Trotz einer gewissen Sehnsucht nach einem Glauben an Gott, fällt es vielen Menschen schwer, an Gott zu glauben. Aufgabe der Christen wäre zu zeigen, "dass Gott da ist" und das Leben durch den Glauben reicher ist.
Auch wir sind gesandt, die Frohe Botschaft heute den Menschen nahe zu bringen. Die Aussendung der 72 ermuntert uns, die Grundhaltungen Jesu zu leben und die Freude am Evangelium weiterzugeben.
Die Aussendung der 72 Jünger wurde zur Zeit Jesu anders wahrgenommen als zur Zeit der Niederschrift dieses Evangelientextes. Erst recht muten einzelne Missionsregeln heute befremdend an. Dennoch gilt es, die Frohe Botschaft durch einen "konkret gelebten Friedensgruß" den Menschen nahe zu bringen.
Lieder:
GL 103: Dieser Tag ist Christus eigen
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 142: Zu dir, o Gott, erheben wir die Seele mit Vertrauen
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt
GL 146: Du rufst uns, Herr, an deinen Tisch (3. Str.)
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein
GL 275: Selig, wem Christus, auf dem Weg begegnet
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All (4 . Str.)
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist (4. Str.)
GL 362: Jeus, Christ, you are my life
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 381: Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 437: Meine engen Grenzen
GL 440: Hilf Herr, meines Lebens
GL 446: Lass uns in deinen Namen, Herr
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren
GL 456: Herr, du bist mein Leben
GL 458: Selig seid ihr
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 461: Mir nach, spricht Christus, unser Held
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 474: Wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (1., 4. und 5. Str.)
GL 483: Halleluja... - Ihr seid das Volk (2. Str.)
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (6. Str.)
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben (3. Str.)
GL 491: Ich bin getauft und Gott geweiht (3. Str.)
GL 552: Herr, mach uns strak im Mut, der dich bekennt
GL 543: Wohl denen, die da wandeln
Psalmen und Kehrverse:
GL 38,1: Der Herr ist mein Licht und mein Heil. - Mit Psalm 27 - IV.
GL 454: Geht in alle Welt, Halleluja, und seid meine Zeugen. Halleluja - Mit Psalm 18 (GL 712)
GL 584,4: Herr, du hast Worte ewigen Lebens. - Mit Ps 19 - II.
GL Ö929,2: Kündet den Völkern die Herrlichkeit des Herrn. - Mit Ps 19 - II.
Die Botschaft Jesu so weitergeben, dass sich beim anderen Glauben und Verbundenheit mit Gott im Herzen entwickelt, dazu sind wir alle von Christus beauftragt. In der Aussendung der 72 Jünger durch Jesus, von der wir heute im Evangelium hören, werden uns dazu einige praktische Anregungen gegeben, die wir beherzigen sollen.
Wenden wir uns dem Herrn zu, der uns nicht nur sendet, sondern mit seiner Kraft auch begleitet.
Gehet, es ist Sendung: so hat früher der Priester die Gläubigen entlassen. Gehet hin in Frieden - so entlässt heute der Priester die Mitfeiernden. Gehet hin und stiftet Frieden. Wer mit Gott lebt, der erfährt Frieden, der sollte Friedenstifter werden. Damit gebe ich ein Zeugnis für den Glauben.
Lassen wir uns auch in dieser Feier aussenden, um Gott zu bezeugen, an dem Ort, wo wir leben.
Herr Jesus Christus,
deine Botschaft ist wahrhaft Heilsbotschaft für unsere Welt.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns beauftragt,
deine Botschaft überall bekannt zu machen.
Christus, erbarme dich.
Du begleitest uns,
wo wir uns mühen, deinen Auftrag zu erfüllen.
Herr, erbarme dich.
Es erbarme sich unser der Herr.
Er öffne uns die Augen für die Situationen,
wo es ganz persönlich auf uns ankommt.
Sein Segen helfe uns, die richtigen Schritte zu tun. – Amen.
Barmherziger Gott,
durch die Erniedrigung deines Sohnes
hast du die gefallene Menschheit
wieder aufgerichtet
und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.
Erfülle uns mit Freude über die Erlösung
und führe uns zur ewigen Seligkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Herr Jesus Christus,
wie du deine Jünger in die Welt gesandt hast, so beauftragst du auch uns,
Deine Boten und Verkünder deiner Frohbotschaft zu sein.
Wir bitten dich:
Festige unseren eigenen Glauben in Echtheit und Tiefgang,
damit wir aus ihm leben und handeln.
Christus, du unser Heil,...
Segne das Wirken aller, die sich bemühen,
Glauben in Herzen zu legen oder zu vertiefen.
Christus, du unser Heil,...
Lass alle Religionsgemeinschaften erkennen,
dass Druck und Gewalt verwerfliche Mittel sind.
Christus, du unser Heil,...
Stehe besonders all jenen bei,
die Not, Leid, Schicksalsschläge in Zweifel an der Güte Gottes
und seines Beistandes geführt hat.
Christus, du unser Heil,...
Lenke die Gedanken derer, die Macht und Einfluss haben,
damit sie dem Wohl der Menschen dienen.
Christus, du unser Heil,...
Schenke den Sterbenden liebevolle Begleiter
und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Christus, du unser Heil,...
Herr Jesus Christus, dir vertrauen wir uns an.
Denn an deine Hilfe glauben wir.
Dir sei Preis und Dank zu jeder Zeit. – Amen.
Herr,
zu deiner Ehre feiern wir dieses Opfer.
Es befreie uns vom Bösen
und helfe uns,
Tag für Tag das neue Leben sichtbar zu machen,
das wir von dir empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade.
(GL 56,1)
Guter Gott und Vater, wir kommen zu dir, um dir zu danken
und um dich zu preisen.
Du hast uns geschaffen, weil du uns liebst und Freude an uns hast.
Kehrvers
Du nährst und tröstest uns mit deinem mütterlichen Reichtum.
Wie einen Strom leitest du den Frieden zu uns
und lässt uns in deiner Gegenwart wachsen und aufblühen.
Kehrvers
Durch Jesus von Nazareth hast du deine Frohe Botschaft zu uns kommen lassen
und uns die Vollmacht gegeben, als Kinder Gottes zu leben.
Kehrvers
Er hat uns zu einem neuen Volk zusammengeführt
und zu einer neuen Schöpfung gemacht,
in der Frieden und Erbarmen alle Gegensätze überwinden.
Kehrvers
Er sendet uns hinein in unsere Welt,
damit wir ihr seine Botschaft des Friedens und der Gerechtigkeit bringen
und allen Menschen sagen: Das Reich Gottes ist euch nahe.
Kehrvers
Dafür danken wir dir und preisen wir dich.
Wir singen mit allen Engeln und Heiligen:
Danklied:
z. B. Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
Wir danken dir, gütiger Vater,
denn durch die frohe Botschaft,
die dein Sohn verkündet,
hast du Menschen aus allen Völkern und Sprachen
zur Gemeinschaft der Kirche vereint.
Sie lebt aus der Kraft deines Geistes
und sammelt die Menschen zur Einheit.
Sie bezeugt deine Liebe
und öffnet allen das Tor der Hoffnung.
So wird die Kirche zum Zeichen deiner Treue,
die du uns für immer versprochen hast.
Darum preisen dich Himmel und Erde,
und mit der ganzen Kirche bekennen wir
zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 4
Beweise mir, dass es Gott gibt.
Du hast Chancen, mich zu überzeugen.
Nicht durch Wortschwall, durch Pathos,
nicht durch glänzende Organisation,
nicht durch jahrhundertealte Bauwerke,
nicht durch Orgelmusik, durch Kirchenchöre,
nicht durch scharfsinnige Glaubensgespräche,
nicht durch soziale Leistungen.
Nur deine Wahrhaftigkeit und Liebe
können mir beweisen,
dass es Gott gibt.
Aus: Martin Gutl, Alles ist Botschaft, Graz/Wien/Köln: Verlag Styria 1986.
Herr,
du hast uns mit reichen Gaben beschenkt.
Lass uns in der Danksagung verharren
und einst die Fülle des Heils erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Jesus, du sendest die Jünger.
Du sagst ihnen: Geht
Geh - das gilt auch für mich
Geh zu den Menschen, die mich nicht kennen
Geh zu den Menschen, die mich nicht wollen
Geh zu den Menschen, die meine Botschaft hören
und sie brauchen.
Geh - ich gebe dir dazu die Kraft.
Gib uns offene Herzen. Dann kannst du in uns wirken.
Sende uns, damals wie heute. Amen.
[HTML] „ ‚Missionarisch‘ zu sein heißt für die Kirche, zu anderen Generationen, zu fremden Kulturen, zu neuen menschlichen Strebungen zu sagen: ‚Du fehlst mir‘ – nicht so, wie ein Grundbesitzer über das Feld seiner Nachbarn spricht, sondern wie ein Liebender. Wenn sie als ‚katholisch‘ qualifiziert wird, wird sie definiert durch den Bund zwischen der Einzigkeit Gottes und der Pluralität menschlicher Erfahrungen: Immer neu dazu aufgerufen, sich zu Gott zu bekehren (der sie nicht ist und ohne den sie nichts ist), antwortet sie, indem sie sich zu anderen kulturellen Regionen, zu anderen Geschichten, zu anderen Menschen hinwendet, die der Offenbarung Gottes fehlen.“
Diese Worte des französischen Jesuiten Michel de Certeau sind zum Zentrum meines Missionsverständnisses geworden. Mission ist für ihn eine „Liebeserklärung“ an die Anderen. Diese Anderen fehlen der Offenbarung Gottes, d. h. sie sind unverzichtbar für die Gläubigen, um die „geoffenbarte Wahrheit“ Gottes immer „tiefer erfassen, besser verstehen und passender verkünden zu können“. Ohne Einsicht in die eigene Bedürftigkeit, ohne Sehnsucht nach den Anderen, ohne Bereitschaft zum Verlassen des Eigenen und Aufbruch zu den Anderen ist Mission nicht möglich. Mission wurzelt in der Liebe. Die Liebe wird hier beschrieben als Bedürftigkeit nach den Anderen, weil diese anders sind. Die Unterschiede zwischen Menschen oder Kulturen verschwimmen daher nicht, sondern werden als heilsnotwendig für die Offenbarungsgeschichte erkannt.
Aus: Regina Polak, Mission in Europa? Auftrag – Herausforderung –Risiko. Tyrolia Verlag, Innsbruck Wien 2012.
Gestern Abend sah ich aus einem Granatloch
dein Himmelsgewölbe.
Ich schloss daraus, dass man mich angelogen hat.
Hätte ich mir Zeit genommen,
um deine Werke anzusehen,
wäre ich von selbst darauf gekommen,
dass man mir einen Bären aufband.
Ich möchte wissen, o Gott,
ob du mir deine Hand reichen würdest.
Ein Gefühl sagt mir, dass du mich verstehst.
Sonderbar, ich musste
an diesen höllischen Ort kommen,
bevor ich die Zeit hatte, den Angesicht zu sehen.
Wohl, ich denke, da ist nicht mehr viel zu sagen.
Aber ich bin froh, dass ich dich heute traf.
Ich glaube, die Stunde des Angriffs
wird bald schlagen.
Aber ich habe keine Angst, seit ich weiß,
dass du mir nahe bist.
Ich höre das Signal. Wohl, o Gott, ich habe zu gehen.
Ich habe dich gern, das sollst du wissen.
Sieh, es wird einen harten Kampf geben.
Wer weiß, vielleicht komme ich
zu deiner Wohnung diese Nacht.
Obgleich ich früher nicht sehr freundlich zu dir war,
mache ich mir über dich Gedanken,
ob du mich an deiner Tür erwartest.
Sieh, ich weine, ich vergieße Tränen!
Wohl, ich habe jetzt zu gehen, Gott,
auf Wiedersehen.
Sonderbar, seit ich dich traf, habe ich keine Angst,
zu dir zu kommen.
Das Gebet wurde 1945 bei einem in Italien gefallenen Amerikaner gefunden. Als Verfasser wird auch Francis Angermayer angegeben.
Aus: Gebete aus der ganzen Welt, Leipzig 2004, Bennoverlag.
Herr, ich brauche deine Augen,
gib mir einen lebendigen Glauben.
Ich brauch dein Herz,
gib mir in allen Situationen Liebe zum Nächsten.
Ich brauche deinen Atem,
gib mir deine Hoffnung
für mich selbst und deine Kirche,
auf dass sie Zeugnis ablege für die Welt,
auf dass man die Christen erkenne
an ihrem strahlenden, heiteren Blick,
an der Wärme ihres Herzens
und an diesem unüberwindlichen Glauben,
der sich aus den heimlichen, unversiegbaren Quellen
ihrer fröhlichen Hoffnung nährt.
Leon-Joseph Suenens, Bischof von Brüssel. In: Minuten am Morgen, Texte und Gebete zum Schulbeginn, 2. Auflage 2004.

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