins Auge zu schauen, erfordert Mut, den wir aus eigener Kraft oft nicht aufbringen. Wir sind dabei auf das Geschenk deiner Gnade angewiesen.
Wir bitten dich, sei du mit uns auf allen unseren Wegen. - Amen.
Herr,
wir bringen unsere Gaben dar für die Feier,
in der sich ein heiliger Tausch vollzieht.
Nimm sie in Gnaden an
und schenke uns dich selbst
in deinem Sohn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 20. Sonntag im Jahreskreis
Vater im Himmel,
lege deinen Geist in unser Herz,
damit er uns belebe und heilige
und zu einer wahren Opfergabe mache für dich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB Auswahl 9
(für Wortgottesfeiern):
Kehrvers:
Singt dem Herrn, alle Länder der Erde.
Singt dem Herrn und preist seinen Namen.
(GL 376)
Guter Gott, wir loben dich und danken dir,
denn Großes hast du zu allen Zeiten an den Menschen getan.
Wenn dein Volk von deinem Bund abgewichen ist,
hast du ihm Propheten geschickt,
die ihm unter Einsatz ihres Lebens den Weg zu dir zurück gewiesen haben.
Kehrvers
Jesus dein Sohn hat mit dem Eifer der Propheten
die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkündet
und ist nicht müde geworden von deiner Liebe zu erzählen.
Er hat den Konflikt mit jenen nicht gescheut,
die deine Herde nicht mit jener Umsicht und Liebe geführt haben,
die du als Hirte deines Volkes gefordert hast.
Kehrvers
Er hat sein Leben hingegeben,
um radikal und vorbehaltlos zu zeigen,
was dein Wille von jenen verlangt, die ihm nachfolgen.
So hat er die Menschheit mit dir versöhnt
und uns Frieden gebracht, wie ihn die Welt nicht geben kann.
Kehrvers
Darum preisen wir dich mit allen,
denen dein Bund heilig ist,
und singen wir dir unseren Dank.
Danklied, z. B. GL 489: Laßt uns loben, freudig loben
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn ihn hast du zum Haupt
der neuen Schöpfung gemacht,
aus seiner Fülle haben wir alle empfangen.
Obwohl er dir gleich war an Herrlichkeit,
hat er sich selbst erniedrigt
und der Welt den Frieden gebracht
durch sein Blut,
das er am Stamm des Kreuzes vergossen hat.
Deshalb hast du ihn über alle Geschöpfe erhöht,
so wurde er für jene, die auf ihn hören,
zum Urheber des ewigen Heiles.
Durch ihn preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 1
In Wahrheit ist es würdig, dir zu danken,
heiliger Vater.
Es ist recht, dich zu preisen.
Denn du allein bist der lebendige und wahre Gott.
Du bist vor den Zeiten und lebst in Ewigkeit.
Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Alles hast du erschaffen,
denn du bist die Liebe
und der Ursprung des Lebens.
Du erfüllst deine Geschöpfe mit Segen
und erfreust sie alle mit dem Glanz deines Lichtes.
Vor dir stehen die Scharen der Engel
und schauen dein Angesicht.
Sie dienen dir Tag und Nacht,
nie endet ihr Lobgesang.
Mit ihnen preisen auch wir deinen Namen,
durch unseren Mund rühmen dich alle Gesschöpfe
und künden voll Freude das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Hochgebet 4
Bruder Jesus, du sagst
du bist gekommen
um Feuer auf die Erde zu werfen
Du willst, dass sich die Menschen entscheiden
sie sollen nicht lau sein
ihr Ja sei ein Ja, ihr Nein ein Nein
Du bist heute in diesem Gottesdienst
wieder zu mir gekommen
um das Feuer in mir neu zu entfachen
das Feuer der Entschiedenheit für dich
für das Reich Gottes
Ja, Herr, ich muss mich immer wieder
neu entscheiden für dich
denn allzu rasch fällt das Feuer zusammen
erlischt der Funke der Begeisterung
falle ich wieder in Gleichgültigkeit
erfasst mich die Bequemlichkeit
ergreift mich Feigheit
Sei du selbst, Herr Jesus
das Feuer, das mich antreibt
die Kraft in mir
die mich aufrichtet
und Mut gibt
dir nachzufolgen
Barmherziger Gott,
im heiligen Mahl
schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes.
Durch dieses Sakrament
mache uns auf Erden Christus ähnlich
und lass uns im Himmel zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
MB 20. Sonntag im Jahreskreis
Gott und Vater,
im heiligen Mahle, das wir empfangen durften,
hat sich auf neue Weise
das Wort des Apostels erfüllt:
Jesus, dein Sohn, lebt in uns.
Wir danken dir, daß du ihn uns geschenkt hast.
Steh uns bei, damit wir ganz für ihn leben
und einst ewig vollendet werden in ihm,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 14
Herr und Gott,
Wir bringen die Gaben von Brot und Wein vor Dich
und mit ihnen uns selbst und unser ganzes Leben.
Dein Geist verwandle uns, so wie er diese Gaben ergreift,
damit wir lebendige Glieder am Leibe Deines Sohnes werden,
der mit Dir lebt und wirkt in Ewigkeit.
Vater im Himmel,
gestärkt durch die Worte und das Mahl deines Sohnes,
sendest du uns in die neue Woche.
Wir bitten dich, mache aus unseren vielen „Wenn“ und „Aber“ ein klares Bild
und schenke uns deine heilige Geisteskraft,
damit wir nicht wanken.
Für dein Mit-uns-sein loben wir dich
und deinen Sohn Jesus Christus
und den Hl. Geist, heute und für alle Zeit. – Amen.
Worte gehen
unter die Haut
schmerzen
treffen ins Herz
schneiden wie ein Schwert
brennen wie Feuer
erschüttern
rütteln auf
rufen
zum Aufbruch
Ilse Pauls
In einer Zeit
in der so
viele FEUER brennen
und
Menschen und Umwelt
innerlich und äußerlich
zerstören
soll ICH –
ja ICH
die kleine Flamme der Hoffnung
von Liebe und Mitgefühl
von Anteilnahme
und
verzeihendem Neubeginn
hüten und nähren
damit ein Gegen-Feuer
die schlimmen Feuer
der Verwüstung erstickt???
wer bin ich
dass ich das vermag
habe ich nicht
genug damit zu tun
meine kleine Flamme
von Glauben und Hoffen
für mich
„am Brennen“ zu halten
und dann
erfahre ich
im Unterwegssein
in den Aufgaben
die mir gerade anvertraut sind
Momente
in denen mein Lächeln
meine Hand auf der Schulter eines alten Menschen
in einer Anfrage
oder
in einem rechten Wort
auch im gemeinsamen Schweigen können mit Trauernden
auch darin –
keine schnelle Lösung anbieten zu „müssen“
ja dass in diesen Momenten
die mir
und
meinem Gegenüber
geschenkt sind
ein kleines Leuchten aufflammt –
eine kleine Flamme der Hoffnung
in den Augen und Herzen
Kraft bekommt
und
dann sind es schon zwei
die dieses „Gegenfeuer“ setzen
und
manchmal darf ich spüren
da geht einer mit
der setzt meine Worte
der setzt meine Schritte
von IHM
lasse ich mich führen
mit IHM
gehe ich gerne mit
mit meiner kleinen Flamme
die so oft zu verlöschen droht
Beatrix Senft (2022)
Religionsfreiheit in Gefahr. Überall geraten mehr und mehr jüdische, christliche und muslimische Gläubige ins Fadenkreuz von Extremisten.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/5627652
Imam Ramazan Demir und Rabbiner Schlomo Hofmeister in der Tageszeitung "Die Presse" am 13.5.2019
Nach Massenprotesten und Generalstreik droht Peking mit dem Einsatz von Chinas Volksbefreiungsarmee in Hongkong.
Ganzer Beitrag:
https://kurier.at/politik/ausland/hochrisiko-spiel-in-hongkong/400570745
Ulrike Botzenhart in der Tageszeitung Kurier am 6.8.2019
Der Klimawandel ist in aller Medien. Das miese politische und gesellschaftliche Klima für Christen weniger. Gibt es da auch einen Wandel? Einen Wandel zum – Besseren?
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/meinung/kommentare/5672255
Dietmanr Neuwirth in der Tageszeitung "Die Presse" am 11.8.2019
Ich glaube an Gott der Liebe ist
den Schöpfer des Himmels und der Erde
Ich glaube an Jesus
sein menschgewordenes Wort
den Messias der Bedrängten und Unterdrückten
der das Reich Gottes verkündet hat
und gekreuzigt wurde deswegen
ausgeliefert wie wir der Vernichtung des Todes
aber am dritten Tag auferstanden
um weiterzuwirken für unsere Befreiung
bis dass Gott alles in allem sein wird
Ich glaube an den heiligen Geist
der uns zu Mitstreitern des Auferstandenen macht
zu Brüdern und Schwestern derer
die für Gerechtigkeit kämpfen und leiden
Ich glaube an die Gemeinschaft der weltweiten Kirche
an die Vergebung der Sünden
an den Frieden auf Erden, für den zu arbeiten Sinn hat,
und an die Erfüllung des Lebens über unser Leben hinaus.
Kurt Marti

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die 1. Lesung ist jenem Teil des Jeremiabuches entnommen, welches das Lebensschicksal des Jeremia, vor allem während der Belagerung Jerusalems durch den Babylonierkönig Nebukadnezar (588/587 vor Chr.) beschreibt. Trotz des historischen Interesses hat diese Schrift vor allem thologische Aussageintentionen. Der für die Lesung ausgewählte Abschnitt wird verständlicher, wenn man den ungekürzten Text (Jer 38,1-13) liest.
Jeremia wird im Wachhof des Königspalastes in Gewahrsam gehalten. Das hindert ihn jedoch nicht, als Prophet seine Meinung über den Krieg und die Absichten Jahwehs zu verkünden. Die Beamten des Königs hören aus seinen Worten jedoch nicht die Rede Gottes. Der Auffassung der Kriegsbetreiber nach kann Jeremia mit der Ankündigung des Untergangs nicht recht haben, denn sie sind ja im Besitz des Tempels... Sie klagen ihn beim König der Werkraftzersetzung an. Dieser überläßt ihnen den Propheten und stellt damit seine Ohnmacht unter Beweis. Die Beamten werfen Jeremia in eine Zisterne, offenbar ohne ausdrückliches Wissen des Königs.
Der äthiopische Diener holt den Propheten in berührender Weise aus seinem Loch, in dem er sonst zugrundegegangen wäre. Der Fremde - als dunkelhäutiger Sklave steht er im Ansehen der Öffentlichkeit ganz unten - erweist sich als gerecht denkender und mutiger Mensch, der beim König für den Propheten Gottes eintritt. Er wird damit zu einer Kontrastgestalt sowohl dem König gegenüber wie auch den Beamten gegenüber.