Herr und König Jesus Christus,
du bist vor aller Schöpfung,
in dir hat alles Bestand.
Herr, erbarme dich.
Herr und König Jesus Christus,
du rufst uns, dir zu folgen.
Christus, erbarme dich.
Herr und König Jesus Christus,
denk an uns,
wenn du in deiner Macht als König kommst.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Herr unser Gott,
wir bringen das Opfer deines Sohnes dar,
das die Menschheit mit dir versöhnt.
Er, der für uns gestorben ist,
schenke allen Völkern Einheit und Frieden,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
(für Wortgottesdienstfeiern ohne Priester):
Als Lobpreis bietet sich der Gesang aus Kolosserbrief 1,12-20 (2. Lesung), GL 633,8-9 an.
Kehrvers: Dankt dem Vater mit Freude, er schenkt uns seinen Sohn.
Gott und Vater, wir haben Grund dir zu danken,
denn du hast uns deinen Sohn geschenkt.
Er hat uns würdig gemacht,
das Erbe der Heiligen zu empfangen, die im Lichte sind.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kehrvers
Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Kehrvers
Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten,
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
Kehrvers
Er ist vor aller Schöpfung, alles hat in ihm Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.
Kehrvers
Denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen
um durch ihn alles zu versöhnen.
Er wollte alles auf Erden und im Himmel zu Christus führen,
der Frieden gestiftet hat durch das Blut seines Kreuzes.
Für all das danken wir dir.
Wir stimmen ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen mit allen Engeln und Heiligen:
Danklied, z. B. GL 380 (Großer Gott, wir loben dich), Strophen 5 bis 7.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken.
Du hast deinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus,
mit dem Öl der Freude gesalbt
zum ewigen Priester und zum König
der ganzen Schöpfung.
Als makelloses Lamm und
friedenstiftendes Opfer hat er sich
dargebracht auf dem Altar des Kreuzes,
um das Werk der Erlösung zu vollziehen.
Wenn einst die ganze Schöpfung
seiner Herrschaft unterworfen ist,
wird er dir, seinem Vater, das ewige,
alles umfassende Reich übergeben:
das Reich der Wahrheit und des Lebens,
das Reich der Heiligkeit und der Gnade,
das Reich der Gerechtigkeit,
der Liebe und des Friedens.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Christkönig
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dich allmächtiger Gott und Vater,
zu loben und dir zu danken,
durch Jesus Christus, unseren Herrn und König.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und Frieden gestiftet am Kreuz durch sein Blut.
Durch ihn haben wir die Erlösung;
die Vergebung der Sünden.
Er wird wiederkommen in Herrlichkeit
und die Schöpfung vollenden.
Darum preisen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen,
darum singen auch wir vereint mit ihnen
zum Lobe deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
Jesus, denk an uns,
wenn du in deiner Macht als König kommst!
(vgl. Lk 23,42)
Oder:
Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott,
sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit!
(1 Tim 1,17)
Oder:
Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn.
Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!
(Lk 19,38)
Oder:
Christus Sieger, Christus König
Christus - Herr in Ewigkeit.
Allmächtiger Gott,
du hast uns berufen,
Christus, dem König der ganzen Schöpfung, zu dienen.
Stärke uns durch diese Speise,
die uns Unsterblichkeit verheißt,
damit wir Anteil erhalten
an seiner Herrschaft und am ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Christkönigsonntag
König ist in den Märchen ein Bild für den Menschen, der alle seine Seelenkräfte integriert. Es sind immer drei Königssöhne, die ausziehen, um dem kranken Vater zu helfen. Und gerade der jüngste bringt dem Vater das Heilmittel, das ihn wieder gesund werden läßt. Die drei Söhne stehen für die drei Bereiche im Menschen, für Geist, Seele und Leib, für Verstand, Emotion und Trieb, für Kopf, Herz und Bauch. Die beiden ältesten Söhne scheitern oft auf ihrem Weg, weil sie nicht behutsam mit den helfenden Tieren umgehen, die ihnen begegnen. Sie landen im Wirtshaus. Sie gehen auf im Genießen ihrer hohen Stellung, ohne den Weg der Selbstwerdung zu gehen. So zeigen die Märchen, wie gefährdet der Mann auf seinem Weg der Selbstwerdung ist. Um König zu werden, muß ich alles, was in mir ist, annehmen und mich damit aussöhnen, gerade auch mit der tierhaften Seite, mit dem Unansehnlichen und Wilden in mir. Der König gibt schließlich seine Macht an seinen Sohn. Und er segnet ihn. Das gehört auch zum Wesen des Königs, daß er andere segnet. Viele junge Männer sehnen sich danach, von einem älteren Mann, von einem König, gesegnet zu werden.
Für den griechischen Philosophen Platon ist der König nicht nur derjenige, der ein Land beherrscht, sondern auch einer, der die Höhen und Tiefen des Menschseins kennt. In diesem griechischen Sinn hat Lukas Jesus als König beschrieben, der gerade am Kreuz der wahre König ist. Da durchmißt er alle Höhen und Tiefen dieser Welt. Anders versteht das Johannesevangelium das Königtum Jesu. Jesu Königtum ist nicht von dieser Welt. Es ist eine innere Wirklichkeit, zu der die äußere Welt keinen Zutritt hat und die niemand ihm zu rauben vermag. In Jesus ist eine königliche Würde, über die kein Mensch Macht hat. Und was Jesus von sich sagt, das dürfen wir auch von uns selbst sagen: »Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.« Ich habe Männer öfter mit diesem Satz eine zeitlang gehen lassen. Ich habe ihnen geraten, sich einen Stein auf den Kopf zu legen, der sie zwingen soll, aufrecht zu gehen. Und dann sollen sie diesen Satz in alle Situationen ihres Lebens hineinsprechen, gerade in Situationen von Schwäche, von Kleingemachtwerden, von Enttäuschung und Verletzung. Dann erahnen sie, daß da etwas in ihnen ist, was nicht zerstört werden kann. Das Königliche in ihnen stammt von Gott. Es ist nicht von dieser Welt. Und daher hat die Welt auch keinen Zugriff darauf. Das macht frei. Mit diesem Satz komme ich in Berührung mit dem inneren Raum in mir, in dem Gott herrscht. Dort hat die Herrschaft der Menschen keinen Zutritt. Dort haben auch die selbstentwertenden Stimmen des Über-Ichs keine Macht über mich.
Alle Christen sind in der Taufe zum König gesalbt worden. Der Archetyp des Königs gehört also wesentlich zum christlichen Mann. König sein heißt, daß ich mich nicht kleiner mache, als ich bin, sondern daß ich um meine göttliche Würde weiß, daß ich mich auf den Weg zur inneren Freiheit mache, und daß ich Verantwortung für das Land übernehme, das Gott mir anvertraut hat. Das ist für uns meistens kein äußeres Land, sondern eine Familie, eine Firma, eine Gruppe. Das ist aber auch das Land der eigenen Seele mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinen Bergen und Tälern. König ist nur der, der aufhört, andere für seine Situation verantwortlich zu machen, und sein Leben selbst in die Hand nimmt.
Aus: Anselm Grün, Kämpfen und lieben. Wie Männer zu sich selbst finden. Vier Türme Verlag, Münsterschwarzach 2003.
Könige sind in Europa längst nicht mehr an den Schalthebeln der Macht. Königsfamilien sind auch nicht besser als andere Familien. Am heutigen Sonntag geht es ohnehin nicht um Kronen und Juwelen oder um Klatsch und Skandalgeschichten. Am Ende des Kirchenjahres wird radikal die Frage gestellt, wer oder welche Macht real regiert, von wem wir uns führen oder verfuhren lassen.
Es gibt Herren, die ihre Untergebenen unterjochen und nur glauben, groß zu sein, wenn sie andere möglichst klein machen. Es gab und gibt Führer, die Millionen von Menschen in den Tod reißen. Wenn sie selber nicht mehr herrschen und leben, dürfen andere auch nicht mehr sein. Die Könige, Führer und Mächtigen sind heute nicht mehr so klar zu benennen. Da gibt es herrschende Meinungen und Vorurteile, die ungeprüft übernommen werden. Welchen Moden gehe ich auf den Leim? Auf welcher Welle schwimme ich mit? Verblendungen und Abhängigkeiten werden als die große Freiheit verkauft. Oberflächliche Visionen vom Leben enden im Kater, in Lähmung und Ermüdung, auch in der Entsolidarisierung.
Wenn ich schwach bin, bin ich stark
Jesus ist ein anderer König. Er ist der gute Hirt, der gekommen ist, damit wir Leben in Fülle haben. Der König am Kreuz gibt auch den Zerschlagenen, Vergessenen und Opfern Hoffnung. Sein Reich, die Königsherrschaft Gottes, schenkt leibliche und psychische Gesundheit, richtet Gebeugte auf, eröffnet Beziehung, schenkt Freiräume des Lebens in Sackgassen der Schuld. Gottes Wille ist das Heil und die Rettung der Menschen. Diese Herrschaft ist ganz und gar nicht triumphalistisch. Es beginnt im Verborgenen und im Kleinen.
Im Evangelium von Christkönig hören wir ein Schlüsselwort Jesu, eines, das für seine Sprache wichtig ist, um das seine Gleichnisse kreisen, das die Handlungen symbolisieren, das er letztlich in seiner Person ist: Es ist das Wort vom Reich Gottes.
Vermutlich tun wir uns mit diesem Wort gar nicht so leicht: Es ist ja schließlich oft genug auch verraten und missbraucht worden. Manchen steckt noch das Dritte Reich in den Knochen, da wollen sie nicht gleich wieder ein Reich haben. Es hat in der Geschichte genug Utopien gegeben, die sich auf Gott, die Vorsehung berufen haben und dann eine lange Blutspur hinterlassen haben. Das Reich Gottes mit einem konkret geographisch bestimmten Land, mit politischen Größen zu identifizieren, das fällt uns wahrscheinlich nicht so schnell ein. Eher schon verbreitet ist die Vorstellung, dass Gott oder das Göttliche in uns ist, ja, dass unser Inneres selbst das Göttliche ist. Verbunden ist die Suche nach esoterischen Vorstellungen mit einem Misstrauen gegenüber der Sprache, den anderen, der Leiblichkeit.
Was ist denn mit dem Reich Gottes gemeint? Es geht zum einen um eine Herrschafts- und Machtfrage. Das Reich Gottes ist ein Bild für das erste Gebot, dafür, dass Gott der Herr ist und dass es keinen anderen gibt. So stellt die Botschaft Jesu vom Reich Gottes vor die Entscheidung zwischen Leben und Tod, zwischen Gott und Götze. Es wäre fatal, wenn Leben und Tod zu einer Frage des Durchsetzungsvermögens, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zu einer Frage des bloßen Standpunktes, Egoismus oder Solidarität zu einer Frage der Werbestrategie, Liebe oder Hass zu einer Frage der Hormone, Wahrheit oder Lüge zu einer Frage der besseren Taktik, Friede oder Krieg zu einer Frage der Konjunktur verkämen.
Wer ist denn der wirkliche Regent, der König und Herr unseres Lebens, wer sitzt denn an den Schalthebeln der Macht, der Meinung und Gestaltung? - Woran dein Herz hängt, das ist dein Gott oder dein Götze, dein „Abgott“, wie Martin Luther sagt. In den menschlichen Grundtrieben, Grundängsten, Ursehnsüchten und Basiswünschen brechen egoistische Zerrformen und Perversionen ein. So pervertiert das Besitzstreben die Wirtschaftswelt, das Machtstreben die politische Landschaft und das Genussstreben das gesellschaftliche Leben. Die Profit-, Karriere- und Konsumgesellschaft verliert selbstverliebt allen Transzendenz- und Gottesbezug.
Das Reich Gottes als Machtfrage entlarvt aber auch andere Atmosphären, Besetztheiten und Süchte. Was ist denn so das Grundlebensgefühl? Was dominiert denn so die Gedanken und Meinungen, welchen Träumen und Phantasien gehen wir denn so nach? Auch da die Frage: Wer ist an den Schalthebeln der Macht? Wen lassen wir das entscheidende Wort sagen? Wem sind wir ausgeliefert?
Vor die Entscheidung gestellt
Wenn Gott die Macht hat, dann sind Missverständnisse auszuschließen. Bei Macht denken wir nicht selten an Herr-Knecht-Verhältnisse und übertragen Vorstellungen von menschlicher Herrschaft einfach auf Gott, der dann ein ehrsüchtiger orientalischer Despot ist, der ständig seine Huldigungen braucht. Gott ist aber nicht neidig, so dass er sich freuen würde, wenn es anderen schlecht geht, oder er traurig wäre über das Gelingen anderer.
Gottes Ehre ist der lebendige Mensch, Gottes Herrschaft ist (auch) gelingendes Leben. Die Macht Gottes engt nicht ein, sie schafft Raum für eine neue, bleibende Gerechtigkeit. Das Böse, und das ist entscheidend, das Dämonische und Kaputtmachende wird von innen angenommen und überwunden.
Beide Linien, die Machtfrage und die Frage nach der Gerechtigkeit, bedeuten eine Umkehrung der Größenverhältnisse. Denn typisch für Jesus ist die Bevorzugung der Kinder und der Kleinen.
Der Christkönigssonntag stellt vor die Entscheidung zwischen Leben und Tod, zwischen Gott und Götze. Und so gilt das Obengesagte einmal mehr: Dass es fatal wäre, wenn Leben und Tod zu einer Frage des Durchsetzungsvermögens, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zu einer Frage des bloßen Standpunktes, Egoismus oder Solidarität zu einer Frage der Werbestrategie, Liebe oder Hass zu einer Frage der Hormone, Wahrheit oder Lüge zu einer Frage der besseren Taktik, Friede oder Krieg zu einer Frage der Konjunktur verkämen.
Jesus, der König, zeichnet das Hoheitszeichen seiner königlichen Würde auf die Stirn eines jeden Menschen. Seitdem er Mensch geworden ist, ist es uns versagt, vom Menschen, auch vom geringsten, schlecht zu denken. Wir würden von Gott selbst schlecht denken.
Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr. Herder Verlag, Freiburg Basel, Wien 2006.
spüren Sie sie vielleicht auch
diese Glocke
die sich
wie ein zu dicker Ballon
über uns spannt
unter der sich
die Belastungen dieser Zeit
breit machen
und
die Schreie von Not und Leid
von allen Wänden widerhallen
in der wir uns
wie gefangen fühlen
wie eingekerkert in uns selbst
zu so vielen Zeiten
haben die Menschen so empfunden
anders als wir
und
doch gleich
in der Schwere der Belastungen
doch sie machten sich auf -
oft auf langen Wegen -
zu entkommen
doch sie bauten ein Schiff
das über die Flut trägt
alle nicht wissend
ob die Hoffnung sich erfüllt
aber sie bewegten sich
der Hoffnung entgegen
bin ich bereit
meinen Ballon platzen zu lassen
damit sein Stunde kommen kann
vielleicht wird es auch nur
eine Minute
eine kleine Ahnung
vom Göttlichen
vom GOTT MIT UNS
gebe ich dem eine Chance
damit Advent
SEINE ANKUNFT
in mir werden kann
Beatrix Senft 2022

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