Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr:
Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser!
Die ihr kein Geld habt, kommt,
kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld
und ohne Bezahlung Wein und Milch!
Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt,
und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?
Hört auf mich,
dann bekommt ihr das Beste zu essen
und könnt euch laben an fetten Speisen!
Neigt euer Ohr und kommt zu mir,
hört und ihr werdet aufleben!
Ich schließe mit euch einen ewigen Bund:
Die Erweise der Huld für David sind beständig.
Siehe, ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht,
zum Fürsten und Gebieter der Nationen.
Siehe, eine Nation, die du nicht kennst, wirst du rufen
und eine Nation, die dich nicht kannte, eilt zu dir,
um des HERRN, deines Gottes, des Heiligen Israels willen,
weil er dich herrlich gemacht hat.
Sucht den HERRN, er lässt sich finden,
ruft ihn an, er ist nah!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr:
Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser!
Die ihr kein Geld habt, kommt,
kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld
und ohne Bezahlung Wein und Milch!
Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt,
und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?
Hört auf mich,
dann bekommt ihr das Beste zu essen
und könnt euch laben an fetten Speisen!
Neigt euer Ohr und kommt zu mir,
hört und ihr werdet aufleben!
Ich schließe mit euch einen ewigen Bund:
Die Erweise der Huld für David sind beständig.
Siehe, ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht,
zum Fürsten und Gebieter der Nationen.
Siehe, eine Nation, die du nicht kennst, wirst du rufen
und eine Nation, die dich nicht kannte, eilt zu dir,
um des HERRN, deines Gottes, des Heiligen Israels willen,
weil er dich herrlich gemacht hat.
Sucht den HERRN, er lässt sich finden,
ruft ihn an, er ist nah!
Der Frevler soll seinen Weg verlassen,
der Übeltäter seine Pläne.
Er kehre um zum HERRN,
damit er Erbarmen hat mit ihm,
und zu unserem Gott;
denn er ist groß im Verzeihen.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken
und eure Wege sind nicht meine Wege - Spruch des HERRN.
So hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege
und meine Gedanken über eure Gedanken.
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
ohne die Erde zu tränken
und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen,
dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will,
und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Dieser Text gehört noch zum zweiten Teil des Jesajabuches und ist im babylonischen Exil entstanden. Der Prophet spricht dem Volk das Heil Gottes zu.
In einem ersten Abschnitt ahmt der Prophet in seiner Heilszusage einen Händler auf dem Basar nach, der seine Ware anpreist: Wasser, Getreide, Wein, Milch ... alles ohne Geld.
Im zweiten Abschnitt wirbt Gott um das Volk und bietet ihm einen Bund an, der den Bund mit David übertrifft. Während die Könige sich ihre Völker mit Waffengewalt unterwerfen müssen, kommen nun alle Völker freiwillig zu ihrem Herrn.
Der dritte Abschnitt fordert auf, den Herrn zu suchen. Dies geschieht in der Umkehr zum Herrn. Dieser bietet sein Verzeihen an.
Der letzte Abschnitt beschreibt die Zuverlässigkeit und die Wirksamkeit des Wortes Gottes in Vergleichen mit dem Regen und Schnee und dem Wachsen des Samens.
Kv: Meine Stärke und mein Lied ist der HERR. – Kv
Siehe, Gott ist mein Heil;
ich vertraue und erschrecke nicht.
Denn meine Stärke und mein Lied ist Gott, der HERR.
Er wurde mir zum Heil. - Kv
Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen an! /
Macht unter den Völkern seine Taten bekannt,
verkündet: Sein Name ist erhaben! - Kv
Singt dem HERRN, denn Überragendes hat er vollbracht;
bekannt gemacht sei dies auf der ganzen Erde.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner Zions;
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt
und durch die Sünde der Tod
und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen,
weil alle sündigten.
Sünde war nämlich schon vor dem Gesetz in der Welt,
aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt;
dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die,
welche nicht durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten
wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist.
Doch anders als mit der Übertretung
verhält es sich mit der Gnade;
sind durch die Übertretung des einen
die vielen dem Tod anheimgefallen,
so ist erst recht die Gnade Gottes
und die Gabe,
die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus
bewirkt worden ist,
den vielen reichlich zuteilgeworden.
Und anders als mit dem,
was durch den einen Sünder verursacht wurde,
verhält es sich mit dieser Gabe:
Denn das Gericht
führt wegen eines Einzigen zur Verurteilung,
die Gnade führt aus vielen Übertretungen
zur Gerechtsprechung.
Denn ist durch die Übertretung des einen
der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen,
so werden erst recht diejenigen,
denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit
reichlich zuteilwurde,
im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.
Wie es also durch die Übertretung eines Einzigen
für alle Menschen zur Verurteilung kam,
so kommt es auch durch die gerechte Tat eines Einzigen
für alle Menschen zur Gerechtsprechung,
die Leben schenkt.
Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen
die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
so werden auch durch den Gehorsam des einen
die vielen zu Gerechten gemacht werden.
Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen,
damit die Übertretung mächtiger werde;
wo jedoch die Sünde mächtig wurde,
da ist die Gnade übergroß geworden,
damit, wie die Sünde durch den Tod herrschte,
so auch die Gnade herrsche
durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Paulus stellt Adam und Christus gegenüber. Durch den Ungehorsam des einen kam der Tod in die Welt, durch den Gehorsam des anderen wurde das Leben neu geschenkt. Beide sind als "korporative Persönlichkeiten" anzusehen. D.h.: Im Stammvater eines Volkes ist bereits die gesamte Nachkommenschaft präsent. In diesem Sinne - und nicht in einem geschichtlichen - ist die Sünde der Nachkommen Adams und die Gerechtsprechung der "Nachkommen" des Christus zu verstehen. Adam verkörpert den Menschen, wie er von Anfang an verfaßt ist, die Menschheit schlechthin. Die Menschen haben sich von Anfang an von Gott und seinem Gebot gelöst und sind eigene Wege gegangen. Erst in Jesus Christus wurde diese Loslösung von Gott überwunden. Auch hier wieder durch die Tat des einen. Den "vielen", das sind alle, die sich zu Christus gehörig wissen, wird die Gerechtsprechung als unverdientes Geschenk (Gnade) zuteil.
Halleluja. Halleluja.
Der sein Leben als Schuldopfer einsetzt,
wird er Nachkommen sehen und lange leben.
Was dem HERRN gefällt,
wird durch seine Hand gelingen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodémus:
Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen
außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist:
der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat,
so muss der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der glaubt,
in ihm ewiges Leben hat.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht,
sondern ewiges Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes
geglaubt hat.
Denn darin besteht das Gericht:
Das Licht kam in die Welt,
doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht;
denn ihre Taten waren böse.
Jeder, der Böses tut, hasst das Licht
und kommt nicht zum Licht,
damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht,
damit offenbar wird,
dass seine Taten in Gott vollbracht sind.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Johannesevangelium stehen ziemlich am Beginn des Wirkens Jesu zwei Gespräche: eines mit dem Pharisäer Nikodemus und eines mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Die in Jesus erschienene Liebe Gottes zeigt sich in diesen Gesprächen in der besonderen Zuwendung zum bzw. zur Einzelnen.
Nikodemus ist ein einflussreicher gebildeter Jude, der zwar an Jesus interessiert ist, aber Angst hat, sein Interesse in der Öffentlichkeit zu zeigen. Er kommt in der Nacht.
In dem Lehrgespräch mit Jesus geht es um die Heilsabsicht Gottes in der Sendung seines Sohnes. Der Abstieg in die Welt und der Aufstieg in den Himmel ist zur Rettung des Menschen. Wer daran glaubt, dem geschieht Heil. Wenn es dennoch zu einem Gericht kommt, so resultiert dies aus dem Unglauben, da sich der, der an den Gottessohn nicht glaubt, damit selbst sein Urteil spricht.
Am 3. Sonntag im Juli feiern die Redemptoristen ihren Namensgeber (redemptor = der Erlöser) mit dem »Fest des Heiligsten Erlösers«. Doch was meint Erlösung? Warum feiern wir den Menschen Jesus von Nazareth als Erlöser?
Am Fest des Heiligsten Erlösers denken wir über Erlösung nach. Wenn wir von Erlösung sprechen, sagen wir mit, dass es Unerlöstes gibt. Ich denke an Ungerechtigkeit, Feindschaft, Spaltung, Krieg, Hass, Zwänge, Krankheit, Unaufrichtigkeit, Leben auf Kosten anderer, ungeordnete Liebe. Wenn ich an Erlösung denke, denke ich an Gerechtigkeit, Versöhnung, Liebe, Frieden, erfülltes Leben, Heil, Sinn, Wahrheit, Ganzheit, Freiheit, Schönheit.
Wie geht das, dass aus Ungerechtigkeit Gerechtigkeit wird, aus Feindschaft Versöhnung, aus Krieg Frieden, aus Hass Zuwendung, aus Unaufrichtigkeit Wahrheit, aus Zwängen Freiheit, aus ungeordneter Liebe geordnete, schöne Liebe?
Es geschieht durch eine Person: durch Jesus, den Erlöser!
Wie wird uns der Erlöser vor Augen gestellt? Als der am Kreuz! In unseren Kirchen, in christlichen Häusern und Wohnungen stoßen wir auf das Kreuz. Ist das Kreuz nicht etwas Grausames? Da hängt ein zerschundener Mann am Verbrechergalgen. Was hat das mit Erlösung zu tun? Jesus am Kreuz ist der Leidende, der Ausgestoßene, der sich von Gott verlassen erfährt: „Mein Gott, ein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 15,34) ruft er am Kreuz.
Jesus nennt sich „der Menschensohn“ - so haben wir im Evangelium (vgl. Joh 3,13) gehört. Er ist der Mensch, der Inbegriff des Menschseins, der, der alle Menschennot, alles Menschenleid, auf sich genommen hat. Das schaut dann so aus, wie wir es am Kreuz sehen.
Wo ist da Erlösung? – fragen wir. Jesus kommt von Gott und hat als Mensch für die Menschen gelebt. Er hat ihnen gesagt, dass Gott sie liebt. Er hat Kranke geheilt. Er hat entpersönlichte, von dämonischen Kräften Umhergetriebene geheilt, von Schuld Beladenen vergeben, Menschen zum Leben und Lieben befähigt.
Doch er wurde von den zuständigen religiös und bürgerlich Verantwortlichen abgelehnt. Er wurde sogar von einem aus den eigenen Reihen verraten. Er wurde von den Seinen verlassen, von den Frommen vor dem Richter zu Tode geschrien, von der römischen Macht gefoltert und hingerichtet. Bei all dem hält er seine Liebe, seine Zuwendung zu den Menschen durch. Er vertraut weiter Gott, seinem Vater: „In deine Hände lege ich meinen Geist“ (Lukas 23,46). Er verzeiht seinen Mördern: „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23,34). Am Kreuz vollendet er seinen Auftrag: „Es ist vollbracht!“ (Johannes 19,30). Jesus verwandelt den Hass in Liebe, den Tod in Leben.
So geschieht Erlösung, nicht durch einen souveränen göttlichen Eingriff von außen. Erlösung bedeutet: Jesus nimmt unsere menschlichen Bedingungen, unsere menschlichen Nöte, unsere menschlichen Ausweglosigkeiten von innen her auf sich und gibt ihnen Sinn. Das Kreuz der Menschheit und das Kreuz Jesu wurden zuinnerst verbunden. So sind wir erlöst.
Das ist die Botschaft von der Erlösung: In Jesus ist die Erlösung schon vollzogen. Nun gilt es, in sie einzutreten oder vielmehr in ihn einzutreten. Ein anderer Ausdruck dafür: zu ihm aufschauen – wie es im heutigen Evangelium heißt: Das Volk Israel wurde durch eine Schlangenplage heimgesucht. Mose errichtete eine Stange mit einer Schlange aus Erz. Wer zu dieser ehernen Schlange aufblickte, wurde von der Schlangenplage befreit. So dürfen wir zum Kreuz aufschauen, an dem unser ganzes Menschenleid hängt, aber in Jesus, und damit überwunden hinein in Liebe und Heil.
Erlösung ist durch Jesus bereits geschehen, gratis für uns, aus Gnade, aus Liebe zu uns Menschen. Durch den Glauben und die Taufe treten wir in das erlöste Dasein ein. Es gilt, das Eingetretensein in das erlöste Dasein zu ratifizieren, immer wieder zu erneuern. Es ist ein ständiger Prozess. Wir sind heute eingeladen zum neuen Ja zu unserer Erlösung. Das bedeutet ein persönliches Ja zu Jesus, der uns erlöst hat. Erlöst leben heißt: Leben mit Jesus, dem Erlöser!
Der Titel "Erlöser" für Jesus Christus ist uns so geläufig, dass wir ihn oft gebrauchen, ohne uns bewusst zu werden, was er für unser Leben als Christen konkret bedeutet. Die Ordensgemeinschaft der Redemptoristen – redemptor ist das lateinische Wort für Erlöser – sieht sich berufen, allen Menschen überreiche Erlösung durch Jesus Christus zu verkünden.
Schwestern und Brüder, ich nehme an, dass Sie eine gewisse Kenntnis von Jesus haben. Die Redemptoristen feiern ihn heute als unseren Erlöser. Was kann das für uns bedeuten?
Unser Leben ist konkret, mit dieser Erde verbunden, hineingebunden in Zeit und Raum. Wir müssen für unser Leben sorgen. Wir haben Hunger, empfinden Durst, werden müde, brauchen Bewegung und brauchen Ruhe, nicht nur als Kinder, sondern ein Leben lang. Wir brauchen die Erfahrung von Nähe. Wir sind angewiesen auf Menschen, auf die man sich verlassen kann, ein Kind in besonderer Weise, aber auch als Erwachsene kennen wir das Bedürfnis, sich auf jemanden verlassen zu können. Dann aber auch das Bedürfnis, dass ich selber etwas tun darf und dass ich dafür anerkannt werde.
Jesus ist unser Erlöser. Er ist in unsere Menschensituation voll eingestiegen. Wir bekennen: „Er ist Mensch geworden um unseres Heiles willen“. Er hat das Menschenleben von der Pike auf kennengelernt. Er kennt Hunger und Durst, Bewegungsdrang und Müdigkeit, das Bedürfnis nach Nähe und das Bedürfnis nach Selbständigkeit. Er ist einer von uns geworden. Er versteht uns, kann sich einfühlen in unser Leben, in unsere Bedürfnisse. In unsere Situation hinein sagt er es uns zu: „Selbst wenn dich Vater und Mutter verlassen, ich verlasse dich nicht“!
Wir sind als Menschen für unser Leben selbst verantwortlich. Wie geht „Leben“? Das ist das Zweite: Er zeigt uns, wie Leben geht. Als zwölfjähriger, also nach dem Gesetz volljähriger Jude, ist er im Gespräch mit den jüdischen Lehrern im Tempel. Er bildet sich aus. Er bildet sich eine eigene Meinung und ist erstaunt, dass er von den eigenen Eltern nicht erkannt ist als der, der er ist. Er ist auf dem Weg, er selbst zu werden. In der Taufe am Jordan durch Johannes wird er sich seiner Identität und Sendung voll bewusst. Es wird ihm von Gott zugesagt: „Du bist mein geliebter Sohn“ (Lk 3,22). Dieses Selbstbewusstsein wird auf eine harte Probe gestellt: Er wird im Allein-sein vor Gott, in der Wüste, dahin versucht, sich das Leben und seine Aufgabe leicht zu machen. Nein, er geht den anspruchsvollen Weg!
Und er lädt ein, mit ihm zu gehen, nicht nur die Jünger und Jüngerinnen von damals! Kommt mit mir, wenn ihr erfahren wollt, wie Leben geht: Selig, glücklich, die das Wort hören und sich darauf einlassen! Wer zu ihm kommt, wird frei, auch und gerade, wenn sein Leben verstrickt war in Schuld oder verletzt durch das, was andere ihm angetan haben. Wer mit ihm geht, dem gehen ganze Welten auf, die er so noch nicht gekannt hat! Jesus geht uns voran: Es ist möglich, mit IHM einen anspruchsvollen, sinnerfüllten Weg zu gehen!
Da kommt der Einwand: Ich spüre meine Schwächen. Ich schaffe vieles nicht! Es ist etwas schief gelaufen. Es gibt Leute, die sagen: Mein Leben ist verkorkst. Ich komme da nicht heraus! Achtung: Jesus sagt uns: Keine Sorge! Keine Ausrede! Ich hab’s getan. Ich hab’s für dich getan! Und nun komm zu mir! Bei mir hast du eine Chance, selbst wenn Du Fehler gemacht hast, ja, vieles verkorkst haben solltest: „Ich habe dich erlöst! Mein bist du! Mit mir darfst du leben, für immer, in Fülle leben!“
Am dritten Sonntag im Juli feiern die Ordensgemeinschaften der Redemptoristen das Fest des Heiligsten Erlösers – lat. sanctissimus redemptor - gleichsam als Namenstag. Die Theologie der Erlösung hat eine reichhaltige und lange Tradition. Doch was kann sie uns gegenwärtig für unseren persönlichen Glauben konkret bedeuten? Die großen Krisen unserer Zeit führen uns die Not menschlicher Existenz vor Augen. Jesus Christus, der Erlöser, hat uns über eine enge innerweltliche Sicht des Lebens hinausgewiesen.
Noch vor einigen Jahren (2011) machte sich der Singer Songwriter Tim Bendzko mit dem Song "Muss nur noch kurz die Welt retten" über Menschen lustig, die über ihre vermeintliche Mission noch schnell die Welt retten zu müssen, Näherliegenderes und Wichtigeres zu tun versäumen. Inzwischen ist eine junge Generation herangewachsen, die entschlossen dafür kämpft, dass jeder und jede dazu beiträgt, die bereits begonnene Klimakatastrophe einzudämmen. Papst Franziskus hat in seinem Rundschreiben "Laudato Si" eindringlich das Engagement aller Menschen eingefordert und auch für Christen dieses Anliegen in die Mitte gestellt.
Inzwischen hat die Corona-Pandemie unsere Aufmerksamkeit und die Anstrengungen der ganzen Welt auf eine andere Herausforderung gelenkt, die uns so gefangen nimmt, dass das Klima-Thema in den Hintergrund gedrängt wurde. Beide Krisen haben gemeinsam, dass sie die weltweite Zusammenarbeit aller Menschen und den Einsatz aller Kräfte erfordern. Ob es gelingt, alle einflussreichen Politiker dafür zu gewinnen, ist noch lange nicht ausgemacht. Einigen ist ihr eigenes Wohlergehen wichtiger und wenn es darauf ankommt, sind viele entschlossen, andere dafür die Rechnung bezahlen zu lassen.
Gerade in diesen beiden Krisen – man könnte auch noch die Flüchtlingskrise dazunehmen - wird die Ohnmacht nicht nur der Einzelpersonen sondern der ganzen Menschheit bewusst. Können wir die Welt retten? Ist die Welt gerettet, wenn wir die gesteckten Klimaziele erreicht haben und die Pandemie durch neue Medikamente besiegt haben?
Die Erfahrungen im Umgang mit der Pandemie zeigen, wieviel wir Menschen zuwege bringen, wenn wir weltweit zusammenarbeiten. Gleichzeitig müssen wir uns jedoch bewusst sein, dass es noch viele weitere Herausforderungen zu bewältigen gilt. Die beiden großen Krisen zeigen, wie viele Probleme wir bei entsprechender Anstrengung lösen können, andererseits lassen sie uns aber spüren, dass uns als Menschen schmerzliche Grenzen gesetzt sind: Wir sind und bleiben Teile der Natur und sind den Gewalten der Natur ausgeliefert. Wir haben die Welt nicht im Griff. Die großen Krisen zeigen uns, wie klein wir sind.
Die Ordensgemeinschaften der Redemptoristen feiern am dritten Sonntag im Juli das Fest des Heiligsten Erlösers, nach dem sie sich benannt haben. Redemptor ist das lateinische Wort für Erlöser. Sie bringen damit ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass Jesus Christus uns über die Grenzen, die uns als Menschen gesetzt sind, hinausführt. Wir sind und bleiben gefährdet durch Krankheit und Tod, wir sind und bleiben den Mächten der Natur ausgeliefert. Dem Bösen, das im Menschen steckt und sich in Ungerechtigkeit, Rücksichtslosigkeit, Hass und Krieg zeigt, stehen wir oft hilflos gegenüber. Wir schauen aber zu Jesus Christus auf und erwarten uns von ihm umfassende Erlösung. Wir glauben, dass er das Böse durch sein Festhalten an Gott überwunden hat, obwohl er sich scheinbar der Macht des Bösen beugen musste.
Wir nennen Jesus Christus unseren Erlöser, weil er uns Auswege aus dem Leiden an der Enge unserer menschlichen Existenz zeigt. Er hatte sich voll und ganz dem Kampf gegen das Böse verschrieben und mit all seiner Kraft versucht, Ungerechtigkeit und Unterdrückung der Armen und Schwachen an ihren Wurzeln in der Hartherzigkeit der Menschen zu auszumerzen. Er hat uns aber auch gelehrt und vorgelebt, dass sogar noch im persönlichen Scheitern der Glaube an einen liebenden und barmherzigen Gott und Schöpfer allen Lebens Halt geben kann. Von diesem liebenden Schöpfergott erhoffen wir uns ein Leben jenseits von Krankheit, Tod, Katastrophen und Krieg.
Gewiss: Diese Lösung großer und grundsätzlicher Menschheitsfragen, wie sie uns Jesus anbietet, liegt auf einer ganz anderen Ebene. Sie macht unseren Einsatz für die Bewältigung unserer Herausforderungen nicht überflüssig. Wir können uns nicht zurücklehen und den Kampf gegen Krankheit, Tod und Klimawandel anderen überlassen. Jesu Sichtweise ermöglicht uns, mit diesen großen Aufgaben nicht nur engagiert sondern auch gelassen umzugehen.
Herr, unser Gott,
aus Güte und Menschenfreundlichkeit
hast du deinen eingeborenen Sohn
zum Erlöser der Welt eingesetzt,
durch ihn den Tod überwunden
und das Leben neu geschaffen.
Gib, dass wir, dieser Taten eingedenk,
dir in treuer Liebe verbunden bleiben
und einst die Vollendung der Erlösung an uns erfahren.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
durch die Erniedrigung deines Sohnes
hast du die gefallene Menschheit
wieder aufgerichtet
und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.
Erfülle uns mit Freude über die Erlösung
und führe uns zur ewigen Seligkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Zu Christus, unserem Erlöser, lasset uns beten:
Du hast uns im Kreuz deine Liebe geoffenbart.
Öffne die Herzen der Menschen für diese Botschaft!
Christus, höre uns! A: Christus, erhöre uns!
In dir, Herr Jesus, ist Heil und Erlösung.
Lass uns dich immer tiefer verstehen und mit dir leben!
Du hast dich den Menschen zugewandt und für uns Menschen alle Sünde, alles Unerlöste auf dich genommen.
Schenke uns Vertrauen in deine vergebende Macht!
Du hast durch deinen Tod am Kreuz Frieden gestiftet.
Lass deinen Frieden wirksam werden in der Ukraine und in der ganzen Welt von heute!
Mache uns fähig, so zu leben,
dass deine Erlösung unter uns erfahrbar wird!
Denn Du bleibst dem Volk der Erlösten nahe.
Dir sei die Ehre und die Herrlichkeit, jetzt und in Ewigkeit. - Amen.
Zu Christus, unserem Erlöser, lasset uns beten:
Du hast uns im Kreuz deine Liebe geoffenbart.
Öffne die Herzen der Menschen von heute für diese Botschaft!
Christus, höre uns! - Christus, erhöre uns!
In dir, Herr Jesus Christus, ist Heil und Erlösung.
Laß uns dich immer tiefer verstehen und mit dir leben!
Du hast dich den Menschen zugewandt und uns mit Gott, dem Vater, versöhnt.
Schenke uns Vertrauen in deine und seine vergebende Macht!
Du hast durch deinen Tod am Kreuz Frieden gestiftet.
Lass deinen Frieden wirksam werden in der Welt von heute!
Wir sind deine Gemeinde.
Mache uns fähig, unsere Dienste so zu tun,
dass deine Erlösung unter uns erfahrbar wird!
Denn Du bleibst dem Volk der Erlösten nahe.
Dir sei die Ehre und die Herrlichkeit, jetzt und in Ewigkeit! - Amen.
Herr,
gib, daß wir das Geheimnis des Altares ehrfürchtig feiern;
denn sooft wir die Gedächtnisfeier dieses Opfers begehen,
vollzieht sich an uns das Werk der Erlösung.
Durch Christus, unseren Herrn.
MB Gründonnerstag
Herr, unser Gott,
gib, dass wir dir allzeit danken
durch die Feier der österlichen Geheimnisse.
In ihnen führst du das Werk der Erlösung fort,
mache sie für uns zur Quelle der unvergänglichen Freude.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Dankt dem Vater mit Freude, er schenkt uns seinen Sohn.
(GL 633,8)
Gott und Vater, wir haben Grund dir zu danken,
denn du hast uns deinen Sohn geschenkt.
Er hat uns würdig gemacht,
das Erbe der Heiligen zu empfangen, die im Lichte sind.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kehrvers
In ihm haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Kehrvers
Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten,
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
Er ist vor aller Schöpfung, alles hat in ihm Bestand.
Kehrvers
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.
Kehrvers
Denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen
um durch ihn alles zu versöhnen.
Er wollte alles auf Erden und im Himmel zu Christus führen,
der Frieden gestiftet hat durch das Blut seines Kreuzes.
Kehrvers
Danklied, z. B.: Mein ganzes herz erhebet dich... (GL 143)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Ihn hast du im Alten Bund verheißen,
ihn hast du gesandt,
den verlorenen Menschen zu retten.
Er ist in unserem Fleisch erschienen
und hat sich dir als Opfer dargebracht.
Durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er allen Völkern das Heil erwirkt.
In ihm finden wir überreiche Erlösung,
Befreiung aus der Knechtschaft,
Vergebung der Sünden.
In ihm haben wir die Wahrheit,
das Licht und das Leben.
Durch ihn empfangen wir den Geist des Glaubens und der Liebe.
Durch ihn erstrahlt uns die Hoffnung,
dass wir zu vollen Freiheit der Kinder Gottes gelangen.
Darum loben wir dich mit allen Engeln und Heiligen
und rufen in festlicher Freude:
Heilig...
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn du bist der Schöpfer der Welt,
du bist der Erlöser aller Menschen
durch deinen geliebten Sohn, unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit,
beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten.
Die Himmel und die himmlischen Kräfte
und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore.
Mit ihrem Lobgesang laß auch unsere Stimmen sich vereinen
und voll Ehrfurcht rufen:
Heilig ...
MB Wochentage 3
Herr, unser Gott,
im heiligen Mahl haben wir den Leib
und das Blut deines Sohnes empfangen.
Der Glaube an ihn lässt uns das volle Leben erhoffen.
Lass uns in der Freude dieser Hoffnung
die nötigen Schritte tun, dieses Ziel zu erreichen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Fest des Heiligsten Erlösers
Herr Jesus Christus,
Leib und Leben hast du hingegeben,
um uns zu erlösen.
Wir bitten dich:
führe uns durch die Widerwärtigkeiten dieser Zeit
zur ewigen Vollendung,
der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
Allerheiligster Erlöser
Barmherziger Gott,
im heiligen Mahl
schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes.
Durch dieses Sakrament
mache uns auf Erden Christus ähnlich
und lass uns im Himmel zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
MB 20. Sonntag im Jahreskreis
Himmlischer Vater,
dein Sohn hat verheißen,
daß wir sein göttliches Leben in uns tragen,
wenn wir ihn empfangen in der heiligen Speise.
Wir danken dir für sein Erlösungsopfer
und bitten dich:
Laß uns stets in der Freude dieses neuen Lebens wandeln,
bis wir zur ewigen Vollendung gelangen in ihm,
unserem Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 12
Herr,
du hast uns an deinem heiligen Tisch gestärkt.
Komm uns mit deiner Gnade zu Hilfe,
damit die Erlösung,
die uns im Sakrament zuteil wurde,
in unserem Leben sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Donnerstag der Fastenzeit
Ich wär' so gern dabei gewesen
Doch ich hab viel zu viel zu tun
Lass uns später weiter reden
Da draußen brauchen sie mich jetzt
Die Situation wird unterschätzt
Und vielleicht hängt unser Leben davon ab
Ich weiß es ist dir ernst, du kannst mich hier grad nicht entbehren
Nur keine Angst, ich bleib' nicht all zu lange fern
Muss nur noch kurz die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
Noch 148 Mails checken
Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Und gleich danach bin ich wieder bei dir
Irgendwie bin ich spät dran
Fang' schon mal mit dem Essen an
Ich stoß' dann später dazu
Du fragst: „Wieso, weshalb, warum?“
Ich sag': „Wer sowas fragt ist dumm“
Denn du scheinst wohl nicht zu wissen, was ich tu'
'Ne ganz…
Muss nur noch kurz die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
Noch 148 Mails checken
Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Und gleich danach bin ich wieder bei dir
Die Zeit läuft mir davon
Zu warten wäre eine Schande für die ganze Weltbevölkerung
Ich muss jetzt los, sonst gibt's die große Katastrophe
Merkst du nicht, dass wir in Not sind?
Ich muss jetzt echt die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
Noch 148 Mails checken
Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
Noch 148.713 Mails checken
Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Und gleich danach bin ich wieder bei dir
Tim Bendzko, Quelle: LyricFind
Tatsächlich denke ich dieser Tage sehr oft an jene Liedzeile, mit der Tim Bendzko im Sommer 2011 die Charts stürmte. Wer hätte damals gedacht, dass jener Ohrwurm einmal zur Mission einer gesamten Generation werden würde? Ich muss ehrlich gestehen, ich nicht. Und das, obwohl ich – wie viele andere Kinder und Jugendliche ebenfalls – seit Jahren unzufrieden bin mit der Klimapolitik dieses Landes. Wir haben Demos besucht, unser Taschengeld an Greenpeace und den WWF gespendet und versucht, unsere Eltern davon zu überzeugen, dass eine vegetarische Ernährung nicht der Weltuntergang ist, sondern beachtlichen Einfluss auf dessen Verhinderung hat.
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Nele Brebeck auf welt.de am 14.3.2019
Die Finanzbranche soll das Geld in grüne Bahnen lenken. Doch dafür braucht es auch Unternehmen, die sich lenken lassen wollen.
Die Investoren haben nämlich Interesse daran, ihr Geld gezielt in jene Firmen zu stecken, die sich Gedanken über die Zukunft machen. „Früher wussten Investoren nicht, was sie mit Nachhaltigkeitsdaten anfangen sollten, heute sind diese aber extrem wichtig geworden, um die Chancen und Risken eines Unternehmens einschätzen zu können“, sagt Steven Tebbe, Managing Director von CDP Europe. „Man kann nur das managen, was man auch messen kann.“
Für Großanleger sind sogenannte Stranded Assets ein Riesenthema geworden. Sie wollen ihr Kapital gut investiert wissen und nicht vernichtet sehen, nur weil Unternehmen keine Bereitschaft zeigen, ihr Geschäftsmodell anzupassen. „Unsere Daten werden immer wichtiger, um zu verstehen, wo die Reise hingehen kann“, sagt Tebbe. Und in der Tat legen bereits mehr als 8400 Firmen weltweit ihre Informationen via CDP offen. Das entspricht immerhin mehr als 50 Prozent des globalen Marktwerts.
Sich in Sachen Nachhaltigkeit zu engagieren ist nicht nur en vogue geworden – es wird vom Kapitalmarkt aktiv verlangt. Spätestens seit dem Klimaabkommen von Paris. 2015 kam man überein, die Finanzflüsse in Richtung einer CO2-armen und klimafreundlichen Entwicklung zu lenken.
Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr:
Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
ohne die Erde zu tränken
und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen,
dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will,
und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Wort Gottes entlastet den Menschen. Des Menschen Anteil tritt hinter die Wirksamkeit des Wortes, das von Gott kommt und Heilszusage ist. Das macht auch der Hinweis auf die fruchtbaren Folgen von Regen und Schnee deutlich: an der Fruchtbarkeit des Ackers hat der Mensch nicht den entscheidenden Anteil. Jahwes Wort versorgt den Menschen - wie den Säenden mit Samen und wie den Essenden mit Brot.
Gott sendet sein Heilswort aus wie einen Boten oder wie einen Arzt. Und das Wort bewirkt das, wozu es ausgesandt ist.
Die Kapitel 40-55 des Prophetenbuches sind vom sog. Deuterojesaja oder "zweiter Jesaja" in der Exilszeit geschrieben worden. Die Worte sind Trostworte für das Volk im Exil. Die Knechtschaft wird enden und eine neuer Exodus unter Gottes Führung steht bevor. Der Glaube an den "Einen Gott" (Monotheismus) wird lehrmäßig ausgesagt, die Nichtigkeit der falschen Götter durch ihre Ohnmacht bewiesen. Das Wort, das von diesem Gott ausgeht, bringt Heil, Erlösung und Befreiung. Es ist ein Wort für das Leben der Menschen.
Kv: Dein Wort, o Herr, fiel auf guten Boden
und brachte reiche Frucht. – Kv
GL 31,1
Du hast für das Land gesorgt, es getränkt, *
es überschüttet mit Reichtum.
Der Bach Gottes ist voller Wasser, /
gedeihen lässt du ihnen das Korn, *
so lässt du das Land gedeihen. – (Kv)
Du hast seine Furchen getränkt, seine Schollen geebnet, *
du machst es weich durch Regen, segnest seine Gewächse.
Du hast das Jahr mit deiner Güte gekrönt, *
von Fett triefen deine Spuren. – (Kv)
In der Steppe prangen Auen, *
es gürten sich die Höhen mit Jubel.
Die Weiden bekleiden sich mit Herden, /
es hüllen sich die Täler in Korn. *
Sie jauchzen, ja, sie singen. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Ich bin überzeugt,
dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten
im Vergleich zu der Herrlichkeit,
die an uns offenbar werden soll.
Denn die Schöpfung
wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes.
Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen,
nicht aus eigenem Willen,
sondern durch den, der sie unterworfen hat,
auf Hoffnung hin:
Denn auch sie, die Schöpfung,
soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden
zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen,
dass die gesamte Schöpfung
bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
Aber nicht nur das, sondern auch wir,
obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben,
auch wir seufzen in unserem Herzen
und warten darauf,
dass wir mit der Erlösung unseres Leibes
als Söhne offenbar werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Mensch ist ein Teil der ganzen Schöpfung. Das Leben der Christen in dieser Welt hat als Ziel die Herrlichkeit bei Gott. Der Weg dorthin ist gekennzeichnet durch Solidarität mit der Schöpfung, denn wir stehen wie sie unter dem Gesetz der Vergänglichkeit. Doch als Christen haben wir eine sichere Hoffnung: Gott führt uns und alles Geschaffene den Weg zu Befreiung aus aller Knechtschaft und Verlorenheit hin zur Freiheit und Herrlichkeit, die ihren Grund allein in Gott hat.
Halleluja. Halleluja.
Der Samen ist das Wort Gottes, der Sämann ist Christus.
Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus
und setzte sich an das Ufer des Sees.
Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn.
Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich.
Und alle Menschen standen am Ufer.
Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen.
Als er säte,
fiel ein Teil auf den Weg
und die Vögel kamen und fraßen es.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden,
wo es nur wenig Erde gab,
und ging sofort auf,
weil das Erdreich nicht tief war;
als aber die Sonne hochstieg,
wurde die Saat versengt
und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen
und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden
und brachte Frucht,
teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre!
Da traten die Jünger zu ihm
und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
Er antwortete ihnen:
Euch ist es gegeben,
die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen;
ihnen aber ist es nicht gegeben.
Denn wer hat,
dem wird gegeben
und er wird im Überfluss haben;
wer aber nicht hat,
dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen,
weil sie sehen und doch nicht sehen
und hören und doch nicht hören und nicht verstehen.
An ihnen erfüllt sich das Prophetenwort Jesájas:
Hören sollt ihr,
hören und doch nicht verstehen;
sehen sollt ihr,
sehen und doch nicht einsehen.
Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden.
Mit ihren Ohren hören sie schwer
und ihre Augen verschließen sie,
damit sie mit ihren Augen nicht sehen
und mit ihren Ohren nicht hören
und mit ihrem Herzen
nicht zur Einsicht kommen
und sich bekehren
und ich sie heile.
Eure Augen aber sind selig,
weil sie sehen,
und eure Ohren, weil sie hören.
Denn, amen, ich sage euch:
Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt
zu sehen, was ihr seht,
und haben es nicht gesehen,
und zu hören, was ihr hört,
und haben es nicht gehört.
Ihr also, hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.
Zu jedem Menschen, der das Wort vom Reich hört
und es nicht versteht,
kommt der Böse
und nimmt weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde;
bei diesem ist der Samen auf den Weg gefallen.
Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen,
der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt;
er hat aber keine Wurzeln, sondern ist unbeständig;
sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird,
kommt er sofort zu Fall.
In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen,
der das Wort hört,
und die Sorgen dieser Welt
und der trügerische Reichtum ersticken es
und es bleibt ohne Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät,
der das Wort hört und es auch versteht;
er bringt Frucht –
hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.
Das 13. Kapitel bei Matthäus enthält sieben Gleichnisse vom Himmelreich, d.h. von der Königsherrschaft Gottes. Am Anfang steht das Gleichnis vom Sämann und seine Deutung.
Jesus "begnügte" sich offensichtlich damit, die Bedenken, Fragen und Zweifel seiner Zuhörer mit Hilfe von Gleichnissen zu beantworten. Allem Anschein nach war er überzeugt, daß die (Lebens)-Vorgänge, die er in seinen Gleichnissen schilderte, auf ihre Weise die Wahrheit und Zuverlässigkeit, die Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit seiner Botschaft bestätigen.
Wer etwa sieht, daß jede Saat - nomalerweise - Frucht bringt, weshalb sollte der ausgerechnet an der Fruchtbarkeit seiner Saat zweifeln? Muß diese Tatsache uns nicht Mut machen für unser Leben und unseren Glauben? Muß diese Tatsache uns nicht Mut machen für unsere eigene Saat, die es auzusäen gilt. Die Saat wird gesät und ihr Wesen ist es, Frucht zu bringen.
Wir sind eingeladen, unsere eigenen Samenkörner mutig auszusäen und darauf zu vertrauen, daß die Frucht aufgeht, wider alle Steine und Dornen, wider alle Gefahren, die der Saat drohen.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus
und setzte sich an das Ufer des Sees.
Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn.
Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich.
Und alle Menschen standen am Ufer.
Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen.
Als er säte,
fiel ein Teil auf den Weg
und die Vögel kamen und fraßen es.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden,
wo es nur wenig Erde gab,
und ging sofort auf,
weil das Erdreich nicht tief war;
als aber die Sonne hochstieg,
wurde die Saat versengt
und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen
und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden
und brachte Frucht,
teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre!
Das Gleichnis Jesu vom Sämann, dessen Saatgut auf unterschiedliche Böden fällt, klingt wie ein Bericht aus fernen Zeiten. Es enthält jedoch das immer noch aktuelle Ringen um guten Ertrag und die Sehnsucht, dass alle satt werden.
Saat auf dem Weg? Passiert. Aber sie wird nicht aufgehen. Alles für die Vögel.
Saat auf felsigem Boden? Passiert auch. Doch es wird nicht lange dauern – alles verdorrt.
Saat in den Dornen? Passiert auch. Es wird nichts zu sehen sein – alles überwuchert.
Alles für die Katz!
Saat auf gutem Boden? Das wird eine reiche Ernte werden!
Klar doch: ein Korn vermehrt sich in der Ähre vielfach. Wollen wir das einmal ausrechnen? Hundertfach? Sechzigfach? Dreißigfach? Die Mengenangaben deuten auf ein Wunder hin: So reich wird die Ernte sein! In einer Welt, in der Mangel herrscht – und Hunger – wachsen mit den Zahlen die Hoffnungen.
Saat ist ein Wunder! - Doch Jesus erzählt die Geschichte von der Saat, um zu zeigen, wo sein Wort verschwindet – und aufgeht. Wo es untergeht – und wo es wächst. Wo es verkümmert – und wo es satt macht. Sein Wort ist eine Saat. Sein Wort ist ein Wunder!
Ich sehe den Sämann. Es ist heiß. Die Erde ist trocken. Der Mund ist trocken. Doch wenn die Sonne untergeht, wird die Erde voller Hoffnung sein.
Doch: warum nur erzählt Jesus von einem harten Weg, von einem felsigen Stück Land, von Dornen? Warum nur erzählt er nicht nur von dem guten Boden? Nur von dem guten Boden?
Jesus erläutert sozusagen in einem eigenen Anhang, was Weg, Felsen und Dornen ausmacht. Im Leben eines Menschen. In unserem Leben.
Wir sind beschäftigt, ständig unterwegs, ständig unter Druck – es wächst keine Hoffnung.
Wir sind hart geworden, unerbittlich und unersättlich – es wächst keine Hoffnung.
Wir verschanzen uns hinter Floskeln und Fassaden – es wächst keine Hoffnung.
Dann stellen wir fest, dass es keinen Weg gibt, der ins Freie führt, dass der Felsen keinen Halt gibt, wenn es Nacht wird und dass die Dornen uns nicht kleiden, wenn wir nackt da stehen. Ich möchte dem nachsinnen. Ich möchte Ruhe finden. Ich möchte hoffen.
Da erzählt Jesus von dem guten Land. Es liegt ausgebreitet vor uns. Noch unbestellt. Doch wenn das Saatgut einmal ausgebracht ist, wird es aufgehen. Ganz sicher! Wenn doch sein Wort unter uns aufginge! Erst ganz zart und grün, dann Wind und Wetter trotzend, schließlich eine reiche Ernte. Wenn doch seine Hoffnung unter uns aufginge, erst ganz vorsichtig, dann allen Zweifeln trotzend, schließlich ein wogendes Feld Hoffnung. Wenn doch seine Liebe unter uns aufginge, erst ganz behutsam, dann im Streit mit Tod und Teufel, schließlich ein offener Himmel.
Ich bin ganz fasziniert davon: dass sein Wort aufgeht, seine Hoffnung, seine Liebe.
Ich sehe ihn dann als Sämann. Er erzählt Geschichten, die die Welt aufwühlen, er schafft Worte, die die Herzen öffnen, er heilt, was verwundet ist, schließlich verspricht er dem Schächer, neben ihm am Kreuz, das Paradies.
Ich sehe ihn dann als Sämann. Das Land, das ich kenne, ist nicht gut vorbereitet. Wo Wege sein könnten, wuchert das Unkraut – wo Felsen Halt versprechen, bricht alles ab – wo die Dornen sich ausbreiten, gibt es keine Hoffnung.
Ich sehe ihn dann als Sämann. Er kennt die Furchen und die Krumen. Es wird ein gutes Land sein für seine Saat. Für sein Wort.
Der Prophet Jesaja – haben Sie sein Wort noch im Ohr? – hat um diese Gewissheit gewusst:
"Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
ohne die Erde zu tränken
und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen,
dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will,
und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe."
Vier Optionen hat Jesus kenntlich gemacht. Nur auf einer ruht die Verheißung:
Mein Wort kommt nicht leer zu mir zurück!
Der Sämann von einst ist ausgestorben. Heute fahren Maschinen übers Land. Riesige Ungeheuer mit dicken Reifen. Aber gesät wird immer noch! Von alleine wächst nichts. Außer schöne Wildblumen – und Unkraut. Dass Saatgut heute auch veredelt wird und immer weiter optimiert, wissen nicht nur die Insider. Ganz modern ist eine Schere, die Gen-Schere heißt. Sie erobert sogar die Nachrichtensendungen. Aber sie passt nicht zwischen Daumen und Zeigefinger. Ich habe sie nicht in der Hand. Es geht um Erträge. Auf dem Acker und in der Bilanz. Schädlinge müssen bekämpft und die Sorten widerstandsfähiger werden. Eine eigene Forschung haust in großen Laboren – und die wirtschaftlichen Interessen der Konzerne werden im Aktienmarkt gesät. Ob da auch etwas unter die Dornen fällt? Oder auf den Weg? Oder auf felsigem Grund? Die Arbeitsklamotten jedoch bestehen aus feinen Anzügen und Kostümen. Der Sämann von einst hat nichts mehr zum Säen.
Das Gleichnis Jesu passt trotzdem! Ich sehe ihn vor mir, den Sämann. Mit großem Wurf holt er aus. Das Saatgut trägt er vor dem Bauch. Gleichmäßig, fast im Takt, sehe ich das Saatgut auf die Erde fallen. Von Scholle zu Scholle ist das Land vorbereitet worden. Es war ein hartes Stück Arbeit. Jetzt liegt das Feld offen vor dem Sämann. Mit den Millionen von Krumen. Wenn die Sonne untergegangen sein wird, wird die Erde voller Hoffnung sein.
Die alte Sehnsucht ist geblieben, fein versteckt unter Zahlen und Lagebericht.
Die alte Sehnsucht ist geblieben, dass es eine Hoffnung gibt für die Welt.
Die alte Sehnsucht ist geblieben, dass es keinen Hunger mehr gibt.
In einem Kirchenlied heißt es:
„Mache mich zum guten Lande,
wenn dein Samkorn auf mich fällt.
Gib mir Licht in dem Verstande,
und, was mir wird vorgestellt,
präge du im Herzen ein,
lass es mir zur Frucht gedeihn“
(Benjamin Schmolck, 1734)
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Manche biblischen Erzählungen sind zu schön, um wahr zu sein. Es lohnt sich, über den tieferen Sinn nachzudenken, bevor wir die Geschichten ins Reich der Märchen verweisen. Jesus erzählt vom Reich Gottes und stellt dieses unserer im Alltag erfahrenen Welt gegenüber. Es gilt, mit der Reich-Gottes-Spiritualität diese Welt zu verändern.
„Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.“ Diese Tatsache spiegelt sich aufs erste Hören auch im Spruch: „Denn wer hat, dem wird gegeben und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.“ In der Soziologie spricht man sogar vom Matthäus-Effekt als Erklärungsmodell für Erfolge. Wer erfolgreicher als andere ist, bekommt mehr Aufmerksamkeit. Diese ermöglicht neue Beziehungen und diese wiederum eröffnen neue Möglichkeiten und mehr Ressourcen, mit denen weitere Erfolge wahrscheinlicher werden. Ein sich selbst verstärkender Erfolgskreislauf kommt in Gang. Kleine Anfangsvorteile einzelner Akteur:innen können so zu großen Vorsprüngen heranwachsen, und eine kleine Anzahl von Akteur:innen kann den Hauptteil aller Erfolge auf sich vereinen, während die Mehrheit erfolglos bleibt.
Dieses Phänomen wird in einigen Sprichwörtern thematisiert, z. B. „Es regnet immer dorthin, wo es schon nass ist“, „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“, „Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu". Auf den Punkt gebracht: „The winner takes it all - the looser has to fall"... wie es in einem ABBA-Song heißt.
Funktioniert die Welt so? Also zur Freude einiger weniger und zum Leid vieler Menschen! Die Vermögensstatistik ist da sehr eindeutig: Das weltweit reichste Prozent verfügt über ca. 45 % des Vermögens. Die Reichsten 10 % gar über 85 %. Die Ärmsten 50 % verfügen gerade mal über 1 %. Das entspricht annähernd einer Situation, in der von 100 Personen eine Person 90 % besitzt, während die anderen 99 Personen sich die übrigen 10 Prozent teilen.
Legitimiert also Jesus mit seinem „Wer hat, dem wird gegeben“, dieses System als göttliche Ordnung - als von Gott gewollten Zustand der Welt? Haben die Reichen Gottes Segen und die Armen sollen sich der Realität beugen? Resignation als göttliches Gebot?
Jede:r, der:die Bibel auch nur ein klein wenig kennt, weiß, dass Jesus sich auf die Seite der Armen stellt. Wie passt das also zusammen? Wie lässt sich die Verwirrung auflösen?
Der Schlüssel liegt tatsächlich im „Wer Ohren hat, der höre!“ Jesus ursprüngliche Zuhörer:innen waren meist Kleinbauern und -bäuerinnen. Sie verstanden sofort: So ein Sämann kann keinen Ernteerfolg haben. Kein normaler Bauer könnte es sich leisten, derart verschwenderisch mit seinem Saatgut umzugehen. Die Bodenverhältnisse in Israel machen einen viel sorgfältigeren Umgang notwendig, um einigermaßen erfolgreich ernten zu können. Eine gute Ernte brachte damals ca. das 10 bis 15fache der Aussaatmenge. Dieser Bauer aber vergeudet schon einen Großteil der Aussaat! Ein recht erfolgloser Amateur - dieser Bauer, von dem Jesus da spricht. Eine echte Lachnummer! So wie der, sollte man es also auf keinen Fall machen!
Doch plötzlich horchen sie auf: Was hat er da eben gesagt? Wieviel Körner haben seine Ähren? Ein Vielfaches! Das ist doch absolut unrealistisch, völlig übertrieben! Solche Ähren gibt es doch nur höchstens im Märchen. Der Vollvertrag ist gesichert. Keine Spur von Verlust, vielmehr höchstmöglicher Gewinn! Die Scheune dieses Bauern ist genauso voll, wie ihre eigenen. Noch völlig verwundert beginnen sie über den Sinn dieser „Wundergeschichte“ Jesu nachzudenken. Sie überlegen, was Jesus ihnen damit wohl sagen will? Vor dem geistigen Auge kann man sich vorstellen, wie sie heftig miteinander diskutieren und um ein sinnvolles Verständnis ringen. Langsam geht ihnen auf, was der Kern der Sache ist. Ihnen wird allmählich klar: Der Sinn liegt im scheinbaren Unsinn dieser Geschichte. Das richtige Verständnis hängt davon ab, zu erkennen, wer dieser Bauer ist und worin sein Saatgut besteht.
Da fällt einem ein: Hat nicht schon der Prophet Jesaja Gottes Wort mit Samenkörnern in der Erde verglichen? Steht dort nicht schon geschrieben, dass es Frucht bringt und erreicht, was Gottes Wille ist? Ist nicht der Wille Gottes, Brot (= gutes Leben) für alle Menschen? Liegt hier der Schlüssel, zum richtigen Verständnis? Jetzt hören sie das Gleichnis mit neuen Ohren. Sie begreifen: Mit diesem Gleichnis will ihnen Jesus etwas über sich selbst und die Welt Gottes sagen. Das worüber Jesus hier eigentlich spricht, ist er selbst.
Landauf, landab ist er unermüdlich unterwegs und verkündet die Botschaft vom Anbruch des Reiches Gottes. Damit sät er die Hoffnung auf Veränderung der sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Das Leben der armen und notleidenden Menschen soll sich radikal verbessern. Die Bodenzustände im Gleichnis spiegeln die Realität des (Gottes-)Volkes: Einige hören gar nicht hin, andere wenden sich nach kurzer Zeit wieder von ihm ab, einige sind klar gegen ihn und versuchen ihn und seine Bewegung zu vernichten. Es ist nur eine kleine Gruppe, die sich ihm anschließt und treu bleibt. Was können die schon bewirken? Ist seine Mission nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt? Über kurz oder lang wird wohl Gras über die Sache wachsen. Sie wird keine Spuren in der Geschichte hinterlassen. Ein kurzes Strohfeuer - mehr nicht.
Ihrer Kritik und ihren Fragen hält Jesus sein Gottvertrauen entgegen. Er rechnet mit dem wunderbaren Wirken des Wortes Gottes. Es kann aus wenig viel machen, wenn es auf guten Boden fällt. Dort, wo es in den Herzen der Menschen Wurzeln schlagen kann, bringt es eine Ernte mit der normalerweise niemals zu rechnen ist. Nur für diese Menschen gilt das Wort: „Wer hat, dem wird gegeben ..." - sie wachsen in der Erkenntnis Gottes. Sie leben aus der überfließenden Fülle der Liebe Gottes und geben sie weiter.
Jesu Wort trifft sie mitten ins Herz. Sie begreifen: Sie selbst sind damit angesprochen. Es ist seine Einladung an jede:n von uns. Welcher Boden für das Wort Gottes will ich sein? Bin ich wie 75 % unfruchtbar oder gehöre ich zu den 25 % fruchtbaren Boden? Lasse ich mich im Vertrauen auf Jesu Wort ein und bin bereit, wunderbares Wachstum an mir geschehen zu lassen?
Somit müssen wir den „Matthäus-Effekt" neu definieren. Es ist ein Erklärungsmodell für eine „spirituelle" Weltveränderung: Wer sich auf das Wort Gottes einlässt, geht zu den armen und notleidenden Menschen. Aus diesen Beziehungen wächst die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden. Solidarische Freundschaften entstehen und Bündnisse zur Verbesserung der Lebenssituation werden geschlossen. Engagement füreinander statt Kampf gegeneinander, bestimmen die Realität neu und bewirken positive Veränderungen. Dann wird diese Welt eine andere - zur Freude vieler Menschen und zum Leidwesen einiger weniger Reicher. Diese reiche Ernte ist die Verheißung Gottes, die Jesus in diesem Gleichnis ankündigt.
Ich hoffe, ich konnte sie einladen, diese Bibelstelle mal mit neuen Augen zu sehen und neuen Ohren zu hören. Ich behaupte nicht, dass dies die eine, wahre Interpretation ist, aber es ist hoffentlich eine, die den Horizont erweitert und vielleicht zu neuen Erkenntnisse führen kann.
© Herbert Altmann, Regional-Caritas-Koordinator, Steyr Land, Kirchdorf, Diözese Linz.
Worte können Gutes hervorbringen, wenn sie auf guten aufnahmebereiten Boden fallen. Die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, von der das Gleichnis Jesu spricht, finde ich in mir selbst vor.
Einem Großteil dieser sonntäglichen Lesungen kommt dem ausgesprochenen oder schriftlichen Wort und seinen Folgen zu. Jedem ist es schon passiert, mehr zu sagen, als einem lieb ist. In meiner Jugend hörte ich den Spruch: „Seiner Zunge Meister werden, hat des Nutzens viel auf Erden, weißt du viel, schweig auch viel.“
Die alttestamentliche Lesung macht darauf aufmerksam, dass alles, was wir aussprechen nicht mehr zurückgenommen werden kann, und das alles mit recht guten, aber auch sehr unangenehmen Folgen, dazu der Vergleich mit Regen und Schnee, der auf die Erde fällt. Das Wort „bewirkt, was ich will“, ist zielgerichtet, will damit etwas erreichen. Das göttliche Wort ist zielgerichtet, will erreichen, dass der Mensch mit Hilfe der Schöpfung zu einem „Leben in Fülle“ kommt (Joh 10,10). Die Welt, die Schöpfung, entstand durch den göttlichen logos, das Wort. Gott spricht und handelt. Nach dem anfänglichem Chaos (tohuwabohu) kam Ordnung in die Welt, der Geist schwebte über den Wassern.
Im Evangelium bekommen wir durch die Gleichnisse als Erfahrungen aus dem Leben ausführlichen Anschauungsunterricht. Gott spricht zu uns durch Jesus Christus, durch seinen Geist. Dieses Gleichnis vom Sämann muss bei den jungen Gemeinden so großen Eindruck hinterlassen haben, dass wir es bei allen Synoptikern finden. Ausführlich befasst sich ein Teil mit der Wirkweise, mit der unterschiedlichen Aufnahme von Worten bei den Menschen durch ihre Sinnesorgane. Ohren sind mehr als Brillenhalter oder Hörgeräte-Verstärker. „Der Glaube kommt vom Hören“ (Röm 10,17). Das Ohr führt mit den Worten ins Innere eines Menschen und soll etwas bewirken; anders verstanden: Es soll etwas durch eine Tat zur Wirklichkeit werden. Ohr und Auge sind zwei Grundorgane, die zur Wirklichkeit führen und über Sehen zum Wahrnehmen und Erkennen, zum Verstehen und zur Vernunft führen.
Das gelingt in der Hektik der Zeit des Smartphones, des WhatsApp und der gesamten Reizüberflutung immer schwerer. So entsteht auch innere Leere. Schon im Alltagsleben tauchen Missverständnisse durch schlechtes Zuhören auf, durch die Einbildung, vieles gleichzeitig tun zu können. Auto fahren und E-Mails schreiben an Stellen, wo die Ampel auf Rotlicht steht… Risikolenker versuchen es sogar während der Fahrt. - Vernunft und Weisheit sind Basis für die königliche Würde eines Menschen. Das wird uns in der Taufe bei der Salbung mit Chrisam zugesichert, weil „wir als Erstlingsgabe den Geist haben“ (vgl. 2. Lesung).
Das Evangelium spricht von den unterschiedlichen Wirkweisen mit dem Vergleich des Bodens. Alles ist überlagert mit felsigem Boden. Innerlichkeit, wie Fragen nach dem Sinn des Lebens - Wozu das alles? - kann sich nicht durchsetzen. Über dem steinigen Boden wächst das Dornengestrüpp als Probleme des Lebens: Terminkollisionen, Existenznöte, Krankheit, Beziehungsprobleme. „Kommt, ruht ein wenig aus“ (Mk 6,30f) hat da keine Chance. Der steinige Boden ist nicht offen für das einladende, vertrauende Wort Gottes. Die Vögel, von denen gesprochen wird, stehen für Äußerlichkeiten, für oberflächliches Dahinfliegen von Termin zu Termin, wenig Zeit für genaueres Hinsehen, was sich in meiner Umgebung an Gutem, aber auch an Gefährlichem tut. Schließlich der gute Boden, der gute Früchte bringt. Hoffentlich bringen wir guten Samen und säen nicht Übles, das sich zeigt im Neid, gefährlichem Konkurrenzdenken, Rachegefühlen.
Wahrscheinlich tragen wir nicht nur Humus in uns, das heißt: gut geerdet sein, sondern auch manches Felsstück an Hartherzigkeit, Sturheit, Formalismus und Unbarmherzigkeit. Wir haben beides in uns: gute Erde, gute Voraussetzungen, aber auch manche üble Haltung.
Wie wäre es, im Urlaub darüber nachzudenken, wie es um unsere Bodenbeschaffenheit steht, wo wir den Humus des Humors, der Gelassenheit, der Freude und des Friedens in uns aufgehen lassen würden? - ein Stück himmlischer Gaben auf dieser Erde.
Jesu Rede über das Himmelreich ist reich an Bildern aus dem alltäglichen Leben der kleinen Leute. Da weiß jeder, was zum Erfolg oder zu Misserfolg führt. Das Bild von der Saat, die auf fruchtbaren Boden fällt, ist eine Verheißung für alle, die sich auf die Botschaft Jesu einlassen.
Kinder sind etwas ganz Wunderbares! Sehnsüchtig erwarten wir ihr erstes Wort. Würde es „Mama“ oder gar „Papa“ sein? Mein Jüngster saß gerade auf meinem Schoß und kaute Lasagne-Babynahrung, als ihm sein erstes Wort entwich: „Pfui!“ Der Ton entsteht durch das Schließen des Zuganges zur Speiseröhre bei gleichzeitigem Öffnen des Mundes zum Ausspucken. Er ist Teil eines Selbstschutzmechanismus vor unerwünschten Substanzen.
Ein Sämann sät die Saat wie Jesus das Wort Gottes unter uns sät. Das Gleichnis ist Teil von Jesu’ „Rede über das Himmelreich“ (Mt 13,1–53; Mk 4,1–34), die nur so vor alltäglichen Erfahrungen strotzt. Da geht es in weiterer Folge um Unkraut im Weizen, um ein winziges Senfkorn und um das Ansetzen von Sauerteig. Das griechische Wort für Gleichnis „παραβολή (parabole)“ bedeutet auch „Rätselrede“. Immer wieder gibt uns Jesus knifflige Rätsel auf, um sie für uns und zu unser aller Wohl zu lösen. „Wer Ohren hat, der höre!“, appelliert Jesus an die Menschen, genau hinzuhören.
Auffällig beim Gleichnis vom Sämann ist die ausführliche Beschreibung des Misserfolgs; es wird geschildert, was alles beim Aussäen daneben gehen kann: Die Vögel fressen das auf dem Weg gelandete Saatgut, der Fels nimmt es nicht auf, und die Dornen umwuchern und ersticken es (Mt 13,4–7; Mk 4,4–7; Lk 8,3–7). Da muss ich mir schon die Frage gefallen lassen, ob das Wort Gottes bei mir auf felsigen oder auf fruchtbaren Boden fällt. Verhallt es ungehört, weggeblasen von einem Windhauch? Kehrt es leer zurück, ohne etwas zu bewirken (Jes 55,11)? Oder fällt es bei mir auf guten Boden und bringt reichlich Frucht (Mt 13,8) – fruchtet es etwas?
Sehen denn meine Augen und hören meine Ohren (Mt 13,9;16), und nehme ich all das, was Jesus mir an Lebenseinstellung vermitteln will, dankbar auf? Oder sind die Lauscher wieder mal verstopft und die Äuglein verpickt (Jes 6,9–10).
Fällt der Same auf den Weg? Ist meine Antwort ein ablehnendes „Nein!“ – ein Wort, das Kleinkinder viel zu oft hören? Indem sie es bald nachsagen, halten sie uns einen Spiegel vor.
Oder fällt der Same auf felsigen Boden, wo er keine Wurzeln schlagen kann? Zuerst scheint es, als hätte ich die heilsbringende Botschaft aufgesogen, doch dann spucke ich sie mit einem lauten „Pfui“ wieder aus wie eine zufällig in den Mund geflogene Fliege!
Vielleicht ist meine Antwort aber auch ein gemächliches „Ja, ja!“ oder „Ich weiß eh!“ Der Same fällt in die Dornen, die ihn bald überwuchert haben. Ich gebe ihm keine Chance, zu wachsen, und lenke mich lieber mit anderen Dingen von allzu tiefschürfenden Überlegungen ab. Vielleicht sage ich es nicht, aber ich meine es!
Doch es kann und soll auch gut ausgehen: Wenn die Saat auf guten Boden fällt, sprießt sie, wächst und bringt Ertrag. Wir Menschen sind wie ein fruchtbarer Acker, bedeutet uns Jesus. Wenn wir die Botschaft Christi freudig aufnehmen und verinnerlichen, wenn wir uns nicht ständig ablenken lassen, die richtigen Prioritäten setzen und mit unserem Herzen hören, dann geht seine Saat vom Reich Gottes mitten in uns auf. Sein Wort kann jeden von uns substanziell weiterbringen, wenn wir es aufnehmen, in uns wachsen lassen und mit anderen teilen!
Die ganze Schöpfung ist dem Werden und Vergehen unterworfen. Dies hat Leiden zur Folge, die Schmerzen des Wachsens und Absterbens, die Leiden, die Menschen einander und der Schöpfung zufügen. Dennoch haben wir Hoffnung, dass Gott diese Welt vollenden wird. Alle Menschen sind berufen, an einer besseren Welt mitzuwirken.
"Die gute alte Zeit! oder: Früher war alles besser?!" Liebe Schwestern, liebe Brüder! Vor vielen Jahren habe ich zu diesem Spruch einmal eine Bildkollage gesehen, mit der ein Künstler ausrücken wollte: Auch bereits zu früheren Zeiten gab es Probleme, Dinge, die nicht in Ordnung waren.
Auch zur Zeit des Apostels Paulus war vieles im Leben der Menschen und der Welt nicht in Ordnung. Schon zu seiner Zeit gab es Kriege, gab es Verhaltensweisen, die abscheulich waren. Paulus wusste von Krankheiten, von Ungerechtigkeiten. Paulus wusste sicher auch von Naturkatastrophen, gegen die der Mensch machtlos ist. Immer schon gab es Missbrauch der Macht, im weltlichen wie im religiösen Bereich. Er kannte das Werden und auch das Vergehen in der Natur. Vieles lief und es läuft auch heute in der Schöpfung und auch im Zusammenleben nicht so wie es dem Willen Gottes entspricht.
Schauen wir auf das, was die Welt in unseren Tagen prägt. Wir erleben die Coronakrise. Wir sorgen uns um das Klima. Das Problem mit dem Klima ist zu einem großen Teil von Menschen mitverursacht. Denken wir an die Unmengen von Müll, die aus den Meeren herausgeholt werden. Wir könnten die Liste verlängern. Unsere Welt, so schön sie im Anfang von Gott gedacht ist, ist unerlöst. Sie zeigt Spuren von Vergänglichkeit. Dennoch gibt es in der Welt vieles, was schön ist, was das Leben erfüllen kann. Es gibt schöne Landschaften auf der Welt. Es gibt viele herrliche Tiere. Auch das Miteinander mit anderen kann erfreulich sein. In alldem, was diese Welt doch an Gutem und Schönem bietet, zeigt sich Gottes Herrlichkeit, von der Paulus spricht.
In dieser Situation lesen wir die Worte, die Paulus an die Römer geschrieben hat. Paulus spricht von den Leiden dieser Zeit. Doch macht Paulus Mut, an die Herrlichkeit Gottes zu glauben. Als Christen, Christinnen ist uns diese Hoffnung geschenkt. Wir dürfen Gottes Liebe erfahren. Gott will uns Menschen, aber auch die Schöpfung erlösen. Diese Schöpfung, wie wir sie erleben, wird wie alles vergehen. Im Anfang, im allerersten Ursprung, war Gottes Schöpfung gut gedacht. Erst durch den Sündenfall bekam sie ihre Vergänglichkeit.
Das Leben in dieser Welt bedeutet Wachsen und Reifen zu einem Leben mit Gott. Reifung geschieht nicht ohne Leiden, ohne Schmerzen, ohne Verlust. Reifung geschieht dann, wenn wir als Einzelne wie als Gemeinschaft uns den Herausforderungen unseres Lebens in unserer Zeit stellen. Wir wachsen und reifen mit den Menschen, denen wir begegnen. Wenn Paulus schreibt, "dass die gesamte Schöpfung seufzt und in Geburtswehen liegt" und ein paar Zeilen später „auch wir seufzen in unserem Herzen!" dann zeigt Paulus, wie tief, ja sogar wie schmerzlich zuweilen diese Sehnsucht in unserem Herzen ist, bei Gott zu leben, nach „der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll“.
Wir haben den Auftrag, das Leben in dieser Welt mitzugestalten und in sie hineinzuwirken. In unserer Zeit ist der Schutz des Klimas und der Umwelt ganz wichtig. Als vor einigen Jahren Papst Franziskus seine Enzyklika "Laudato si" verfasste, hat er uns Christen, Christinnen diesen Auftrag ins Stammbuch geschrieben.
Wir verändern die Welt dort, wo wir unseren Glauben ernst nehmen, wo wir die Werte, die uns Gottes Wort immer wieder aufzeigt, leben und neu entdecken. Diese Werte sind die Nächstenliebe, die jeden Egoismus und jede Gedankenlosigkeit überwindet. Wer in der Einstellung lebt „Nach mir die Sintflut“ wirft gedankenlos Müll ins Meer, fährt ohne Rücksicht auf Verluste unnötige Strecken. Als weiteren Wert ist die Barmherzigkeit zu nennen. Diese gilt besonders den Armen, denen das Nötigste zum Leben fehlt. Barmherzigkeit aber brauchen alle, die schuldig geworden sind und darum am Rande stehen. Wir müssen immer wieder bereit sein, Frieden und Versöhnung zu stiften. Wir dürfen immer mehr hineinwachsen, Söhne und Töchter Gottes zu werden, hineinwachsen in das, wozu uns Gott gedacht hat.
Diese Welt und auch das Leben in ihr werden immer unerlöst bleiben. Doch als Christen und Christinnen können wir Hoffnung schenken, weil wir selbst in uns Hoffnung tragen. Diese wird uns durch das Wort Gottes geschenkt. Jesus spricht im Evangelium davon, dass das Wort Gottes wie ein Samen ausgesät wird. Es fällt auf unterschiedlichem Boden. So hat es unterschiedliche Wirkung. Doch es hat Erfolg. Der Same bringt Frucht. Das Wort Gottes bringt Frucht, wenn wir offene Herzen haben. Dann leben wir immer mehr aus Gottes Wort heraus. Dann erfahren wir immer mehr, was der Wille Gottes für unsere Zeit ist. Gottes Wort heilt diese Welt. Diese Welt wird heiler, besser, je mehr Menschen aus diesem Wort leben.
Das Gleichnis vom Sämann erzählt, dass das Wort Gottes nicht immer auf fruchtbaren Boden fällt. Es geht der Frage nach, warum es nicht immer aufgeht und Frucht bringt. Die Gründe dafür sind oft auch bei uns selbst zu suchen. Es zeigt aber auch, wie es reichlich Frucht bringen kann, auch heute.
Das Gleichnis Jesu vom Sämann zählt vier unterschiedliche Böden auf, auf die der Same des Wortes Gottes fällt. Diese beschreiben nicht nur damalige Verhältnisse, sie gelten auch heute im übertragenen Sinn. Es gibt heute aber auch den guten Ackerboden, in dem der Same des Wortes Gottes aufgeht und Frucht bringt.
Umwelt-Appelle nerven und verleiten zum Wegschauen. Die Hoffnung, dass die gesamte Schöpfung von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden soll zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes, verlangt von uns Aufmerksames Hören und Sehen der Wirklichkeit und ein Umdenken.
Lieder:
GL 210: Das Weizenkorn muß sterben, sonst bleibt es ja allein
GL 221: Kündet allen in der Not (3. Str.)
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt da All (3. Str.)
GL 397: Alle meine Quellen entspringen in dir
GL 411: Erde singe, dass es klinge
GL 412: Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 449: Herr, wir hören auf dein Wort (1. - 2. Str.)
GL 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
GL 452: Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen (2. Str.)
GL 456 : Herr, du bist mein Leben
GL 459 : Selig seid ihr, wenn ihr Wunden heilt
GL 469: Der Erde Schöpfer und ihr Herr (2. und 3. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (5. Str.)
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben
GL 543: Wohl denen, die da wandeln
GL 546: Christus, du Licht vom wahren Licht (2. Str.)
Psalmen und Kehrverse:
GL 31,1: Selig der Mensch, der seine Freude hat, seine Freude an der Weisung des Herrn. - Mit Psalm 1 - IV.
GL 38,1: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 312,7: Herr, du hast Worte ewigen Lebens - Mit Psalm 67 (GL 46,2) - II.
GL 584,4: Herr, du hast Worte ewigen Lebens - Mit Psalm 19
GL 630,4: Dein Wort ist Licht und Wahrheit...
Sie kennen das bestimmt: Sie sagen etwas – und es verpufft. Sie haben gute Argumente zusammengestellt – und es interessiert keinen Menschen. Sie hoffen etwas – und Sie werden nicht einmal gehört.
Auch Gott könnte darüber klagen. Aber er klagt nicht, er klagt auch nicht an. Mein Wort wird nicht verpuffen. Sagt er. Es bringt, was es sagt: Liebe – und eine neue Welt.
Ihn rufen wir an.
Der Regen tränkt die Erde und schenkt ihr Frucht. Ebenso will auch Gottes Wort in uns wirken und unser Leben erfüllen. Hören wir es mit festen Glauben. Öffnen wir uns für das Wort Gottes. Sein Wort erfahren wir in seiner Liebe zu uns. Diese Liebe feiern wir in der Eucharistie. Bitten wir IHN, der uns Gottes Wort schenkt, um sein Erbarmen.
Herr, die Welt geht in Worten unter.
Viele Worte sagen nichts mehr.
Sie sind hohl und leer.
Herr, erbarme dich.
Christus, du bist das Wort, das Leben schafft.
Du bist allen Menschen nah.
Christus, erbarme dich.
Herr, Worte verzaubern die Welt.
Sie klingen in Herzen nach, sie lassen Augen funkeln.
Gib unseren Worten Kraft!
Herr, erbarme dich.
Uns wird zugesagt: Auch die Schöpfung soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Das stiftet uns zum Jubel an:
Ehre sei Gott in der Höhe…
Herr Jesus Christus,
Du verkündest Gottes Wort.
Herr, erbarme Dich.
Nicht immer fällt es auf fruchtbaren Boden.
Christus, erbarme Dich.
Öffne unser Herz für Dein Wort.
Herr, erbarme Dich.
Herr,
du sprichst dein Wort, und ich bin oft taub.
Herr, erbarme dich.
Du schenkst mir Nährboden, und ich nehme mir nicht die Zeit Wurzeln zu schlagen.
Christus, erbarme dich.
Du eröffnest mir die Geheimnisse des Himmels, und ich klammere mich an die Güter des Irdischen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du verkündest Gottes Wort. -
Sehnen wir uns nach deinem Wort?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
dein Wort fällt auf fruchtbaren und unfruchtbaren Boden.
Haben wir dir unsere Herzen bereitet?
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen.
Dein Wort schenkt Hoffnung, dein Wort schenkt Mut.
glauben wir das?
Herr. Erbarme dich.
Gott, du bist unser Ziel,
du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit
und führst sie auf den rechten Weg zurück.
Gib allen, die sich Christen nennen,
die Kraft, zu meiden, was diesem Namen widerspricht,
und zu tun, was unserem Glauben entspricht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater.
Wir sind als deine Gemeinde versammelt
und rufen dich an:
Öffne unser Ohr,
damit wir hören und verstehen,
was du uns heute sagen willst.
Gib uns ein gläubiges Herz,
damit unser Beten dir gefällt
und unser Leben vor dir bestehen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 1
Gott Dein Wort bringt Licht und Freude in die Welt.
Es macht das Leben reich,
es stiftet Frieden und Versöhnung.
Gib, dass wir es nicht achtlos überhören.
Mach uns aufnahmebereit.
Bring dein Wort in uns zu hundertfältiger Frucht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 6
Du, Gott, bist das Wort,
das Anfang und Ende umfasst,
die Welt und ihre Zeit,
die Menschen und ihre Träume..
Deine Ewigkeit hast du in unser Herz gelegt.
Wir danken dir für die vielen Worte,
die wir jeden Tag neu zusammensetzen können, um einander zu verstehen.
Wir danken dir für Gedichte, Theaterstücke und Reden,
für Gespräche – und auch für die Verschwiegenheit.
Oft müssen wir Worte suchen,
um sie ringen.
Wir sind glücklich, wenn wir liebe Worte hören,
getroffen, wenn Worte verletzen.
Gib unseren Worten Kraft,
lass sie teilhaben an deiner Wahrheit.
Wir danken dir, dass du an uns glaubst.
In Christus,
dein Wort für uns.
Wir kommen zu dir, Gott,
mit allem, was die zurückliegende Woche ausgemacht hat.
Wir halten es dir hin, das Gelungene und das Unvollkommene.
Öffne uns neu für dein Wort, das durch deinen Sohn zu uns gekommen ist,
damit in uns aufgehen kann die gute Saat deiner Liebe zu uns.
Lass sie Früchte tragen durch uns,
damit die Welt erkennt:
du bist der Herr, der Gott der Liebe und des Friedens.
In diese Welt, guter Gott,
die voll von Hass, von Ungerechtigkeit und Armut ist,
in der viele körperlich und an der Seele kranke Menschen leben,
die um ihr Klima bangen muss,
du unerlöst ist,
sende immer wieder
dein Wort, das Hoffnung gibt,
dein Wort, das heilt,
dein Wort, dass allen Egoismus überwindet,
dein Wort, das Frucht bringt,
durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Im Evangelium haben wir gehört, dass Gottes Wort ausgesät wird und einem Samen gleicht, der reiche Frucht bringt. Auf einem ausgetretenen Weg, auf einem Stück Felsen, unter den Dornen hat der gute Samen keine Chance, aufzugehen.
Wir beten:
Herr,
viele Menschen lassen Hasstiraden los. In der Anonymität des Internets fallen letzte Hemmungen. Es wird Angst gesät.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
In der Öffentlichkeit werden viele Worte gemacht. Im Dickicht der Meinungen gehen Menschen verloren. Worte trennen.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
Auf unseren Straßen klingen Worte in vielen Sprachen. Menschen erzählen von fremden Orten. Heimat kennt viele Worte.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
In Kirchen werden viele Predigten gehalten. Die Räume sind voller Worte. Das Wort der Kirchen ist in eine Krise geraten.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
Viele Menschen können nur noch stammeln. Krankheiten und Altersbeschwerden lähmen ihre Sprache. Verstehen geht auch ohne Worte.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
Du, Herr, redest mit uns. Du säst dein Wort aus. Es kehrt nicht leer zu dir zurück, ohne zu bewirken, was du willst, und das zu erreichen, wozu du es ausgesandt hast. – Amen.
Herr Jesus Christus,
Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir bitten Dich:
Oftmals werden Deine Worte übertönt von der Geschäftigkeit und den Geräuschen unserer hektischen Welt.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören
Oftmals versinken wir in Aktionismus und Ruhelosigkeit.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören
Oftmals interpretieren wir Deine Worte so, dass sie keine Forderungen an uns stellen.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Oftmals suchen wir vergebens nach dem richtigen Weg.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Oftmals schauen wir nicht mehr hin, wo Hilfe und Nächstenliebe dringend gebraucht wird.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Oftmals verschließen wir unsere Ohren vor Deinen Anfragen an uns und wollen nur unsere Ruhe haben.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören
Oftmals wissen wir genau, was Du zu uns sagst, finden aber tausend Ausreden, anders zu handeln.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Herr Jesus Christus,
immer wieder richtest Du Dein Wort an uns. Unermüdlich bietest Du uns Worte des ewigen Lebens.
Lass uns nie das Vertrauen verlieren, dass Du bei uns bist. - Amen.
So sicher wie auf den Wechsel der Jahreszeiten können wir uns auf Gottes Wort verlassen. In Jesus Christus ist Gott selbst in die Geschichte seiner Schöpfung eingetreten. Darauf gründet unsere Hoffnung. Dass sie in unserem Leben für andere sichtbar wird, lasst uns beten:
Heute vor 970 Jahren haben sich die christlichen Kirchen des Ostens und Westens getrennt.
Beten wir für alle, die sich trotz vieler Rückschläge immer wieder neu um Annäherung bemühen.
Wie Friede, soziale Gerechtigkeit und eine gesunde Umwelt erreicht werden können, wird sehr unterschiedlich beurteilt.
Beten wir um Lösungen, die auf fruchtbaren Boden fallen und von vielen mitgetragen werden können.
Wenn unsere Bedenken und Zweifel am eigenen Weg übergroß werden, nehmen wir uns selbst die Möglichkeit zur Weiterentwicklung.
Beten wir um Vertrauen in deinen Plan für uns auf unserem Lebensweg.
Wer für deine Botschaft brennt, will sie auch weitergeben.
Beten wir für alle die mehr als mit Worten durch ihr Verhalten andere dafür begeistern können.
Wenn der Tod unserer Lieben Einsamkeit und Abschiedsschmerz hinterlässt, bist du uns immer nahe.
Beten wir für unsere Verstorbenen und alle jene, die um sie trauern.
Im Vertrauen darauf, dass dein Reich wächst und letztlich alle Widerstände besiegt werden, loben wir dich und danken dir jetzt und allezeit. - Amen.
Schenke denen tiefe Einsicht, die sich als Lehrer, als Wissenschaftler und Prediger oder Predigerinnen mit deinem Wort beschäftigen, damit dein Wille in dieser Zeit erkannt wird.
Erbarme dich aller, die sich deinem Wort und deiner Liebe verschließen, und schenke ihnen die Umkehr ihrer Herzen.
Zeige allen Verantwortlichen in Gesellschaft und Politik Wege, die Umweltkrise zu überwinden
und vertreibe jeden Egoismus aus den Herzen aller Menschen.
Hilf Wege zum Frieden zu finden,
im Großen wie im Kleinen.
Sei allen nahe, die sich besonders in der Zeit der Pandemie einsam fühlen,
dass sie nicht verzweifeln und verbittern.
Lass alle Worte der Ermutigung hören,
deren Leben trostlos ist.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Christus ist das Wort, das der Vater in die Welt hineingesprochen hat.
Im Wort der Schrift ist er unter uns gegenwärtig.
In diesem Glauben lasst ihn uns nun jetzt mit unseren Worten bitten:
Hilf deiner Kirche, so nach deinen Worten zu handeln,
dass deine Botschaft bei allen, die sich nach ihr sehnen, ankommen kann.
Hilf uns, die aufgrund der Pandemie bestehende weltweite Krise so zu bewältigen,
dass die gesamte Menschheitsfamilie in Frieden und Gerechtigkeit leben kann.
Hilf den vielen in ihrer seelischen Gesundheit Beeinträchtigten auf Menschen zu treffen,
die ihnen bei ihrem Weg aus der Krise helfen können.
Hilf uns immer wieder das Jawort der Liebe zu unseren Partnern, Familien, Freunden und Mitmenschen zu sprechen.
Hilf allen, die unter dem Verlust eines lieben Menschen leiden, tröstende Worte auf- und annehmen zu können.
Herr Jesus Christus!
Du bist das Wort des Vaters, das uns im Glauben erfahren lässt, dass er uns liebt und als seine Töchter und Söhne annimmt.
Dafür danken wir dir und preisen dich jetzt und allezeit. - Amen.
Gott,
sieh auf dein Volk, das im Gebet versammelt ist,
und nimm unsere Gaben an.
Heilige sie, damit alle, die sie empfangen,
in deiner Liebe wachsen und dir immer treuer dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Dir, Gott, können wir nichts bringen, was wir nicht von dir bekommen hätten.
Brot und Wein.
Du, Gott, wirst uns nichts geben, was nicht von deinem Herzen kommt.
Leib und Blut Jesu,
deines Sohnes,
unseres Bruders.
Er ist für uns gestorben,
für uns ist er von Toten auferstanden.
Wir feiern sein Gedächtnis, bis er wiederkommt.
Für die Ewigkeit.
Deine Worte, guter Gott,
wurden sichtbar, erfahrbar und greifbar,
in deiner Liebe zu uns.
Wir bringen dir Brot und Wein.
Sie sind Zeichen deiner Liebe,
die für uns lebt,
die sich für uns hingab.
Sie geben uns Kraft.
Sie verwandeln unsere Herzen.
Sei jetzt die Mitte und stärke uns. - Amen.
Guter Gott,
das Brot, das aus vielen Körnern bereitet wurde,
und der Wein, der aus vielen Trauben gewonnen wurde,
sind uns Zeichen dafür, dass Du für uns sorgst und uns nährst.
Wir bitten Dich, stärke und nähre uns mit dem Wort und dem Brot,
das vom Himmel kommt und das nur Du geben kannst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. (GL 616,5)
Großer Gott und Schöpfer des Alls,
wir kommen zu dir,
um dir zu danken und dir unseren Lobpreis darzubringen.
Du hast alles, was existiert, ins Dasein gerufen
und allem Lebenden deinen Atem eingehaucht.
Kehrvers
Mit der ganzen Schöpfung, die du der Vergänglichkeit unterworfen hast,
teilen wir die Hoffnung, dass wir aus der Verlorenheit
zur Herrlichkeit der Kinder Gottes befreit werden.
Kehrvers
Durch den Mund der Propheten hast du unermüdlich deinen Willen kundgetan
und dein Wort ausgesandt, damit die Menschen hören und verstehen,
zur Einsicht kommen und sich zu dir hin bekehren.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth ist dein Wort Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt.
Er ist für uns zum Weizenkorn geworden,
das in die Erde fällt und stirbt, um reiche Frucht zu bringen.
Kehrvers
Eindringlich hat er uns die Frohe Botschaft vom Reich Gottes ans Herz gelegt,
damit wir sie aufnehmen, wie fruchtbarer Boden die Samenkörner aufnimmt
und reiche Frucht bringen lässt.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns die Hoffnung gibst,
dass dein Wort auch in uns und durch uns reiche Frucht bringt.
Mit der ganzen Schöpfung singen wir dir unser Lob:
Danklied, z. B: Mein ganzes Herz erhebet dich (GL 143)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Du bedarfst nicht unseres Lobes,
es ist ein Geschenk deiner Gnade,
daß wir dir danken.
Unser Lobpreis kann
deine Größe nicht mehren,
doch uns bringt er Segen und Heil
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 4
Ackerboden sein
fruchtbar und schwer -
aufnahmebereit
für Gottes Wort
Ackerboden sein
kraftvoll und offen -
aufnahmebereit
für den Samen Gottes
Ackerboden sein
Steine und Felsen wegräumen -
freudig aufnehmen
und wachsen lassen
Ackerboden sein
hören und verstehen
was Gott von mir will -
und Frucht bringen
hundertfach
Herr, unser Gott,
wir danken dir für die heilige Gabe.
Laß deine Heilsgnade in uns wachsen,
sooft wir diese Speise empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
du hast uns mit deinem Wort
und dem Brot des Lebens genährt.
Gib, daß wir gläubig auf deinen Sohn hören,
damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Taufe des Herrn
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Wir haben dein Wort gehört,
wir haben dein Wort gefeiert,
Gott.
Du bist größer als alle Worte.
Beschenke uns mit deinem Segen.
Schenke uns Worte, einander zu verstehen,
Dinge beim Namen zu nennen
und für Wahrheit und Gerechtigkeit einzustehen.
Bewahre uns davor, Vorurteilen auf den Leim zu gehen
und alternativen Fakten Vertrauen zu schenken.
In deinen Wortschatz hast du unsere Namen aufgenommen,
unsere Geschichten und Schmerzen,
unsere Hoffnungen und unsere Zweifel.
Wir danken dir,
dass dein letztes Wort „Liebe“ ist.
In Christus, unserem Herrn.
Vater im Himmel,
auch wir warten sehnsüchtig darauf, dass die Welt erkennt,
dass nur ein Leben nach deinem Liebesgebot zu einem Leben in Fülle und Frieden führt.
Mache uns zu friedvollen Streitern dieses Liebesgebotes
und schenke uns dazu die Kraft deines segnenden Mit-uns-seins.
Das erbitten wir durch deinen Sohn,
der uns ein glaubhaftes Vorbild dieses Liebesgebotes gegeben hat.
Wenn einer träumt,
ist es nur ein Traum,
wenn viele träumen,
dann ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.
Wenn einer deine Worte verkündet,
dann kann dein Wort bereits Frucht bringen,
Wirkung zeigen.
Segne uns,
dass durch unsere Worte
die Welt immer mehr nach deinem Willen gestaltet werde. - Amen.
Was ist der Unterschied zwischen Hören und Zuhören? Ein ganzes Wochenende mit Kommunionkindern, immer diese Frage im Blick, kreiste um den ersten Teil dieses Evangeliums. Und die Kinder brauchten den zweiten Teil nicht, sie verstanden es gut: Sie kannten alle Arten des Hörens aus eigener Erfahrung. Das hören, wenn die Mutter ruft, einfach so als Geräusch im Hintergrund – das ist wie der Samen auf dem Weg, das Gehörte hat keine Chance, irgendwie anzukommen. Dann gibt es das Hören auf den Ruf der Mutter, das wahrgenommen wird, aber sofort wieder verdorrt – man hat zwar gehört, was sie will, denkt vielleicht sogar kurz drüber nach - hat es aber sofort wieder vergessen. Das ist die versengte Saat. Oder man ruft: ja, ich komme gleich – muss aber erst noch den Level zu Ende spielen oder die Seite zu Ende lesen und vergisst es darüber wieder.
Die Kinder haben es schnell begriffen. Aber wie ist das mit mir? Wie oft fällt das Wort Gottes bei mir auf fruchtbaren Boden? Ist es nicht häufig eher so „ich müsste eigentlich“ und schwupp ist es überwuchert von dem, was auf mich einstürmt in der lauten Welt. Oder verdorrt, weil ich es direkt wieder beiseiteschiebe. Und wie oft kommt es gar nicht erst an?
„Mit dem Herzen hören“ haben die Kommunionkinder es genannt, wenn das Wort auf fruchtbaren Boden fällt. Ja, vielleicht sollten wir alle viel häufiger mit dem Herzen hören: damit das Wort wahr werde in unserer Welt.
Edith Furtmann
wie eine Boje –
gleichnishaft –
setzt Jesus sich ins Boot
sichtbar für alle
Orientierung gebend
fordernd
zu sehen
hinzuhören
mit dem Herzen dabei zu sein
damit
seine heilbringende Botschaft
zu gelingendem Leben wird
IHM folgend
finde ich sichere Fahrt
finde ich fruchtbringenden Boden
finde ich
LEBEN IN FÜLLE
Beatrix Senft
Muss ich dir noch lange erklären, dass es Unfug ist, über die Art und Weise dieser Auferweckung nachzugrübeln, etwa über die Frage, ob denn unser Leib in der Ewigkeit aus dem gleichen Stoff besteht wie jetzt? Es geht um Dinge, die jenseits unseres Verständnisses liegen, und es kommt allein darauf an, dass Gott uns zur Vollendung führen will. Alle Chancen, die in uns stecken, will er zur Reife bringen, ein großartiges Einswerden mit Gott und untereinander ist hier verheißen! So ist die Hoffnung auf ein ewiges Leben keine billiger Trost. Sie lässt uns vielmehr unseren Rang und unsere Würde begreifen. Wer so viel von Menschen hält, muss sich auch schon auf dieser Welt für seine Würde, seine Freiheit und seine Rechte einsetzen!
Mit uns soll die ganze Schöpfung in Gottes Herrlichkeit eingehen. Das ist ein faszinierender Gedanke. Er lässt uns allerdings unwillkürlich innehalten: die ganze Schöpfung - auch das Böse, das sich in ihr ausgebreitet hat? Muss nicht erst alle Zwiespältigkeit der Welt besiegt werden - sodass nur noch Gottes Reich besteht ohne einen Schatten von Bosheit oder Sünde? Genau das meint die Kirche mit ihrer Lehre vom kommenden Weltgericht. Darüber möchte ich dir in meinem nächsten Brief mehr erzählen.
Aus: Winfried Henze, Glauben ist schön, Harsum 2001, 6. Auflage.
Großer Gott, gib uns ein verständiges Herz:
damit wir von deiner Schöpfung
nicht mehr nehmen, als wir geben,
damit wir nicht willkürlich zerstören
nur um unserer Habgier willen,
damit wir uns nicht weigern,
ihre Schönheit mit unseren Händen
zu erneuern,
damit wir niemals von der Erde nehmen,
was wir nicht wirklich brauchen.
Großer Gott,
gib uns Herzen, die verstehen;
dass wir Verwirrung stiften,
wenn wir die Musik der Erde stören;
dass wir blind für ihre Schönheit werden,
wenn wir ihr Angesicht verunstalten;
dass wir ein Haus voll Gestank haben,
wenn wir gefühllos ihren Wohlgeruch
verderben.
Ja, Herr, wenn wir sorgsam mit unserer Erde
umgehen, sorgt sie für uns.
Indianisches Gebet aus: Kokschal Annegret und Peter, Gebete für das ganze Leben, St. Benno-Verlag Leipzig 2004.
Berüchtigt sind die Predigten, die in der Zeit der europäischen Aufklärung nicht nur gehalten, sondern auch vonseiten der Obrigkeit dringlichst empfohlen wurden. Achim Buckenmaier schilderte in einem Vortrag „200 Jahre Säkularisation - Glück oder Unglück für die Kirche?“ die Thematik solcher Predigten:
„Es gab jetzt Natur- und Ackerpredigten; es gab die sogenannte „Rossbollenpredigt“. Eine Weihnachtspredigt kam über den Stall von Bethlehem auf den Vorzug der Stallfütterung gegenüber der Koppelwirtschaft zu sprechen, eine Osterpredigt pries, ausgehend vom Gang der Jünger nach Emmaus, die Wohltat des Spazierengehens, an Pfingsten wurde über die frische Luft gesprochen, das Wort „der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ war ein willkommener Anlass, vom „unaussprechlichen Segen des Kartoffelanbaus“ zu reden.“
Aber sind wir heute besser? Es wird gepredigt (nicht nur, aber oft) über das Sich-selbst-Finden, das Sich-selbst-Lie-ben, die Geduld mit sich selbst, die Geduld mit den Anderen, über spirituelle Lebensqualität, Toleranz, Tierliebe und Verhalten im Straßenverkehr. Man predigt Humanismus und gibt Orientierungshilfen. All das ist noch ziemlich weit vom Christentum entfernt. Es kommt aus der Angst, die Gottesdienstteilnehmer wollten mit den Mysterien des Christentums nichts zu tun haben. Ob das nicht eine gewaltige Täuschung ist?
Aus: Gerhard Lohfink, Heute – wann sonst? Unangepasstes über Gott und die Welt. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2015.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Dieser Text gehört noch zum zweiten Teil des Jesajabuches und ist im babylonischen Exil entstanden. Der Prophet spricht dem Volk das Heil Gottes zu. Der Herr wirbt um sein Volk und bietet ihm einen Bund an, der den Bund mit David übertrifft. Während die anderen Könige die Völker mit Waffengewalt unterwerfen müssen, werden die Völker freiwillig zu dem einen Gottesvolk hindrängen (Motiv der Völkerwallfahrt). Der Neue Bund und alles, was damit verheißen ist, hängt allerdings eng zusammen mit der Bereitschaft des Gottesvolkes, Gott zu suchen.