Kv: Meine Stärke und mein Lied ist der HERR. – Kv
Siehe, Gott ist mein Heil;
ich vertraue und erschrecke nicht.
Denn meine Stärke und mein Lied ist Gott, der HERR.
Er wurde mir zum Heil. - Kv
Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen an! /
Macht unter den Völkern seine Taten bekannt,
verkündet: Sein Name ist erhaben! - Kv
Singt dem HERRN, denn Überragendes hat er vollbracht;
bekannt gemacht sei dies auf der ganzen Erde.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner Zions;
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt
und durch die Sünde der Tod
und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen,
weil alle sündigten.
Sünde war nämlich schon vor dem Gesetz in der Welt,
aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt;
dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die,
welche nicht durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten
wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist.
Doch anders als mit der Übertretung
verhält es sich mit der Gnade;
sind durch die Übertretung des einen
die vielen dem Tod anheimgefallen,
so ist erst recht die Gnade Gottes
und die Gabe,
die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus
bewirkt worden ist,
den vielen reichlich zuteilgeworden.
Und anders als mit dem,
was durch den einen Sünder verursacht wurde,
verhält es sich mit dieser Gabe:
Denn das Gericht
führt wegen eines Einzigen zur Verurteilung,
die Gnade führt aus vielen Übertretungen
zur Gerechtsprechung.
Denn ist durch die Übertretung des einen
der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen,
so werden erst recht diejenigen,
denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit
reichlich zuteilwurde,
im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.
Wie es also durch die Übertretung eines Einzigen
für alle Menschen zur Verurteilung kam,
so kommt es auch durch die gerechte Tat eines Einzigen
für alle Menschen zur Gerechtsprechung,
die Leben schenkt.
Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen
die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
so werden auch durch den Gehorsam des einen
die vielen zu Gerechten gemacht werden.
Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen,
damit die Übertretung mächtiger werde;
wo jedoch die Sünde mächtig wurde,
da ist die Gnade übergroß geworden,
damit, wie die Sünde durch den Tod herrschte,
so auch die Gnade herrsche
durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Der sein Leben als Schuldopfer einsetzt,
wird er Nachkommen sehen und lange leben.
Was dem HERRN gefällt,
wird durch seine Hand gelingen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodémus:
Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen
außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist:
der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat,
so muss der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der glaubt,
in ihm ewiges Leben hat.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht,
sondern ewiges Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes
geglaubt hat.
Denn darin besteht das Gericht:
Das Licht kam in die Welt,
doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht;
denn ihre Taten waren böse.
Jeder, der Böses tut, hasst das Licht
und kommt nicht zum Licht,
damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht,
damit offenbar wird,
dass seine Taten in Gott vollbracht sind.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Johannesevangelium stehen ziemlich am Beginn des Wirkens Jesu zwei Gespräche: eines mit dem Pharisäer Nikodemus und eines mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Die in Jesus erschienene Liebe Gottes zeigt sich in diesen Gesprächen in der besonderen Zuwendung zum bzw. zur Einzelnen.
Nikodemus ist ein einflussreicher gebildeter Jude, der zwar an Jesus interessiert ist, aber Angst hat, sein Interesse in der Öffentlichkeit zu zeigen. Er kommt in der Nacht.
In dem Lehrgespräch mit Jesus geht es um die Heilsabsicht Gottes in der Sendung seines Sohnes. Der Abstieg in die Welt und der Aufstieg in den Himmel ist zur Rettung des Menschen. Wer daran glaubt, dem geschieht Heil. Wenn es dennoch zu einem Gericht kommt, so resultiert dies aus dem Unglauben, da sich der, der an den Gottessohn nicht glaubt, damit selbst sein Urteil spricht.
Am dritten Sonntag im Juli feiern die Ordensgemeinschaften der Redemptoristen das Fest des Heiligsten Erlösers – lat. sanctissimus redemptor - gleichsam als Namenstag. Die Theologie der Erlösung hat eine reichhaltige und lange Tradition. Doch was kann sie uns gegenwärtig für unseren persönlichen Glauben konkret bedeuten? Die großen Krisen unserer Zeit führen uns die Not menschlicher Existenz vor Augen. Jesus Christus, der Erlöser, hat uns über eine enge innerweltliche Sicht des Lebens hinausgewiesen.
Noch vor einigen Jahren (2011) machte sich der Singer Songwriter Tim Bendzko mit dem Song "Muss nur noch kurz die Welt retten" über Menschen lustig, die über ihre vermeintliche Mission noch schnell die Welt retten zu müssen, Näherliegenderes und Wichtigeres zu tun versäumen. Inzwischen ist eine junge Generation herangewachsen, die entschlossen dafür kämpft, dass jeder und jede dazu beiträgt, die bereits begonnene Klimakatastrophe einzudämmen. Papst Franziskus hat in seinem Rundschreiben "Laudato Si" eindringlich das Engagement aller Menschen eingefordert und auch für Christen dieses Anliegen in die Mitte gestellt.
Inzwischen hat die Corona-Pandemie unsere Aufmerksamkeit und die Anstrengungen der ganzen Welt auf eine andere Herausforderung gelenkt, die uns so gefangen nimmt, dass das Klima-Thema in den Hintergrund gedrängt wurde. Beide Krisen haben gemeinsam, dass sie die weltweite Zusammenarbeit aller Menschen und den Einsatz aller Kräfte erfordern. Ob es gelingt, alle einflussreichen Politiker dafür zu gewinnen, ist noch lange nicht ausgemacht. Einigen ist ihr eigenes Wohlergehen wichtiger und wenn es darauf ankommt, sind viele entschlossen, andere dafür die Rechnung bezahlen zu lassen.
Gerade in diesen beiden Krisen – man könnte auch noch die Flüchtlingskrise dazunehmen - wird die Ohnmacht nicht nur der Einzelpersonen sondern der ganzen Menschheit bewusst. Können wir die Welt retten? Ist die Welt gerettet, wenn wir die gesteckten Klimaziele erreicht haben und die Pandemie durch neue Medikamente besiegt haben?
Die Erfahrungen im Umgang mit der Pandemie zeigen, wieviel wir Menschen zuwege bringen, wenn wir weltweit zusammenarbeiten. Gleichzeitig müssen wir uns jedoch bewusst sein, dass es noch viele weitere Herausforderungen zu bewältigen gilt. Die beiden großen Krisen zeigen, wie viele Probleme wir bei entsprechender Anstrengung lösen können, andererseits lassen sie uns aber spüren, dass uns als Menschen schmerzliche Grenzen gesetzt sind: Wir sind und bleiben Teile der Natur und sind den Gewalten der Natur ausgeliefert. Wir haben die Welt nicht im Griff. Die großen Krisen zeigen uns, wie klein wir sind.
Die Ordensgemeinschaften der Redemptoristen feiern am dritten Sonntag im Juli das Fest des Heiligsten Erlösers, nach dem sie sich benannt haben. Redemptor ist das lateinische Wort für Erlöser. Sie bringen damit ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass Jesus Christus uns über die Grenzen, die uns als Menschen gesetzt sind, hinausführt. Wir sind und bleiben gefährdet durch Krankheit und Tod, wir sind und bleiben den Mächten der Natur ausgeliefert. Dem Bösen, das im Menschen steckt und sich in Ungerechtigkeit, Rücksichtslosigkeit, Hass und Krieg zeigt, stehen wir oft hilflos gegenüber. Wir schauen aber zu Jesus Christus auf und erwarten uns von ihm umfassende Erlösung. Wir glauben, dass er das Böse durch sein Festhalten an Gott überwunden hat, obwohl er sich scheinbar der Macht des Bösen beugen musste.
Wir nennen Jesus Christus unseren Erlöser, weil er uns Auswege aus dem Leiden an der Enge unserer menschlichen Existenz zeigt. Er hatte sich voll und ganz dem Kampf gegen das Böse verschrieben und mit all seiner Kraft versucht, Ungerechtigkeit und Unterdrückung der Armen und Schwachen an ihren Wurzeln in der Hartherzigkeit der Menschen zu auszumerzen. Er hat uns aber auch gelehrt und vorgelebt, dass sogar noch im persönlichen Scheitern der Glaube an einen liebenden und barmherzigen Gott und Schöpfer allen Lebens Halt geben kann. Von diesem liebenden Schöpfergott erhoffen wir uns ein Leben jenseits von Krankheit, Tod, Katastrophen und Krieg.
Gewiss: Diese Lösung großer und grundsätzlicher Menschheitsfragen, wie sie uns Jesus anbietet, liegt auf einer ganz anderen Ebene. Sie macht unseren Einsatz für die Bewältigung unserer Herausforderungen nicht überflüssig. Wir können uns nicht zurücklehen und den Kampf gegen Krankheit, Tod und Klimawandel anderen überlassen. Jesu Sichtweise ermöglicht uns, mit diesen großen Aufgaben nicht nur engagiert sondern auch gelassen umzugehen.
Herr, unser Gott,
aus Güte und Menschenfreundlichkeit
hast du deinen eingeborenen Sohn
zum Erlöser der Welt eingesetzt,
durch ihn den Tod überwunden
und das Leben neu geschaffen.
Gib, dass wir, dieser Taten eingedenk,
dir in treuer Liebe verbunden bleiben
und einst die Vollendung der Erlösung an uns erfahren.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Dankt dem Vater mit Freude, er schenkt uns seinen Sohn.
(GL 633,8)
Gott und Vater, wir haben Grund dir zu danken,
denn du hast uns deinen Sohn geschenkt.
Er hat uns würdig gemacht,
das Erbe der Heiligen zu empfangen, die im Lichte sind.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen
und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kehrvers
In ihm haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Kehrvers
Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten,
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
Er ist vor aller Schöpfung, alles hat in ihm Bestand.
Kehrvers
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.
Kehrvers
Denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen
um durch ihn alles zu versöhnen.
Er wollte alles auf Erden und im Himmel zu Christus führen,
der Frieden gestiftet hat durch das Blut seines Kreuzes.
Kehrvers
Danklied, z. B.: Mein ganzes herz erhebet dich... (GL 143)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Ihn hast du im Alten Bund verheißen,
ihn hast du gesandt,
den verlorenen Menschen zu retten.
Er ist in unserem Fleisch erschienen
und hat sich dir als Opfer dargebracht.
Durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er allen Völkern das Heil erwirkt.
In ihm finden wir überreiche Erlösung,
Befreiung aus der Knechtschaft,
Vergebung der Sünden.
In ihm haben wir die Wahrheit,
das Licht und das Leben.
Durch ihn empfangen wir den Geist des Glaubens und der Liebe.
Durch ihn erstrahlt uns die Hoffnung,
dass wir zu vollen Freiheit der Kinder Gottes gelangen.
Darum loben wir dich mit allen Engeln und Heiligen
und rufen in festlicher Freude:
Heilig...
Herr, unser Gott,
im heiligen Mahl haben wir den Leib
und das Blut deines Sohnes empfangen.
Der Glaube an ihn lässt uns das volle Leben erhoffen.
Lass uns in der Freude dieser Hoffnung
die nötigen Schritte tun, dieses Ziel zu erreichen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Fest des Heiligsten Erlösers
Herr Jesus Christus,
Leib und Leben hast du hingegeben,
um uns zu erlösen.
Wir bitten dich:
führe uns durch die Widerwärtigkeiten dieser Zeit
zur ewigen Vollendung,
der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
Allerheiligster Erlöser
Ich wär' so gern dabei gewesen
Doch ich hab viel zu viel zu tun
Lass uns später weiter reden
Da draußen brauchen sie mich jetzt
Die Situation wird unterschätzt
Und vielleicht hängt unser Leben davon ab
Ich weiß es ist dir ernst, du kannst mich hier grad nicht entbehren
Nur keine Angst, ich bleib' nicht all zu lange fern
Muss nur noch kurz die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
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Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Und gleich danach bin ich wieder bei dir
Irgendwie bin ich spät dran
Fang' schon mal mit dem Essen an
Ich stoß' dann später dazu
Du fragst: „Wieso, weshalb, warum?“
Ich sag': „Wer sowas fragt ist dumm“
Denn du scheinst wohl nicht zu wissen, was ich tu'
'Ne ganz…
Muss nur noch kurz die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
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Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Und gleich danach bin ich wieder bei dir
Die Zeit läuft mir davon
Zu warten wäre eine Schande für die ganze Weltbevölkerung
Ich muss jetzt los, sonst gibt's die große Katastrophe
Merkst du nicht, dass wir in Not sind?
Ich muss jetzt echt die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
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Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
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Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Und gleich danach bin ich wieder bei dir
Tim Bendzko, Quelle: LyricFind
Tatsächlich denke ich dieser Tage sehr oft an jene Liedzeile, mit der Tim Bendzko im Sommer 2011 die Charts stürmte. Wer hätte damals gedacht, dass jener Ohrwurm einmal zur Mission einer gesamten Generation werden würde? Ich muss ehrlich gestehen, ich nicht. Und das, obwohl ich – wie viele andere Kinder und Jugendliche ebenfalls – seit Jahren unzufrieden bin mit der Klimapolitik dieses Landes. Wir haben Demos besucht, unser Taschengeld an Greenpeace und den WWF gespendet und versucht, unsere Eltern davon zu überzeugen, dass eine vegetarische Ernährung nicht der Weltuntergang ist, sondern beachtlichen Einfluss auf dessen Verhinderung hat.
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Nele Brebeck auf welt.de am 14.3.2019
Die Finanzbranche soll das Geld in grüne Bahnen lenken. Doch dafür braucht es auch Unternehmen, die sich lenken lassen wollen.
Die Investoren haben nämlich Interesse daran, ihr Geld gezielt in jene Firmen zu stecken, die sich Gedanken über die Zukunft machen. „Früher wussten Investoren nicht, was sie mit Nachhaltigkeitsdaten anfangen sollten, heute sind diese aber extrem wichtig geworden, um die Chancen und Risken eines Unternehmens einschätzen zu können“, sagt Steven Tebbe, Managing Director von CDP Europe. „Man kann nur das managen, was man auch messen kann.“
Für Großanleger sind sogenannte Stranded Assets ein Riesenthema geworden. Sie wollen ihr Kapital gut investiert wissen und nicht vernichtet sehen, nur weil Unternehmen keine Bereitschaft zeigen, ihr Geschäftsmodell anzupassen. „Unsere Daten werden immer wichtiger, um zu verstehen, wo die Reise hingehen kann“, sagt Tebbe. Und in der Tat legen bereits mehr als 8400 Firmen weltweit ihre Informationen via CDP offen. Das entspricht immerhin mehr als 50 Prozent des globalen Marktwerts.
Sich in Sachen Nachhaltigkeit zu engagieren ist nicht nur en vogue geworden – es wird vom Kapitalmarkt aktiv verlangt. Spätestens seit dem Klimaabkommen von Paris. 2015 kam man überein, die Finanzflüsse in Richtung einer CO2-armen und klimafreundlichen Entwicklung zu lenken.
Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir,
der für alles Sorge trägt;
daher brauchst du nicht zu beweisen,
dass du gerecht geurteilt hast.
Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit
und deine Herrschaft über alles
lässt dich alles schonen.
Stärke beweist du,
wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt,
und bei denen, die sie kennen,
strafst du die anmaßende Auflehnung.
Weil du über Stärke verfügst,
richtest du in Milde
und behandelst uns mit großer Schonung;
denn die Macht steht dir zur Verfügung,
wann immer du willst.
Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt,
dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss,
und hast deinen Söhnen und Töchtern die Hoffnung geschenkt,
dass du den Sündern die Umkehr gewährst.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das jüngste Buch des Alten Testamentes liegt uns in der Schrift 'Weisheitsbuch' oder 'Weisheit Salomos' vor. Salomo gilt als Verfasser von Weisheitssprüchen. Jedoch schon lange zuvor sind im Orient Weisheitssprüche bekannt. Diese dienen, das Leben zu bewältigen und zu ordnen.
In dem uns vorliegendem Weisheitsbuch deutet vieles darauf hin, dass es in Ägypten entstanden ist. Der Schreiber will durch diese Schrift den Juden in der Diaspora helfen, ihr Leben in dieser vom Glauben doch anderen Umgebung zu meistern. Zugleich eröffnen Überlegungnen und Sprüche auf der Weisheitsebene vermittelnde Auseinandersetzung mit Andersgläubigen.
In unserem Textabschnitt wird Gott als der Sorgende dargestellt, sowie als der Milde und Nachsichtige. Dahinter stehen die allewigen Fragen, warum greift Gott nicht ein, warum geht er gegen die Bösen und Schlechten nicht vor!? Damit verbunden geht es auch um die Auseinandersetzung und Differenzierung wie Abgrenzung des Glaubens an den Einen Gott im Unterschied zu den anderen Göttern und der damit verbundenen Praktiken der Umgebung.
Der Verfasser geht vom Gott der Schöpfung aus, der eben allem zugrunde liegt, und die Chance der Umkehr, wie Erkenntnis und Einsicht gewährt.
Der weisheitliche Lehrtext ist - in ein Gebet gefasst - Anrede und Erkenntnis Gottes in einem. Gott wird als Starker bekannt, der seine Stärke in Milde und Nachsicht zeigt, darin aber - auf seine Weise und in seiner Weisheit - gerecht ist. Seine Macht schenkt Hoffnung und gewährt Umkehr. Zum weisheitlichen Schluss gehört, dass das Volk Gottes gelehrt wird, "dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss". Diese Einsicht ist Weisheit aus dem Herzen Gottes.
Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir,
der für alles Sorge trägt;
daher brauchst du nicht zu beweisen,
dass du gerecht geurteilt hast.
Kein König und kein Herrscher kann dich zur Rede stellen
wegen der Menschen, die du gestraft hast.
Gerecht, wie du bist,
verwaltest du das All gerecht
und hältst es für unvereinbar mit deiner Macht,
den zu verurteilen, der keine Strafe verdient.
Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit
und deine Herrschaft über alles
lässt dich alles schonen.
Stärke beweist du,
wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt,
und bei denen, die sie kennen,
strafst du die anmaßende Auflehnung.
Weil du über Stärke verfügst,
richtest du in Milde
und behandelst uns mit großer Schonung;
denn die Macht steht dir zur Verfügung,
wann immer du willst.
Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt,
dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss,
und hast deinen Söhnen und Töchtern die Hoffnung geschenkt,
dass du den Sündern die Umkehr gewährst.
Kv: Du, mein Herr, bist gut und bereit zu vergeben. – Kv
GL 517
Du, mein Herr, bist gut und bereit zu vergeben, *
reich an Liebe für alle, die zu dir rufen.
Vernimm, Herr, mein Bittgebet, *
achte auf mein lautes Flehen! – (Kv)
Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen /
und sich niederwerfen, mein Herr, vor deinem Angesicht, *
sie werden deinen Namen ehren.
Denn du bist groß und tust Wunder, *
nur du bist Gott, du allein. – (Kv)
Du, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, *
langsam zum Zorn und reich an Huld und Treue.
Wende dich mir zu und sei mir gnädig, /
gib deinem Knecht deine Stärke *
und rette den Sohn deiner Magd! – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an.
Denn wir wissen nicht,
was wir in rechter Weise beten sollen;
der Geist selber tritt jedoch für uns ein
mit unaussprechlichen Seufzern.
Der die Herzen erforscht,
weiß, was die Absicht des Geistes ist.
Denn er tritt so, wie Gott es will,
für die Heiligen ein.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Gott erhört unsere Gebete, aber er richtet sich nicht danach. Zutreffend, jedoch zu verkürzt, klingt diese Formulierung zur Lesungsthematik, dass der Geist eben wie Gott will 'für uns' eintritt. Bittgebete werden eben anders erfüllt als erhofft. Dies resümieren die wenigen Sätze des Textabschnittes.
Die Gemeinde ist nicht im Besitz totaler Einsicht in Gottes unerforschliche Wege. Über Jesus erfährt und erhält sie Zugang zu diesem Gott. Jesus schlägt die Brücke zwischen Gemeinde und Gott, er setzt sich für sie ein.
Letztendlich geht es um die Erlösung, die für die Gemeinde auf Erden unerfassbar ist. Somit wird vertrauensvoll auf diesen Geist gesetzt, wie auf diesen Jesus, der bei Gott ist.
Paulus hat in seinem Brief an die Gemeinde in Rom besonders im 8. Kapitel Gottes Treue geradezu besungen. Nichts kann uns von der Liebe Gottes scheiden. Ein Hochgefühl stellt sich gleichwohl nicht ein. Es ist die Schwachheit, die zugegeben und (in die Hand Gottes) abgegeben wird. Wer immer auch im "wir" gemeint ist (die Ausleger haben so ziemlich alles durchgespielt, was Menschen dazu eingefallen ist): Die existentielle Erfahrung, nicht einmal zu wissen, "worum wir in rechter Weise beten sollen", ist schon in der Frühzeit der Kirche nicht Ausnahme, sondern Regel. Paulus nimmt sich nicht einmal selbst aus.
In den Briefen, die Paulus geschrieben hat, findet sich kaum sonst ein so beredtes Loblied auf den Geist wie hier: der Geist selber tritt für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. Auffällig: der Geist ist nicht vollmundig, sondern "seufzt". Er entzieht sich unseren Beschreibungen und Festlegungen, spricht aber aus dem Herzen - das ist die ursprüngliche Bedeutung eines Seufzers, bevor sich die Worte eines Menschen annehmen oder sich ihm verschließen.
Der Geist tritt so für die Heiligen - das ist die Bezeichnung der von Gott geliebten Menschen - ein, wie Gott es will. So wie Paulus das Wirken des Geistes beschreibt, nähert er sich stark dem Bild an, dass im Johannesevangelium erscheint: der Geist ist Paraklet, Fürsprecher, Anwalt. Von Gott für Menschen bestellt. Das ist Gottes Art, mit der Schwachheit der Menschen umzugehen. In seinem Brief hat Paulus der Gemeinde in Rom - dem Nabel der damaligen Welt - die Augen geöffnet. Was das für den Umgang mit Schwachheit bedeutet, ist bis zur Stunde noch nicht vollends in Worte gefasst. Dass Paulus in Röm. 8 Theologie als Seelsorge profiliert, muss dann auch nicht mehr überraschen.
Halleluja. Halleluja.
Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;
du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.
Halleluja.
Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Mann,
der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Menschen schliefen,
kam sein Feind,
säte Unkraut unter den Weizen
und ging weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten,
kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn
und sagten: Herr,
hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät?
Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind getan.
Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein,
damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
Lasst beides wachsen bis zur Ernte
und zur Zeit der Ernte
werde ich den Schnittern sagen:
Sammelt zuerst das Unkraut
und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen;
den Weizen aber bringt in meine Scheune!
Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor
und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn,
das ein Mann auf seinen Acker säte.
Es ist das kleinste von allen Samenkörnern;
sobald es aber hochgewachsen ist,
ist es größer als die anderen Gewächse
und wird zu einem Baum,
sodass die Vögel des Himmels kommen
und in seinen Zweigen nisten.
Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig,
den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg,
bis das Ganze durchsäuert war.
Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen
und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen,
damit sich erfülle,
was durch den Propheten gesagt worden ist:
Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen,
ich spreche aus,
was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.
Dann verließ er die Menge
und ging in das Haus.
Und seine Jünger kamen zu ihm
und sagten:
Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
Er antwortete: Der den guten Samen sät,
ist der Menschensohn;
der Acker ist die Welt;
der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches;
das Unkraut sind die Kinder des Bösen;
der Feind, der es gesät hat,
ist der Teufel;
die Ernte ist das Ende der Welt;
die Schnitter sind die Engel.
Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird,
so wird es auch bei dem Ende der Welt sein:
Der Menschensohn wird seine Engel aussenden
und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen,
die andere verführt und Gesetzloses getan haben,
und werden sie in den Feuerofen werfen.
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Dann werden die Gerechten
im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.
Wer Ohren hat, der höre!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wie kommt das Böse in die Gemeinde? Eine Thematik, die den Verfasser des Evangeliums wie seine Hörer selbst beschäftigt. Merkwürdig klingt, dass der Feind in der Nacht Unkraut in's Feld sät. Natürlich ist Jesus mit Erfolg und Mißerfolg von Aussaat bis Ernte vertraut. Somit kann er dies auch schildern, wenn auch in überzeichnender Form. Erst später wird der Teufel in einer Art Ausdeutung des Gleichnisses eingeführt. Dies könnte wohl erst von der Gemeinde hinzugefügt worden sein. Matthäus setzt auch bei anderen Gelegenheiten die Gerichtsschilderung ausmalend hinzu. Der Kern des Gleichnisses auf Jesus zurückgehend zeigt, dass dieser seine Botschaft für offen hält im Kontrast wie Unterschied zu in sich ruhenden Sondergrüppchen.
Die beiden nächsten Gleichnisse beinhalten einen inneren Zusammenhang, der gegensätzlich ist. Ein Kontrast liegt hier vor, der zusammenführt. Das Senfkorngleichnis spricht vom kleinen Beginn und kontrastangereichert vom wunderbaren Endprodukt. Das Gleichnis vom Sauerteig spricht den Prozeß des Werdens an. Einerseits ist das Himmelreich wunderbares Entstehen, andererseits mühsames Werden, wie in die Welt eingeknetet zu werden.
Seit Jesus ist der Acker nicht mehr leer und der Teig in Bewegung. Und doch bleibt die Verborgenheit des Reiches in der Welt genauso wie die damit verbundene Erfolglosigkeit. Gott selbst wird sein Reich herbeiführen.
Bei Matthäus erklärt Jesus nicht allzuoft Gleichnisse. Denn normalerweise verstehen sie die Gleichnisse. Das Erfüllungszitat in dieser Stelle zielt ebenfalls auf das rechte Verstehen hin.
Die angeschlossene Deutung zeigt logisch Jesus als den guten Sämann, und den Teufel als Feind. Sehr eindrücklich wird die gesammte Welt zum missionierenden Ackerfeld. Alles läut auf Gott hin. Von dorther ist auch alles zu sehen und zu deuten. Alles wird sehr bildhaft geschildert und es liegen verschiedene Textstellen des Alten Bundes zugrunde. Im Buch Daniel kommt der Feuerofen vor, oder das Leuchten der Gerechten.
Matthäus ordnet alles auf das Gericht hin. Im Letzten steht das Reich des Menschensohnes. Detailiertes über das Gericht lässt sich aber nicht herausholen, nämlich für wen und wie und alle umfassend. Denkt er an ein Weltgericht? Das bleibt offen.
In Mt. 13 sind Gleichnisse Jesu gesammelt, die unter der gemeinsamen Überschrift stehen: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit". Unabhängig von der Frage, welche Art Gleichnis hier vorliegt: In kleinen, überraschenden Geschichten erzählt Jesus, wie Gott sein Reich versteht und vorstellt.
Es gehört zur pastoralen Klugheit, sich nur auf ein Gleichnis einzulassen. Die vorgeschlagene Kurzform konzentriert sich auf das erste Gleichnis: die beste Saat - dann in der Nacht, unbeobachtet, aber auch unerwartet, wird Unkraut ausgesät. Im Sinne des Gleichnisses: es ist kein Versehen, sondern Absicht. Irgendwann, dann aber auch nicht mehr zu übersehen, gehen die gute wie die schlechte Saat auf. So dicht nebeneinander ist es nicht einmal möglich, das Unkraut zu trennen. Was in der Übersetzung untergeht, ist, dass das Unkraut, das hier schießt, dem Weizen täuschend ähnlich aussieht. Es gehört zur Klugheit, auf die Ernte zu warten - wer die Entscheidungen früher will, muss sich an der guten Saat vergreifen, ohne eine Garantie zu haben, der schlechten Saat Herr geworden zu sein. Im Gleichnis sagt Jesus dann auch: "Lasst beides wachsen bis zur Ernte".
Ist diese Geschichte auf dem ersten Blick wie ein (Wirtschafts-)Krimi, wird sehr schnell deutlich, wohin das Gleichnis führt: Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich (!) zu den Arbeitern sagen … Es ist Jesus, der das Urteil spricht. Im Kontext des Evangeliums wird den Jüngern, der Kirche, das "letzte Wort" genommen, das Vertrauen aber gewährt: Lasst beides wachsen. In diesem Spannungsverhältnis hat die Geschichte, die Jesus erzählt, eine klare Position.
Zum Verständnis gehört allerdings, den Bewegungen ein Ohr zu schenken: Es sind in dieser Geschichte zwei Figuren, die etwas machen: einer sät guten Samen - der andere schlechten. Der eine geht bei Tag aufs Feld - der andere braucht den Schutz der Nacht.
Die Deutung, die das Evangelium gibt (VV. 36-43), stellt den Menschensohn und den Teufel gegenüber. So erläutert das Evangelium dann den Weg und das Geschick Jesu.
Jesus muss sterben, weil die schlechte Saat aufging - und nicht vor der Zeit auszusondern war. Was den einen wie eine Tragik erscheint, bekommt im Evangelium Gottes Anteilnahme. Am Ende wird er richten. Die letzten Bewegungen: verbrennen - in die Scheune sammeln. Wobei die Scheune ein Bild für Aufbewahren und Reichtum ist, "verbrennen" aber für Vergehen und Reinigung steht.
Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Mann,
der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Menschen schliefen,
kam sein Feind,
säte Unkraut unter den Weizen
und ging weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten,
kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn
und sagten: Herr,
hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät?
Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind getan.
Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein,
damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
Lasst beides wachsen bis zur Ernte
und zur Zeit der Ernte
werde ich den Schnittern sagen:
Sammelt zuerst das Unkraut
und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen;
den Weizen aber bringt in meine Scheune!
Bilder sagen oft mehr als Worte und bleiben obendrein besser in unserem Gedächtnis haften. Jesus redete in Bildern zu den Menschen. Er war zugleich jedoch auch selbst ein Bild Gottes. Seine Menschlichkeit war ein Gleichnis für die Menschennähe und Menschenfreundlichkeit Gottes.
In die Geschichtsbücher haben sie längst Eingang gefunden die großen Gesten der bedeutenden Staatsmänner. Der Kniefall von Willy Brandt zum Beispiel, der bei seinem Besuch in Warschau dadurch seine Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zum Ausdruck gebracht hat. Oder die Vereidigung des damaligen hessischen Umweltministers Joschka Fischer, der in Turnschuhen ins Parlament gekommen ist. Oder ein sehr junges Beispiel: Papst Franziskus, der im März auf dem menschenleeren Petersplatz mitten in der Corona-Pandemie den Segen „Urbi et orbi“ gespendet hat.
Es sind die großen Gesten, die in Erinnerung bleiben. Bilder an manches außergewöhnliche Handeln prägen sich so leicht ins Gedächtnis ein. Auch wenn wir die Worte längst vergessen haben, die Bilder sind viel anschaulicher und eindrucksvoller. Sie bleiben, auch wenn so manches gesprochene Wort schon längst vergessen ist. Und manchmal, da sagen Bilder und Gesten auch mehr, als es selbst die geschliffensten Worte je könnten: ein Kuss, eine Umarmung, ein Blumenstrauß oder ein Ring. Wer seiner Angebeteten, die berühmte rote Rose überreicht, der muss gar nichts mehr dazu sagen. Die Botschaft, die dieses Zeichen vermitteln soll, ist ohne große Erklärungen verständlich. Große und kleine Gesten, die zwar nicht immer in die Geschichtsbücher aufgenommen wurden, aber doch den Lauf der Geschichte erheblich beeinflusst haben.
Auch Jesus ist ein Meister seines Faches, wenn es um die großen Gesten und die eindrücklichen Bilder geht. Das heutige Evangelium führt uns mitten hinein in diese jesuanische Bilderwelt: „Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen“, haben wir eben gehört. Gleich drei dieser Gleichnisse legt uns der heutige Abschnitt aus dem Matthäusevangelium vor. Das Gleichnis vom Unkraut und vom Weizen, das Gleichnis vom Senfkorn und das Gleichnis vom Sauerteig. In allen dreien Gleichnissen arbeitet Jesus nach demselben Prinzip: Das, was er sagen will, sagt er in Bildern. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit …“, so beginnen seine Gleichnisse. Und was dann folgt, ist keine bloß theoretische Abhandlung, kein theologischer Traktat oder eine andere trockene Erzählung. Was folgt ist ein Vergleich mit etwas, dass seine Zuhörer aus ihrem alltäglichen Leben kennen. Unkraut und Weizen, Senfkörner, Sauerteig: All das sind Dinge, mit denen die Menschen damals in Galiläa jeden Tag aufs Neue konfrontiert waren. Die Menschen wussten, wie es ist, wenn zwischen der Saat plötzlich das Unkraut in die Höhe schießt. Mit dem, was Jesus ihnen sagt, können sie etwas anfangen. Und sie können sich daher auch etwas vorstellen, was es wohl mit diesem Gottesreich auf sich hat. Es ist nicht wie etwas Abstraktes und Unvorstellbares. Es verhält sich wie Dinge, die wir aus unserem Alltag kennen. Freilich, es ist kein Senfkorn und kein Sauerteig. Aber es beginnt wie ein Senfkorn im Kleinsten zu wachsen, es durchsäuert wie der Sauerteig einen ganzen Topf mit Mehl. Das sind griffige Bilder, mit denen Menschen etwas anfangen können.
Jesus musste auf diese Art des Erzählens zurückgreifen, weil die meisten Einwohner von Galiläa nur begrenzt lesen oder schreiben konnten. Nicht die großen Reden konnten bei den Menschen etwas bewirken, sondern die eindrucksvollen Bilder. Sie ermöglichen zugleich noch einen ganz anderen Zugang zu Gott: Einen nämlich, der nicht über bloße Worte und Lehren führt, einen Zugang, der sich von einem Bild her erschließt. Man kann sich bildlich vorstellen, wie es sich mit dem Gottesreich verhält; das Reich Gottes wird ins Bild gesetzt. Jesus zeigt mit diesen Bildern, was er sagen will; die Botschaft von der nahegekommenen Gottesherrschaft wird für die Hörerinnen und Hörer griffig handhabbar.
Es sind die großen Gesten und Bilder, die in Erinnerung bleiben. Jesus wusste darum und hatte seine Reich-Gottes-Botschaft daher so anschaulich gestaltet. Der Neutestamentler Eduard Schweizer hat einmal geschrieben: „Das eigentliche Gleichnis Gottes ist Jesus von Nazareth selbst; wer ihn sieht, ahnt, wie Gott ist.“ Ja, wir dürfen nicht nur etwas in Worten oder Sätzen von Gott erfahren, wir dürfen ihn anschauen. Er ist Mensch geworden in seinem Sohn Jesus Christus. Er ist „Bild des unsichtbaren Gottes“ (Kol 1,15a), „Abglanz seiner Herrlichkeit und Abbild seines Wesen“ (Hebr 1,3). Wenn wir ihn anschauen, lernen wir etwas über Gott selbst. Wenn wir ihm begegnen, kommen wir mit Gott in Berührung. Er selbst ist das Gleichnis Gottes, von dem wir lernen können, unser eigenes Leben zu gestalten und so etwas von Gottes Gegenwart in unserem Alltag präsent werden zu lassen.
Gastautor: Fabian Brand, brand.fabian@t-online.de
Unkraut und Weizen lassen sich nicht von Anfang an klar unterscheiden; auch nicht in den verschiedenen Bemühungen in der Seelsorge. Gott kennt unsere Herzen und kann entschieden, was gut und was schlecht ist. Hüten wir uns davor, vorschnell zu urteilen.
Der Sonntag ist ein Tag, an dem wir uns ausruhen dürfen und aufatmen von unserem Alltag. Solche Unterbrechungen in der normalen Arbeitswoche nennen wir „Feiertag“. Der Sonntag ist der christliche Feiertag schlechthin. Woche für Woche kommen wir zusammen, um an ihm das Geheimnis unseres Glaubens zu feiern: das Gedächtnis von Christi Leiden, Tod und Auferstehung. Er, der auferstandene Herr, ruft uns zusammen. Bei ihm dürfen wir zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen. Er ist in unserer Mitte, ihn grüßen wir im Kyrie.
Gaustautor Fabian Brand, brand.fabian@t-online.de
Herr Jesus Christus,
deine Nähe macht unser Leben reich.
Herr, erbarme dich.
Du stärkst uns in Glaube, Hoffnung und Liebe.
Christus, erbarme dich.
Du führst uns auf dem Weg der Gebote Gottes.
Herr, erbarme dich.
Gaustautor Fabian Brand, brand.fabian@t-online.de
Herr, Jesus Christus,
du siehst das Gute, wo wir nur Böses erkennen.
Herr, erbarme dich.
Du rufst die Menschen zur Umkehr.
Christus, erbarme dich.
Du läßt das Gute wachsen und reifen.
Herr. erbarme dich.
Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle,
die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
„Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir, der für alles Sorge trägt“ (Weish 12,13a):
Zu Gott, dem Lebendigen, der für uns sorgt und um unsere Nöte weiß, r
ufen wir in den Anliegen unserer Zeit und beten:
Wir beten für die Kirche:
Für unseren Papst Franziskus, unseren (Erz-)Bischof N. und für alle, die das Evangelium von der nahegekommenen Gottesherrschaft verkünden.
Wir beten für unsere Erde und für alle Völker:
Um Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit, um ein Leben ohne Angst vor Krieg, Terror und Katastrophen.
Wir beten für alle Menschen, die in diesen Sommertagen unterwegs sind:
Um Schutz vor Unfällen und Unglück, um erholsame Tage zum Aufatmen und Krafttanken, um eine glückliche Heimkehr.
Wir beten für alle Kranken und Notleidenden:
Um baldige Gesundheit, um Menschen, die sie begleiten und ihren Weg teilen, um Kraft in ihren Leiden.
Wir beten für unsere Toten und für alle Verstorbenen:
Um das ewige Leben in deinem Reich und um Trost für alle, die um sie trauern,.
Herr, unser Gott, du verfügst über Stärke,
du richtest in Milde, du schenkst unserem Leben Ruhe und Sicherheit.
Dir danken wir, dich loben und preisen wir heute und in alle Ewigkeit. – Amen.
Gaustautor Fabian Brand, brand.fabian@t-online.de
Im Glauben an Gottes geduldige und schützende Gegenwart in unser aller Leben, kommen wir zu ihm mit unseren Bitten:
Für eine Kirche, von der sich viele Menschen lebensnahe Antworten auf ihre Ängste und Hoffnungen erwarten.
Für eine Gesellschaft, die sich in den vielen für und wider der Lösungsansätze ihrer dringenden Probleme verliert.
Für alle, denen bewusst ist, wie schwierig es für uns ist, die Grenzlinie zwischen gut und böse oder richtig und falsch zu erkennen.
Für uns, die wir im Umgang miteinander immer wieder vergessen, dass nur dir das endgültige Urteil über alles menschliche Tun zusteht.
Für unsere Verstorbenen, die im Glauben an die Auferstehung gestorben sind.
Im Vertrauen auf deinen Schutz und deine Macht loben wir dich und preisen dich
jetzt und allezeit. - Amen.
Herr, du hast die vielen Opfer,
die dir je von Menschen dargebracht werden,
in dem einen Opfer des Neuen Bundes vollendet.
Nimm die Gaben deiner Gläubigen an
und heilige sie,
wie du einst das Opfer Abels angenommen hast;
und was jeder einzelne zu deiner Ehre darbringt,
das werde allen zum Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Guter und langmütiger Gott,
wir kommen zu dir, um dir unseren Dank und Lobpreis darzubringen.
Kehrvers
Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde
und behandelst du uns mit großer Nachsicht.
Du hast dein Volk gelehrt,
dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss.
Kehrvers
Dein Sohn lehrte die Menschen in Gleichnissen,
dass du mit uns Geduld hast bis zur Ernte.
Du lässt Böses neben dem Guten wachsen
und gibst uns die Gewissheit,
dass das Gute trotzdem reiche Frucht trägt.
Kehrvers
Wie ein unscheinbares Senfkorn austreibt
und zu einem hohen Gewächs wird,
in dem die Vögel Platz finden,
so entfaltet sich das Reich Gottes durch deine Kraft und Stärke.
Kehrvers
Wie ein wenig Sauerteig einen große Menge Mehl durchsäuert,
durchdringst du unsere Welt mit deinem Geist
und gibst du ihr ein neues Angesicht.
Kehrvers
Deinem Wirken vertrauen wir.
Daher singen wir Dir unseren Lobgesang
gemeinsam mit der ganzen Schöpfung.
Danklied, z. B: Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
Beides wächst in uns
in dir und mir
Unkraut und Weizen.
Manchmal scheint es
als seien wir für das Unkraut
ein besserer Boden als für den Weizen.
Wir danken dir, Gott
dass du uns liebst
und bei uns bleibst
trotz des Unkrauts in uns.
Gerade wegen des Unkrauts
brauchen wir dich ja.
Hilf uns, den Weizen in uns
zum Wachsen zu bringen
und des Unkrauts Herr zu werden.
Und hilf uns,
beides voneinander zu unterscheiden.
Herr,
du hast uns mit reichen Gaben beschenkt.
Lass uns in der Danksagung verharren
und einst die Fülle des Heils erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
wir können uns mit vielem nicht abfinden,
was uns Tag für Tag begegnet.
Wir können auch vieles nicht ändern,
was unser Leben klein oder zunichte macht.
Hilf uns, aus dem Bann des Bösen herauszutreten,
die Wahrheit zu sagen
und deinem Wort zu trauen.
Wenn wir es mit der Angst zu tun bekommen,
dann schenke uns Mut,
wenn wir uns ducken,
dann lass uns die herrliche Freiheit deiner Kinder finden.
So viele Menschen warten darauf, dass wir ihnen beistehen,
Lasten tragen helfen und unheilvolle Gräben überwinden.
Lass uns zu ihnen gehen
In Christus, unserem Herrn.
Gott segne unser Bemühen, unsere Zweifel und unsere Angst,
er segne unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten.
Er segne sie, dass sie uns nicht zu Fall bringen,
sondern zur Einsicht und Milde werden gegenüber allen anderen,
die ebenso wie wir, schwach sind, unzulänglich und bemüht.
Und er segne unsere Stärken und Begabungen,
dass sie nicht zur Eitelkeit heranwachsen und zur Arroganz
sondern zur Achtung und Wertschätzung für alle anderen,
mit ihren Stärken und Begabungen.
Dazu sei und bleibe der Segen Gottes bei uns
durch Gott, dem Vater in seinem Sohn und Heiligen Geist. - Amen.
(c) Burghard Förster<Burghard.Foerster@kathluzern.ch>
1. Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!
2. Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein,
er wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
3. Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
der Sperling und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst von ihm,
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
4. Er läßt die Sonn aufgehen,
er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen
und tut den Himmel auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide
und unsern Kindern Brot.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
Matthias Claudius, 1782

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Paulus stellt Adam und Christus gegenüber. Durch den Ungehorsam des einen kam der Tod in die Welt, durch den Gehorsam des anderen wurde das Leben neu geschenkt. Beide sind als "korporative Persönlichkeiten" anzusehen. D.h.: Im Stammvater eines Volkes ist bereits die gesamte Nachkommenschaft präsent. In diesem Sinne - und nicht in einem geschichtlichen - ist die Sünde der Nachkommen Adams und die Gerechtsprechung der "Nachkommen" des Christus zu verstehen. Adam verkörpert den Menschen, wie er von Anfang an verfaßt ist, die Menschheit schlechthin. Die Menschen haben sich von Anfang an von Gott und seinem Gebot gelöst und sind eigene Wege gegangen. Erst in Jesus Christus wurde diese Loslösung von Gott überwunden. Auch hier wieder durch die Tat des einen. Den "vielen", das sind alle, die sich zu Christus gehörig wissen, wird die Gerechtsprechung als unverdientes Geschenk (Gnade) zuteil.