Lesung aus dem Buch Íjob.
Der Herr antwortete dem Íjob aus dem Wettersturm
und sprach:
Wer verschloss das Meer mit Toren,
als schäumend es dem Mutterschoß entquoll,
als Wolken ich zum Kleid ihm machte,
ihm zur Windel dunklen Dunst,
als ich ihm ausbrach meine Grenze,
ihm Tor und Riegel setzte
und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter,
hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Íjob.
Der Herr antwortete dem Íjob aus dem Wettersturm
und sprach:
Wer ist es, der den Ratschluss verdunkelt
mit Gerede ohne Einsicht?
Auf, gürte deine Lenden wie ein Mann:
Ich will dich fragen, du belehre mich!
Wo warst du, als ich die Erde gegründet?
Sag es denn, wenn du Bescheid weißt!
Wer setzte ihre Maße?
Du weißt es ja.
Wer hat die Messschnur über sie gespannt?
Wohin sind ihre Pfeiler eingesenkt?
Oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
als alle Morgensterne jauchzten,
als jubelten alle Gottessöhne?
Wer verschloss das Meer mit Toren,
als schäumend es dem Mutterschoß entquoll,
als Wolken ich zum Kleid ihm machte,
ihm zur Windel dunklen Dunst,
als ich ihm ausbrach meine Grenze,
ihm Tor und Riegel setzte
und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter,
hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?
Kv: Danken sollen alle dem Herrn;
denn seine Huld währt ewig. – Kv
(Oder: Halleluja. Oder: GL 40,1)
Sie, die mit Schiffen das Meer befuhren, *
Handel trieben auf den großen Wassern,
die dort schauten die Werke des Herrn, *
seine Wundertaten in der Tiefe. – (Kv)
Sie stiegen empor zum Himmel, /
in die Urtiefen sanken sie hinab, *
sodass ihre Seele vor Not verzagte,
sie wankten und schwankten wie Betrunkene, *
verschlungen war all ihre Weisheit. – (Kv)
Sie schrien zum Herrn in ihrer Bedrängnis *
und er führte sie heraus aus ihren Nöten,
er machte aus dem Sturm ein Säuseln *
und es schwiegen die Wogen des Meeres. – (Kv)
Sie freuten sich, dass die Wogen sich legten, *
und er führte sie zum ersehnten Hafen.
Sie sollen dem Herrn danken für seine Huld, *
für seine Wundertaten an den Menschen. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Die Liebe Christi drängt uns,
da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben,
also sind alle gestorben.
Er ist aber für alle gestorben,
damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,
sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.
Also kennen wir von jetzt an
niemanden mehr dem Fleische nach;
auch wenn wir früher
Christus dem Fleische nach gekannt haben,
jetzt kennen wir ihn nicht mehr so.
Wenn also jemand in Christus ist,
dann ist er eine neue Schöpfung:
Das Alte ist vergangen,
siehe, Neues ist geworden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Um einer etwaigen Überinterpretation der zweiten Lesung aus dem Zweiten Korintherbrief zu entgehen, ist es wichtig, den Zusammenhang dieser Sätze mit dem vorangehenden Text zu beachten. Auf jeden Fall muss man sich davor hüten, die zweite Lesung aus dem Evangelium dieses Sonntags heraus zu interpretieren. Sie ist ja nicht zum Evangelium hinzu ausgesucht worden, sondern folgt einem fortlaufenden Lesezyklus.
Im Zweiten Korintherbrief verteidigt sich Paulus gegenüber Leuten, die Unruhe in die Gemeinde gebracht haben und seine Autorität in Korinth untergraben. Paulus legt ihnen in seinem Schreiben dar, wie er seinen Aposteldienst sieht und worauf er seinen Autoritätsanspruch begründet: Das eigentliche Motiv seines Aposteldienstes ist die Liebe Christi, die ihn überwältigt hat. Die Erkenntnis, dass Christus für ihn gestorben ist, hat sein Leben umgekehrt. Wie Christus nicht für sich selbst gelebt hat, so kann nun auch er nicht mehr für sich selbst leben. Sein Aposteldienst ist sein Leben für andere. Dies sollten alle begreifen, für die Christus gestorben ist. Alle Christen können von nun an nicht mehr für sich selbst leben. Sie sind durch Christus eine neue Schöpfung geworden.
Im Gegensatz zu den Argumenten seiner Widersacher in Korinth, die ihn wegen seiner menschlichen Unzulänglichkeiten angreifen, sollen Christen ihre Situation nicht mehr nur nach menschlichen Gesichtspunkten einschätzen. Die Wertschätzung eines Menschen leitet sich von nun an nicht in erster Linie von seinen Begabungen und Stärken ab, sondern ist von der Sichtweise des Glaubens vorzunehmen.
Der 2. Korintherbrief spiegelt das gespannte Verhältnis des Apostels Paulus mit der Gemeinde in Korinth wieder. Paulus sandte Titus als Vermittler nach Korinth und erwartete gespannt eine Nachricht. Schließlich reiste er seinem Schüler entgegen und erhielt gute Botschaft, die eine Versöhnung mit der Gemeinde einleitete.
Der 2. Korintherbrief gibt uns einige bedeutsame Aufschlüsse über das Selbstverständnis des Apostels. Er enthält auch einige wichtige Aussagen über die Beziehung zwischen Amt und Gemeinde.
Der vorliegende Textabschnitt zeigt auf, daß sich durch Tod und Auferstehung Jesu alles geändert hat: So wie Christus nicht mehr nach menschlichen Maßstäben eingeschätzt werden darf, so sollen auch unsere Mitmenschen nicht mehr mit menschlichen Augen betrachtet werden. Im Klartext: Nicht mehr das äußere Erscheinungsbild - nicht mehr der erste Eindruck zählt, sondern ein anderer: Der Maßstab Gottes. Er sieht nicht auf das Äußere, sondern auf das, was den Menschen ausmacht: Sein Inneres. Ein Mensch, der sich zu Christus bekennt, ist ein neuer Mensch, gedrängt von der Liebe Christi: eine neue Schöpfung.
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
So versuchen wir, erfüllt von der Furcht des Herrn,
Menschen zu gewinnen;
vor Gott stehen wir offen da.
Ich hoffe,
dass wir auch vor eurem Gewissen offen dastehen.
Damit wollen wir uns euch nicht wieder empfehlen,
sondern wir geben euch Gelegenheit,
rühmend auf uns hinzuweisen,
damit ihr denen entgegentreten könnt,
die sich äußerlich, nicht im Herzen rühmen.
Wenn wir nämlich von Sinnen waren,
so geschah es für Gott;
wenn wir besonnen sind,
geschieht es für euch.
Denn die Liebe Christi drängt uns,
da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben,
also sind alle gestorben.
Er ist aber für alle gestorben,
damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,
sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.
Also kennen wir von jetzt an
niemanden mehr dem Fleische nach;
auch wenn wir früher
Christus dem Fleische nach gekannt haben,
jetzt kennen wir ihn nicht mehr so.
Wenn also jemand in Christus ist,
dann ist er eine neue Schöpfung:
Das Alte ist vergangen,
siehe, Neues ist geworden.
Jeder Mensch muss lernen, mit Angst und Furcht realistisch umzugehen. Wer sich in seinem Leben wie Jesus von Gott gehalten und getragen weiß, kann aus dieser Gewissheit heraus seinen Ängsten begegnen und sie bewältigen. Dieses Vertrauen muss jedoch erst wachsen und eingeübt werden.
Wie glaubwürdig ist die Rede Jesu vom Reich Gottes? Er stellt seine Glaubwürdigkeit unter Beweis durch ungewöhnliche Taten. An ihnen sollen die Menschen seine göttliche Vollmacht erkennen. Diese möchten sie zu einem Vertrauen in die Person Jesu führen, das Grundlage des Glaubens ist.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 272: Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte
GL 283: Aus der Tiefe rufe ich zu dir
GL 392: Lobe den Herren (2. und 3. Str.)
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan
GL 417: Stimme, die Stein zerbricht
GL 421: Mein Hirt ist Gott, der Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott läßt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 436: Ach bleib mit deiner Gnade
GL 439: Erhör, o Gott mein Flehen, hab auf mein Beten acht
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
Kehrverse und Psalmen:
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 48: Biete deine Macht auf, Herr, unser Gott, und komm, uns zu retten! - Mit Psalm 80 - I.
GL 67: Der Herr behütet dich vor allem Bösen
GL 307,5: Meine Hilfe und mein Retter bist du. Säume doch nicht, du mein Gott - Mit Psalm 2 (GL 32,2) - I.
GL 558: Danket dem Herrn, denn er ist gütig
Krisenzeiten lassen immer auch den Angstpegel ansteigen. Das gilt in gleicher Weise für private wie für öffentliche Krisen, etwa in der Wirtschaft im Staat und auch in der Kirche. Da kommt es nicht selten zu hektischen Aktivitäten, gereizten Reaktionen, übereilten Maßnahmen.
Ruhe und Gelassenheit finden wir nicht zuletzt in der Gewissheit, dass da einer ist, der uns nicht im Stich lässt, dass wir auf keinen Fall tiefer fallen können als in die Hände Gottes. Nahrung findet dieser Glaube in jeder Begegnung mit Gott. Diese suchen wir nun in diesem Gottesdienst.
Heiliger Gott,
gib, dass wir deinen Namen allezeit
fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
nimm das Opfer des Lobes
und der Versöhnung an.
Löse uns durch diese Feier aus aller Verstrickung,
damit wir in freier Hingabe ganz dir angehören.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Gepriesen sei der Herr, der Schöpfer der Welt,
seine Herrlichkeit erfüllt die ganze Erde.
Oder:
Wie groß sind deine Werke, Herr.
Alle hast du in Weisheit gemacht.
Wir kommen zu dir, guter Gott, um dir zu danken
und dir mit der ganzen Schöpfung unseren Lobpreis darzubringen.
In Weisheit hast du alles geschaffen
und allem Geschaffenen deine Ordnung gegeben.
Kehrvers
Du hast uns nicht hilflos den blinden Kräften der Natur überlassen.
Mit Verstand hast und du uns ausgestattet,
damit wir die Gesetze erkennen, denen wir unterworfen sind.
Du bist den Menschen nahe, die in ihrer Not zu dir rufen,
und stellst dich auf die Seite der Schwachen und Ohnmächtigen.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du deine Menschenfreundlichkeit
hören, sehen und spüren lassen.
Die Kranken und Kleinen hat er erfahren lassen,
dass du dich ihrer annimmst.
Seine Jünger hat er gelehrt, dass sie dir vertrauen können.
Selbst noch am Kreuz hat er sein Leben in deine Hände gelegt.
Kehrvers
Du hast ihn nicht dem Dunkel des Todes überlassen,
sondern auferweckt und in den Himmel erhoben.
Auf ihn vertrauen wir, dass er auch uns nicht zugrunde gehen lässt
und dass er wiederkommen wird, um die Welt endgültig zu retten.
Darum singen wir dir mit der ganzen Schöpfung unser Lob:
Danklied, z. B. Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus (GL 381)
In Wahrheit ist es würdig, dir zu danken,
heiliger Vater.
Es ist recht, dich zu preisen.
Denn du allein bist der lebendige und wahre Gott.
Du bist vor den Zeiten und lebst in Ewigkeit.
Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Alles hast du erschaffen,
denn du bist die Liebe
und der Ursprung des Lebens.
Du erfüllst deine Geschöpfe mit Segen
und erfreust sie alle mit dem Glanz deines Lichtes.
Vor dir stehen die Scharen der Engel
und schauen dein Angesicht.
Sie dienen dir Tag und Nacht,
nie endet ihr Lobgesang.
Mit ihnen preisen auch wir deinen Namen,
durch unseren Mund rühmen dich alle Gesschöpfe
und künden voll Freude das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Hochgebet 4
Gütiger Gott,
du hast uns durch den Leib und das Blut Christi gestärkt.
Gib, dass wir niemals verlieren,
was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis

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Als alttestamentliche Lesung - diese wird normalerweise auf den Evangelienabschnitt des jeweiligen Sonntags hin ausgewählt - werden einige Verse aus dem Buch Ijob vorgetragen. Diese haben einen doppelten Bezug zum Evangelium dieses Sonntags.
Das Buch Ijob besteht - eingefasst in eine Rahmenerzählung - aus einer langen Abfolge von Reden und Gegenreden wie bei einer Gerichtssitzung. In ihnen geht es um ein Verstehen der Leiderfahrungen des Menschen, insbesondere um das Leiden des Gerechten, um das Leiden, das sich nicht als Folge eigener Schuld erklären lässt. Dieses Leid behält trotz aller Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche etwas Unverstehbares, Unfassbares. Der Mensch ist dem Leid ausgeliefert wie den Naturgewalten. Ijob vertraut trotz aller Unbegreiflichkeit Gott und bekennt: "Ich habe erkannt, dass du alles vermagst." (42,2). Dieses Bekenntnis entspricht in einer anderen literarischen Form dem Glauben, der in der Erzählung vom Seesturm (Evangelium) gefordert wird.
Die zweite Klammer zwischen erster Lesung und Evangelium ist mit dem Motiv des Meeres gegeben. Die Verse der Lesung sind der ersten Verteidigungsrede Gottes gegenüber Ijob entnommen. Diese Rede reiht vom Menschen unbeantwortbare Fragen aneinander und demonstriert in eindrucksvollenBildern die Überlegenheit des Schöpfers. Gott ist Herr über die ganze Schöpfung und über die Kräfte der Natur. Der Mensch kann dabei nicht mitreden.
(Meines Erachtens empfiehlt es sich, einen längeren Abschnitt aus dieser Rede vorzutragen, als die Leseordnung es vorsieht, damit das ehrfürchtige Staunen vor dem Schöpfer sich entfalten kann. Ich schlage die Verse 38,1-11 vor.)
Das Buch Ijob ist eines der Hauptwerke der Weltliteratur, benannt nach der zentralen Gestalt der Erzählung, da der Verfasser unbekannt ist. Er griff bei diesem Werk auf eine alte Volksüberlieferung von einem vorbildlichen, frommen und gerechten Mann zurück, der von Gott hart geprüft wird. Im alten Israel war der Glaube weit verbreitet, daß es dem guten Menschen in seinem Leben gut, dem Sünder dagegen schlecht ergeht. Leid ist folglich eine Strafe für begangene Sünden. Ijobs Freunde vertreten diese Ansicht. Der Protagonist selbst wehrt sich allerdings mit Entschiedenheit dagegen. Er weiß sich keiner Schuld bewußt, das Leid trifft ihn schuldlos. Schließlich klagt Ijob Gott selbst an, der ihm dann auch antwortet und darauf hinweist, daß es einem Menschen unmöglich sei, die Pläne Gottes zu verstehen. Ijob ergibt sich schließlich demütig in den Willen Gottes.
Das Buch Ijob zeigt uns einen Menschen in unsagbarem Leid, der aber Gott größer sein läßt. Das Leid der Menschen bleibt ein ungelöstes Rätsel, das sich einem vernunftmäßigem Erfassen entzieht.
Im vorliegenden Textabschnitt, der zur sogenannten "Ersten Rede Gottes" gehört, antwortet Gott dem Ijob mit einem Hinweis auf seine Weisheit, die sich in seiner Schöpfung zeigt. Wer sich in Gott geborgen weiß, der sieht seine ungelösten Probleme in einem neuen Licht und kann sich mit seinem Leid versöhnen, so wie das aufbrausende Meer sich beruhigt, wenn Gott sein mächtiges Wort spricht.