Das Vater unser war und ist Anlass zu tiefen Betrachtungen zu den einzelnen Bitten. Die letzte Bitte hat es besonders in sich: Führe uns nicht in Versuchung. In ihr schließt sich der Kreis zum Beginn des Gebetes mit der intimen Anrede Gottes als Papa. Es geht um das Vertrauen in Gott, das auch in den größten Herausforderungen des Lebens trägt.
Die Bitte der Jünger "Herr, lehre uns beten" ist Anlass, über unsere Gebetspraxis nachzu denken. Beten stärkt und vertieft unsere Beziehung zu Gott und wird so zur Kraftquelle für unsere Leben.
Von Jesus können wir beten lernen.
Lieder:
GL 142: Zu dir, o gott, erheben wir
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 277: Aus tiefer Not schrei ich zu dir
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist (3. Str.)
GL 382: Ein Danklied sei dem Herrn
GL 383: Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt
GL 399: Gott loben in der Stille
GL 403: Nun danke all und bringet Ehr
GL 405: Nun danket alle Gott
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 437: Meine engen Grenzen
GL 439: Erhör, o Gott, mein Flehen, hab auf mein Beten acht
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 451: Komm, Herr, segne uns
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn
Psalmen und Kehrverse:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens. - Mit Psalm 23 - VI.
GL 76: Der Herr ist nahe allen, die ihn rufen. - Mit Psalm 145 - I.
GL 664,1-2: Sei mir gnädig, Herr, und höre auf mein Flehen. - Mit Psalm 4 - VIII.
GL Ö880,1: Alles, was atmet, lobe den Herrn. Halleluja, lobe den Herrn. - Mit Psalm 42 (GL 42,2) oder mit Psalm 65 (GL 45,2) - VI.
Herr Jesus,
du hast deine Jünger beten gelehrt.
Kyrie, eleison.
Du hast sie ermutigt, Vertrauen auf den Vater zu haben.
Christe, eleison.
Du wirst auf unsere Bitte um Vergebung
mit deiner Liebe antworten.
Kyrie, eleison.
Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen,
ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig.
Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg
und hilf uns,
die vergänglichen Güter so zu gebrauchen,
daß wir die ewigen nicht verlieren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Im Evangelium hören wir die Bitte: Herr, lehre uns beten.
Jesus hat uns Worte geschenkt. Er hat uns Mut gemacht.
Gott rufen wir als Vater an!
Wir bitten für die Menschen, die traurig und hilflos darüber sind, dass nichts mehr heilig ist.
Menschen werden austauschbar, zu Spielbällen, zu Manövriermasse.
Nicht einmal die Menschenwürde ist an vielen Stellen der Welt heilig.
Wir rufen zu dir: Dein Reich komme!
Wir bitten für die Menschen, die sich jeden Tag für andere einsetzen.
Menschen brauchen Arbeit und Brot, ein Dach über dem Kopf und Chancen,
ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen.
Viele Menschen haben das Gefühl, abgehängt zu sein.
Wir rufen zu dir: Dein Reich komme!
Wir bitten für die Menschen, die sich um Versöhnung bemühen.
Menschen werden schuldig, kommen aus unheilvollen Verstrickungen nicht heraus
und reißen andere mit ins Verderben.
Manchmal scheint es fast unmöglich zu sein, Brücken zu bauen und einander zu vergeben.
Wir rufen zu dir: Dein Reich komme!
Wir bitten für die Menschen, die die Kunst des Heilens beherrschen.
Menschen brauchen Beistand in kritischen Situationen, in Krankenhäusern und Altenheimen, im Angesicht des Todes.
Die Einsamkeit und die Verlassenheit vieler Menschen nehmen wir oft nicht einmal wahr.
Wir rufen zu dir: Dein Reich komme!
Wir bitten für uns, die wir neugierig und abwartend ungewohnte Wege vor uns sehen.
Wir wissen viel, wir sehen viel, wir hören viel.
Um den Mut bitten wir dich, keinen Menschen alleine zu lassen,
wenn er unseren Beistand, unser Wort und unsere Kraft braucht.
Wir rufen zu dir: Dein Reich komme!
Vater sagen wir zu dir, Gott.
Du sprichst uns als deine Kinder an.
Wir bitten dich um deinen Geist, für uns, für deine Kirche.
Vater, dein Name ist heilig, dein Reich komme. – Amen.
Gütiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir von deiner Güte empfangen haben.
Laß deine Kraft in ihnen wirken,
damit sie uns in diesem Leben heiligen
und zu den ewigen Freuden führen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Kehrvers
Immer wieder hast du den Menschen verziehen,
wenn sie von deinen Wegen abgewichen sind.
Immer wieder hast du um der Gerechten willen
allen Menschen die Chance gegeben umzukehren.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn, hat uns gelehrt, in der Not zu dir zu beten,
wie Kinder sich an den Vater wenden,
wie Freunde einander ihr Herz ausschütten und um Hilfe bitten.
Kehrvers
Er hat uns ermutigt, im Bitten nicht nachzulassen
und deiner Hochherzigkeit zu vertrauen,
wenn wir in Not sind und deine Hilfe brauchen.
Kehrvers
Sein Vertrauen in dich, Gott und Vater,
lässt und dankbar sein,
wenn wir aus dem Überfluss deiner Gaben schöpfen.
Es gibt uns auch die Kraft,
unsere Güter solidarisch miteinander zu teilen.
Kehrvers
Mit den Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in den Lobpreis der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B.: Danket, danket den Herrn... (GL 406)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn deine Vorsehung waltet über jeder Zeit;
in deiner Weisheit und Allmacht
führst du das Steuer der Kirche
und stärkst sie durch die Kraft des Heiligen Geistes.
In ihm kann sie allezeit auf deine Hilfe vertrauen,
in Not und Bedrängnis zu dir rufen
und in Tagen der Freude dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Heiliger Geist 2
Wenn ihr betet, so sprecht: Vater...
So haben wir es im Evangelium gehört und so wollen wir es tun:
Vater unser...
Herr Jesus, du hast die Menschen ermutigt, um alles zu bitten.
Wir folgen mit Blick auf den Frieden deiner Botschaft und bitten dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden...
Herr, unser Gott,
wir haben das Gedächtnis des Leidens Christi gefeiert
und das heilige Sakrament empfangen.
Was uns dein Sohn in unergründlicher Liebe geschenkt hat,
das werde uns nicht zum Gericht,
sondern bringe uns das ewige Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Es segne euch Gott der Vater,
dem ihr sagen könnt, was ihr braucht. Amen.
Es segne euch Gott der Sohn,
der in manchen Zeichen und Worten eine Antwort ist. Amen.
Es segne euch Gott, der Heilige Geist,
in dem ihr die Treue und Phantasie Gottes spüren könnt. Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
nehme euer Bitten auf und lasse wachsen,
was euch zum Heil werden kann. Amen.
Brich mit den Hungrigen dein Brot
1. Brich mit den Hungrigen dein Brot,
sprich mit den Sprachlosen ein Wort,
sing mit den Traurigen ein Lied,
teil mit den Einsamen dein Haus.
2. Such mit den Fertigen ein Ziel,
brich mit den Hungrigen dein Brot,
sprich mit den Sprachlosen ein Wort,
sing mit den Traurigen ein Lied.
3. Teil mit den Einsamen dein Haus,
such mit den Fertigen ein Ziel,
brich mit den Hungrigen dein Brot,
sprich mit den Sprachlosen ein Wort.
4. Sing mit den Traurigen ein Lied,
teil mit den Einsamen dein Haus,
such mit den Fertigen ein Ziel,
brich mit den Hungrigen dein Brot.
5. Sprich mit den Sprachlosen ein Wort,
sing mit den Traurigen ein Lied,
teil mit den Einsamen dein Haus,
such mit den Fertigen ein Ziel.
Text: Friedrich Karl Barth 1977, Musik: Peter Janssens 1977, EG Nr. 420.
Er will in uns gleich zu Anfang unseres Gebetes
Die kindliche Ehrfurcht und Zuversicht
Gott gegenüber wecken,
auf die unser Gebet gegründet sein soll;
dass nämlich Gott
durch Christus unser Vater geworden ist
und uns das, worum wir ihn im Glauben bitten,
noch viel weniger verweigern will,
als unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen.
Heidelberger Katechismus (1563) Frage / Antwort 120.

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