Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Erhöre uns, allmächtiger Gott.
Du hast uns durch dein Wort
zum Zeugnis eines christlichen Lebens berufen.
Reinige uns durch dieses Opfer
und stärke uns zum Kampf gegen das Böse.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Kehrvers:
"Lobe den Herrn meine Seele!" (GL 58,1)
Wohl dem, dessen Halt der Gott Jesu ist,
und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt.
Der Herr hat Himmel und Erde gemacht,
das Meer und alle Geschöpfe;
er hält ewig die Treue.
Kehrvers
Recht verschafft er den Unterdrückten,
den Hungernden gibt er Brot;
der Herr befreit die Gefangenen.
Der Herr öffnet den Blinden die Augen,
er richtet die Gebeugten auf.
Kehrvers
Der Herr beschützt die Fremden
und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.
Der Herr liebt die Gerechten,
doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
Kehrvers
Der Herr ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Gnade.
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen,
und richtet alle Gebeugten auf.
Kehrvers
Ich will dich rühmen, mein Gott und König,
und deinen Namen preisen immer und ewig.
Ich will dich preisen Tag für Tag
und deinen Namen loben immer und ewig.
(Nach Psalm 146 und 145)
Danklied z.B.: Hoch sei gepriesen unser Gott (GL 384)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn das Leiden deines Sohnes
wurde zum Heil für die Welt.
Seine Erlösungstat bewegt uns,
deine Größe zu preisen.
Im Kreuz enthüllt sich dein Gericht,
im Kreuz erstrahlt die Macht des Retters,
der sich für uns dahingab,
unseres Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deines Erbarmens zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn wiederum kommen die Tage,
die seinem heilbringenden Leiden und
seiner glorreichen Auferstehung geweiht sind.
Es kommt der Tag des Triumphes über den alten Feind,
es naht das Fest der Erlösung.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken und
das Werk deiner Liebe zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Er war ohne Sünde
und hat für die Sünder gelitten.
Er war ohne Schuld und hat sich
ungerechtem Urteil unterworfen.
Sein Tod hat unsere Vergehen getilgt,
seine Auferstehung
uns Gnade und Leben erworben.
Darum preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Palmsonntag
Allmächtiger Gott,
du hast uns das Sakrament der Einheit geschenkt.
Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben,
dessen Mahl wir empfangen haben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Gibt es, so könnten wir fragen, die Wahrheit, felsenfest und unumstößlich? Gibt es Wahrheiten, die als tiefste Form der Übereinstimmung so klar sind, dass sie als Ausgangspunkte von seelsorglicher und therapeutischer Arbeit gelten könnten? Mit diesen Fragen nach der Wahrheit geraten wir natürlich für die von Psychotherapie und Seelsorge reservierten Bezirke auf ein spannendes, um nicht zu sagen spannungsgeladenes Feld. Die naturwissenschaftlichen Wahrheiten hier und die Glaubenswahrheiten dort verlangen nach einem möglichst neutralen Boden, wo Begegnung nicht zur Farce wird, sondern als Ausgangspunkt helfenden Tuns für beide Seiten möglich erscheint.
Jorge Bucay, 1949 in Buenos Aires geboren, argentinischer Psychiater und Psychotherapeut, ein wunderbarer Meister der großen und kleinen Wahrheiten des Lebens, nennt in seinem Buch Geschichten zum Nachdenken drei Gedanken, die für ihn so sicher und verlässlich seien, wie sie es nach gesundem Menschenverstand nur sein könnten. Mit dem ersten dieser Gedanken müssen wir uns hier kurz befassen, weil er mir sowohl für die Psychotherapie als auch für die Seelsorge zur Grundvoraussetzung heilsamer Begegnung geworden ist. Und dieser Gedanke lautet kurz und bündig: "Was ist, das ist." Der Satz kann an Schlichtheit nicht übertroffen werden. Auf viele mag er banal wirken. Um aber zu wissen, dass "das, was ist, ist", muss man zunächst einmal akzeptiert haben, dass die Geschehnisse, die Dinge, die Situationen eben so sind, wie sie sind. Das ist der Ausgangspunkt jedes vertrauensvollen Gespräches als tiefste und erste Form der gegenseitigen Anerkennung und Anteilnahme:
Die Wirklichkeit ist nicht so, wie ich sie gerne hätte.
Sie ist nicht so, wie sie sein sollte.
Sie ist nicht so, wie man mir gesagt hat, dass sie sei.
Sie ist nicht so, wie sie einmal war.
Noch ist sie so, wie sie morgen sein wird.
Die Wirklichkeit um mich herum ist, wie sie ist.
Die Voraussetzung dafür, einen Weg zu beginnen, besteht im lapidaren Eingeständnis, dass ich bin, wo ich bin. Wenn der "Standpunkt" nicht "eingestanden" wird, kann er auch nicht vertreten werden und schon gar nicht als Ausgangspunkt meines Weges dienen. Weil ich einen Weg nur dort beginnen kann, wo ich gerade stehe, muss ich zunächst die Dinge so akzeptieren, wie sie sind. Wenn ich diesen verlässlichen Ausgangspunkt nicht anerkenne, kann es keinen Weg geben und in der Folge auch keine wirkliche Begegnung. Dass eine solche Übereinkunft die Wahrheit betreffend nicht nur möglich, sondern auch für andere helfende Berufe sinnvoll erscheint, versucht die Psychotherapie durch ihre Arbeit verstehbar zu machen.
Daraus folgt in direkter Ableitung, dass auch ich bin, wer ich bin. All unsere Neurosen beginnen damit, mutmaßt Bucay, dass wir versuchen, jemand zu sein, der wir nicht sind. "Alles begann an jenem grauen Tag, an dem du aufhörtest, stolz 'Ich bin!' zu sagen." Stattdessen fingst du an 'Ich sollte sein!' zu denken.
Und wenn es schon schwierig ist, zu akzeptieren, dass ich bin, wer ich bin, wie viel schwieriger mag es dann manchmal sein, im Anderen den zu sehen, der er ist, nicht so, wie ich ihn haben will, nicht so, wie er mir passt, nicht so, wie er einmal war oder demnächst sein wird. Er ist, wie er ist. Dies zu akzeptieren bedeutet, ihn zu respektieren und nicht von ihm zu verlangen, dass er sich ändert. Bucay "definiert" deshalb Liebe "als die uneigennützige Aufgabe, Raum zu schaffen, damit der andere sein kann, wer er ist". Ein liebevolleres Nachdenken über die Wahrheit und eine bessere Beschreibung der Aufgabe von Psychotherapie und Seelsorge habe ich bisher nicht finden können. Auch Lehren und Handeln des Weisen von Athen und des Mannes aus Nazareth lassen sich mit diesen Worten wunderbar benennen.
dein Wort war schlicht und doch gewaltig
wenn du erzähltest, dass ein Körnchen Glaube
genügte, wahre Wunder zu vollbringen
wenn du von Schwachen sprachst, von Letzten, Heiden
von Ewigkeit, Vater, Sattwerden und Himmel
Kinder am allerwichtigsten fandst, Vorbild nanntest
und alle Menschen gleich vor Gott
selbst die Reichen, selbst die Männer
du scheutest nicht, Mächtigen zu widersprechen
bist von deiner Botschaft nicht abgerückt, auch
wenn sie drohten
begabst dich in Gefahr um anderer willen,
warst aber klug
wie die Schlange, um oft der Falle zu entgehn
suchtest dir Freunde quer durch die Gesellschaft
blicktest ins Herz und nicht auf den Beruf
hattest keine Angst vor Frauen, jedoch auch
leider keine Zeit für Eine, das soll gesagt sein
kanntest deine Pappenheimer und nahmst sie
trotzdem ernst
holtest sie in deine Stille, auf den Berg
bis sie starke Menschen wurden, dennoch fehlbar
das war dir klar, solange Hähne krähen
du wolltest Leben, auf lange Zeit, für alle Menschen
deshalb schenktest du dein eigenes her
wagtest sogar die totale Verlassenheit,
fast Ungläubigkeit
in deiner Liebe, in deinem letzten Schrei.
Aus: Iris Mandl-Schmidt, Schaff meinen Gedanken einen Weg. Gebete ins Konkrete. Matthias-Grünewald-Verlag Mainz 2001.

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