Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
In jener Zeit
kam Jesus in ein Dorf.
Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf.
Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß.
Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen
und hörte seinen Worten zu.
Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen
zu dienen.
Sie kam zu ihm
und sagte: Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester die Arbeit mir allein überlässt?
Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
Der Herr antwortete:
Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.
Aber nur eines ist notwendig.
Maria hat den guten Teil gewählt,
der wird ihr nicht genommen werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Marta, die in der Geschichte des Christentums als Frau, die „anpackt, ihre Hände nicht ruhen lässt“, bekannt wurde, wird hier ein Gespräch zugemutet, wo sie ihre Glaubenserfahrungen zur Sprache bringen kann.
Urlaubszeit ist Reisezeit, Zeit zu ungewöhnlichen Begegnungen. In den Fremden kann auch uns Gott begegnen. Wieviel Begegnung trauen wir uns zu? Wieviel Begegnung assen wir zu?
Jesus lobt Maria, die ihm zuhört, dass sie das Bessere gewählt habe. Auch wir sind herausgefordert, das Bessere zu wählen und nach dem Willen Gottes zu suchen.
Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle,
die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Gott.
Dein Sohn ist zu uns gekommen,
nicht um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen.
Gib, daß wir von ihm lernen,
wie wir leben sollen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Auswahl 8
Herr, du hast die vielen Opfer,
die dir je von Menschen dargebracht werden,
in dem einen Opfer des Neuen Bundes vollendet.
Nimm die Gaben deiner Gläubigen an
und heilige sie,
wie du einst das Opfer Abels angenommen hast;
und was jeder einzelne zu deiner Ehre darbringt,
das werde allen zum Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Wir danken dir,
barmherziger und treuer Gott,
dass du unsere leeren Hände füllst.
Was wir von dir haben, bringen wir dir.
Brot und Wein.
Unseren Alltag, unsere Freude,
unseren Schmerz, unsere Hoffnung.
Du schenkst uns die Gaben verwandelt zurück.
Du schenkst dich uns ganz.
Du verwandelst unser Leben.
Komm, unser Herr!
(für Wortgottesdienstfeiern ohne Priester):
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.
(GL 558,1)
Gott und Vater,
wir danken dir für dein Wohlwollen,
mit dem du die Menschheit seit Anbeginn begleitest.
Allen, die dir vertrauten, warst du nahe mit deiner Fürsorge.
Kehrvers
Abraham hast du zum Stammvater deines Volkes gemacht.
Er ist zum Leitbild des Glaubens und Hoffens geworden.
Unbekannten hat er Gastfreundschaft gewährt
und so dich selbst bewirtet.
Du hast ihn gesegnet und zum Segen werden lassen für viele Völker.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hat dein Wohlwollen menschliche Gestalt angenommen.
Er hatte ein Herz für die Armen und Kranken,
für die von der Gesellschaft Ausgeschlossenen und die Sünder.
Allen, die das Reich Gottes suchten, brachte er Frieden.
Er ließ sie schöpfen aus den Quellen wahren Lebens
und stärkte sie mit deinem Wort.
Kehrvers
Dass auch wir deine Frohe Botschaft kennen
und ihre Kraft immer neu entdecken dürfen,
dafür danken wir Dir und singen wir Dir unser Lob:
Danklied, z. B. GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Du bedarfst nicht unseres Lobes,
es ist ein Geschenk deiner Gnade,
daß wir dir danken.
Unser Lobpreis kann
deine Größe nicht mehren,
doch uns bringt er Segen und Heil
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 4
Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament
das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Seele und Leib gesunden.
Gib, daß wir
die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr:
Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser!
Die ihr kein Geld habt, kommt,
kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld
und ohne Bezahlung Wein und Milch!
Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt,
und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?
Hört auf mich,
dann bekommt ihr das Beste zu essen
und könnt euch laben an fetten Speisen!
Neigt euer Ohr und kommt zu mir,
hört und ihr werdet aufleben!
Ich schließe mit euch einen ewigen Bund:
Die Erweise der Huld für David sind beständig.
Siehe, ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht,
zum Fürsten und Gebieter der Nationen.
Siehe, eine Nation, die du nicht kennst, wirst du rufen
und eine Nation, die dich nicht kannte, eilt zu dir,
um des HERRN, deines Gottes, des Heiligen Israels willen,
weil er dich herrlich gemacht hat.
Sucht den HERRN, er lässt sich finden,
ruft ihn an, er ist nah!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Dieser Text gehört noch zum zweiten Teil des Jesajabuches und ist im babylonischen Exil entstanden. Der Prophet spricht dem Volk das Heil Gottes zu. Der Herr wirbt um sein Volk und bietet ihm einen Bund an, der den Bund mit David übertrifft. Während die anderen Könige die Völker mit Waffengewalt unterwerfen müssen, werden die Völker freiwillig zu dem einen Gottesvolk hindrängen (Motiv der Völkerwallfahrt). Der Neue Bund und alles, was damit verheißen ist, hängt allerdings eng zusammen mit der Bereitschaft des Gottesvolkes, Gott zu suchen.
Herr, unser Gott,
aus Güte und Menschenfreundlichkeit
hast du deinen eingeborenen Sohn
zum Erlöser der Welt eingesetzt,
durch ihn den Tod überwunden
und das Leben neu geschaffen.
Gib, dass wir, dieser Taten eingedenk,
dir in treuer Liebe verbunden bleiben
und einst die Vollendung der Erlösung an uns erfahren.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Dankt dem Vater mit Freude, er schenkt uns seinen Sohn.
(GL 633,8)
Gott und Vater, wir haben Grund dir zu danken,
denn du hast uns deinen Sohn geschenkt.
Er hat uns würdig gemacht,
das Erbe der Heiligen zu empfangen, die im Lichte sind.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kehrvers
In ihm haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Kehrvers
Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten,
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
Er ist vor aller Schöpfung, alles hat in ihm Bestand.
Kehrvers
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.
Kehrvers
Denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen
um durch ihn alles zu versöhnen.
Er wollte alles auf Erden und im Himmel zu Christus führen,
der Frieden gestiftet hat durch das Blut seines Kreuzes.
Kehrvers
Danklied, z. B.: Mein ganzes herz erhebet dich... (GL 143)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Ihn hast du im Alten Bund verheißen,
ihn hast du gesandt,
den verlorenen Menschen zu retten.
Er ist in unserem Fleisch erschienen
und hat sich dir als Opfer dargebracht.
Durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er allen Völkern das Heil erwirkt.
In ihm finden wir überreiche Erlösung,
Befreiung aus der Knechtschaft,
Vergebung der Sünden.
In ihm haben wir die Wahrheit,
das Licht und das Leben.
Durch ihn empfangen wir den Geist des Glaubens und der Liebe.
Durch ihn erstrahlt uns die Hoffnung,
dass wir zu vollen Freiheit der Kinder Gottes gelangen.
Darum loben wir dich mit allen Engeln und Heiligen
und rufen in festlicher Freude:
Heilig...
Herr, unser Gott,
im heiligen Mahl haben wir den Leib
und das Blut deines Sohnes empfangen.
Der Glaube an ihn lässt uns das volle Leben erhoffen.
Lass uns in der Freude dieser Hoffnung
die nötigen Schritte tun, dieses Ziel zu erreichen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Fest des Heiligsten Erlösers
Herr Jesus Christus,
Leib und Leben hast du hingegeben,
um uns zu erlösen.
Wir bitten dich:
führe uns durch die Widerwärtigkeiten dieser Zeit
zur ewigen Vollendung,
der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
Allerheiligster Erlöser

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Versucht man, die Erzählung aus sich selbst zu interpretieren, verwundert, daß der gastfreundliche Eifer der Martha so schlecht wegkommt. Die Sympathie des unvoreingenommenen Hörers liegt eher bei ihr als bei Maria. Jesus lobt jedoch diejenige, die sich ganz dem Hören des Wortes Gottes hingibt.
Die Spannung zwischen Aktion und Kontemplation mag in der Gemeinde des Lukas wohl bekannt gewesen sein. Sie reicht jedoch nicht aus, um diese Erzählung zu rechtfertigen. Man wird sich hüten müssen, das aktiv tätige Christsein zugunsten eines kontemplativen abzuwerten.
Diesem Text voraus geht die Erzählung vom barmherzigen Samariter, der das Gesetz Gottes durch sein Handeln verwirklicht im Gegensatz zum Priester und zum Leviten, die durch ihre Buchstabentreue den Sinn des Gesetzes verfehlen. Die Erzählung von Maria, die das Bessere gewählt hat, kann als Zuspitzung und Weiterführung der Samaritergeschichte gelesen werden: Aktion allein genügt nicht, sie muß im Hören des Wortes Gottes begründet sein.