Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Genesis.
In Jenen Tagen
stellte Gott Abraham auf die Probe.
Er sprach zu ihm: Abraham!
Er sagte: Hier bin ich.
Er sprach: Nimm deinen Sohn,
deinen einzigen, den du liebst, Isaak,
geh in das Land Morija
und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne,
als Brandopfer dar!
Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte,
baute Abraham dort den Altar,
schichtete das Holz auf,
Abraham streckte seine Hand aus
und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sagte:
Abraham, Abraham!
Er antwortete: Hier bin ich.
Er sprach:
Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus
und tu ihm nichts zuleide!
Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest;
du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten.
Abraham erhob seine Augen,
sah hin und siehe, ein Widder hatte sich hinter ihm
mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen.
Abraham ging hin,
nahm den Widder
und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
Der Engel des HERRN
rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu
und sprach:
Ich habe bei mir geschworen - Spruch des HERRN:
Weil du das getan hast
und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast,
will ich dir Segen schenken in Fülle
und deine Nachkommen überaus zahlreich machen
wie die Sterne am Himmel
und den Sand am Meeresstrand.
Deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde einnehmen.
Segnen werden sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde,
weil du auf meine Stimme gehört hast.
Lesung aus dem Buch Genesis.
In Jenen Tagen
stellte Gott Abraham auf die Probe.
Er sprach zu ihm: Abraham!
Er sagte: Hier bin ich.
Er sprach: Nimm deinen Sohn,
deinen einzigen, den du liebst, Isaak,
geh in das Land Morija
und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne,
als Brandopfer dar!
Frühmorgens stand Abraham auf,
sattelte seinen Esel,
nahm zwei seiner Jungknechte mit sich und seinen Sohn Isaak,
spaltete Holz zum Brandopfer
und machte sich auf den Weg
zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte.
Als Abraham am dritten Tag seine Augen erhob,
sah er den Ort von Weitem.
Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten:
Bleibt mit dem Esel hier!
Ich aber und der Knabe,
wir wollen dorthin gehen und uns niederwerfen;
dann wollen wir zu euch zurückkehren.
Abraham nahm das Holz für das Brandopfer
und lud es seinem Sohn Isaak auf.
Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand.
So gingen beide miteinander.
Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham.
Er sagte: Mein Vater!
Er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn!
Dann sagte Isaak:
Hier ist Feuer und Holz.
Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer?
Abraham sagte:
Gott wird sich das Lamm für das Brandopfer ausersehen,
mein Sohn.
Und beide gingen miteinander weiter.
Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte,
baute Abraham dort den Altar,
schichtete das Holz auf,
band seinen Sohn Isaak
und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz.
Abraham streckte seine Hand aus
und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sagte:
Abraham, Abraham!
Er antwortete: Hier bin ich.
Er sprach:
Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus
und tu ihm nichts zuleide!
Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest;
du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten.
Abraham erhob seine Augen,
sah hin und siehe, ein Widder hatte sich hinter ihm
mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen.
Abraham ging hin,
nahm den Widder
und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
Abraham gab jenem Ort den Namen:
"Der HERR sieht",
wie man noch heute sagt:
Auf dem Berg lässt sich der HERR sehen.
Der Engel des HERRN
rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu
und sprach:
Ich habe bei mir geschworen - Spruch des HERRN:
Weil du das getan hast
und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast,
will ich dir Segen schenken in Fülle
und deine Nachkommen überaus zahlreich machen
wie die Sterne am Himmel
und den Sand am Meeresstrand.
Deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde einnehmen.
Segnen werden sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde,
weil du auf meine Stimme gehört hast.
Kv: Ich gehe meinen Weg vor Gott
im Lande der Lebenden. – Kv
Oder: GL 629,3
Ich glaube – auch wenn ich sagen muss: *
Ich bin tief erniedrigt!
Kostbar ist in den Augen des Herrn *
der Tod seiner Frommen. – Kv
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, /
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd! *
Gelöst hast du meine Fesseln.
Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen, *
ausrufen will ich den Namen des Herrn. – Kv
Meine Gelübde will ich dem Herrn erfüllen *
in Gegenwart seines ganzen Volkes,
in den Höfen des Hauses des Herrn, *
in deiner Mitte, Jerusalem. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
bIst Gott für uns,
wer ist dann gegen uns?
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont,
sondern ihn für uns alle hingegeben –
wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen?
Gott ist es, der gerecht macht.
Wer kann sie verurteilen?
Christus Jesus, der gestorben ist,
mehr noch: der auferweckt worden ist,
er sitzt zur Rechten Gottes
und tritt für uns ein.
Kv: Lob dir, Christus, König und Erlöser! - Kv
Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters:
Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Lob dir, Christus, König und Erlöser!
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite
und führte sie auf einen hohen Berg,
aber nur sie allein.
Und er wurde vor ihnen verwandelt;
seine Kleider wurden strahlend weiß,
so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.
Da erschien ihnen Elíja und mit ihm Mose
und sie redeten mit Jesus.
Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind.
Wir wollen drei Hütten bauen,
eine für dich, eine für Mose und eine für Elíja.
Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte;
denn sie waren vor Furcht ganz benommen.
Da kam eine Wolke und überschattete sie
und es erscholl eine Stimme aus der Wolke:
Dieser ist mein geliebter Sohn;
auf ihn sollt ihr hören.
Als sie dann um sich blickten,
sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen,
gebot er ihnen,
niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten,
bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.
Dieses Wort beschäftigte sie
und sie fragten einander, was das sei:
von den Toten auferstehen.
Die Fastenzeit lädt uns ein zum Perspektivenwechsel, um so zu Klarheit über unsere Lebensziele zu gelangen und Gott als treuen Begleiter auch in herausfordernden oder gar dunklen Lebensabschnitten zu entdecken.
Als mich meine Füße noch so weit trugen, ging ich gerne auf einen Berg, wenn ich einen klaren Kopf bekommen wollte. Am liebsten allein oder in kleiner Gruppe. Beim Anstieg arbeiteten die Gedanken, die mich umtrieben, in mir. Manche verloren sich, andere gewannen die Oberhand. Im Laufe der Zeit hatte ich schon meine bevorzugten Bergspitzen, die mich anzogen und von denen aus sich mir die Welt aus einem anderen Blickwinkel erschloss. Wenn ich dann in meinen Alltag zurückkehrte, waren die Welt und die zu bewältigenden Aufgaben zwar noch die gleichen, hatten jedoch ein anderes Gewicht.
Bergwanderer begegneten uns heute auch in der ersten Lesung und im Evangelium. In der Erzählung vom Opfer des Abraham können wir erahnen, welche Gedanken ihn umgetrieben haben. Da war sein innig geliebter Sohn Isaak, den er auf göttliche Eingebung hin Gott opfern sollte. Da war aber auch der unbegreifliche und unheimliche Gott, dem er in seinem bisherigen Leben blind vertraute, dem er aufs Wort folgte, sein ganzes erfolgreiches Leben verdankte, der ihm schließlich auch diesen einzigen legitimen Sohn schenkte, und aus dessen Liebe und Geborgenheit er nicht herausfallen wollte. Vor ihm lag eine Entscheidung, vor die wohl kein Mensch gestellt werden möchte. Welcher Vater würde sich in einem vergleichbaren Dilemma nicht viel lieber selbst opfern als den eigenen Sohn? Schlussendlich hätte er sein Liebstes Gott geopfert, wenn dieser ihn nicht durch seinen Engel zurückgehalten hätte.
Die Geschichte erzählt uns nicht, in welcher Gemütsverfassung und wie traumatisiert Vater und Sohn von diesem Berg zurückgekehrt sind.
Auch Jesus besteigt mit drei ausgewählten Jüngern einen Berg. Er liebte es, sich allein in die Einsamkeit auf einem Berg zurückzuziehen, um zu beten und mit seinem himmlischen Vater im Zwiegespräch zu sein. Der Evangelist erzählt uns nichts von den Gedanken und Motiven, die ihn an diesem Tag herumgetrieben haben. Aus dem größeren Zusammenhang des Evangeliums wissen wir jedoch, dass er mit seinen Jüngern auf dem Weg nach Jerusalem war. Dort wird er getötet und drei Tage später vom Tod auferstehen.
Was sich an diesem Tag auf dem Berg ereignet, beschreibt der Evangelist als unvorstellbares Licht, als Erleuchtung, Klarheit. Er ist nicht nur mit seinem Vater im Gespräch, sondern auch mit den beiden großen Lichtgestalten des Volkes Gottes, mit Mose und Elija. Die drei Zeugen dieses Ereignisses sehen Jesus im verklärenden Licht und vernehmen wie einst bei der Taufe Jesu im Jordan eine Stimme aus der Wolke, die sie überschattete, die sagte: "Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören." Was dieses außerordentliche Ereignis bedeutete, werden sie erst später begreifen.
Mit der Fastenzeit haben auch wir uns auf den Weg begeben, um neu und tiefer das Geheimnis des unfassbaren Vorhabens Gottes mit uns Menschen zu begreifen und zu verstehen. Was gegenwärtig mit unserer Welt geschieht, wie ihr von vielen Seiten Gewalt angetan wird, kann keinen wachen Menschen gleichgültig sein. Dazu kommen für den einen und die andere persönliche Schicksalsschläge, die sie nicht verstehen und akzeptieren können, die den Glauben und die Beziehung zu Gott in Frage stellen.
Auch für uns ist der Weg auf Ostern hin wie eine Wanderung auf einen Berg, in der wir unsere persönliche Geschichte mit Gott durch den Kopf gehen lassen, mit Gott ringen und Klarheit suchen. Wir gehen diesen Weg in der Hoffnung, dass uns Wegweisendes aufleuchtet, dass wir Gott trotz allem, was er uns zumutet, als treuen Begleiter entdecken, mit dem wir unseren Weg weitergehen können.
Abraham ist für Juden, Christen und Muslime zum Urbild und Vater aller an Gott Glaubenden geworden. Jesus schöpft aus seiner Beziehung zum Vater die Kraft, durch alle Auseinandersetzungen mit seinen Glaubensbrüdern, ja sogar durch den Tod hindurch seinen Weg zu gehen. Am Ende steht die Auferstehung.
Auf dem Berg der Verklärung wird das Wesentliche klar. Diese Klarheit fordert jedoch auch konkretes Tun. Gesetz (Tora) und Propheten weisen den Weg zu einem guten Leben des ganzen Volkes.
„Der Schallraum, den das Wort des Herrn von uns fordert, ist unser „Heute“: die Umstände unseres Alltags und die Bedürfnisse unseres Nächsten; die Ereignisse und Forderungen des Evangeliums, die von uns stets dieselben Antworten verlangen, aber in einer täglich erneuerten Gestalt. (Madeleine Debrel)
Immer wieder berichtet die Bibel von Orten, wo Jesus sich mit Jünger:innen zurückzieht, neu sammelt. Innehalten, heraussteigen aus dem Alltäglichen, um einen klaren Blick zu bekommen auf das, was ist. In der Geschichte Gottes mit seinem Volk spielen sich zentrale Ereignisse immer am Berg ab. Moses bekommt die lebensfreundlichen Gesetze am Sinai, Prophet:innen werden berufen, der Widerstand gegen die Herrschenden, gegen die Unterdrücker kommt aus den Bergen Galiläas, Maria macht sich auf ins Gebirge zu ihrer Verwandten Elisabeth. Jede und jeder weiß es aus eigener Erfahrung. Der Blick vom Berg, von Erhöhungen rückt die Umgebung in ein neues Licht, verschafft Überblick, neuen Ausblick, Fernsicht, auch Weitblick.
Jesus nimmt drei Jünger beiseite, sechs Augen sehen mehr, sechs Ohren hören mehr, weil es manchmal so unglaublich erscheint, was passiert. Wenn du da keine weiteren Zeugen nennen kannst, für das, was du gerade erlebt hast, glaubt dir das ja keiner. Jesus organisiert Auszeit für Wesentliches. Da werden alle Register gezogen. Mose, Elija und Jesus. Gewichtiger und wichtiger geht's nicht. Der Bogen wird gespannt von Mose, der die Tora Gottes überbracht hat und den Auszug ins gelobte Land mitorganisiert hat, über Elija, seines Zeichens Prophet und Mahner, den es immer wieder gebraucht hat, um den rechten, den gerechten Weg Gottes einzumahnen hin zu Jesus, der jetzt mit den Menschen geht und am Aufbau des Reiches Gottes arbeitet. Hier geschieht also Entscheidendes.
Kein Wunder also, dass Petrus nicht weiß, was er da sagen soll. Wer kommt schon so unmittelbar mit den Begründern der Tradition in Berührung. Drei Hütten will er bauen, immerhin selber bauen, und nicht bauen lassen, Hand anlegen für die Sache. Er trifft in seiner Unbeholfenheit dennoch Wesentliches. Drei Hütten sollen die Tradition, die ja immer da war, von Mose über Elija bis Jesus, bewahren. Petrus will Handfestes. Daneben gilt die Zusage des Geistes Gottes, der Garant ist dafür, dass Mitmenschlichkeit, Solidarität bestehen werden.
Dafür braucht es immer konkrete Menschen, die vom Geist wissen wollen und ihn weitertragen wollen, die davon erzählen und vor allem tun. Das ist auch heute immer noch und immer wieder aktuell. Glaube ist Tun. Ganz handfest und ganz wirklich. In einer Welt, wo noch viel zu tun ist, um geschwisterliche Verhältnisse zu schaffen. Dafür steht Mose, er erinnert an die Tora, die Wegweisungen zum Leben, wie Fulbert Steffensky die 10 Gebote bezeichnet, Handreichungen für ein gelingendes Leben in Gemeinschaft.
In dieser Tradition müssen wir uns füreinander verantwortlich fühlen, es geht gar nicht anders. Hier ist es eben nicht egal, wie es den Menschen rund um uns geht. Wir tragen Mitverantwortung und Jesus ruft uns immer wieder dazu auf, das Leben zu teilen.
Wenn dann wie in der Erzählung etwas so weiß wird, wie man es noch nie gesehen hat, vielleicht könnte man auch sagen, wenn der Blick so klar wird, wie noch nie zuvor, da kann einem schon Angst und bang werden. Da kann man sich dem, was man gerade gesehen und erkannt hat, nicht mehr entziehen, da ist man mitten hineingenommen ins Geschehen.
Markus macht in seiner Geschichte der Verklärung Jesu deutlich, was das Wesen des Messias ausmacht. An diesem Wesen soll deutlich werden, woran wir uns als Christinnen und Christen ausrichten sollen. Er beschreibt die „neue“ Ordnung Jesu, die eigentlich eine alte ist, die sich auf die Tradition Mose, die Tora und die Tradition der Prophet:innen, exemplarisch wird hier Elija genannt, stützt. Aus Verklärung wird Erklärung, Offenlegung. Jesus wird vor ihren Augen verwandelt, oder anders gesagt: sie erkennen jetzt, worum es geht. Jesus steht für ein neues Prophet:innentum, anknüpfend an Mose und Elia. Diese Tradition garantiert ein Leben in Fülle für alle Menschen, eine Gesellschaft, in der alle Platz haben.
Mose und Elija redeten mit Jesus. Genaueres wird nicht geschildert, klar ist allerdings, dass man sich an diesen Dreien orientieren kann und soll für den eigenen Weg, den Weg des Reiches Gottes, wo Menschen zu ihrem Recht, zu ihrer Würde, zu ihrem Menschsein kommen.
Petrus klinkt sich ein, überwältigt von dem, was er gesehen hat. So klar hatte er die Boten und die Botschaft noch nie im Blick. „Es ist gut, dass wir hier bei dir sind.“ Aber für wen ist es eigentlich gut? Möglicherweise für ihn und die anderen beiden Jünger. Gut, dass ich da dabei war, dabei sein durfte. Wenn wir unser eigenes Leben betrachten, werden uns wahrscheinlich auch einige Orte, Begebenheiten, Personen einfallen, die gut für uns, für unsere Entwicklung, für unser Leben waren. Gut, dass ich genau da dabei war.
Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Du hast uns gezeigt, was für das Leben wichtig ist. Wären wir nicht hier, hier nicht dabei, würde uns Entscheidendes im Leben fehlen. Petrus bringt seine Zustimmung zum gegenwärtigen Augenblick zum Ausdruck. Ihm ist etwas klargeworden, was er möglicherweise noch gar nicht richtig fassen kann. Aber es ist etwas transparent, durchlässig geworden, was vorher verschlossen war.
Markus lenkt die Stoßrichtung seiner Erzählung nicht aufs Sesshaft werden, auf das Bauen von Hütten, es geht darum, sich entschlossen der Jesusbewegung anzuschließen. Die Botschaft vom Reich Gottes bringt in Bewegung, in Bewegung auf den anderen, auf die andere hin. Ein neues Menschsein, ein neues Miteinander bricht an. Untermauert wird das Geschehen von der Stimme, die Himmel und Erde verbindet. Die Stimme bestätigt die Auserwählung Jesu und weist hin, auf Jesus und damit auch auf die Tradition zu hören. Glaube ist Beziehungsgeschehen, ist hören und tun. Diese Erfahrung arbeitet in den Jüngern. Sie sind überwältigt, dürfen dabei sein, wo die Weichen für das Reich Gottes gestellt werden, hautnah.
Der Menschensohn ist Heil und Segen für andere Menschen. Auch wir sollen für unser Leben überlegen, wie wir als Menschen, als Männer und Frauen miteinander umgehen. Wo werden wir in dieser Gesellschaft einander zum Heil, wo sind wir einander Segen? Wo und wie setzen wir uns für ein menschenwürdiges Leben für alle ein? Was heißt das nun ganz konkret? Wohin schauen wir und was kann uns dabei klar werden.
Für viele Menschen wird es immer schwieriger, sich das Leben leisten zu können. Arbeit ist keine Absicherung mehr, das Erleben viele am eigenen Leib. Wer sich an die schwierigen Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst erinnert, weiß, dass selbst die rollierende Inflation, also der Teuerungsausgleich, von Seiten der Dienstgeber nicht bezahlt werden wollte. Immer mehr Personen sind daher trotz Arbeit armutsgefährdet oder kommen mit ihren Fixkosten nicht zurecht. Und Fixkosten sind wie der Name schon sagt Fixkosten. Da gibt es meist wenig Spielraum, gerade bei Miete, Betriebskosten, wie Wasser und Müllabfuhr, Heizung oder Strom. Die Caritas berichtet, dass Menschen anfangen, bei der Heizung zu sparen, weil es sich einfach nicht mehr ausgeht. Sie ist nicht lebensnotwendig, darauf kann man verzichten, wenn es eng wird. Beängstigend ist der Zustand, dass die Lebensmittel ein gewichtiger Preistreiber sind und viele Menschen anfangen, bei der Ernährung und bei den Nahrungsmitteln zu sparen.
Armut ist vorwiegend weiblich. Frauen, oft alleinerziehend, oft Mindestpensionist:innen, die daheim waren, Kinder betreut haben, Angehörige gepflegt haben, fehlt das zum Leben notwendige Geld. Dazu kommt, dass auch unsere Stützsysteme restriktiver werden. Um Sozialhilfe zu bekommen, braucht es oft gewaltige bürokratische Anstrengungen, woran gerade sozial Schwächere scheitern und die Kraft nicht aufbringen zum Ansuchen.
Oberösterreich ist übrigens Bundessieger bei der Anzahl der AMS-Sperren. Ein fragwürdiger Spitzenplatz. Menschen müssen also ein oder mehrere Monate ohne Arbeitslosenbezug auskommen in einer Lebenssituation, wo es ohnehin schon nicht zum Leben reicht. Und das, obwohl das Arbeitslosengeld ein Versicherungsanspruch ist. Immer mehr Menschen sind auch ohne Versicherung, weil sie aus den Systemen rausfallen, weil sie Sperren haben, weil sie den falschen Aufenthaltstitel haben. Auch die Obdachlosigkeit steigt. Ganz still und leise. Die Anzahl der Klient:innen wächst, kaum jemand kriegt es mit.
In Kontakt mit Menschen, die in solchen Verhältnissen leben kommen vor allem Sozialvereine und die Caritas. Sonst finden diese Schicksale großteils im Verborgenen statt. Zu groß ist oft die Scham, sich zu outen, gerade in einer Gesellschaft, wo einem dann auch noch die Schuld für die eigene Situation zugeschrieben wird. Noch immer ist das Gefühl da, ich bin ja selbst schuld, wenn ich arm bin. Dass ungerechte Verteilung in einem neoliberalen System der wesentliche Grund dafür ist, wird von den Verantwortlichen konsequent und hartnäckig negiert. Die Mär, dass jeder seines und ihres Glückes Schmied ist, wird dagegen immer noch bemüht. Dass aber die Vermögen von Benko, Wolf und wie sie alle heißen auch durch Steuerermäßigungen und Förderungen der Allgemeinheit entstanden sind, wird tunlichst verschwiegen.
Aufklärung statt Verklärung, dafür stehen die biblischen Bilder. Hinschauen und handeln, sich betreffen lassen von den Schicksalen anderer, Tora tun, menschenfreundlich einander zugewandt, das ist Auftrag und Verpflichtung. Biblisch sind wir verpflichtet zum Nächsten zu werden dem und der Nächsten, die uns braucht und deren Augen uns anschauen. „Mein Sohn, meine Tochter, entziehe dem Armen nicht den Lebensunterhalt, und lass die Augen des Betrübten nicht vergebens warten. Enttäusche nicht den Hungrigen, verweigere dem Bedürftigen die Gabe nicht und missachte nicht die Bitten des Geringen. Neige dem Armen dein Ohr zu, rette den Bedrängten vor seinen Bedrängern.“ Angesichts der Verhältnisse um uns herum geben die Anweisungen der Bibel wie hier bei Jesus Sirach uns die Richtung vor. Es muss uns Anliegen sein, wie Menschen um uns herum leben und leben müssen und wir sind als Einzelne und als Gemeinde aufgerufen, dass totbringende Strukturen und Verhältnisse nicht das letzte Wort haben. Es muss wieder Aufgabe der Politik werden, das Leben aller zu sichern und gerade dort in den Markt einzugreifen, wo es um die Daseinsvorsorge und die Grundbedürfnisse der Menschen geht.
Solidarisches Leben und Zusammenstehen wird angesichts der herrschenden Verhältnisse zunehmend wichtiger. Gutes Leben für alle im Blick zu haben und zu sichern, dazu ist es wichtig, dass wir hier sind. „Rabbi, es ist gut dass wir hier sind“, das zu sagen, steht auch uns an. Als Konsequenz folgt die Mitarbeit am Reich Gottes, wo alle das Leben haben und es in Fülle haben. - Wir bleiben dran.
© Fritz Käferböck-Stelzer, Betriebsseelsorger - Betriebsseelsorge Linz-Land Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf.
Die Lesungen des 2. Fastensonntags führen uns auf das bevorstehende Osterfest hin und bereiten uns vor auf das große Geheimnis von Hingabe, Tod und Auferstehung.
Glaube ist auch anstrengend, fordert Mitarbeit, geistig und körperlich im Tun. Glauben ist anstrengender Aufstieg durch manchen Zweifel und manche Ablenkung bis hin zum Glück.
Das bekommen wir bereits in der Lesung vom Opfer Abrahams zu spüren. Dort haben wir es mit einer sehr anstößigen Begebenheit zu tun, von der manche Persönlichkeiten auch in der Glaubensverkündigung sagen: Die lassen wir aus, die ist nicht zumutbar, sogar pervers. Diese Lesung wird auch in der Osternacht vorgetragen.
Abraham soll seinen Sohn Isaak opfern, auf den er und Sara so lange gewartet haben. Glaube ist Herausforderung fast bis zum Zusammenbruch. Da ist Mitarbeit und unser Mitdenken gehörig herausgefordert, wenn wir dahinterkommen wollen, was mit dieser Genesisstelle gemeint ist. JHWH stoppt den Angriff mit dem Messer, denn Kindesopfer waren in der damaligen heidnischen Umwelt durchaus üblich. Hier wird uns klar gemacht, dass Gott Leben nicht vernichtet, sondern Leben zulässt und fördert. Ab nun soll Kindesopfern ein Ende bereitet werden, aller brutaler Gewalt soll Einhalt geboten werden.
Wir bringen auch heute noch Menschenopfer anderer Art auf den Altären des Wohlstandes dar, die unter Umständen tödlich enden können. Arbeit z.B. bis zur Erschöpfung, zum Zusammenbruch oder gar zu Tode. Es ist nicht leicht, Misserfolge, schwere Niederlagen durchzustehen, aufzustehen, weiter zu arbeiten, dazwischen Verzweiflung, vor Gott gerade stehen, sein Haupt erheben...
Nach dieser ersten Lesung die beinahe provokante Frage im Römerbrief (8,31): Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Und dann ähnlich weiter wie in der ersten Lesung: „Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben.“ (Röm 8,32). Das klingt im Moment auch nicht gerade verheißungsvoll. Aber ein Satz lässt dann doch aufhorchen: „Christus Jesus, der gestorben ist … der auferweckt worden ist, er sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.“ (Röm 8,34). Das feiern wir jeden Sonntag. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest.
Aufgrund eines Bekehrungserlebnisses notiert der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662), auf einem kleinen Zettel: „Feuer (gemeint der brennende Dornbusch, der nie verbrennt), Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Gott der Philosophen.“ Glauben soll Begeisterung auslösen, die Philosophie soll nach dem letzten Grund fragen, das ist Gott, also auch meditieren, still werden, auf die Stimme Gottes hören, die Begeisterung auslösen soll.
Den steilen Osterberg bis zum Höhepunkt hinaufgehen, ist anstrengend. Von einem Berg ist im Evangelium die Rede. Der Berg bringt uns ein Stück zu Gott näher. Beim Wandern braucht es gut überlegte Schritte, auf den Weg schauen, Luft holen, Gefahren nicht übersehen, Nahrung und Getränke mitnehmen und auch gegebenenfalls teilen, persönliche Fragen zur Sprache bringen, aber auch gemeinsames Schweigen ist wichtig, sonst könnte einem die Luft ausgehen.
Sprachlosigkeit bei Petrus, nicht so sehr beim Wandern, sondern aus Ehrfurcht, auch aus Verlegenheit. Verklärung: etwas klar machen. Der Berg bietet eine andere Sichtweise, Klarheit für einen kurzen Moment des Glücks, das man nicht in Worte fassen kann. Vielleicht haben Sie solche Momente schon erlebt. Sie sind ganz selten. Glück ist dort, wo Schönes, Wahres, Gutes spürbar werden, gleichsam ein Gipfelerlebnis. Das nennen wir Gotteserfahrung, die wir in der Natur, in der Kunst, in erfreulichen Erlebnissen mit Menschen erfahren dürfen. Auch das geschieht manchmal nur in kleinen Augenblicken. Nichts davon können wir hier auf Dauer festhalten. Das wird uns durch die drei Hütten klar gemacht.
Der Abstieg hinunter in die Ebenen des Alltags soll uns neue Kraft bringen, weiterzuarbeiten an ungewöhnlichen Umständen. Immer wieder tauchen Chancen auf, Freunde zu gewinnen. Freundschaft ist etwas Großes, das mit kleinen Dingen beginnt als Anbruch des Reiches Gottes.
Fassen wir zusammen: Dieser Gott ist ein Gott des Lebens. Durch Jesu Tod und Auferstehung haben wir Anteil am ewigen Leben. Die Lebenszeit hier ist Vorbereitung auf Vollendung, auf jenen Glücksmoment, der grenzenlos dauern wird, ewiges Jetzt. Die Fastenzeit bietet Gelegenheit, die Verbindung zu Gott, wo sie unterbrochen wird, wieder aufzunehmen oder auch zu festigen, besonders im Gottesdienst, im sonntäglichen Auferstehungsfest.
Die Erzählung von der Verklärung Jesu auf einem hohen Berg bietet einen Blick in den Himmel und eine Gottesbegegnung für Petrus, Jakobus und Johannes. Die Bedeutung dieser Erfahrung wird erst offenkundig nach dem Tod und der Auferstehung Jesu.
Gottesbegegnungen
Heute würde man das als „Aha“-Erlebnis“ oder eine „Aha“-Erfahrung bezeichnen, etwas, was den Menschen in Staunen versetzt, wo sich ihm etwas offenbart, etwas, was ihm Augen und Ohren öffnet. Von so einer Erfahrung der Jünger erzählt das Evangelium.
Wenn sich der Himmel „öffnet“, dann wird etwas erkennbar, was zuerst im Verborgenen war. Die biblische Sprache bringt so auf anschauliche Weise ihre Botschaft den Menschen nahe: Es wird verkündet, was in dieser Begegnung gehört, erkannt, offenbar geworden ist.
„Da kam eine Wolke und überschattete sie
und es erscholl eine Stimme aus der Wolke:
Dieser ist mein geliebter Sohn;
auf ihn sollt ihr hören.“
Einfach himmlisch, wie es bei Markus da zugeht: die Begleiter, Petrus, Jakobus und Johannes aus dem Zwölferkreis, gehen mit ihrer Lebenswelt, ihrem Alltag, ihren Gesprächen mit Jesus nach Jerusalem. Und da kommt es zum ersten Höhepunkt am „Glaubensberg“, zur „unglaublichen“ Gottesbegegnung, um dann wieder, wahrscheinlich mit etwas Mühe, abzusteigen aus dem himmlischen Geschehen, und geerdet zu werden.
Steil, so eine Glaubenserfahrung zu verkraften, zu verstehen, zu verarbeiten und zu schweigen, wie ihnen geboten wird. Markus setzt dieses „Schweigegebot“ als Stilmittel ein. Denn Tod und Auferweckung Jesu durchkreuzen und korrigieren die konventionellen Vorstellungen vom Messias. Davor kann Jesus zu leicht als Messias falsch verstanden werden.
Die „himmlische Begegnung“ auf dem Berg (Tabor?), die ein „gutes Ende“ erhoffen lässt, gibt einen tiefen Einblick in die Beziehung Gottes zu Jesus. Schon bei der Taufe Jesu wird dies verkündet: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“. Diese Offenbarung wird noch ein drittes Mal im Markusevangelium verkündet: unter dem Kreuz. Dort bekennt der römische Hauptmann „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn“.
„Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“
Wer soll die Botschaft hören, an wen sind die himmlischen Worte gerichtet? - In beiden Bibelstellen wird das Wesentliche, Entscheidende über Jesus gesagt. Einmal in direkter Rede zugewandt an Jesus und zugleich als Vorstellung Jesu für alle. Wie ähnlich sich diese beiden Verse auch sind, so ist der jeweilige Adressaten-Kreis, der hört, was hier die göttliche Stimme verkündet, ein anderer. Mk 1,11 – Adressat ist Jesus, der geliebte Sohn, der von Gott gesandt ist. Mk 9,7 – hier wird Jesus als „mein geliebter Sohn“ seinen Begleitern, die aus dem Kreis der Zwölf sind, ans Herz gelegt. Diese himmlische Begegnung, an der die Begleiter Jesu teil hatten, ist verbunden mit dem Auftrag an sie: auf ihn zu hören!
Die Verklärung Jesu am Berg Tabor - ein „geographischer“ Höhepunkt - kann als „Auftauchen“ aus der Tiefe – im Jordantal war die Taufe Jesu - menschlicher Erfahrungen gesehen werden. Sie, die Jünger, sind angesprochen, bei ihnen kommt es zur Erleuchtung, sie erkennen Jesus als den Messias, der von Gott gesandt ist.
„Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“
Doch zuvor wird Jesus auf dem Berg Tabor in den Kreis der großen Propheten Israels gestellt, aufgenommen: „Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus.“ Sie, die wichtigsten Propheten des Judentums, stehen ihm zur Seite, beiseite, als er in himmlische Sphären entrückt.
Ein Augenblick, der festgehalten werden soll, wo man sich gerne häuslich einrichten möchte. Drei Hütten sollen daher gebaut werden. Doch der Schatten einer Wolke lässt aufhorchen! Es ist nicht alles, was sie wahrnehmen, Jesus umgeben mit den bedeutendsten Persönlichkeiten des Volkes Gottes. Die Wolke bedeutet Gottes Gegenwart und es wird ihnen Jesus, als der geliebte Sohn Gottes offenbart. Doch dann verschwindet das, was die Freunde vermeint gesehen zu haben, wofür sie sogar Hütten bauen wollten! Dieser „himmlische Ein- und Ausblick“ hat eine Veränderung in ihnen bewirkt.
Die Frage stellt sich: Was bleibt ihnen, was können sie von dieser Offenbarung auf dem Weg mit Jesus mitnehmen?
Zurück in die Niederungen des Lebens
„Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.“
Hinabsteigen, zurückkehren in den Alltag braucht Zeit, denn das „Unglaubliche“ bedarf einer Erklärung, einer Darlegung, einer Antwort auf die himmlischen Worte. Sie suchten im Gespräch mit Jesus eine Antwort auf ihre Frage, was das sei: von den Toten auferstehen“.
So wiederholen sie mal fürs Erste die Worte „von den Toten auferstehen“. Sie nehmen diese Worte, die bereits das Ostergeheimnis vorwegnehmen, mit auf ihren Weg mit Jesus, dem geliebten Sohn Gottes, wie sie ihn auf dem Berg Tabor erfahren haben. Als Sohn Gottes wurde Jesus auch von jenen, die von bösen Geistern besessen waren, bezeichnet. „Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.“ Das für Markus typische Schweigegebot gilt auch für sie.
Erst unmittelbar nach seinem Tod „darf“ der römische, heidnische Hauptmann als Bekenntnis sagen: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.“ (Mk 15,39). Die Erfahrung, dass Gott seinen geliebten Sohn aus dem Tod auferweckt hat, bestimmte im beginnenden und sich langsam ausbreitendenden Christentum die Erzählungen aus dem Leben Jesu. Nun ist es ist kein Geheimnis mehr, dass Jesus der Messias, Gottes geliebter Sohn ist. Offen darf es nun verkündet werden.
Jetzt erst, in der Gesamtheit der Erinnerung, kann das Ende am Kreuz, dem Jesus ausgeliefert wurde, gedeutet werden, im Lichte der Hoffnung und im Vertrauen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. So können die Tage auf Ostern hin zur sprudelnden Quelle werden, die unsere Hoffnung bestärkt.
Jesus nimmt Petrus, Jakobus und Johannes mit auf den Berg, und sie lernen ihn von einer ganz neuen Seite kennen. Sie sehen ihn in für sie neuen großen Zusammenhängen. Die Fastenzeit lädt uns ein, hinter Fassaden zu blicken und Menschen in ihrer unveräußerlichen Würde zu erkennen.
Vielleicht haben Sie auch schon einmal so eine Erfahrung gemacht: Sie kennen jemanden schon eine längere Zeit. Eines Tages machen Sie gemeinsam mit dieser Person eine Erfahrung, die Ihnen völlig neue Aspekte, eine völlig neue Seite an ihr eröffnet. Manchmal passiert das aufgrund einer neuen Gruppenkonstellation, manchmal, weil man einfach mehr Zeit miteinander verbringt oder sich beide Seiten in einem intensiven Gespräch öffnen. Manchmal trägt auch eine räumliche Veränderung dazu bei, dass man jemanden neu oder anders kennenlernt.
Ähnliches ist vielleicht auch den Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes mit Jesus passiert. Jesus nimmt die drei beiseite und gemeinsam gehen sie auf einen hohen Berg. Dort passiert es. Jesus wird verwandelt, seine Kleider werden strahlend weiß, Mose und Elija erscheinen und Jesus unterhält sich mit ihnen. Dann kommt eine Stimme aus den Wolken: „Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ Zu guter Letzt trägt Jesus den drei Jüngern auf, nichts davon zu erzählen, bis er auferstanden sei. Das ist doch die volle Überforderung - aber auch eine unglaubliche Wertschätzung.
Nun stellt sich vielleicht folgende Frage: Welche Seiten, welche Aspekte der Person Jesus können wir in dieser Erzählung erkennen? Der Evangelist Markus lässt sichtbar werden, in welcher Tradition sich Jesus bewegt. Er ist in direkter Verbindung mit der jüdischen Tradition, mit Mose, der sinnbildlich für die Thora steht, und mit den Propheten, in der Erzählung durch Elija vertreten. Und das alles wird sichtbar in der unmittelbaren Nähe Gottes, denn der Berg ist ein Symbol für die Nähe zu Gott.
In dieser Tradition wird uns immer wieder zugesagt, dass wir Menschen mit Würde sind. Im ersten Buch Mose, dem Buch Genesis steht geschrieben, dass wir als Bild Gottes geschaffen wurden - männlich und weiblich - und „es war sehr gut“. Die Würde ist uns von Anbeginn unserer Zeit geschenkt und ist deshalb nicht verhandelbar. Im zweiten Buch Mose, dem Buch Exodus, führt ebendieser sein Volk aus der Sklaverei Ägyptens, in der die Würde des Menschen mit Füßen getreten wurde. Der Weg führt in ein Leben, in dem die Menschen als Personen mit Würde in der Gemeinschaft gut leben können. Und auch die Gesetzgebung Mose hat dieses Leben als Person in Würde und in der Gemeinschaft zum Ziel.
Im heutigen Evangelium lässt Jesus die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes an dem Ereignis am Berg teilhaben. Er öffnet sich und lässt sie an seinem Wesen teilhaben und die drei Jünger lassen sich ihrerseits darauf ein. Auch sie öffnen sich. Sie sind würdig bei diesem Gipfelereignis dabei zu sein. Petrus, Jakobus und Johannes werden vom Evangelisten namentlich genannt. Die Nennung beim Namen ist auch ein Zeichen der Würde. Sie werden als Personen mit Namen und Würde angesprochen.
„Die Würde des Menschen als Person ist unantastbar. Sie ist nicht verdient, kann nicht verhandelt oder verkauft werden.“ Das sagt auch die Christliche Soziallehre. Der Mensch als Person mit seiner Würde steht in ihrem Zentrum und aus der Personalität leiten sich auch alle anderen Prinzipien der Soziallehre (Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität, Nachhaltigkeit und Option für die Armen) ab. In dieser Personalität gründet sich die Freiheit des Individuums, aber auch die Verantwortung in der Gemeinschaft. Person ist man immer auch im Zusammenleben mit anderen.
Wir leben in einer Zeit, in der unsere Leistung, unsere Arbeit, unsere Funktion, unser Aussehen, unsere Kleidung oft im Mittelpunkt stehen. Der erste Eindruck ist oft von Äußerlichkeiten geprägt. Doch was können wir sehen, wenn wir hinter das Offensichtliche blicken - unter die Oberfläche? Wir sehen den Menschen als Person mit ihrer Würde - mit der Würde, die allen Menschen gleich ist. Dahinter zu blicken fällt uns manchmal leicht, vor allem wenn es um Bekannte geht, um FreundInnen, um Menschen, die unseren Lebensstandard teilen. Doch was, wenn die eben genannten Aspekte nicht dem entsprechen, was wir als angenehm empfinden? Was ist mit den Menschen, die uns nicht entsprechen, die anders sind, anders aussehen als wir es gewohnt sind, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollen. Da fällt es schwer diese Würde zu sehen.
Arme Menschen kennen diese Erfahrungen. Sie werden nicht beachtet, und oft auch nicht geachtet. Diejenigen, die schon materiell in Ungerechtigkeit leben, werden dann auch noch menschlich ungleich behandelt. Und gerade deshalb: Als Bild Gottes sind wir geschaffen - wir alle - und die Personenwürde ist allen gleich. Der erste Schritt in Richtung einer gerechteren Gesellschaft, in der alle mit Würde leben können, ist also nicht, diesen Menschen die Würde zurückzugeben. Nein, das ist nicht nötig, denn sie besitzen diese Würde bereits. Der erste Schritt ist es, dahinter zu blicken, hinter das Offensichtliche, auf die Person mit ihrer Würde. Dazu müssen wir uns öffnen. Unsere Augen und Herzen öffnen.
Am Anfang habe ich Sie gefragt, ob Sie schon einmal eine Erfahrung gemacht haben, bei der Sie jemanden ganz anders kennengelernt haben und kennenlernen durften. Damit solche Erfahrungen gelingen, braucht es eine Haltung der Offenheit, eine Haltung, die uns auf die Person mit ihrer Würde blicken lässt. Eine solche Haltung müssen wohl auch die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes gelebt haben, sonst hätte ihnen Jesus vielleicht nicht diese Erfahrung geschenkt. Die drei Jünger können uns mit dieser Haltung als Vorbilder dienen. Den ersten Schritt könnten wir ja in der Fastenzeit gehen.
Für die Fastenzeit nehmen wir uns gerne gute Vorsätze. Das Fasten soll uns helfen, Gott näher zu kommen. Meist sind es Vorsätze, auf etwas zu verzichten. Für diese Fastenzeit lade ich Sie ein, etwas bewusst einzunehmen. Und zwar die Haltung der Offenheit, die uns auf die Person mit ihrer Würde blicken lässt. Ich lade Sie ein, immer wieder dahinter zu blicken - hinter die Äußerlichkeiten und unter die Oberfläche. Denn was kann uns Gott näherbringen, als den Menschen mit Würde zu begegnen - so wie er geschaffen ist.
© Peter Habenschuß, Referent Fachbereich Arbeit der Katholischen Jugend OÖ; Jugendleiter Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf
Manche Erzählungen der Bibel und manche theologischen Redeweisen sind schwer verständlich und oft auch nur schwer erträglich. Sie sind aber unverzichtbar, wenn wir der existenzielle Tiefe der damit bezeichneten Zusammenhänge nicht ausweichen wollen. Wie können wir die Erzählung vom Opfer Abrahams und die Erklärung der Hingabe Jesu als Opfer verstehen?
Ein leidender Messias war für die meisten Juden unvorstellbar. Jesus lässt in seiner Verklärung einige seiner Jünger vorausschauen, wo sein Weg enden wird. Das volle Verständnis für seinen Weg wird den Jüngern jedoch erst nach seiner Auferstehung möglich sein.
Die biblischen Texte des 2. Fastensonntags zeigen uns dunkle und helle Seiten Gottes. In Momenthaften Augenblicken sehen wir das Ganze.
Bei der Berlinale wurde heuer ein Film von Karl Markovics vorgestellt, in dem Brigitte Beimpold eine Supermarktkassierin spielt, die eine Gotteserfahrung macht. Der Film kommt im März unter dem Titel "Superwelt" in unsere Kinos. Wie der Film und das darin Gezeigte zu beurteilen ist, kann ich nach dem kurzen Trailer nicht sagen. Aber das Thema passt zur heutigen Perikope, wo es ja auch um ein mystisches Erlebnis geht.
Jesus führt seine Jünger, Petrus, Jakobus und Johannes, auf einen Berg. Der Tradition nach ist das der Berg Tabor am Weg nach Jerusalem. Markus schildert uns dieses Geschehen 6 Tage nach dem Gespräch Jesu mit seinen Jüngern, indem er sie fragt, für wen die Leute des Messias halten und in dem er ihnen sein Leiden ankündigt. In beiden Situationen tritt Petrus hervor. Einmal, indem er seinen Glauben an Jesus als den von Gott gesandten Messias bekennt. Damit unterscheidet er sich von der allgemeinen Meinung, die in Jesus Elija oder sonst einen der Propheten sieht. Das andere Mal will er Jesus abhalten, seinen Leidensweg nach dem Willen des Vaters auf sich zu nehmen und wird schroff korrigiert.
Die Kirchenväter erklären uns dazu, dass bei diesem Geschehen die auftretenden Propheten Mose und Elija uns einerseits klar machen sollen, dass Jesus eben nicht Elija ist, andererseits aber auch den Vorwurf an Jesu entkräften, er selbst hätte sich göttliche Ehren zugesprochen. Wenn Mose, der nach der Tradition von Gott das Gesetz empfangen hat, und Elija, der sich als Eiferer für die Ehre Gottes erwiesen hat, mit ihm reden, dann muss alles seine Richtigkeit haben. Und auch jetzt tritt wieder Petrus besonders in Erscheinung. Er reagiert wieder sehr spontan und menschlich.
Die ganze Situation der Erscheinung können wir als mystische Erfahrung sehen. Es passieren Dinge, die unsere Denkkategorien von Raum und Zeit durch die Erscheinung der zwei großen Gestalten aus dem AT aufheben. Mystische Erfahrungen sind Augenblicke, die uns unmittelbar in unserem Sein ansprechen. Es sind Momente der Erfahrung zweckfreien Daseins. Vielleicht haben sie auch schon erlebt, wie sie verzaubert von einer tiefen menschlichen Begegnung, einem Musikstück oder der überwältigenden Schönheit der Natur sich der Realität ihrer Umgebung enthoben, herausgehoben, ekstatisch gefühlt haben. Das sind Momente, in denen nicht mehr der Zweck sondern nur mehr der Sinn des Lebens wichtig sind. Es sind kontemplative Momente.
Meister Eckhart drückt das so aus: "Die entscheidende Frage im Leben ist nicht: was tun, sondern wer wir sind." Aber gerade die Überlegung, wer sind wir eigentlich, macht uns auch oft hilflos. Da ist es schon leichter etwas zu tun, aktiv zu sein, dieser Tiefe des Lebens durch Aktion zu entfliehen. Und das macht Petrus: er will drei Hütten bauen.
Zweckfreies Sein erfüllt uns mit Sinn. Es führt zur Begegnung mit dem Transzendenten. Jesus und die Jünger haben am Berg eine Gottesbegegnung. Die Wolke weist der Tradition nach immer auf die Gegenwart Gottes hin. Diese Schriftstelle ist eine der drei im Markusevangelium geschilderten Ereignisse, in denen die Gottheit Jesu offenbar wird. Der Evangelist will seine Hörer und Leser damit zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn führen. Denn der Glaube an Kreuz und Auferstehung kann dem Menschen Sinn und Hoffnung auf Zukunft hin geben. In all dem, was uns so täglich passiert, Momente zu erleben, in denen wir Sinn erfahren, ist Lebenskunst.
Viktor Frankl, ein jüdischer Arzt, der viele Jahre im Konzentrationslager erlebt und überlebt hat, schreibt, dass es nicht unbedingt die Robusten und Starken waren, die diese Qualen überlebt haben. Es waren mehr die, die ein reiches Innenleben hatten; die in ihrer nach außen so hoffnungslosen Perspektive sich einen Blick in eine Zukunft bewahren konnten. Gerade diese Erfahrungen waren es, die ihn zu seiner Logotherapie - einer speziellen Richtung der Psychotherapie, die versucht die Menschen dabei zu begleiten, dass sie Sinn in ihrem Leben finden - geführt haben.
Vielleicht gelingt es uns, in diesen Wochen der vorösterlichen Bußzeit etwas zu machen, das zweckfrei Sinn gibt; dass wir spüren, wer wir sind, welchen Wert wir unabhängig von unserer Leistung haben; wer wir sind, nicht was wir haben, nicht was wir leisten; welchen Wert aber auch die Menschen unserer Umgebung als Person haben: unabhängig davon ob sie gesund oder krank sind, im Arbeitsprozess eingegliedert oder arbeitslos sind, arm oder reich sind, integriert oder exzentrisch sind. Lassen wir uns ermutigen, den Weg in die Tiefe zu gehen, und das uns geschenkte Leben anzunehmen, so wie es ist, mit allem Licht und allem Schatten. Machen wir uns auf die Suche nach der Begegnung mit dem Ursprung und Sinn von allem, nach Gott.
In der Fastenzeit gehen wir mit Jesus auf das Osterfest zu. Dies ist ein Weg, der uns durch den Tod hindurch zum unvergänglichen Leben führt. Am zweiten Fastensonntag nimmt uns Jesus mit auf den Berg der Verklärung, von dem aus sich der Sinn seines Lebens- und Leidensweges erschließt.
An ihn wenden wir uns am Beginn dieser Feier, ihn bitten wir:
Herr Jesus Christus, dein göttlicher Glanz erhellt uns Leben.
Herr, erbarme dich.
Du bist Gottes geliebter Sohn, auf den wir hören sollen.
Christus, erbarme dich.
Du bist durch den Tod hindurch gegangen und von den Toten auferstanden.
Herr, erbarme dich.
Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Fastensonntag
Allmächtiger Gott,
bei der Verklärung deines eingeborenen Sohnes
hast du durch das Zeugnis der Väter
die Geheimnisse unseres Glaubens bekräftigt.
Du hast uns gezeigt, was wir erhoffen dürfen,
wenn unsere Annahme an Kindes statt
sich einmal vollendet.
Hilf uns, auf das Wort deines Sohnes zu hören,
damit wir Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. August, Verklärung des Herrn
Heiliger Gott,
gib, dass wir deinen Namen allezeit
fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 12. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
durch das Wirken deiner Gnade
schenkst du uns schon auf Erden
den Anfang des ewigen Lebens.
Vollende, was du in uns begonnen hast,
und führe uns hin zu jenem Licht,
in dem du selber wohnst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Samstag in der 2. Fastenwoche
Gott, du bist in allem für uns.
Du hast uns so sehr geliebt,
dass du uns deinen geliebten Sohn in die Welt gesandt hast,
damit er uns ein Beispiel deiner Liebe und Zugewandtheit gebe.
Im Alltagstrott vergessen wir oft, dass du immer zu uns stehst.
Schenke uns wache Sinne,
dass wir uns in dieser Fastenzeit immer wieder auf diese, deine Zusage, besinnen.
Das erbitten wir durch Christus, unser Beispiel, für heute und alle Zeit. – Amen.
Im Vertrauen auf Gottes bedingungslose Zuwendung zu seiner Schöpfung bitten wir:
Um deinen Geist für die, die deine Botschaft verkünden, und für die, die sie annehmen und daraus zu leben versuchen.
Um unsere eigenen Anstrengungen zur Bewahrung deiner Schöpfung aber auch um die Erkenntnis, dass wir Menschen allein die Welt nicht im Griff haben können.
Um Achtsamkeit für eigene und fremde Bedürfnisse besonders die Kinder und Jugendlicher in den Ländern des Südens, die im Rahmen der heurigen Fastenaktion gefördert werden.
Um Zeiten der Stille, in denen wir zur inneren Ruhe finden und erkennen können, wer oder was für uns wichtig und lebensnotwendig ist.
Um das ewige Leben für unsere Verstorbenen, wie du es allen Getauften zugesagt hast.
Im Glauben, dass dein Reich bereits jetzt unter uns begonnen hat und einst in dir vollendet wird, danken wir dir und preisen dich jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Plötzlich sahen die Jünger Jesus in einem ganz anderen Licht.
Dass auch wir das, was uns in dieser Pandemie irritiert und mutlos macht, in einem anderen Licht sehen können, bitten wir den Vater:
Für alle, die dein Wort verkünden;
für die, die darin Weisung für ihr Leben suchen;
für die, die sich im Rahmen ihrer Taufvorbereitung ganz besonders damit auseinandersetzen.
Für die, die derzeit ganz konkret unter den Folgen des Klimawandels leiden;
für die, die sich um Nachhaltigkeit bemühen;
für die, die noch zögern, ihre Lebensweise zu überdenken.
Für die, die in der Begegnung mit der Natur Abstand zu ihren Sorgen finden;
für die, die sich ehrenamtlich in den vielen Test- und Impfstraßen engagieren;
für die, die sich nicht damit abfinden können, dass ihre derzeitigen Lebensumstände nicht ihren Erwartungen entsprechen.
Für die, die Schmerzen und Leid nicht als Teil menschlichen Lebens akzeptieren können;
für die, die andere in ihrem Leid begleiten;
für die, die anderen durch ihr Beispiel Mut machen.
Für unsere Verstorbenen,
für die wir erhoffen, dass sie deine Herrlichkeit schauen können.
Dass wir wirklich am Ende unseres irdischen Lebens bei dir ankommen, können wir nicht als sicher annehmen. Aber unser Tun auf diesem Weg dahin, können wir nach dir ausrichten.
Dafür erbitten wir deine Hilfe und deinen Segen, jetzt und alle Tage. - Amen.
Herr,
das Opfer, das wir feiern,
nehme alle Schuld von uns.
Es heilige uns an Leib und Seele,
damit wir uns in rechter Weise auf das Osterfest vorbereiten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Fastensonntag
Gott, unser Vater,
sende über uns und diese Gaben
das Licht deiner Herrlichkeit,
das in deinem Sohn aufgestrahlt ist.
Es vertreibe das Dunkel der Sünde
und mache uns zu Kindern des Lichtes.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. August, Verklärung des Herrn
Erhabener Gott,
durch die Feier des heiligen Opfers
gewährst du uns Anteil an deiner göttlichen Natur.
Gib, dass wir dich nicht nur als den einen wahren Gott erkennen,
sondern unser ganzes Leben nach dir ausrichten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Gabengebet
Vater im Himmel,
in deinem Sohn ist der Welt
das Licht aufgeleuchtet,
das unserem irdischen Leben den Weg weist.
Laß uns in der Feier seines Opfers
das göttliche Leben empfangen,
damit wir selbst Licht werden für die Welt.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Auswahl 7
Kehrvers:
Jubelt ihr Lande dem Herrn;
alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. (GL 55,1)
Guter Gott, wir kommen zu dir, um dir zu danken
und deine Größe zu preisen.
Einst hast du Abraham auf die Probe gestellt,
um ihm die Fülle deines Segens zu schenken
und ihn zum Segen für alle Geschlechter der Erde zu machen.
Kehrvers
Mose und Elija hast du deine Herrlichkeit schauen lassen
Sie haben dein Volk durch schwierige Zeiten geführt
und ihm deinen Willen geoffenbart.
Kehrvers
Auf dem Berg der Verklärung
hast du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart,
an dem du Gefallen gefunden hast.
Kehrvers
Durch ihn hast du deinen Plan mit den Menschen vollendet.
Er ist durch Leiden und Tod hindurch
in deine himmlische Herrlichkeit eingetreten.
Kehrvers
Durch ihn hast du auch uns den Himmel aufgeschlossen
und lässt uns jetzt schon erahnen,
Was du denen bereitet hast, die dich lieben.
Kehrvers
Dafür loben und preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen.
Zusammen mit der ganzen Schöpfung singen wir zu deinem Lob:
Danklied, z. B.: Gott wohnt in einem Lichte (GL 429)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat den Jüngern
seinen Tod vorausgesagt
und ihnen auf dem heiligen Berg
seine Herrlichkeit kundgetan.
In seiner Verklärung erkennen wir,
was Gesetz und Propheten bezeugen:
daß wir durch das Leiden mit Christus
zur Auferstehung gelangen.
Durch ihn rühmen wir deine Größe
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastensonntag 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er enthüllte auf dem Berg der Verklärung
seine verborgene Herrlichkeit,
er ließ vor auserwählten Zeugen
seinen sterblichen Leib im Lichtglanz erstrahlen
und gab den Jüngern die Kraft,
das Ärgernis des Kreuzes zu tragen.
So schenkte er der ganzen Kirche die Hoffnung,
vereint mit ihrem Haupt die ewige Verklärung zu empfangen.
Darum preisen wir deine Größe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB 6. August, Verklärung des Herrn
TEILEN heißt
geben und nehmen
denken und handeln
ich und du
gleiche Teile machen
TEILEN kann ich
Geld und Zelt
Leid und Freud
Dach und Brot
den Platz am Feuer
TEILEN mit
nah und fern
weiß und schwarz
alt und jung
Geringsten unter allen
TEILEN schenkt
Vertrauen und Liebe
Hoffnung und Frieden
Nähe und Geborgenheit
Angenommensein als Mensch
TEILEN
lindert Not und Elend
fördert Freundschaft und Verständnis
schafft Leben und Lebenssinn
TEILEN BRINGT MENSCHEN EINANDER NÄHER
Herr,
du hast uns im Sakrament
an der Herrlichkeit deines Sohnes Anteil gegeben.
Wir danken dir,
daß du uns schon auf Erden teilnehmen läßt
an dem, was droben ist.
Durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
in der Verklärung deines Sohnes
wurde der Glanz seiner Gottheit offenbar.
Lass uns durch den Empfang der himmlischen Speise
seinem verherrlichten Leib gleichgestaltet werden.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB 6. August, Verklärung des Herrn
Wir danken dir, allmächtiger Gott,
für die heiligen Gaben
und bitten dich:
Erhelle unsere Wege mit dem Licht deiner Gnade,
damit wir in Glauben und Liebe erfassen,
was du uns im Geheimnis der Eucharistie geschenkt hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Erscheinung des Herrn
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die österlichen Geheimnisse
auf den Weg des Lebens geführt.
Lass deine Gnade in uns mächtig werden,
damit wir uns deiner Gaben würdig erweisen
und unseren Weg zu dir vollenden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Ostermontag
Herr, Jesus Christus,
du hast die Jünger auf den Berg der Verklärung geführt,
damit sie die ganze Weite des Glaubens erkennen konnten.
Du hast ihnen gezeigt, wie strahlend das aus dir hervorleuchtet,
was du an Gottesliebe zu verkündigen hast
und ihnen auch den Blick auf die Vorbilder der vergangenen Zeit vor Augen geführt.
Wir haben dir in dieser Welt viele „Hütten“ gebaut – wir und unsere Vorfahren.
Hilf uns, dass unsere Kirchen sich füllen mit Glaubenskraft und Stärke,
damit sie den Menschen ein wahrer Ort der Gottesbegegnung werden können.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Es segne uns der Vater,
der in seiner Liebe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – ja Ewigkeit – in Händen hält.
Es segne uns der Sohn,
der um alles weiß, was unser menschliches Leben ausmacht.
Es segne uns die göttliche Kraft der Geistin des Lebens,
damit wir wachsen im Glauben und in der Liebe.
Federleicht
wie Vogelfedern
erdenschwer
wie Ackerschollen
strahlend helle
Taborstunden
im Dunkel geweinte
Kreuzestode
Gewissheit
der Verwandlung
der Wiederkunft
der Auferstehung
Ilse Pauls (unveröffentlicht)
ja
hoch auf den Berg gestellt
Herr
möchte ich gerne sein
mit dir an meiner Seite
dass du mir zeigst
welche Zusammenhänge
sich „knäulen“ in den Wirren
meiner
und der Welt
Vergangenheit
wie sich alles
„bröselt“
in dem
was gegenwärtig ist
dass sich klären kann
was ich
an alten Mustern
hinter mir lassen
darf
kann
und soll
dass DU
heilend
deine Finger
in meine Wunden
aus
Lieblosigkeit
Unklarheit
Unvermögen
Versagen
legst
mir klaren Blick
schenkst
damit mir
der Weg
nach unten
der Weg
in das Leben
der Zukunft
mit
DEINEM SEGEN
gelingen kann
Das Opferfest, auch Eid el-Adha ist das höchste islamische Fest. Es wird zum Höhepunkt des Haddsch gefeiert, der Wallfahrt nach Mekka, beginnt jährlich am Zehnten des islamischen Monats Dhu l-Hiddscha und dauert vier Tage. Aufgrund des islamischen Mondkalenders kann das Opferfest zu jeder Jahreszeit stattfinden, es verschiebt sich im Sonnenkalender rückwärts um meist elf Tage pro Jahr. 2017 fand das Opferfest vom 31. August bis 4. September statt.
[...]
Beim Opferfest wird des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht, der nach muslimischer Überlieferung die göttliche Probe bestanden hatte und bereit war, seinen Sohn Ismael (vgl. Isaak) Allah zu opfern. Als Allah seine Bereitschaft und sein Gottvertrauen sah, gebot er ihm Einhalt. Ibrahim und Ismail opferten daraufhin voller Dankbarkeit im Kreis von Freunden und Bedürftigen einen Widder. Die Geschichte wird im Koran in Sure 37,99–113 erzählt. In der Bibel ist es die Erzählung von der Opferung Isaaks (Genesis 22,1–19).
Mehr auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Islamisches_Opferfest
de.wikipedia.org
Die Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka, findet jedes Jahr in einem bestimmten Zeitraum statt, der auch mit dem höchsten islamischen Fest, dem Id Al-Adha oder Opferfest, in Verbindung steht. Das Opferfest findet in Erinnerung an den Propheten Ibrahim und seinen Sohn Isma’il statt. Das Schlachtopfer ist ein Bestandteil der Riten der Hadsch. Auch den Muslimen, die nicht auf die Hadsch gehen, ist es empfohlen, am Id Al-Adha das Schlachtopfer durchzuführen. Das Opferfest geht darauf zurück, dass der Prophet Ibrahim gegenüber Allah gelobt hatte, falls Er ihm einen Sohn schenke, diesen um Seinetwillen zu opfern.
www.islamische-zeitung.de
Ich weiß wohl, dass manche unter euch hierher gekommen sind aus großer Bedrängnis und Trübsal. Einige von euch sind direkt aus engen Gefängniszellen gekommen. Einige von euch sind aus Gegenden gekommen, in denen ihr aufgrund eures Verlangens nach Freiheit mitgenommen und erschüttert wurdet von den Stürmen der Verfolgung und polizeilicher Brutalität. Ihr seid die Veteranen schöpferischen Leidens. Macht weiter und vertraut darauf, dass unverdientes Leiden erlösende Qualität hat.
Geht zurück nach Mississippi, geht zurück nach Georgia, geht zurück nach Louisiana, geht zurück in die Slums und Ghettos der Großstädte im Norden in dem Wissen, dass die jetzige Situation geändert werden kann und wird. Lasst uns nicht Gefallen finden am Tal der Verzweiflung.
Heute sage ich euch, meine Freunde, trotz der Schwierigkeiten von heute und morgen habe ich einen Traum. Es ist ein Traum, der tief verwurzelt ist im amerikanischen Traum. Ich habe einen Traum, dass eines Tages diese Nation sich erheben wird und der wahren Bedeutung ihres Credos gemäß leben wird: "Wir halten diese Wahrheit für selbstverständlich: dass alle Menschen gleich erschaffen sind."
Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.
Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages selbst der Staat Mississippi, ein Staat, der in der Hitze der Ungerechtigkeit und Unterdrückung verschmachtet, in eine Oase der Gerechtigkeit verwandelt.
Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird. Ich habe einen Traum heute...
Ich habe einen Traum, dass eines Tages in Alabama mit seinen bösartigen Rassisten, mit seinem Gouverneur, von dessen Lippen Worte wie "Intervention" und "Annullierung der Rassenintegration" triefen ..., dass eines Tages genau dort in Alabama kleine schwarze Jungen und Mädchen die Hände schütteln mit kleinen weißen Jungen und Mädchen als Brüder und Schwestern. Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt wird. Die rauhen Orte werden geglättet und die unebenen Orte begradigt werden. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden, und alles Fleisch wird es sehen.
Das ist unsere Hoffnung. Mit diesem Glauben kehre ich in den Süden zurück.
Mit diesem Glauben werde ich fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Missklänge in unserer Nation in eine wunderbare Symphonie der Brüderlichkeit zu verwandeln.
Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, zusammen zu arbeiten, zusammen zu beten, zusammen zu kämpfen, zusammen ins Gefängnis zu gehen, zusammen für die Freiheit aufzustehen, in dem Wissen, dass wir eines Tages frei sein werden. Das wird der Tag sein, an dem alle Kinder Gottes diesem Lied eine neue Bedeutung geben können: "Mein Land von dir, du Land der Freiheit singe ich. Land, wo meine Väter starben, Stolz der Pilger, von allen Bergen lasst die Freiheit erschallen." Soll Amerika eine große Nation werden, dann muss dies wahr werden.
Dr. Martin Luther King Jr. Rede zum Marsch auf Washington am 28. August 1963 vor 250.000 Menschen am Lincoln Memorial.
http://www.dadalos.org/deutsch/Vorbilder/vorbilder/mlk/traum.htm
Ich träume von einer Kirche,
die arm ist,
die nicht Geld verspricht,
die den Menschen sieht
und jedem Prunk und Profitdenken einen einfachen Lebensstil entgegensetzt.
Ich träume von einer Kirche,
die nicht ihre Macht ausspielt,
die nicht über andere herrschen will,
wo Männer und Frauen gleichberechtigt sind,
wo sie gemeinsam in den Dienst genommen werden,
deren Strukturen demokratisch sind,
die jedem Christen Mündigkeit zugesteht,
die auf Prestige verzichtet und niemanden unterdrückt.
Ich träume von einer Kirche,
die demütig ist,
die Mut zum Dienen beweist
den Kranken, den Einsamen, den Außenseitern und Randgruppen,
die für das Leben einsteht,
die Obdachlosen Heimat gibt,
Alleinerziehende unterstützt,
die barmherzig ist,
die Schuld verzeiht,
die gescheiterten Eheleuten neue Zukunft gibt,
die Andersgläubige nicht verurteilt,
die Fremden Gastfreundschaft gewährt.
Ich träume von einer Kirche,
die ehrlich ist,
die Kritik zulässt und übt,
die politisch ist
und sich offen mit den Fragen unserer Zeit auseinandersetzt,
die Mut hat zu neuen Formen des Umgangs miteinander und mit der Schöpfung,
die Partei ergreift gegen ungerechte Strukturen und für den Frieden eintritt.
Ich träume von einer Kirche,
die jung ist,
die mich zu Wort kommen lässt und meine Sprache spricht,
die mich bejaht, wie ich bin,
die meine Fragen nach dem Sinn hört,
die sich für den Dialog zwischen den Generationen einsetzt,
die begeistert ist,
die vom Evangelium lebt,
die kreativ ist,
die sich auf dem Weg weiß,
die im Aufbruch bleibt,
die sich stören lässt und aufrüttelt, was eingefahren ist,
die die Chancen ergreift, die die Zeichen der Zeit zeigen.
Ich träume von einer Kirche,
die die Liebe Gottes erlebt,
wo Vertrauen wachsen kann, das zu Glauben wird,
die mir einen Raum der Freiheit gibt,
die Hoffnung hat und teilt,
die mich spüren lässt, dass Jesu Satz:
"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen" wahr ist,
die ruhe- und ratlos ist.
Ich träume von einer Kirche,
die lebenswert ist,
die Heimat gibt,
die Begegnung wagt,
Ich träume von einer Kirche ...
Ich und Du, wir sind Kirche.
Dorothee Hammschmitt auf dioezese-linz.at

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Eine weitere Schicht in dieser Geschichte ist, daß Menschenopfer im Umfeld Israels, d.h. bei der anderen Bevölkerung üblich waren. Waren auch bei den Israeliten Menschenopfer üblich? Jedenfalls sollte das Geopferte Gott zugeführt werden. Und es sollte nur das Beste sein. Somit war das Opfern der Erstgeburt angebracht. Dies wurde mit dem Vieh gemacht. Mit den Erstgeborenen der Menschen? Bekannt ist, daß die Israeliten die zu opfernde Erstgeburt der Menschen durch Opferung eines Tieres auslösten.
Letztendlich opfert Abraham seinen Sohn doch nicht. Werden folglich in Israel nicht Menschenopfer dargebracht, heißt dies nicht, Israel verehre deswegen Gott weniger als die anderen, die dies tun. Und wird dadurch nicht aufgezeigt, daß dieser Gott ein Gott der Lebenden ist?! Wieviele Menschenopfer fordern die Herren dieser Welt?
Es gibt viele Versuche, die unglaubliche Härte der Geschichte wegzuinterpretieren. Etwa der Versuch, in der Erzählung eine Gegengeschichte zu den damals außerhalb Israels üblichen Menschenopfern zu sehen. Die Geschichte wolle zeige, daß Gott keine Menschenopfer will. Abraham hatte jedoch seinen Sohn in Gedanken vielfach geopfert, bevor der Engel Gottes Einhalt geboten hat. Oder die Deutung als symbolische Geschichte: Söhne werden geopfert für das Vaterland, für heilige und unheilige Kriege, für den väterlichen Ehrgeiz...
Es kostet Kraft, die Geschichte auszuhalten, wie sie dasteht. Gott und das, was er von uns will, ist für uns Menschen oft hart und unverständlich. Auf der Suche nach dem Willen Gottes können wir auch irren. Den Mißbrauch des Namens Gottes verbietet das zweitwichtigste Gebot des Dekalogs. Sich von Gott ein Bild zu machen, birgt das Risiko eines eigenmächtigen Gottesbildes in sich.
Die Erzählung kann Anlaß sein, die eigenen Gottesvorstellungen und -bilder zu hinterfragen und die Unbegreiflichkeit Gottes neu zu erahnen.