Markus stellt die Ereignisse um Jesus, die er in seinem Evangelium berichten will, in den Rahmen großer Geschichte. Diese beginnt mit der Umkehrpredigt des Johannes. Er knüpft an die Verbannung Israels nach Babylon an. Mit Jesus beginnt die große Gegenbewegung.
Weihnachten ist nicht mit den Weihnachtsfeiertagen zu Ende. Es wirkt weiter in unser Leben hinein. Wir sind eingetaucht worden in die Liebe Gottes. Er hat mit uns einen unaufkündbaren Bund geschlossen.
Johannes der Täufer verweist auf Jesus, der nicht nur mit Wasser tauft, sondern mit dem Heiligen Geist. Jesus wird in seiner Taufe als Sohn Gottes vorgestellt, an dem Gott Wohlgefallen hat. Durch die Taufe stehen auch wir im Wohlgefallen Gottes
Zum Jahreswechsel ist es üblich, dass der Österreichische Bundespräsident im Fernsehen eine Ansprache hält. Ich beneide ihn keineswegs um die Chance, auf diese Weise einmal im Jahr zum ganzen Volk zu sprechen, schließlich geht es jedes Jahr um den gleichen Anlass. Worüber soll man da reden, ohne sich zu wiederholen? Andererseits ist eine große Chance, zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen Stellung zu nehmen und von den Staatsbürgern Engagement für das Gemeinwohl einzumahnen.
Was die Aufgabe noch schwieriger macht: andere versuchen zu dieser Jahreszeit Ähnliches: Der Kardinal hält eine Weihnachtsansprache, die Zeitungskommentatoren ziehen Bilanzen und kommentieren diese und auch der kleine Gemeindepfarrer versucht, sich ein wenig Gehör zu verschaffen. Unterm Strich werden wir mit einer erklecklichen Zahl von Mahnreden konfrontiert. Die einen fordern die Rückbesinnung auf alte Werte, die anderen den Mut, Neues anzugehen, jeder aus seinem persönlichen Blickwinkel. Mahnende Worte sind von Zeit zu Zeit notwendig, sie sind jedoch mehr der Inflation ausgesetzt als unser Währungssystem. Wer hört sie noch?
Manche Berufsmahner lassen sich daher etwas einfallen, um mit ihren Botschaften ans Ohr oder gar ans Herz der Hörer vorzudringen. Ich bewundere Kabarettisten, die es verstehen, Leute nicht nur zum Lachen zu bringen, sondern da und dort auch zum Nachdenken.
Johannes der Täufer hat sich die Rolle des religiösen Mahners gewählt, bzw. sie wurde ihm als persönliche Berufung auferlegt. Er predigte Askese und lebte sie in einer zugespitzten Weise vor. Er mahnte zur Rückkehr zu den überlieferten Werten und fand sogar Gehör bei jenen, die sich am Rande der Gesellschaft bewegten und sich normalerweise gegen Moralpredigten immun zeigten.
Johannes war nicht der einzige in dieser Szene. Es gab damals unterschiedliche Gruppierungen, die eine religiöse und/oder eine politische Erneuerung anstrebten. Irgendwann stieß auch Jesus auf sie. Als er öffentliche Aufmerksamkeit gewann, begann man verständlicherweise zu vergleichen und zu fragen: Wer steht wofür? Worin unterscheiden sich die Protagonisten der Prophetenszene?
Der Evangelist Markus legt Johannes den Satz in den Mund: "Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen". Damit nimmt er auf das prophetische Markenzeichen des Johannes Bezug, der seine Zuhörer einlud, sich als Zeichen der Umkehr im Jordan untertauchen zu lassen und als erneuerte und reingewaschene Menschen wieder aufzutauchen und mit diesem Akt ein neues Leben zu beginnen. Auch Jesus vollzieht dieses Ritual. Auch für ihn ist es der Beginn eines neuen Lebensabschnittes.
Allerdings unterscheidet sich das Taufritual, das an Jesus vollzogen wurde von den übrigen Taufen des Johannes. Als Jesus aus dem Wasser stieg, hatte er ein Geisterlebnis, von dem wir nicht wissen, wer außer Jesus selbst davon etwas mitbekommen hat: "Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam".
Dieser Bezug zum Heiligen Geist ist der wesentliche Unterschied zwischen der Johannestaufe und der Taufe der Christen. Die Wassertaufe des Johannes ist ein persönliches Zeichen der Entschlossenheit zur Umkehr, zum Neubeginn. Die Taufe Jesu mit dem Heiligen Geist hingegen ist ein Zeichen, das nicht der Mensch allein setzt. Es wird "von oben" gesetzt. Die Stimme aus dem Himmel bringt dies zum Ausdruck: "Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden".
Das Thema des Heiligen Geistes zieht sich durch die ganze Lebensgeschichte Jesu. Maria empfängt ihn vom Heiligen Geist. Der Evangelist Johannes charakterisiert ihn als den »Logos« - Wort, Geist, Sinn, Weisheit – der Fleisch geworden ist. In der Taufe im Jordan kommt der Heilige Geist auf ihn herab und nimmt ihn gleichsam in Besitz. Er führt ihn zunächst in die Wüste und treibt ihn dann, das Evangelium Gottes zu verkünden. Nach seiner Auferstehung haucht er den Jüngern den Heiligen Geist ein und sendet sie damit in die ganze Welt.
Die Christen übernehmen das Zeichen der Taufe vom Täufer Johannes und vollziehen es in Anlehnung an die Taufe Jesu als ein Zeichen, das Gott an uns Menschen wirkt. Er macht uns dadurch zu neuen Menschen, beseelt vom seinem Heiligen Geist. Wir werden nicht neu aus eigener Kraft sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes. Damit nehmen wir teil an der Sendung Jesu in diese Welt. In uns und durch uns erneuert er die Welt.
Vielleicht haben sie rund um den Jahreswechsel auch Bilanz gezogen und sich gefragt: Was will ich in Zukunft an meinem Leben ändern? Vielleicht haben Sie sich inspirieren lassen von dem, was Sie sich von Personen Ihrer Wertschätzung haben sagen lassen. Die Frage ist: Wie lange reicht unser Atem, diese Vorsätze auszuführen? Manche Neujahrsvorsätze sind sehr kurzlebig. Und für vieles, was zu tun wäre, fühlen wir uns zu klein und machtlos.
Als vom Heiligen Geist beseelte Menschen verfügen wir zwar über keine Zaubertaste, durch die uns das möglich wäre, was andere nicht schaffen, wir wissen uns aber als vom Heiligen Geist beseelte Menschen in Gemeinschaft mit Jesus Christus, der in uns und durch uns die Welt verändert. Er hat zeit seines Erdenlebens keine Kraftakte gesetzt und trotzdem Wunder gewirkt. Er hat Menschen, die offen waren für eine Begegnung mit ihm und mit Gott, von innen her verwandelt. Sie haben ein neues Leben begonnen und etwas von dem verwirklicht, was er als Reich Gottes angekündigt hat.
Was können wir als mit Heiligem Geist Getaufte tun? Uns immer neu diesem Geist öffnen, den Unterschied herausfinden zwischen dem, was er uns heute sagt, und dem Zeitgeist oder sonstigen menschlichen Ideen. Dies ist ein kontinuierlicher Wachstumsprozess, der in und mit jedem Menschen neu beginnt, der sich dem Wirken des Geistes Gottes anvertraut und sich taufen lässt.
(Messbuch, Anhang I, Seiten 1171ff)
Oder:
Schwestern und Brüder!
Wir bitten den Herrn, dass er dieses Wasser segne,
mit dem wir nun besprengt werden.
Das geweihte Wasser erinnert uns an die Taufe Jesu
durch Johannes im Jordan
und an unsere eigene Taufe mit Wasser und Heiligem Geist.
Gott erneuere in diesem heiligen Zeichen seine Zusage,
dass er uns als seine Töchter und Söhne liebt,
und erfülle uns mit seiner Gnade,
dass wir unser Leben aus dem Geiste Jesu gestalten.
Gebetsstille
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast das Wasser geschaffen als Element,
das Leben hervorbringt und reinigt.
Durch das Wasser der Taufe
hast du uns ewiges Leben geschenkt
und uns von aller Sünde gereinigt.
Segne + dieses Wasser,
damit die Lebensquelle deiner Gnade und Liebe
aus unserem Inneren fließe
und unser Leben Früchte des Geistes hervorbringe.
Wasch ab alles Böse, mit dem wir uns belastet haben
und lass uns mit reinem Herzen
an der Gemeinschaft der Kinder Gottes teilhaben.
Besprengung mit dem gesegneten Wasser
Tauflied, z. B. "Ich bin getauft und Gott geweiht" (GL 491)
Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Der allmächtige Gott reinige uns von Sünden
und mache uns durch das heilige Opfer,
das wir nun feiern, würdig,
am Tisch seines Reiches teilzunehmen.
Allmächtiger, ewiger Gott,
bei der Taufe im Jordan
kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab,
und du hast ihn als deinen geliebten Sohn geoffenbart.
Gib, daß auch wir,
die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind,
in deinem Wohlgefallen stehen
und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Taufe des Herrn
Allmächtiger Gott,
dein einziger Sohn, vor aller Zeit aus dir geboren,
ist in unserem Fleisch sichtbar erschienen.
Wie er uns gleichgeworden ist in der menschlichen Gestalt,
so werde unser Inneres neu geschaffen nach seinem Bild.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Taufe des Herrn
9. Januar
Gott, unser Vater,
wir feiern den Tag,
an dem du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart hast.
Nimm unsere Gaben an
und mache sie zum Opfer Christi,
der die Sünden der ganzen Welt abgewaschen hat.
Er, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Taufe des Herrn
Der Himmel schmeckt nach Brot und Wein,
Gott von Anfang an.
Alles, was wir erarbeiten, erträumen und erleiden,
bringen wir dir.
Du nimmst es in deine Hand.
Im Vertrauen, dass du alles neu machst
und alles verwandelst,
bringen wir dir
Brot und Wein.,
den Geruch der Erde und der Straßen,
den Lauf der Dinge
und unsere Schicksalsmächte.
Du offenbarst uns Jesus
als deinen Sohn,
der mit uns lebt,
der für uns stirbt,
der unter uns Liebe schenkt,
die in Ewigkeit hält.
Ihn empfangen wir,
wie du gesagt hast,.
Brot und Wein. – Amen.
Kehrvers:
Preiset den Herrn, denn er ist gut.
Danket dem Herrn, denn er ist gut. (GL Ö875)
oder:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.(GL 558,1)
Guter und menschenfreundlicher Gott,
wir kommen zu dir, um dir danken.
Denn du hast uns das Leben geschenkt
und uns mit einer Vielzahl von Kräften und Begabungen ausgestattet.
Kehrvers
In der Menschwerdung deines Sohnes hast du uns gezeigt,
wie wir im Bewusstsein deiner Gegenwart leben
und unser Leben aus deinem Geist gestalten können.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe, das Bad der Wiedergeburt.
Durch sie hast du uns den Mächten des Todes entrissen
und uns Anteil am ewigen Leben gegeben.
Kehrvers
Du hast über uns deinen Heiligen Geist ausgegossen,
durch den wir dich als unseren treusorgenden Vater erkennen,
der uns in deiner Liebe und in der Liebe deines Sohnes hält
und der uns lehrt, das Richtige zu tun.
Kehrvers
Für deine Liebe und Gnade danken wir dir
gemeinsam mit allen Engeln und Heiligen.
Mit der ganzen Schöpfung singen wir zu deinem Lob:
Danklied, z. B. "Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben" (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Denn bei der Taufe im Jordan
offenbarst du das Geheimnis deines Sohnes
durch wunderbare Zeichen:
Die Stimme vom Himmel verkündet ihn
als deinen geliebten Sohn,
der auf Erden erschienen ist,
als dein ewiges Wort,
das unter uns Menschen wohnt.
Der Geist schwebt über ihm in Gestalt einer Taube
und bezeugt ihn als deinen Knecht,
den du gesalbt hast,
den Armen die Botschaft der Freude zu bringen.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Taufe des Herrn
In der Taufe sind wir zu Kindern Gottes geworden.
So wollen wir gemeinsam das Gebet sprechen,
das uns Jesus gelehrt hat.
Zum Friedensgebet:
Gott ruft in Jesus Christus sein Volk zusammen.
Er ist das Haupt.
Wir bitten...
Gütiger Gott,
du hast uns mit deinem Wort
und dem Brot des Lebens genährt.
Gib, daß wir gläubig auf deinen Sohn hören,
damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Taufe des Herrn
Feuer, das brennt,
Wasser, das kühlt,
Wind, der belebt,
unbekannter,
unbenannter,
sanfter,
ausdauernder Rufer,
immerwährender Mahner,
beharrlicher Begleiter,
verständnisvoller Zuhörer:
Bleibe bei uns,
rufe uns zu,
entzünde uns,
sei uns nah,
unsichtbar,
unhörbar,
unspürbar -
aber immer da.
Aus: Ilse Pauls, Auf dem Weg. Gedichte und Gebete. Edition Club d'Art - international. Klagenfurt, Sonnengasse 16.
Was meinen wir, wenn wir »Ja« sagen? Was ereignet sich dabei? Und bei welcher Gelegenheit ist dieses Wort fällig? Wir sagen wohl kaum von vorneherein zu jedem Menschen »Ja«, sondern vor allem zu denjenigen Menschen in unserem unmittelbaren Lebenskreis, mit denen wir in besonderer Weise verbunden sind. Bejaht zu werden ist ein elementares Urbedürfnis von uns Menschen. Denn das »Ja« ist ein Wörtlein, das Gemeinschaft stiftet. Es ist ein Wort, das beschenkt und bereichert: Wir sind bejaht, nicht mehr allein, wir sind mehr und sehr viel reicher geworden.
Was geschieht umgekehrt beim »Nein«? Und bei welcher Gelegenheit trifft dieses Wort zu? Wohl überall dort, wo Menschen sich einander nichts mehr zu sagen haben und deshalb nichts miteinander zu tun haben wollen und wo sie sich an demselben Mittagstisch totschweigen. Das »Nein« ist so das traurige Gegenteil und Gegenwerk zum »Ja«. Das Wörtlein »Nein« bedeutet Vereinsamung und Alleinsein. Wir sind im Stich gelassen und damit um vieles ärmer geworden.
Das »Ja« stiftet Gemeinschaft und eine Atmosphäre des Vertrauens. Das »Nein« hingegen vereinsamt und tötet. Wer wollte bestreiten, dass beide Worte handfeste Realitäten in unserem Leben sind? Das Verhältnis der beiden Worte macht dabei die Grundstimmung unseres Lebens aus, ob wir nämlich mehr die Bejahten und Beschenkten sind oder mehr die Vereinsamten und Alleingelassenen. Auch wenn wir dieses Verhältnis nie genau bestimmen können, spüren wir dennoch, dass sich darin ein Gegenspiel von befreiendem »Ja« und todernstem oder gar tödlichem »Nein« ausspricht. Von daher stellt sich früher oder später die lebenswichtige Frage, welches der beiden Worte endgültiger und siegreicher ist: Hat das »la« oder das »Nein« das letzte Wort in meinem Leben?
Täglich müssen wir zu anderen Menschen »Ja« sagen, und täglich sind wir selbst darauf angewiesen, dass Menschen zu uns »Ja« sagen. Doch wir Menschen pflegen immer wieder ein »Vielleicht« dazuzufügen, ein »Ja, aber«, ein »Wenn und aber« und damit ein halbes »Jein«. Von daher kommen Bitterkeit und Wehmut in unserem Leben auf. Es ist nur allzu gut verständlich, dass wir Menschen uns im Grunde unseres Herzens nach nichts mehr sehnen als danach, einmal doch endgültig und ohne Vorbehalte, ohne »Vielleicht« und »Aber« bejaht zu werden.
Wer von uns aber kann sich das leisten, ohne Vorbehalte und uneingeschränkt »la« zu sagen zu einem anderen Menschen? Aus eigener Erfahrung wissen wir es nur allzu gut, dass wir uns dies so oft gar nicht leisten können und vielleicht auch nicht dürfen. Denn bei uns Menschen bleibt immer ein Vorbehalt übrig. Wir leben nun einmal in einer Welt von »Wenn und aber« und gerade heute auch in einer Kirche voller »Vielleicht«. Und wir Menschen selbst zeigen uns immer wieder als Wesen voller »Jein«.
Im Kontrast zu diesen menschlichen Erfahrungen leuchtet die Botschaft des christlichen Glaubens auf: »Gott ist treu, er bürgt dafür, dass unser Wort euch gegenüber nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn Gottes Sohn Jesus Christus... ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht. Er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat« (2 Kor 1,18-20a). Damit spricht Paulus die Kernmitte unseres christlichen Glaubens an: Was sich kein Mensch leisten kann, das leistet sich Gott. In eine Welt voll »Wenn und aber«, in eine Kirche voller »Vielleicht« und zu uns Menschen voller »Jein« sagt Gott sein vorbehaltloses, uneingeschränktes, endgültig-gültiges »ja«. Gottes Wort ist wirklich »Ja«, und deshalb ist auf ihn ebenso wirklich Verlass. Wie ernst und konkret Gott selbst zu uns Menschen »Ja« sagt, hat er in Jesus Christus gezeigt; und darin liegt die Grundverheißung des christlichen Glaubens: Vor Gott wird jeder Mensch vollends zum Menschen, weil Gott jeden Menschen vorbehaltlos annimmt und jeden Menschen endgültig bejaht.
Dieses göttliche Geschehen hat dabei einen spezifischen Ort, nämlich die Taufe. In ihr hat uns Gott bejaht und als seine Töchter und Söhne angenommen. Hier hat er uns bei unserem persönlichen Namen gerufen und sich uns namentlich zugewendet. Das große »Ja«, das Gott an Ostern zu seiner ganzen Schöpfung gesprochen hat, buchstabiert er gleichsam als kleines »Ja«, das er zu jedem Einzelnen persönlich sagt. Dieses kleine »Ja« Gottes wird für den einzelnen Menschen fällig in seiner Taufe. In der Taufe ereignet sich das ganz persönliche Ostern für den einzelnen Menschen.
Aus: Kurt Koch, Bereit zum Innersten. Für eine Kirche, die das Geheimnis lebt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.

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