Lesung aus dem Buch Deuteronomium:
In jenen Tagen sprach Mose zum Volk:
Wenn du in das Land, das der HERR, dein Gott,
dir als Erbbesitz gibt,
hineinziehst, es in Besitz nimmst und darin wohnst,
dann sollst du von den ersten Erträgen aller Feldfrüchte,
die du in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt, eingebracht hast,
etwas nehmen und in einen Korb legen.
Dann sollst du zu der Stätte ziehen,
die der HERR, dein Gott, erwählen wird,
indem er dort seinen Namen wohnen lässt.
Du sollst vor den Priester treten, der dann amtiert,
und sollst zu ihm sagen:
Heute bestätige ich vor dem HERRN, deinem Gott,
dass ich in das Land gekommen bin, von dem ich weiß:
Er hat unseren Vätern geschworen, es uns zu geben.
Dann soll der Priester
den Korb aus deiner Hand entgegennehmen
und ihn vor den Altar des HERRN, deines Gottes, stellen.
Du aber
sollst vor dem HERRN, deinem Gott,
folgendes Bekenntnis ablegen:
Mein Vater war ein heimatloser Aramäer.
Er zog nach Ägypten,
lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten
und wurde dort
zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk.
Die Ägypter behandelten uns schlecht,
machten uns rechtlos
und legten uns harte Fronarbeit auf.
Wir schrien zum HERRN, dem Gott unserer Väter,
und der HERR hörte unser Schreien
und sah unsere Rechtlosigkeit,
unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis.
Der HERR führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm,
unter großem Schrecken,
unter Zeichen und Wundern aus Ägypten,
er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land,
ein Land, wo Milch und Honig fließen.
Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge
von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, HERR.
Wenn du den Korb vor den HERRN, deinen Gott, gestellt hast,
sollst du dich vor dem HERRN, deinem Gott, niederwerfen.
Dann sollst du fröhlich sein und dich freuen über alles Gute,
das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat:
du, die Leviten und die Fremden in deiner Mitte.
Allmächtiger Gott,
du schenkst uns die heiligen vierzig Tage
als eine Zeit der Umkehr und der Buße.
Gib uns durch ihre Feier die Gnade,
daß wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten
und die Kraft seiner Erlösungstat
durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Fastensonntag
Gott, unser Heil,
gib uns die Gnade, umzukehren zu dir.
Erleuchte unseren Verstand
und stärke unseren Willen,
damit uns diese Zeit der Buße zum Segen wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Montag in der 1. Woche der Fastenzeit
Herr, unser Gott,
wir bringen Brot und Wein für das heilige Opfer,
das wir zum Beginn dieser Fastenzeit feiern.
Nimm mit diesen Gaben uns selbst an
und vereine unsere Hingabe
mit dem Opfer deines Sohnes,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
wir bringen diese Gaben dar
und weihen uns dir im Opfer deines Sohnes.
Nimm den Dienst deiner Kirche an.
Übe Nachsicht mit unserem Versagen
und heilige unser Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Montag in der 1. Woche der Fastenzeit
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn ewig währt seine Liebe. (GL 444)
Gott und Vater,
in vielerlei Hinsicht schulden wir dir Dank.
Diesen möchten wir nun zum Ausdruck bringen.
Wir danken dir, dass du uns von Generation zu Generation begleitest
und uns immer neu herausführst aus Abhängigkeiten, Unterdrückung und Rechtlosigkeit.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus, deinen Sohn,
der die List des Versuchers durchschaut und ihm widerstanden hat.
Er hat sich nicht mit dem zufrieden gegeben,
was er ihm vordergründig angeboten hat.
Kehrvers
Er hat sich selbst uns zum Brot gegeben.
Er ist das lebendige Wort, das uns stärkt und sättigt.
Er stillt den Hunger, den Wohlstand und Überfluss nicht beseitigen können.
Kehrvers
Er hat uns gezeigt, wen allein anzubeten sich lohnt,
und wer allein die Macht hat,
den Tod zu überwinden und neues Leben zu erwecken.
Kehrvers
Er hat sein Vertrauen allein auf dich gesetzt; der du die Niedrigen erhöhst,
den Namenlosen einen Namen und den Kleinen Ansehen gibst.
Du hast ihn getragen,
als er in die tiefsten Abgründe menschlichen Lebens hinabgestiegen ist.
Kehrvers
Wir danken dir, dass auch wir Gerechtigkeit und Heil erlangen,
die wir mit dem Herzen glauben und mit dem Mund bekennen:
“Herr ist Jesus“ und „Gott hat ihn von den Toten auferweckt“.
Kehrvers
Mit der ganzen Schöpfung stimmen wir ein in den Lobpreis der Engel und Heiligen
und singen wir dir zum Dank:
Danklied, z. B Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Erbarmen zu preisen.
Denn jedes Jahr
schenkst du deinen Gläubigen die Gnade,
das Osterfest in der Freude
des Heiligen Geistes zu erwarten.
Du mahnst uns in dieser Zeit der Buße
zum Gebet und zu Werken der Liebe,
du rufst uns zur Feier der Geheimnisse,
die in uns die Gnade der Kindschaft erneuern.
So führst du uns mit geläutertem Herzen
zur österlichen Freude und
zur Fülle des Lebens
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir deine Größe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastenzeit 1
Gütiger Gott,
du hast uns das Brot des Himmels gegeben,
damit Glaube, Hoffnung und Liebe in uns wachsen.
Erhalte in uns das Verlangen nach diesem wahren Brot,
das der Welt das Leben gibt,
und stärke uns mit jedem Wort,
das aus deinem Mund hervorgeht.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Fastensonntag
Allmächtiger Gott,
du hast uns Anteil gegeben am heiligen Mahl.
Laß uns an Leib und Seele gesunden.
Schenke uns durch dieses Sakrament deine Hilfe
und die ewige Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Montag in der 1. Fastenwoche
Darum laßt uns das mit Furcht und Demut verhandeln und einer dem andern zu Füßen liegen, einander die Hände reichen, einer dem andern helfen. Ich will das Meine tun, wie ich schuldig bin, und liebe euch, wie ich meine Seele liebe; denn wir streiten nicht gegen den Papst oder Bischöfe usw., sondern gegen den Teufel. Denkt ihr, daß er schlafe? Er schläft nicht, sondern er sieht das wahre Licht aufgehen. Das darf ihm nicht gerade ins Auge leuchten; daher wollte er ihm gerne seitwärts beikommen, und er wird es tun, wenn wir nicht achtgeben. Ich kenne ihn gewiß; ich hoffe auch, wenn Gott will, bin ich Herrn über ihn. Geben wir ihm einen Fußbreit nach, mögen wir sehen, wie wir ihn loswerden.
Martin Luther, Erste Invokavitpredigt (9.3.1522), in: ders., Ausgewählte Schriften, hrsg. Karin Bornkamm und Gerhard Ebeling, Bd. I, Frankfurt: Insel Verlag 1982.

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