Lesung aus dem Buch Daniel.
In jener Zeit tritt Michael auf,
der große Fürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt.
Dann kommt eine Zeit der Not,
wie noch keine da war, seit es Völker gibt,
bis zu jener Zeit.
Doch zu jener Zeit wird dein Volk gerettet,
jeder, der im Buch verzeichnet ist.
Von denen, die im Land des Staubes schlafen,
werden viele erwachen,
die einen zum ewigen Leben,
die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu.
Die Verständigen werden glänzen
wie der Glanz der Himmelsfeste
und die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben,
wie die Sterne für immer und ewig.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Jeder Priester des Ersten Bundes steht Tag für Tag da,
versieht seinen Dienst
und bringt viele Male die gleichen Opfer dar,
die doch niemals Sünden wegnehmen können.
Jesus Christus aber
hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht
und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt;
seitdem wartet er,
bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden.
Denn durch ein einziges Opfer
hat er die, die geheiligt werden,
für immer zur Vollendung geführt.
Wo also die Sünden vergeben sind,
da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Hebräerbrief ist geprägt von der Vorstellung vom Hohenpriestertum Jesu Christi. Durch seinen Adressatenkreis - die hebräischen Gemeinden - ist bedingt, dass der Verfasser theologischen Anknüpfungspunkte im Alten Testament sucht. Jesus Christus wird in den Vergleich zu den Hohenpriestern des Alten Bundes gestellt. Der vorliegende Abschnitt zieht Parallelen zwischen dem Altaropfer des Tempels und dem Kreuzesopfer des Gottessohnes.
In diesem Textabschnitt handelt es sich um wesentliche Aussagen über Christus als den Hohenpriester, verbunden mit einer Kritik des Gottesdienste Israels - vergleichbar mit der Kritik des Paulus am jüdischen Gesetz. Die Christen sollen sich vom Tempelgottesdienst und von heidnischen Gottesdiensten lösen und ihren Gottesdienst in der Form schlichter eucharistischer Feiern begehen.
Inhaltlich wird davon gesprochen, daß die alten Opfer abgeschafft worden sind und den Menschen umfassende Vergebung durch Christus zuteil wird. Was hier in Christus geschehen ist, erfolgte ein für allemal und endgültig.
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Jeder Priester des Ersten Bundes steht Tag für Tag da,
versieht seinen Dienst
und bringt viele Male die gleichen Opfer dar,
die doch niemals Sünden wegnehmen können.
Jesus Christus aber
hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht
und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt;
seitdem wartet er,
bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden.
Denn durch ein einziges Opfer
hat er die, die geheiligt werden,
für immer zur Vollendung geführt.
Das bezeugt uns auch der Heilige Geist;
nachdem er gesagt hat:
Dies ist der Bund, den ich nach diesen Tagen
mit ihnen schließen werde - / spricht der Herr:
Ich lege meine Gesetze in ihr Herz /
und schreibe sie in ihr Denken hinein;
und: An ihre Sünden und Übertretungen denke ich nicht mehr.
Wo also die Sünden vergeben sind,
da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr.
Halleluja. Halleluja.
Wacht und betet allezeit,
damit ihr hintreten könnt vor den Menschensohn.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
In jenen Tagen, nach jener Drangsal,
wird die Sonne verfinstert werden
und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn
in Wolken kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Und er wird die Engel aussenden
und die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!
Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,
erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
So erkennt auch ihr,
wenn ihr das geschehen seht,
dass er nahe vor der Tür ist.
Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen,
bis das alles geschieht.
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand,
auch nicht die Engel im Himmel,
nicht einmal der Sohn,
sondern nur der Vater.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der vorliegende Textabschnitt stammt aus einer Rede im Markusevangelium (13,1-37), die vom künftigen Reich Gottes erzählt. Diese Rede hat apokalyptische Züge. Wie viele Offenbarungshandlungen findet auch sie auf einem Berg statt. Historischer Hintergrund dieser Rede von Zerstörung ist der Jüdische Krieg (1. Jhdt. n. Chr.) mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels zu vermuten.
Die vorliegende Erzählung ist ein Teil einer Reihe von Antworten auf die Frage nach dem Zeitpunkt der von Jesus angekündigten Zerstörung des weltlichen Jerusalems als Zeichen der Wiederkunft des Herrn (Vers 2).
Zu gliedern ist der Text in folgende Teile: Ankündigung von kosmischen Zeichen und des Kommens des Gottessohnes (Verse 24-27), das Gleichnis vom Feigenbaum (eines der wenigen Gewächse in Palästina mit saisonal bedingtem Laubverlust) mit dem Ende der apokalyptischen Rede (28-32). Die nicht aufgeführte Ermahnung zur Wachsamkeit (33-37) beschließt den Textabschnitt.
Der Evangelientext wurde in der Zeit nach 70 n. Chr. geschrieben, nach den Greueln des Jüdischen Krieges, den Christenverfolgungen unter Nero, der Zerstörung Jerusalems und des Tempels.
Viele Christen dürften angesichts der Zeitumstände nahe an der Verzweiflung gewesen sein, denn nach damaliger judenchristlicher und jüdischer Überzeugung gehörten der Untergang des Tempels und der Untergang der Welt zusammen. Die Christengemeinden benötigten Orientierung und neue Kräfte. In dieser Situation gibt der Evangelist keine authentische Rede Jesu wieder, sondern er verkündet in apokalyptischer Sprach- und Bilderwelt die Botschaft Jesu Christi.
Die Christen gelangen durch Tod und Auferstehung zum wahren Leben. Markus berichtet aber nichts über die konkreten Details oder gar den Zeitpunkt zu dem dies alles erwartet werden kann, denn sein Text soll eine theologische Botschaft und keine Angaben über ein historisches oder kosmisches Ende der Welt transportieren.
Die apokalyptischen Texte machen nicht Angst, sie decken die Ängste der Menschen auf. Es gibt die große Not, von der sie erzählen. Die biblischen Texte stellen ihr die Hoffnung der Glaubenden entgegen, denn Gott hat die Welt geschaffen und er bewahrt ihr die Treue.
Wir glauben einerseits an die Gegenwart Christi in unserer Welt, andererseits erwarten wir, dass er wiederkommt. Wir erhoffen, ihm in unserem persönlichen Tod zu begegnen und in das ewige Leben einzugehen.
Die Botschaft vom kommenden Herrn, der die Welt richtet und vollendet, ist uns irgendwie fremd, ja sie wirkt beklemmend. Die Bilder künden von der sich verfinsternden Sonne, vom Mond, der nicht mehr scheint und den Sternen, die vom Himmel fallen: das flößt Angst ein. Zudem wird der Untergang Jerusalems und das Ende des Tempels mit dem Weltgeschick verwoben. So findet man nur allgemeine Aussagen.
Doch Jesus will die Seinen inmitten dieses Schrecken einjagenden Chaos nicht verwirren, sondern trösten. Er kommt den Glaubenden von den Wolken des Himmels her entgegen mit großes Macht und Herrlichkeit. Er sammelt die von ihm Erwählten.
Wir sind gewohnt an Jesus zu denken als Herrn, der immer da ist, der geheimnisvoll bei uns gegenwärtig ist, besonders im Gebet, im Wort und in der Eucharistie. Doch Er ist auch der noch Kommende, der Zukünftige. Es wird sich herausstellen, wer dieser Jesus wirklich ist und was wir ihm verdanken, wenn er als der Menschensohn vom Himmel kommt. Diese Glaubenswahrheit vergessen wir häufig.
Im Thessalonicher-Brief, der ältesten Schrift des Neuen Testaments, bekräftigt Paulus: „Er der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und er bewahre euch unversehrt und untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!“
Der Menschensohn kommt. Und es gibt viele Zeichen, globale Erschütterungen, Not, Schwierigkeiten. Jesus will sagen: So wie man durch den treibenden Feigenbaum den nahenden Sommer erkennt, werden die Gläubigen genug Zeichen finden, durch die sie Sein Kommen angekündigt sehen. Der Hinweis, dass diese Generation alles noch erleben wird, traf nicht ein. Wir dürfen folgern, dass die Prophetie über den Untergang Jerusalems und den endgültigen kommenden Christus keine Zeitangaben sind. Im persönlichen Tod allerdings vollzieht sich für jeden von uns das Kommen Christi. Wir kommen heim zum Herrn.
Um über unseren Tod ins Leben einzugehen, sollten wir uns heute neu für Gott entscheiden, ihn zur Mitte unseres Lebens machen: wir tun es, wenn wir jeden Tag in uns - durch Schritte der Liebe - dem Ich sterben - , um Gott in uns leben zu lassen. Sterben in jedem Augenblick und auferstehen in Glaube und Liebe macht aus unserem Leben ein göttliches Abenteuer. So wird der Himmel ein Haus, das wir hier auf Erden bauen und das wir durch den Tod dann einmal drüben, im Himmel, bewohnen können.
Wir dürfen uns trösten lassen. Im Kommen Jesu werde ich, werden wir zu dem, wozu uns Gott ins Leben rief, wir reifen für seine Gemeinschaft. Er erschuf uns durch sein Wort. Wir versuchen gelebtes Wort zu sein, und werden am Ende in Christus Wort in Fülle sein.
In unserem Sterben geschieht für uns die persönliche Ankunft des Herrn. Menschen, die beim Sterben dabei stehen, erleben das Erlöschen des Lebens im menschlichen Körper. Wenn einer stirbt, sehen wir von außen den Tod. Alles hört auf. Der Glaube aber sagt, dass der Sterbende dem Leben in Christus begegnet. Der Sterbende ruft: Endlich, Jesus, sehe ich Dich als meinen Retter! Endlich bin ich bei Dir zu Hause!
Ein Alptraum! Wenn die Sonne erlischt, der Mond nicht mehr scheint, die Sterne gar vom Himmel fallen - dann ist alles am Ende. Wir auch. Wir sind verloren, erfroren, erschlagen. Eine entsetzliche Leere am Himmel und die Erde ganz zertrümmert - und es ist niemand mehr da, der klagen, weinen, hoffen könnte.
Ich muss an die Schöpfungsgeschichte denken. Sie erzählt vom Anfang. Sie erzählt von der großen Finsternis. Die Erde ist wüst und leer, bevor das Licht geschaffen wurde, Sonne und Mond, Tag und Nacht. Kennt ihr die ersten Worte Gottes? "Es werde Licht" - und siehe: "es ward Licht". Wenn Gott redet, wird es hell. Der erste Tag wird in seiner ganzen Schönheit vorgestellt. Licht. Wärme. Leben. Wenn die Sonne aufgeht, der Mond erhaben am Himmel erscheint, die Sterne leuchten - ich kann mich dann freuen, als wär's mein "erster" Tag.
Und jetzt? Ein Albtraum! Alles verrückt, durcheinander, heillos. Ich möchte aufwachen, die Augen reiben. . . ich brauche die Welt mit ihren vertrauten Gesichtern und Lichtern. Es reicht schon, dass in meinem Leben so manches aus den Fugen geraten ist. Egal, wie lange schwierige Phasen dauern - im Wechsel von Tag und Nacht geht mir doch jeden Tag neu das Leben auf. Nein, Evangelist, ich mag deine Geschichte nicht. Lass die Sterne am Himmel! Bitte!
Zugegeben: Wer den Horror liebt, in Kinolänge natürlich, wird auf seine Kosten - und seinen Grusel - schon kommen. Aber längst treten neue Bilder - und Ankläger - auf: Wir sehen das Eis am Nordpool schmelzen, jahrtausende alte Gletscher schwinden, Flussdeltas und Küsten im Wasser untergehen. Wir sehen Tsunamis Land verschlingen und Taifune in Windeseile Menschen vor sich hertreiben. Schneller, als sie laufen können. Die Zeichen des Unheils haben das Firmament längst verlassen. Uns beschleicht sogar die Ahnung, dass wir Menschen unsere Hände dabei im Spiel haben.
Manchmal klagen wir, dass die Welt kalt ist. Wir nennen sie gelegentlich auch "finster". Da kann die Sonne dann scheinen wie sie will. Für manchen Menschen ist die Welt tatsächlich schon am Ende. Ohne Hoffnungsschimmer, ohne Vertrauen, ohne Liebe. Im Evangelium ist von einer großen Not die Rede.
Die große Not geht über die ganze Welt. Das ist die ungeheure Kraft apokalyptischer Vorstellungen und Bilder, die den Kosmos, die ganze Schöpfung, alles Leben bedroht sieht. Lange, bevor das Wort Globalisierung überhaupt gefunden wurde. Nie konnten Menschen nur von sich reden - und reden machen.
Dass das Evangelium apokalyptische Vorstellungen und Bilder aufgreift, die auch früher schon in der Luft lagen, überrascht also nicht. Aber die Blicke werden nicht nur auf die großen Gefährdungen gelenkt, sondern vielmehr auf - die große Hoffnung! Wir sehen schon den Menschensohn, Jesus, in Macht und Herrlichkeit erscheinen - und die Auserwählten Gottes aus allen Himmelsrichtungen heimkehren. Überhaupt fällt auf, wie bescheiden im Evangelium die schrecklichen Zeichen sichtbar gemacht werden. Es ist, als ob jeder falsche Blick abgewehrt werden soll. Und vor allem: die Angst wird verbannt. Sie soll über die Herzen, Gedanken und Träume der Menschen keine Herrschaft übernehmen. Sie soll sich auch nicht in Hysterie verwandeln können. Weil Gottes Wort in Ewigkeit besteht. So geheimnisvoll es sich anhört, dass Erde und Himmel vergehen - sein schöpferisches Wort stellt Gott darüber. Es ist seine einmal versprochene und verbürgte Treue. Sie verfällt nicht. Sie wird auch nicht geopfert. Von ihm schon gar nicht. Von ihm heißt es, dass er das Werk seiner Hände nicht preisgibt.
Wer allerdings apokalyptische Vorstellungen und Bilder kennt - heute kann man sie bunt und schnell im Kino über sich ergehen lassen -, wird schnell in eine Auseinandersetzung zwischen "gut" und "böse" hineingezogen. So haben die Menschen das eigentlich auch immer gesehen. Wenn sie die Bösen ausmachen und ausmerzen, könnte das Unheil an ihnen vorübergehen. Dachten sie. So wurden Menschen verbannt und verbrannt: Hexen, Juden und Ketzer. Oft -zu oft - auch im Namen Gottes. Angst wurde sogar bewusst geschürt, um Menschen zu unterwerfen, auf Linie zu bringen, ihr Gewissen zu brechen. Auf jeden Fall traf es die anderen, die Andersartigen, die Fremden. Fällt euch noch jemand ein? Vielleicht aus dem letzten Film? Das Thema ist nämlich nicht von gestern. . .
Es ist eine schreckliche Geschichte, die blutige Spuren hinterlässt. Gott selbst wird in ihr zu einem Rächer gemacht, den man braucht, um menschliche Vorstellungen von einer "reinen" Welt, einer "reinen" Art oder eines "reinen" Glaubens durchzusetzen. Sein Gericht wird eigenmächtig vorweggenommen, sein Wort okkupiert, sein Name missbraucht. Es gibt keine Barmherzigkeit und keine Gnade. Nur Angst und Verlorenheit. Statt Heil - kommt nur das Unheil. Statt Frieden - nur Hass. Statt Gewissheit - nur Zweifel.
Jesus hat gewusst, warum er die Geschichte anders erzählt. Er zeigt uns einen Feigenbaum. Er lässt uns die saftigen Blätter berühren und die zarten Früchte bestaunen. Nicht mehr lange, dann ist der Sommer da. Die Zeit der Reife. Die Zeit der Ernte. Es wird eine gute Ernte!
Fällt Ihnen etwas auf? Die Sonne leuchtet, der Mond scheint, die Sterne funkeln. Ein einziger Feigenbaum reicht, um die neue Zeit vorzustellen. Hier kann niemand die Früchte wie Fäden ziehen, auch nicht an ihnen zerren - sie wachsen einfach. Ein zuversichtliches, hoffnungsfreudiges Bild. Ohne Gewalt, Zorn und Angst. Ohne Weltuntergang. So stelle ich mir das Paradies vor - mit einem Feigenbaum.
Was in diesem Bild steckt, kommt einem Aufstand gleich. Das Leiden hat ein Ende. Die schrecklichen Erfahrungen, die Menschen machen, die die Welt zerreißen, die zum Himmel schreien - sie werden gepflückt, abgenommen, geborgen.
Übrigens: Das Evangelium erzählt, wie Jesus Leid und Schuld auf sich nimmt und trägt. Wie er für andere in den Tod geht. Wie er das Leben erobert. Sein Kreuz wird zu einem Zeichen der Liebe und des Mitleidens Gottes. Von den Toten auferweckt, wird Jesus mit Macht und Herrlichkeit die Welt vollenden. Er wird Menschensohn genannt.
Das letzte Wort gleicht dem ersten: "es werde Licht".
Ohne meine Mit-Schuld und Verantwortung verdrängen zu wollen, verstehe ich die Bitte, die Bartholomäus Ringwaldt 1582 formuliert hat:
O Jesu Christ, du machst es lang
mit deinem Jüngsten Tage;
den Menschen wird auf Erden bang
von wegen vieler Plage.
Komm doch, komm doch, du Richter groß,
und mach uns bald in Gnaden los
von allem Übel. Amen.
Gott, du Urheber alles Guten,
du bist unser Herr.
Laß uns begreifen, daß wir frei werden,
wenn wir uns deinem Willen unterwerfen,
und daß wir die vollkommene Freude finden,
wenn wir in deinem Dienst treu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
die Gabe, die wir darbringen,
schenke uns die Kraft, dir treu zu dienen,
und führe uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Wir loben dich, wir danken dir!
Großer Gott, wir kommen zu Dir,
um dir unseren Dank darzubringen.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns deine Liebe niemals entzogen hast.
Du hast nicht aufgehört die Menschen zu lieben;
Auch wenn sie von deinen Wegen abgewichen sind.
Alle: Wir loben dich, wir danken dir!
Du hast auf die Not deines Volkes geschaut und dich seiner erbarmt,
als es ausgebeutet und unterdrückt wurde.
Kehrvers
Durch die Propheten hast du dein Volk in Zeiten der Verfolgung gestärkt
und in ihm die Hoffnung aufrecht erhalten.
Kehrvers
Als die Zeit erfüllt war, hast du deinen Sohn gesandt,
um dir aus allen Nationen ein neues Volk zu sammeln
und diesem deine Liebe zu offenbaren.
Kehrvers
In Christus Jesus bist du bei uns alle Tage bis an die Grenzen der Welt
und bis ans Ende der Zeiten.
Kehrvers
Er wird wiederkommen, um die von ihm Auserwählten
zum ewigen Leben zu erwecken und in deine Herrlichkeit zu führen.
Kehrvers
Für diese Hoffnung danken wir dir und preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen.
Danklied, z. B.: Singt dem Herrn ein neues Lied (GL 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn deine Vorsehung waltet über jeder Zeit;
in deiner Weisheit und Allmacht
führst du das Steuer der Kirche
und stärkst sie durch die Kraft des Heiligen Geistes.
In ihm kann sie allezeit auf deine Hilfe vertrauen,
in Not und Bedrängnis zu dir rufen
und in Tagen der Freude dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Heiliger Geist 2
Ich sagte zum Herrn:
Mein Herr bist du, *
mein ganzes Glück bist du allein.
(Ps 16,2)
Du zeigst mir den Pfad zum Leben.
Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle,
zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit
(Ps 16,11)
Oder:
So spricht der Herr:
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
(Mk. 13,31)
Oder:
Wacht und betet allezeit,
damit ihr hintreten könnt vor den Menschensohn.
(vgl. Lk 21,36)
Barmherziger Gott,
wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt
und sein Gedächtnis begangen.
Die heilige Gabe,
die wir in dieser Feier empfangen haben,
helfe uns,
daß wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern
Christus nachfolgen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Die Apokalypse ist zum Fernsehtrend geworden. Zombies und menschenleere Gegenden könnte man leicht als Gesellschaftskritik verstehen. Doch in Wahrheit sind sie Wohlfühlfernsehen mit anderen Mitteln.
Komm in unsre stolze Welt,
Herr mit deiner Liebe Werben.
Überwinde Macht und Geld,
lass die Völker nicht verderben.
Wende Hass und Feindessinn
auf den Weg des Friedens hin.
Komm in unser reiches Land,
der du Arme liebst und Schwache,
dass von Geiz und Unverstand
unser Menschenherz erwache.
Schaff aus unserm Überfluss
Rettung dem, der hungern muss.
Komm in unsre laute Stadt,
Herr, mit deines Schweigens Mitte,
dass, wer keinen Mut mehr hat,
sich von dir die Kraft erbitte
für den Weg durch Lärm und Streit
hin zu deiner Ewigkeit.
Komm in unser festes Haus,
der du nackt und ungeborgen.
Mach ein leichtes Zelt daraus,
das uns deckt kaum bis zum Morgen;
denn wer sicher wohnt, vergisst,
dass er auf dem Weg noch ist.
Komm in unser dunkles Herz,
Herr, mit deines Lichtes Fülle;
dass nicht Neid, Angst, Not und Schmerz
deine Wahrheit uns verhülle,
die auch noch in tiefer Nacht
Menschenleben herrlich macht.
Hans von Lehndorff 1968, in: EG 428.
Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, so dich finden, binden dich
an Bild und Gebärde.
Ich aber will dich begreifen
Wie dich die Erde begreift;
mit meinem Reifen
reift
dein Reich
Ich will von dir keine Eitelkeit,
die dich beweist,
Ich weiß, dass die Zeit
anders heißt als du
Tu mir dein Wunder zulieb.
Gib deinen Gesetzen recht,
die von Geschlecht zu Geschlecht
sichtbarer sind.
R.M. Rilke, Das Stundenbuch - Von der Pilgerschaft (1901), in: Ders., Die Gedichte, itb 2246, Frankfurt und Leipzig: Insel Verlag 1998, S. 265f.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Das Buch Daniel entstand im 2. Jahrhundert v. Chr. Judäa war besetzt von den griechischstämmigen Seleukiden unter dem Regime des Königs Antiochus IV., der das jüdische Volk brutal verfolgte.
Ein uns namentlich nicht bekannter Autor verfaßte um 160 v. Chr. das biblische Buch Daniel. Stilistisch ist es mit der apokalyptischen Literatur des Spätjudentums verwandt. Visionen, Träume, Entrückungen, das Hören himmlischer Stimmen etc. bestimmen den Inhalt.
Die Auferstehung der Toten wird in diesem Abschnitt des Danielbuches klar ausgesprochen. Es ist dies somit das älteste schriftliche Zeugnis von theologischen Überlegungen zur Auferweckung der Toten zum Leben oder zum Gericht (spätere Texte: bspw.: 2Makk 7,9ff; 12,43f; 14,16) im jüdischen Bereich.
Das Buch Daniel entstand im 2. Jahrhundert v. Chr. Judäa war besetzt von den griechischstämmigen Seleukiden unter dem Regime des Königs Antiochus IV., der das jüdische Volk brutal verfolgte. So erlitten viele Juden das Martyrium. Dieses apokalyptische Buch versucht, in all dem Leiden einen Sinn zu erfahren und zu vermitteln. Angesichts der Not durch die Verfolgung entsteht im Fragen nach dem Sinn des Leidens ein anfänglicher Auferstehungslaube, von dem die aktuelle Perikope erzählt.