Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
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Lesung aus dem Buch Levitikus.
Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn sich auf der Haut eines Menschen
eine Schwellung, ein Ausschlag oder ein heller Fleck bildet
und auf der Haut zu einem Anzeichen von Aussatz wird,
soll man ihn zum Priester Aaron
oder zu einem seiner Söhne, den Priestern, führen.
Der Priester soll ihn untersuchen.
Stellt er eine hellrote Aussatzschwellung fest,
die wie Hautaussatz aussieht,
so ist der Mensch aussätzig;
er ist unrein.
Der Priester muss ihn für unrein erklären.
Der Aussätzige mit dem Anzeichen
soll eingerissene Kleider tragen
und das Kopfhaar ungekämmt lassen;
er soll den Bart verhüllen
und ausrufen: Unrein! Unrein!
Solange das Anzeichen an ihm besteht,
bleibt er unrein;
er ist unrein.
Er soll abgesondert wohnen,
außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.
Lesung aus dem Buch Levitikus.
Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn sich auf der Haut eines Menschen
eine Schwellung, ein Ausschlag oder ein heller Fleck bildet
und auf der Haut zu einem Anzeichen von Aussatz wird,
soll man ihn zum Priester Aaron
oder zu einem seiner Söhne, den Priestern, führen.
Der Priester soll das Anzeichen auf der Haut untersuchen.
Wenn das Haar an der kranken Stelle weiß wurde
und die Stelle tiefer als die übrige Haut liegt, ist es Aussatz.
Nachdem der Priester das Anzeichen untersucht hat,
soll er den Erkrankten für unrein erklären.
Stellt er auf der Hinterkopf- oder auf der Stirnglatze
eine hellrote Aussatzschwellung fest,
die wie Hautaussatz aussieht,
so ist der Mensch aussätzig; er ist unrein.
Der Priester muss ihn für unrein erklären;
sein Kopf weist das Anzeichen auf.
Der Aussätzige mit dem Anzeichen
soll eingerissene Kleider tragen
und das Kopfhaar ungekämmt lassen;
er soll den Bart verhüllen
und ausrufen: Unrein! Unrein!
Solange das Anzeichen an ihm besteht,
bleibt er unrein;
er ist unrein.
Er soll abgesondert wohnen,
außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.
Kv: Du bist mein Schutz, o Herr,
du rettest mich und hüllst mich in Jubel. – Kv
(Oder GL 431)
Selig der, dessen Frevel vergeben *
und dessen Sünde bedeckt ist.
Selig der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt *
und in dessen Geist keine Falschheit ist. – (Kv)
Da bekannte ich dir meine Sünde *
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Meine Frevel will ich dem Herrn bekennen. *
Und du hast die Schuld meiner Sünde vergeben. – (Kv)
Der Frevler leidet viele Schmerzen, *
doch wer dem Herrn vertraut, den wird er mit seiner Huld umgeben.
Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, *
jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen! – Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Ob ihr esst oder trinkt oder etwas anderes tut:
Tut alles zur Verherrlichung Gottes!
Gebt weder Juden noch Griechen,
noch der Kirche Gottes
Anlass zu einem Vorwurf!
Auch ich suche allen in allem entgegenzukommen;
ich suche nicht meinen Nutzen,
sondern den Nutzen aller, damit sie gerettet werden.
Nehmt mich zum Vorbild,
wie ich Christus zum Vorbild nehme!
Die für die Lesung ausgewählten Verse des Ersten Korintherbriefes bilden den Abschluss der Kapitel 8 bis 10.
In Kapitel 8 setzt sich Paulus mit den Problemen auseinander, die sich durch die Teilnahme von Christen an Ereignissen, bei denen Opferfleisch verzehrt wurde, ergaben. Einige nahmen daran Anstoß und wollten dies verboten wissen. Von da her ist die von Paulus gegebene Regel, niemand Anlass zu einem Vorwurf zu geben, zu verstehen.
In Kapitel 9 geht es um das Beispiel des Apostels. Er ahmt Christus nach, die Korinther sollen darin ihm folgen. Wie er und Barnabas sollen die Christen darauf achten, niemand Grund zum Anstoß zu bieten.
Ohne diesen Hintergrund könnten die für die Lesung ausgewählten Verse zu einer Allerweltsnorm "nur nicht anecken" herabgewürdigt werden. Das Verhalten, das Paulus fordert, geht von der Christusnachfolge aus. Die Freiheit, die dem Christen geschenkt ist, ist gebunden an die Liebe zu einander, wie sie Christus vorgelebt hat.
Halleluja. Halleluja.
Ein großer Prophet wurde unter uns erweckt:
Gott hat sein Volk heimgesucht.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
kam ein Aussätziger kam zu Jesus
und bat ihn um Hilfe;
er fiel vor ihm auf die Knie
und sagte: Wenn du willst,
kannst du mich rein machen.
Jesus hatte Mitleid mit ihm;
er streckte die Hand aus,
berührte ihn
und sagte: Ich will - werde rein!
Sogleich verschwand der Aussatz
und der Mann war rein.
Jesus schickte ihn weg,
wies ihn streng an
und sagte zu ihm:
Sieh, dass du niemandem etwas sagst,
sondern geh, zeig dich dem Priester
und bring für deine Reinigung dar,
was Mose festgesetzt hat - ihnen zum Zeugnis.
Der Mann aber ging weg
und verkündete bei jeder Gelegenheit,
was geschehen war;
er verbreitete die Geschichte,
sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte;
er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.
Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
Der Form und dem Aufbau nach ist die vorliegende Erzählung eine Wundergeschichte: Ein Leidender tritt an den Wundertäter heran und bittet um Heilung, der Wundertäter ist vom Bittsteller berührt bzw. erschüttert, er heilt ihn. Die Umstehenden staunen...
In unserem Zusammenhang erhält die Erzählung jedoch zusätzliche Akzente. Dem Evangelisten geht es um die Reinheit. Er sieht die Krankheit unter dem Aspekt der kultischen Reinheit. Aussätzige waren durch ihre Krankheit unrein und von jedem Kontakt mit der übrigen Bevölkerung ausgeschlossen (siehe erste Lesung dieses Sonntags).
Das hatte zwar einen hygienischen Hintergrund, es ging aber auch um das Reinsein vor Gott. Der Aussatz war ein äußeres Zeichen der Sünde, des Von-Gott-getrennt-seins. Das Böse/der Böse hatte nach dieser Vorstellung sich des Aussätzigen bemächtigt. Seine Situation ist mit der eines Besessenen vergleichbar. Jesus ist von seiner Not erschüttert (dies ist mehr als nur Mitleid), er berührt ihn (damit hebt er die Ausgrenzung auf), reinigt ihn vom Bösen und gliedert ihn wieder in das Volk Gottes ein.
Dieser Vorgang ist einerseits öffentlich - er kann nicht verborgen bleiben. Er verlangt auch öffentliche Anerkennung durch die Priester. Andererseits ist er aber auch ein intimes Geschehen zwischen dem betroffenen Menschen und Gott bzw. seinem Bevollmächtigten. Das auferlegte Schweigegebot unterstreicht diese Intimität.
Bedeutsam ist auch das Reinigungsopfer, das Jesus anordnet. Nicht eindeutig ist, wofür es Beweis sein soll. Nur für die Gesetzestreue Jesu, wie es die Einheitsübersetzung nahelegt? Die Kontrolle und Anerkennung durch einen Priester vollzieht nach außen hin die Eingliederung ins Gottesvolk. Die Heilung kann auch als Hinweis auf die besondere Vollmacht Jesu verstanden werden, den Jesus an die Priester richtet, damit auch sie seine Sendung erkennen.
2024 fallen der Faschingssonntag und der Welttag der Kranken zusammen. Ein ungleiches Gespann. Vom Umgang Jesu mit einem Aussätzigen können wir uns abschauen, wie auch Kranke und Leidende an unserer Lebensfreude teilhaben können.
Meine Schulzeit als Gymnasiast erlebte ich in einem Internat der österreichischen Redemptoristen; eine Zeit, an die ich mich gerne erinnere. Den Fasching feierten wir alljährlich nicht nur in unserem Haus. Am Donnerstag vor dem Faschingssonntag gingen wir alle zusammen in das Nachbardorf und gestalteten dort im Alten- und Pflegeheim ein Programm für die alten, schwerbehinderten und auf Pflege angewiesenen Frauen und Männer. Wir musizierten, sangen im Chor und spielten zur Freude der Heimbewohner Theater. Das war immer auch für uns selbst ein besonderes Erlebnis.
Kranke und Pflegebedürftige haben meist nicht viel zu lachen. Allerdings stellte ein todkranker Freund, den ich die letzten Monate seines Lebens begleiten durfte, die These auf: Solange du über deine Krankheit nicht auch Witze erzählen kannst, hast du sie noch nicht akzeptiert. Jede Krankheit ist ein sehr persönlicher Prozess und ich bewundere jede und jeden, der seine Krankheit und sein Schicksal annehmen kann.
Es ist noch nicht lange her, dass wir alle, die ganze Gesellschaft, unter der Covid-19-Pandemie zu leiden hatten; ganz gleich, ob wir uns selbst mit dem Virus angesteckt haben, ob wir um Angehörige oder Freunde gebangt haben, oder ob wir gar liebe Menschen durch die Pandemie verloren haben. Wir mussten, ob wir wollten oder nicht, Quarantäne-Maßnahmen akzeptieren, haben erlebt, wie der unterschiedliche Umgang damit die Gesellschaft gespalten hat, Freundschaften entzweit hat und wie vor allem Kinder und alte Menschen durch die Zwangsmaßnahmen zu Schaden gekommen sind.
Die Evangelienstelle, die uns heute vorgetragen worden ist, passt gar nicht zum Faschingssonntag. Nun gut, Fasching ist kein kirchliches Fest. Am 11. Februar gedenkt die Kirche weltweit der Kranken. Der Termin wurde von Papst Johannes Paul II. mit dem Gedenktag "Unserer lieben Frau von Lourdes" verbunden.
Seit der Pandemie hören wir die Erzählung vom Aussätzigen, der Jesus um Heilung bat, vermutlich mit anderen Ohren. Wir können uns mehr als davor in die Not von an Aussatz Erkrankten hineinversetzen. Sie mussten sich meist bis an ihr Lebensende in Quarantäne fernab von Dörfern und Städten begeben und waren als "unrein" abgestempelt.
Was will uns der Evangelist mit dieser berührenden Erzählung sagen? - Im Mittelpunkt steht für mich das Wort Jesu: "Ich will – werde rein!" Er will die Gesundung dieses Menschen. Er will, dass alle Menschen heil, gesund und in die Gesellschaft integriert leben können.
Dieses Jesuswort ist eine ausdrückliche Absage an alle Bestrafungsphantasien, die im Zusammenhang mit ansteckenden Krankheiten oder Unfällen immer wieder aufflammen. Krankheiten können jeden treffen, manche Krankheiten sind angeboren oder ererbt. In manchen Fällen kann man vielleicht sagen "selbst schuld; hätte er oder sie besser aufgepasst oder gesünder gelebt…". Dies gilt längst nicht für alle Kranken. Wenn sich Gesunde über Kranke erheben, ist dies immer großes Unrecht!
Zugleich wissen wir aber auch – und wussten auch schon die Menschen zur Zeit Jesu – wie wichtig Hygienemaßnahmen zum Selbstschutz und zum Schutz der Mitmenschen sind, bis hin zu Quarantäneanordnungen. Hier lohnt es sich jedoch, genauer hinzuschauen. In archaisch geprägten Gesellschaften werden diese notwendigen Maßnahmen schnell mit archaischen Vorstellungen von »Reinheit« in Verbindung gebracht. Meist werden diese auch noch religiös verbrämt und kultisch überhöht. Die Reinheitsgesetze des Alten Testamentes sind dafür ein gutes Beispiel. Die Überhöhung verstärkt zwar ihre Wirkung auf die Menschen, hat aber gefährliche Nebenwirkungen. Wenn etwa die "Reinheit des Volkes" gefordert wurde oder Frauen wegen ihrer Monatsblutung oder nach einer Entbindung für unrein erklärt und vom religiösen Leben ausgeschlossen wurden. Es lohnt sich, auf dem Boden der Medizin zu bleiben. Niemand ist gänzlich "rein" von Bazillen und Viren. Als gesund gilt, wer genügend Kraft hat, mit ihnen in Balance zu leben und klug umzugehen. Hygiene und Sauberkeit sind Gebote der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe und nicht der kultischen Reinheit.
Noch ein Drittes: Jesus berührte den Aussätzigen, ein höchst riskantes Verhalten. Dies war wohl mit ein Grund, warum er sich anschließend nirgends mehr sehen lassen konnte. Berührungen können für manche Menschen gefährlich sein. Berührungen können übergriffig sein. Jeder Mensch hat das Recht, Berührungen zu verweigern. Andererseits braucht jeder Mensch Berührung. Viele hungern danach berührt zu werden. Hier stehen wir vor der großen Herausforderung, das rechte Maß und die rechte Form zu finden. In der Zeit der Pandemie haben wir gelernt, dass wir auch mit den Augen berühren und den Friedensgruß anders gestalten können. Man muss sich nicht immer die Hände schütteln. Doch auch Blicke müssen diskret, behutsam und respektvoll sein. Auch Worte können berühren. Sie können aber auch verletzen.
Der Welttag der Kranken lädt uns ein, einen heilsamen Umgang mit Kranken und Leidenden zu erlernen und einzuüben. Das Beispiel Jesu kann uns dabei heute noch wegweisend sein.
Es kommt nicht darauf an, dass wir jetzt im Fasching Kranke zum Lachen bringen. Viel wichtiger ist, dass diese sich freuen können, sich nicht abgeschoben oder vom Leben ausgeschlossen fühlen, sondern einen Platz inmitten unserer Gesellschaft haben.
Die Regeln haben sich im Laufe der Jahrhunderte geändert, Kranken wird aber meist viel zugemutet. Jesus reagiert ganz menschlich. Er setzt sich über Regeln hinweg, um die Kraft und Liebe Gottes zu zeigen.
Wir haben in der 1. Lesung über die strengen Regeln für den Umgang mit Aussätzigen gehört. Diese Vorschriften gehen schon auf Mose zurück und sind nach Markus auch noch zur Lebenszeit Jesu gültig. Sie haben den Sinn, die israelitische Gemeinschaft vor der Ausbreitung von Seuchen zu beschützen.
Für den betroffenen Kranken bedeutet ihre Anwendung den Ausschluss aus der Gemeinde, soziale Isolation inklusive eingeschränkter Versorgungs- und Wohnmöglichkeit. Das Leben mit seinen vielfältigen Ausformungen und Möglichkeiten verkommt nun zum ausschließlichen Überlebenskampf. Ausschluss, aber auch Rückkehr in die Gesellschaft sind von einer Untersuchung durch einen Priester und seiner abschließenden Erklärung abhängig.
Wenn jemand in unserer Welt krank wird, wenden wir uns an den Arzt, nicht an den Priester. Der schickt uns – außer in Pandemiezeiten – nicht in die totale soziale Isolation. Aber Einschränkungen im gesellschaftlichen Umgang bedeuten Krankheiten meistens. Im Fall eines Krankenhausaufenthaltes können sich diese Einschränkungen je nach Schwere der Erkrankung auch ausweiten.
In vielen Jahren als Krankenhausmitarbeiterin und Krankenseelsorgerin habe ich viele Menschen erlebt, die sich urplötzlich auf einem Nebengeleise ihres Lebens abgestellt sahen. Die gewohnten Lebensabläufe sind nicht mehr relevant, fremde, oft unangenehme und schmerzhafte Abläufe werden einem einfach zugemutet und der Kopf, der gerade eben noch voller Lebenspläne war, ist besetzt von einem einzigen Wunsch: gesund zu werden. Trotz moderner Kommunikationsmöglichkeiten ist man gezwungen viele Stunden in ungewohnter Isolation zu verbringen. Und manchmal wird die Not groß.
Jeder, der diese Finsternis wahrnimmt und reagiert wird zum wärmenden Licht. Sei es eine aufmerksame Pflegerin, ein lieber Besuch, ein aufmerksamer Arzt oder eine nette Bettnachbarin. Sie alle können zum Gottesgeschenk werden.
Auch Jesus wendet sich dem Aussätzigen zu. Die Not, der er teilhaftig wird, verursacht eine starke emotionale Reaktion. Was in der Einheitsübersetzung als »Mitleid haben« beschrieben wird, klingt im griechischen Urtext viel deftiger. Dort ist davon die Rede, dass ihm seine Beobachtung ins Gedärm gefahren ist. Und in einer anderen Auslegung ist von seinem Zorn über den bösen Dämon die Rede, der den Mann so lähmt.
Daraus lässt sich ablesen, was Jesus wirklich zum Ärgernis wird. Es ist die Einschränkung eines Menschen ausschließlich auf Überlebensstrategien. Das lähmt jede andere Lebensenergie. Nur nackte Existenz ist möglich, kein Leben.
Er weiß aber, Gott hat uns als Wesen gedacht, das alle in ihm angelegten Möglichkeiten ausleben solle im Sinne eines erfüllten persönlichen Lebens und eines guten friedlichen Miteinanders auf der Welt. Diese Freiheit fehlt den Armen, Kranken, Witwen und Waisen. Ihre große Not lähmt sie. Das ist der Grund weshalb er uns immer wieder bittet, auf diese Personengruppen besonders achtzugeben.
Jesu tiefe Betroffenheit über den Zustand des Mannes ist eine zutiefst menschliche. Jeder von uns kennt ähnliche Reaktionen, wenn er unglaublicher Not begegnet. Sie bewegt unser Innerstes. Jesus ist hier ganz Mensch.
Die Begegnung zwischen dem Wanderprediger und dem Notleidenden hätte so nah nie stattfinden dürfen. Der Mann bemerkt die Kraft, die von Jesus ausgeht, und spricht: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. Jetzt kann Jesus nicht anders. Er muss den Mann berühren, obwohl es verboten ist. In der Berührung wirkt die Kraft Gottes. Der Mann ist geheilt. Dabei geht Jesus ein hohes Risiko ein. Was er tut, ist gefährlich, nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seine Begleiter. Aber der Glaube und das große Vertrauen des kranken Mannes konnten einfach nicht unbeantwortet bleiben. Die dynamis, die Kraft Gottes, die den Aussätzigen geheilt hat, weist Jesus als Sohn Gottes aus. Zunächst ganz Mensch und jetzt ganz Gott.
Die Kraft Gottes ist auch Antwort auf unsere immer wieder gebetete Vater-unser-Bitte „Dein Wille geschehe“. Diese Bitte, aus ganzem Herzen gesprochen und gemeint, macht rein, macht heil, macht ganz. Sie hat die Energie, mich zu jenem Kind Gottes zu machen als welches ich gedacht bin.
Jesus will den Kranken nicht nur gesund machen, sondern ihm wieder Leben inmitten seiner sozialen Bezüge schenken. Leben in Fülle. Deshalb schickt er ihn zum Priester, der ihm die Bestätigung über seine Reinheit bescheinigen solle. Er solle aber nicht erzählen was geschehen war.
Jesus weiß, um die Versuchung des Volkes in einem Mann mit großen Geistesgaben gleich den neuen politischen Führer für die Befreiung aus der römischen Herrschaft zu sehen. Das will er tunlichst vermeiden. Deshalb meidet er zunächst die großen Städte.
Er ist als Gottesknecht in diese Welt abgesandt worden. Damit die Erniedrigten und Geknechteten sich auf ihrem schweren Weg begleitet wissen, von einem der nicht nur redet, sondern auch mit ihnen lebt.
In seinem Sieg über den Tod am Kreuz hat er auch den Stachel entfernt, der uns alle schmerzt. Der Auferstandene musste das Leiden und den Tod durchleben, damit wir uns jeden Tag an der Freude an seiner göttlichen Kraft, die immer unter uns spürbar ist und bleibt, aufrichten können.
Unser Mitautor Pater Norbert Riebartsch gehört dem Kamillianerorden an, der sich besonders der Seelsorge mit Kranken verpflichtet weiß. Außerdem übt er sich als "Fasnetsreimer". Für den 11. Februar 2024, den Welttag der Kranken, versucht er alle diese Fäden unter einen Hut, bzw. in eine gereimte Fasnetspredigt zu bringen.
Liebe Hörer oder Leser von diesem Text,
als leidend oder alt ist es an Fasnet verhext.
Zu Sitzungen können Sie nicht kommen in diesem Jahr,
der Körper sagt nein und die Schmerzen sind wahr.
Doch hoff ich für Sie mit gereimten Zeilen
dass ein Lächeln in Ihrem Gesicht darf weilen.
Es sei ein Lächeln über heilende Hände,
über Ansätze, die Ihnen schaffen die Wende,
zumindest für Stunden und gerne auch Tage,
auch Monate nehmen Sie gern, ohne Frage.
Die Versuche, den richtigen Weg zu finden
werden zunächst viele Kräfte binden.
Doch wenn es klappt, sind die Tränen vergessen.
Und zur Belohnung gibt‘s etwas Süßes zu essen.
Welttag der Kranken
Im Februar mit dem elften als Tag
ich gerne den Blick in die Ferne mag.
Dann wär' ich in Lourdes zum Welttag der Kranken
und würde für etliche Wunder wohl danken
die Heilung und Trost und Stärkung gewesen.
Als Pilger nach dort hab’ ich Berichte gelesen,
die davon sprachen, was Menschen aufbaute
und unter ihnen das Eis auch auftaute,
weil sie merkten: „Ich bin nicht allein.
Wie heilend kann Gemeinschaft sein.“
Und das Sonntagsevangelium
An diesem Sonntag wird – passend zum Fest –
eine Heilung berichtet von Aussatz, von Pest.
Ein kranker Mann, der versteckt sollte bleiben,
der kannte Geschichten von Jesu Lehre und Treiben.
Er setze nun alles auf eine Karte:
„Vielleicht heilt er auch mich und ich warte
bis er vorbei kommt. Dann werd‘ ich es wagen,
Kontakt aufzunehmen und ihn dabei zu fragen.
Hilft er mir, verheilt meine Wunde
der Lobpreis kommt laut dann aus meinem Munde.“
Wie loben
Ein Lobpreis des Mannes ist wie ein Gedicht.
In Lourdes macht man es auch mit dem Licht.
Man denkt an die Not und an jene, die Nähe schenken.
An sie soll die Kerze den Segen auch lenken.
So weitet sich der Wunsch auf Sie und andere im Haus:
Bleibt offene Menschen und löscht Hoffnung nicht aus!
© Jänner 2024 Pater Norbert Riebartsch, Kamillianer und Freund der Fasnetsreime
Sonntagsgruß, ein Angebot der Kamillianer (Orden der Krankendiener) für Sie.
im Internet: www.doncamillo.de
Unser Mitautor Pater Norbert Riebartsch gehört dem Kamillianerorden an, der sich besonders der Seelsorge mit Kranken verpflichtet weiß. Außerdem übt er sich als "Fasnetsreimer". Für den 11. Februar 2024, den Welttag der Kranken, versucht er alle diese Fäden unter einen Hut, bzw. in eine gereimte Fasnetspredigt zu bringen. Hier noch eine zweite Auflage...
Fast ist es ein Jahr vorbei
es fehlen sieben Tage
dass mich gepackt die Dichterei
doch ist es keine Plage
für Euch die Predigt in Reim zu bringen
zu den Bibeltexten von diesem Tag.
Denn was wir beten, hören, singen,
soll möglichst sein an jedem Tag.
Nicht nur ein Jahr, es sind mehr als dreitausendacht,
da hat man schon die Beobachtung gemacht,
dass manche Krankheiten von einem zum andern
in ungeliebter und schwerer Weise wandern.
Zum Schutz des Volkes, gemeinsam auf dem Weg,
schuf man sinnvolle Regeln. Levitikus ist der Beleg.
„So sollst du handeln, wenn du der Kranke bist!
Tust du es nicht, dann haben wir alle den Mist!“
Regeln werden formuliert und bedacht
und mancher Betroffene sagt: „Gebt acht!
Wir sind betroffen und verstehen den Grund.
Doch leben wir auch und tuen euch kund:
Wir wollen noch leben trotz all unsrer Not.
Wir brauchen noch mehr als Wasser und Brot.
Wir brauchen Gesichter, die wir oft gesehen.
Im Kreis der Familie kann es dann geschehen,
dass wir haben Mut und Hoffnung auf morgen
trotz aller Verzweiflung, trotz all meinen Sorgen.
Ich kann euch verstehen doch fällt es mir schwer.
Zeigt mir einen Ausweg. Ich bitte euch sehr!“
Der Aussätzige
Der Aussätzige, der geheilt wollte werden,
der länger wollt bleiben bei der Sippe auf Erden,
er tat, was verboten. Er hielt sich nicht verborgen.
Er suchte Kontakt und konnte so für sich sorgen.
Zum Heiland er lief. Seine Chance auf Leben,
die Jesus ihm dann auch tatsächlich gegeben.
Zugleich gab er zwei Aufträge wohl schwer und nicht heiter:
„Zeig dich den Verantwortlichen und erzähle nicht weiter
wer dir geholfen. Dich zu heilen, das soll sein ein Zeichen,
dass die Versöhnung mit Gott kann neues Leben erreichen.
Sie wirkt heilend. Sie hebt Einsamkeit auf.
Das will ich vermitteln Landab und Stadtauf!“
Der Mann tut es nicht. Ich kann es verstehn.
Denn jeder ihn fragt: „Wie ist das geschehn?
Wie kann es denn sein, dass du bist genesen?
Deine Haut sieht so aus als wär‘ nie was gewesen.“
Der Mann muss seine Geschichte doch teilen,
und Freunde ermutigen, zu Jesus zu eilen.
Aus ihm spricht die Freude. Er ist voll Dank.
Für Jesus ist es wie ein bitterer Trank.
Vorbei ist es hier mit offenen Ohren und Herzen.
Wer will eine Predigt wenn ihn plagen die Schmerzen?
Die Konsequenz des „Danke“ musste Jesus tragen.
So kann Gutes Handeln auch in Last umschlagen.
Ein Vorwurf ist das nicht an den Geheilten.
Doch Vorwürfe machen wir uns zu allen Zeiten.
Dann ist er verständlich, dass der Apostel Paul
für sich geprüft hat ganz genau:
„Wie lebe ich, kann jemand mir übelnehmen
dass ein Lob für meinen Dienst ich kann nehmen?“
Er sagt für sich: „Die Mühe war richtig. Ich tat sie gern.
Mein Eifer diente dem Reich unsres Herrn!“
Durch meine Reisen und durch manchen Brief
ich manche Menschen in die Nähe Gottes rief.
Sie lernten ihn kennen. Sie leben seine Gaben
damit ihre Familien und Freunde sich laben
an einem gutes Beispiel, dass der viel schafft,
der offen ist und empfänglich für Gottes Kraft.
Dann wird Gott gepriesen, der Kontakt belebt.
Die Wange wird heiß und die die Seele schwebt
zwischen Himmel und uns, das hin und zurück.
Am Ende wird stehen: Für mich ist es Glück!
Dies Glück will ich wünschen den Zuhörern heute.
Von hier scheint es mir: „Ihr seid rechte Leute!“
Wenn Ihr den Vorrat an guten Taten vermehrt,
ist dies auf keinen Fall für unsere Gemeinde verkehrt.
Am Mittwoch wird es heißen: „Kehre um und glaube!“
Es hilft der Heilige Geist in Gestalt einer Taube,
den gerne man spürt und dem man vertraut.
Auch darauf wird unsere Zukunft gebaut!
© Pater Norbert Riebartsch Februar 2024
Heilung betrifft den ganzen Menschen sowohl körperlich wie auch seelisch, wie auch seine Beziehungen zu den Menschen und auch zu Gott. Heilwerden ist nichts fürs stille Kämmerlein. Sie beinhalte Umkehr und gilt auch für Gemeinschaftsprozesse.
Der Hl. Benedikt hat in seiner Regel vorgeschrieben, dass die Mönche ihr Leben, Beten und Arbeiten so gestalten sollen, dass in allem Gott verherrlicht werde. Wichtiger Punkt dabei war: Es gibt für einen Mönch nicht die Zweiteilung in fromme Zeit beim Gebet im Chorgestühl und in der Kirche und andererseits den Rest des Lebens vor der Kirchtür. Beides gehört untrennbar zusammen und muss miteinander harmonieren. Das Leben des Mönchs soll sich im Gebet widerspiegeln und die Gottesbeziehung soll auch das Leben außerhalb der Kirche prägen. Stimmt das nicht überein, wird religiöses Leben schnell einmal Frömmelei und der Rest des Lebens verliert seine Leitplanken.
Die Worte Benedikts gelten aber nicht nur für den frommen Benediktiner, die fromme Benediktinerin. Sie gelten für jeden Christenmenschen. Und das auch immer schon – lange vor Benedikt, seit den Anfängen der Christenheit. Und wir alle wissen: Das ist schneller und einfacher gesagt als getan.
Die scheinbar wohl ziemlich verlotterte Hafenstadt Korinth mit deren Einwohnerschaft muss dem Völkerapostel Paulus immer wieder Kopfschmerzen bereitet haben, schreibt er doch an seine christliche Gemeinde und drängt sie so zu gottgefälligem Benehmen: Ob ihr esst oder trinkt oder etwas anderes tut: Tut alles zur Verherrlichung Gottes! Gebt weder Juden noch Griechen, noch der Kirche Gottes Anlass zu einem Vorwurf!
Was Paulus da von den Gemeindemitgliedern verlangt, war wesentlich mehr als nur beständige Imagepolitur. Paulus ruft die Menschen zu einem Leben auf, das nicht nur dem Anschein nach der christlichen Botschaft entspricht, sondern bis tief an die Wurzel. Und Paulus weiß auch (vor allem mit Blick auf sein eigenes Leben): Das ist eine knochenharte Übung. Wer sich dieser Anforderung stellt, hat keinen Grund zu Hochmut, denn Scheitern ist eine beständig lauernde Gefahr.
So verurteilt er in seinen Schreiben immer wieder nicht solche, die Fehler begehen, sondern jene, die bei den Fehlern bleiben. Die Idee des Paulus: Wenn du in aller Demut Gott als Dreh- und Angelpunkt deines Lebens einrichtest, kannst du nicht fehllaufen. Und zugleich wird so zunächst jeder Christ und schließlich die Kirche als ganze, was sie sein soll: eine Institution, die Gott verherrlicht. Verliert die Kirche, das heißt: jeder Christ, jede Christin, diesen Dreh- und Angelpunkt aus den Augen, dreht sie sich um sich selbst und wird äußerst fehleranfällig. Das galt damals wie heute: Eine Kirche heute etwa, die sich des geistlichen wie körperlichen Missbrauchs von Menschen überführen lässt und sich nicht mit allen Konsequenzen dem stellt, ist keine Kirche, die Gott als Dreh- und Angelpunkt hat, sondern eine, die ihn verloren hat. Eine, die voller Hochmut nur um sich selbst dreht.
Eine gläubige Christenheit hingegen, die sich ihrer Fehler und Schwächen bewusst ist und an ihnen arbeitet, kommt daher wie der Aussätzige im heutigen Evangelium. Ihm ist sein Krankheitsbild bewusst. So stellt er sich vor Jesus hin und bittet ihn um Hilfe. Das erfordert einiges. Doch dem Mann geht Heilwerden über alles. Bei seinem Handeln fällt eines sehr ins Auge: Mit diesem Schritt setzt der Mann alles auf eine Karte. Er macht sich vollständig abhängig von der Gnade Jesu: Wenn du willst, sagt er zu Jesus. Er schließt mit Jesus keinen Deal, er verhandelt nicht. Er unterwirft sich dem Willen des Gottessohnes: Wenn du willst. Und - der will.
Eine gläubige Christenheit, eine glaubende Kirche macht es genauso: Sie ist sich ihrer Fehler bewusst, die immer wieder passieren, weil Menschen nun mal schwach sind: Das ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung. Sowohl als einzelne Christen wie auch als ganze Kirche sind wir auf das barmherzige Wollen unseres Gottes angewiesen. Immer. Wenn wir glaubwürdig bleiben wollen, bleibt uns oft nichts anderes als die zähneknirschende Umkehr. Eine Kirche, die sich in Machtspielchen und Vertuschung ihrer Fehler ergeht, büßt diese Glaubwürdigkeit ein. Das gilt von der Kirchenspitze hinab bis ins Leben jeder einzelnen Pfarrei und jeder Gruppierung.
Die Heilung des Aussätzigen bekommt zum Schluss noch eine spezielle Wende - so hörten wir. Wer von Aussatz geheilt wurde, musste das bestätigen lassen. Im Buch Levitikus der Thora ist das genau beschrieben. Geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis. Heilung und damit auch Re-integration war und ist nicht nur Angelegenheit des Einzelnen, sondern auch immer Thema der ganzen Gemeinschaft. Die Gemeinschaft der Glaubenden muss sich mit demjenigen Menschen, der sich da in seinem Leben verändert, auseinandersetzen. Das muss sie nicht nur bei Aussatz - dass muss sie immer, mit allen Menschen, die sich im Raum der Kirche bewegen.
Wer auch immer etwas im Umfeld der Kirche tut - sei es gut oder auch nur gut gemeint, der bewirkt eine Auswirkung auf die Kirche. - Manchmal tut beunruhigendes Handeln der Kirche ja auch mal ganz gut und ist erweckend - aber das muss gut überlegt sein. Gerade in jüngster Zeit erleben wir allerdings viel zu oft, wie Taten, die in der Kirche begangen werden, zu Ärger, Frustration und kirchlicher Depression führen. Von Heilung und Heilwerden einer kirchlichen Gemeinschaft wenig Spuren.
Statt sich nun aber darüber zu beschweren und zu ärgern, gibt es für jeden einzelnen Gläubigen eine ganz einfache Methode, einen Gegentrend einzuläuten. Man werde einfach selber Botschafter, Botschafterin des Guten in unserer Kirche. Man gestalte diese Kirche selbst mit statt auf andere zu warten. Dem Motto folgend, das uns Paulus wissen lässt: Ich suche nicht meinen Nutzen, sondern den Nutzen aller, damit sie gerettet werden.
Reimpredigt zum Faschngsonntag 2021: Valentinstag und Heilung eines Aussätzigen.
Ihr Frauen und Männer hier in den Bänken,
zu Karneval will ich Reime euch schenken.
Ich schenk sie auch jenen, die online verbunden
wünsch schöne Minuten und auch drei Sekunden,
bei denen ihr spürt:
Gott hat mich berührt!
Was ist das Thema? Wovon lass ich mich leiten?
Der 14. Februar – es ist nicht zu bestreiten,
ist der Tag der Liebe und ein Sonntag dazu.
Dieser Anlass wäre für heut doch der Clou.
Oder denk ich: Corona – das bedeutet Abstand
von ein Meter 50 zum Menschen, zur Wand.
Und Abstandsregeln das Buch Levitikus nennt.
Damit keiner in eine tödliche Ansteckung rennt.
Das Thema heißt Liebe
Zuerst also Liebe. Wer kennt sich da aus?
Wer spürt ihre Wärme? Wer hat sie im Haus?
Wer hebt seinen Finger und sagt: Sie ist mein?
Erwachsne wohl nicht. Ein Kind könnt es sein.
Denn das ist direkter und herzlich dazu.
Es sieht dich nur an und handelt im Nu.
Es spürt bei der Umwelt, ob wir etwas brauchen,
das mehr ist als Brot und Tabak zum Rauchen.
Es spürt deine Furcht, deine Leere, dein Wanken,
es spürt, dass du manchmal hast dumme Gedanken.
Es lächelt dich an mit strahlendem Blick
und diese Augen sind für dich wie ein Klick:
Darin darfst du wachsen in Herzen und Sinnen
den Alltag verändern von außen und innen.
Die Liebe lässt wachsen, denn sie weiß genau
die verborgene Perle bei Mann und bei Frau.
Die Perle beim Partner, die zog uns einst an.
Sie ließ uns träumen vom Ja irgendwann.
„Wie lange ist’s her?“ frag ich jetzt die Paare.
Was hat sich verändert über all diese Jahre?
Durft‘ wachsen das Gute? Wer hat es bestärkt?
Oder hat diese Chance gar niemand gemerkt?
Um was musstet ihr kämpfen oder mühsam auch ringen?
Waren es eure Werte? Hing es eher an alltäglichen Dingen?
Ihr habt es geschafft. Seit gern auf euch stolz.
Euer Bund ist geschnitzt aus sehr gutem Holz!
Das Thema heißt Abstandsregeln
Abstand wir halten in Stadt und Land.
Der Grund dafür der liegt auf der Hand.
„Ist gegen Corona“ erklärt ein Mensch uns scheu.
Was früher passierte, ist manchem noch neu.
Schon war es Gesetz vor tausenden Jahren
als Juden auf dem Weg durch den Sinai waren:
Wer sich infiziert, soll andere verschonen
und ganz allein für sich nur noch wohnen.
Ist er unterwegs, dann soll er auffallen,
die Zeichen bekannt bei fast wirklich allen.
Es sei nicht für immer. Ein Zurück ist gewollt.
Dem Wort der Autoritäten wird Folge gezollt.
Wenn sie sagen: „Ende – du bist jetzt genesen,“
wurd Unrat beseitigt mit Feuer und Besen.
Dann sagt die Familie: „Was sind wir jetzt froh!
Deine Freunde und Du sehen das ebenso.“
Die Regel, die gilt. Das war allen klar.
Doch für den Betroffenen es Hölle schon war.
Allein und mit Schmerzen, bei Wind und bei Regen
da denkt man an Vieles, nur kaum noch an Segen.
Wie groß die Verzweiflung, wie groß auch der Mut
dass jemand dann zum Herrn rufen tut.
„Wenn’s einer kann, dann doch nur er!“
So holt er Jesus zu sich her.
Das Thema heißt Heilung
Es geschieht dieses Wunder, das keiner gedacht,
nur der Kranke und Jesus. Denn der Herr hat bedacht,
das Wort vom Reich Gottes in ein Zeichen zu bringen,
damit Freudenlieder der Geheilte durft‘ singen.
Er hatte gewonnen, konnt‘ Zeuge nun werden,
dass Gottes Verlangen wird wahr auf der Erden.
Denn der, der ihn heilte, er war Gottes Sohn,
der Heil uns verkündet. Das wissen wir schon.
Geheilt kann der Aussätzige ins Dorf nun gehen
dass sich die Verantwortlichen und Führer ansehen,
den properen Körper, der ihm wurde zuteil.
Sie bestätigten allen: Dieser Mensch, der fand Heil!
Es kann auch, wer krank ist und alt und allein,
am Valentinsssonntag voll Hoffnung noch sein,
dass ein kleines Glück den Tag verschönt
und Sie mit dem Schicksal ein wenig versöhnt.
Ich wünsch Ihnen Hilfe, was immer das heißt!
Ich wünsch Ihnen Trost vom Heiligen Geist.
Ich wünsch Ihnen Menschen mit brennendem Herzen
die mit ihrem Wissen verringern die Schmerzen.
Ich wünsch Ihnen alles und weiß auch zugleich:
Wo das geschieht, da lebt Gottes Reich.
Es lebt bei den Menschen, die dafür sind offen,
und das will für Euch ich immer neu hoffen.
© Februar 2021 Pater Norbert Riebartsch, Kamillianer
Gereimte Predigt zum Faschingssonntag: Reinheitsvorschriften zum Aussatz in Levitikus und die Coronapandemie: Der Mensch trägt die Verantwortung, aber er/sie darf jederzeit Gott bitten.
Liebe Schwestern, liebe Brüder!
Fasching ist es wieder.
Eine Predigt, mal wieder gedichtet –
dazu fühl ich mich nahezu verpflichtet.
Ich will es wagen
und heuer was zu Corona sagen.
Die Lesung aus dem Buch Levitikus heute
ist schwere Kost, liebe Leute.
Was galt bei Aaron und Mose in jener Zeit,
scheint auch wieder aktuell für heut‘.
Es geht darum, sich selbst zu schützen;
guter Wille allein scheint nichts zu nützen.
Der Aussatz ist‘s, der die Menschheit damals bedroht,
heute ist’s Corona; die bereitet uns größte Not.
„Gott, warum lässt du das zu?“ -
Diese Frage bringt viele aus der Ruh.
Die Welt behüten und gestalten,
dabei muss der Mensch selbständig walten.
Diese Aufgabe hat Gott uns gegeben
und entsprechend sollen wir leben.
Dass die Menschheit hier oft genug versagt,
das ist kein Geheimnis – und dann plagt
man sich von einer Katastrophe zur nächsten - und
meint, jetzt schlägt die letzte Stund‘.
Dann kommt der Ruf nach Gott:
„Mach’s wieder gut – und wenn’s geht, recht flott!“
Doch Gott sieht zu und weist uns an,
dass wir uns schützen, so gut jede und jeder kann.
Ein Gesundheitsamt muss her!
Sonst ist diese Aufgabe viel zu schwer.
Zur Zeit des Mose der Priester es war,
der prüfte, wer in Quarantäne musste gar.
Heute werden unsere Virologen
dafür in die Verantwortung gezogen.
„Wer krank ist, soll abgesondert wohnen“ – liebe Leute,
das ist die Botschaft damals wie heute.
Und noch was Nettes lässt sich finden,
auch das will ich Euch verkünden.
Schaut mich an! – wie meine Frisur so mies.
„Das Kopfhaar ungekämmt!“- so die Weisung hieß.
Und noch eins drauf: „Man soll den Bart verhüllen.“
Die Maske lässt uns diese Pflicht erfüllen.
Nehmt’s nicht gar so schwer und verzaget nicht!
Die Pandemie ist nicht das jüngste Gericht.
Und noch ein Lichtblick ist zu seh’n,
wenn wir zum heutigen Evangelium geh’n:
Jesus ist’s. Er zeigt uns Gottes Willen,
den er gekommen ist, zu erfüllen.
Obwohl des Menschen Auftrag bleibt,
ER dem Leidenden sein Mitleid zeigt.
So dürfen wir in jeder Angst und Not
uns mit unsrer Bitte wenden an den großen Gott.
ER wird uns trösten und uns heilen,
wenn wir Not und Elend mit ihm teilen.
Das ist mein Glaube – in Gottes Namen -
vertrau auf Gott und bitt ihn. Amen.
© Stefan Durner, Pastoralreferent, Kirchenplatz 2, D-84570 Polling, Mail: stefandurner@web.de
Die Heilung des Aussätzigen ist ein Exempel, wie Jesus Menschen in die Gemeinschaft zurückführte. Es fordert uns auf, Jesus darin nachzufolgen und unsere Augen für Ausgegrenztsein zu öffnen und Ausgegrenzte hereinzuholen.
Ausgegrenzt sein - was bedeutet das? Von den Menschen gefürchtet. Keine Freunde! Keine Familie mehr! Niemand der sich für mich interessiert! Kein Zuhause, keine Heimat! Vermutlich von allen verachtet! Ablehnung in jedem Wort durch andere! Ungewiss die Gegenwart und zukunftslos, nur mehr Vergangenheit, die nicht mehr zu ändern ist. Keine Gespräche! Keine Berührungen. Keine Zärtlichkeiten. Ablehnung und Unwohlsein im eigenen Körper. Ausgegrenzt bis ins Innerste des eigenen Ich!
Ausgegrenzt sein hat in unserer Zeit sehr unterschiedliche Gesichter. Es zeigt sich in unterschiedlicher Weise mit einem deutlichen Muster. Bei einer Flüchtlingsfamilie, die Mühe hat sich sprachlich verständlich zu machen und von anderen als Bedrohung ihres Wohlstandes empfunden wird. Der psychisch kranke Mensch, der nicht als krank, sondern als abnormal wahrgenommen wird. Die an AIDS erkrankte Frau, die aus Unkenntnis der konkreten Umstände von den anderen gemieden wird und der ein unmoralischer Lebenswandel unterstellt wird. Der alte Mensch, von der eigenen Familie vergessen wird und der zum Sterben in ein Heim abgeschoben wird. Der straffällig gewordene Mensch, für den sich alle ehemaligen Freunde und seine Familie schämen.
Unzählig und facettenreich ließen sich diese Aufzählungen noch fortführen. Das Muster ist immer gleich: Der einzelne Mensch wird isoliert, abgeschottet, alles was ihn ermutigen könnte, wird ihm genommen.
Erstaunlich ist: der namenlose Aussätzige, der wohl für die vielen Ausgegrenzten steht, bittet nicht um Heilung, sondern seine Bitte lautet „mach mich rein“. Diese Bitte zeigt wie existentiell die Eingliederung von Menschen in menschliche Gemeinschaftsstrukturen ist. Es könnte bedeuten, mach mich fähig, Gott und den Menschen zu begegnen, mach mich fähig für meinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, mach mich fähig mit Menschen in Begegnung und Beziehung zu treten, gib mir wieder die Möglichkeit, Nähe und Berührung zu erfahren. Erlöse mich aus meinem lebenden Todsein.
Was macht Jesus auf diese Bitte hin? Er spricht ihm das von Gott verheißene Heil zu. Und damit ist es noch nicht genug, er tut dieses Heil auch, indem er ihn berührt. Für den aussätzigen Ausgegrenzten ist dieser Moment wohl die Erfahrung der radikalen Veränderung seiner Lebenswirklichkeit. Er erfährt sich als berührbar, er darf langsam wieder lernen zu berühren und seinen Berührungen zu vertrauen. Für Jesus sind in diesem Moment die Gesetze und Vorschriften seiner Zeit zweitrangig, der leidende Mensch steht im Mittelpunkt.
Ein Universum neuen Lebens mag sich für den Aussätzigen ausgegrenzten aufgetan haben. Das zeigt uns allein die Realität, dass er darüber unmöglich schweigen konnte, obwohl Jesus ihm das aufgetragen hat.
Trotz allem ist es für ihn noch ein weiter Weg. Ein Weg mit seinem Bedürfnis nach Liebe und Angenommensein und mit den Menschen seiner Zeit umgehen zu lernen.
Was kann denn dieses Evangelium für mich bedeuten? Am Anfang des Markusevangeliums, aus der unsere Heilungserzählung stammt, wird über das beginnende Reich Gottes erzählt. Das Heilwerden von Menschen ist eines der vielen deutlichen Merkmale des beginnenden Reiches Gottes. Das Reich Gottes ist kein spirituelles Angebot, wo der getaufte Christ möglichst fußfrei passiv zuschaut. Das Reich Gottes ist Geschenk und Aufgabe zugleich.
Hilfreich kann es sein, in den Spuren Jesu zu gehen. Überall dort wo mir Ausgrenzung auf meinem Lebensweg begegnet, kann ich heilend handeln. Kann ich durch meine Begegnung, mein Berührtsein, mein Berührenlassen und mein Berühren, die oder den Ausgegrenzten vom Rand in die Mitte holen. Einem Menschen die Würde zurückgeben, einem Menschen einen Zugang zur Gemeinschaft eröffnen, wenn es auch nur durch einen Menschen ist.
Auf den Spuren Jesu gehen heißt auch, die traurige Wirklichkeit des Lebens in meinem mystischen Leben vor Gott zu tragen. Für die zu beten, für die niemand betet, für die zu beten, die selbst nicht mehr beten können.
Auf den Spuren Jesu gehen heißt auch: Die traurige Wirklichkeit ausgegrenzter Menschen in die Gesellschaft zu tragen. Sei es im Gespräch mit Freunden, im Engagement in Vereinen und Organisationen oder in politische Gremien. Veränderungen zum Guten in unserer Gesellschaft haben sehr oft klein und ganz unten angefangen. Das Beginnen des Gottesreiches zeigt sich immer wieder konkret in heilvollen Begegnungen zwischen Menschen.
© Diakon Hans Wachter, Ausbildungsleiter für Diakone der ED Wien ausbildung.pastoraleberufe@edw.or.at
Integration ist ein Thema der Gesellschaft im Hinblick auf alle, die aus welchen Gründen auch immer am Rande der Gesellschaft leben. Zwischen der Not der Obdachlosen heute und den Aussätzigen damals gibt es unübersehbare Gemeinsamkeiten.
Die Heilung des Aussätzigen kann als exemplarische Geschichte verstanden werden. Jesus holt Menschen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind zurück.
Die Heilung des Aussätzigen führte diesen in die Gesellschaft zurück. Für Jesus selbst hatte es die gegenteilige Folge...
Den Gemeinden, die Paulus gegründet hatte, schreibt er immer wieder Briefe, um sie im Glauben zu stärken und lebendig zu erhalten. Bewusst und kraftvoll soll jeder Getaufte seinen Glauben leben. Hatten die Israeliten, die im Grunde ja das gleiche Ziel verfolgten, immer wieder neue Vorschriften und Gebote aufgestellt, so verzichtet schon Jesus darauf, die Menschen mit Geboten und religiösen Vorschriften zu überschütten. Jesus kennt grundsätzlich nur ein Gebot, das er mit einem einzigen Wort ausdrücken kann: Liebe! Liebe Gott und die Menschen! Mit wahrer und echter Liebe lassen sich alle weiteren Gebote und Vorschriften einhalten. Vor allem: Wer mit ganzem Herzen liebt, unterlässt nicht nur das Negative und Böswillige, sondern baut das Positive, Bereichernde und alles ihm mögliche Gute umfangreich aus.
Paulus hat sich Jesus zum Vorbild genommen, wie er in der Lesung eigens betont, und er möchte, dass die Gläubigen in den Gemeinden es ebenso tun. In zahllosen Beispielen gibt er in seinen Briefen konkrete Anregungen, wie ein Leben in der Nachfolge Jesu verwirklicht werden kann. Denken wir nur an das "Hohelied der Liebe". Aber auch darin ist Jesus dem Apostel ein Vorbild: Paulus will nicht einen neuen Gebotekatalog mit zahllosen Einzelvorschriften aufstellen. Ihm geht es um eine Grundeinstellung, die sich jeder Christ aneignen soll, damit er leicht den Weg der Nachfolge gehen kann. Hatte Jesus kurz und bündig gesagt: "liebe!", so formuliert Paulus als Faustregel den Satz: "Tut alles zur Verherrlichung Gottes!".
Es ist eine gute Faustregel. Denn schon der Gedanke "Ich will durch mein Denken und Handeln dich, meinen Gott, ehren und dir danken" bewegt uns zu positivem Denken, regt sofort unsere Kreativität an, dämpft deutlich unsere negativen Gefühle. Ja, es legt sich spürbar so etwas Frohes und Mutiges in unser Herz, das uns zum Guten hinzieht und den Blick auf Ungenügendes, Halbes oder gar Böses gar nicht erst richtig aufkommen lässt. Gott ehren wollen weckt innerlich Energie.
Die Verherrlichung Gottes wird bei uns oft die Form von Lobpreis, Dank und Anbetung Gottes haben. Es ist die Weise, die uns wohl am ehesten und einfachsten gelingt. Wir können unsere ganze Freude über Gott und den Jubel unseres Herzens jederzeit sehr persönlich Gott entgegenbringen.
Zur Verherrlichung Gottes gehört sodann die Ehrfurcht vor dem, was Gott geschaffen hat: die Welt mit ihren Pflanzen und Tieren, die Menschen mit ihren Hoffnungen, Erwartungen und ihrem Sehnen, geliebt zu werden.
Ehrfurcht lässt uns immer wieder einmal innehalten und die Natur in ihrer Schönheit und Vielfalt aufmerksam bestaunen. Ja es bedarf des Staunens, um Gottes Größe und seine Erhabenheit intensiver zu erahnen und gebührend zu würdigen.
Ehrfurcht bewegt uns, auch den Menschen mit Achtung und Vorsicht zu begegnen - selbst jenen, die uns unsympathisch sind, als Gegner gegen uns auftreten oder sogar Unrecht zufügen. Denn Ehrfurcht lässt uns die Frage stellen: Wie sieht und beurteilt eigentlich Gott den anderen? Und wenn uns diese Frage dann dazu anspornt, schnelle Verurteilungen zu meiden, bei erlittenem Unrecht nicht zornig zu reagieren, sondern besonnen zu handeln, dann ehren wir Gott auf die schönste Weise, die uns Menschen möglich ist. Denn nichts ehrt Gott mehr, als sein Wesen der Güte und des Erbarmens nachzuahmen. Es wird uns Kraft und Überwindung kosten; aber dafür ist der Verzicht auf Widervergeltung oder gar Rache auch die Höchstform der Verherrlichung Gottes.
Was uns leichter fällt, aber dennoch ebenso als eine wunderbare Verherrlichung Gottes einzuordnen ist, betrifft unser Wollen und Streben, Gutes in vielfältiger Weise zu tun. Es sind oft Kleinigkeiten, die gar nicht viel Mühe kosten, aber ihre oft erstaunliche Wirkung haben. Das freundliche Wort, die ehrliche Anteilnahme, Hilfsbereitschaft, Anerkennung, Schwieriges mit durchtragen und durchstehen, bei der Wahrheit bleiben - all das ist Verherrlichung Gottes, weil wir die guten Anlagen, die Gott uns geschenkt hat, nicht brach und ungenutzt liegen lassen, sondern gebrauchen. Gott ehrt, wenn wir seine Geschenke an uns nicht nur bestaunen, sondern lebendig und vielfältig nützen und zur Geltung bringen.
Bei aller Begeisterung für das Gute sollten wir nicht übersehen, dass uns geschehen kann, was Jesus widerfuhr. Im Evangelium wird uns berichtet, dass Jesus nach seiner guten Tat, der Heilung des Aussätzigen, ins Abseits kam. Dies kann auch uns geschehen. Zum Beispiel: Sie machen nicht mit, einen schwierigen Nachbarn oder Verwandten zu schneiden, verweigern, sich gängigem Mobbing gegen jemanden anzuschließen, Streitigkeiten aufrecht zu erhalten, auf vagem Hintergrund gefasste Verdächtigungen zu übernehmen und damit zu stützen. Nicht wenige haben in diesen Fällen den Zorn anderer auf sich gezogen und Ablehnung erfahren. Paulus würde uns sagen: Lass dich nicht beirren oder in deiner Haltung umstimmen. Gott ist es wert, dass wir Leiden, die uns aus unserem Gut-Sein erwachsen, mutig tragen. Und hinzufügen würde der Apostel: Glaube daran, dass es dir ergehen wird wie Jesus, zu dem sich Menschen in seine Abgeschiedenheit aufmachten. So werden sich auch bei dir Menschen, die wie du die Verherrlichung Gottes suchen, an deine Seite stellen.
Lassen wir uns von Paulus einladen, unser Denken und Handeln so zu gestalten, dass es einer Verherrlichung Gottes entspricht. Sprechen wir es aus "Dich, Gott, will ich ehren!" und spüren wir die Kraft, die bei diesem Gedanken und Entschluss in uns einströmt.
Der Umgang mit ansteckenden Krankheiten damals und heute - und dazu noch Fasching...
Lieder:
GL 225: Wir ziehen vor die Tore der Stadt (2. Str.)
GL 365: Meine Hoffnung und meine Freude
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 384: Hoch sei gepriesen unser Gott
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 416: Was Gott tut das ist wohlgetan
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 437: Meine engen Grenzen
GL 440: Hilf Herr meines Lebens
GL 453: Bewahre uns Gott
GL 456: Herr, du bist mein Leben
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GLÖ 896: Mit dir gehe ich alle meine Wege
GLÖ 907: Meine Zeit steht in deinen Händen
Psalmen und Kehrverse:
GL 34: Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg – Mit Psalm 15 oder mit Psalm 116 (GL629,4) – VI.
GL 285: Ubi caritas et amor, Deus ibi est - Mit Psalm 30 (GL 629,1) – I.
GL 305,4: Dies ist mein Gebot: Liebet einander, wie ich euch geliebt - Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 307,5: Meine Hilfe und mein Retter bist du. Säume doch nicht, du mein Gott - Mit Psalm 30 (GL 629,1) – I.
GL 312,5: Aus der Tiefe zogst du mich empor; dich will ich rühmen in Ewigkeit – Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 629: Du führst mich hinaus ins Weite; du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30 – I.
In wenigen Tagen beginnen wir mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit. Die Tage davor werden in vielen Gebieten ausgiebig und ausgelassen gefeiert. Als Kirche sind wir am heutigen Tag noch mit einem anderen Anlas konfrontiert. Papst Johannes Paul II. hat den 11. Februar, den Gedenktag "Unserer lieben Frau von Lourdes", zum Welttag der Kranken erklärt.
Gott freut sich mit uns mit, er leidet jedoch auch mit uns. Er freut sich, wenn wir uns freuen, er nimmt jedoch auch die seelischen und leiblichen Nöte der Leidenden wahr.
Ihm legen wir Freude und Leid aller Menschen ans Herz.
Heil und ganz werden können wir auf viele verschiedene Weisen: körperlich, seelisch, geistig, als Einzelne, als Gemeinschaften. Die Verkündigung dieses Sonntags lädt uns ein, das neu zu bedenken.
Herr,
wir haben Angst, in das Leben anderer Menschen hineingezogen zu werden.
Wir möchten gerne unter uns bleiben.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du hast Mitleid mit Menschen, die krank sind und aufgegeben werden.
Bedenken und Sorgen verwandelst du.
Christus, erbarme dich.
Herr,
von dir erbitten wir ein weites Herz.
Lass uns mutig eintreten für Menschen, die sich selbst nicht helfen können.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
wir sehnen uns nach Unversehrtheit, Ganzheit und Gesundheit.
Herr, erbarme dich.
Du hast mit den Menschen gelacht und geweint
und mit ihnen Freude und Leid geteilt.
Christus, erbarme dich.
Du willst, dass alle Menschen glücklich werden
und die Fülle des Lebens genießen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
Du hast dich vom Leid des Aussätzigen berühren lassen.
Herr, erbarme dich.
Du hast ihm nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine Würde zurückgegeben.
Christus erbarme dich.
Du siehst auch unsere Not und hast Erbarmen mit uns.
Herr erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du rufst uns zu Umkehr und Neuanfang
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du heilst uns von innen und außen.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du nimmst uns an, wie wir sind.
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser,
er mache uns gut und heil,
er nehme von uns, was uns belastet und bedrückt,
er schenke uns Frieden - mit ihm und unter einander.
Herr, Jesus Christus,
du hast dich von der leiblichen und seelischen Not der Menschen, denen du begegnet bist, berühren lassen.
Herr, erbarme dich.
Du hast ihre Menschenwürde und ihr Ansehen wieder hergestellt.
Christus, erbarme dich.
Du hast auch uns mit Gott versöhnt und uns zu Kindern Gottes gemacht.
Herr, erbarme dich.
Gott, du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Ewiger Gott.
Dein Sohn hat unser Leben geteilt,
hat Freude erfahren und Leid ertragen - wie wir.
Gib, daß wir in guten und in bösen Tagen
mit ihm verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Auswahl 11
Herr und Gott,
in unserer Bedrängnis rufen wir zu dir,
erhöre die Bitten deines Volkes.
Bewahre uns vor aller Ansteckung des Bösen
und tröste uns durch die Ankunft deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Dienstag im Advent
Guter Gott
du willst das Heil aller Menschen,
gleich, ob wir an körperlichen, psychischen
oder sozialen Beschwerden leiden.
Denn so offenbart sich dein Heil schon hier und heute.
Hilf uns, einander wahrzunehmen in unseren Nöten
und als Botinnen und Boten deines Heils
Gesandte deines Reiches in dieser Welt zu sein.
So bitten wir durch Jesus Christus… - Amen.
Herr,
wir freuen uns, dass heute Sonntag ist.
Dein Tag!
Du hast dem Tod die Macht genommen,
das letzte Wort über unser Leben zu haben.
Du lädst uns ein, mit dir über den Lauf der Dinge ins Reine zu kommen,
an Menschen zu denken, die uns begegnet sind
und an deinem Tisch Gemeinschaft mit dir zu haben.
Wir bringen alles mit, was uns umtreibt,
Angst einjagt und klein macht.
Aber auch alles, was uns Flügel verleiht.
Du bist die Quelle der Hoffnung!
Für uns und für alle Menschen.
Lass uns aus deiner Liebe leben.
Durch Christus, unserem Herrn.
Guter Gott, du willst, dass alle Menschen heil und gesund sind.
Angesichts der Not so vieler Menschen bitten wir dich:
Für alle, die aus heiterem Himmel von einer schweren Erkrankung überrascht worden sind.
Lass sie wieder festen Boden unter den Füßen finden und Menschen, die sie in ihrer Krankheit gut begleiten.
Für alle chronisch Kranken, die keine Aussicht haben, dass sie vollständig geheilt werden.
Gib ihnen die Kraft, mit ihrer Krankheit leben und gut umgehen zu können.
Für alle Sterbenskranken, die nur mehr eine kurze Lebenszeit vor sich haben.
Lass sie inneren Frieden finden und schenke ihnen die Gewissheit, dass sie bei dir geborgen sind.
Für alle, die Kranke pflegen und begleiten.
Schenke ihnen Ausdauer und Geduld und stärke sie durch Wertschätzung und Hochachtung seitens der Angehörigen und der ganzen Gesellschaft.
Für alle, die in diesen Faschingstagen Heiterkeit und Spaß erleben wollen.
Lass sie Entspannung, Freude und Lebenslust spüren und diese mit anderen teilen.
Gott, unser Vater,
du teilst mit uns Freude und Leid, Trauer und Hoffnung, und gehst mit uns alle Wege, die schönen und schweren.
Führe uns alle an ein gutes Ziel unseres Lebens. – Amen.
Gesetze sind für das Funktionieren unserer Gesellschaft wichtig. Jesus durchbricht manche von ihnen in seiner göttlichen Vollmacht. Er erweist sich als der erhoffte Heiland.
Durch ihn lasst uns den Vater bitten:
Für alle, die aus diversen Gründen in unserer Gemeinschaft der Kirche keinen Platz finden.
Für alle, die als Außenseiter abgestempelt nicht in unsere Leistungsgesellschaft passen.
Für alle Kranken, die unter körperlicher, seelischer und sozialer Beeinträchtigung leiden.
Für alle, die andere ausgrenzen und sich damit selbst auch eingrenzen.
Für unsere Verstorbenen um Teilhabe an der Gemeinschaft aller Heiligen in deinem Reich.
Gott, nur in dir finden alle Menschen ihr Heil. Dein Handeln an uns ist von Liebe geprägt. Dir vertrauen wir uns an und danken dir jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Guter Gott,
dein Sohn hat sich von dem Schicksal des Aussätzigen berühren lassen und ist auf ihn zugegangen und hat ihn in die Gesellschaft zurückgeholt.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, die aus unserem Blick geraten sind, die vereinsamen, weil niemand mehr da ist, der zu ihnen hält.
Lass sie nicht allein und namenlos zurückbleiben.
Für alle Menschen, die die Welt nicht in Gut und Böse einteilen, die die Welt nicht schwarz-weiß sehen, sondern Zwischentöne erkennen, auf andere zugehen, sich für sie interessieren und sie zu verstehen suchen.
Lass sie nicht müde werden in ihrem Tun.
Für alle Menschen, die aus ihrer Heimat auf Grund von Krieg, Terror, Gewalt oder Hungersnot flüchten müssen.
Lass ihre Zukunft nicht an unseren Ängsten und Vorurteilen scheitert, sondern wir sie in unserer Mitte aufnehmen
Für alle Menschen, die sich im Heiligen Land, in der Ukraine und in der ganzen Welt um Frieden und Gerechtigkeit bemühen.
Lass sie Lösungen finden, die allen Menschen gerecht werden.
Für alle Menschen, die auf Grund von Krankheit oder Behinderung vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind, etwa weil sie ausgegrenzt werden, weil ihnen Hindernisse in den Weg gelegt werden oder sie sich selbst aus der Gesellschaft zurückziehen:
Lass sie nicht von ihren Mitmenschen alleingelassen werden.
Für alle Menschen, die in diesen Tagen Karneval feiern.
Lass sie das mit viel Freude und Wertschätzung den Mitfeiernden gegenüber tun.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie bei Dir geborgen sein.
Gott unser Vater,
du siehst jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit. Hilf auch uns, die Würde unserer Mitmenschen zu bewahren, uns vom Leid unserer Mitmenschen berühren zu lassen und ihnen, wo es uns möglich ist, zur Seite stehen.
Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
"Jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!", heißt es im Psalm 32.
Manchmal fällt aber der Jubel nicht so leicht.
Darum rufen wir zu dir:
Wir beten für alle, die von anderen missachtet und aus Gemeinschaften verstoßen werden:
Zeigen ihnen ihren Platz in dieser Welt und lass sie Zufriedenheit und Heimat erfahren.
Wir beten für alle, die in Kirche, Politik und Wirtschaft Schuld auf sich laden:
Hilf ihnen, Prestige und Streben nach Macht hinten anzustellen und zuerst der Sache zu dienen.
Wir beten für alle, die sich gegen gesellschaftliche Normen und Traditionen für Benachteiligte und Entrechtete einsetzen:
Hilf ihnen, Frustration und Zurückweisung zu ertragen und an der guten Sache dran zu bleiben.
Wir beten für alle, die heimgegangen sind zu dir, vor allem für alle, die nicht glücklich auf ihr irdisches Dasein zurückschauen:
Lass sie bei dir eine ewige Heimat finden und lass sie Versöhnung erfahren mit dem, was gewesen ist.
Guter Gott, so rufen wir zu dir, denn bei dir ist Versöhnung, Heilung und Heiligung.
Nicht nur heute, sondern für alle Zeit bis in Ewigkeit. – Amen.
Dein Wort, Herr, gibt uns Richtung und weist uns den Weg in den verschiedenen Situationen unseres Lebens.
Dir vertrauen wir unsere Bitten an:
Dein Wort leite deine Kirche im Ausgleich zwischen dem Schutz der Gemeinschaft und dem Heil des Einzelnen in diesen Zeiten der Pandemie.
Stärke unseren sozialen Zusammenhang, indem jeder versucht den Nutzen der Gemeinschaft vor den eigenen Nutzen zu stellen.
Hilf uns, einander zuzuhören und andere Aspekte zu verstehen.
Schenke allen jungen Menschen gerade in diesen Faschingstagen Trost, Hoffnung und Lebensfreude trotz ihrer ungewohnten, sozialen Einsamkeit.
Gewähre allen, die versucht haben, in ihrem Leben den Blick auf dich nicht zu verlieren, die ewige Freude deiner Nähe.
Denn du streckst uns immer und überall deine Hand entgegen.
Dir gebührt unser Lobpreis und Dank jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Barmherziger Gott,
du hast uns in deine Nähe gerufen,
zu deinen Töchtern und Söhnen gemacht
und an deinen Tisch geladen.
Wir tragen dir unsere Bitten vor:
Wir bitten dich für alle, die an Krankheiten leiden,
durch die sie ins soziale Abseits geraten sind.
Heile sie und lass sie Anschluss an eine Gemeinschaft finden.
Wir bitten dich für alle, die sich durch Arbeitslosigkeit
an den Rand unserer Gesellschaft geschoben fühlen.
Lass sie einen Platz finden,
wo sie ihre Fähigkeiten und Begabungen entfalten können.
Wir bitten dich für alle, die sich durch ihr Fehlverhalten
aus der Gesellschaft ausgeschlossen haben.
Lass sie ihre Fehler einsehen, sie bereuen
und einen Weg zurück in die Gesellschaft finden.
Wir bitten dich für alle, die Anschluss an unsere Gesellschaft suchen;
für die Fremden, für die Obdachlosen und alle sozial Schwachen.
Lass sie Verständnis und Hilfe finden.
Wir bitten dich für alle,
die sich um straffällige Jugendliche bemühen.
Gib ihnen Kraft für ihren Einsatz
und Unterstützung durch die Gesellschaft.
Wir bitten dich für alle jungen Menschen,
die noch um ihre Identität ringen
und noch nicht wissen, wo sie dazugehören wollen.
Begleite sie in ihrem Suchen.
Du, Herr, bietest uns deine Gemeinschaft an
und öffnest unsere Herzen füreinander.
Lass uns deiner Nähe würdig sein. - Amen.
Im Evangelium hören wir von einem Menschen,
der dazu verurteilt ist, draußen zu bleiben.
Jesus hört seinen Hilferuf.
Jesus hat Mitleid mit ihm.
Darum beten wir heute besonders
Für alle Menschen, die durch ihre Krankheit nicht mehr am Gemeinschaftsleben teilnehmen können, die sich selbst zurückziehen oder von anderen dazu gedrängt werden.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen und eine Zuflucht suchen, aber vor einer Mauer aus Vorurteilen und Ängsten stehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die in der Ukraine hin und hergerissen werden, die ihre Nationalitäten neu entdecken, aber sich dann als Feinde gegenüberstehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die um ihres Glaubens willen fliehen müssen, Angst um ihr Leben haben, aber mit ihren Gesichtern im Nachrichtendschungel untergehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die die Welt nicht einteilen in Freund und Feind, dafür aber auf andere zugehen, ihre Geschichten hören und sich um Verständigung mühen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die in diesen Tagen Karneval oder Fasching feiern, gemeinsam lachen, aber die Achtung voreinander nicht verlieren.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die einsam geworden sind, die nicht mehr wahrgenommen werden, die namenlos sterben.
Herr, berühre uns!
Herr,
du streckst deine Hand aus, du gehst auf Menschen zu,
du birgst die kleinsten Hoffnungen und die größten Schmerzen.
Hilf uns, unsere Hände auszustrecken
und gib ihnen die Kraft, fest und zärtlich zu sein.
Barmherziger Gott,
das heilige Opfer reinige uns von Sünden
und mache uns zu neuen Menschen.
Es helfe uns, nach deinem Willen zu leben,
damit wir den verheißenen Lohn erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir von deiner Güte empfangen haben.
Laß deine Kraft in ihnen wirken,
damit sie uns in diesem Leben heiligen
und zu den ewigen Freuden führen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
hab Erbarmen mit unserer Gebrechlichkeit
und nimm diese Gaben an.
Das heilige Opfer reinige uns von allem Bösen
und festige uns im Guten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Donnerstag der 4. Woche der Fastenzeit
Allmächtiger Gott
du rufst uns um deinen Tisch
als eine Gemeinschaft deiner Geschöpfe.
So wie du dich um uns sorgst,
tragen wir füreinander Verantwortung.
Dieses Mahl stärke und nähre uns
auf dem Weg zur Einheit aller und zu dir.
So bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Schwestern und Brüder, Gott hat zu uns gesprochen in den heiligen Schriften. Wir haben sein Wort gehört. Im sonntäglichen Lobpreis geben wir ihm Antwort. Wir vereinen uns mit allen auf der Erde, die heute den Tag des Herrn feiern und singen:
Kehrvers:
Die Freude an Gott, Halleluja,
ist unsere Kraft. Halleluja.
(GLÖ 980,1)
In Zeiten der Not weiß ich dich immer an meiner Seite.
Meine vertrauensvolle Bitte: „dein Wille geschehe“ genügt
und du machst mich heil.
Du hörst meine Bitte auch an außergewöhnlichen Orten.
Du lässt dich betreffen und berührst mich - bis tief in mein Innerstes.
Kehrvers
Du willst keine angebetete Ikone sein.
Dein Ziel ist mein Vertrauen in die Kraft Gottes.
Wer mit dir geht muss manchmal auch Grenzen überschreiten,
damit das Werk des Heiles vollendet werden kann.
Kehrvers
Wenn wir jubeln über deine heilsamen Taten freust du dich,
auch wenn dadurch dein Geheimnis zu deinem Nachteil öffentlich wird.
Du lehrst uns der Not direkt ins Gesicht zu schauen,
denn echte Betroffenheit führt uns zu gutem Tun.
Kehrvers
Großer, erhabener Gott,
dir gebührt unser Lobpreis und Dank,
den wir nun mit dem Hymnus "Ich singt dir mein Lied…"
dir darbringen.
(GLÖ 867)
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Guter Gott,
wir kommen zu dir, um dir zu danken
und dich für deine Barmherzigkeit zu loben:
Du nimmst jeden einzelnen in seiner Not wahr
und hast Mitleid mit allen, die unter der Last ihres Lebens leiden.
Kehrvers
Du bist ein Gott des Lebens
und willst, dass jedes deiner Geschöpfe heil und gesund ist.
Du hörst die Hilferufe aller,
denen der Zugang zum Leben verwehrt wird.
Kehrvers
Du duldest nicht, dass als unrein behandelt wird,
was du für rein erklärt hast.
Du siehst auf das Herz der Menschen und achtest darauf,
was aus dem Herzen der Menschen hervorkommt.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus von Nazareth scheute sich nicht,
mit Menschen in Berührung zu kommen,
die von der Gemeinschaft ausgeschlossen waren.
Er hat alle in das Volk Gottes zurück geholt,
die auf dich ihre Hoffnung setzten.
Kehrvers
Mit allen,
die unsere Sehnsucht nach dem Kommen deines Reiches teilen,
singen wir dir unser Lob:
Danklied, z. B. Erfreue dich, Himmel, erfreue dich Erde (GL 467)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen deinen heiligen Namen.
Denn jetzt ist die Zeit der Gnade,
jetzt sind die Tage des Heiles.
Du hilfst uns, das Böse zu überwinden,
du schenkst uns von neuem die Reinheit des Herzens.
Du gibst deinen Kindern die Kraft,
in dieser vergänglichen Welt
das unvergängliche Heil zu wirken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dich
in deiner Kirche und vereinen uns
mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig...
MB Fastenzeit 2
Freut euch am Herrn und jauchzt!
Oder:
Christus spricht:
Selig, die ein reines Herz haben;
denn sie werden Gott schauen
(Mt 5,8)
Oder:
Christus spricht:
Kommt alle zu mir, die ihr euch müht
und schwere Lasten zu tragen habt.
Ich will euch Ruhe schaffen.
(vgl. Mt 11,28)
Oder:
Blinde sehen wieder, Lahme gehen,
und Aussätzige werden rein;
Taube hören, Tote stehen auf,
und den Armen wird das Evangelium verkündet.
(Lk 7,22)
In jener Zeit
hast du den Leprakranken geheilt
In jener Zeit
das ist auch heute
hier und jetzt
Du willst auch uns heilen
uns berühren
wenn wir zu dir kommen
Vieles an uns ist krank
wir sind entstellt
durch Sünde und Schuld
Zerrbilder
ganz anders als du uns geschaffen hast
Aber die Begegnung mit dir
im heiligen Mahl
macht uns rein
nicht nur äußerlich
du durchdringst uns ganz
und macht uns fähig zur Liebe
Unser Herz freut sich
dich zu spüren
Du Heil der Welt
Gott, du Spender alles Guten,
du hast uns das Brot des Himmels geschenkt.
Erhalte in uns das Verlangen nach dieser Speise,
die unser wahres Leben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
durch dein Wort und das heilige Sakrament
haben wir neue Kraft empfangen.
Gib, daß wir in unserem Leben
dir und den Menschen dienen
und dein Gefallen finden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Woche im Jahreskreis
Gütiger Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gestärkt.
Lass deine Kraft in uns wirken,
damit wir fähig werden,
die ewigen Güter zu empfangen,
die uns in diesen Gaben verheißen sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 31. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott
dein Wort und das Sakrament deiner Gegenwart
stärken uns auf dem Weg zu dir und zu einander.
Öffne unsere Augen und mach unsere Herzen weit,
dass wir die Not unserer Nächsten sehen können.
Mach uns hellhörig und sensibel,
wenn Menschen ausgestoßen und verachtet werden.
Lass uns handeln nach dem Gebot der Liebe,
dass dein Reich schon inmitten dieser Welt anbricht.
So bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Gott, du hast deinen Sohn geschickt,
damit er uns vorlebte, wie du uns sehen möchtest.
Er zeigte kein oberflächliches Interesse, kein falsches Mitleid.
Sein Leben mit den Menschen war von seinem MIT-LEIDEN und MIT-GEHEN geleitet.
Er war es, der sich zutiefst berühren ließ,
der den Menschen die Hand hinstreckt und sie berührte.
So konnte durch ihn immer wieder HEIL-WERDEN geschehen.
Schenke auch uns wache Sinne,
wie und wodurch wir den Menschen begegnen sollen,
damit auch durch uns dein Auftrag sichtbar wird.
Das erbitten wir durch unseren Bruder, Jesus Christus.
»Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist« (Gen 2,18). Von Anfang an hat Gott, der die Liebe ist, den Menschen für die Gemeinschaft geschaffen, indem er seinem Wesen die Dimension der Beziehung eingeschrieben hat. So sind wir in unserem Leben, das nach dem Bild der Dreifaltigkeit geformt ist, dazu berufen, uns in der Dynamik von Beziehungen, Freundschaft und gegenseitiger Liebe voll zu verwirklichen. Wir sind dazu geschaffen, zusammen zu leben, nicht allein. Und gerade weil diese Bestimmung zur Gemeinschaft so tief im menschlichen Herzen eingeschrieben ist, erschreckt uns die Erfahrung des Verlassenwerdens und der Einsamkeit und erscheint uns schmerzhaft, ja geradezu unmenschlich. Dies trifft umso mehr in Zeiten der Gebrechlichkeit, Ungewissheit und Unsicherheit zu, die oft durch den Ausbruch einer schweren Krankheit verursacht werden.
Ich denke zum Beispiel an diejenigen, die während der Covid-19-Pandemie furchtbar einsam gewesen sind: Patienten, die keine Besuche empfangen konnten, aber auch Pfleger, Ärzte und Hilfspersonal, die alle überlastet und in Isolierstationen eingeschlossen waren. Und natürlich dürfen wir auch diejenigen nicht vergessen, die der Todesstunde allein entgegengehen mussten, begleitet von medizinischem Personal, aber fern von ihren Familien.
Zugleich nehme ich mit Schmerz an der leidvollen und einsamen Situation derjenigen Anteil, die aufgrund von Krieg und seinen tragischen Folgen ohne Unterstützung und Beistand sind: Der Krieg ist die schrecklichste aller gesellschaftlichen Krankheiten und die schwächsten Personen zahlen den höchsten Preis dafür.
Mehr:
https://www.vatican.va/content/francesco/de/messages/sick/documents/20240110-giornata-malato.html
Libreria Editrice Vaticana am 10. Januar 2024
Vor drei Jahren waren wir an dem Sonntag, an dem diese Texte „dran“ waren, mitten in einem Lockdown. Es lag nahe, Corona mit Aussatz zu vergleichen: Quarantäne nicht nur der Kranken, sondern auch derjenigen, die sich vielleicht angesteckt haben könnten. Auch da wurden Menschen alleingelassen, in die Einsamkeit gedrängt – und das europaweit. Aber es gab einen Unterschied. Man kümmerte sich um die Kranken und um die Sterbenden. Zu wenig vielleicht, vieles hätte anders und besser organisiert sein können, aber man kümmerte sich. Wer Aussatz hatte, wurde dagegen sich selbst überlassen. Niemand kümmerte sich. Vielleicht gab es mildtätige Menschen, die Nahrungsmittel brachten. Ansonsten waren von Aussatz Befallene ganz auf sich allein gestellt und dem Tod geweiht.
So schlimm war Covid 19 nicht, und nach und nach erkannte man, dass man Covid-Patienten nicht nur behandeln musste, sondern auch begleiten, und es bildeten sich immer mehr Gruppen, die, nachbarschaftlich oder breiter organisiert, dafür sorgten, dass Menschen in Quarantäne, insbesondere die ohne Angehörige, mit Nahrungsmitteln und sonstigen Dingen, die man so zum leben braucht, versorgt wurden.
Trotzdem, denke ich, passten diese Texte in die Zeit vor 3 Jahren und passen auch heute noch, denn wir haben "Aussätzige", Menschen, die nicht gesehen werden, weil wir sie nicht sehen wollen, Menschen, die sich selbst überlassen werden, die an den Rand gedrängt werden.
Ertrinkende im Mittelmeer. Hinschauen verboten. Menschen in den Flüchtlingslagern. Betreten verboten. Die "Aussätzigen" unserer Zeit sind aber auch Obdachlose und Junkies, die wir gerne aus unseren Städten vertreiben würden, da sie „das Stadtbild verschmutzen“, wie das manche nennen. Das sind die, die in den Vorstadtsilos wohnen, bei denen uns schon die Adresse suggeriert, dass das „keine gute Gegend“ ist und dass man sich mit ihnen besser nicht abgibt. Menschen, denen es schwer fällt, auf Grund der Wohnanschrift andere Wohnungen zu bekommen oder eine Lehrstelle, einen Job. Das sind Menschen in Flüchtlingsheimen, bei denen man ja nie weiß und um die man daher lieber einen großen Bogen macht. Das sind all die, die wir in unserer Gesellschaft nicht haben wollen, weil sie stören. Wir haben Angst, dass sie „ansteckend“ sind: wir möchten nicht in ihr Elend mit hineingezogen werden.
Und einen solchen nimmt Jesus an die Hand und sagt zu ihm: Du gehörst wieder dazu. - Was das mit uns zu tun hat? Entdecken wir die Würde im Gegenüber, egal, wer es ist, der vor uns steht. Verhalten wir uns ausgegrenzten Menschen gegenüber so, als wären sie uns ebenbürtig, denn vor Gott sind sie es, und vor uns sollten sie es ebenfalls sein. Das Wichtigste aber ist die Gottes- und Menschenliebe, sagt Jesus. Daran sollten wir uns messen lassen.
Libreria Editrice Vaticana am 10. Januar 2024
Meine Mutter wurde nach dem Tod ihres Vaters Volksschullehrerin, was die Erteilung des Religionsunterrichts einschloss. Sie übte diesen Beruf jedoch zunächst nur kurze Zeit aus, da sie schon sehr früh heiratete. In den Jahren zwischen 1953 und 1962 bekam sie vier Töchter und konzentrierte sich erst einmal ganz auf die Familie, wie es damals ja üblich war. Und hier beginnt dann auch die eigentliche Tragik ihrer Geschichte mit der Kirche. Da sie nach damaliger Auffassung infolge der Geburt (!) liturgisch als unrein galt, wurde es ihr verwehrt, bei der Taufe ihrer Töchter in der Kirche anwesend zu sein. Nach der Taufe wurde ein spezieller Reinigungsritus durchgeführt, erst danach war es ihr wieder erlaubt, am Gottesdienst teilzunehmen. Lediglich bei meiner im Jahr 1962 geborenen jüngeren Schwester gestand man es ihr zu, zumindest aus der Ferne – genauer von der Kirchentüre aus – zuzuschauen, wie diese getauft wurde. Diese Erfahrung, offenbar eine Folge der Dämonisierung der Sexualität in der katholischen Kirche über Jahrhunderte hinweg, hat meine Mutter zutiefst verletzt. Es ist bezeichnend, dass sie sich schon bald nicht mehr in der Lage sah, zum Gottesdienst zu gehen, da das Betreten der Kirche bei ihr von da an zu massiven körperlichen Beschwerden führte.
Auszug aus:
www.feinschwarz.net am 29. Januar 2020
Beim Versuch, „Gesundheit“ und damit verbunden auch „Krankheit“ allgemein zu definieren, wird häufig auf die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 1948 zurückgegriffen: „Die Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht bloß das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“1. Auch psychische Gesundheit ist gemäß der WHO „ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gesundheit leisten kann“ (WHO, 2019) und ist eng mit physischer Gesundheit verbunden. Physische und psychische Gesundheit wird im Alltag durch Interaktion des Individuums mit seinen Lebensumständen geschaffen, gelebt und subjektiv erlebt. Sie ist das Ergebnis eines vielschichtigen Prozesses, das neben der individuellen Disposition, den Lebensweisen, dem sozialen Umfeld und den Lebensbedingungen auch maßgeblich von sozioökonomischen, kulturellen und Umwelt-Faktoren beeinflusst wird. Gesundheit wird verstanden als Verbindung von bio-psycho-sozio-ökologischen Aspekten, Erhalten und Wiederherstellen sind zentrales Anliegen.
Auszug aus:
https://www.feinschwarz.net/gesund-oder-krank-eine-falsche-alternative/
www.feinschwarz.net am 22. Januar 2024
Heil und sicher, an der Seite eines anderen Menschen, dem ich vertraue, zu gehen, dazu soll der Segen erbeten werden. Die vorgeschlagene Weise des Segens durch Fiducia supplicans lässt all das nicht zu, was Männer sich wünschen, wenn sie eine Ehe eingehen und nicht der heterosexuellen Norm entsprechen oder schon einmal verheiratet waren. Ein Paarsegen ohne Feierlichkeit, ohne Treueversprechen, ohne Öffentlichkeit, nicht in kirchlichen Räumen ist ein Segen zweiter Klasse. Von einem Paarsegen kann eigentlich gar nicht gesprochen werden, weil die zugelassene Form lediglich die Einzelpersonen zu segnen möglich macht.
Auszug aus eine Buchbesprechung von Andreas Heek zu Jakob Mertesackers Studie „es ist gut, dass wir da eine andere Story haben“. Eheschließungsrituale und ihr Beitrag zur Identitätspraxis von Männern, Ostfildern (Grünewald) 2023.
https://www.feinschwarz.net/gegen-maennerklischees/
www.feinschwarz.net am 27. Januar 2024
Ein Text von Paul Weismantel, vertont von Reinhard Burchhardt:
Text: Paul Weismantel, Musik: Reinhard Burchhardt
Ungerührt
Alleingelassen
Kalt gelassen
Totgeschwiegen
Abgesondert
Ausgegrenzt
Weggeschlossen
Isoliert
UNREIN eben
Auf die Knie fallen und erhoffen, erflehen:
„Spür mich,
komm zu mir
und berühr mich,
nimm von mir die Erinnerung,
lös mich aus meinem Bann.“ (aus: Erinnerung – Musical Cats)
behutsam – zart
sich zuwenden
sich nähern
anfühlen – anrühren - anfassen
mit Vorsicht -
in guter Absicht
Leib und Seele erfassen
Kummer und Schmerz wahrnehmen
Spüren, was auf der Seele liegt
Zwei Menschen
Zwei Seelen
Vier Augen
Ein Zuspruch:
„Ich will es – sei rein.“
Loslösung
Freispruch
Leben ermöglichen -
miteinander LEBEN WAGEN
Beatrix Senft 2021.

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
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Die Lesung ist dem sog. Reinheitsgesetz des Alten Testamentes (Lev 11-15) entnommen. Dieses ist im späten 6. und/oder im frühen 5. Jh. v. Chr. schriftlich niedergelegt worden. Sein Inhalt ist aber wesentlich älter.
Die Reinheitsgebote hatten und haben in Israel große Bedeutung. Die Welt wird in rein und unrein eingeteilt. Rein ist die Sphäre des Schönen, des Sauberen, des Hygienischen. Unrein ist der Bereich des Schmutzigen. Rein und unrein hat sowohl für das gesellschaftliche Zusammenleben als auch für den Umgang mit Gott Bedeutung. Unrein ist alles, was man einem anderen Menschen nicht zumuten kann oder will, da es Abscheu oder Ekel erregt. Die kultischen Reinheitsvorschriften wollten sicherstellen, dass Gott der Anblick des Unreinen, Ekeligen, Abscheu-Erregenden nicht zugemutet wird.
Es gab vier Bereiche des Unreinen: körperliche Ausflüsse (Schleim, Eiter, Samenfluss, Menstruationsblut...), Leichen, Hautkrankheiten und gewisse Fleischsorten, deren Verzehr als widerwärtig empfunden wurde.
Die Unterscheidung zwischen rein und unrein deckte sich nicht mit der Unterscheidung von heilig (dem Bereich Gottes zugehörig) und profan (dem Bereich des Menschen zugeordnet) und auch nicht mit der Unterscheidung sündig und nicht-sündig. Unreinheit durch eine Krankheit (vor allem Hautkrankheiten) war zwar keine Sünde, konnte aber als symbolischer Ausdruck der Sünde angesehen werden (z.B. die Krankheiten des Ijob).
Die Lesung wählt einige Verse aus den Reinheitsvorschriften des Buches Levitikus aus, um ein Bild zu geben, was Aussatz bedeutet hat, und bereitet auf diesem Wege auf die Evangeliumperikope vor.