Lesung aus dem Buch Jesája.
Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht
und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht
vor Schmähungen und Speichel.
Und Gott, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
Er, der mich freispricht, ist nahe.
Wer will mit mir streiten?
Lasst uns zusammen vortreten!
Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit?
Er trete zu mir heran.
Siehe,
Gott, der Herr, wird mir helfen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Jakobusbrief.
Meine Schwestern und Brüder,
was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben,
aber es fehlen die Werke?
Kann etwa der Glaube ihn retten?
Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung sind
und ohne das tägliche Brot
und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden,
wärmt und sättigt euch!,
ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen –
was nützt das?
So ist auch der Glaube für sich allein tot,
wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.
Aber es könnte einer sagen: Du hast Glauben
und ich kann Werke vorweisen;
zeige mir deinen Glauben ohne die Werke
und ich zeige dir aus meinen Werken den Glauben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
ging Jesus mit seinen Jüngern
in die Dörfer bei Cäsaréa Philíppi.
Auf dem Weg fragte er die Jünger:
Für wen halten mich die Menschen?
Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer,
andere für Elíja,
wieder andere für sonst einen von den Propheten.
Da fragte er sie: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Christus!
Doch er gebot ihnen, niemandem etwas über ihn zu sagen.
Dann begann er, sie darüber zu belehren:
Der Menschensohn muss vieles erleiden
und von den Ältesten,
den Hohepriestern und den Schriftgelehrten
verworfen werden;
er muss getötet werden
und nach drei Tagen auferstehen.
Und er redete mit Freimut darüber.
Da nahm ihn Petrus beiseite
und begann, ihn zurechtzuweisen.
Jesus aber wandte sich um,
sah seine Jünger an
und wies Petrus mit den Worten zurecht:
Tritt hinter mich, du Satan!
Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will,
sondern was die Menschen wollen.
Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich
und sagte:
Wenn einer hinter mir hergehen will,
verleugne er sich selbst,
nehme sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will,
wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen
und um des Evangeliums willen verliert,
wird es retten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Mit großer Faszination sehe ich Zauberkünstlern zu. Mich beeindruckt jedes Mal, wie es ihnen gelingt, meine Aufmerksamkeit so abzulenken, dass ihre heimliche Manipulation nicht wahrnehme. Ihnen zuzuschauen ist für mich eine heilsame Übung, die mir bewusst macht, wie wenig ich wirklich wahrnehme, obwohl ich aufmerksam hinsehe.
Mit großem Interesse verfolge ich Berichte zu naturwissenschaftlichen Themen, die Einblick geben in Forschungsergebnisse des jeweiligen Wissensgebietes und die gleichzeitig zeigen, wie wenig wir insgesamt wissen über die Welt, in der wir leben. Skeptisch stehe ich allen Berichtgen gegenüber, die ein Ergebnis präsentieren nach der Formel: "dieses oder jenes Phänomen ist nichts anderes als..."
Wenn ein Mensch, den ich gut zu kennen meine, etwas tut, was ich ihm an Positivem oder Negativem nicht zugetraut hätte, bin ich ganz von den Socken. Da wird mir bewusst, wie wenig ich in Menschen hineinschauen kann und wie wenig ich von ihm letztlich wirklich weiß.
Im Evangelium, das wir gehört haben, fragt Jesus seine Jünger, für wen die Leute ihn hielten. Als Antwort bieten sie ihm eine bunte Palette von Möglichkeiten, die alle ein wenig stimmen und doch auch wieder nicht stimmen. In ihren Augen ist er "nichts anderes als ein Johannes der Täufer", "nichts anderes als Elija", "nichts anderes als ein Prophet"; und solche hat es in Israel schon viele gegeben.
Als Jesus die Jünger fragt: "Ihr aber, für wen haltet ihr mich?", bekommt er zur Antwort: "Du bist der Messias!". Diese Antwort wird in ihm und auch in manchem Jünger Freude und Staunen ausgelöst haben. Jesus will aber sicherstellen, dass sie mit diesem Wissen behutsam umgehen. Es ist unter Umständen lebensgefährlich.
Wer aber meint, nun sei das Geheimnis gelüftet und er wisse nun alles, muss bald erkennen, dass er noch immer nicht durchschaut hat, was dies wirklich bedeutet. Mit dem Hinweis, "der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden, er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen", können sie noch nichts anfangen. Petrus reagiert menschlich verständlich darauf und will ihn von diesem Weg abhalten. Jesus weist ihn aber als Versucher zurück. Was es mit seinem Messiassein auf sich hat, werden sie erst viel später und auch dann erst nach und nach begreifen. Zuvor wird dieser Petrus ihn noch verleugnen und behaupten: "Ich kenne diesen Menschen nicht".
Wir sind in der glücklichen Lage und kennen Jesus zurückblickend aus der Geschichte. Wir wissen, wie sein Tod und seine Auferstehung zu verstehen sind. Wir wissen, dass Gott ihn rehabilitiert hat und dass er nun zur Rechten Gottes sitzt, wie es unser Glaubensbekenntnis formuliert.
Wie viel wissen wir aber wirklich? Wie gut kennen wir Jesus? Wie gut kennen ihn Menschen, die die Bibel mehr oder weniger auswendig kennen, jedes Wort untersucht und hin und her gedreht haben? Theologen wissen mehr über Jesus, aber kennen sie ihn deshalb auch besser? Diakone, Priester und Bischöfe repräsentieren ihn in der Liturgie, aber sind sie deshalb mit ihm vertrauter? Und auch die, die sich ein Leben lang bemüht haben, mit ihm vertraut zu werden, wie gut kennen sie ihn und wie nahe sind sie ihm wirklich?
Spätestens hier beginnt der Weg der Nachfolge. Wenn jemand in die Nachfolge Jesu tritt und konkret versucht zu leben, wie Jesus gelebt hat, wird er im Vergleich zum Nachdenken über Jesus andere, neue, tiefere Erfahrungen machen. Es ist ein Unterschied, ob ich einen todkranken Menschen auf seinem Weg begleite oder selbst in der Notaufnahme gelandet bin, an allen möglichen Maschinen hänge und voller Ungewissheit auf das Untersuchungsergebnis warte. Wenn ich versuche, religiöse Zusammenhänge anderen Menschen verständlich zu machen, geht mir selbst oft erst im Ringen um Worte der entscheidende Knopf auf.
Was Christsein bedeutet, erfahre ich erst, wenn ich selbst in die Fußstapfen Jesu trete und mein Leben in der ganzen Bandbreite, mit all seinen Möglichkeiten, Höhen, Tiefen, Abgründen und Unbegreiflichkeiten annehme. Das Kreuz, das wir auf uns nehmen sollen, ist unser eigenes Leben.
Was könnte mit der Möglichkeit des Verlierens gemeint sein, das uns droht, wenn wir unser Leben retten wollen? Ich sehe darin die Versuchung eines jeden Menschen, etwas anderes sein zu wollen, als wir in unserer Personmitte eigentlich sind. Wir legen uns Rollen zurecht, die wir spielen, um etwas zu gelten, jemand zu sein. Wir pflegen unser Image und legen einander nahe, was sie von uns denken und halten sollen. Je weiter sich diese Rolle von dem entfernt, was wir im Innersten sind, desto mehr verlieren wir uns.
Einen anderen Menschen gut zu kennen, ist nicht einfach. Oft meinen wir, jemand zu durchschauen. Aber was wissen wir wirklich von einander? Sich selbst zu kennen, zu erkennen, ist ebenso schwierig. Uns selbst besser kennen und verstehen zu lernen, ist eine lebenslange Aufgabe. Dabei wird hin und wieder unser Selbstbild durchkreuzt und wir werden durch unsere eigene Lebenserfahrung eines Besseren belehrt.
Ich fürchte, das hat nun sehr düster und pessimistisch geklungen, sollte es aber nicht. Jesus stellt uns in Aussicht: Wer diesen Weg geht, wird das Leben gewinnen. Auch sein Weg endete nicht am Kreuz. "Nach drei Tagen werde er auferstehen" ist der Zielpunkt seines Lebensweges. Die Jünger können damit noch nichts anfangen, weil sie es noch nicht verstehen.
Das Wort Jesu vom Kreuz ist eine Ermutigung. Jene, die ihr Leben als Kreuzeslast spüren, sollen wissen, dass dies nicht das Ende ist. Und jene, die hoffen, dem Kreuz entgehen zu können, sollen wissen, dass ihr Leben mehr für sie bereit hält, als sie zu diesem Zeitpunkt ahnen können. Jesus selbst ist diesen Weg vorausgegangen, um uns zu zeigen, wo er wirklich endet.
Nach wie vor geht für viele Menschen von Jesus eine Faszination aus. Sie fühlen sich von ihm angezogen. Die Frage "wer ist dieser Jesus für mich?" kann sehr unterschiedlich beantwortet werden. Und auch wir müssen uns immer wieder neu entscheiden, in welcher Beziehung wir zu ihm stehen wollen, und wer er für jeden einzelnen von uns ist: Prophet, Religionsstifter, moralischer Orientierungspunkt, Messias, Sohn Gottes, Bruder...?
Wie lasse ich mein Leben von ihm beeinflussen? Höre ich auf das, was er mir sagen will? Bin ich bereit, ihm nachzufolgen?
Am Beginn dieser Feier rufen wir ihn als Kyrios an, als "Herrn unseres Lebens" könnte man das übersetzen. Als Kyrios wollen wir ihm nun huldigen und ihn um seine Zuwendung bitten:
Kyrios, Herr und Messias, Jesus Christus,
du bist in die Fußstapfen der Propheten getreten,
um die Menschen mit Gott zu versöhnen.
Herr, erbarme dich.
Du musstest vieles erleiden,
bist von den Menschen verworfen worden
und hast dich von deinen Verfolgern töten lassen.
Christus, erbarme dich.
Du bist von den Toten auferstanden
und wurdest erhöht zur Rechten Gottes, des Vaters.
Herr, erbarme dich.
Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge,
sieh gnädig auf uns.
Gib, daß wir dir mit ganzem Herzen dienen
und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 24. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
du hast uns in die Kreuzesnachfolge deines Sohnes gerufen.
Gib uns die Kraft,
Jesus auf seinem Weg nachzufolgen.
Darum bitten wir dich voll Vertrauen
durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Guter Gott und Vater,
die Welt, die du geschaffen hast,
enthält viel Negatives, mit dem wir allein nicht zurecht kommen.
Wir bitten dich:
Für alle, die um ihrer Aufrichtigkeit willen verfolgt werden.
Lass ihre Opfer nicht vergeblich sein.
Für alle, die Ungerechtigkeit, Hass und Aggressionen ausgesetzt sind.
Erlöse sie von allem Bösen.
Für alle, die mit Krankheit und Leid konfrontiert sind.
Stärke sie in ihrer leiblichen und seelischen Not.
Für alle, dies sich für die Minderung von Leiden einsetzen:
Lass sie auch Früchte ihrer Mühe sehen.
Für alle, die ihr Leben nach dir ausrichten und dir nachfolgen.
Gib ihnen Kraft, ihr Lebenskreuz zu tragen.
Für alle, die ihr Leben vollendet haben.
Schenke ihnen Anteil an deinem ewigen Leben.
Dein Sohn Jesus Christus hat uns verheißen,
dass wir das Leben gewinnen, wenn wir ihm nachfolgen.
Ihm vertrauen wir. Amen.
Herr,
nimm die Gebete und Gaben deiner Kirche an;
und was jeder einzelne zur Ehre deines Namens darbringt,
das werde allen zum Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 24. Sonntag im Jahreskreis
Dienstag der 1. Woche
Kehrvers:
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind Ehre, Lob und Ruhm und aller Segen.
(evtl. gesungen, GLÖ 864)
Oder:
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen. (GL 69,1)
Höchster und allmächtiger Herr,
wir haben allen Grund dir zu danken
und dir unseren Lobpreis zu singen.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus von Nazareth,
der uns durch seine Botschaft
und durch seinen heilsamen Umgang mit den Menschen begeistert.
Kehrvers
Wir danken dir, dass wir dich durch Jesus von Nazareth neu sehen gelernt haben
und dass wir dich durch ihn unseren Vater nennen dürfen.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er uns die Angst genommen hat, uns zu verlieren,
wenn wir unser Leben nach deinem Weisungen gestalten.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er uns aus den Erfolgszwängen
unseres irdischen Lebens befreit hat.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er uns einen Weg gewiesen hat,
wie wir unsere Schuld bewältigen
und als Kinder Gottes leben können.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er uns ewiges und unzerstörbares Leben eröffnet hat
und am Frieden des Reiches Gottes Anteil gegeben hat.
Kehrvers
Mit den Engeln und Heiligen stimmen wir ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und rufen:
Danklied, z. B.: Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
Herr, unser Gott,
wir danken dir,
dass du uns Anteil am Leib und Blut Christi gegeben hast.
Lass nicht unser eigenes Streben Macht über uns gewinnen,
sondern gib,
dass die Wirkung dieses Sakramentes unser Leben bestimmt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 24. Sonntag im Jahreskreis
Der Evangelist sagt etwas, das er nie zuvor gesagt hat, ein Wort, das uns sein Geheimnis auszuloten erlaubt: Er spricht vom Menschensohn und greift dabei eine geheimnisvolle Bezeichnung des Messias auf, die sich in religiösen Schriften seiner Zeit findet. Neu an der Verwendung dieses Begriffs durch Jesus ist, daß er vom Menschensohn nicht wie damals üblich im Zusammenhang mit der Verherrlichung, dem Triumph des Messias spricht, sondern den Menschensohn mit Erniedrigung und Ablehnung zusammenbringt: Der Menschensohn "muß viel leiden und verworfen werden".
Verworfen werden muß er von den kulturell Hochstehenden, von den gesellschaftlichen Schichten, die damals zählten, die damals die Macht besaßen. Es sind außerordentlich harte Worte, zu hart für die Jünger; auch für jeden Menschen von heute, der sie ernsthaft an sich herankommen läßt, scheinen sie zu hart
Warum muß Jesus, der gerechte Mensch, diesem Schicksal unterworfen werden? Heißt das nicht, daß sich die Gerechtigkeit nicht durchsetzen kann? Ist es demnach Schicksal des Gerechten, unterzugehen, zu unterliegen?
Jesu Ankündigung des Schicksals, das ihn erwartet, löst bei seinen Jüngern Bestürzung und Verwirrung aus. Sie entspricht der Reaktion jedes normalen Menschen: Das darf nicht geschehen, das geht nicht, das ist sinnlos, so etwas kann man nicht akzeptieren ... Die Jünger begreifen, daß auch ihre Zukunft nicht ruhig und problemlos sein kann, wenn ihrem Meister so etwas zustößt. Der Einsatz für die Gerechtigkeit ist nicht leicht, er garantiert keinen unmittelbaren Erfolg, vor allem wenn dieser Einsatz mit den Waffen Jesu erfolgt, also durch Liebe, Versöhnung, Vertrauen auf die Überzeugungskraft, durch völlige Verfügbarkeit.
Aber Jesus läßt sich in diesem Punkt nicht korrigieren. Er durchkreuzt das Bild eines triumphierenden Menschensohnes, eines Weges ohne Hindernisse. Wenn Gott sich in einer grenzenlosen Liebe dem Menschen anbietet, muß diese Grenzenlosigkeit in allen ihren Konsequenzen ausgekostet werden. Dazu kann gehören, daß man zurückgewiesen, nicht gehört, verstoßen und getötet wird.
Gerade in dieser Verfügbarkeit bis zum Letzten erweist Jesus in seiner menschlichen Wirklichkeit die Verfügbarkeit Gottes zugunsten des Menschen, die unbedingte Entscheidung Gottes, den Menschen bis zum Letzten zu lieben.
Gerade darin erschließt sich uns der tiefere Sinn der Rede vom Menschensohn. Damit wird nämlich bekräftigt, daß es Bestimmung jedes Menschen ist, von dem Lebenshauch, der von Christus her stammt, durchdrungen zu werden. Deshalb muß sich die Kirche dem Menschen, seinen wirklichen Problemen, seinen Hoffnungen und Leiden, Eroberungen und Mißerfolgen zuwenden ...
[...]
Aus: Carlo M. Martini, Seht, welch ein Mensch. Texte für alle Tage der Fasten- und Osterzeit. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1999.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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In der heutigen Lesung tritt uns der Gottesknecht als eine prophetische Gestalt entgegen. Er hat sein Ohr und sein ganzes Wesen dem Wort Gottes geöffnet und er ist zum Sprecher Gottes geworden.
Der Knecht entzieht sich dem Prophetenberuf nicht im Gegensatz zu Jona (1,3) und Jeremia (1,6f, 20,7-9), sondern übt sein Amt trotz des härtesten Widerstandes aus, der ihm von seinen eigenen Volksgenossen entgegengebracht wird. Der tiefere Grund des Widerstandes ist der Unglaube seiner Volksgenossen. Der Widerstand artet in Tätigkeiten aus, die besonders schmerzlich und entehrend sind: Bart ausreißen, Schläge auf den Rücken und Spucken in das Angesicht. Die Verfolgung und die Feindschaft seines Volkes wird im schließlich den Tod bringen.
Die Evangelisten haben diese prophetischen Aussagen auf Jesus bezogen. Er ist Gottessohn und Gottesknecht. Er weiß, daß auch in Leiden und Tod der Vater ihn nicht allein lässt.