Maria ist am Ziel ihres Lebens angelangt. Der eigentliche Inhalt des heutigen Festes ist daher die Auferstehung. Diese ist nicht nur eine fromme Hoffnung, sondern Realität, bringt das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel zum Ausdruck.
Die Sommermonate sind für viele junge Menschen eine Zeit der Aufnahmeprüfungen: Es gibt Aufnahmeprüfungen für die Universitäten, für Lehrstellen und Berufe, für unterschiedliche Arbeitsplätze. Bei einer Aufnahmeprüfung versucht jeder und jede, sich von der besten Seite zu zeigen. Jeder Nachweis einer Zusatzausbildung oder einer besonderen Leistung kann dabei wichtig sein. Wir bereiten uns für die Aufnahme in einen Beruf jahrelang mit der Schule oder besonderen Ausbildungen vor.
Das heutige Fest heißt: „Aufnahme Mariens in den Himmel“. D.h. wir feiern heute, dass Maria unmittelbar nach ihrem Tod von ihrem Sohn zu sich in den Himmel geholt worden ist. Mit anderen Worten: Maria hat gewissermaßen die „Aufnahmeprüfung für den Himmel“ sofort bestanden!
„Prüfung“ – das ist aber ein Wort, das für uns üblicherweise nicht positiv klingt. Mit Prüfungen verbinden wir, dass man auch durchfallen kann. Man kann sich blamieren oder man kann dabei scheitern. Prüfungen verlangen Vorbereitung – und dann ist da einer oder eine, die uns prüfen.
Doch Prüfungen sind etwas ganz Biblisches: In der Bibel ist immer wieder von Prüfungen die Rede – und oft ist es Gott selbst, der die Menschen und ihren Glauben prüft. Da heißt es z.B. im Buch Deuteronomium 13,4: „Der Herr, euer Gott, prüft euch, um zu erkennen, ob ihr das Volk seid, das den Herrn, seinen Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele liebt.“
Das Volk Israel versteht seinen Weg durch die Wüste als Weg der Prüfung durch Gott. Die Psalmen sprechen davon, dass der Herr „Gerechte und Frevler“ (Ps 11,5) prüft. Vor allem aber ist Gott einer, der die Herzen prüft und der in das Innerste des Menschen schaut (Spr 24,12; Jer 11,20).
Auch der Apostel Paulus fordert dazu auf, sich selbst zu prüfen und zu schauen, ob man noch im Glauben ist oder nicht (2Kor 13,5).
Wie aber sieht es vor diesem Hintergrund aus mit der Aufnahmeprüfung für den Himmel? Paulus würde hier zu Recht fragen: Kann man sich den Himmel denn überhaupt verdienen? Kann ich durch meine eigene Leistung dorthin kommen? Und er würde sagen: Nein! Der Himmel ist nicht zu verdienen – denn er ist Geschenk Gottes! Und so heißt es heute auch in der Lesung aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth: Der Stachel des Todes, die Sünde, ist besiegt – und diesen Sieg hat uns Gott durch Jesus Christus geschenkt. Das heißt: Der Himmel ist uns schon einmal geschenkt, wir brauchen ihn uns nicht zu verdienen!
Und dennoch geht es nicht ohne das Dazutun des Menschen: Denn Gottes Geschenk ist eine Einladung, kein Zwang; er erwartet sich, dass wir uns seines Geschenkes würdig erweisen – und das heißt: nach seinem Wort leben und handeln. Die Aufnahmeprüfung ist somit unser eigenes Leben, unser Handeln und unser Tun.
In diesem Sinn hat Maria eine Vorbild- und Vorreiterfunktion für einen jeden Menschen übernommen – so wie der große Theologe Karl Rahner den Sinn dieses heutigen Marienfestes ausdrückt: „Geliebte Menschen, sagt der heutige Tag, sind gerettet, sind heil, sind endgültig; sie mit ihrer konkreten Geschichte, mit ihrer ganzen Leibhaftigkeit, in der ein Mensch erst er selbst ist. Kein Gespenst, keine Seele“, ein Mensch ist im vollen Heil.
Dass wir von der Aufnahme Mariens „mit Leib und Seele“ sprechen – das ist mir für unseren christlichen, katholischen Glauben sehr wichtig: denn es bedeutet, dass der Himmel nicht eine Negierung, eine Verneinung der menschlichen Bedürfnisse ist, sondern deren Erfüllung. Der eigentliche Inhalt des heutigen Festes ist daher die Auferstehung – und dass sie nicht nur ein fromme Hoffnung, sondern Realität ist, das will das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel ausdrücken.
Wie die Auferstehung aussieht, wie dies vor sich geht: wir wissen es nicht; wir können es uns nicht vorstellen. Es bleibt uns der Glaube, dass der Tod zwar das letzte Wort in diesem Leben auf Erden hat; dass er aber nicht Gottes letztes Wort ist. Denn das letzte Wort Gottes ist das Wort der Liebe; es ist das Wort, mit dem er die Menschen geschaffen hat, liebt und zu sich heimholt.
Maria ist uns somit um diesen einen Schritt voraus: Sie ist bei dem Ziel angelangt, auf das hin wir unterwegs sind; unterwegs mit der Hoffnung, wie Karl Rahner sie formuliert: "Geliebte Menschen sind gerettet, sind heil, sind endgültig."
Die Wurzeln dieses Festes gehen zurück in das sechste Jahrhundert. In den östlichen Provinzen der Kirche feierte man das Fest "der Entschlafung Marias". Daraus wurde das Fest der Aufnahme Marias in den Himmel. Jesus hat seine Mutter mit Leib und Seele zu sich in den Himmel geholt. Wie er ist sie mit Leib und Seele vollendet. Daraus schöpfen wir die Hoffnung, dass auch unser Leben einmal mit Leib und Seele vollendet wird.
Mit dem Fest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ wird eine tiefe Sehnsucht der Menschen nach einer heilen, unversehrten, einer ganzen Welt angesprochen, über den Tod hinaus. Es erinnert an die Zusage Gottes: du bist angenommen, ich bin für dich da!

Das Fest Mariä Himmelfahrt lenkt unseren Blick nach oben und ruft uns in Erinnerung, "nach dem zu trachten, was droben ist". Dieser Blick nach oben hilft uns zu verhindern, dass der Mensch ein Opfer der modernen Zeit wird und dass die Menschlichkeit unter die Räder kommt.
Wer im Großen wie im Kleinen Ja sagt zum Willen Gottes und den sich ihm stellenden Aufgaben, der wird wie Maria Aufnahme in den Himmel erfahren.
Die Lesung aus der Apokalypse von der „Frau, die mit Sonne bekleidet, jedoch vor Schmerzen schreit“, zeigt das von Prophetenworten inspirierte Frauenbild der Visionärs Johannes: Eine strake, aufschreiende, Frau, die im Bild des Gebärens auf etwas Neues für die Menschen in der Bedrohung hinweist. Dieses Bild der starken Frau lässt die Männerwelt der biblischen Autoren „stehen“ eine ZuMUTung bis heute.
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| Mariensäule, Blaues Kreuz, Neusiedl am See, Burgenland. Maria Immaculata auf Weltkugel mit Schlange, quadratischen Pfeiler mit Akanthus-Volutenkapitell. 2. Hälfte 18 Jhdt. |
Die apokalyptische Bedrohung der Menschheit und des Planeten Erde ist realer denn je. Dennoch hoffen wir, dass Gott die Menschheit errettet. Maria verkörpert diese Errettung und Vollendung, sie wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.
Vor wenigen Tagen wurden wir an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren erinnert. Der 6. August 1945 markiert den Beginn der atomaren Aufrüstungsspirale. Und obwohl der Ruf "Nie wieder!" einhellig ertönt, haben die Staaten, die über Atomwaffen verfügen, das vielfache Potential, die ganze Erde zu vernichten. Trotz Abrüstungsverträgen und -appellen drängen neue Staaten in den Kreis derer, die mit Atomwaffen den Rest der Welt erpressen können.
Doch der Einsatz von Atomwaffen ist nicht die einzige Bedrohung der gegenwärtigen Menschheit. Wohin der Klimawandel uns noch führen wird, können wir nicht einmal erahnen. Ein viel zu heißer Sommer ist vermutlich nur ein erster Vorgeschmack des Kommenden.
Ideologische, religiöse und nationalistische Auseinandersetzungen vertreiben Millionen von Menschen aus ihren Heimatländern und hinterlassen verbrannte Erde.
Bisher unvorstellbare Wanderbewegungen aus einem armen Süden in einen reicheren Norden bedrohen unsere politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systeme.
Wissenschaft und Forschung ermöglichen Eingriffe in die Lebensgrundlagen, die in neuer Weise das Leben auf diesem Planeten zerstören könnten.
Ich zähle all das auf, nicht um Angst zu schüren, sondern um bewusst zu machen, dass wir keineswegs in einer heilen Welt leben. Das apokalyptische Bild der Bedrohung, das uns in der Lesung aus dem Buch der Offenbarungen des Johannes vor Augen geführt worden ist, ist zwar schon zweitausend Jahre alt, aber aktueller denn je.
Die Frage ist: Wer ist mit dieser Frau und wer ist mit dem Kind, das sie gebären soll, gemeint? Da diese Lesung vornehmlich an Marienfesten gelesen wird, deuten wir sie vorschnell auf Maria. Diese Bilder und Texte aber kursierten schon vor der christlichen Marienverehrung in Kreisen, die vom Gedankengut der Apokalypse fasziniert waren, und wurden vermutlich erst danach auf Maria hin gedeutet.
In der Frau, die von dem siebenköpfigen Drachen bedroht wird, können wir zunächst einmal die von vielen Gefahren in ihrer Existenz bedrohte Menschheit sehen. Die sieben Köpfe verkörpern die vielen Gesichter der Bedrohung der Menschheit. Im Kind, das diese Frau gebiert, fließen die Messiashoffnungen der Menschheit zusammen. Die Botschaft, welche diese Bilder vermitteln wollen, ist jedoch trotz aller Angst, die sie auslösen, eine positive: Gott entrückt das Messiaskind zu seinem Thron und bringt die bedrohte Frau an einen sicheren Ort in der Wüste. Darin kommt die Hoffnung zum Ausdruck, dass Gott die Menschheit aus den verschiedenen Bedrohungsszenarien erretten wird.
Das Evangelium erzählt von der Begegnung der beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabeth. Elisabeth, die Mutter Johannes' des Täufers, erkennt in Maria die Mutter des ersehnten Messias und preist sie selig. Das erhoffte Eingreifen Gottes ist in der Geburt Jesu aus Maria wahr geworden. An ihr und durch sie ist die Errettung der Welt und die Erlösung der Menschheit Wirklichkeit geworden.
Heute feiern wir die Aufnahme der Gottesmutter Maria mit Leib und Seele in den Himmel. Darin kommt zum Ausdruck, dass Gott die begonnene Errettung der Welt vollendet. Maria geht als ganzer Mensch, mit Leib und Seele, in die vollendete Welt Gottes ein; nicht nur irgendwie geistig oder im übertragenen Sinn. Der Glaube der Kirche behauptet, dass die Rettung der Menschheit ganz und vollständig geschehen wird. Maria hat die Vollendung erreicht, die auch uns erwartet.
Das gibt uns eine zweifache Hoffnung. Der Kampf mit dem Drachen, den wir gegenwärtig auf verschiedenen Ebenen ganz real erleben, ist nicht aussichtslos. Allerdings wird die Menschheit diesen Kampf nicht aus eigener Kraft auf sich allein gestellt gewinnen. Gott kämpft auf unserer Seite, weil ihm seine Schöpfung nicht gleichgültig ist. Darauf dürfen wir vertrauen. Darum kann auch uns die Schöpfung nicht gleichgültig sein.
Das Zweite: Die Errettung und die Vollendung der Schöpfung haben auch eine leibhafte Seite. Es geht nicht nur um einen geistigen Sieg. Die leibhafte und körperliche Realität der Schöpfung hat auch für unsere Zukunft Bedeutung. Auch wenn wir uns eine "Auferstehung des Fleisches" (noch) nicht vorstellen können, dürfen wir die leibhafte Basis unseres Lebens nicht gering schätzen. "Verherrlicht Gott in eurem Leib!" (1 Kor 6,20) ruft Paulus den Christen in Korinth zu; denn er ist "Tempel des heiligen Geistes". Der Geist Gottes wohnt in unserer leibhaften und materiellen Welt. Darum wird Gott sie retten und vollenden.
Als am 14. Oktober 2012 Felix Baumgartner den Sprung aus 39 km Höhe wagte und heil auf der Erde landete, saß auch ich gebannt vor dem Fernseher und hielt den Atem an. Extremsport liegt aber im Trend und fasziniert viele Menschen. Er verspricht den besonderen Kick. Es muss ja nicht gleich ein Absprung aus der Stratosphäre sein. Es reizt viele Menschen, die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit auszuloten und am eigenen Leib zu spüren, wozu der trainierte Körper fähig ist. Dass mentales Training fast genauso wichtig ist, hat sich mittlerweile auch herumgesprochen.
Es muss ja nicht Extremsport sein. Um den Körper fit zu halten, ihn zu modellieren und zu stylen, lassen sich viele viel Schweiß und Geld kosten. Notfalls muss ein Schönheitschirurg ein wenig nachhelfen. Wer nicht einen ansehnlichen Körper vorweisen kann, zählt in gewissen Kreisen nicht. Dieser wird meist auch durch eine körperbetonende sportliche Kleidung unterstrichen und zur Schau gestellt.
Es gibt aber auch das Gegenteil: "no sports"; "Sport ist Mord" pflegen andere als Grundsatz; oft als Verneinung des allgegenwärtigen Körperkults. Nicht selten wird dieser Protest auch durch ein Outfit unterstrichen, das den Körperkult verhöhnt.
Ein Weg von den Körperwelten kann man auch in ganz anderen Bereichen beobachten. Moderne Kommunikationsmittel erlauben es, sich in von der realen Welt abgehobene Kommunikationsräume zu begeben und dort eine Identität anzunehmen, die mit dem wirklichen Leben nicht mehr viel zu tun haben. Menschen tauchen von Zeit zu Zeit ab in virtuelle Welten und "leben" dort erdachte Lebensentwürfe. Sie finden Befriedigung in geistigen Welten.
Das Verhältnis zum eigenen Körper ist auch in unserer gegenwärtigen Zeit immer noch zwiespältig trotz aller Versuche, den Menschen ganzheitlich zu sehen und als unverwechselbare Person, als Einheit von Körper, Seele und Geist wahrzunehmen.
Ein zwiespältiges Verhältnis zu Körper und Geist hatten auch viele Menschen im ersten christlichen Jahrhundert. Das lässt sich gut beim Apostel Paulus nachlesen; und dies trotz jüdischer Denktradition, die den Menschen eher ganzheitlich in den Blick nahm. Für ihn ist der Körper irdisch, "Fleisch", und der Geist himmlisch. Allen Äußerungen des Leiblichen stand er skeptisch gegenüber. Paulus hat das nicht erfunden. Er ist ein Kind seiner Zeit. Diesen Zwiespalt gab es auch im hellenistischen Denken dieser Epoche. Einerseits erlebte der Körperkult bei den Griechen und Römern eine Hochblüte, andererseits griffen Geistesströmungen, die allem Körperlichen skeptisch gegenüberstanden, sowohl in der Philosophie wie auch in den Religionen um sich.
Umso bemerkenswerter ist, dass sich trotz dieser leibfeindlichen Tendenzen die Christen zu einem Glaubensbekenntnis durchrangen, in dem sie ausdrücklich die Inkarnation, die "Fleischwerdung Gottes" bekannten und eine Auferstehung des Fleisches erhofften. "Und das Wort ist Fleisch geworden" ist zu einem christlichen Leitgedanken geworden. Am Beginn des vierten Jahrhunderts stellte das Konzil von Ephesus klar, Maria sei "Gottesgebärerin", um keinen Zweifel an der Leibhaftigkeit und vollen Menschlichkeit Jesu aufkommen zu lassen.
Am 15. August feiern wir die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. Obwohl Papst Pius XII. die Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele erst 1950 zu einem Dogma erklärte, geht es dabei um ein Anliegen, das die Christen seit frühester Zeit bewegte: Maria ist als ganzer Mensch mit Leib und Seele in die Herrlichkeit Gottes eingegangen. Dies bestärkt uns in der Hoffnung, dass auch wir mit Leib und Seele an der Herrlichkeit Gottes teilhaben werden.
Damit wird jeglicher spirituellen Abwertung des Leiblichen eine Absage erteilt, auch wenn offen bleibt, wie wir uns ein leibhaftes Leben in dieser neuen Welt Gottes vorstellen können. Dieses Glaubensgeheimnis verbietet uns jegliche Geringschätzung des Leibes aber auch jede Instrumentalisierung des Leibes. Bei aller Leibfreudigkeit weist es uns aber auch auf die Dimension des Seelischen und des Geistes hin, die ebenso Teil unseres Lebens ist, und spornt uns an, auch diese zu pflegen, zu trainieren und zu entwickeln.
Künstler haben dies der jeweiligen Kunstepoche gemäß mit Vorliebe an Maria dargestellt. Die vielen Marienbilder zeigen sie meist sehr leibhaft und dennoch in den Himmel entrückt. In uns wecken diese Darstellungen die Sehnsucht nach Vollendung als ganze Menschen mit Leib, Seele und Geist.
Wir stehen mitten in der Erntezeit. Es ist die Zeit der Reife. Mir scheint es kein Zufall, dass sich im Laufe der Geschichte diese Zeit für dieses Fest angeboten hat: Die Fülle und der Reichtum, der uns zu dieser Zeit begegnet ist ein ausdrucksstarkes Symbol dafür, dass auch unser Leben einmal bei Gott seine letzte volle Reife und Schönheit mit Leib, Seele und Geist erreichen wird. An Maria sehen wir diese Hoffnung erfüllt.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast die selige Jungfrau Maria,
die uns Christus geboren hat,
vor aller Sünde bewahrt
und sie mit Leib und Seele
zur Herrlichkeit des Himmels erhoben.
Gib, dass wir auf dieses Zeichen
der Hoffnung und des Trostes schauen
und auf dem Weg bleiben,
der hinführt zu deiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast die selige Jungfrau Maria
zur Mutter deines ewigen Sohnes erwählt.
Du hast auf deine niedrige Magd geschaut
und sie mit Herrlichkeit gekrönt.
Höre auf ihre Fürsprache
und nimm auch uns in deine Herrlichkeit auf,
da du uns erlöst hast
durch den Tod und die Auferstehung deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Mariä Himelfahrt, am Vorabend
Guter Gott,
da hast die Mutter deines Sohnes mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen
und damit unsere Hoffnung auf die volle Erlösung gestärkt.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, denen Krieg und Verfolgung alle Lebensgrundlagen zerstört haben.
Schaffe ihnen einen Zufluchtsort, an dem sie leben können.
Für alle Kinder, die um das Überleben kämpfen.
Schenke ihnen Frieden, Nahrung, ein Zuhause und Zugang zu Bildung.
Für alle Menschen, die sich für Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.
Lass ihr Bemühen Früchte tragen.
Für alle Menschen, deren Lebensmöglichkeiten durch Krankheit oder Behinderung eingeschränkt sind.
Schenke ihnen trotz allem den Glauben an deine Vaterliebe,
die ihr Leben zur Fülle führen wird.
Für alle Menschen, deren irdisches Leben zu Ende gegangen ist.
Schenke ihnen das unendliche Leben,
in das du die Gottesmutter Maria bereits emporgehoben hast.
Du Gott, hast alles Leben hervorgebracht.
Dir vertrauen wir uns und die ganze Schöpfung an.
Amen.
Allmächtiger Gott,
unser Gebet und unser Opfer steige zu dir empor.
Höre auf die selige Jungfrau Maria,
die du in den Himmel aufgenommen hast,
und entzünde in unseren Herzen das Feuer der Liebe,
damit wir dich allzeit suchen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Herr und Gott,
am Fest der Aufnahme Marias in den Himmel
bringen wir das Opfer des Lobes und der Versöhnung dar.
Es erwirke uns die Vergebung der Sünden
und die Gnade, dir immer zu danken.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Vorabend)
Kehrvers:
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen.
(GL 631,3)
Gott, unser Vater,
heute, am Fest der Aufnahme der Gottesmutter Maria an den Himmel
wollen wir dir unser Lob und unseren Dank darbringen.
Kehrvers
Wir danken dir für das Geschenk des Lebens,
für die wunderbare Gestalt, die du ihm gegeben hast.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus Christus,
den du uns als Erlöser gesandt hast.
Kehrvers
Wir danken dir für seine Mutter Maria,
durch die er menschliches Fleisch angenommen hat.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens
mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hast.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns damit die Hoffnung geschenkt hast,
dass auch wir einmal mit Leib und Seele deine Herrlichkeit schauen werden.
Kehrvers
Mit der ganzen Kirche stimmen wir ein in das Lob deiner Größe
und singen:
Dankelied, z. B. GL 395: Den Herren will ich loben. . .
oder ein Magnificat oder Taizé-Magnificat GL 390)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn heute
hast du die jungfräuliche Gottesmutter
in den Himmel erhoben,
als erste empfing sie von Christus
die Herrlichkeit,
die uns allen verheißen ist,
und wurde zum Urbild der Kirche
in ihrer ewigen Vollendung.
Dem pilgernden Volk ist sie
ein untrügliches Zeichen der Hoffnung
und eine Quelle des Trostes.
Denn ihr Leib,
der den Urheber des Lebens geboren hat,
sollte die Verwesung nicht schauen.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Aufnahme Marias in den Himmel
Barmherziger Gott,
wir haben das heilbringende Sakrament empfangen.
Lass uns auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria,
die du in den Himmel aufgenommen hast,
zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Tag)
Herr, unser Gott,
am Fest der Aufnahme Marias in den Himmel
hast du uns an deinem Tisch versammelt.
Erhöre unser Gebet
und lass auch uns nach aller Mühsal dieser Zeit
zu dir in die ewige Heimat gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB 15. August, Mariä Aufnahme in den Himmel (am Vorabend)
Gott, der allmächtige Vater,
segne euch durch den Erlöser der Welt,
unseren Herrn Jesus Christus,
den Sohn der jungfräulichen Mutter Maria.
Sie hat den Urheber des Lebens geboren;
ihre mütterliche Fürsprache erwirke euch Gottes Hilfe.
Euch und allen, die heute das Fest ihrer Aufnahme in den Himmel begehen,
schenke Gott die wahre Freude und den ewigen Lohn.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
MB Feierliche Schlussegen. Von der seligen Jungfrau Maria
An das Wunder, das Gott an Maria gewirkt hat, wollen auch die Heilkräuter erinnern, die wir nun segnen wollen. Sie können nachher mitgenommen werden. Sie sollen uns an die bleibende Hoffnung auf ein Leben in Gottes neuer Schöpfung, den Himmel erinnern, der schon heute beginnt.
Lasset uns beten. -
Herr, unser Gott,
du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben
und sie in den Himmel aufgenommen.
An ihrem Fest danken wir dir für alle Wunder deiner Schöpfung.
Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude.
Segne + diese Kräuter und Blumen.
Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens.
Schenke uns auf die Fürbitte Mariens dein Heil.
Laß uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen
und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung,
die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit.
(Vgl. Benediktionale, Studienausgabe f. d. kath. Bistümer d. dt. Sprachgebiets, Benziger/Herder Verlag, Einsiedeln/Freiburg 1979, S. 63 - abgeänderter Auszug aus: Otto Winkes, Bilder und Symbole im Jahreskreis, Erich Wewel Verlag 1995, S. 170f.)
Segne, Gott,
die Kräuter und Blumen, die wir bringen,
und segne und heile auch uns.
Segne, Jesus Christus,
unsere Sehnsucht nach Gesundheit
und lass uns an Leib und Seele gesund werden.
Segne, Heiliger Geist,
was dem Geiste nach krank ist an uns,
an unserer Kirche, in unseren Gemeinden und Gemeinschaften
und heile uns.
So segne uns Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
L: Schön bist du, Maria, du Mutter aller Geschöpfe.
V: Du bist wie die Erde, die das Leben hervorbringt, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
L: Schön bist du, du Frau des Sommers.
V: Du bist wie die Sonne, die uns Menschen begleitet, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
L: Schön bist du, Maria, du Freundin der Blumen.
V: Du bist wie die Rose, die dem Himmel entgegenblüht, Maria...
A: Wir rufen zu dir.
Lasset uns beten:
Gott, alle Kräuter und Blumen strecken sich dir entgegen,
denn du hast sie gemacht.
Auch Maria, deine schönste Blume, ist dir entgegengewachsen,
und du hast sie in den Himmel aufgenommen.
An ihrem Fest danken wir dir für die Sonne
und für die Erde, für die Kräuter und für die Blumen.
Wir bitten dich:
Segne diese Kräuter und Blumen.
Schenke uns durch sie Gesundheit und Heil, Freude und Lebenslust.
Lass uns wie sie dir entgegenwachsen
und Blüten treiben, schön wie Maria.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
Aus: Christiane Bundschuh-Schramm (Hg.), Du bist gesegnet unter den Frauen. Mariengottesdienste. Schwabenverlag.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir stark sind in unserer schöpferischen Kraft,
daß wir mutig sind in unserem Recht.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir Nein sagen, wo es nötig ist,
daß wir Ja sagen, wo es gut ist.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir schreien, wo Unrecht ist,
daß wir schweigen, wo Entsetzen ist.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir Weisheit suchen und finden,
daß wir Klugheit zeigen und geben.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,
daß wir die Wirklichkeit verändern,
daß wir das Lebendige fördern.
Daß wir Gottes Mitstreiterinnen sind auf Erden!
Hanna Strack in: Du bist der Atem meines Lebens. Frauengebetbuch. Schwabenverlag / KlensVerlag, Ostfildern 2010.

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