Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Maleáchi.
Ein großer König bin ich,
spricht der HERR der Heerscharen,
und mein Name ist bei den Völkern gefürchtet.
Jetzt gilt dieses Gebot für euch, ihr Priester:
Wenn ihr nicht hört
und nicht von Herzen darauf bedacht seid,
meinen Namen in Ehren zu halten
- spricht der HERR der Heerscharen -,
dann schleudere ich meinen Fluch gegen euch.
Ihr aber, ihr seid abgewichen vom Weg,
ihr habt viele zu Fall gebracht durch eure Weisung;
ihr habt den Bund Levis zunichte gemacht,
spricht der HERR der Heerscharen.
Darum mache ich euch verächtlich
und erniedrige euch vor dem ganzen Volk,
so wie ihr euch nicht an meine Wege haltet
und auf die Person seht bei der Weisung.
Haben wir nicht alle denselben Vater?
Hat nicht der eine Gott uns erschaffen?
Warum handeln wir dann treulos,
einer gegen den andern,
und entweihen den Bund unserer Väter?
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Maleáchi.
Ein großer König bin ich,
spricht der HERR der Heerscharen,
und mein Name ist bei den Völkern gefürchtet.
Jetzt gilt dieses Gebot für euch, ihr Priester:
Wenn ihr nicht hört
und nicht von Herzen darauf bedacht seid,
meinen Namen in Ehren zu halten
- spricht der HERR der Heerscharen -,
dann schleudere ich meinen Fluch gegen euch
und verfluche den Segen, der auf euch ruht;
ja, ich habe ihn schon verflucht,
weil ihr nicht von Herzen darauf bedacht seid.
Siehe, ich schlage euch den Arm ab
und werfe euch Unrat ins Gesicht,
den Unrat eurer Feste,
und man wird euch zu ihm hinausschaffen.
Dann werdet ihr erkennen,
dass ich dieses Gebot über euch erlassen habe,
damit mein Bund mit Levi bestehen bleibe,
spricht der HERR der Heerscharen.
Mein Bund bedeutete für ihn Leben und Heil,
beides gab ich ihm, dazu Ehrfurcht:
Er sollte mich fürchten
und vor meinem Namen erschrecken.
Zuverlässige Weisung kam aus seinem Mund,
nichts Verkehrtes fand sich auf seinen Lippen,
in Frieden und Aufrichtigkeit ging er mit mir seinen Weg
und viele hielt er davon ab, schuldig zu werden.
Ja, die Lippen des Priesters bewahren Erkenntnis
und aus seinem Mund erwartet man Weisung;
denn er ist der Bote des HERRN der Heerscharen.
Ihr aber, ihr seid abgewichen vom Weg,
ihr habt viele zu Fall gebracht durch eure Weisung;
ihr habt den Bund Levis zunichte gemacht,
spricht der HERR der Heerscharen.
Darum mache ich euch verächtlich
und erniedrige euch vor dem ganzen Volk,
so wie ihr euch nicht an meine Wege haltet
und auf die Person seht bei der Weisung.
Haben wir nicht alle denselben Vater?
Hat nicht der eine Gott uns erschaffen?
Warum handeln wir dann treulos,
einer gegen den andern,
und entweihen den Bund unserer Väter?
Kv.: Herr, bewahre meine Seele in deinem Frieden! – Kv
(GL 441)
HERR, mein Herz überhebt sich nicht, *
nicht hochmütig blicken meine Augen,
ich gehe nicht um mit großen Dingen, *
mit Dingen, die mir nicht begreiflich sind. - Kv
Vielmehr habe ich besänftigt, habe zur Ruhe gebracht meine Seele. /
Wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter, *
wie das gestillte Kind, so ist meine Seele in mir.
Israel, warte auf den HERRN *
von nun an bis in Ewigkeit! - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Thessalonich.
Schwesern und Brüder!
Wir sind euch freundlich begegnet:
Wie eine Mutter für ihre Kinder sorgt,
so waren wir euch zugetan
und wollten euch
nicht nur am Evangelium Gottes teilhaben lassen,
sondern auch an unserem Leben;
denn ihr wart uns sehr lieb geworden.
Ihr erinnert euch, Brüder und Schwestern,
wie wir uns gemüht und geplagt haben.
Bei Tag und Nacht haben wir gearbeitet,
um keinem von euch zur Last zu fallen,
und haben euch so das Evangelium Gottes verkündet.
Darum danken wir Gott unablässig dafür,
dass ihr das Wort Gottes,
das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt,
nicht als Menschenwort,
sondern - was es in Wahrheit ist -
als Gottes Wort angenommen habt;
und jetzt ist es in euch, den Glaubenden, wirksam.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Thessalonich.
Schwesern und Brüder!
Wir predigen nicht, um euch irrezuführen
und nicht in unlauterer oder betrügerischer Absicht,
sondern wir tun es,
weil Gott uns geprüft und uns das Evangelium anvertraut hat,
nicht also um den Menschen,
sondern um Gott zu gefallen,
der unsere Herzen prüft.
Nie haben wir mit unseren Worten zu schmeicheln versucht,
das wisst ihr,
und nie haben wir aus versteckter Habgier gehandelt,
dafür ist Gott Zeuge.
Wir haben auch keine Ehre bei den Menschen gesucht,
weder bei euch noch bei anderen,
obwohl wir als Apostel Christi
unser Ansehen hätten geltend machen können.
Im Gegenteil,
wir sind euch freundlich begegnet:
Wie eine Mutter für ihre Kinder sorgt,
so waren wir euch zugetan
und wollten euch
nicht nur am Evangelium Gottes teilhaben lassen,
sondern auch an unserem Leben;
denn ihr wart uns sehr lieb geworden.
Ihr erinnert euch, Brüder und Schwestern,
wie wir uns gemüht und geplagt haben.
Bei Tag und Nacht haben wir gearbeitet,
um keinem von euch zur Last zu fallen,
und haben euch so das Evangelium Gottes verkündet.
Ihr seid Zeugen und auch Gott ist Zeuge,
wie gottgefällig, gerecht und untadelig wir uns
euch, den Glaubenden, gegenüber verhalten haben.
Ihr wisst auch,
dass wir, wie ein Vater seine Kinder,
jeden Einzelnen von euch
ermahnt, ermutigt und beschworen haben
zu leben, wie es Gottes würdig ist,
der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft.
Darum danken wir Gott unablässig dafür,
dass ihr das Wort Gottes,
das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt,
nicht als Menschenwort,
sondern - was es in Wahrheit ist -
als Gottes Wort angenommen habt;
und jetzt ist es in euch, den Glaubenden, wirksam.
Halleluja. Halleluja.
Einer ist euer Vater, der im Himmel.
Einer ist euer Lehrer, Christus.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern
und sagte:
Auf dem Stuhl des Mose
sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer.
Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen,
aber richtet euch nicht nach ihren Taten;
denn sie reden nur,
tun es aber nicht.
Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen
und legen sie den Menschen auf die Schultern,
selber aber wollen sie keinen Finger rühren,
um die Lasten zu bewegen.
Alles, was sie tun,
tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden:
Sie machen ihre Gebetsriemen breit
und die Quasten an ihren Gewändern lang,
sie lieben den Ehrenplatz bei den Gastmählern
und die Ehrensitze in den Synagogen
und wenn man sie auf den Marktplätzen grüßt
und die Leute sie Rabbi nennen. 8
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen;
denn nur einer ist euer Meister,
ihr alle aber seid Brüder.
Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen;
denn nur einer ist euer Vater,
der im Himmel.
Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen;
denn nur einer ist euer Lehrer,
Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht,
wird erniedrigt,
und wer sich selbst erniedrigt,
wird erhöht werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Reden und Tun klaffen oft auseinander Wer der Spur Jesu folgen will, muss darauf achten, dass sein Reden durch Tun glaubwürdig wird. Dazu ist es notwendig, dass wir unser eigenes Handeln immer wieder kritisch reflektieren.
Im Evangelium hörten wir einige sprichwörtliche Redensarten wie: »keinen Finger rühren«, sie lieben den »Ehrenplatz«, »wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt«…
Oft werden diese Redewendungen gedankenlos zitiert und anderen „vorgehalten“. So jedoch verfehlen sie das, wozu sie gedacht sind, und sind keine Hilfe, keine Anregung auf das eigene Tun zu schauen.
Und darum geht es heute im Evangelium: reden und danach handeln. Die Spannung zwischen dem eigenen Reden und Tun gilt es wahrzunehmen und zu hinterfragen.
„Jesus sprach zum Volk und seinen Jüngern“. Mit dieser Einleitung will Matthäus „alle“ in seiner, Gemeinde ansprechen! So verweist er als Kontrast zu seinem Anliegen auf die religiösen Autoritäten, die seinen Hörern und Hörerinnen vertraut waren: Befolgt, was sie sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun. Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.
Das Anliegen von Matthäus ist somit klar: Lebt das, wovon ihr redet. Euer Reden und Tun soll eine Einheit sein, sollte nicht anderen Lasten auflegen, sondern im eigenen Leben das verwirklichen, was Menschen „entlastet“. Das möchte Matthäus seiner Gemeinde einschärfen. Sicherlich wird es aktuelle Gründe dazu gegeben haben, dass er sich mit diesem Anliegen an sie wendet.
Dazu gehören:
- Ein Auftreten in der Öffentlichkeit, dass das eigene Ansehen hebt.
- Sich über andere stellen, für sie Regeln aufstellen und sie dadurch belasten.
- Nicht in geschwisterlicher Gemeinschaft zu leben, sondern sich als Autorität »Vater«, »Rabbi«, »Lehrer« nennen zu lassen.
- anderen nicht unterstützende, helfende Begleitung zukommen zu lassen, sich nicht als Helfer, als Diener in der Beziehung zu Jesus zu verstehen.
Wir kennen diese Verhaltensweisen in den eigenen Gemeinden, in der Kirche, aber auch in unserem sozialen Umfeld.
Halten wir kurz inne und schauen wir uns in aller Einfachheit die ersten drei Verhaltensweisen an:
Der Wunsch gesehen zu werden ist „menschlich“. Niemand will ein »Niemand« sein. Und doch löst das öffentliche Hervorheben des Eigenen nicht die Komplexität des eigenen Selbstwertgefühles.
Das Aufstellen von Regeln für andere, an die sich nur die anderen halten müssen, die aber einen selbst nicht betreffen, die mich vom »Tun« – keine Finger rühren - befreien, trägt zur Spaltung der Gemeinschaft mit anderen bei.
Muss ich meine Autorität an Titeln „festmachen“, damit sie auch wahrgenommen wird? Die Redensweisen „aber ich bin der Vater", "ich bin der Lehrer", "ich bin der Vorsitzende...“ zeigen eine »Struktur von oben herab« auf, die auch nur so funktioniert. Wollen wir mit dem eigenen Verhalten so ein „von oben herab“-System unterstützen?
Es ist notwendig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen, wie verhalten sich bei mir Reden und Tun, in welcher „Korrelation“ stehen diese beiden in meiner Lebenspraxis?! Korrekturen sind möglich, nicht ausgeschlossen; auch in der Kirche, in der eigenen Pfarre, im eigenen sozialen Umfeld. Nur so können wir die Gesellschaft ändern, untereinander Solidarität stiften. Gewalt und Ausgrenzung bekommen keinen Platz, wenn unser Reden und Tun stimmig ist und so zu einem Lösungsansatz für die Probleme und Nöte in der Gesellschaft wird.
In der vierten Verhaltensweise, die das Dienen in der Beziehung zu Jesus und seinem Tun aufgreift, definiert Jesus Beziehung neu. Und das ist der springende Punkt!
Matthäus leitet dies mit einer Glaubensaussage ein: „Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, der Messias, der Gesalbte.“
Heute spricht man davon „bei Jesus in die Schule gehen“. In den beiden Schlussversen erfahren wir, was das bedeutet. „Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“
Dazu zuerst die Frage „Wer ist der Größte?“. Die Antwort ist eher simpel, bedarf keiner großen Überlegungen, wenn man an seine eigenen Talente, Stärken, Größen denkt. Es sind jene, die so wie du und ich Helfer und Helferinnen sind, die keine Vorgaben machen, sondern in ihrem Verantwortung-leben authentisch sind, andere daran teilhaben lassen. Sie tragen bei zur Umgestaltung der Gesellschaft, die nicht durch „Beherrschen“ und aus dem Geist der Unterwürfigkeit anderen Lasten auferlegt, sie belastet und sie so in Not und Elend treibt.
Wir könnten den Schlusssatz auch so formulieren: Der Größere unter euch wird Helfer sein. Und dann wird derjenige, der sich groß macht, demütig werden, und wer demütig ist, wird als groß gelten.
Noch einmal der Eröffnungsvers von heute, in dem Jesus „alle“ anspricht, nicht die anderen, nicht die, die nicht da sind, sondern jene, die sich in das Evangelium hineingezogen fühlen; also auch uns. Die Demütigen, die den Mut haben, den Weg Jesu auch wirklich zu gehen, sich also an dem orientieren, was uns leben lässt. In unserer gelebten Geschwisterlichkeit bekommt das Reden und Tun Jesu buchstäblich »Hand und Fuß«.
Die "Pharisäer und Schriftgelehrten" dienen Jesus, um gesellschaftliche Phänomene zu geißeln, die auch unter Christen aller Generationen zu finden sind. Man könnte darüber mitleidig lächeln und hinwegsehen, würde solche Scheinheiligkeit nicht die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Religion, bzw. des Christentums beschädigen. Wie Paulus sollen wir nicht Herren über den Glauben, sondern Mitarbeiter der Freude sein.
Heute schlechte Post an uns bzw. an die Eyecatcher, Heißluftschwadroneure und Selbstdarsteller in Gesellschaft und Kirche, die sich so sicher in ihrer Position fühlen. Das gilt besonders auch für Verantwortliche in allen gesellschaftlichen Bereichen. Ihnen tönen die Weherufe entgegen, die wir heute nicht gehört haben und im Lektionar als 13. Vers nicht mehr abgedruckt sind. Die Jünger erhalten „Nachhilfeunterricht“, der vielleicht auch vielen von uns guttäte. Was erfahren wir da in der ersten Lesung? Volk und Priester sind „vom Weg abgewichen“… „Ihr habt durch eure Weisungen viele zu Fall gebracht.“ (Mal 2,8). Man hält sich nicht mehr an die Gebote des Herrn. Am Beginn des Buches Maleachi steht noch: „Ich liebe euch, spricht der HERR“ (Mal 1,1) und dann weiter: „Doch ihr sagt: Wodurch zeigt sich, dass du uns liebst?“ Die Menschen gehen ihre eigenen Wege und dann kommen die Vorwürfe wegen der schlechten Vorbildwirkung, besonders der führenden Kräfte. Hingegen verkündet Paulus das Evangelium nicht nur mit Worten, sondern er lebt es vor. Seinen Lebensunterhalt hat er mit eigener Hände Arbeit verdient, um niemandem zur Last zu fallen. Sein Dienst am Wort wird dadurch glaub-würdig. Es ist würdig seine Botschaft zu glauben. Arbeit ist Gottesdienst.
Im Evangelium wird aufgezählt, wo es überall Fehlverhalten gibt. Die Schriftgelehrten ordnen an, was zu tun ist, aber dann heißt es: „Richtet euch nicht nach ihren Taten, denn sie reden nur, tun es nicht.“ Das ist scheinheilig. Wer heuchelt gibt vor, etwas zu tun, was er gar nicht ausführen will. Das kann bis zur Lüge gehen. Die nächste traurige Feststellung lautet: „Alles, was sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden.“ Das sind die Eyecatcher, manche von ihnen sieht man in der Seitenblickegesellschaft. Mit der Kleidung, also dem äußeren Aussehen, geht es weiter, oft außen Hui und innen Pfui, klingt wohl nach Verallgemeinerung, weil Menschen, die schön gekleidet sind, nicht immer so sind, aber Jesus trifft hier eine Auswahl, er spricht die Oberflächlichkeit gewisser Menschengruppen an. Auch schöne Kleidung kann interpretiert werden. Es gibt Menschen, die zeigen damit, dass sie etwas Besseres sind als die anderen; eine Fehlhaltung, die auch Beleidigungen auslöst. Ähnlich ist es mit der Titelsucht. Jesus trägt das schwere kantige Holzkreuz. Etliche unserer kirchlichen Potentaten haben noch immer Edelsteine auf ihrem Brustkreuz.
Die Rede ist von viel Selbstdarstellung. Das kann sich auch in sehr eigenartiger Frömmigkeit zeigen, etwa in körperlicher Ausdrucksweise. „Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten… Du aber, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu, dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!“ (Mt 6,5. 6)
Der Christ soll Anteil haben an der Verborgenheit Gottes. Gerade als Verhüllter hat Gott Zukunft. Jesus meint den Zusammenhang von Verborgenheit und herrlicher Zukunft. Wer jetzt sein Ansehen genießt, verschenkt seine Zukunft. Ansehen ist vergänglich. Beobachten Sie einmal, was Umfragen betrifft: Wie schnell fallen Menschen in ihrer Beliebtheitsskala wieder ab, meist genauso schnell wie sie aufgestiegen sind. Auch wenn ein berühmter Mensch hinscheidet, redet in kurzer Zeit kaum jemand mehr von ihm.
Machtansprüchen sind auch die Jünger verfallen. „Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, traten zu ihm (Jesus) und sagten Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst: Sie sagten zu ihm: Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts und den anderen links neben dir sitzen! Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft wurde?“ (Mk 10,35). Jesus deutet sein künftiges Leid an. Das wird in der Taufe auch uns bewusst gemacht. Jede Macht ist vergänglich, jede Rangordnung, um die die Jünger bitten, ist vergänglich. Und Jesus kritisiert auch die Karrieresucht mancher: „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken“ und dann weiter: Bei euch i s t es nicht so!“ (Mk 10,42-43). Im Reich Gottes herrschen andere Dimensionen, wo nicht mehr den Menschen unnötige Lasten auferlegt werden.
Den Jüngern, aber auch uns allen, soll klar gemacht werden, dass wir „Diener der Freude“ (2 Kor 1,24) werden sollen und uns darum bemühen. Wir sind nicht Herren über den Glauben der Menschen, sondern sollen Freude ausstrahlen, weil sie etwas Göttliches und Zeichen dafür ist, dass das Reich Gottes schon begonnen hat und mitten unter uns weilt. Es wäre schön, wenn wir das noch mehr spüren könnten.
Jesus kritisiert in die Pharisäer in einem Ton, dass man sich als einfacher Bibelleser nur wundern kann. Matthäus überträgt die Kritik Jesu auf die Christengemeinde seiner Zeit. Was Jesus fordert, ist zeitlos und ruft einen jeden von uns zur Selbstkritik.
Wer mit Kindererziehung zu tun hat, weiß, wie wichtig neben den Worten auch das eigene Vorbild ist. Wenn auf große Worte keine Taten folgen, werden wir unglaubwürdig. Auch wenn wir hinter unseren Idealen oft zurückbleiben, ist es jedoch wichtig, Ideale, Werte und Ziele zu haben.
Aus den politische Wahlkämpfen wissen wir, dass Polarisierungen zwar das eigene Profil schärfen, dass sie jedoch nach der Wahl jedoch oft hinderlich sind, konstruktiv zusammenzuarbeiten. Das gilt auch für das Leben der Kirche. Wo wir einander als konservativ, progressiv, liberal oder sonstwie abstempeln, hindern wir einander, auf das hinzuhören, was Gott uns sagen will.
Wir tun gut daran, Gott und einander um Vergebung und Barmherzigkeit zu bitten, bevor wir an ihn herantreten.
Herr Jesus Christus,
Du willst nicht, dass wir uns über andere stellen.
Herr, erbarme dich.
Wir sind alle gleichberechtigte Kinder Gottes.
Christus erbarme dich.
Du allein bist unser Lehrer.
Herr, erbarme Dich.
Herr, Jesus Christus, du allein bist unser Meister.
Wir sollen einander Schwestern und Brüder sein.
Herr, erbarme dich.
Gott allein sollen wir als unseren Vater anreden.
Wir sollen als Kinder Gottes leben.
Christus, erbarme dich.
Jesus Christus allein soll unser Lehrer sein.
Wir sollen einander dienen und gegenseitig aufbauen.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, barmherziger Gott,
es ist deine Gabe und dein Werk,
wenn das gläubige Volk dir würdig und aufrichtig dient.
Nimm alles von uns,
was uns auf dem Weg zu dir aufhält,
damit wir ungehindert der Freude entgegeneilen,
die du uns verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Gott.
Dein Sohn ist zu uns gekommen,
nicht um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen.
Gib, daß wir von ihm lernen,
wie wir leben sollen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Auswahl 8
Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge,
sieh gnädig auf uns.
Gib, daß wir dir mit ganzem Herzen dienen
und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 24. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Dienstag der 1. Woche
MB Die Bittmesse
Guter Gott,
du hast uns Jesus von Nazareth als Lehrmeister gegeben.
An ihm können wir sehen,
wie wir Dich und einander in Liebe und Ehrfurcht begegnen sollen.
Lass sein Wort und sein Beispiel bei uns auf fruchtbaren Boden fallen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Meister. - Amen.
Dich, allmächtiger Gott und Schöpfer, dürfen wir Vater nennen.
Zu dir kommen wir mit unseren Bitten:
Dass dein Wort unser Denken immer wieder neu ausrichtet,
dass wir es annehmen und danach zu leben lernen.
Dass die diplomatischen Bemühungen um Weltfrieden Früchte tragen und die politischen Verantwortungsträger dabei die Menschen im Blick haben, deren Lebensgestaltung konkret von ihren Vereinbarungen abhängt.
Dass nicht die Anzahl der „Likes“ in den sozialen Medien Macht über unsere gesellschaftliche Weiterentwicklung bekommt als die ehrliche Sorge um das Wohl aller.
Dass wir in unserem Alltag mit der Wirklichkeit deines Eingreifens in unser Leben rechnen und dafür Dankbarkeit entwickeln können.
Dass der Glaube an die Auferstehung und die Gemeinschaft mit allen, deren Tod unsere Beziehung zu ihnen unterbrochen hat, auch im Heute unser Leben prägen.
Mit deiner ganzen Schöpfung bringen wir dir Lob, Preis und Ehre dar.
Dir gilt unser Dank jetzt und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast dich unseren Lehrer genannt. Auf dich sollen wir hören.
Wir bitten dich:
Allzu oft reden wir nur, handeln aber nicht, obwohl wir genau wissen, was notwendig wäre.
Lass uns Dir nachfolgen.
Viele Menschen verkünden das Heil, verbreiten aber Unheil.
Lass sie erkennen, was richtig wäre.
Viele Menschen glauben, sie wüssten alles, und schauen verächtlich auf andere herab.
Lass sie erkennen, dass alle Menschen Geschwister sind in dir.
Stärke alle, die in deiner Kirche Verantwortung tragen, dein Wort weiterzugeben,
dass sie selbst danach leben lernen.
Stehe allen Menschen bei, denen von anderen übel mitgespielt wird,
dass sie den Glauben und die Hoffnung nicht verlieren.
Für die Politiker und Gelehrten, die große Reden schwingen, wie man die Kriege dieser Welt hätte verhindern können und wie sich die Menschen in den Kriegsgebieten verhalten sollen,
dass sie innehalten und da, wo sie es vermögen, den Opfern beistehen.
Für uns alle, die wir immer wieder wahre Erkenntnisse ablehnen, weil es den Menschen, die sie aussprechen, selbst nicht gelingt, hundertprozentig danach zu leben. Lass uns die Worte eines Menschen sachlich prüfen und erkennen lernen, was richtig ist.
Herr Jesus Christus,
du möchtest, dass wir gut leben können. Das Heil aller Menschen liegt dir am Herzen. Deine Liebe begleitet uns durch unser Leben.
Dafür danken wir Dir. - Amen.
Guter Gott,
du kennst uns besser, als wir uns selbst kennen,
und weißt, was wir brauchen.
Dich bitten wir:
Für alle, die in der Kirche als Lehrer tätig sind;
- für die Professoren an den Hochschulen und Universitäten,
- für die Lehrer in den Schulen und Kindergärten
- und für die Prediger und Gottesdienstleiter.
Befähige sie, den ihnen Anvertrauten die Frohe Botschaft zu erschließen.
Für alle, die in der Kirche ein Leitungsamt wahrzunehmen haben;
- für die Bischöfe und ihre Mitarbeiter in den diözesanen Ämtern,
- für die Priester und Diakone
- und für die Leiter der pfarrlichen Gremien.
Schenke ihnen Kraft und Ausdauer für ihre Aufgaben
und den Mut, ihr Amt als Dienst an deinem Volk auszuüben.
Für alle christlichen Gemeinschaften und Konfessionen.
Lass sie erkennen, was alle eint, die sich auf dein Evangelium berufen,
und wie alle Getauften gemeinsam ihre Sendung in unserer Welt erfüllen können.
Für alle verstorbenen Schwestern und Brüder.
Lass sie teilhaben am himmlischen Gastmahl,
wenn du alle Menschen zur Vollendung ihres Lebens führst.
Denn du bist unser aller Gott und Schöpfer,
du allein bist unser Meister, Vater und Lehrer,
dir wollen wir gemeinsam dienen. – Amen.
Heiliger Gott,
diese Gabe werde zum reinen Opfer,
das deinen Namen groß macht unter den Völkern.
Für uns aber werde sie zum Sakrament,
das uns die Fülle deines Erbarmens schenkt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
in der Feier der göttlichen Geheimnisse
erfüllen wir den Dienst, der uns aufgetragen ist.
Gib, daß wir deine Größe würdig loben und preisen
und aus diesem Opfer Heil empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Groß ist der Herr und hoch zu loben,
seine Größe ist unerforschlich.
Guter Gott, unser aller Vater,
wir kommen zu dir,
um dir unser Lob und unseren Dank darzubringen.
Wir danken dir,
dass du mit deinem Volk einen ewigen Bund geschlossen hast
und in Treue zu deinem Bund stehst.
Kehrvers
Du hast uns deinen Willen kundgetan durch die Gebote,
die du durch Mose deinem Volk übergeben
und durch Propheten und Priester ausgelegt hast.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus Christus
hat uns den Sinn der Heiligen Schriften erschlossen
und uns den Beistand gesandt,
der uns befähigt zu erkennen,
wie wir dir in rechter Weise dienen.
Kehrvers
Wir danken dir für das Zeugnis der Boten,
durch deren Verkündigung
auch wir dein Wort empfangen und angenommen haben.
Nun ist es in uns wirksam.
Kehrvers
Dafür loben und preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen stimmen wir ein
in das unaufhörliche Lob der ganzen Schöpfung und rufen:
Danklied, z.B. "Mein ganzes Herz erhebet dich" (GL 143)
Wir danken dir, Vater,
Herr des Himmels und der Erde,
und preisen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn, dein Wort, hast du die Welt geschaffen
und lenkst sie in deiner Weisheit.
Ihn, deinen menschgewordenen Sohn,
hast du uns zum Mittler gegeben.
Er hat deine Botschaft verkündet
und uns gerufen, ihm zu folgen.
Er hat uns erlöst durch sein Kreuz
und mit deinem Geiste besiegelt.
Er ist der Weg, der uns zu dir führt,
er ist die Wahrheit, die uns frei macht;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Durch ihn führst du deine Söhne und Töchter zusammen
zu einer einzigen Familie.
Darum rühmen wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Besondere Anliegen 3
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn ihn hast du zum Haupt
der neuen Schöpfung gemacht,
aus seiner Fülle haben wir alle empfangen.
Obwohl er dir gleich war an Herrlichkeit,
hat er sich selbst erniedrigt
und der Welt den Frieden gebracht
durch sein Blut,
das er am Stamm des Kreuzes vergossen hat.
Deshalb hast du ihn über alle Geschöpfe erhöht,
so wurde er für jene, die auf ihn hören,
zum Urheber des ewigen Heiles.
Durch ihn preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 1
Gütiger Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gestärkt.
Lass deine Kraft in uns wirken,
damit wir fähig werden,
die ewigen Güter zu empfangen,
die uns in diesen Gaben verheißen sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
durch dein Wort und das heilige Sakrament
haben wir neue Kraft empfangen.
Gib, daß wir in unserem Leben
dir und den Menschen dienen
und dein Gefallen finden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Woche im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
du hast uns teilhaben lassen
an dem einen Brot und dem einen Kelch.
Laß uns eins werden in Christus
und Diener der Freude sein für die Welt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Wir danken dir, gütiger Gott,
für die heilige Gabe,
in der wir die Kraft von oben empfangen.
Erhalte uns in deinem Geist
und lass uns dir stets aufrichtig dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 32. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
in deiner Treue sind unsere Wege gut aufgehoben.
Wir gehen in eine neue Woche.
Wir wissen nicht, was sie uns bringt.
Aber wir bitten um deinen Segen
für unsere Aufgaben, Arbeiten und Herausforderungen,
und um deinen Beistand,
wenn es Konflikte zu durchstehen gilt.
Behüte die Menschen, die wir lieben,
und auch die, die uns fremd bleiben.
Für die Kraftquellen, die du uns auftust,
danken wir dir.
Bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Licht sehen wir das Licht.
In Christus, unserem Herrn.
mit den Füßen abstimmen
das tun so viele
und
das verständlicher Weise
denn
sie tun es gegen die
die auch heute
die Ehrenplätze
und Ehrentitel beanspruchen
die hofiert werden wollen
und
den Menschen Lasten auferlegen
und selbst
missachten
missbrauchen
in vielfältiger Form
die sich versündigen
gegen so viele
doch
vergessen wir die nicht
die auch heute
als Priester
das Evangelium leben
und ihr Bestes tun
um im Namen Jesu
Menschen zu erreichen
sie aufrichten und trösten
ihnen Beistand geben
(und die nicht selten
die Klatsche dafür bekommen
was die schwarzen Schafe
angerichtet haben)
und
gestehen wir ihnen zu
ein Mensch unter Menschen
mit Begabungen und Stärken
aber auch
mit Fehlern und Schwächen
zu sein
und
erinnern wir uns
dass auch wir gerufen sind
in ein königliches Priestertum
in dem wir gefordert sind
in alle Finsternis
das wunderbare Licht Gottes zu tragen
ermutigen wir uns
gegenseitig
ob Laien oder Priester
genau hinzuschauen
wo wir dem nicht gerecht werden
und
greifen wir ein
liebevoll
aber konsequent
denn Jesus Christus
hat uns
dazu immer wieder
ein Beispiel gegeben
Beatrix Senft 2023.
Lange Jahre waren die Worte »Schriftgelehrte« und insbesondere »Pharisäer« Schimpfworte. Es wurde suggeriert, dass der jüdische Glaube ein oberflächlicher war, dass die jüdische Frömmigkeit mehr Schein als Sein war. Heute sind wir da etwas weiter. Jesus war gläubiger Jude, er hat nach den jüdischen Gesetzen gelebt, soweit sie nicht menschenfeindlich waren: wenn es notwendig war – z.B. Heilung am Sabbat - hat er sie auch übertreten. Wir könnten die Bezeichnungen Schriftgelehrte und Pharisäer heute übersetzen mit den Frommen aus der ersten Reihe, mit Kleriker, sicher auch mit Bischof oder Theologe. Es geht nicht darum, eine ganze Berufssparte zu verunglimpfen, sondern darum, sich nicht am Wortlaut festzuhalten, sondern zu handeln, richtig zu handeln, nach dem Wort Gottes zu handeln.
Und es geht auch darum, dass Worte nicht falsch werden, nur weil der Mensch, der sie ausspricht, nicht danach lebt. In unserer heutigen Gesellschaft muss jeder, der mahnt, völlig heiligmäßig leben.
Ist jemand, der auf den dringend notwendigen Klimaschutz hinweist und das vielleicht sogar wissenschaftlich untermauern kann, unglaubwürdig, weil es ihm oder ihr selbst nicht gelingt, hundertprozentig so zu leben, wie es geboten wäre?
Ist jemand, der für das Tierwohl eintritt und dies auch vernünftig erklärt, unglaubwürdig, weil er oder sie selbst ab und an Fleisch isst und nicht immer fragt, wo es herkommt?
Liegt jemand, der die sozialen Ungerechtigkeiten unseres Landes anprangert, deshalb falsch, weil er oder sie über ein gutes Einkommen verfügt und Urlaubsreisen macht?
Ich erinnere mich an Diskussionen über Luisa Neubauer, die schon mal in den Urlaub geflogen ist. Kann man ihr Engagement für die Umwelt deshalb tatsächlich nicht ernst nehmen? Oder eine übergewichtige Politikerin, die gerne die Werbung für überzuckerte Kinderleckerein abschaffen will. Hat sie unrecht, weil sie nicht rank und schlank ist? Es ist bequem, zu sagen: wenn die es schon nicht schaffen, nach ihren Worten zu leben, dann brauche ich es auch nicht.
Aber so einfach entlässt Jesus uns nicht aus unserer Verantwortung. Wir alle, jeder und jede Einzelne, sind gefragt, nach seinem Wort zu leben, und wenn wir scheitern, so können wir immer wieder neu aufstehen und weitermachen. Darum geht es. Wir sind alle Geschwister. Gehen wir geschwisterlich miteinander um und messen uns selbst an unseren Taten, ohne mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Edith Furtmann 2023.

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Im großen Zusammenhang der biblischen Überlieferung verdeutlicht die Lesung aber auch, dass trotz Gefangenschaft in Babel, die als Strafgericht verstanden wurde, der religiöse Trott nicht nur wieder aufgelebt ist, sondern einfach fortgeführt wird. Dabei ist für das Verständnis die Klammer wichtig, die der Prophet seiner Gerichtsbotschaft gibt: Am Anfang stellt Jahwe sich vor als großer König, dessen Name bei den Völker gefürchtet ist - und am Ende reiht sich der Prophet ein in die Reihe der Gescholtenen: Und wir, haben wir nicht alle denselben Vater? Warum handeln wir dann treulos?
Ein bristanter Punkt könnte bei einer nur oberflächlichen Lesung untergehen: Dass die Priester vom Weg abweichen und Menschen zu Fall bringen, zeigt sich besonders darin, dass sie auf die Person sehen, also Gefälligkeitsurteile fällen, käuflich werden und ihre Macht missbrauchen. Das verletzt nicht nur die
Wahrheit, sondern die Menschen.
Der Tempel war der nach der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil mühsam wieder aufgebaut und eingeweiht worden (515), aber der religiöse, kulturelle und auch der politisch- wirtschaftliche Aufschwung war damit nicht eingetreten. Der Prophet zeigt sehr deutlich die Mißstände auf und charakterisiert mit harten Worten das Verhalten vor allem der Priester: Sie haben das Vertrauen in Gott verloren, ehren ihn nicht mehr, ja betrügen ihn sogar. Sie haben den Bund mit Gott gebrochen und müssen mit den Konsequenzen rechnen.
Die Lesung dieses Sonntags ist aus der ersten Rede des Maleachi regelrecht herausgeschnipselt und versucht alle drastischen Vergleiche, die der Prophet verwendet, zu umgehen. Einen so anthropomorph gezeichneten Gott, dem das Verhalten seines Volkes so nah geht, daß er ihm den Arm abschlagen und den eigenen Müll ins Gesicht werfen will, kann man wohl dem Sonntagspublikum nicht zumuten. Die bildlichen Ausdrücke der Prophetenrede wurden sicher auch damals nicht wörtlich verstanden. Maleachi wollte die Menschen aufrütteln, haben wir das nicht nötig?
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz