Er riskiert einen ungetrübten Blick in sein Leben. Und was er da sieht benennt er, klar und ohne etwas zu beschönigen. Und es ist ernüchternd was er zu sehen bekommt. Das ganze Leben nur ein Hauch, Glück wird er nicht mehr zu sehen bekommen. Eine ernüchternde, trübselige Bilanz, die Ijob hier zieht. Diese Bilanz ist Teil der Antwort Ijobs auf die Belehrungen seines Freundes Elifas.
Was war geschehen? Ijob war reich. Hatte Besitz, Herden, eine große Familie und eine stählerne Gesundheit. All sein Besitz wurde ihm genommen, seine Kinder starben und zu guter letzt war auch seine eigene Gesundheit dahin. Er saß mit Wunden und Geschwüren bedeckt auf einem Aschehaufen und fragte sich ganz einfach: Warum? Warum muss ich soviel Leid aushalten? Und seine Antwort ist: Ich will nicht mehr!
Jeden Tag, wenn ich durchs Krankenhaus gehe höre ich die Klagen des Ijob, seine Fragen und die Antwort: Es macht doch eigentlich keinen Sinn mehr. Und so, wie ich Ijob gut verstehe, verstehe ich Menschen hier im Krankenhaus, die einfach nicht mehr können, weil das Leid und die Sorge ihr ganzes Fühlen und Denken bestimmt. Und ich werde sprachlos, weil es auf ihre Frage nach dem Warum keine wirkliche Antwort gibt.
Ijobs Freund Elifas versucht eine Antwort und es finden sich dann Sätze wie: Bedenk doch! Wer geht ohne Schuld zugrunde? Wo werden Redliche im Stich gelassen? Wer Unheil sät der erntet es auch. Übertragen vielleicht in einem Satz, der uns heute manchmal leichtfertig über die Lippen geht: Jeder bekommt was er verdient! Jemand erzählte mir mal, wie er diesen Satz gebraucht hat und ein anderer ihm geantwortet hat: Glaubst Du wirklich, dass ich das verdient habe? Er hat diesen Satz nie wieder gebraucht.
Und auch Ijob wehrt sich gegen seine Freunde, die ihm sein Leid deshalb als gerechtfertigt erklären wollen, weil Gott sich nicht irrt. Und Ijob geht sogar noch einen gewaltigen, entscheidenden Schritt weiter! Er fragt Gott an: Ich sage zu Gott: Spricht mich nicht schuldig, lass mich wissen, warum du mich befehdest? Hast du die Augen eines Sterblichen, siehst du, wie Menschen sehen?
Ijob lässt Gott nicht in Ruhe, nimmt ihn mit in sein Schicksal, in sein Leben hinein. Wenn du Gott, der bist, für wen ich dich ansehe, dann sag mir doch warum es mir so dreckig geht, heißt die Klage Ijobs in Richtung Gott.
Für mich ist das ein Gebet in seiner intensivsten und menschlichsten Form, weil es Gott mit in das Leben einbezieht, weil es ihn, als jemand um den es geht nicht dann außen vor lässt wenn er wirklich gebraucht wird.
Was für seine Freunde Frevel und Gotteslästerung ist, wird für Ijob zur Rettung. Sein Schicksal verändert sich, weil er fragt, weil er klagt, weil er anklagt und weil er sich nicht einfach in sein Schicksal ergibt.
So wie Ijob beten zu können wünsche ich uns allen, weil wir uns so selber mit unseren Grenzen, mit unserer Angst und unserem Leid ernst nehmen und weil wir so auch Gott einen Zugang zu uns möglich machen, weil wir ihn dort ansprechen, wo wir ihm am wenigsten verstehen und doch am nötigsten haben.
Ijob hat lernen müssen so zu beten.
Gott, unser Vater,
wir sind dein Eigentum
und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade.
Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr
und schütze uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB: 5. Sonntag im Jahreskreis
Gott und Vater,
du hast die Hoffnung der Menschen
auf die Zeichen deines Sohnes gesehen
aber auch seine Bereitschaft,
das Wort von dir zu verkünden.
Begleite uns, wenn wir um Heilung bitten
und öffne unsere Sinne, wenn du dich neu mitteilst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn,
der dich verkündet hat
und an dem du das größte Zeichen des Lebens vollendet hast.
Herr, unser Gott,
du hast Brot und Wein geschaffen,
um uns Menschen in diesem vergänglichen Leben
Nahrung und Freude zu schenken.
Mache diese Gaben zum Sakrament,
das uns ewiges Leben bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat Menschen Heilung geschenkt
und Freiheit und dein Wort.
Seinen Jüngern hat er eine Feier hinterlassen,
für die wir jetzt alles gerichtet haben.
Lass aus den Gaben von Brot und Wein
das Geschenk des Lebens für uns werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
(für Wortgottesdienstfeiern ohne Priester)
Kehrvers:
Preiset den Herrn, denn er ist gut.
Danket dem Herrn, denn er ist gut.
(ÖGL 875,1)
Guter und barmherziger Gott,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dich zu preisen.
Zwar ist unser Leben überschattet von Schicksal, Leid und Tod,
dennoch erfahren wir immer neu deine Güte und Menschenfreundlichkeit.
Kehrvers
Du bist ein Gott, der das Leben der Menschen will
und der uns beisteht und zu Hilfe kommt,
wenn die Mächte des Untergangs und des Todes
über uns Macht gewinnen.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du gezeigt,
dass dir das Heil und das Glück der Menschen am Herzen liegt.
Er hat Kranke geheilt und die Frohe Botschaft verkündet.
So haben sie erfahren, dass dein Reich nahe ist.
Kehrvers
Durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er auch uns die Hoffnung auf neues und unerschöpfliches Leben gegeben.
Dafür danken wir dir und stimmen wir ein in den Chor der Heiligen;
der dein Lob singt ohne Ende:
Danklied, z. B. Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Mitten in der Sehnsucht der vielen Menschen zog Jesus sich zurück, um beim Vater zu sein und von ihm zu hören, wie er seinen Auftrag erfüllen kann.
Lasst uns zu dem beten, der für Jesus an erster Stelle stand und steht:
Vater unser….
Die Besessenen, die Jesus heilte, spürten darin neu etwas von Frieden.
Dies ist ein Frieden und eine Nähe,
die auch wir uns immer wieder wünschen. Darum bitten wir:
Herr Jesus Christus, schaue nicht auf unsere Sünden…
Barmherziger Gott,
du hast uns teilhaben lassen
an dem einen Brot und dem einen Kelch.
Laß uns eins werden in Christus
und Diener der Freude sein für die Welt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Du unser Gott,
wir haben von dir gehört
und im Gebet Kontakt zu dir gehabt.
Wir haben uns stärken lassen von den Zeichen deines Sohnes.
Wir danken dir und bitten dich:
Lass uns in der Woche Zeugen dafür sein,
dass Menschen mit dir in den Alltag gehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

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