Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesája.
Der Herr hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten.
Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt,
wird er Nachkommen sehen und lange leben.
Was dem Herrn gefällt, wird durch seine Hand gelingen.
Nachdem er vieles ertrug,
erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.
Mein Knecht, der gerechte,
macht die Vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesája.
Wer hat geglaubt, was wir gehört haben?
Der Arm des HERRN - wem wurde er offenbar?
Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross,
wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden.
Er hatte keine schöne und edle Gestalt,
sodass wir ihn anschauen mochten.
Er sah nicht so aus,
dass wir Gefallen fanden an ihm.
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt,
war er verachtet;
wir schätzten ihn nicht.
Aber er hat unsere Krankheit getragen
und unsere Schmerzen auf sich geladen.
Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen,
wegen unserer Sünden zermalmt.
Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm,
durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe,
jeder ging für sich seinen Weg.
Doch der HERR ließ auf ihn treffen
die Schuld von uns allen.
Er wurde bedrängt und misshandelt,
aber er tat seinen Mund nicht auf.
Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt,
und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt,
so tat auch er seinen Mund nicht auf.
Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft,
doch wen kümmerte sein Geschick?
Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten
und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen.
Bei den Frevlern gab man ihm sein Grab
und bei den Reichen seine Ruhestätte,
obwohl er kein Unrecht getan hat
und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.
Der Herr hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten.
Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt,
wird er Nachkommen sehen und lange leben.
Was dem Herrn gefällt, wird durch seine Hand gelingen.
Nachdem er vieles ertrug,
erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.
Mein Knecht, der gerechte,
macht die Vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.
Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen
und mit Mächtigen teilt er die Beute,
weil er sein Leben dem Tod preisgab
und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
Er hob die Sünden der Vielen auf
und trat für die Abtrünnigen ein.
Kv: Lass deine Huld über uns walten, o Herr! – Kv
(GL 46,1)
Das Wort des Herrn ist redlich, *
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *
erfüllt von der Huld des Herrn ist die Erde. – (Kv)
Siehe, das Auge des Herrn ruht auf denen, die ihn fürchten, *
die seine Huld erwarten,
dass er ihre Seele dem Tod entreiße *
und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. – (Kv)
Unsre Seele hofft auf den Herrn; *
er ist unsre Hilfe und unser Schild.
Lass deine Huld über uns walten, o Herr, *
wie wir auf dich hofften! – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Schwestern und Brüder!
Da wir nun einen erhabenen Hohepriester haben,
der die Himmel durchschritten hat,
Jesus, den Sohn Gottes,
lasst uns an dem Bekenntnis festhalten.
Wir haben ja nicht einen Hohepriester,
der nicht mitfühlen könnte mit unseren Schwächen,
sondern einen, der in allem wie wir
versucht worden ist,
aber nicht gesündigt hat.
Lasst uns also voll Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden
und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Angesichts der glaubensgefährdenden Lebenssituation seiner Leser deutet der Autor des Hebräerbriefes die irdische Existenz Jesu als ein "Angefochtensein". Weil aber Jesus auf diesem Weg in die Herrlichkeit als Erhöhter gelangte und so einen neuen Heilsweg geschaffen hat, darf sich die Gemeinde in ihren Krisen in das Heil Jesu "mithineingenommen" wissen. Die Aussage über den Hohenpriester, der als Mensch in der Versuchung lebte, ist für den Autor somit die Begründung zum Festhalten am Bekenntnis, wie auch für die Ermutigung zu Gott hinzutreten, wo Erbarmen und Hilfe gefunden werden können.
Halleluja. Halleluja.
Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
traten Jakobus und Johannes,
die Söhne des Zebedäus,
zu Jesus
und sagten:
Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.
Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm:
Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts
und den andern links neben dir sitzen!
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet.
Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke,
oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
Sie antworteten: Wir können es.
Da sagte Jesus zu ihnen:
Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke,
und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.
Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken
habe nicht ich zu vergeben;
dort werden die sitzen, für die es bestimmt ist.
Als die zehn anderen Jünger das hörten,
wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich
und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten,
ihre Völker unterdrücken
und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.
Bei euch aber soll es nicht so sein,
sondern wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will,
soll der Sklave aller sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
um sich dienen zu lassen,
sondern um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wenn Jesus zu seinen Jüngern sagt: "Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (V.45), dann greift er auf das biblische Verständnis des Lösegelds und auf Jes 43,3f. zurück.
Heißt es dort, daß Ägypten, Kusch und Seba von Gott als Lösegeld für Israel hingegeben würden, so spricht Jesus hier davon, daß er gekommen sei, sein eigenes Leben hinzugeben. Entgegen der allgemeinen Erwartung der jüdischen Tradition von der Ankunft eines mächtigen Menschensohnes, der über die anderen erhoben ist, kommt der Menschensohn nach Jesus "...nicht um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen...".
Nachfolge Jesu bedeutet hier nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern so zu leben, daß andere Menschen aufleben können. Ein Streit um Sitzplätze, wenn auch um himmlische, ist aus dieser jesuanischen Perspektive des Menschensohnes unsinnig.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
rief Jesus sie zu sich
und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten,
ihre Völker unterdrücken
und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.
Bei euch aber soll es nicht so sein,
sondern wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will,
soll der Sklave aller sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
um sich dienen zu lassen,
sondern um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Auf dem Weg nach Jerusalem bereiten sich Jesus und die Jünger auf den großen "Showdown" vor. Die Jünger rangeln um die Ministerposten rechts und links vom Messias, Jesus folgt seinem Weg als Knecht Gottes. Zum dritten Mal versucht Jesus den Jüngern zu erklären, worum es ihm geht und was ihnen bevorsteht.
Vor vier Wochen – gar nicht so lange her – haben wir, auch aus dem Evangelium von Markus, eine kleine Szene mitbekommen:
„Sie – die Jünger - kamen nach Kafárnaum.
Als er dann im Haus war,
fragte er sie:
Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen?
Sie schwiegen,
denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen,
wer der Größte sei.
Da setzte er sich,
rief die Zwölf
und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will,
soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“
Heute, einen Monat später, schon wieder.
„Wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will,
soll der Sklave aller sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
um sich dienen zu lassen,
sondern um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“
Was hier vorgeht? Schon wieder ein Rangstreit unter den Jüngern Jesu. Diesmal sogar mit Namen: Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus. Sie äußern unverhohlen, auch nicht hinter Floskeln versteckt, den Wunsch, im Reich Gottes – hier Gottes Herrlichkeit genannt – zur Rechten und Linken von Jesus zu sitzen. Wir möchten das so, heißt es lakonisch von den beiden. Eine Bitte ist das eigentlich nicht. Eher eine Erwartung. Womöglich eine Forderung. Die Vorstellung ist wirklich attraktiv, grandios, himmlisch. Ein Dreigestirn. Jesus, Jakobus und Johannes. Ob mit oder ohne Thron, ob mit oder ohne Krone – weiter könnte ein Jünger nicht kommen. Oder? Das ist doch DIE Belohnung! Für was?
Dass sich die anderen Jünger aufregen, als sie das mitbekommen, erstaunt nicht. Sie sollen abgehängt werden? Einfach so? Am liebsten auch noch unbemerkt? Nur: der Weg Jesu führt nicht in himmlische Gefilde, sondern in das Leiden, nicht in die Herrlichkeit, sondern aus ihr heraus, nicht in ungeahnte Höhen, sondern in die Tiefe. In die Tiefe menschlicher Verlorenheit, Angst und Schuld. In den Tod gar. Was heißt da „rechts“ von Jesus, was „links“ von Jesus?
Über Gefühle redet Markus nicht! Jakobus und Johannes – enttäuscht? Die anderen zehn – enttäuscht? Alle – enttäuscht? Wir – auch enttäuscht? Worüber enttäuscht? Enttäuschung heißt doch nur, dass eine Täuschung enttarnt wurde. Ent-Täuschung! Warum nur gibt es dieses Missverständnis, Macht und Einfluss „ganz oben“ zu suchen oder festzumachen? Haben die Jünger überhaupt schon einmal Jesus zugehört? Richtig zugehört? Dass bis zum heutigen Tag Gott dafür herhalten muss, für menschliche Machtgelüste, Größenwahn und Allmachtsphantasien missbraucht zu werden, haben Jakobus und Johannes wohl nicht gewollt, auch nicht ahnen können. Viele Typen haben sich seitdem aber „rechts“ und „links“ von Jesus – oder von Gott – gesetzt. Selbst Kriege können jetzt aus der Nähe Gottes kommen, Hasstiraden auf ihn zurückgeführt und in seinem Namen Angst und Schrecken verbreitet werden. Nur: Gott hat seinen Platz längst geräumt. Er lässt sich nicht in die Mitte nehmen, nicht vereinnahmen, nicht vorschieben. Hätten doch Jakobus und Johannes nicht so schnell und leichtfertig, so beherzt und vollmundig gesagt: „Wir können es!“
Schade! Jakobus und Johannes müssten einmal in einer Talkshow zur besten Sendezeit Rede und Antwort stehen. Mit vielen Zuschauern. Über Jesus, über Gott, über die Menschen – und über sich, Jakobus und Johannes. Was hat euch bewegt, bei Jesus vorstellig zu werden, rechts und links von ihm zu sitzen? Warum so konspirativ und geheimnisvoll? Warum auf der Flucht vor der Welt? Wo doch so viele Dinge auf der Erde zu klären sind.
Und dann ist da doch noch das andere: Jesus – isoliert, unansehnlich, verachtet, von den Menschen gemieden:
„Er sah nicht so aus,
dass wir Gefallen fanden an ihm.
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt,
war er verachtet;
wir schätzten ihn nicht.
Aber er hat unsere Krankheit getragen
und unsere Schmerzen auf sich geladen.
Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen,
wegen unserer Sünden zermalmt.
…
Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft,
doch wen kümmerte sein Geschick?
Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten
und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen.“
Der letzte Satz verrät etwas: Gott redet hier. Gott redet von seinem Knecht. Der Prophet Jesaja hat daraus ein Lied geformt, ein Lied vom Knecht Gottes. Von Jesus ist zwar nicht direkt die Rede, aber die Gemeinsamkeit fällt auf. Diese Nähe wurde von Christinnen und Christen auch immer gesehen. Jesus - dahingerafft, Jesus - vom Land der Lebenden abgeschnitten – „doch wen kümmerte sein Geschick?“
„Rechts“ oder „links“ vom Knecht Gottes zu sitzen, heißt, mit ihm gefangen zu werden. Mit ihm verloren zu gehen. Mit ihm zu sterben. Mit ihm – aufzuerstehen. Mit ihm. Er ist nicht alleine. Wir sind nicht alleine. Andreas und Johannes: schaut euch das an!
Wissen Sie, dass es tatsächlich Sitzordnungen gibt? Im Internet habe ich eine interessante Analyse für Meetings aller Art gefunden:
- Opportunisten suchen den Platz zur Rechten des Chefs …
- Der Thronfolger sitzt zur Linken des Chefs…
- Der ärgste Kritiker sitzt dem Chef gegenüber…
(https://www.sekretaria.de/bueroorganisation/organisation/meetings/bedeutung-sitzordnung/)
Es ist schon etwas dabei, rechts oder links zu sitzen (oder platziert zu werden). Doch der Evangelist weiß da etwas anderes: Jesus nahe zu sein, heißt, wie ER Menschen zu lieben, für Menschen einzutreten, für Menschen Zukunft zu erkämpfen. Wir sind sein Gespann – könnten wir übersetzen. Sein verlängerter Arm. Sein Mund. Übrigens: So stellt Gott sein Reich vor. So stellt sich Gott sein Reich vor. Eine Sitzordnung? Die ist längst durcheinander geraten.
Bei Lichte betrachtet: auch Dienen kann missbraucht werden und zu einer fatalen Machtausübung entarten. Dienen kann andere Menschen klein machen und klein halten. Dienen kann einen Menschen aber auch selbst überfordern und ausnutzen. Dienen kann zwanghaft werden und Schatten bilden. Nicht einmal das Wort „dienen“ ist davor gefeit, schuldig zu werden. Jakobus und Johannes – überlegt das noch einmal!
„In jener Zeit
traten Jakobus und Johannes,
die Söhne des Zebedäus,
zu Jesus
und sagten:
Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.
Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm:
Lass uns in deiner Liebe
reden und handeln wie du,
rechts und links von dir,
deine Boten sein.“
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus, unserem Herrn.
Menschliche Gemeinschaften brauchen Autorität und Machtausübung. Dennoch soll es "bei euch" aber anders sein. Wer an der Autorität Jesu teilhaben will, muss Macht im Modus des Dienens und der persönlichen Hingabe ausüben.
Das Buch Jesaja, eines der längsten und wichtigsten Bücher des Alten Testaments, mit Botschaften aus mehreren Jahrhunderten, ist schon eine Art Evangelium, ohne dieses Buch auch so zu benennen. Jesus selber zitiert daraus bei seiner Antrittsrede in seinem Heimatort Nazaret. „Der Geist des Herrn ruht auf mir, […] damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe, […] damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“ (Jes 61,1f). Und dann sagt er weiter: „Heute hat sich das Schriftwort… erfüllt.“ (Lk 4,21).
Jesaja heißt übersetzt: Der Herr rettet. Damit ist das Programm vorgegeben. Für die Gestalt des »Gottesknechtes« gibt es verschiedene Deutungen. Es könnte das Volk Israel im Exil sein oder sich auch um einen einzelnen König oder Propheten handeln. „Mein Knecht, der Gerechte, macht die Vielen gerecht. Er lädt die Schuld auf sich.“ (Jes 53,11).
Die Heilsgeschichte rückt durch Jesus Christus zurecht, was hier verrückt scheint. Das gilt auch für heute. Wir leben in sehr verworrenen Zeiten, wo viel an Gutem und mühsam Aufgebautem zerschlagen wird, wo in vielen Ländern der Erde Freiheit und Menschenwürde durch Machtgehabe aller Art unterdrückt oder in Frage gestellt wird.
Gott bietet ein anderes Programm an: dienen, sich bücken, dem Zerschlagenen und Entrechteten eine Stimme geben. Bestes Beispiel dafür ist die Fußwaschung, wo Jesus sich auf Augenhöhe mit den Menschen befindet und nicht Reichen oder sehr gut Etablierten zuzwinkert nach dem Motto: »divide et impera« ("teile und herrsche"). Das hat die Kirche immer wieder getan und neben vielen beachtenswerten Leistungen das Evangelium, die Frohe Botschaft, oft genug verraten.
Die zweite Lesung führt uns Jesus als den eigentlichen Hohenpriester vor Augen, der das ganze Menschsein wie wir durchlebt hat, alle Höhen und Tiefen bis zum bitteren Tod. „Der Geist des Herrn ruht auf mir“, verkündet Jesus bei seiner Antrittsrede. Jesus lebt vor, wie göttlicher und menschlicher Geist in Einklang zu bringen sind.
Da führt uns das Evangelium aber noch andere Dinge vor Augen. Ausgerechnet seine Jünger, Jakobus und Johannes, die neben Petrus zu Jesus ein besonderes Nahverhältnis haben, wollen herausgehoben sein als die Größten. Das ist zutiefst menschlich. Es geht ja in der Gesellschaft auch heutzutage immer um erste Plätze, zumindest weit vorne will man sein, etwa bei Wahlen, im Sport, im Beruf, in der Schule, in der Ausbildung. Dagegen ist nichts einzuwenden, die Frage ist nur, auf welche Weise man seine Ziele erreicht: durch Intrigen, Ellbogentechnik, Täuschungen, Verleumdungen, um Macht über andere auszuüben, um an Privilegien heranzukommen, und viel Blendwerk.
Den Jüngern soll aber damit nichts unterstellt werden. Jesus beantwortet ihre Frage nach Macht und Ansehen, um die Kernfrage gemeinschaftlichen Lebens mit: „Bei euch i s t es nicht so“ - das wäre die genauere Übersetzung zu Mk 10,43. In der derzeit gültigen Übersetzung klingt dieser Satz eher abgeschwächt. Man könnte herauslesen: "bemüht euch, wenn etwas danebengeht, macht auch nichts, jeder begeht Fehler, ist alles nicht so schlimm…" „Bei euch i s t es nicht so“, ist eine energische Forderung, ohne „Wenn und Aber“. Ob sich die Jünger der Leidensankündigung („den Kelch trinken, den ich trinke“, Mt 10,39) bewusst seien, dass auch sie von Kreuz und Leiden nicht verschont bleiben, ist fraglich. Offenbar sind sie sich sehr sicher, dass sie das können.
Immer an maßgeblicher Stelle zu stehen, ist im Reich Gottes nicht gefragt. Sicherlich braucht die Welt Ordnung, im Staat, in den einzelnen Institutionen, in Schule, im Gewerbe, auch in der Kirche. Wie wir aber erleben, ist menschliche Ordnung sehr zerbrechlich, obwohl es in vielen Bereichen eine steile, strenge Hierarchie gibt, bei der fast alle Entscheidungen im kleinen Kreis in der Chefetage abgesprochen werden. Heute wehrt man sich dagegen immer mehr, spricht von einer „flachen Hierarchie“, die mehr Flexibilität, mehr Gehör auf die Wünsche der Mitarbeiter*innen legt.
Jesus will Umkehr, um das Reich Gottes schon jetzt sichtbar zu machen, weil jeder Mensch schon vor seiner Leistung geliebt wird, weil sein sozialer Status für die Liebe, für Angenommen sein, außer Kraft gesetzt wird. Kehrt also um, denn bei euch i s t es nicht so!
Das Dienen ist uns Christen gleichsam in unser Wesen eingeschrieben. Es gehört zu den Grundvollzügen der Kirche und hat sein großes Vorbild im Dienst und in der Hingabe des Gottesknechtes sowie im Dienst des Hohepriesters Jesus Christus. Jede und jeder von uns ist berufen, am Heilsdienst Gottes an der Welt teilzunehmen.
Liturgie, Gemeinschaft, Zeugnis und Diakonie, das sind die vier Grundvollzüge der christlichen Kirchen. Sie sind die Fundamente unseres Glaubens und sollen das Zusammenleben von uns Christen anreichern. Man kann sie als geltendes Recht verstehen oder auch als Auftrag. Letzteres ist für mich die wichtigere Deutungsweise, denn wer versucht diesen vier Aspekten nachzukommen, der stellt fest, dass der Glaube eine ungeahnte Kraft annehmen kann, die alles Weltliche übersteigt.
Wir haben heute schon zwei dieser Grundvollzüge erfüllt, indem wir uns hier in Gemeinschaft zum Gottesdienst versammelt haben, so wie es viele Christen weltweit tun. Unser dritter Auftrag ist für Gottes Botschaft Zeugnis abzulegen. - Aber wie? Am besten mit dem vierten Vollzug: Dem Dienst am Nächsten, der Diakonie.
Was aber verbinden wir mit dem Wort »dienen«? Heutzutage wird mit diesem Wort viel Negatives verbunden, obwohl dies nicht immer so war. Über viele Jahrhunderte hinweg war es oftmals eine Ehre, einer Frau oder einem Herrn dienen zu dürfen. Da diente ein Ritter seiner ausgewählten Dame, eine Magd ihrer Fürstin oder eine Mönch seinem Abt. Und viele machten es meist mit dem angenehmen Bewusstsein, dass sie etwas Gutes und gleichzeitig Sinnvolles taten, wenn sie einer höher gestellten Person treu und hilfreich beistanden. Im Zeitalter der zunehmenden Industrialisierung und der Französischen Revolution wollte man dann nicht mehr Diener sein, sondern ein freier mündiger Bürger mit vollen Rechten. Das war auch gut so, denn die Menschen brauchen eigene Rechte zur Wahrung ihrer eigenen Würde. Gegenwärtig hat dieses kleine Wort einen weiteren Bedeutungswandel erfahren. Dienen wird zum Teil geringgeschätzt, bzw. als Dienstleistung angeboten und gefordert.
Um Herrschen und Dienen geht es auch im Evangelienabschnitt dieses Sonntags. Jesus setzt aber unerwartet andere Akzente, wenn er von seinen Jüngern fordert: „Bei euch aber soll es nicht so sein.“ Wir sollen uns nicht an denen orientieren, die Macht ausüben oder gar ihre Macht über Menschen missbrauchen, sondern an denen, die sich klein machen und zu Dienern und Dienerinnen für ihre Mitmenschen und für die Gesellschaft werden.
Wir erleben das an den zahlreichen Hilfsorganisationen wie der Caritas, Brot für die Welt, Unicef oder Save the children. Sie alle und noch viele andere leisten einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft, indem sie selbst zu Dienenden für kranke, arme und notleidende Menschen werden. Auch Jesus Christus lebt es uns in den Evangelien in zahlreichen Gelegenheiten vor, wie ehrliches und aufrichtiges Dienen Früchte tragen kann für andere und für sich selbst. Tun wir es ihm also gleich!
In der Lesung aus dem Buch Jesaja hörten wir vom Gottesknecht, der ohnmächtig unter Krankheit leidet und ganz seiner Not ausgeliefert ist. Dieser Gottesknecht lädt die ganze Schuld der Menschen auf sich und leidet für die Vielen. Die Christen erkannten darin eine Vorausdeutung auf Jesus. Dieser Text hat aber auch noch weitere eigenständige Bedeutungen. Wir können uns Menschen damals wie auch heute vor Augen führen, die vieles erdulden und ertragen müssen, deren Leben von schwerem Leid oder Krankheit gezeichnet ist und die keinen Ausweg aus ihrer Situation sehen. Der Prophet erkennt ihr Leid nicht als sinnlos: "Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht."
Die zweite Lesung aus dem Hebräerbrief erweitert das Bild des dienenden. Gott hält sich nicht aus den Nöten und Sorgen der Menschen heraus, sein Sohn Jesus Christus erweist sich als erhabener Hohepriester und Retter der Welt, der mitfühlen kann mit unseren Schwächen, Problemen und Nöten. Der Lesungsabschnitt aus dem Hebräerbrief schließt mit der Aufforderung voll Hoffnung und Zuversicht zum Thron der Gnaden hinzutreten, damit wir Erbarmen und Gnade bei Gott erlangen.
Dies erreichen wir nicht durch tatenloses Warten, sondern indem wir uns selbst in den Dienst all jener stellen, die unsere Hilfe benötigen. So können wir als Dienende unserer Sendung als Christinnen und Christen nachkommen und im Geiste Jesu groß sein. Denn „wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“
Kann eine Organisation wie die Kirche sich aus sozialpsychologischen Abläufen der Machtausübung heraushalten und ohne Machtspiele auskommen? "Bei euch aber soll es nicht so sein", sagt Jesus. Hete beginnt die Kirche weltweit den »synodalen Weg«. Als Kirche sind wir gemeinsam unterwegs und gefordert, die Vorgabe Jesu immer neu einzuholen.
„Bei euch aber soll es nicht so sein.“ Fast könnten wir Jesus naiv nennen, und doch gilt es – auch und besonders für uns heute – gerade dieser Aussage Jesu Gewicht zu verleihen. Das Programm Jesu ist radikal. Vieles von dem, was in seiner Gesellschaft bis dahin üblich war, stellt er in Frage oder verkehrt es ins Gegenteil. In der Nachfolge Jesu zu leben, bedeutet für mich heute, dass ich nicht in der ersten Reihe stehen muss. Vielmehr bin ich dazu berufen, meinen Mitmenschen zu dienen.
Diese Berufung sieht für jede/n von uns, der/die getauft ist, anders aus. Nicht immer ist es leicht, die eigene Berufung zu erkennen und zu wissen, wo genau Gott mich haben möchte und wo ich dabei mithelfen soll, dass sein Reich der Gerechtigkeit und Liebe jetzt schon wächst. Die Fülle der Berufungen ist es, was unsere Kirche heute ausmacht. Unterschiedlichste Lebensentwürfe führen dazu, dass ein christliches Leben heute viel buntere Facetten aufweisen kann, als es früher der Fall war.
Was uns alle eint, die wir an Jesus Christus und ihm folgen, ist, dass wir gemeinsam auf dem Weg sind. Heute beginnt in allen Diözesen weltweit die Vorbereitung auf die Bischofssynode 2023. Im Vorbereitungsdokument heißt es dazu:
„Was der Herr von uns verlangt, ist in gewisser Weise schon im Wort ,Synode‘ enthalten“[8], das „in der Tradition der Kirche ein altes und verehrungswürdiges Wort ist, dessen Bedeutung die tiefsten Inhalte der Offenbarung in Erinnerung ruft“[9]. Es ist „der Herr Jesus, der sich selbst als der Weg und die Wahrheit und das Leben‘ (Joh 14,6) offenbart. Und die Christen in seiner Nachfolge werden ursprünglich ,die Anhänger des Weges Jesu‘ (vgl. Apg 9,2; 19,9.23; 22.4; 24, 14.22) genannt“ [10]. In dieser Perspektive ist die Synodalität weit mehr, als die Feier kirchlicher Treffen und die Versammlungen von Bischöfen oder eine Frage der einfachen internen Verwaltung der Kirche; sie ist „der spezifische modus vivendi et operandi der Kirche als Gottesvolk, das seine Existenz als Gemeinschaft und Weggemeinschaft manifestiert und konkretisiert, indem es in der Versammlung zusammenkommt und indem alle seine Mitglieder aktiv an seinem Auftrag der Evangelisierung teilnehmen“[11]. Hier verbinden sich daher jene Elemente, die das Thema der Synode als tragende Achsen einer synodalen Kirche vorschlägt: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung. (Vorbereitungsdokument Bischofssynode 10)
Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung sind also die Pfeiler einer Kirche, die synodal denkt und handelt. Nun mag es die Enttäuschten unter uns geben, die nicht mehr so recht daran glauben können, dass sich diesmal etwas ändern wird. (Auch nach der Amazonien-Synode war die Enttäuschung bei vielen Menschen groß.) Dann gibt es die Realist:innen unter uns, die aufgrund des Kirchenrechts und vorherrschender Fakten schon wissen, was nicht möglich sein wird. Und dann gibt es unter uns diejenigen, die noch Träume und Visionen haben, die an ihrer Kirche hängen und ihr aber auch die nötige Veränderung wünschen. Zu den Letztgenannten zähle ich mich, im Vertrauen darauf, dass der Heilige Geist einen Weg findet.
Unabhängig von Entscheidungen und Veränderungen bin ich überzeugt davon, dass in erster Linie die synodale Haltung, das gemeinsame Unterwegssein schon eine Errungenschaft bedeutet. Dazu müssen wir nicht unmittelbar rechts und links von Jesus sitzen. Jede/r kann an seinem und ihren je eigenen Platz dazu beitragen, dass Kirche das wird, was ihr Zweck ist: Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen zu sein. Wenn es mir gelingt, meinen Mitmenschen so zu begegnen, habe ich den Auftrag Jesu schon erfüllt. Er gibt mir täglich neu die Gelegenheit dazu, bleibt mit mir auf dem Weg und ermahnt mich immer wieder: „Bei auch aber soll es nicht so sein.“
Herrschen und Dienen, Oben oder Unten scheinen in die Logik unserer Welt wie eine DNA unserer Wirtschaft und Gesellschaft eingeschrieben zu sein. Jesus hat dazu eine andere Vision. Er will die Logik der Herrschaft durch die Logik der Liebe ersetzen.
Manche Jesus-Worte haben wir schon so oft gehört, dass wir die Sprengkraft, die in ihnen liegt, gar nicht mehr wirklich erkennen. So ergeht es uns vermutlich auch beim heutigen Evangelium. Wir kennen das Wort: „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“ Und weil wir es so gut kennen, gehen wir gerne zur Tagesordnung über.
Doch schauen wir da etwas genauer hin: Jesus lebte wie wir in einer Gesellschaft, die geprägt war von Herrschaft und Reichtum. Zur Zeit Jesu war es so, dass zwei Prozent der Bevölkerung die Hälfte des Reichtums kontrollierten. Heute besitzen - global gesehen - die reichsten 26 Personen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, also 3,7 Milliarden Menschen. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt heutzutage 44 Prozent des Vermögens. Damals wie heute bestimmen die reichen Menschen die Geschicke der Welt. Wer in unserer Welt groß sein will, der muss viel haben. Das war die Logik der Mächtigen zur Zeit Jesu; und es ist die Logik unserer modernen Welt.
In diese erdrückende, himmelschreiende Ungerechtigkeit seiner Zeit hinein erzählt Jesus seine große Vision vom „Reich Gottes“, die Jesus im Markus-Evangelium entfaltet. Darin ist überhaupt kein Platz für Herrschaft. Der Logik der Herrschenden stellt Jesus eine Logik der Liebe entgegen. Wer in Jesu Logik wirklich groß sein will, der kann gar nicht anders, als Diener zu sein.
Das Faszinierende an der jesuanischen Logik ist, dass sie kein technisch-ökonomisches Programm ist: Jesus erstellt kein politisches Programm für mehr Gleichheit und Schöpfungsverantwortung. Er geht viel tiefer, er ist viel radikaler. Seine Logik ist die Logik der Liebe. Darin hat Herrschaft ganz selbstverständlich keinen Platz.
Am Beginn des Markus-Evangeliums, aus dem wir die Worte des heutigen Evangeliums gehört haben, steht die zentrale Erfahrung Jesu, dass er sich von Gott als dessen geliebter Sohn fühlt. Jesus weiß sich in seinem ganzen Wesen geliebt. Für den Evangelisten Markus ist das die Grunderfahrung Jesus. Weil er sich völlig von Gott geliebt weiß, wendet er sich den Nächsten und der Welt in voller Liebe zu. Und will in dieser Haltung die Welt von Grund auf verändern.
In der Logik der Liebe haben Reichtum und Herrschaft einfach keinen Platz. Jesus sagt: Dort, wo Reichtum und Herrschaft der Logik der Liebe im Weg stehen, da sollen sie beseitigt werden. Nicht zufällig wiederholt Jesus an anderen Stellen die zentralen Sozialbotschaften der Thora, also seiner Vorfahren, die da zum Beispiel sind: Zinsverbot, Schuldenstreichung, Jobeljahr. Nicht zufällig vertreibt er die Geldwechsler aus dem Tempel, usw.
Wie schwer sich die Menschen allerdings mit der Vorstellung der radikalen Liebe tun, sehen wir im heutigen Evangelium. Es zeigt sich exemplarisch an den beiden Jüngern Jakobus und Johannes. Diese beiden waren ja mit Jesus schon einige Zeit unterwegs. Sie haben wohl schon oft von der jesuanischen Vision vom Reich Gottes gehört. Sie waren von Jesus und seiner Botschaft offenbar so angetan, dass sie Haus und Hof verlassen haben und sich der Jüngergemeinde Jesu angeschlossen haben.
Und dennoch: Mit ihrem Wunsch, einen exklusiven Platz in der Herrlichkeit haben zu wollen, zeigen sie, dass sie noch immer nicht verstanden haben, worum es Jesus in seiner Radikalität geht. Doch vielleicht will der Evangelist Markus gerade mit dieser Geschichte zeigen, dass es nicht einfach ist, der Radikalität Jesu zu folgen.
Der Evangelist Markus zeigt in dieser Geschichte ja sehr anschaulich, was passiert, wenn Menschen der Logik der Konkurrenz und der Herrschaft folgen. Die anderen Jünger reagieren ärgerlich. Warum sollen die zwei die besseren Plätze bekommen? Das scheint eine normale Reaktion zu sein: Wenn Menschen egoistisch auf ihren eigenen Vorteil schauen, dann erzeugt das Ärger und Unmut. Es trennt Menschen voneinander. Es ist das Gegenteil der Logik der Liebe.
Der Evangelist Markus will mit dieser Geschichte offenbar auch sagen: Dieses Denken in Konkurrenz und Herrschaft ist sehr tief in uns verankert. Über Generationen wurde diese Logik der Herrschaft weitergegeben. Das zeigt sich auch an Jakobus und Johannes.
Wie Jakobus und Johannes kennen wir alle die Logik von Herrschaft und Konkurrenz, denn sie ist selbstverständlicher Teil auch unserer Gesellschaft. Sie ist fast so etwas wie die DNA unserer kapitalistischen Wirtschaft und Gesellschaft. Erfolgreich ist man auch in unserer Gesellschaft vor allem dann, wenn man sich gegen andere durchsetzt, die besseren Plätze für sich beansprucht oder einfach nur reich ist.
Doch das Evangelium sagt: Wer in dieser Logik verhaftet bleibt, hat nichts von der faszinierenden Vision vom Reich Gottes verstanden.
Häufig wird die Botschaft Jesu entschärft, indem man sagt, dass Jesus eine Endzeit-Erwartung gehabt hätte. Er hätte geglaubt, dass das Ende der Welt nahe sei und sich erst nach einem Machteingriff Gottes seine Vision vom Reich Gottes verwirklichen lässt. - Doch das ist überhaupt nicht der Fall.
Ja, Jesus hat fest damit gerechnet, dass diese Welt von Herrschaft und Konkurrenz zu einem Ende kommen kann. Das kann schon im „Hier und Jetzt“ Wirklichkeit werden. Wenn Menschen beginnen, von der Liebe Gottes ergriffen zu werden, sich selbst lieben und diesen Geist der Liebe ausstrahlen, dann hat Herrschaft keinen Platz mehr, dann hat Konkurrenz keinen Platz mehr. Dann beginnt das Reich Gottes schon im „Hier und Jetzt“ Wirklichkeit zu werden. Dann erleben Herrschaft und Konkurrenz schon ihre Endzeit.
Jesus hat sein ganzes Leben auf die Kraft der Liebe gesetzt und darauf vertraut. Freilich hat er gewusst bzw. geahnt, dass das den Mächtigen nicht gefallen wird. Er hat geahnt, dass das ihm und seinen Freund:innen auch das Leben kosten wird. Doch er hat sich aufgehoben gewusst von einer Liebe Gottes, die über den Tod hinausgeht. Und weil diese Botschaft der Liebe die Sehnsucht von Menschen auch noch 2000 Jahre später berührt, wird sie offenbar noch immer weitererzählt.
Freilich könnten wir auch sagen: Die Logik von Herrschaft und Konkurrenz scheint sich in unserer Welt festgesetzt zu haben. Sie scheint gewonnen zu haben. Es scheint jedoch so zu sein, dass wir heutzutage an einem besonderen Punkt in der Menschheitsgeschichte angekommen sind. Der Benediktinermönch David Steindl-Rast meint: „Wir haben seit 5000 Jahren eine Kultur, die sich als Machtpyramide verwirklicht. Wir haben noch nie eine Kultur gekannt, die nicht eine Machtpyramide war. Diese ist im Augenblick am Zusammenbrechen. Das ist gerade der Umbruch, der läuft. Man braucht nur die zu fragen, die ganz oben auf der Pyramide stehen: Top-Manager, Top-Entrepreneurs, Top-Politiker. Ich habe in meinem Leben das Glück gehabt, vielen Menschen zu begegnen, die hoch oben stehen auf den verschiedenen Leitern. Und die sagen alle: „So geht es nicht weiter!“. Ich habe keine Ausnahme gefunden. Diese Pyramide ist nun im Zusammenbrechen. Denn die einzige Alternative ist nicht eine neue Pyramide - das sehen jedoch nicht alle -, sondern ein Netzwerk.“
Steindl-Rast meint also, dass es unserer Gesellschaft - des Überlebens willens - gelingen muss, diese Machtpyramide durch ein Netzwerk zu ersetzen. Es scheint also so zu sein, dass es die historische Aufgabe unserer Generation ist, die Logik der Herrschaft durch die Logik der Liebe zu ersetzen. Da ist dann schon einiges von uns gefordert: keine Ungleichheit, kein Kapitalismus, kein Überfluss, keine Naturzerstörung.
Wir können schon heute im Kleinen damit beginnen und wir können schon heute damit beginnen, eine ganz andere Welt zu denken.
© Mag. Markus Pühringer, Volkswirt, Referent für Citypastoral in der Diözese Linz.
Markus Pühringer ist Volkswirt, Referent für Citypastoral und Autor der Bücher:
„Vom Zauber der Verwandlung. Grimms Märchen systemkritisch interpretiert“, Wien 2021.
„HERRSCHAFTSFREI LEBEN! Wie wir Menschen durch Herrschaft, Kapitalismus und Patriarchat aus paradiesischen Zuständen vertrieben wurden... und wie wir wieder dahin zurückkehren können“, Wien 2018.
„Im Bann des Geldes. Eine Anleitung zur Überwindung des Kapitalismus“, Wien 2013.
Machtspiele und -rituale laufen in jeder Gruppe ab, nicht nur in der Politik und in die Kirche. Macht zu haben kann Geschenk oder Last sein. Die Machtausübung im Reich Gottes zeigt sich im Dienen. Auch hier haben Dienen-müssen und Dienen-wollen ein ganz unterschiedliche Qualität.
Das Leben von Menschen wird oft durchkreuzt. Am auffälligsten wohl bei denen, die in der Öffentlichkeit stehen. Aber das passiert ja auch im Alltagsleben, wo jemand zum Sündenbock gemacht wird und wir das auch gegenüber anderen genauso tun. Das beginnt mit niederschmetternder, ungerechter Kritik, geht weiter mit Fake news, Stalking, zeigt sich auch in Intrigen. So weit die 1. Lesung.
Mit Hilfe der 2. Lesung könnten wir überlegen, inwieweit wir in der Taufe und durch die Taufe auf dem Weg zu priesterlichen Menschen sind. Das heißt: Beziehung zu Gott lebenslang aufrecht erhalten.
Das Evangelium wird noch konkreter. Eine Bitte der Jünger, die leicht zu erfüllen ist: „Lass in deinem Reich einem von uns rechts und den anderen links neben dir sitzen.“ Jesus würde darauf in heutiger Sprache sagen: Ihr seid ahnungslos. Eure Bitte dreht sich um Machtspiele, wie wir sie immer wieder erleben. - Die beiden Jünger benehmen sich wie gefinkelte Karrieristen, wie wir sie in Staat und Kirche finden mit dem Hintergedanken oft im Blickfeld der Öffentlichkeit zu stehen, selbst gut zu repräsentieren, sich mit Prominenz zu umgeben, Freiraum für sich zu schaffen, eigene Ziele ohne Rücksicht auf Verluste zu erreichen. Da zeigt sich die menschliche Hackordnung sehr deutlich.
Nachzudenken wäre darüber, inwieweit Macht Geschenk oder Last ist. Beides finden wir in unserem irdischen Dasein vor. „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke?“ Das ist zunächst Last, weil davor das Leid steht. Sehr oft bemerken wir auch die Last für die anderen, die auch in der Heiligen Schrift erwähnt wird: „Sie (die Pharisäer) schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, diese Lasten zu tragen.“ Das geschieht auch heute. Menschen werden Leistungen abverlangt, die sie kaum noch erbringen können, weil sie erschöpft, müde, von Sorgen gequält sind, oft schlecht entlohnt werden, aber mit Arbeit überschüttet. In der Kirche: Welches Kirchenbild vermitteln wir den Menschen, ein streng hierarchisches, das sehr leicht zu grobem Machtmissbrauch verleitet, oder das Bild der communio, der Gemeinschaft?
Jesus fragt weiter: „Könnt ihr die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?“ Die Jünger bestätigten, dass sie es könnten. Ob sie sich aber dieser Forderungen bewusst waren? Denn mit der Taufe sind auch sie und wir alle hineingenommen in Leid, Tod und Auferstehung. Dann folgt noch der Satz: „Bei euch i s t es nicht so!“ Das heißt: Das Reich Gottes ist kein gewöhnlicher, begrenzter, irdischer Staat, in dem Herrschaftsstrukturen vorläufig sind. Die Macht im Reich Gottes zeigt sich im Dienen. In unserem Sprachgebrauch kennen wir das Wort „Minister“. Er /Sie ist Diener(in) des Staates, somit des Volkes. Vielleicht denken manche der Staatsdiener so: Ich diene sehr gerne, aber nur in höheren Etagen. Im kirchlichen Bereich kennen wir den/die Ministrant(in), Altardienerin.
„Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch.“ (Irenäus von Lyon um 135-200). Gott ist Bündnispartner des Menschen, der nicht seine Marionette ist, sondern seine Begabungen und Talente zur Entfaltung bringen soll für sich selbst und die Gemeinschaft. Dann ist Macht ein Geschenk und keine Last mehr. Sind wir uns bewusst: Jeder/jede übt Macht auf irgendeine Weise aus. „Dienen müssen ist Schicksal, dienen wollen ist christlich.“ (Jürgen Kuhlmann 1959-2016, Psychotherapeut). Durch diese sonntäglichen Texte bekommen wir wieder eine Anregung, wie wir den Umgang miteinander gestalten sollten, um schon hier in dieser Welt ein angenehmes Leben zu haben.
Eine Kirche ohne Macht“ lebt aus dem Evangelium und steht in der Nachfolge Jesu: denn „... wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein." Die Kirche heute muss sich erneuern und sich von den Versuchungen der Macht lösen, ja befreien. Ihrem Dienst am Menschen soll nichts im Weg stehen, schon gar nicht ihre eigene Machtausübung.
Wir stehen im Monat der Weltmission (Deutschland), bzw. wir feiern den Sonntag der Weltkirche (Österreich). Das Evangelium ist in Bewegung und bewegt Menschen. Es ist Gottes Mission.
Jesus hat andere Vorstellungen vom Reich Gottes als seine Jünger. Er will mit seinem Dasein für die Menschen ihnen dienen. Dieses Selbstverständnis ist für die Kirche und jede Gemeinde maßgeblich, auch wenn Kirche mittlerweile eine große Organisation geworden ist. Den Menschen dienen, ist auch Grundintention jeder Mission.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 143: Mein ganzes Herz erhebt dich
GL 210: Das Weizenkorn muss sterben
GL 381: Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus (4 . Str.)
GL 395: Den Herren will ich loben (2. Str.)
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 479: Eine große Stadt ersteht, die vom Himmel niedergeht
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit
GL 483: Halleluja... Ihr seid das Volk, das der Herr sich ausersehn
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 489: Laßt uns loben, freudig loben
Psalmen und Kehrverse:
GL 33: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde. - Mit Psalm 8 - VII.
GL 46: Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. - Mit Psalm 67 oder Psalm 33 (Lektionar)
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade
Mit Psalm 100 - V.
GL 60: Der Herr hat uns befreit; auf ewig besteht sein Bund - Mit Psalm 111 - VI.
GL 77: Der Herr ist erhaben, doch er schaut auf die Niedrigen: Ja, seine Rechte hilft mir. - Mit Psalm 146 - VII.
GL 651,5-6: Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 34 - V.
GL 651,7-8: Selig, die bei dir wohnen, Herr, die dich loben alle Zeit
Mit den Seligpreisungen - V,
GL 653,3-4: Selig, die bei dir wohnen, Herr, die dich loben alle Zeit
Mit Psalm 84 - V
Unter den vielen Wörtern, die in unserer Sprache Karriere gemacht haben, sticht das Wort „dienen“ besonders hervor. „Haben Sie gedient“? heißt: waren Sie bei der Bundeswehr
„Wir dienen Österreich“! heißt: wir wollen den Kanzler stellen. In Vergessenheit geraten sind „Dienstbote“ und „Dienstmagd“. - Aber nicht die Menschen, die tagaus tagein einen Dienst verrichten. Meistens in untergeordneter Position.
Heute feiern wir in unserem Gottesdienst die Urbedeutung von „dienen“: Jesus hat sein Leben für uns, für alle Menschen eingesetzt. Seine Größe hat er in Niedrigkeit verwandelt, seine Gottheit in Menschlichkeit, seine Herrlichkeit in Liebe.
Ihn rufen wir an.
Wir haben uns zur sonntäglichen Eucharistie versammelt und tun dies in Einheit mit vielen Gemeinden weltweit. Unser Wort Eucharistie ist abgeleitet vom griechischen εὐχαριστέω (eucharistéo) und kann mit Danksagung oder Lobpreis übersetzt werden.
Um den Tisch unseres Herrn Jesus Christus versammelt legen wir alles, was uns auf dem Herzen brennt, auf den Altar. Jede Bitte und jeden Dank nehmen wir hinein in den Gottesdienst und rufen zu ihm:
Miteinander auf dem Weg sein. So kann eine kurze Definition von Kirche lauten. Heute fragen viele Menschen nach dem richtigen Weg. Aufgrund der Fülle von Angeboten fällt es uns oft schwer, nicht den Überblick zu verlieren und manchmal sind wir auf einem Holzweg unterwegs. Vertrauen wir uns Gottes Führung und der Kraft des Heiligen Geistes an, damit wir den Weg Jesu erkennen und ihn gehen. Wir sind dabei nicht allein unterwegs.
Das heutige Evangelium erzählt davon, dass Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Jesus bitten, sie möchten in seinem Reich neben ihm sitzen, der eine rechts und der andere links von ihm. Und diese Bitte sprechen sie aus, nachdem Jesus von seinem Leiden gesprochen hat. Jesus weist sie zurecht, weil sie seinen Weg nicht verstehen, den Weg dienender Liebe. Bei ihnen soll es anders sein als im Machtgefüge dieser Welt. Wie es auch in der Kirche, bei uns, anders sein könnte, und wie wir unseren Glauben andern glaubwürdig vermitteln können, darüber möchte ich nachher mit Ihnen nachdenken.
Herr, uns zu besinnen auf unsere eigentliche Berufung und Sendung
steht uns besser an als das Streben nach Macht und Einfluss bei dir:
Herr, erbarme dich unser.
Christus, wenn wir als Kirche in der heutigen Zeit noch glaubwürdig sein sollen,
dann muss dein Evangelium immer wieder der erste Maßstab unseres Lebens und Handeln sein.
Christus, erbarme dich unser.
Herr, unser Leben muss sich an dir orientieren,
der du nicht gekommen bist, um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben für uns.
Herr, erbarme dich unser.
Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe,
jeder ging für sich seinen Weg.
Doch der HERR ließ auf ihn treffen
die Schuld von uns allen.
Herr, erbarme dich.
Wir haben ja nicht einen Hohepriester,
der nicht mitfühlen könnte mit unseren Schwächen,
sondern einen, der in allem wie wir versucht worden ist,
aber nicht gesündigt hat.
Christus, erbarme dich.
Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken
und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.
Bei euch aber soll es nicht so sein,
sondern wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein.
Herr, erbarme dich.
Das Wort des Herrn ist redlich, *
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *
erfüllt von der Huld des Herrn ist die Erde.
(Ps 33,4-5)
Ehre sei Gott in der Höhe!
Herr Jesus Christus,
du bist zu den Menschen gekommen, um zu dienen.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
du hast dein Leben anstelle vieler hingeben.
Christe eleison.
Herr Jesus Christus,
du willst, dass auch wir unserem Nächsten dienen.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
du rufst uns heute in deine Nachfolge.
Christe eleison.
Herr Jesus Christus,
du gehst mit uns auf all unseren Wegen.
Kyrie eleison.
Herr, Jesus Christus,
in unsere menschliche Gestalt
hast du dich gebären lassen,
du, der du Teil der himmlischen Herrlichkeit bist.
Herr, erbarme dich.
In allem warst du uns gleich,
um uns so in allem ganz nahe zu sein.
Christus, erbarme dich.
Allen, die bedürftig waren,
bist du mit Mitgefühl begegnet,
hast ihnen „Heil-werden“ zugesprochen und sie aufgerichtet.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du bist unser Herr und Gebieter.
Mach unseren Willen bereit,
deinen Weisungen zu folgen,
und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Gott.
Dein Sohn ist zu uns gekommen,
nicht um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen.
Gib, daß wir von ihm lernen,
wie wir leben sollen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Auswahl 8
Allmächtiger Gott,
zu deiner Ehre und zum Heil der Menschen
hast du Christus als ewigen Hohenpriester eingesetzt.
Er hat dir durch sein kostbares Blut
ein heiliges Volk erworben.
Gib, daß wir das Gedächtnis deines Sohnes
in Ehrfurcht feiern
und die Kraft seines Kreuzes
und seiner Auferstehung empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Votivmesse von Jesus Christus dem Hohenpriester
Allmächtiger, ewiger Gott,
deinem Willen gehorsam,
hat unser Erlöser Fleisch angenommen,
er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuz es gebeugt.
Hilf uns,
daß wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Palmsonntag
Schöpfer bist du, Gott,
Erlöser, Befreier.
Wir danken dir
für den neuen Ton,
den du in die Welt gebracht hast,
für die Farben,
die unsere Welt bunt machen,
für den Reichtum,
den kein Mensch für sich ausschöpfen kann.
Hilf uns,
für einander den richtigen Ton zu treffen,
miteinander Verschiedenheit zu teilen,
über einander Flügel auszubreiten.
Du, der du Mensch wurdest,
bewahre uns davor, Götter zu spielen
in Christus,
deinem Gesicht, deinem Wort
für uns alle
in der Kraft deines Geistes
für die Ewigkeit.
Gott unser Vater,
du hast dich deinem erwählten Volk stets zugewandt
und es auf dem rechten Weg geleitet.
Lass uns von dir lernen,
wie wir als deine Jünger auf einander hören und einander begegnen können,
damit wir dein Reich hier auf Erden weiterführen
und zu Zeugen deiner Liebe werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Vater im Himmel,
du hast uns deinen Sohne gesandt,
damit er uns ein Beispiel deines Liebesgebotes gab.
Das Gebot das heißt: dienet einander.
Wir bitten dich, öffne unsere Herzen,
damit wir die Bedürftigkeit
in dieser Welt sehen und so handeln,
dass wir alles, was uns anvertraut ist,
in dienender Liebe bewahren.
Das erbitten wir mit Christus, unserem Bruder und Herrn. – Amen,
Gott,
du Schöpfer und Geber unseres Lebens,
du willst nicht das Unrecht
und dir widerstrebt alles Streben nach Macht und Einfluss.
Führe uns hin zu deinem Gebot der Liebe und Hingabe an die Mitmenschen.
Stärke uns, dass wir einander dienen,
wie du uns zum Diener geworden bist.
Darum bitten wir durch Christus, unserm Herrn. Amen.
Jesus ruft uns zu sich. Er sagt: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
Darum beten wir heute:
Für die Menschen, die in Kriegen alles, was sie haben verlieren,
hunderttausendfach sogar das Leben.
Sie werden mit Propaganda abgespeist.
Sie werden für Ziele, die andere setzen, geopfert.
Lasst uns voll Zuversicht hintreten zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden.
Herr, erbarme dich.
Für die Menschen, die sich die Welt unterwerfen wollen,
die über Leichen gehen.
Sie suchen Rechtfertigungen in Abgründen.
Sie haben sich zu Handlangern des Todes gemacht.
Lasst uns voll Zuversicht hintreten zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden.
Herr, erbarme dich.
Für die Menschen, die sich nicht beirren lassen,
die Hass und Angst nicht auf den Leim gehen.
Sie treten für die Wahrheit ein.
Sie kämpfen um Menschenwürde und Menschenrecht.
Lasst uns voll Zuversicht hintreten zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden.
Herr, erbarme dich.
Für die Menschen, die gerade Regierungen bilden,
die Koalitionen ausloten.
Sie müssen die Machtfrage stellen.
Sie legen Werte auf die Wagschale.
Lasst uns voll Zuversicht hintreten zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden.
Herr, erbarme dich.
Für die Menschen, die in den Kirchen neue Modelle suchen,
die verkrustete und abgestorbene Strukturen aufbrechen.
Sie lesen das Evangelium neu.
Sie trauen dem Geist Gottes Wunder zu.
Lasst uns voll Zuversicht hintreten zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden.
Herr, erbarme dich.
Für die Menschen, die sich um Kinder, Pflegebedürftige und Altgewordene kümmern,
die Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten.
Sie werden oft nicht gebührend anerkannt.
Sie müssen sich mit Bürokratie und Vorurteilen auseinandersetzen.
Lasst uns voll Zuversicht hintreten zum Thron der Gnade,
damit wir Erbarmen und Gnade finden.
Herr, erbarme dich.
Jesus sagt uns:
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Ihm anempfehlen wir:
die Welt in Unordnung,
die Gedanken in Aufruhr,
die Medien in Zerreißproben,
die Kirche im Abstiegskampf,
die Hoffnung:
Sie führt uns zu ihm.
Christus, Anführer und Vollender der Liebe. – Amen.
Liebender Gott,
kein Mensch hat dich je gesehen, aber in Jesu Wort und Tat erkennen wir, dass du alle Tage bei uns bist.
In diesem Vertrauen bitten wir:
Wir bitten dich für unsere Kirche:
Lass sie durch die Weltsynode einen erneuerten Geist erfahren, der die Christen weltweit vereint.
(Gesungene Antwort: Gotteslob 182,2)
Wir bitten dich für die Kriegs- und Krisengebiete dieser Welt:
Lass sie in Frieden und Geborgenheit leben und lass alle Konflikte ein Ende haben.
Wir bitten dich für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft:
Lass sie sich für alle Menschen einsetzen unabhängig von Herkunft, Alter oder Religion.
Wir bitten dich für alle Ausgestoßenen, Leidenden und Kranken:
Lass sie Helfer finden, die sie aufrichten und ihnen neuen Mut zusprechen.
Wir bitten dich für alle Ehrenamtlich-Engagierten in den Hilfsorganisationen:
Lass sie deine Liebe und Anerkennung erfahren für ihren Dienst an der Gesellschaft.
Du, liebender Gott, lässt uns im Gebet nicht allein, sondern bist mitten unter uns.
Höre und erhöre die Bitten aller Menschen, so bitten wir mit Jesus, unserem Bruder und Herrn. – Amen.
Jesus Christus weiß wie kein anderer um die Nöte menschlichen Lebens. Ihm ist unser Menschsein nicht fremd.
Durch und mit ihm lasst uns den Vater bitten:
Für alle, die ihr Leben in den Dienst der Verkündigung deiner Botschaft gestellt haben und dazu beitragen, dass sich Menschen für dein Wort öffnen und in dir das Ziel und Heil ihres Lebens finden.
Für alle, die an verantwortlichen Stellen sozialer Gruppierungen die damit verbundene Macht ausüben, dass sie ihr Amt im Geist des Dienens tun und jeder Versuchung des Machtmissbrauchs widerstehen können.
Für alle, die weltweit in den verschiedenen Hilfsorganisationen ihr eignes Leben riskieren, um den Opfern von Krieg, Terror, ethnischer Verfolgung und Naturkatastrophen beizustehen und sie in ihrem angeschlagenen Vertrauen wieder aufzurichten.
Für uns selbst bitten wir in den Nöten und Wunden unseres eigenen Lebens um deine Hilfe, dass wir sie annehmen und einander beistehen und unterstützen können.
Für alle Verstorbenen, für die sich Jesus in den Dienst ihrer Erlösung gestellt hat.
Denn du, großer und geheimnisvoller Gott, umfängst alle Menschen mit deiner Liebe. Dafür danken wir dir jetzt und allezeit. - Amen.
Unseren Herrn Jesus Christus,
der Weg, Wahrheit und Leben ist,
wollen wir bitten:
Für alle, die sich schwer tun mit den Veränderungen in Kirche und Gesellschaft.
Christus, höre uns. Christus, erhöre uns!
Für alle, die glauben, alles aus eigener Kraft schaffen zu müssen.
Für alle, die unter menschenunwürdigen Bedingungen in Flüchtlingslagern leben, und besonders für die Menschen in Afghanistan.
Für alle Menschen guten Willens, auf die wir tagtäglich treffen.
Für alle, die uns in die Herrlichkeit Gottes vorausgegangen sind.
Herr Jesus Christus, du schenkst uns Halt und Orientierung in unserem Leben.
Dafür danken wir dir und preisen dich, heute und in Ewigkeit. - Amen.
Gott ist uns in Jesus Christus erschienen. Ihm fühlen wir uns tief verbunden, weil er auch unsere menschliche Schwachheit und Verletzbarkeit kennt.
Ihn lasst uns bitten:
Für unsere Gemeinden, deren wöchentliche Gottesdienste für alle Mitfeiernden zu einem Raum werden können, wo Mut und Zuversicht ihre Zweifel und Unsicherheit vertreiben.
Für alle Menschen, die in den sogenannten Dienstleitungsberufen ihren Mitmenschen dadurch dienen, dass sie ihnen ihr Leben in ganz praktischen Dingen erleichtern.
Für alle jene, die ihren lebensbedrohlichen Dienst in den vielen internationalen Hilfsorganisationen oder als Kriegsberichterstatter auf sich nehmen.
Für uns selbst, wenn wir absichtslos und möglichst frei von eigenem Nutzen an anderen liebevoll handeln.
Für unsere Verstorbenen, für die wir erhoffen, dass all das Gute, das sie uns während ihres irdischen Lebens geschenkt haben, reichlich belohnt wird.
Denn, du, Jesus, hast uns in deiner gelebten Hingabe bis zum Tod am Kreuz einen Gott verkündet, der uns Fülle und Freiheit schenken will.
Dafür gebührt dir all unser Dank und Lob jetzt und allezeit. - Amen.
"Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der
Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe
erlangen zur rechten Zeit."
Dein Sohn Jesus Christus ist nicht in die Welt gekommen
"um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen
und sein Leben hinzugeben für viele".
Schenke der Familie Gottes in der Welt die Sehnsucht,
deinem Sohn ähnlich zu werden.
Dein Sohn Jesus sagte den Seinen,
dass "Herrscher ihre Völker unterdrücken"
und "Mächtige ihre Macht missbrauchen".
Schenke den Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Medien,
den Freimut, dass alle Menschen ihre Religion frei ausüben können.
Dein "Auge ruht auf allen, die dich ehren"
und du willst "sie dem Tod entreißen
und in der Hungersnot ihr Leben erhalten".
Hilf den Notleidenden, dass sie Wege aus ihrer Armut finden
und sei du ihnen Hoffnung.
In der zweiten Lesung werden wir aufgefordert,
"an dem Bekenntnis, dass Jesus der Sohn Gottes ist, festzuhalten".
Schenke uns Christen, Mut zum Zeugnis und zur Mission.
Gott, unser Vater, darum bitten wir dich, durch Christus
unseren Herrn und Bruder, der in der Einheit des Heiligen
Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
'
Aus: Missio 2009
Hilf uns, Herr,
daß wir den Dienst am Altar
mit freiem Herzen vollziehen.
Befreie uns durch diese Feier von aller Schuld,
damit wir rein werden und dir gefallen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
nimm unsere Opfergaben gnädig an
und gib, dass wir mit gläubigem Herzen
das Leidensgeheimnis deines Sohnes feiern,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 32. Sonntag im Jahreskreis
MB Mittwoch in der Karwoche
Du, Gott, lässt dich in die Hand nehmen
wie Brot, das wir formen,
wie Wein, den wir keltern.
Nimm uns, Gott, in deine Hand
wie Brot, das aufgeht,
wie Wein, der reift.
Gib uns, Gott, in unsere Hand
Christi Leib,
Christi Blut.
Wo du bist,
beginnt dein Reich.
Mit Brot und Wein.
Gütiger Gott,
wir haben uns um den Tisch deines geliebten Sohnes versammelt.
Wie du uns hier versammelt hast, so verbindest du die Menschen weltweit zu einer Einheit.
Sei nun unter uns, wenn wir dein Brot brechen und dein Blut trinken
zum Gedächtnis deines Leidens und deiner Auferstehung. – Amen.
Kehrvers:
Jubelt, ihr Lande, dem Herrn; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil.
(GL 55,1)
Guter, menschenfreundlicher Gott,
du liebst deine Schöpfung und hast sie uns Menschen anvertraut.
Miteinander sind wir auf dem Weg.
Dabei stärkst und schützt du uns durch deine Gegenwart.
Kehrvers
Wir danken dir für deinen Sohn Jesus Christus.
Er selbst ist unser Weg.
Ihm wollen wir immer ähnlicher werden
durch alle Herausforderungen unseres Lebens hindurch.
Kehrvers
Wir danken dir für den Heiligen Geist.
Er ist es, der weht, wo er will.
Durch ihn kommt unsere Welt und kommen wir in Bewegung.
Er treibt uns an zum Guten.
Kehrvers
Wir danken dir und preisen dich, guter Gott.
Voll Freude singen wir dein Lob.
Loblied: GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren;
oder: GL 383: Ich lobe meinen Gott…
Kehrvers
Wir danken dir und preisen dich.
Gott und Vater,
in dieser Feier bringen wir Dir unseren Dank und unseren Lobpreis dar:
Wir danken Dir, dass Du Dich immer neu uns Menschen zuneigst
und uns nahe sein willst.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus Christus war dir gleich,
hielt aber nicht daran fest, dir gleich zu sein,
sondern entäußerte sich und wurde uns Menschen gleich.
Er ist in die Welt gekommen
nicht, um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für uns hinzugeben.
Kehrvers
Er hat unsere Schuld auf sich geladen
und sein Leben als Sühnopfer hingegeben.
Er ist der Hohepriester, der mitfühlt mit unserer Schwachheit,
und bei dem wir Erbarmen und Hilfe finden.
Kehrvers
Für all das danken wir dir und preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen:
Danklied, z. B.: Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken.
Du hast deinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus,
mit dem Öl der Freude gesalbt
zum ewigen Priester und zum König
der ganzen Schöpfung.
Als makelloses Lamm und
friedenstiftendes Opfer hat er sich
dargebracht auf dem Altar des Kreuzes,
um das Werk der Erlösung zu vollziehen.
Wenn einst die ganze Schöpfung
seiner Herrschaft unterworfen ist,
wird er dir, seinem Vater, das ewige,
alles umfassende Reich übergeben:
das Reich der Wahrheit und des Lebens,
das Reich der Heiligkeit und der Gnade,
das Reich der Gerechtigkeit,
der Liebe und des Friedens.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Christkönig
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn das Leiden deines Sohnes
wurde zum Heil für die Welt.
Seine Erlösungstat bewegt uns,
deine Größe zu preisen.
Im Kreuz enthüllt sich dein Gericht,
im Kreuz erstrahlt die Macht des Retters,
der sich für uns dahingab,
unseres Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 1
Der Menschensohn ist gekommen,
um sein Leben als Lösegeld hinzugeben für viele.
(vgl. Mk 10,45)
Oder:
Das Auge des Herrn ruht auf allen,
die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschauen.
Denn er will sie dem Tod entreißen
und in der Hungersnot ihr Leben erhalten.
(Ps 33,18-19)
Wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein, spricht der Herr.
(vgl. Mk 10,43)
Oder:
Christus spricht:
Geht zu allen Völkern,
und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.
Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
(vgl. Mt 28,19f)
Himmel und Erde
Gott und die Welt
Kirche und Politik
Lauter Gegensätze
oder für Christinnen und Christen
Auftrag in rechter Verantwortung zu handeln?
Gott will,
dass wir zu Menschen werden,
die seinem Bild entsprechen,
die sich einsetzen füreinander,
die Frieden stiften
und sich nicht gegenseitig ausspielen.
Gott will Menschen,
die sich sorgen
um ihre Brüder und Schwestern,
die sich sorgen
um Gott
und die Welt.
Allmächtiger Gott,
gib, daß die heiligen Geheimnisse,
die wir gefeiert haben,
in uns Frucht bringen.
Schenke uns Tag für Tag,
was wir zum Leben brauchen,
und führe uns zur ewigen Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Die Bittmesse
Allmächtiger Gott,
durch dein Wort und das heilige Sakrament
haben wir neue Kraft empfangen.
Gib, daß wir in unserem Leben
dir und den Menschen dienen
und dein Gefallen finden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Woche im Jahreskreis
Gütiger Gott,
bewahre dem Volk der Erlösten deine Liebe und Treue.
Das Leiden deines Sohnes hat uns gerettet;
sein Geist, der von dir ausgeht, führe uns den rechten Weg.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Pfingstmontag
MB Freitag in der Osterwoche
Herr, unser Gott,
heilige uns durch das Mahl, das wir gefeiert haben,
und gib uns Kraft zu einem christlichen Leben.
Mache deine Kirche zum Zeichen des Heils unter den Völkern,
damit sie die Gnade empfangen,
die dein Sohn am Kreuz für alle Menschen erworben hat,
der mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. Amen.
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Am Ende unseres Gottesdienstes
gehen unsere Wege wieder auseinander.
Jede, jeder von uns hat einen eigenen Weg.
Dass du ihn mitgehst, erbitten wir von dir.
Schenke uns die Einsicht, die Kraft und den Mut,
anderen Menschen mit unseren Fähigkeiten zu dienen.
Schenke uns das rechte Maß,
nicht über unsere Kräfte hinaus zu gehen.
Schenke uns die Kritikfähigkeit,
uns nicht vereinnahmen zu lassen.
Um deinen Segen bitten wir dich.
Für uns. Für die Menschen, die wir lieben.
Und für die Menschen, die uns fremd bleiben.
In Christus, der von Anfang an dabei war,
als wir das Licht der Welt erblickten.
Barmherziger Vater,
wir danken dir, dass wir miteinander Mahl halten durften.
Begleite uns jetzt, wenn wir hinausgehen,
damit wir durch die Teilnahme an dieser Feier zu einer Welt voll Frieden und Liebe beitragen.
Sende uns in diese Welt mit deinem behütenden Segen, durch Christus unsern Herrn. – Amen.
Guter Gott,
eine neue Woche beginnt.
Durch das Hören deines Worte
und gestärkt im Mahl,
das Jesus uns gestiftet hat,
gehen wir mit froher und mutiger Erwartung in sie hinein.
Schenke uns die Wachsamkeit
und die Kraft, das umzusetzen,
was uns erneut zugesprochen wurde,
damit ein Leben nach deinem Willen immer besser gelingt. – Amen.
Um deinen Segen bitten wir dich,
du Gott der Liebe,
dass er uns berühre bis in unser Innerstes hinein,
dass er uns bewege zum liebenden Dienst in dieser Welt.
So segne uns,
du, der du uns bist Vater, Bruder und Hl. Geist. – Amen.
Wir stehen vor dir, Heiliger Geist,
in deinem Namen sind wir versammelt.
Du, unser wahrer Ratgeber:
komm zu uns,
steh uns bei,
kehre ein in unsere Herzen.
Lehre uns, wohin wir gehen sollen;
zeige uns, wie wir das Ziel erreichen können.
Bewahre uns davor,
als schwache und sündige Menschen
die Orientierung zu verlieren.
Lass nicht zu,
dass Unwissenheit uns auf falsche Wege führt.
Gib uns die Gabe der Unterscheidung,
dass wir unser Handeln nicht von Vorurteilen
und falschen Rücksichten leiten lassen.
Führe uns in dir zur Einheit,
damit wir nicht vom Weg der Wahrheit und der Gerechtigkeit abkommen,
sondern auf unserer Pilgerschaft dem ewigen Leben entgegenstreben.
Das erbitten wir von Dir,
der du zu allen Zeiten und an allen Orten wirkst,
in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Immer wieder warnt der Papst vor Geistlichen, die sich für etwas Besseres halten, denn er sieht einen Zusammenhang zwischen Klerikalismus und Missbrauch in der Kirche. Im katholisch.de-Interview erklärt der Grazer Pastoraltheologe Rainer Bucher, warum einige Priester klerikal sind und andere nicht.
www.katholisch.de (gefunden am 15.10.2024)
www.die-bibel.de Dezember 2014 (gefunden am 15.10.2024)
In jedem Fall spielt für die beiden beides eine Rolle: Liebe und auch Macht. Die ersten Christen und Christinnen haben in Jesus den Weltenrichter gesehen, der endlich alle Ungerechtigkeit, alle Quälerei, alle Unterdrückung und Menschenverachtung bestrafen wird. Der Recht sprechen wird über Gewalt und Untaten bösartiger Menschen. Das wollen die beiden Jünger aus nächster Nähe erleben – und auch auskosten. Diese Aussicht brauchen sie, um Verachtung und Verfolgung ertragen zu können. Ich glaube, viele Gequälte und Gefolterte können das Schreckliche nur überstehen, indem sie sich an dem Gedanken festhalten: Einmal werden sich die Täter, auch Täterinnen, verantworten müssen. Dann werden die Ohnmächtigen auf Seiten der Macht stehen; dann werden die Folternden ihrer gerechten Strafe nicht entgehen. (…)
Ich habe noch die Sitzordnung an Vladimir Putins grotesk langem Tisch vor Augen. Mehr Machtdemonstration und noch mehr Distanz geht nicht – auch nicht mehr Distanz zu Wahrheit, indem wahrhaftige Berichterstattung verboten, selbst die engsten Mitarbeiter ans Tischende verbannt werden und jede Kritik im Keim erstickt wird. Allen wird dadurch Gewalt angetan: der ukrainischen Bevölkerung, aber auch dem eigenen russischen Volk, das niedergehalten wird durch Manipulation und Desinformation. „Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an“, stellt Jesus fest. Wie wahr gesprochen! So ist es unter euch nicht!, beschreibt Jesus hoffnungsvoll. Und er führt aus: Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Ein Diener und Knecht sein? In der Vorstellung der Putins dieser Welt ein absurder Gedanke. Jesus Christus stellt menschliche Machtvorstellungen auf den Kopf. Nicht Stärke kennzeichnet Jesu Macht, sondern Schwäche. Nicht größtmögliche Distanz, sondern Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse der Anderen. Nicht Thronsaal und Statussymbole, sondern die Dienstbotenschürze zeigt jesuanischen Geist und Haltung.
Ganze Predigt als PDF herunterladen
Evang.-Luth. Dreifaltigkeitskirche Augsburg-Göggingen
https://www.3-faltigkeit.de/ (gefunden am 15.10.2024)
Die Synode will die Gläubigen zu Wort kommen lassen: Das Generalsekretariat der Bischofssynode hat das Vorbereitungsdokument und das Vademecum zur kommenden Weltbischofssynode zum Thema Synodalität veröffentlicht. Der synodale Prozess wird am 9. und 10. Oktober in Rom und am 17. Oktober in den Teilkirchen eröffnet; 2023 wird er dann im Vatikan abgeschlossen.
Ganzer Artikel >>>
Vatican News dokumentiert an dieser Stelle das Vorbereitungsdokument für die Weltbischofssynode 2023 im Wortlaut in der offiziellen deutschen Übersetzung.
Das ganze Dokument >>>
Ich träume
von einer Christenheit
die das Liebesgebot Gottes
über alle Kirchlichkeit stellt
und die Menschen mit anderen Glaubenszugängen
ernst nimmt –
sehr ernst
Ich träume von einer Christenheit
die sich des Auftrags Jesu bewusst ist
in dienender und verbindender Liebe
alle, ja alle, im Blick zu haben
Ich träume von einer Christenheit
die die Barmherzigkeit Gottes
ernst nimmt und sie allen verkündet
und tatkräftig und überzeugend lebt
die die Finger in die Wunden legt -
auch in die eigenen -
wo dagegen handelt wird
Ich träume von einer Christenheit
in der alle gemeinsam gesättigt werden –
am Tisch des Herrn –
und im Alltäglichen
Ich träume von einer Christenheit
in der sich keiner nackt
und bloßgestellt fühlen muss
sondern wo alle bekleidet sind
mit dem was sie bedürfen
Ich träume von einer Christenheit
deren Glaubwürdigkeit und Zu-Gewandtheit
alle Fesseln sprengt
und die aufrichtet zum Leben
Ich träume …
träume es mit diesem „gefährlichen Spinner“
der es bis in die Widrigkeiten des Lebens
l e b t e
und dessen Tod seinen Traum
nicht kleinkriegen konnte
der es uns gezeigt hat
und seinen Traum
a u f e r s t e h e n ließ
Kommt
geben wir diesem Traum
WIRKLICHKEIT
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein“ (Jesus-Zitat aus dem Evangelium nach Matthäus, Kapitel 20, Vers 25b–26). Wie kann die Kirche dieses Gebot Jesu einlösen? Ein Beitrag von Entwicklungs-Expertin Sonja Grolig:
http://weltkirche.katholisch.de/Aktuelles/20140210_Anspruch-und-Wirklichkeit-Das-Verh%C3%A4ltnis-der-katholischen-Kirche-zur-Macht
Sonja Grolig auf katholisch.de - Berlin - 10.02.2014
Strahlen brechen viele aus einem Licht.
Unser Licht heißt Christus.
Strahlen brechen viele aus einem Licht –
und wir sind eins durch ihn.
Zweige wachsen viele aus einem Stamm.
Unser Stamm heißt Christus.
Zweige wachsen viele aus einem Stamm –
und wir sind eins durch ihn.
Gaben gibt es viele, Liebe vereint.
Liebe schenkt uns Christus.
Gaben gibt es viele, Liebe vereint –
und wir sind eins durch ihn.
Dienste leben viele aus einem Geist,
Geist von Jesus Christus.
Dienste leben viele aus einem Geist –
und wir sind eins durch ihn.
Glieder sind es viele, doch nur ein Leib.
Wir sind Glieder Christi.
Glieder sind es viele, doch nur ein leib –
und wir sind eins durch ihn.
Dieter Trautwein (1976) in: EG 268.
Der, von dem ich erzählen will,
wurde geboren in Armut und starb,
noch jung, mit ausgebreiteten Armen
am Kreuz einen schrecklichen Tod.
Warum, worin bestand seine Schuld?
Oder anders gefragt: wem war er im Weg?
Er raubte kein Geld, kein Land, stürzte
keinen vom Thron, zog nicht in den
Krieg, schrieb nicht einmal Bücher.
Der Ort, wo er aufwuchs wie andere auch,
war ohne Bedeutung: ein Nest in den Bergen
am Rande des riesigen römischen Reiches.
Er lernte ein Handwerk, zimmerte Möbel,
bis er die Werkstatt verließ und sein Dorf
und umherzog im Land, das Wort auszusäen.
Er sah, wie man weiß, weder Rom noch Athen.
Aber er sah seinen Vater im Himmel und
sah auf der Erde die Menschen im Dunkel
und lehrte sie sehn mit anderen Augen.
Er heilte die Kranken, rief Tote ins Leben.
So zog er umher und warb um die Herzen
und sprach von der Liebe, dem
Königreich Gottes.
Er starb, wie er lebte
und lebt, wie er starb:
mit ausgebreiteten Armen.
Aus: Lothar Zenetti, Sieben Farben hat das Licht. Worte der Zuversicht. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2006.

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In den Kapiteln Jes 40-55 finden sich, über mehrere Stellen verteilt, die sogenannten Gottesknechtlieder, die von einem "Knecht Jahwes" reden, der einen weit über Israel hinausgehenden Auftrag bekommt, durch seinen Gehorsam ins Leiden und bis in den Tod hinunter geführt wird, zu dem sich aber Jahwe aber als zu seinem Knecht bekennt.
Die Verse Jes 53,1-12 sind eine bekenntnishafte Schilderung des Geschicks des Knechtes im Munde einer Gemeinde, die staunend Jahwes Geheimnis anbetet. Als Empfänger des hier geschilderten heilvollen Geschehens sind die "Vielen" genannt. Eine exklusive Verkündigung der Heilsbotschaft an Israel findet nicht mehr statt. In seinen rahmenden Worten bekennt sich Jahwe voll zu seinem Knecht, der erhöht wird und so den Lohn für seine Selbsthingabe bis in den Tod empfängt.