Lesung
aus dem Buch Zefánja.
Sucht den Herrn, all ihr Gedemütigten im Land,
die ihr nach dem Recht des Herrn lebt!
Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut!
Vielleicht bleibt ihr geborgen
am Tag des Zorns des Herrn.
Und ich lasse in deiner Mitte übrig
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
ein demütiges und armes Volk.
Sie werden Zuflucht suchen beim Namen des Herrn
als der Rest von Israel.
Sie werden kein Unrecht mehr tun
und nicht mehr lügen,
in ihrem Mund findet man keine trügerische Rede mehr.
Ja, sie gehen friedlich auf die Weide
und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Seht auf eure Berufung, Schwestern und Brüder!
Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn,
nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme,
sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt,
um die Weisen zuschanden zu machen,
und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt,
um das Starke zuschanden zu machen.
Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt:
das, was nichts ist,
um das, was etwas ist, zu vernichten,
damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.
Von ihm her seid ihr in Christus Jesus,
den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat,
zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.
Wer sich also rühmen will,
der rühme sich des Herrn;
so heißt es schon in der Schrift.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die 2. Lesung folgt der fortlaufenden Textfolge aus dem 1. Korintherbrief. Der dargebotene Abschnitt wird erst aus dem Zusammenhang verständlich. (Siehe längere Textfassung 1 Kor 1,18-31).
Paulus wurde in Korinth in Abwesenheit von "konkurrierenden" Predigern angegriffen. Diese drohten die Gemeinde zu spalten. Einige von ihnen machten auf die Korinther einen nachhaltigeren Eindruck als Paulus selbst. Seine Predigt verblasste gegenüber der Gebildetheit einiger seiner Gegner, bzw. seine Betonung des Kreuzes Christi erregte Anstoß bei jüdisch ausgerichteten Predigern. Für sie war das Kreuz Jesu ein Ärgernis.
Gegen sie verteidigt sich Paulus in zweifacher Weise: Er rechtfertigt einerseits sein bescheidenes Auftreten, seine offenbar schlichte Art zu predigen. Andererseits liegt der Grund für die Geringschätzung seiner Botschaft in der Botschaft selbst begründet. Für ihn ist die Torheit des Kreuzes ein wesentliches Merkmal christlichen Glaubens.
Die Vorliebe Gottes für das Schwache und Geringe, das er erwählt und emporhebt, zeigt sich auch in der Berufung der Christen von Korinth. Die wenigsten von ihnen stammten aus der gesellschaftlichen Oberschicht. Sie waren auch nicht sonderlich gebildet. Die meisten rekrutierten sich eher aus der "Gosse" der Hafenstadt. Gerade darin liegt die Stärke ihres Glaubens und ihrer Berufung. Der Kernsatz seiner Verteidigung heißt: "Das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen."
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit,
als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten,
stieg er auf den Berg.
Er setzte sich
und seine Jünger traten zu ihm.
Und er öffnete seinen Mund,
er lehrte sie und sprach:
Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden;
denn sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen;
denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen;
denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die rein sind im Herzen;
denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften;
denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt
und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
Freut euch und jubelt:
Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Seligpreisungen sind gewiss ein Herzstück der Botschaft Jesu, und sie gehören zu den berühmtesten Abschnitten der Evangelien. Im Matthäusevangelium stehen sie am Beginn der Bergpredigt (Mt 5-7), welche Jesus als den neuen Mose stilisiert. Allerdings: Mose ist auf den Berg gestiegen, um stellvertretend für das Volk die Weisungen Gottes zu empfangen, wohingegen Jesus selber diese Weisungen gibt. Und: Es handelt sich nicht in erster Linie um eine Aufzählung von Pflichten oder gar Verboten, sondern um Verheißungen und Ermutigungen.
Die vielen Menschen, die sich um Jesus scharen und zu denen er spricht, repräsentieren das ganze Volk Israel, an welches er die Botschaft vom Gottesreich zuerst und vor allem richtet. Die Jünger, die näher hinzutreten, stehen für all jene, die tatsächlich für sein Wort und seine Stimme empfänglich sind. Ihnen soll sich das ganze Volk anschließen bzw. umgekehrt: Sie sollen das Volk zur Teilhabe an der Reich-Gottes-Bewegung anstiften. Nach der Auferstehung wird sich der Bestimmungskreis der Botschaft Jesu entschieden ausweiten: Die Jünger werden den Auftrag erhalten, alle Völker mit seiner Lehre bekannt zu machen, alle Menschen dafür zu gewinnen. Nicht zufällig ergeht dieser Auftrag erneut auf einem Berg (Mt 28:16-20).
Wie lassen sich die Seligpreisungen grundsätzlich deuten? Es handelt sich um Verheißungen und Ermutigungen für die Jünger Jesu auf ihrem Weg der Nachfolge. Sie beschreiben gewissermaßen den Wertmaßstab der Teilhabe am Reich Gottes, welches Jesus verkündet hat und das mit ihm angebrochen ist. Es geht um die innersten Haltungen des Herzen, die notwendig sind, um der von Jesus eröffneten Gemeinschaft mit Gott teilhaftig zu werden. Der Blick wird dabei zweifellos nicht bloß in die Zukunft gewendet. Besonders in der allerletzten Seligpreisung kommt zum Ausdruck, dass man, die Vollendung vor Augen, schon jetzt sich freuen und jubeln kann. Aber angesichts der starken Betonung des Endgerichts im Matthäusevangelium gilt wohl dennoch, dass die endgültige Einlösung der Verheißungen erst nach dem letzten Gericht zu erwarten ist.
Im Aufbau lassen die Seligpreisungen eine kunstvolle und gezielte Anlage erkennen. Abgesehen von der Seligpreisung zum Schluss, in der Jesus über die Verfolgung um seinetwillen spricht und sich damit direkt an die zur Nachfolge bereiten Jünger wendet, handelt es sich um acht empfindsam und prägnant formulierte Verse. In den ersten vier geht es dabei mehr um eine geistig-menschlich-gesellschaftliche Mangelsituation, in der zweiten Viererreihe wird stärker auf das sittliche Bemühen abgehoben. Mit der ersten Seligpreisung wird zudem eine grundsätzliche Haltung angesprochen, die in allem wichtig und notwendig ist: das Armsein vor Gott, welches animiert, sein ganzes Vertrauen in Gott zu setzen und sich zutiefst seinem Erbarmen auszuliefern.
Die erste und die achte Seligpreisung haben im übrigen dieselbe Verheißung, sie formulieren gewissermaßen die Grundvision: „denn ihnen gehört das Himmelreich“. Demgegenüber beinhalten die dazwischen liegenden Verse Verdeutlichungen bzw. Veranschaulichungen. „Das Land erben“ spielt etwa auf Ps 37 an: „Die Armen werden das Land bekommen, und sie werden Glück in Fülle genießen.“ Die Gottesschau und die Sohn-(Kind-)schaft Gottes bilden zweifellos den Höhepunkt der Verdeutlichung, was Himmelreich bzw. Gottesreich heißt. Dass wir Gott schauen und in allem Kinder Gottes sind, darum sollen wir uns strebend bemühen, aber mehr noch dürfen wir uns hoffend darauf freuen!
Die Evangelienstellle des Allerheiligentages wird auch als die Charta des Himmelreiches bezeichnet. In einer programmatischen Rede legt Jesus den Geist des Reiches Gottes dar. Im Matthäusevangelium ist in dieser grundlegenden Rede Jesu verschiedenster Überlieferungsstoff zusammengestellt. Es geht um eine tatbereite Entschiedenheit, die die Kinder Gottes auszeichnen soll. (Die sittliche Haltung des Menschen wird bei Mt mehr als bei Lk betont). Die Armen und Demütigen, die, die den Geist gläubiger "Kindlichkeit" haben, haben Anteil an den Segnungen Gottes. Für sie gelten die schon im Alten Testament geltenden Glückwunschformeln, in denen Weisheit, Wohlergehen und Frömmigkeit gepriesen werden.
Die ersten 7 Seligpreisungen sind in sehr ähnlicher Form gestaltet, hingegen hebt sich die letzte formal deutlich ab. Im Mt 5:11 tritt Jesus selbst an die Stelle der in 5:10 erwähnten "Gerechtigkeit". Mit ihm kam die vollkommene Gerechtigkeit in die Welt (5:17). Durch ihn erhält das Gesetz seine Erfüllung und Vollendung. Die früheren Vorschriften sollen nun ins Innerste des Menschen vordringen und dort in Liebe erfüllt werden.
Alternativübersetzung: Evangelium vom Hochfest Allerheiligen,
Evangelium vom 4. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A:
Mt 5,1-12a
Als er aber die Scharen sah, stieg er den Berg hinan.
Und er setzte sich, und seine jünger traten zu ihm.
Und er öffnete seinen Mund, lehrte sie und sagte:
Selig die aus dem Geiste Armen,
denn ihrer ist das Königtum der Himmel.
Selig die Trauernden,
denn die werden ermutigt werden.
Selig die Sanften,
denn die werden das Land erben.
Selig die nach der Gerechtheit
Hungernden und Dürstenden,
denn die werden satt gemacht.
Selig die sich Erbarmenden,
denn die werden Erbarmen finden.
Selig die im Herzen Reinen,
denn die werden Gott sehen.
Selig die Friedenstifter,
denn die werden Söhne Gottes heißen.
1Selig die um der Gerechtheit willen Gejagten,
denn ihrer ist das Königtum der Himmel.
Selig seid ihr, wenn sie euch fluchen und jagen
und betrügerisch allart Böses euch nachsagen um meinetwillen.
Freut euch und jubelt: Denn groß ist euer Lohn in den Himmeln.
So jagte man ja die Propheten, die vor euch gewesen.
Nach Friedolin Stier, Kösel/Patmos, München/Düsseldorf 1989
"Quäl dich nicht mit ‚wohlerzogen’So weit die Egoistenbibel einer Ellbogengesellschaft! Jesus will der Ordnung der Ellbogengesellschaft die Ordnung der Liebe gegenüberstellen, die keine Gesetze nötig hat. Wir Menschen sind aber sehr unvollständige Wesen, deshalb brauchen wir Orientierungshilfe, ein Lebensprogramm- die Bergpredigt.Adressaten der Bergpredigt sind wir alle Einige der Seligpreisungen benennen Menschen in schwierigen Lebenslagen: die Armen, nicht nur Menschen in materieller Not, sondern auch jene, die keinen Sinn im Leben sehen, die orientierungslos sind; die Trauernden und die Verfolgten. Selig die Leidenden. Der Theologe Johann Baptist Metz spricht von der "Autorität der Leidenden", vor allem die ungerecht und unschuldig leiden, auf sie müsste die Theologie noch viel mehr Augenmerk richten.
Vorwärts mit den Ellenbogen!
Und zeig jedem jeden Falles:
DU bist nichts und ICH bin alles!"
Selig, die keine Gewalt anwenden, die nicht sofort dreinhauen, körperlich oder verbal, die im Lauf der Zeit eine Konfliktkultur entwickeln.Erich Fromm (+1980), der bekannte jüdische Philosoph, der sich auch intensiv mit der Bergpredigt beschäftigt hat, stellt so treffend fest: "Für das jüdische Verständnis heißt an Gott glauben, nicht etwas über ihn wissen, sondern ihm nachahmen." - Somit sind wir eingeladen, die Seligpreisungen als Nachahmung zu verstehen.
Selig, die sich um Gerechtigkeit mühen. Das sind all jene, die die königliche Würde des Menschen ernst nehmen und bereits im kleinen Kreis zumindest versuchen, Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen. Dazu gehören Klugheit und Mut.
Selig die Barmherzigen. Gemeint ist, wer Einsicht zeigt, dass jeder von uns auf das Erbarmen, auf die Nachsicht, auf das Mitfühlen unserer nächsten Umgebung angewiesen ist, weil wir vieles auch in unserer Beziehungskultur nicht schaffen.
Was unter uns Mitmenschen gilt, erbitten wir auch vom Herrn, er möge barmherzig sein mit uns.
Selig, die Frieden stiften. Diese Welt braucht Brückenbauer im großen und im kleinen Bereich, nicht zu verwechseln mit Harmonisierern, die Angst vor kleinsten Differenzen haben. Das bedarf eines guten Sensoriums, auch sprachlicher Natur, um unnötige Wutausbrüche, kommunikative Schwelbrände oder Kränkungen zu vermeiden.
Bei der Umfrage "Was glauben die Leobener Studenten" fügten bei der Frage nach dem religiösen Bekenntnis einige hinzu "zwangsgetauft". Sie sahen im christlichen Glauben eine ihnen gegen ihren Willen auferlegte Last. So wie diesen Studenten geht es manchen Christen. Sie können sich des Glaubens nicht freuen.
Ganz anders sieht dies in der heutigen Lesung der Apostel Paulus. Für ihn ist die Berufung zum Christsein ein ganz und gar unverdientes Geschenk, eine geradezu unvorstellbare Erwählung: "Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen". Überraschend ist nicht nur die Art und Weise der Berufung, daß oft die Schwachen und Törichten berufen sind, sondern auch der Inhalt dieser Berufung. Paulus freut sich über diese Berufung und es drängt ihn das Wissen um die große Berufung des Christen weiter zu geben.
Dies ist auch heute eine dringliche Aufgabe. Viele Menschen sind heute orientierungslos und so manche Christen haben ihre Berufung als Christ nie so kennen gelernt, daß sie darüber staunen und sich freuen konnten. Auch vielen Jugendlichen ist der Gedanke einer solchen Berufung fremd.
"Es macht unendlich traurig, Jugendlichen zu begegnen, in denen, obgleich sie intelligent und begabt sind, die Freude am Leben, an etwas zu glauben, nach hohen Zielen zu streben, auf eine auch durch den eigenen Beitrag besserungsfähige Welt zu hoffen, erloschen ist. Es sind Jugendliche, die sich im Spiel oder Drama des Lebens Überflüssig fühlen, die abgedankt haben, in Sackgasse verirrt, reduziert auf ein Minimum von Lebensspannung; ohne Berufung, aber auch ohne Zukunft, oder mit einer Zukunft, die im besten Fall eine Kopie der Gegenwart ist". (Neue Berufungen für ein neues Europa; S.17, Schlußdokument einer europäischen Tagung über Berufungspastoral)
In einer solchen Situation ist der Ruf des Apostel Paulus: "Seht auf eure Berufung!" von einer besonderen Aktualität. Aber worin besteht diese Berufung? Paulus gibt auf diese Frage in seinen Briefen viele Antworten.
Ich möchte als eine erste Antwort ein Zitat aus dem schon genannten Schlußdokument bringen: "Die Berufung ist der vorhersehende Gedanke des Schöpfers über das jeweilige Geschöpf, sie ist sein Idealplan, ist wie ein Traum, der Gott am Herzen liegt, weil ihm das Geschöpf am Herzen liegt. Gott, der Vater, will diesen Plan unterschiedlich und spezifisch für jedes Leben. Der Mensch ist nämlich ins Leben 'gerufen', und wenn er ins Leben eintritt, trägt und findet er in sich das Abbild dessen, der ihn gerufen hat. Die Berufung ist die Einladung Gottes, sich entsprechend diesem Bild zu verwirklichen."
Die Berufung wird hier verstanden als "der vorhersehende Gedanke Gottes", als "Idealplan", als "Traum", den Gott von jedem Menschen hat, als Einladung diesen ganz persönlichen Plan zu verwirklichen.
Wozu der Mensch berufen ist, erkennen wir Christen durch Jesus Christus. In einem Text des Zweiten Vatikanums heißt es: "In Wirklichkeit leuchtet nur im Geheimnis des menschgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf. Denn Adam, der erste Mensch, war das Vorbild des Zukünftigen, nämlich Christi des Herrn. Christus, der neue Adam, offenbart eben in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen den Menschen selbst vollständig, und erschließt ihm seine hohe Berufung". (Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Nr.22).
Jesus Christus ist der neue Adam, der exemplarische Mensch. In und durch ihn können wir die Berufung des Menschen erkennen. In dieser gemeinsamen Berufung aller soll jeder Mensch den eigenen Platz finden.
Der "Plan" - der "Traum" den Gott von den Menschen hat, steht auch im Hintergrund des heutigen Evangeliums von den Seligpreisungen. In diesem Evangelium werden Wege aufgezeigt wie dieser "Traum" vom Menschen verwirklicht werden kann, und werden die Hoffnungen genannt, die sich mit diesen Wegen verbinden.
Am Aschermittwoch beginnt die österliche Bußzeit. Bei der Austeilung des Aschenkreuzes spricht der Priester die Worte: "Bedenk, o Mensch, daß du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst". Das Bedenken der Vergänglichkeit soll die Umkehr herausfordern.
Am Beginn dieser österlichen Bußzeit könnte sinnvoller Weise auch das Wort des Apostel Paulus stehen: "Seht auf eure Berufung". In der österlichen Bußzeit sollen wir erneut über unsere Berufung als Christen nachdenken und uns fragen, wie wir diese Berufung in der gegenwärtigen Situation leben können.
Schwestern und Brüder im Herrn,
heute möchte ich mit meinem Gedichte,
wieder einmal einen Streifzug machen durch die biblische Geschichte,
um ein wenig aufzufrischen,
was ein Christ so braucht an biblischem Wissen.
Wie sich alles so zugetragen hat seit den Tagen von Adam und Eva,
dass Noah ein Weinbauer war und David ein Schäfer,
dass Abraham ganz weg war ob der vielen Sterne am Horizont,
wo doch in jedem von ihnen ein Nachkomme wohnt,
dass Jakob dem Esau das Erstgeburtsrecht entzog
und Elija auf feurigem Wagen himmelwärts flog,
dass Josef von den Brüdern wurde nach Ägypten verkauft
und Jesus von Johannes am Jordan getauft,
dass Salomo war in allem gewieft,
bis auf das, was die Anzahl seiner Frauen betrifft,
dass Jona im Fischbauch eine weite Reise gemacht,
und gerne Ninive mit einem riesigen Strafgericht bedacht,
das wird euch wohl bekannt sein aus Bibel und Religionsunterricht
aber eines, das bedenkt man oft nicht -
und heute frage ich euch: "Habt ihr noch nie daran gedacht,
dass es für uns Christen einen großen Unterschied hätte gemacht,
wenn ein paar Geschichten wären anders gewesen,
ob wir dann, so wie heut', in den Kirchenbänken säßen?
denn …
man fragt sich doch oft im Leben: Was wäre, wenn?
Was wäre, wenn Jesus - um gleich das heutige Evangelium herzunehmen,
es zu tun gehabt hätte mit lauter Bequemen,
die gesagt hätten: "Oh schwitz, oh schnauf,
führt denn zur Bergpredigt keine Seilbahn hinauf?
Kannst du das nicht unten im Tal ein paar Leuten erzählen,
und die sollen sich wiederum and're erwählen,
denen sie es später weitergeben?"
Na - diese Botschaft möcht' ich dann erleben,
die am Ende einer langen Kette niedergeschrieben.
Wenn die Botschaft ein paar Mal im Kreise geht,
wären wohl ein paar Wörter ganz verdreht:
Von wegen Feinde - den Meindl soll man lieben.
Aus den Trauernden würde vielleicht der Traualtar,
für manche unterscheidet sich's eh grad um ein Haar.
Und im Himmel aus dem Lohn
würde vielleicht das Ozon.
Was wäre wenn, bei der Hochzeit damals zu Kana, nur damit ich's erwähne,
man es schon zu tun gehabt hätte mit den Vorschriften zu Hygiene,
so wie sie heute die Landwirtschaft plagen,
man hätte glatt können den Festwirt verklagen,
der den Wein lässt schöpfen, den guten und süßen,
aus den Gefäßen zur Reinigung von Händen und Füßen.
Ich bezweifle, ob Jesus bei der Weinverwandlung gerne hätte
Flaschen mit Banderole und Etikette.
Was wäre wenn in ganz uralten Zeiten
der Ruf an Abraham ergangen wäre: "Jetzt musst du dich bereiten,
ausziehen sollst du aus deinem Elternhaus, verlassen Heimaterde,
und gehen in ein Land, das ich dir zeigen werde!"
Und Abraham hätte gesagt: "Keine 10 Pferde bringen mich da fort und auch kein Lama,
ich bleib zu Hause im "Hotel Mama"!
Die viele Nachkommenschaft - wer hat denn die bestellt,
und außerdem: Wer bezahlt mir dafür Kindergeld?"
Was wäre wenn damals beim Turmbau zu Babel,
der liebe Gott - obwohl das Werk miserabel -
die Menschen hätte vollenden lassen ihre Sache,
wir hätten bis heute alle dieselbe Sprache,
wir täten uns sparen den Sprachunterricht,
das verhasste Vokalbellernen für Schüler gäb's nicht
und kein Ausländer müsste sich plagen im Sprachengewirr
und sich von uns sagen lassen: "Du sprechen Deutsch mit mir!"
Was wäre wenn das Paradies, auch als Garten Eden bekannt,
wäre nicht gelegen im Zweistromland,
sondern ganz weit weg im fernen China
und Adam hieße Li und Eva wäre dann Lina,
dann wären beide nicht worden wirklich versucht,
von des Baumes verbotener Frucht,
denn sie hätten stattdessen ganz dreist,
nicht den Apfel, sondern die Schlange verspeist.
Und wir lebten heute noch im Schlaraffenland
hätten Vergnügungen und Speisen bis an des Tellers Rand.
Was wäre, wenn dem Kirchenvolk der Humor käm abhanden
wir könnten nicht mehr schmunzeln über Hochwürden und Granden
wären verdonnert zu einem ernsten Gesicht,
eine solche Kirche wünsch' ich mir nicht!
© Franz Kaltenbrunner, Pfarrassistent, A-4842 Zell am Pettenfirst
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, daß wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
wir legen die Gaben
als Zeichen unserer Hingabe auf deinen Altar.
Nimm sie entgegen
und mach sie zum Sakrament unserer Erlösung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn ihn hast du zum Haupt
der neuen Schöpfung gemacht,
aus seiner Fülle haben wir alle empfangen.
Obwohl er dir gleich war an Herrlichkeit,
hat er sich selbst erniedrigt
und der Welt den Frieden gebracht
durch sein Blut,
das er am Stamm des Kreuzes vergossen hat.
Deshalb hast du ihn über alle Geschöpfe erhöht,
so wurde er für jene, die auf ihn hören,
zum Urheber des ewigen Heiles.
Durch ihn preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 1
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Barmherziger Gott,
das Sakrament der Erlösung,
das wir empfangen haben,
nähre uns auf dem Weg zu dir
und schenke dem wahren Glauben
beständiges Wachstum.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Glücklich alle, die wissen,
dass ihr Leben ein Geschenk Gottes ist,
ganz und gar.
Glücklich alle, die weinen
und sich ihrer Tränen nicht schämen.
Glücklich alle, die ihre Stärke einsetzen
zur Vergebung, nicht zur Rache.
Glücklich alle, die spüren,
was ihnen selbst und anderen fehlt:
Gerechtigkeit, Heimat und Erbarmen.
Glücklich alle, die weder urteilen noch verdammen,
weil sie sich erinnern,
was sie selbst empfangen haben.
Glücklich alle, die nicht nach Lohn fragen,
sondern dienen, ohne zu heucheln.
Glücklich alle, die Frieden stiften,
auch wenn man es ihnen nicht immer lohnt.
Glücklich alle, die Undank und Missverständnisse ertragen,
weil ihnen am Glück der anderen gelegen ist.
Gott wird ihnen die Macht geben,
glücklich zu sein.
Weisheit der Bibel, nach dem Matthäusevangelium 5,3-10 Aus: Möge das Glück dich begleiten. Worte, die durchs Leben tragen. Hrsgg. Vonb Sylvia Müller und Ulrich Sander. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2005.
selig sind die da hungert und dürstet
nach der gerechtigkeit
denn sie sollen satt werden
glücklich die menschen
deren geschmacksnerven nicht abgestumpft sind
um recht von unrecht zu unterscheiden
selig die menschen
die waagschalen des gewissens besitzen
um die glaubwürdigkeit
von sonntagsreden und wahlversprechen abzuwägen
glücklich die feinsinnigen
bei denen die reden von gerechtfertigten kriegen
einen faden geschmack hinterlassen
die nicht vergessen dass die quellen des unrechts
in den waffenschmieden der kriegsgewinnler sprudeln
selig die
die sich nicht abspeisen lassen
von den totschlagargumenten der sachzwänge
die sich nicht irre machen lassen wenn
aus den falschen ecken nach solidarität gerufen wird
glücklich die wenigen menschen
die sich auf die straße wagen
um globalisierten teufelskreisläufen
die maske vom gesicht zu reißen
gepriesen die kirche
die hinter den wechselkursen der aktienmärkte
die schicksale der verlierer herauszulesen vermag
deshalb
selig die kirche
die den hals nicht vollkriegt
wenn es um gerechtigkeit geht
Aus: Siegfried Eckert, Gott in den Ohren liegen. Gebete. Mit einem Vorwort von Fulbert Steffensky. Kreuz Verlag, Stuttgart 2008.
Sieh! Da steht das Erholungsheim
einer Aktiengesellschafts-Gruppe;
morgens gibt es Haferschleim
und abends Gerstensuppe.
Und die Arbeiter dürfen auch in den Park .. .
Gut. Das ist der Pfennig.
Und wo ist die Mark -?
Sie reichen euch manche Almosen hin
unter christlichen frommen Gebeten;
sie pflegen die leidende Wöchnerin,
denn sie brauchen ja die Proleten.
Sie liefern auch einen Armensarg .. .
Das ist der Pfennig. Und wo ist die Mark -?
Die Mark ist tausend- und tausendfach
in fremde Taschen geflossen;
die Dividende hat mit viel Krach
der Aufsichtsrat beschlossen.
Für euch die Brühe. Für sie das Mark.
Für euch der Pfennig. Für sie die Mark!
Proleten!
Fallt nicht auf den Schwindel rein!
Sie schulden euch mehr als sie geben.
Sie schulden euch alles! Die Länderein,
die Bergwerke und die Wollfärberein .. .
sie schulden euch Glück und Leben.
Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf den Quark.
Denk an deine Klasse! Und die mach stark!
Für dich der Pfennig! Für dich die Mark!
Kämpfe - !
Aus: Kurt Tucholsky, Gedichte in einem Band. Hrsgg. Von Ute Maak und Andrea Spingler. Insel Taschenbuch, Frankfurt am Mai und Leipzig 2006.
Dieser neue Mensch
sieht fremd aus.
Angenehm,
diese Unähnlichkeit.
»Ganz der Vater.«
Hoffentlich nicht.
Er arbeitet schwer,
bringt Geräusche hervor.
Wir erraten nicht,
was er will.
Atmet, verdaut,
kriecht, jammert.
Zögernd bemerkt er
die Zweifaltigkeit.
Klettert an Wörtern
hinauf, probiert
Wippen, Schaukeln,
Verwegenheit, Angst.
Eines Tages, schlauer
als wir, verblüfft er uns.
Dann, während wir
langsam sterben,
wird er uns, unaufhaltsam,
immer ähnlicher.
Aus: Hans Magnus Enzensberger. Gedichte 1950-2005. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2006.
da der Wirbel, der Tanz um das goldene Kalb, durch die Welt rast, sagst du: Es lohnt sich, sein Herz nicht zu verlieren an Geld und Reichtum, damit für Größeres«. Raum bleibt.
In einer Zeit, da viele die Fragen ersticken, die alles in Frage stellen, sagst du: Es lohnt sich, zu fragen und zu suchen nach dem, was bleibenden Wert hat.
In einer Zeit, da Kriege geführt werden im Großen und Kleinen, sagst du: Es lohnt sich, jeden Tag neu den Frieden zu suchen und Frieden zu wirken.
In einer Zeit, da viele die Augen verschließen vor dem Elend so vieler, sagst du: Es lohnt sich, die Rechte der Entrechteten zu verteidigen.
In einer Zeit, da Vergeben und Nachgeben als Schwäche ausgelegt werden, sagst du: Es lohnt sich, immer wieder einen Neuanfang zu ermöglichen.
In einer Zeit, da viele Menschen sich nicht mehr über den Weg trauen, sagst du: Es lohnt sich; ins Miteinander der Menschen im Voraus Vertrauen zu investieren.
In einer Zeit, da sich die meisten heraushalten aus den belastenden Konflikten, sagst du: Es lohnt sich, sich ein-zumischen und um Lösungen zu kämpfen.
In einer Zeit, da viele Angst haben, sie könnten selber zwischen die Mühlsteine geraten, sagst du: Es lohnt sich, Partei zu ergreifen für das Leben.
In einer Zeit, da die Angst umgeht, im Leben zu kurz zu kommen, sagst du:
Nur wer sich selbst dreingibt, findet zum Leben.
Aus: Karlheinz May, Vom Duft der Auferstehung. Die vier Evangelien in Auszügen mit Meditationen, kommentierenden Texten und Zeichnungen. Im Eigenverlag (Holsteinstr 1, D-51065 Köln).
Wenn wir uns mal den Bauch vollhauen
schlemmen, über die Stränge schlagen
lachen, was das Zeug hält, tanzen
freuen, hemmungslos
dann bist du gar nicht außen vor
nein, o Staunen, du feierst mit
freust dich an offener Freude
liebst das Lachen, den Genuss
noch mehr, wenn du trotzdem
nicht vergessen wirst
und deinen Platz behältst
in unserer Rede, unserem Tun
Feste sind ein Geschenk von dir
ein Ausstrecken, Umarmen, Massage
Entspannung, Highlight, Unterbrechung
dein Geschenk an uns, hab Dank
Aus: Iris Mandl-Schmidt, Schaff meinen Gedanken einen Weg. Gebete ins Konkrete. Matthias Grünewald Verlag, Mainz 2001

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Zefanja wirkte um 640 v. Chr. in Jerusalem noch vor dem Propheten Jeremia. Er kündigte ein Gericht über Jerusalem an und geißelte vor allem die Jerusameler Oberschicht, die sich an die Sitten und Kultur der assyrischen Großmacht angepasst und die religiös-nationale Jahwehkultur mehr oder weniger verlassen hatte.
Wie alle Propheten verkündete er aber auch Heil. Dieses werde den Gedemütigten zuteil, allen die Gerechtigkeit und Demut suchen. Den Herrn zu suchen heißt, ein neues Leben beginnen, Gerechtigkeit zu üben. Demut ist die Haltung, die die Glaubenden im Gegensatz zu den selbstherrlichen Reichen üben. Die Reichen vertrauen ihrem Reichtum und ihren Gesetzen, nicht mehr dem rettenden Gott. Die alten Verheißungen für Israel werden nach der Erwartung des Propheten nur dem Rest des Volkes zuteil werden.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive