Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Im ersten Buch, lieber Theophilus,
habe ich über alles berichtet,
was Jesus von Anfang an getan und gelehrt hat,
bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde.
Vorher hat er den Aposteln,
die er sich durch den Heiligen Geist erwählt hatte,
Weisung gegeben.
Ihnen hat er nach seinem Leiden
durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt;
vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen
und hat vom Reich Gottes gesprochen.
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
Geht nicht weg von Jerusalem,
sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
die ihr von mir vernommen habt!
Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
ihr aber
werdet schon in wenigen Tagen
mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn:
Herr, stellst du in dieser Zeit
das Reich für Israel wieder her?
Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein
in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien
und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte,
wurde er vor ihren Augen emporgehoben
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten,
siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
und sagten: Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?
Dieser Jesus, der von euch fort
in den Himmel aufgenommen wurde,
wird ebenso wiederkommen,
wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Gott steigt empor unter Jubel,
der HERR beim Schall der Posaunen: - Kv
Oder: Halleluja.- oder GL 340
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn Furcht gebietend ist der HERR, der Höchste, *
ein großer König über die ganze Erde. - Kv
Gott stieg empor unter Jubel, *
der HERR beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm! *
Singt unserm König, singt ihm! - Kv
Denn König der ganzen Erde ist Gott. *
Singt ihm ein Weisheitslied!
Gott wurde König über die Völker, *
Gott hat sich auf seinen heiligen Thron gesetzt. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Ephesus.
Schwestern und Brüder!
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn,
der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,
damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens,
damit ihr versteht,
zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid,
welchen Reichtum
die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß
seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
Er ließ sie wirksam werden in Christus,
den er von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,
hoch über jegliche Hoheit und Gewalt,
Macht und Herrschaft
und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Weltzeit,
sondern auch in der künftigen genannt wird.
Alles hat er ihm zu Füßen gelegt
und ihn, der als Haupt alles überragt,
über die Kirche gesetzt.
Sie ist sein Leib,
die Fülle dessen, der das All in allem erfüllt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Beginn des Briefes (1,3-14) ist ein Hymnus, in dem das Wirken Gottes durch die Zeiten hindurch gepriesen wird. Darauf geht Paulus auf den Glauben an die Auferstehung ein: diesen Glauben erhalten die Brüder und Schwestern durch "den Geist der Weisheit und Offenbarung". Es ist der Glaube an Auferstehung und Erhöhung Christi. Er ist das Haupt über alles, auch über die Gemeinde der Gläubigen, die Kirche. Die Kirche selbst ist "sein Leib", von ihm erfüllt. Diese Erkenntnis aber ist Geschenk des Geistes, der "die Augen des Herzens erleuchtet".
Es wird hier eine universale Christologie (Christus - das Haupt der ganzen Schöpfung) verbunden mit dem zentralen Anliegen des Epheserbriefes: der Bildung der Kirche. Die Kirche ist hier nicht mehr eine verängstigte kleine Schar, sondern die Weltkirche. Sie steht im Dienst Christi in seinem "Herrschen über das All".
Der Blick auf den auferweckten und zur Rechten Gottes inthronisierten Herrn läßt uns ahnen, wie machtvoll Gott auch in unserem Leben am Werk ist, und wie hoffnungsfroh wir deshalb in die Zukunft gehen können.
Christi Himmelfahrt als Zeichen unserer Befreiung aus allen zerstörerischen Kräften und Befreiung aus allen Abhängigkeiten und aller Unterdrückung - Christus steht über allen Kräften, Mächten und Gewalten.
Der Auftrag der Kirche muss sein, dem Geist der Freiheit Raum zu geben.
Der Vers 18 verdeutlicht dies: Zunächst sollen die Leser wissen, welche Hoffnung sich damit verbindet, dass Gott sie berufen hat. Die Hoffnung erst eröffnet dem Christen die Aus-Sicht, entreißt ihn der Leere, der Angst, der Dunkelheit und übersteigt die gegenwärtigen begrenzten Erfahrungen. Somit ist die Kirche der Ort dieser Hoffnung.
Hoffnung befähigt zum Handeln und ermutigt, den Ruf Gottes positiv zu beantworten, d.h. jede Art der Perspektivenlosigkeit kann überwunden werden.
Die schöpferische Kraft und Stärke Gottes, seine Verheißung, den Geist auszugießen, sind Gottes Hoffnungsgut für uns Menschen, für unsere Kirche, unser Pfarrgemeinden.
Diese gelebte Hoffnung - sei sie noch so klein und unscheinbar - ermöglicht auch uns den „Platz" mit Christus im Himmel.
(vgl. Stuttgarrter kleiner Kommentar - Neues Testament 10 - Epheserbrief,)
Der Epheserbrief stammt aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. aus der Region der Hafenstadt Ephesos. Für die Frühe Kirche heißt das: Die kirchliche Urphase ist abgeschlossen, die Beschlüsse des Apostelkonzils liegen vor und die “Heiden”mission ist im vollen Gang. Das Anliegen des Autors ist die Verbreitung und Erkenntnis der Heilsbotschaft und das Halten der Einheit der Kirche mit Christus als ihrem Haupt. Die Herabrufung des Geistes (Vers 17) macht sich geradezu wie ein Schirm aus, unter dem alles zusammengehalten wird.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.
Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
gingen die elf Jünger nach Galiläa
auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen,
fielen sie vor ihm nieder,
einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu
und sagte zu ihnen:
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht
und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie
auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
und lehrt sie,
alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe,
ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Matthäus berichtet nur kurz die Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern. Im Mittelpunkt steht hier der (testamentarische) Auftrag Jesu an sie.
Der Berg ist gewählt als der Ort der Gottesbegegnung; die Lehre schließt gewissermaßen an die Bergpredigt (Mt 5 - 7) an - nun aber unter dem Vorzeichen der Endgültigkeit. Jesus spricht als der Auferstandene und als der "Pantokrator": "Mir ist alle Macht gegeben". Den Schluß des Evangeliums bildet der Missionsauftrag: Die Aussendung zu allen Völkern, der Taufauftrag, der schon formelhaft gebildet ist, sowie die Norm der Mission: Leben und Lehre Jesu.
Das Evangelium schließt mit einer positiven Zusage: "Ich bin bei euch" (vgl. "Immanuel" = Gott mit uns - Mt 1,23). Die Form dieser Gegenwart wird hier nicht näher ausgeführt.
Als Evangelium wird an diesem Festtag der Abschluß des Matthäusevangeliums vorgetragen. Es ist die Zusammenfassung und zugleich der Höhepunkt, auf den das ganze Buch zusteuert. Matthäus verbindet dabei die Überlieferung einer Erscheinungserzählung in Galiläa mit der Aussendung der Jünger und dem Zuspruch seines Beistandes.
Im Gegensatz zu den anderen Evangelisten erzählt Matthäus von keiner anderen Erscheinung Jesu vor seinen Jüngern. Die Begegnung mit dem Auferstandenen wird dadurch umso dramatischer und bedeutungsvoller. Die Jünger fallen vor ihm nieder. Jesus ist für sie nicht mehr nur der, mit dem sie umherzogen, sondern der Erhöhte, Göttliche, trotz aller Zweifel.
Der Sendungsauftrag ist Gegenstück und Weiterführung der Aussendungsrede im 10. Kapitel. Dort sendet er die Jünger zu den Juden und untersagt ihnen ausdrücklich, zu den Heiden oder Samaritern zu gehen. Nun sendet er sie zu allen Völkern. Er ist nun Herr aller Völker.
Abgeschlossen wird das Matthäusevangelium mit der Zusage: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Christus erweist sich als der Emmanuel, der "Gott mit uns", der am Beginn des Matthäusevangeliums dem Josef im Traum verheißen worden war.
Die Perikope stellt die allerletzten Zeilen des Matthäusevangeliums dar. Die Begegnung der Jünger mit Jesus auf dem Berg endet offen - mit dem Taufbefehl. Wir hören nicht, was danach kommt. Die Frohbotschft Jesu Chrsti ist verkündet und liegt fortan in den Händen derer, die zu Zeugen bestimmt sind: die Elf ohne Judas. Mit der Darstellung des Matthäus ist das Amt ihrer Nachfolger - der Bischöfe - skizziert: in der Einheit mit allen anderen das anvertraute Erbe bewahren, weitergeben und in die Nachfolge bestellen.
In die Ferne zu schauen, entspannt die Augen. Den Blick fortwährend nur in den Himmel zu richten, verfehlt den Auftrag, den uns Jesus für diese Welt gegeben hat.
Dass ich heute eine Brille trage, hat eine längere Geschichte. Vor vielen Jahren fragte mich einmal ein Kollege im Pfarramt, ob ich ein Problem mit dem nahen Computerbildschirm hätte, - er habe schon mehrmals beobachtet, dass ich regelmäßig am Bildschirm vorbei zum Fenster hinausschaue. Aufgefallen war mir das noch nicht und so habe ich mich selbst einmal besser beobachtet. Und musste feststellen, dass der Blick am Bildschirm vorbei zum Fenster hinaus tatsächlich die Augen entspannte, mir guttat. Diagnose: Weitsichtigkeit (medizinisch: Hypermetropie) - willkommen im Club der 40jährigen, sagte damals die Augenärztin zu mir. So erging es mir wie vielen, die jetzt hier zuhören oder diesen Text lesen.
Die Jüngerinnen und Jünger, von denen wir in der heutigen Lesung hörten, haben auch ein Problem mit Weitsichtigkeit - auf ihre ganz eigene Weise. Jesus, auf den sie all ihre Hoffnungen gesetzt haben, ist von der Staatsmacht aus dem Weg geräumt worden. Aber das war nicht alles. Auferstanden ist er und vielen von ihnen leibhaft erschienen. Diejenigen, die das erlebt haben, sind noch ganz verzückt, die anderen können es kaum glauben. Und dann das: "Vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen. Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt!" Und am Ende fährt er vor ihren Augen gen Himmel. Dass die, die da auf Erden zurückbleiben, ihm hinterherschauen wollen, um ihre Augen wie ein Weitsichtiger zu entspannen, ist ja nur zu verständlich. Die beiden Boten Gottes aber gönnen ihnen keine Pause, keine Entspannung: "Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?" Und sie lassen all die Umstehenden wissen: Der Herr ist wohl zum Himmel aufgefahren, ihr aber seid jetzt seine Zeuginnen und Zeugen und euer Werk beginnt jetzt erst.
Die Ansage ist klar. Es gibt keine Verschnaufpause aber damit eben auch keinen Unterbruch: Gott hat in Jesu Tod und Auferstehung seinen Bund mit den Menschen erneuert und nun muss diese Zusage in der Welt bezeugt und zur Erfahrung aller werden. Im Evangelium hörten wir, wie der Auferstandene während der vielen Begegnungen zu ihnen spricht: "Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."
Der Taufbefehl ist der Anfang der nächsten Generation von Kirche, der Anfang von Kirche 2.0, wenn wir den Apostelkreis als ihren Ursprung sehen. Wie dieses nicht einfache Unterfangen gelingen kann und auf welche Hilfen die Freunde Jesu vertrauen können, sagt Jesus ihnen auch zu. Der Autor der Apostelgeschichte zitiert ihn: "Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samárien und bis an die Grenzen der Erde." - Davon hören wir dann mehr, wenn wir in ein paar Tagen Pfingsten feiern.
Was aber heißt das nun: "Gottes Bund bei den Menschen bezeugen?" Die Botschaft Gottes vom Heil hat nicht nur zu allen Zeiten verschiedene Zeuginnen und Zeugen, sie trifft auch zu allen Zeiten unserer Geschichte auf eine immer wieder verschiedene Empfängerschaft. Immer wieder muss also diese Kommunikation dessen, was Gott uns versprochen hat, gut reflektiert und immer wieder neu ausgerichtet werden. Die Jüngerschaft hatte Jesus zu seiner Zeit auf Erden als ihren Herrn und Bruder wohl mit all seinen Worten und Taten erlebt, aber was heißt das jetzt für sie nach der Auferstehung, wie sollen sie denn weitermachen? Die Frage bleibt lebendig bis in unsere Zeit: Wir feiern Christi Gegenwart im Wort vom Heil und im Sakrament des Altares. - Wie aber hier und heute von ihm Zeugnis ablegen, ihn jenen verkünden, die das Wort hier nicht hören und um diesen Altar nicht versammelt sind?
Einen wichtigen Hinweis eben liefern die beiden Boten Gottes mit ihren Worten: "Was schaut ihr da zum Himmel?" Und meinen damit: Was zu tun ist, wo ihr handeln und reden sollt, erfahrt ihr, wenn ihr nicht in die Ferne abschweift, sondern euch mit eurer Umgebung, mit eurem »Hier und Jetzt« auseinandersetzt. Und das ist oftmals ein reichlich hartes Geschäft. Als Glaubende im Hier und Jetzt können wir die Botschaft Gottes nur dann glaub-würdig in Wort und Tat verkünden, wenn sie auch mit dem Leben im Hier und Jetzt verlinkt ist. Wer nur über Fernes faselt, entwurzelt Gottes Botschaft vom Heil und macht sie zur Worthülse oder gibt sie dem Aktionismus preis. Diagnose: Christliche Weitsichtigkeit - durch sie geht man vielleicht mancher Diskussion und Auseinandersetzung aus dem Weg und man mag vielleicht so zu einer pastoralen oder spirituellen Entspannung kommen, das Zeugnis aber verliert seine Wirkung.
Übrigens: Von der Krankheit der spirituellen oder pastoralen Weitsichtigkeit unbedingt zu unterscheiden ist kluge Weitsicht. Wer spirituell oder pastoral weitsichtig handelt, der verkündet nachhaltig in dieser Welt Gottes Botschaft vom Heil.
Der 1967 verstorbene belgische Bischof und Gründer der Christlichen Arbeiterjugend, Joseph Kardinal Cardijn empfahl seinem Verband als Grundlage allen Handelns den Dreischritt Sehen – Urteilen - Handeln. Der hl. Papst Johannes XXIII erhob diese Handlungsgrundlage der CAJ 1961 in seiner Enzyklika Mater et Magistra über die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens zur Lehre der Kirche (MM 236). Sie gilt somit für jede und jeden, der durch Taufe und Firmung in die Nachfolge Christi gerufen ist: für jede Betende hier in der Kirche bis zum Bischof von Rom.
Manchmal scheint in unserer Glaubensgemeinschaft vergessen zu gehen, dass es wirklich drei Schritte sind: Das genaue Hinsehen wird dann übersprungen, das Urteil ist schnell zur Hand und es folgen oftmals merkwürdige Aktionen. Und auch das finden wir in Aussersihl (ein Stadtkreis der Stadt Zürich) wie in Rom. Nehmen wir doch an diesem Festtag mit, was der hl. Paulus den Menschen zu einer rechten Sichtweise mit auf den Weg gegeben hat. Wir hörten in der Lesung: "Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit [...] erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht."
Der Himmel ist nicht greifbar. Die ernüchternde Erfahrung der Menschen: der Himmel ist leer. Voll ist er aber für den, der glaubt. Wo Jesus mit seinem Wort ist, ist der Himmel. Der Himmel ist die Gegenwart Gottes. Darum sind wir gesandt, in die Welt hinauszugehen, zu taufen und zu lehren.
Wer Corona sehen möchte, muss nur in den Himmel schauen. Die Flugzeuge sind weg. Nicht so ganz, aber immerhin – der Himmel ist (fast) leer. Ob sich der Himmel freut? Ob der Himmel die Ruhe genießt? Den Dreck vermisst?
Wenn ich „Himmel“ höre, denke ich an einen so schönen Ort, dass ich förmlich die Geigen höre. Immerhin ist der Himmel immer schon den Liebenden versprochen. Wer genau hinschaut, kann in den Augen eines geliebten Menschen tatsächlich in den Himmel blicken. Davon wissen die Flugzeuge nichts, die schnell und hoch den Himmel eher zerschneiden als die himmlische Ruhe achten. Trotzdem ist ein Kondensstreifen am abendlichen Himmel wie ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Welt klein, ferne Ziele erreichbar, Träume erfüllbar sind. Dass sich das Virus da auch eingenistet hat - unvorstellbar.
Unsere Vorfahren, um den Reigen von Empfindungen abzuschließen, entdeckten entsetzt, dass der Himmel leer ist. Gott war nicht mehr da. Er war verloren gegangen. Alte Sicherheiten, die am Himmel die Zeiten überdauerten, waren auf einmal krachend auf die Erde gefallen. Es geht das Gerücht um, es gebe ihn, Gott, überhaupt nicht. Schlimmer noch: er wäre noch nie da gewesen. Im Himmel nicht. Auf Erden auch nicht.
Gertrud von le Fort erzählt von zwei jungen Menschen, die auf den Prozess ihres Lehrers Galileo Galilei zurückschauen. Jetzt sind sie ganz alleine – ihr Lehrer verurteilt. Aber sie stehen am Tor des Himmels – so heißt die Erzählung auch – und haben nur sich. In dieser Erzählung geht es nicht nur um wissenschaftliche Fortschritte, Auseinandersetzung mit heiligen Autoritäten und überkommenen Überlieferungen. In dieser Geschichte geht es auch um die Einsamkeit von Menschen am Tor des Himmels. Sie schauen in eine große Leere – und haben nur sich.
Der Himmel ist leer. Ist der Himmel leer?
Ich suche den Himmel. Lange schaue ich in ihn, kann ihn aber nicht fassen. Ich liege auf einer Wiese und träume.
Wir feiern ein Fest. Es trägt den Namen „Himmelfahrt“. Jesus fährt zum Himmel. Im Schweizerischen heißt es „Auffahrt“. Ein schönes Wort. Anders als Niedergang. Seit Jahrhunderten steht es auch so im Kalender.
Jesus wird in den Himmel aufgenommen. Gesehen hat das aber kein Mensch. Auch die Jünger nicht. Was sie sehen, ist: ein Wolke. Lukas malt das in seiner Apostelgeschichte auch aus. Leute, was steht ihr da und schaut in den Himmel – hört er die Engel sagen. Fast ein wenig verwundert. Oder vorwurfsvoll? Vielleicht ist die Übersetzung sogar noch besser: Was seid ihr perplex und stiert in den Himmel? Da tut die Wolke richtig gut! Ist sie nicht in ihrer Zartheit, Beweglichkeit und Dichte ein Hinweis? Ein Hingucker? Ich schaue ihr nach, bewundere die Formen, die Farben. Was jetzt geschieht, ist so leicht, dass die Erdenschwere zu einem Traum wird, der über das Firmament huscht. Die Wolke ist nur ein Zeichen und spielt doch Versteck.
Nein, die Himmelfahrt ist nicht zu sehen. Aber zu hören! Sie ist nichts für die Augen, sie ganz für die Ohren. Und für das Herz. Jesus hat seinen Jüngern die Himmelfahrt in eine Zusage gelegt:
„Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht
und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie
auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
und lehrt sie, alles zu befolgen,
was ich euch geboten habe.
Und siehe,
ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
Ich suche den Himmel. Ich suche ihn ab. Gestirnt ist er über mir – heute Abend will ich gleich noch einmal danach schauen. Oder morgen, wenn die Sonne aufgegangen ist. Sattsehen möchte ich mich. Am liebsten den Himmel trinken mit meinen Augen. Aber den Himmel, den ich suche, gibt es nicht oben, nicht da, wo ihn alle zu sehen meinen, wo ihn die Dichter besingen. Der Himmel ist – voller Worte. Voll des Lobes. Voller Hoffnung. Wo Jesus mit seinem Wort ist, ist der Himmel. Was wir in Räumen denken, was uns unendlich scheint, was immer oben, nie unten angesiedelt wird: in Wirklichkeit ist der Himmel die Gegenwart Gottes. Selbst in der Hölle. Vor seiner „Auffahrt“ steht der Niedergang, die Höllenfahrt, das Kleinwerden. Gott wird Mensch. Jesus sagt: Siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt!
Das Fest, das wir heute feiern, hört auf den schönen Namen „Himmelfahrt“. Für die Gegenwart Gottes, für seine Nähe und Liebe gibt es kein besseres, kein schöneres, kein treffenderes Bild als die Weite eines Himmels, der immer, egal wo ich bin, tatsächlich, nicht nur gefühlt, über mir ist. Nein, nicht nur über mit – in mir! Mit mir! Mit uns! Der Himmel wird so klein wie ich bin – und so groß, wie ihn mir Gott auftut.
Für diesen Himmel hat uns Jesus die Taufe geschenkt. Und anbefohlen! Es ist ein Dreiklang, ein himmlischer sozusagen. Gehen, taufen und lehren! Damit wir jetzt nicht unter uns bleiben und die kleine Welt verklären, soll die ganze Welt in unseren Blick geraten! Die Taufe verbindet weltweit Christenmenschen. Jede, jeder, der getauft wird, wird nicht nur im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft –Gott selbst nimmt einen Menschen in sich auf und lässt ihn seinen Namen tragen. Diese Gemeinschaft ist – Himmel. Gottes Kinder.
Gehen sollen wir! Aufbrechen! Nicht stehen bleiben – nicht in den Himmel starren! Was Jesus uns geboten hat, sollen wir befolgen. Das ist ein himmlisches Ereignis. Das ist der Himmel! Wie die Wolken immer neue Variationen hinbekommen, mal schnell, mal langsam, mal dunkel, mal hell, entdecken wir den Himmel. Er ist nie gleich. Festhalten, in eine Schublade stecken, ihm Grenzen angedeihen lassen – unmöglich. Aber so leicht und betörend wie eine Wolke wird er zu einem Augen-Blick.
Auf Christi Himmelfahrt
Josua Wegelin – er lebte von 1604 bis 1640 – hat ein Lied auf die Himmelfahrt geschrieben.
Auf Christi Himmelfahrt allein
und allen Zweifel, Angst und Pein
hiermit stets überwinde;
denn weil das Haupt im Himmel ist,
wird Seine Glieder Jesus Christ
zur rechten Zeit nachholen.
Weil Er gezogen himmelan
und große Gab empfangen,
mein Herz auch nur im Himmel kann,
sonst nirgends, Ruh erlangen;
denn wo mein Schatz gekommen hin,
da ist hinfort mein Herz und Sinn,
nach Ihm mich stets verlanget.
Er erleuchte die Augen meines Herzens,
damit ich verstehe,
zu welcher Hoffnung ich durch ihn berufen bin.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Jahrzehnte nach dem Tod, der Auferstehung, Himmelfahrt und Geistsendung Jesu fragen sich die Jüngerinnen und Jünger Jesu: Was bleibt von ihm? Jesus wirkt in dieser Welt weiter, wenn seine Jüngerinnen und Jünger fortführen, was Jesus initiiert hat. Darum gehen sie hinaus und taufen sie in seinem Namen.
Das Fest, das wir heute feiern - Christi Himmelfahrt - ist mit dem vorangegangenen Fest - Ostern - und dem nachfolgenden Pfingsten aufs Engste verbunden. Eigentlich bildet diese Trias eine Einheit, es handelt sich quasi um „3 Seiten einer Medaille“, wenn es denn so etwas gäbe.
Was in der Bibel als ein Nacheinander erzählt wird und sich auch im Kirchenjahr über 50 Tage erstreckt, das stelle ich mir als 1 Ereignis vor, 1 Ereignis allerdings mit mehreren Facetten.
Aus der Sicht der Jünger und Jüngerinnen betrachtet, war da einerseits die umwerfende österliche Erfahrung des lebendigen Jesus: Sie begegnen ihm nach seinem Tod auf eine sehr persönliche und zugleich geheimnisvolle Weise. Es sind Begegnungen, die ihre Erwartungen und Vorstellungen sprengen. In ihrer Mehrdeutigkeit changieren sie zwischen überwältigender Freude und ratlosem Zweifel, zwischen Erkennen und Nicht-Erkennen.
Zugleich erfahren sie diesen lebendigen Jesus als einen Entzogenen, als einen, dessen man nicht habhaft werden kann, der in eine andere Wirklichkeit gehört. Die Bibel nennt diese Wirklichkeit „Himmel“ und beschreibt Jesu Entzogen-Sein als Himmelfahrt - unser heutiges Fest.
Und wiederum zugleich wird das Entschwinden Jesu und das damit verbundene Alleingelassensein aufgehoben in der Erfahrung, dass da etwas Unverlierbares, Brennendes und Leuchtendes von ihm in den Herzen zurückbleibt. Die Bibel spricht von der Sendung des Heiligen Geistes.
Wie gut können wir uns doch in dieser Erfahrung der Jünger und Jüngerinnen und ihrem Niederschlag in den biblischen Erzählungen wiederfinden!
Auch auf unserem spirituellen Weg gibt es die österliche Erfahrung: Wir spüren manchmal die unbesiegbare Leuchtkraft des Lebens, und wir kennen auch die inspirierten und inspirierenden pfingstlichen Momente, in denen uns Geistkraft von innen beseelt.
Zugleich kennen wir auch die Krisis, die mit der Himmelfahrt Christi verbunden ist: die Verunsicherung, das Gefühl des Alleingelassen-Seins, den fragenden Blick nach oben: „Was nun? Wer zeigt uns, wo's lang geht?“. Wie die Jünger und Jüngerinnen sind wir hineingeworfen in die Rätselhaftigkeit der Welt. Wie sie vermissen wir vielleicht den vorgespurten Weg, den Jesus als Spurenleger vorangegangen ist. Wie sie erkennen wir, dass es an uns ist, tastend und suchend den Weg der Liebe weiterzugehen, ohne Jesus Christus als Leitfigur direkt, unmittelbar und handgreiflich vor uns zu haben. Wie sie erkennen wir in der Himmelfahrt Jesu, dass wir auf unserer Erdenreise hineingerufen sind in die Verantwortung, diese unsere Welt zu gestalten.
Die Erzählung von der Himmelfahrt scheint mir ein Reflex auf eine Erfahrung zu sein, die sich in einem gewissen zeitlichen Abstand zur Lebenszeit Jesu eingestellt hat, seien es die 50-60 Jahre, die den Verfasser des Evangeliums vom irdischen Jesus trennen, oder seien es die 2000 Jahre, die uns von ihm trennen. Es scheint - damals wie heute - eine gemeinsame Frage im Raum zu stehen: Was bleibt von ihm? Was hat das Kommen Jesu für unsere Welt gebracht? Versinkt alles im Dunkel der Geschichte: Dieses Aufblitzen von Licht und Sinn, von radikalem Aufbruch zur Liebe und eindringlich erfahrener Gottesnähe? Schließt sich dieser besondere Moment der Geschichte sang- und klanglos wieder?
Mit der Sorge der späteren Generationen, es könnte alles beim Alten bleiben, hat sich wohl auch schon der Verfasser der Apostelgeschichte auseinandersetzen müssen. Er lässt die Jünger und Jüngerinnen fragen: Wird das „Reich für Israel“ jetzt wiederhergestellt? Er tut dies im Wissen des Nachgeborenen, nämlich im Wissen, dass mit der Zerstörung Jerusalems, die etwa 20 Jahre vor der Abfassung der Apostelgeschichte passiert ist, dieser Hoffnung schon ein Ende gesetzt worden ist.
Was der Verfasser der Apostelgeschichte seiner Generation damit sagen will, ist vielleicht dies: Es ist jetzt nicht mehr Jesus, der die Geschicke der Menschen in die Hand nimmt, der in die Geschichte eingreift, um sie zum Besseren zu wenden, diese Erwartung richtet sich nun an sie selbst; Es ist an ihnen, sich auf ihre eigenen Füße zu stellen. Alle nachfolgenden Generationen müssen sich dieser Einsicht stellen; sie - und damit auch wir Christen und Christinnen heute - sind es, die in die Pflicht genommen sind - zusammen mit allen anderen Menschen guten Willens.
Die Antwort auf die Frage, ob denn von Jesus etwas bleibt, ob sich denn die Welt in seinem Sinn verändert hat, kann also nur lauten: Ja, das Kommen Jesu Christi hat für unsere Welt etwas gebracht, wenn und sofern seine Jünger und Jüngerinnen auf ihrer Erdenreise den Weg Jesu auch nach seiner Himmelfahrt fortsetzen, wenn und sofern Christen und Christinnen zwar tastend, aber beharrlich die LIEBE einbringen in alle sozialen Bezüge, wenn und sofern sie selbst die Verantwortung übernehmen, den Impuls Jesu in ihr Leben, in ihre Zeit, in ihre Gegebenheiten zu übersetzen.
Auch die Stelle aus dem Schluss des Matthäusevangeliums stimmt in diesen Duktus ein: Jesus schickt die Jünger und Jüngerinnen aus - „geht und tauft!“ Das heißt wohl auch: Geht IHR nun und nehmt die Menschen, die ihr trefft, mit! Steckt sie an mit meiner Botschaft! Mischt euch ein!
Aber das ist noch nicht ganz das letzte Wort. Das letzte Wort ist die Zusage: „Ich mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Zu mir, zu dir, zu uns allen sagt Jesus: „Ich bin bei dir ... unwiderruflich ... in diesem Funken der göttlichen Geistkraft, den ich in dein Innerstes lege.“
© Mag.a Johanna Strasser-Lötsch, Wels
Die aktuellen Ereignisse rund um die Coronakrise haben eine Reihe von Gewissheiten in unserem alltäglichen Leben durcheinander gebracht. Auch die Jünger Jesu mussten mit Tatsachen zurechtkommen, die ihnen Jesus zugemutet hat und die ihre Lebensplanung durcheinander geworfen haben. Das letzte Wort, das Jesus ihnen und uns mit auf den Weg gegeben hat, lautet: „Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt“.
Christi Himmelfahrt – in Deutschland ist es zugleich der Vatertag - ist ein Fest, das aus dem Rahmen fällt. Auch wenn in diesem Jahr Corona bedingt keine alkoholbeladenen Bollerwagen-Kolonnen in die freie Natur drängen, am Anfang stand schon eine Wanderung, denn so hieß es gerade im Evangelium: „Die Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte“. Aber wie bei fast allen Begegnungen mit dem Auferstandenen, sie fallen zwar auf die Knie, doch die Zweifel bleiben. Der Evangelist Matthäus scheint auch kein Interesse daran zu haben diese Zweifel zu entkräften, geschweige denn zu erklären, wie Jesus diese letzte Begegnung mit den Jüngern beendete. Ihm scheint nur daran gelegen zu sein, die Jünger Jesu und damit auch uns, mit den letzten Worten seines Evangeliums, an unseren Auftrag und an die Botschaft zu erinnern, die wir zu erfüllen haben: Macht alle Menschen zu meinen Jüngern und lehrt sie, was ich euch geboten habe.
Matthäus entzieht den Hörern seines Evangeliums jede Gewissheit, sich an äußerlichen Formen oder Bildern festzumachen. Eine Erfahrung, die uns auch durch den Coronavirus nicht erspart wurde. Plötzlich keine Gottesdienste, keine gemeinschaftlichen Treffen und Unternehmungen, die unserer Woche Struktur gaben, plötzlich Distanz statt Nähe, Mundschutz und Kontaktverbote statt vertrauter Gesprächsgruppen. Auch da wurden uns plötzlich Gewissheiten entzogen, Formen und Bilder unzugänglich. Auch die Reaktionen darauf waren sehr unterschiedlich, die einen versuchten neue Formen und Bilder zu entwickeln, da wurden Gebete formuliert, Glocken geläutet und Kerzen in die Fenster gestellt, andere versuchten den Verlust der Formen durch Ein-Mann-Liturgien mit imaginärer Gemeinschaft via Internet vergessen zu machen, oder man versuchte von Seiten der Bischöfe wenigstens den Verlust dieser Formen und Bilder zu erleichtern, indem man erklärte, dass die Gottesdienstpflicht am Sonntag ausgesetzt ist. Der Evangelist Matthäus übergeht in seinem Evangelium all diese Ausweichmanöver, er entlarvt sie als solche und zeigt worauf es wirklich ankommt: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“.
Es geht also darum, die bedingungslose Liebe Gottes zu jedem einzelnen Menschen, erfahrbar werden zu lassen. Dafür müssen wir keine Missionare werden und in ferne Länder reisen. Die Diskussion um systemrelevante Berufe hat in den letzten Wochen gezeigt, wie sich auf einmal die Gewichtungen verschoben haben. Da nahmen plötzlich Krankenschwestern und Ärzte, Lebensmittelverkäuferinnen und Altenpflegerinnen die ersten Plätze ein und verdrängten Autohändler, Flugunternehmen, Bänker und Reisebüros, aber auch Kirchen und Priester spielten in diesem Ranking keine Rolle mehr. Die Liebe Gottes erfahrbar werden lassen, das ist der Auftrag, auf den uns das heutige Evangelium verpflichtet. Aber es lässt uns mit diesem Auftrag nicht im Regen stehen, vielmehr bestärkt es uns für diesen Auftrag mit zwei Zusagen. Jesus sagt zu den Jüngern: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde“ und dann sagt er zum Ende des heutigen Evangeliums und das ist gleichzeitig der letzte Satz des Matthäusevangeliums: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“.
Ich bin bei euch! Gott mit uns! Immanuel! Die Ankündigung des Propheten Jesaja - 800 Jahre vor Christus - „Seht die Jungfrau wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel – Gott mit uns – geben“ ist durch die Zusage Jesu jetzt Wirklichkeit geworden. Wir alle sind getauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, sind durch die Taufe hineingenommen in den Tod Jesu Christi, um in Ihm teilzuhaben an der Auferstehung und um in Ihm zur Rechten Gottes zu sitzen.
Genau hier knüpft der Brief an die Gemeinde von Ephesus an, den wir als Lesung hörten. Paulus bittet Gott, er möge „unsere Augen erleuchten, damit wir verstehen, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes uns schenkt“. In Christus sind wir zu Kindern Gottes und zu Erben seines Reiches geworden. „Ihm hat Gott alles zu Füßen gelegt, alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften. Und Ihn, Christus, hat Gott als Haupt über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von Ihm erfüllt, der das ganze All beherrscht“.
Es ist eine Zumutung. Gott mutet Dir und mir zu, Leib Christi und ganz erfüllt von Ihm zu sein. Wenn wir diese Zumutung annehmen, werden wir verstehen, so hieß es in der Lesung: „wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke“.
Von diesem Wirken Gottes möchte ich zum Schluss kurz berichten. Vor vier Wochen erzählte mir mein Freund, dass sein Bruder im Sterben liegt. Sechs Wochen lag er jetzt schon im Krankenhaus. Nach einer Herzoperation und einer Operation im Bauchbereich wollten die Wunden nicht heilen, eine Lungenentzündung schwächte ihn zusätzlich und jetzt war eine Blutvergiftung dazugekommen. Nach einer gemeinsamen Zeit der Stille, bat ich darum, ein Gebet für seinen Bruder zu sprechen, dass mit etwa diesen Worten begann: Vater, Du bist der Urgrund allen Seins. Durch Dein Wort, Deinen Sohn, hast Du alles geschaffen, was ist. Durch Deinen Geist hast Du alles lebendig gemacht, was lebt. Du willst das Leben für alle Menschen und willst, dass sie es in Fülle haben. Dafür danke ich Dir.
Vor einer Woche war ich wieder bei meinem Freund, als das Telefon klingelte. Sein Bruder war am Apparat, er sagte, dass es ihm gut geht und dass er von der Darmspiegelung am Vortag nichts gemerkt hätte.
Gott ist so gut und wir können seinem Wort vertrauen: „Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt“.
Alles hat seine Zeit... Es ist eine Kunst, für alles den richtigen Zeitpunkt zu finden. Jesus hat es in unsere Hände gelegt, seine Zeugen zu sein. Wann und in welcher Situation dafür der richtige Zeitpunkt ist, müssen wir selbst herausfinden.
Das Fest der Himmelfahrt Christi weitet unseren Blick über die irdische Wahrnehmung hinaus. Der verheißene Heilige Geist lässt die Jünger die Zusammenhänge von Leid und Endlichkeit mit den Augen der Liebe neu sehen. Damit verbunden ist die Sendung, diese Frohe Botschaft in die ganze Welt hinauszutragen.
Heimat ist ein Ort, an den man sich zurücksehnt, auch wenn man diesen Ort unfreiwillig verlassen musste. Jesus hat ihn freiwillig verlassen, um uns die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu bringen. Nun kehrt er zurück. Und wo ist unsere Heimat?
<b>Jesus ist in den Himmel aufgefahren und stellt damit seine Jünger vor die Notwendigkeit zu einem Neubeginn. Jetzt sind wir gefordert. Wir sind nicht überfordert, wenn wir das Reich Gottes, wie es Jesus verkündet hat, in kleinen Schritten mitgestalten. Außerdem hat er uns seinen Beistand verheißen und gegeben.</b>
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich (3. Str.)
GL 170: Allein Gott in der Höh sei Ehr
GL 319: Christ fuhr gen Himmel
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist (4. Str.)
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 332: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, in deiner Urständ fröhlich ist…
GL 336: Jesus lebt, ich bin gewiss (3. Str.)
GL 338: Jerusalem, du eu Stadt (4. Str.)
GL 339: Ihr Christen, hoch erfreuet euch!
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All (3. Str.)
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron (4. Str.)
GL 370: Christus, du Herrscher Himmels und der Erde
GL 375: Gelobt seist du, Herr Jesu Christ
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 470: Wenn das Brot, das wir teilen
GL 560: Christus Sieger, Christus König
Kehrverse und Psalmen:
GL 52: Herr, du bist König über alle Welt - Mit Psalm 93 oder mit Psalm 96 (GL 54,2) - VIII.
GL 55: Jubelt, ihr Lande dem herr; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. - Mit Psalm 98 - VIII
GL 79,1: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel - Mit Psalm (GL 47,2) - VII.
GL 340: Gott steigt empor, Erde jauchze, Halleluja, preist den Herrn. - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 454: Geht hinaus in alle Welt, Halleluja, und seid meine Zeugen. Halleluja. - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 629,5-6: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
Wir feiern Christi Himmelfahrt. Jesus verlässt seine irdischen Zusammenhänge. Seine Erbinnen und Erben, seine Zeuginnen und Zeugen bleiben zurück in ihrem Kontext. Dazu gehören auch wir alle hier und heute. Die “Sache Jesu” liegt nun in den Händen von uns Getauften und Gefirmten. Auch uns ist zugerufen: Ihr werdet meine Zeugen sein [...] bis an die Grenzen der Erde.
Ich schaue gerne in den Himmel! Eine so große Weite, das herrliche Blau – und dann die Wolken. Ich reise mit ihnen. Aber heute sagen uns Engel: Hallo Leute, was steht ihr da und schaut in den Himmel? Wir suchen Jesus, sage ich. Und die Engel: Er wird wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen!
Heute feiern wir das Fest Christi Himmelfahrt.
Im 47. Psalm heißt es:
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn Furcht gebietend ist der Herr, der Höchste, *
ein großer König über die ganze Erde.
Jesus Christus,
aufgefahren zum Vater, wir rufen zu dir:
Du bist bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt:
Herr, erbarme dich.
Du lässt uns nicht allein und sendest uns den Geist, den Beistand:
Christus, erbarme dich.
Du machst uns zu Zeuginnen und Zeugen deines Werkes hier und heute:
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott, erbarme sich unser,
er nehme von uns Schuld und Sünde,
er stärke uns durch seinen Geist
und schenke uns einst einmal ewige Heimat in seinem Reich.
Herr,
wir freuen uns, dass du der Herr bist.
Manchmal denken wir sehr klein von dir.
Herr, erbarme dich.
Wir danken dir, dass du das letzte Wort hast.
Mit unserem Vertrauen ist es nicht weit her.
Christus, erbarme dich.
Wir sind glücklich, dass du im Himmel bist.
Nimm unser Leben in deinen weiten Blick.
Herr, erbarme dich.
Denn König der ganzen Erde ist Gott. *
Singt ihm ein Weisheitslied!
Gott wurde König über die Völker, *
Gott hat sich auf seinen heiligen Thron gesetzt.
Ehre sei Gott in der Höhe!
Allmächtiger, ewiger Gott,
erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit,
denn in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du den Menschen erhöht.
Schenke uns das feste Vertrauen,
dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind,
in die Christus uns vorausgegangen ist,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Gott und Vater,
in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du die ganze Menschheit zu dir erhöht.
Erfülle uns mit Freude darüber,
daß Christus unseren Lebensweg begleitet,
bis sich auch unser Leben vollendet in der Gemeinschaft mit dir.
Durch Christus, unseren Herrn.
Gütiger Gott
in der Auffahrt deines Sohnes verbindest du Himmel und Erde.
Wie du einst die Jüngerinnen und Jünger gerufen hast zum Zeugnis in der Welt,
sendest du auch uns heute.
Mach uns hellhörig und weitsichtig,
dass wir erkennen, was zu tun ist.
Lenke unseren Blick vom Himmel zur Erde,
wo dein Reich heute schon angebrochen ist.
Richte unser Herz vom Irdischen aufs Himmlische,
dass wir in allem dich suchen und erfahren können.
So bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn. – Amen.
Vater im Himmel,
in deinem Sohn Jesus Christus hast du uns einen neuen Anfang geschenkt.
Er hat sich von dir senden lassen, um uns ein neues Bild deiner Menschenliebe zu geben.
Öffne die Augen unseres Herzens neu für seine Botschaft und stärke uns durch Wort und Mahl, damit wir seinem Auftrag folgen können, dich in der Welt zu bezeugen.
Das erbitten wir durch ihn, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Ich bin glücklich, morgens aufzustehen
und dann gleich den Himmel zu sehen.
Das ist wie ein Versprechen für den Tag
mit seinen Engen und Grenzen,
Gott des Himmels und der Erde.
Dir gehört der Himmel,
aber du machst ihn für uns auf.
Dir gehört die Erde,
aber du vertraust sie uns an.
Schenke uns deinen Geist,
himmlisches Glück
und leuchtende Augen des Herzens.
In deiner Liebe lass uns einander den Himmel schenken.
Das hast du uns mit Jesus versprochen,
heute, am Tag seiner Himmelfahrt,
Er bleibt bei uns, alle Tage,
bis an das Ende der Welt.
Guter Gott,
du hast deinen Sohn in den Himmel aufgenommen. Uns stehst du bei mit der Kraft deines Geistes.
Wir rufen voll Vertrauen zu dir und bitten dich:
Nimm allen, die nicht den Mut haben, genau hinzuschauen und sich den Herausforderungen von Kirche und Welt im Hier und Jetzt zu stellen, ihre Verzagtheit und schenke ihnen deinen Geist.
Zu dir, o Gott, rufen wir…
Erfülle alle, die nicht mehr weiter wissen, weil sie geplagt sind von Krankheit und Nöten, mit Kraft und Stärke und schenke ihnen deinen Geist.
Zu dir, o Gott, rufen wir…
Öffne jenen, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement für eine bessere Welt gegen den Strom der Ewiggestrigen schwimmen, die Augen ihres Herzens immer weiter und schenke ihnen deinen Geist.
Zu dir, o Gott, rufen wir…
Sei du mit jenen, die sich für Frieden, Aussöhnung und Gerechtigkeit in der Ukraine, im Sudan, im Jemen, im Nahen Osten und in so vielen Krisenherden dieser Erde einsetzen, und schenke ihnen deinen Geist.
Zu dir, o Gott, rufen wir…
Tröste alle, die sich auf einen letzten Weg auf Erden begeben haben, und schenke ihnen deinen Geist. Die Verstorbenen nimm auf in dein Reich.
Zu dir, o Gott, rufen wir…
Du, o Gott verlässt uns nicht. Du bist bei uns alle Tage.
Dafür danken wir dir, heute und in alle Ewigkeit. – Amen.
Im Heiligen Geist bleibt Christus bei seinen Jüngern, bei seiner Kirche und bei jedem von uns.
Durch ihn lasst uns den Vater bitten:
Für eine Kirche, die sich Christus gleich den Menschen zuwendet und offen ist für ihre Fragen und Sorgen.
Für eine Welt, in der die Macht des Guten Oberhand gewinnt und das sinnlose Töten und Zerstören ein Ende findet.
Für alle, die an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln, um Selbstvertrauen und Mut, aus Fehlern zu lernen.
Für uns selbst, denen als Glieder deiner Kirche deine Heilszusage aber auch dein Auftrag gilt, im Miteinander dein Reich zu verwirklichen.
Für alle, die spüren, wie schwer es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren und allein zurückgelassen zu werden.
In der Feier von Ostern dürfen wir erleben, dass Jesu Tod nicht das Ende ist. Sein Geist wirkt weiter unter uns und verbindet Gott und Welt.
Dafür danken wir jetzt und allezeit. - Amen.
Ich träume von einem Himmel,
der nicht den Müll der Erde kreisen lassen muss.
Herr, schenke uns die Einsicht, behutsam mit der Schöpfung umzugehen,
dass die Sterne lächeln können.
Ich träume von einem Himmel,
der nicht strategischen Zielen dienen muss.
Herr, mache uns stark, auf Waffen zu verzichten,
dass der Weltraum von unserem Hass nicht auch noch zerrissen wird.
Ich träume von einem Himmel,
der Heimat aller Verstorbenen ist.
Herr, mache uns mutig, alle Menschen in deiner Nähe zu sehen,
dass niemand nur vergraben wird.
Ich träume von einem Himmel,
der voller Geigen hängt.
Herr, öffne uns die Ohren, Engel singen zu hören,
dass ein Lied der Liebe um die Welt geht.
Ich träume von einem Himmel,
der die Erde von einem Ende bis zum anderen verbindet.
Herr, gib uns gute Gründe, geschlossene Grenzen wieder zu öffnen,
dass wir keine Angst haben.
Ich sehe eine neue Erde und einen neuen Himmel.
Nach deiner Verheißung.
Es ist die Verkehrung aller Werte: Jesus, der schmachvoll am Kreuz hingerichtet wurde, erfährt durch seine Auferstehung und Himmelfahrt die Bestätigung des Vaters.
Ihm, dem Gott alle Macht verliehen hat, lasst uns bitten:
Um den Geist der Stärke und Weisheit im Umgang mit der religiösen Sehnsucht von uns Gläubigen und den medizinischen Notwendigkeiten aufgrund der Pandemie.
Um einen klugen Einsatz von Ressourcen und Solidarität, die jenen helfen kann, deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist.
Um vielfältige Formen unserer persönlichen Gottesbeziehung und Kreativität in der Ermöglichung zwischenmenschlicher Nähe trotz des geforderten körperlichen Abstands.
Um ein geschärftes Bewusstsein dafür, was wirklich im Leben zählt und manche gewohnten Standpunkte relativiert.
Um Trost für alle, die aufgrund der Pandemie liebe Menschen verloren haben und ihnen nicht so beistehen konnten, wie sie es von Herzen gerne getan hätten.
Jesus hat mit seinem Leben auf Erden vieles verändert. Als Christen sind wir berufen, die Botschaft vom Leben, das er gebracht hat, weiterzutragen.
Dazu erbitten wir durch ihn vom Vater die Kraft des Heiligen Geistes. - Amen.
Allmächtiger Gott,
am Fest der Himmelfahrt deines Sohnes
bringen wir dieses Opfer dar.
Gib uns durch diese heilige Feier die Gnade,
dass wir uns über das Irdische erheben,
und suchen, was droben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Christi Himmelfahrt
Barmherziger Gott,
immer wieder ist dein Sohn
vor seiner Auffahrt in den Himmel den Menschen erschienen.
Er hat mit ihnen Mahl gehalten und sie gestärkt und ermutigt.
Wenn wir uns nun um diesen Tisch versammeln
und seine Gegenwart feiern in Brot und Wein,
möge auch unser Vertrauen wachsen
zu dir und deiner Botschaft vom Heil.
So bitten wir durch ihn, Christus unseren Herrn. – Amen.
Herr,
wir bringen dir unser trockenes Brot –
verwandle es in himmlisches!
Dir bringen wir unseren bitteren Wein,
verwandle ihn in einen himmlische n.
Alles, was die Herzen und Träume schwer macht,
bringen wir dir,
schenke uns deine Liebe.
In dem Mahl, das uns den neuen Himmel
schmecken lässt.
Auf das Wort der Engel bitten wir dich:
Komm, Herr!
Kehrvers:
Bis in den Himmel reicht deine Liebe, Herr,
bis zu den Wolken deine Treue. (GL 40,1)
Gott und Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde,
wir preisen und rühmen dich.
Denn Du lebst und bist da über allem und in allem, was existiert.
Du erfüllst die ganze Schöpfung mit deiner Liebe und deinem Segen.
Kehrvers
Durch Jesus Christus hast du die Augen unserer Herzen erleuchtet
und lässt du uns erahnen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Durch ihn lässt du uns teilhaben am Reichtum deiner Herrlichkeit.
Kehrvers
Ihm hast du alles zu Füßen gelegt
und ihn hast du zum Haupt über die Kirche gesetzt.
Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Kehrvers
Er tröstet uns durch den Heiligen Geist,
den er uns als Beistand gesandt hat.
Dieser bewegt die Kirche
und erweckt sie zu allen Zeiten zu neuer Lebendigkeit.
Kehrvers
Seine Jünger hat er ausgesandt,
allen Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden,
sie mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen,
und sie zu lehren, im Bewusstsein deiner Gegenwart zu leben.
Kehrvers
Wir preisen dich mit allen Engeln und Heiligen
und singen zu deinem Lob:
Danklied, z. B.: Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus,
den König der Herrlichkeit.
Denn er ist (heute) als Sieger über Sünde und Tod
aufgefahren in den Himmel.
Die Engel schauen den Mittler
zwischen Gott und den Menschen,
den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung.
Er kehrt zu dir heim,
nicht um uns Menschen zu verlassen,
er gibt den Gliedern seines Leibes
die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wohin er als erster vorausging.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude.
Darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn nach seiner Auferstehung
ist er den Jüngern leibhaft erschienen;
vor ihren Augen wurde er zum Himmel erhoben,
damit er uns Anteil gebe an seinem göttlichen Leben.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude,
darum preisen dich
die himmlischen Mächte und
die Chöre der Engel und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich
in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 2
Gott
du hältst deinen Himmel offen
für alle Menschen
niemand ist zu groß oder zu klein
alle dürfen zu dir kommen
weil du alle liebst
ohne Unterschied –
Junge und Alte
Starke und Schwache
Mutige und Zaghafte
Einfache und hoch Gebildete -
alle Völker und Rassen;
für alle Menschen
hältst du deinen Himmel offen
weil du alle an dich ziehen willst.
Lass uns deiner Einladung folgen!
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast uns, die wir noch auf Erden leben,
deine göttlichen Geheimnisse anvertraut.
Lenke unser Sinnen und Verlangen zum Himmel,
wo Christus als Erster der Menschen bei dir ist,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Gütiger Gott
wir haben Brot und Wein geteilt
und die Gegenwart deines Sohnes gefeiert.
Auch nach seiner Auffahrt zu dir ist er mitten unter uns
im Wirken deines Heiligen Geistes.
Mit der Botschaft vom Heil im Herzen
und im Vertrauen, dass du immer mit uns bist,
gehen wir nun unsere Wege in dieser Welt.
Begleite uns dabei mit deinem Segen.
So bitten wir durch Christus unseren Herrn. – Amen.
Herr, Jesus Christus,
zum Vater zurückgekehrt, bist du unseren Augen entrückt. Doch durch deine Worte und Taten willst du uns, in der Kraft des Hl. Geistes, immer nahe sein.
Mache uns, auch in den Tagen der kommenden Woche, empfangsbereit für dieses Geschenk deiner Liebe, und lass uns glaubwürdige Zeugen für dich in dieser Welt sein.
Dir sei, mit dem Vater und dem Hl. Geist, Lob und Dank in Ewigkeit. - Amen.
Wir danken dir heute, Herr,
dass wir dich im Himmel wissen,
doch auch nah und vertraut.
Lass uns die Tage, die vor uns liegen,
in deinem Licht sehen,
mache unsere Gedanken leicht
und nimm alle Bitterkeit aus unseren Herzen.
Wir danken dir heute, Herr,
dass wir uns im Himmel wissen,
doch das Brot der Erde essen.
Lass uns die Menschen, die wir begegnen,
offen aufnehmen,
für Wahrheit und Recht einstehen
und Stimme sein für die Schwachen und Verstummten.
Wir schauen dir nach, Herr,
entschwinde nicht unseren Blicken.
Du, Gott, misst den Himmel aus –
schenke meinem Leben Halt.
Du, Jesus, bist jetzt im Himmel –
Lass deine Liebe unter uns wohnen.
Du, Heiliger Geist, kommst aus dem Himmel –
nimm Platz in meinem Herzen.
Es segne und behüte uns der Gott,
der Vater ist und Sohn und Heiliger Geist.
Eigenständig
zwischen Himmel und Erde
wenngleich noch
wolkenverhangen
der Blick
Entzogen
worauf ich alles gesetzt habe
Jetzt setzt ER auf mich
Unverwandt in den Himmel schauen
und mich neu aufrichten
und sehen
was ich hier auf Erden zu tun habe …
Geistes-gegenwärtig
handeln
ist Jesu Auftrag
„Geht also hinaus
in die ganze Welt
und verkündet:
Reich Gottes will unter euch wachsen
Leben in Frieden
ist möglich
und
ICH werde MIT EUCH sein
Alle Tage“
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Den Himmel über mir:
Himmelskörper
Sterne
Sternschnuppe
Sternennacht
Mondnacht
sternenklar
Meine Augen berühren ihn
Mein einziges Himmelbild?
Hier und da – JA
Aber auch:
himmelschreiend - mit meinen Nöten
Wie auf Wolken schwebend –
himmelhochjauchzend –
in meinem Glück
Jemanden in den Himmel hebend -
Wie auf Wolken schwebend
GEFÜHLSLAGE HIMMEL
Abgehoben
Himmel – der sich geerdet hat
Himmel – der in Jesus eine Verbindung bekommen hat
Den wir erfahren dürfen:
Da, wo Menschen sich liebend begegnen
Da, wo 70x70 mal Verzeihung geschieht
Da, wo Menschen über Schatten springen
Da, wo ein gepeinigtes Herz zur Ruhe kommen kann
Da, wo Brücken gebaut werden - über alles Trennende hinaus
Da, wo der Schwache auch den Starken mitschleift
Da, wo die leere Hülle wieder Füllung findet
Da, wo ….
Genau da
verbindet sich der Himmel mit der Erde
zu einem großen
und neuen
Bild
Da berührt sich
Zeit
und
Unendlichkeit
DA
berühren sich
Gott
und
Mensch
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Unverwandt zum Himmel schauen.
Löcher in die Luft glotzen.
Warten, dass das Glück vom Himmel fällt
und eine höhere Macht schon alles richten wird.
Denn es ist uns ja zugesagt,
dass Jesus wiederkommt.
Also abwarten,
wird schon.
Heute würde wohl die Weisung der Männer in Weiß lauten:
Was glotzt ihr noch so dümmlich zum Himmel,
habt ihr es in zweitausend Jahren noch nicht verstanden,
es ist euch alles vorgelebt,
es ist euch schon alles verheißen.
Also, lest, horcht,
kaut es in eurem Inneren immer wieder.
Und dann krempelt endlich die Ärmel hoch
und baut mit am Himmelreich Gottes -
damit es schon auf-lebt im HIER und JETZT.
Beatrix Senft (2022)
Wenn die Bibel vom neuen Himmel und von der neuen Erde spricht, dann meint sie wohl, dass der Himmel nicht nur Gott ist, sondern auch die Welt umschließt, dass die ganze Schöpfung in den Himmel hinein genommen ist und dass die Menschen mit ihren irdischen Erfahrungen darin aufgehoben sind. Und zugleich meint die Bibel damit, dass wir im Himmel auch eine neue Beziehung zur Erde haben, dass uns nicht mehr von der Welt trennt, weil wir ganz und gar mit eins mit Gott sind. In Gott werden wir auch offen für die Welt und zu einer neuen Beziehung fähig.
Viele, die nur in zeitlichen Kategorien denken und die immer Neues erleben wollen, sehnen sich nicht nach dem Himmel. Im Himmel - so denken sie - gibt es nichts Neues. Dass Gott der immer Neue sein kann, können sie sich nicht vorstellen. Und dass in Gott auch der Blick auf die Menschen immer wieder erneuert wird, entzieht sich ihrer Vorstellung.
Aber wir dürfen uns den Himmel nicht statisch vorstellen. Er ist dynamisch. Schon Dante Alighieri spricht in seiner göttlichen Komödie von verschiedenen Stufen des Himmels und vom aufsteigen bis zur höchsten Stufe. Das ist Bild für ein inneres Crescendo der Gottesschau: "So steiget man von Grad zu Grad hinan" (Zit. n.: Fuchs 184). Das Schauen Gottes ist kein statisches Schauen. Im Schauen mehrt sich vielmehr die Sehkraft. Wir schauen immer tiefer in das Geheimnis Gottes. Gott ist der Unerschöpfliche, mit dem wir nie zu Ende kommen. Nicht Zeitvertreib oder immer neue Unterhaltung vertreibt die Langeweile des Himmels, sondern der immer neue Gott, der im Schauen uns immer mehr aufgeht und uns so in einer Spannung hält, die uns lebendig macht.
Aus: Anselm Grün, Was kommt nach dem Tod? Münsterschwarzach 2009 (2).
Gleichgültig,
als was man sich den Himmel vorstellt,
als Raum über den Wolken,
als ein unendliches "Oben”,
als etwas unendlich Gutes und Schönes,
als vollkommene Erfüllung -
gemeint ist immer dasselbe:
Der Himmel ist eine andere Wirklichkeit
als unsere Welt,
und wir finden in unserer Welt
keine Begriffe und Worte,
die die Wirklichkeit "Himmel” erfassen könnten.
Wir müssen uns in der Darstellung des Himmels
und beim Nachdenken über "Himmel”
mit Bildern und Vorstellungshilfen begnügen,
die aus unseren "himmlischen"
Erlebnissen stammen.
Die "himmlischen” (= glücklichen) Augenblicke,
die wir aus unserem irdischen Leben kennen,
können wir zwar erleben,
aber wir können sie nicht fassen und bestimmen.
Der "Vater im Himmel” will zunächst einmal
unseren Blick immer wieder weglenken
von unserer Welt,
heraus aus dem Gefangensein
und der Befangenheit des irdisch Begrenzten.
Wir Menschen sind so geschaffen,
dass wir mehr sehen und erfahren können,
als wir mit der Vernunft begreifen können.
In unserer Zeit wird besonders deutlich:
Wenn der Mensch den engen Horizont
der Vernunft
nicht überschreitet
in Glaube, Hoffnung und Liebe,
verliert er die Fähigkeit, glücklich zu sein,
und damit die Fähigkeit zu leben.
Von Konsum und Ideologien
kann letztlich kein Mensch leben.
(…)
Wo ist nun dieser Himmel?
Was ist er?
So dürfen und so müssen wir doch fragen!
Auch wenn jede Antwort blass und unzutreffend ist,
so kann unser Denken
doch in rechter Weise auf die Grenze stoßen,
wo Glauben, Hoffen, Lieben mehr ist
als Begreifen.
Wo und wenn Gott alles in allem ist, -
wo nur mehr Liebe, Güte und Erbarmen herrschen,
da ist der Himmel, da ist Gott.
Gott selber ist der Himmel.
Aus: Elmar Gruber, Im Himmel auf Erden. Betrachtungen zum Vaterunser. Don Bosco Verlag München 2000, Topos Taschenbücher.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Einleitung der Apg nimmt Bezug auf das Evangelium des Lukas. Sie markiert den Einschnitt zwischen der Zeit der Jünger mit Jesus (Lk-Evangelium) und dem neuen Abschnitt, der Zeit der Kirche. Zuvor war Jesus unmittelbar erfahrbar, nun ist er es durch den Geist. Zuvor gab er den Jüngern Aufträge, nun wird geschildert, wie sie diesen Aufträgen nachkommen. Die Himmelfahrt markiert so den Einschnitt zwischen diesen beiden Zeiten.
Die vierzig Tage der Erscheinungen Jesu sind symbolisch zu verstehen und kommen im Zusammenhang mit dem besonderen Handeln Gottes vor (Noach - Gen 8,6; Elija - 1 Kön 19,8; Zeit der Vorbereitung: Mose am Sinai - Ex 24,18; Jesu Fasten - Lk 4,1). Die vierzig Tage widersprechen ansonsten der Darstellung von Lk 24, wo die Himmelfahrt unmittelbar an die Rückkehr der Jünger aus Emmaus anschließt, also wenige Stunden nach der Auferstehung stattfindet.
In der Darstellung greift Lukas zurück auf Entrückungserzählungen des AT mit den Bildern der Wolke (= Hinweis auf das Eingreifen Gottes) und den Deuteengeln, die den Zeugen die Augen öffnen.
Es geht nicht um eine historische Erzählung; sie wird auch nur von Lk gebracht (und wurde dann in den Markus-Schluß übernommen) - alle anderen kommen ohne den Bericht der Himmelfahrt aus. Es geht um eine Veranschaulichung des neuen Zustandes Jesu, der "Erhöhung zum Vater". Lk macht diese Erhöhung fest am "Himmel": Dieser Himmel ist der Ort des Vaters, auch der Ort, von dem aus der Auferstandene seine Herrschaft ausübt und von wo er einst wiederkommen wird. Die Himmelfahrtserzählung setzt einen endgültigen Schlußpunkt unter die Christuserscheinungen.
Die erste Lesung enthält drei Abschnitte: Die Einleitung zur Apostelgeschichte, das Vermächtnis Jesu vor seiner Himmelfahrt an seine Jünger und die Erzählung seiner Erhöhung zum Vater.
Das Buch Apostelgeschichte wird dem Autor des Lukasevangeliums zugeschrieben. Es überliefert Erzählungen von den Anfängen der Kirche Jesu zusammengestellt und angeordnet nach einem eigenen theologischen Konzept. Das Evangelium nimmt seinen Weg ausgehend von Jerusalem in die ganze Welt hinaus bis zur Hauptstadt der damals bekannten Welt: Rom. Diesem Konzept sind auch einige Momente unseres Textabschnittes zuzuschreiben.
So ist das Buch nach nach römisch-hellenistischer Gepflogenheit einem Theophilus, vermutlich ein vornehmer römischer Staatsbeamter, gewidmet.
Während die anderen Evangelisten die letzten Begegnungen mit dem Auferstandenen in Galiläa anordnen, findet diese nach Lukas und der Apostelgeschichte in Jerusalem statt.
Der zweite Abschnitt enthält eine Belehrung der Jünger im Rahmen eines Mahles. Das Mahl erinnert einerseits an die Mähler, die Jesus mit seinen Jüngern gehalten hat, andererseits aber bereits an das eucharistische Mahl, wie es in der jungen Kirche üblich wurde.
Die Antwort auf die Frage nach der Wiedererrichtung "des Reiches für Israel" enthält das theologische Konzept des Lukas: Er wendet sich von der Naherwartung des Endes (wie wir es etwa bei Markus im 13 Kapitel finden) und der baldigen Wiederkunft Christi ab. Durch die Kraft des Heiligen Geistes werden die Jünger seine Zeugen sein auf der ganzen Welt. Sie wenden sich der Welt zu und errichten "das Reich" durch die universale Ausbreitung des Christentums.
Im dritten Abschnitt wird die Himmelfahrt Jesu geschildert. In einer anschaulichen Erzählung wird die Erhöhung Jesu dargestellt. Er hat nun seinen Platz "im Himmel", dort wo Gott ist. Die Engel - Engel treten in biblischen Erzählungen dort auf, wo die Menschen mit Gott in Berührung kommen und Gott den Menschen etwas mitteilen will - fordern die Jünger auf, nicht zum Himmel zu starren, sondern sich der Welt (und ihrem Auftrag) zuzuwenden.
Die Apostelgeschichte (“acta apostolorum ”) beschreibt die nachösterlichen Ereignisse und das Erleben der Frühen Kirche. Die erste Phase - kirchliche Urzeit - endet mit der Steinigung des Stephanus. In den vorliegenden ersten elf Kapiteln des Buches geht es um die zeitliche und lokale Verortung der frühen Mission. Die frühe Sammlung war eine Gruppe Judenchristen, die im Angesicht der Gruppe des Neuen Weges zum einen eine weitere Spaltung wie auch eine neue Einigung erfährt. Zum einen trifft man die Juden an, die solche bleiben, und die anderen, die den Aposteln folgen. Gleichzeitig werden die getrennten Juden Samariens in die neue Sammlung integriert. Damit wird deutlich, dass schon von Anfang an die christliche Botschaft nicht auf spezielle Adressat*innen zugeschnitten war, sondern lokal, kulturell und religiös unabhängig verbreitet werden kann “bis an die Enden der Erde”. Die fehlende leibliche Präsenz des Gottessohnes auf Erden erleichtert diese Grenzenlosigkeit des Unterfangens. Das Einleitungskapitel der Apostelgeschichte setzt dazu die Maßstäbe.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz