"Was hat diese Predigt mit dir gemacht?" So die Frage eines - leider schon verstorbenen - Freundes. Gottes Wort geht an uns nicht spurlos vorüber. Es kann uns froh machen, nachdenklich, traurig, mutig, optimistisch, getröstet oder dankbar. Auch die Predigt des Johannes des Täufers hat mit vielen, die ihn hörten, was gemacht. Viele haben sich taufen lassen.
Öffnen wir uns in dieser Feier dem Wort Gottes. Gottes Wort, das uns in den Lesungen und im Evangelium begegnet, Gottes Wort, welches zu uns in der Stille spricht, will auch mit uns was machen, in jedem Gottesdienst und jetzt in dieser Stunde.
Grüßen wir Jesus den Auferstanden, besinnen wir uns, damit wir ihm in rechter Weise begegnen können.
Allmächtiger und barmherziger Gott,
deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg.
Lass nicht zu,
dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern,
deinem Sohn entgegenzugehen.
Führe uns durch dein Wort und deine Gnade
zur Gemeinschaft mit ihm,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 2. Adventsonntag
Barmherziger Gott,
wir bekennen, dass wir immer wieder versagen
und uns nicht auf unsere Verdienste berufen können.
Komm uns zu Hilfe, ersetze, was uns fehlt,
und nimm unsere Gebete und Gaben gnädig an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Adventssonntag
Kehrvers:
"Wir loben dich, wir danken dir, wir beten dich an"
(aus dem Gloria GL 131)
Lasst uns Gott unseren Dank und unseren Lobpreis darbringen:
Heiliger Gott und Vater, wir preisen dich und danken dir,
dass du uns in deiner Barmherzigkeit die Möglichkeit zur Umkehr lässt.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass du uns durch prophetische Menschen immer neu zur Umkehr rufst.
Du forderst uns auf,
die Straßen auf denen der Messias zu uns kommt,
zu ebnen und ihm den Weg zu bereiten.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe,
durch die wir deine Töchter und Söhne geworden sind.
Durch sie hast du uns mit deinem Heiligen Geist ausgestattet,
Er befähigt uns, Früchte hervor zu bringen, die dir gefallen.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass wir deinen Sohn Jesus Christus erwarten dürfen
der unserer Welt endgültige Gerechtigkeit und endgültigen Frieden bringen wird.
Wir stimmen ein in den Lobgesang aller Heiligen und singen:
Danklied, z. B.: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Von ihm redet die Botschaft aller Propheten,
die jungfräuliche Mutter trug ihn voll Liebe in ihrem Schoß,
seine Ankunft verkündete Johannes der Täufer
und zeigte auf ihn,
der unerkannt mitten unter den Menschen war.
Er schenkt uns in diesen Tagen die Freude,
uns für das Fest seiner Geburt zu bereiten,
damit wir ihn wachend und betend erwarten
und bei seinem Kommen
mit Liedern des Lobes empfangen.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 2
Obwohl das Neue Testament durchgängig in Griechisch geschrieben ist, haben einige geheimnisvolle Einsprengsel in der Muttersprache Jesu erhalten, dem Aramäischen, so auch das Wort maranatá (bitte auf der letzten Silbe betonen!), was so viel heißt wie: Komm, Herr Jesu! Die Erklärung ist ganz einfach: der Ruf maranatá! Ist seit frühesten Zeiten ein Bestandteil der christlichen Zusammenkünfte gewesen. Die ersten Christen glaubten, dass ihr Herr praktisch jeden Moment in Macht und Herrlichkeit wiederkommen könnte. Deshalb ihr sehnsüchtiger Seufzer: Komm!
Dieser Seufzer beendet nicht nur das Sendschreiben "Die Offenbarung des Johannes"; er beendet auch die Bibel, dieses mächtige Buch, das mit den Worten beginnt: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde" (Gen 1,1). Der vorletzte Vers der Bibel besteht aus zwei Teilen. Den zweiten kennen wir: "Ja komm, Herr Jesus!" Er ist die Antwort auf einen Satz, den Jesus sagt: "Ja, ich komme bald." "Und wie wird das sein, wenn er kommt?" Er wird jede Träne wegwischen von ihren Augen; der Tod wird nicht mehr sein, und nicht Trauer und Klage und Mühsal; denn das Frühere ist vergangen" (Offb 21, 4).
Christ sein ist auch dies: Wenn wir alles getan haben: die Hungernden gespeist, die Kranken besucht, die Traurigen getröstet, wenn wir uns aufgerieben haben und müde sind und es wieder nur ein Tropfen auf dem heißen Stein war - dann wird am Ende ein anderer kommen und das Werk vollenden, dass über unsere Kraft ging. Darum dürfen wir nicht nur am Ende unseres Lebens, sondern praktisch jeden Abend sagen: Komm, Herr Jesus!
Werner Tiki Küstenmacher, Die 3 - Minuten Bibel, München 2004, Seite 233 ff.
Die Kirche ist nicht von sich aus heilig. Tatsächlich besteht sie - das wissen und sehen wir - aus Sündern. Vielmehr wird sie immer wieder neu geheiligt durch die reinigende Liebe Christi. Gott hat nicht nur Worte gemacht, sondern uns auf realistische Weise geliebt, sogar bis zum Tod seines eigenen Sohnes. Und gerade dadurch zeigt er uns die ganze Großartigkeit der Offenbarung jener Wunde, die im Herzen Gottes selbst eingeschrieben ist. Jetzt kann jeder von uns persönlich mit dem heiligen Paulus sagen: "Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat (Gal. 2, 20)."
So sehr die richtige Ordnung in der Kirche wichtig ist, sie ergibt sich umso mehr, je mehr wir das tun, wofür die Kirche da ist. Und sie ist ja da, damit Gott in dieser Welt sichtbar werden kann. Die Kirchenkonstitution des II. Vatikanums bezeichnet sie eben als den Spiegel oder auch als das Fenster, durch das Gott in die Welt hineinblickt. Deswegen sollte die Kirche vor allen Dingen versuchen, die Herausforderungen der modernen Welt anzunehmen und zu ihr verständlich und glaubwürdig von Gott zu sprechen.
Das setzt voraus, dass Menschen, die in der Kirche dienen, selber gläubig sind. Und da gibt es dann oft sozusagen einen leisen Selbstwiderspruch: Ja, sind wir schon gläubig, aber so ganz sicher sind wir doch nicht. Wenn man spürt, dass man mit sich selbst zerfallen ist, dann kann auch die Antwort nicht sehr überzeugend sein. Also selber die innere Berührung mit Christus suchen, um aus ihr heraus Zeugnis zu geben. Und ein solches Zeugnis, das zunächst Gott überhaupt einmal sichtbar macht, muss natürlich immer auch ein Zeugnis des Lebens sein, in dem sichtbar wird: Wer sich an Gott ausrichtet, der lebt auch richtig, im Bezug auf die Nächsten, auf die Gesellschaft, auf die großen Probleme unserer Zeit.
Benedikt XVI, Gedanken, Impulse, Visionen, Leipzig, 95f.
Johannes sprach: Tut Buße; das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Mt 3,2
Jesus sprach: Die Zeit ist erfüllet, das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubet an das Evangelium. Mk 1, 15
Johannes kommt als die Stimme des Rufenden und predigt allen eine Taufe der Buße und stellt es durch solche Predigt unaufhörlich fest als d i e Wahrheit, dass alle Menschen Sünden haben. Die einen glauben Johannes als der Stimme des Evangeliums; sie halten solche erschütternde Predigt für wahr und stehen also geniedrigt und zitternd im Gehorsam; sie anerkennen, dass sie Sünder sind; sie mögen sich selbst etwas bewusst sein oder nicht, so glauben sie doch Johannes mehr als sich selbst. Und die sind fähig, die Gnade zu fassen; sie hungern nach der Gerechtigkeit; um Trost ist ihnen bange; sie sind geistlich arm, gelassen und willig, sich führen zu lassen. Darum kommt Christus, das Reich der Himmel in sie, er, der da kommt, die Sünder selig zu machen. Die anderen aber, die um ihre eigene Gerechtigkeit wissen, glauben nicht, dass es wahr ist noch sie selbst etwas angeht, wenn da gefordert wird: Tut Buße! Sie werfen vielmehr ein: wir sind gerecht; wir wissen von keiner Sünde. Sie wollen nicht hören den fremden Klang des Evangeliums, dass sie Sünde tun und Toren sind; vielmehr glauben sie, dass Evangelium sei falsch und eine Lüge. . . Die Sünden werden nur denen vergeben, die sich in ihnen nicht wohlfühlen; das nämlich heißt Buße tun. Da unser Meister und Herr Jesus Christus spricht: "Tut Buße" usw., will er, dass das ganze Leben seiner Gläubigen auf Erden eine stete oder unaufhörliche Buße sein soll.
Dr. Martin Luther, Christlicher Wegweiser für jeden Tag, Neu zusammengestellt und herausgegeben von Helmut Korinth, Hamburg 1980, Seite 383 f.
Advent.
Jesus ist gekommen.
Damals vor zweitausend Jahren.
Und er ist gegangen.
Drei Jahrzehnte später.
Jesus wird wieder kommen
am Ende der Zeiten.
Wann, wissen wir nicht.
Aber heute, an diesem Tag,
kommt er auf mich zu.
Ich will ihn erwarten,
ihn suchen,
wo man ihn nicht vermutet.
Ich will mich darauf einstellen,
dass in einem unscheinbaren Mädchen,
in einer armen Krippe,
unter den Abgewiesenen,
bei den Kleinen,
in einem Neugeborenen,
in einem Verfolgten,
in der Nacht,
der auf mich zukommt,
der mich nicht enttäuscht,
der Emmanuel,
der Gott, der heute kommt,
der Gott, der bei mir bleibt,
der sich freut, bei uns zu wohnen,
nicht weil wir das verdient haben,
sondern weil er ist, wie er ist.
Wolfgang Bader, Türen zum Advent, München 2002, 24f

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